Ist Bergsteigen sinnlos?

Dani Arnold, Eiger-Nordwand Solo-Speedrekord

Dani Arnold, 27-jährig aus Bürglen im Kanton Uri. Er durchstieg die Eiger-Nordwand in 2 Stunden 28 Minuten – 20 Minuten schneller als der bisherige Rekordhalter Ueli Steck. (Bild: Thomas Ulrich)

Unsere Meldung, dass Dani Arnold in der Eiger-Nordwand einen neuen Solo-Speedrekord schaffte, ging um die Welt. Die internationale Bergsteigergemeinde zeigt sich erfreut – und auch etwas überrumpelt. Wer hätte gedacht, dass einer die bisherige, bereits unglaubliche Rekordzeit von Ueli Steck so bald unterbieten kann? Und dann gleich um 20 Minuten?

Gefallen finde ich aber besonders an der Tatsache, dass Dani Arnold mit diesem Meilenstein darauf aufmerksam macht, dass grosse alpinistische Leistungen nicht nur im Himalaja möglich sind – sondern nach wie vor auch hier in den Alpen, quasi vor der Haustür. Dieses Mal von einem Schweizer in der Schweiz. Für mich die nachhaltigste Art der Bergsteigerei.

«Was bringt das jetzt der Allgemeinheit?»

Amüsiert habe ich mich ob einigen Lesern, die in ihren Kommentaren hinterfragt haben: «Was bringt das jetzt der Allgemeinheit? Was ist der Nutzen davon?» Und sich ereiferten, mit allerhand Argumenten aufzuzeigen, dass sie darin keinen Sinn erkennen. Gewiss: Weder eine Erstbesteigung noch ein Speedrekord verändert die Welt. Es wird weiterhin Krieg, Katastrophen, Hunger und Ungerechtigkeit geben. Trotzdem: Ich finde die Bergsteigerei nicht völlig sinnlos. Aber dies einem Nicht-Bergsteiger zu erklären, wäre wohl ein Projekt, das ins Nirgendwo führt.

Seit es sie gibt, wird die Bergsteigerei infrage gestellt. Mit dem Sinn und Nutzen haben sich schon viele beschäftigt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde geschrieben: Alpinismus ist Therapeutikum einer kranken Gesellschaft. Ein Mittel im Kampf gegen Verweichlichung, träge Genusssucht, Schlappheit und geistige Verblödung, das die Jugend aus dem Dunstkreise unserer modernen Bildung, aus dem Übermass an Zivilisation und städtischer Verkehrtheit zu «hellenischem Leben» zurückführen soll.

Der unerklärliche Sinn des Daseins

Der britische Bergsteiger und Schriftsteller Frank Smythe schildert in seinem Buch Mountaineering Holiday, das sportlich-geistig-ästhetisch-philosophische Erlebnis lasse den Bergsteiger eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens «erahnen». Und der Österreicher Kurt Diemberger sagte, das Besteigen von 8000ern enthalte für viele Bergsteiger den «unerklärbaren Sinn des Daseins.» – «Auf diese Weise ganzheitlich betrachtet», so Peter Grupp in seinem Buch Faszination Berg, «kann Bergsteigen als Weg zur Erkenntnis der Welt, zum Verständnis des eigenen Ich und zur Selbstverwirklichung überhöht werden. Es kann eine metaphysische Bedeutung erlangen (…)

Beim Bergsteigen können befriedigende Erfolge errungen werden, die im Alltagsleben ausbleiben. Intensivste Gefühle und Empfindungen, die im Tal meist nicht zu erlangen sind.

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40 Kommentare zu «Ist Bergsteigen sinnlos?»

  • LN sagt:

    Im Mai 1987 war ich mit dem SAC Aarau auf dem ca. 4043 hohen Grünhorn. Wir sind mit den Ski bis zum Grünegghorn aufgestiegen und dann zu Fuss auf den Gipfel. Es gibt mir auch immer wieder zu denken wenn so ausserordentlichen Kletterern und Bergsteigern etwas passiert. Ich denke da zum Beispiel auch an Kurt Albert. Aber das Leben wird immer weitergehen und die schönen Erinnerungen bleiben tief in meinem Herzen.

  • Spielplatz wie im alten Rom sagt:

    Der Aufruf im Tagi zur Unvernunft hat Wirkung gezeigt.

