Kleines Gepäck, grosser Spass

Ob mit dem Kajak oder dem Schlauchboot: Was gibt es Besseres, als dem Alltag einfach davon zu paddeln? Wir zeigen Ihnen die schönsten Wasserwege.

Auf Wasserwegen die Schweiz entdecken: Kanufahrt auf der Aare. Foto: Schweizmobil.ch

Strahlend blauer Himmel, Sonne satt und sommerliche Temperaturen – für ein perfektes, langes Sommerwochenende fehlt jetzt nur noch eins: Wasser. Egal, ob mit dem Kajak, dem Schlauchboot oder dem Stand-up-Paddle (SUP): Was gibt es Besseres, als dem Alltag einfach davonzupaddeln? Ablegen, gewohnten Boden verlassen und die Natur aus einer neuen Perspektive entdecken. Am besten gleich mehrere Tage hintereinander – von Ufer zu Ufer, von A nach B und noch viel weiter.

«Unmöglich», werden jetzt viele sagen, schliesslich muss man ja auch irgendwann und irgendwie wieder zu seinem Ausgangspunkt und seinem Auto zurückkommen. «Möglich», antwortet, wer regelmässig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Von den allermeisten Anlegestellen am Fluss oder See liegt die Haltestelle eines Busbetriebs oder der SBB meist nur einen Katzensprung entfernt. Ist die Tasche gepackt, das aufblasbare SUP verstaut oder das Mietkajak gebucht, lässt sich das nächste Aktivwochenende kaum unabhängiger und bequemer gestalten als mit dem ÖV: rein in den Zug, ran ans Wasser. Zum Beispiel am Vierwaldstättersee. (Informationen zu weiteren Reisedestinationen für Mehrtagestouren auf dem Wasser gibt es beispielsweise bei SBB Railaway oder SchweizMobil.)

Flexibel geplant

Der See ist das Bindeglied zwischen den vier Kantonen Luzern, Nidwalden, Schwyz und Uri. Seine zentrale Lage und die gute Anbindung der ufernahen Städte an den ÖV machen den See zum idealen Zielort für Wassersportler, die flexibel reisen wollen. Auf der gesamten 150 Kilometer langen Uferlänge findet man ausgeschriebene Paddelrouten. In neun Etappen lässt sich sogar der gesamte See umrunden. Wer nicht ganz so viel Zeit oder Kondition mitbringt, kann sich auch nur einzelne Teilabschnitte herauspicken, wie zum Beispiel das von Küssnacht nach Luzern. Mehrere Kanu- oder Kajak-Leihanbieter machen es möglich, ganz ohne Boot oder SUP anzureisen. Dank eines bequemen Bring- und Abholdienstes kann man sich sein Wassersportgerät überall an den See liefern lassen (siehe zum Beispiel hier).

Entdeckungstour

Vom Bahnhof in Küssnacht sind es nur ein paar Meter bis zum Hafen, der gut geschützt in einer der vielen Buchten des Vierwaldstättersees liegt. Am Ufer wachsen Zypressen, Feigenbäume und Yuccapalmen. Das Klima ist mild, die umliegenden Bergketten begünstigen oft warmes Föhnwetter. Sobald die Sonne scheint, leuchtet das Wasser türkis. Von der Schiffstation legt man ab und hat von dort an immer die Rigi im Blick. Mit 1800 Metern ist sie unumstritten die Königin der Berge am Vierwaldstättersee. Auf den ersten Paddelmetern gleitet man durch einen fjordartigen Seitenarm des Sees, das Gewässer ist ruhig. Nur kleine Wellen platschen gegen den Rumpf des Kajaks oder die Rails des SUP.

In neun Etappen den See umrunden: Mit dem Kanu auf dem Vierwaldstättersee. Foto: Kanuwelt.ch

Am Nordwestufer gleitet man vorbei an der Astridkapelle und sanften Graslandschaften. In etwas weiterer Entfernung falten sich die ersten senkrechten Wände der Hochalpengipfel auf. Erreicht man Meggen, hat man das erste Mal freien Blick auf den kompletten Vierwaldstättersee und kann die Weite des viertgrössten Sees der Schweiz einsehen. Gleichzeitig gibt es hier die ersten vom Wasser aus zugänglichen Rastplätze. Hier kann man sich erholen, eine Kleinigkeit essen, den Tag am Strand geniessen und irgendwann wieder weiterfahren, weiter in Richtung Meggenhorn.

An der Landzunge gibt es viel zu entdecken: Weinberge mit Riesling-Reben, die bekannte Meggenhorner Schlossresidenz oder die versteckte Christusstatue an der Westseite der Landzunge. Von hier führt die Strecke weiter nach Norden in die nächste Bucht. Kurs: Luzern.

Knapp 13 Kilometer ist der Wasserweg zwischen Küssnacht und Luzern. Je nachdem, wie viele Pausen man an Land einlegt, benötigt man dafür drei bis fünf Stunden. Und kann am Ende den Tag in einer der schönsten Schweizer Städte ausklingen lassen, bei einem Bummel in der Fussgängerzone oder einem gemütlichen Abendessen an der Seepromenade. Und dann geht es am nächsten Tag weiter mit der nächsten Etappe. Oder wieder zurück nach Hause. Ganz ohne Stress mit dem ÖV.

Weitere Tourentipps

Mit dem Kanu auf der Aare
Die Strecke führt in acht Etappen von Biel (Nidau) nach Full-Reuenthal und ist eine 120 Kilometer lange Entdeckungsreise durch die Schweiz. Egal, ob die Tour nur ein paar Stunden dauert oder gleich mehrere Tage – die mächtige Aare hält so einige Abenteuer bereit. (Mehr Infos)

Vom Konstanzer Hörnle zum Campingplatz Hegne
12 Kilometer lang ist die Kanutour und dank der unterstützenden Strömung des Rheins sehr gemütlich. Anfänger auf dem Wasser oder Familien kommen dabei voll auf ihre Kosten. (Mehr Infos)

Westlicher Bodensee
Diese Tour ist die richtige für Wassersport-Einsteiger. Auf ruhigem Gewässer kann man sein Material und sich selbst kennenlernen – und gleichzeitig eine spannende Umgebung rund um die Insel Reichenau erleben. (Mehr Infos)

Unterwegs auf der Reuss
Wer hier unterwegs ist, darf eine grüne Oase im Herzen Aargaus entdecken. Es geht vorbei am Kloster Gnadenthal, dem kleinen Örtchen Mellingen und am Ende durch eine verwunschene Waldschlucht. Der Ausstieg ist nach 25 Kilometern in Gebenstorf. (Mehr Infos)

Waren Sie schon einmal mit dem ÖV im Aktivurlaub? Oder haben Sie es für die Zukunft geplant? Welche Erfahrungen haben Sie mit einer Mehrtagestour auf dem Wasser gemacht? Diskutieren Sie mit.

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