Keine Sonderlösungen für Frauen

Die Chancengleichheit zwischen Mann und Frau ist bei weitem noch nicht erreicht. Noch immer hat es zu wenige Frauen in den Machtpositionen, noch immer müssen wir uns allzu oft zwischen Karriere und Familie entscheiden, da es zu wenige Betreuungsangebote und Teilzeitstellen hat. Noch immer sind die vordefinierten Geschlechterrollen des Ernährers und der Hausfrau und Mutter allgegenwärtig. Noch immer sind es vor allem die Frauen, die das Sorgerecht für die Kinder bekommen und die Männer bleiben aussen vor und werden auf das Zahlen der Alimente reduziert. Alle reden von Witwenrenten, aber niemand spricht von einer Witwerrente. Sie sehen, die Chancengleichheit betrifft Frauen und Männer.

Der Feminismus, den wir FDP.Die Liberalen Frauen vertreten, will für die Frauen die gleichen Rechte wie für Männer. Ich will als Frau keine Sonderlösung, sondern gleich lange arbeiten wie Männer, gleich viel verdienen wie die Männer – ich will die gleichen Rechte und Pflichten. Dabei ist mir als Feministin wichtig, dass ich kein Opfer bin, sondern eine selbstbewusste und selbstbestimmte Person. Denn die Vision einer liberalen Gesellschaft basiert auf dem Gedanken, dass Frauen und Männer selbstbestimmt und freiheitlich über ihr Leben entscheiden. Das bedingt, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam das Zusammenleben gestalten.

Ich will als Frau keine Sonderlösung, sondern gleich lange arbeiten wie Männer, gleich viel verdienen wie die Männer.

Aktivistinnen verteilen Taschen zum Tag der Lohngleichheit, am Dienstag 10. März 2009 in Bern vor dem Bundshaus.

Geschlechterrollen müssen überdacht werden: Aktivistinnen verteilen vor dem Bundshaus Taschen zum Tag der Lohngleichheit, 10. März 2009. (Keystone)

Wenn soziale Errungenschaften wie das Nachtarbeitsverbot von der SP her verteidigt werden, verstehe ich das sehr gut. Nur soll es auch dementsprechend deklariert sein, als sozialpolitische Forderung und nicht als gleichstellungspolitische Forderung.

Die Gesellschaft ändert sich – zum Glück (!). Dass wir dabei die vorherrschenden Geschlechterrollen überdenken müssen ist klar. Männer kämpfen für ihre Rechte, wie wir Frauen für unsere. Dass sich Männer z. B. für das gemeinsame Sorgerecht eingesetzt haben, ist gut. Denn es zeigt, dass ihnen die Familie und ihre Kinder wichtig sind, dass sie Verantwortung übernehmen und ihre Vaterrolle aktiv leben wollen. Das kann doch nur in unserem Sinne sein. Diese Debatte an die Unterhaltspflicht zu knüpfen ist falsch, denn die wirtschaftliche Unabhängigkeit ist ein anderes Thema. Und hier tragen wir Frauen eine grosse Verantwortung, uns die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu wahren.

Eine Mehrheit der Jugendlichen kommt via Internet mit Pornographie in Berührung. Dies ist eine Tatsache. Nun haben wir die Wahl, es zu verteufeln und zu verbieten oder einen aufgeklärten Umgang damit zu haben. Markus Theunert von Männer.ch plädierte dafür, dass in der Sexualkunde das Thema aktiv angegangen werden kann, ohne dass eine Lehrerin oder ein Lehrer sich strafbar macht. Ihm nun zu unterstellen, er fordere Pornos an den Schulen und verachte Frauen, ist respektlos und falsch. Als Frau ist es mir ein Anliegen, dass wir offen über Sexualität reden können – und da gehören Pornos dazu.

Die Chancengleichheit geht uns alle etwas an – engagieren wir uns selbstbewusst und selbstbestimmt dafür!

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