    Erhard Loretan ist mit Gast im Nebel abgestürzt.

    Die REGA und die Rettungskolonne hätten, wie Loretan und Daniel Arnold, einen Extrem-Risiko-Einsatz durchführen sollen.

  • LN sagt:

    Ich habe selber auch schon kleine Alleingänge gemacht zum Beispiel am Hörnligrat am Matterhorn wo ich mich nach einigen Tagen wie in einem Klettergarten fühlte oder Skitouren auf 3000-er. Das Schöne beim Alleinsein ist, dass man immer machen kann was man will und niemandem zuhören muss.
    Ausschnitt aus einem Artikel von Osho. Seine Aussagen faszinieren mich immer wieder.
    Es geht im Leben nicht um Bedeutung. Das Leben selbst ist so wunderschön, dass die Frage nach der Bedeutung des Lebens einfach unsinnig erscheint. Denkt daran: Wir fragen nur dann nach der Bedeutung, wenn etwas falsch läuft. Menschen, die nach dem Sinn des Lebens fragen, sind solche, die das Leben verpasst haben. Sie leben nur, weil sie noch atmen, weil ihr Herz und ihr Puls noch schlagen, aber ansonsten sind sie bereits tot. Außer diesen Körperfunktionen gibt es nichts Lebendiges mehr in ihnen.

    In einem solchen Zustand fragt man sich natürlich, was hat das Leben für einen Sinn hat? Das Herz schlägt, die Atmung funktioniert, der Puls stimmt – aber können diese drei Dinge dir irgendeine Erfüllung, irgendeine Freude bringen? Können sie die der Sinn deines Lebens sein, der Sinn des Daseins? Nein, das ist Vegetieren, nicht Leben. Und solche Leute fragen dann: “Was ist der Sinn des Lebens? “, weil sie ihn nämlich verpasst haben.

    Menschen, die wirklich leben, lieben das Leben, Sie lieben die kleinen Dinge des Lebens und sehnen sich nicht nach irgendetwas Großem. Sie sind nicht ehrgeizig. Schon eine Tasse Tee ist Freude genug für sie. Allein der Sonnenaufgang ist eine solche Herrlichkeit. Wer fragt da noch nach der Bedeutung des Lebens? Sie haben Freude am Essen, sie haben Freude an ihrer Kleidung, an ihren Häusern und Gärten. Sie haben Freude an ihrer Liebe, an ihren Liebsten. Sie genießen die Musik und die Dichtung/Poesie. Sie freuen sich an allem, woran man sich nur freuen kann – und das ohne jedes Schuldgefühl.. Freude ist keine Sünde und Glücklichsein ist kein Verbrechen. Im Gegenteil: Sich nicht zu freuen ist eine Sünde, nicht glücklich zu sein ist ein Verbrechen. Denn ein Mensch, der nicht glücklich ist, kommt früher oder später auf die schiefe Bahn. Er könnte sich zu einem Verbrecher entwickeln. Denn wenn er selbst nicht glücklich sein kann, kann er auch nicht mitansehen, dass irgendjemand anders glücklich ist. Das ist unerträglich für ihn. Er wird das Glück und die Freude anderer zerstören wollen. Wer sich nicht freuen kann, kann auch nicht zulassen, dass andere sich freuen. Es schmerzt ihn, dass andere ihren Spass haben. “Was ist bloß falsch mit mir?

  • Fabian sagt:

    In den ansonsten wunderbaren Kolumnen von Frau Knecht hat mich dieser Satz etwas irritiert: “ Dieses Mal von einem Schweizer in der Schweiz. Für mich die nachhaltigste Art der Bergsteigerei.“ Ich verstehe nicht genau wieso es nachhaltig ist, wenn ein Schweizer in der Schweiz einen alpinistischen Erfolg feiert. Geht es darum, dass die Flüge in den Himalaya sehr viel mehr Energie brauchen, als die Fahrt mit der Bahn zum Einstieg der Eiger Nordwand? Wertet dies die jüngste par force Leistung von Steck am Shisha Pangma ab? Bergsteigen ist auf den Umweltschutz bezogen nie nachhaltig, das sollten wir uns eingestehen. Bergsteigen ist eine Hymne an den Sieg der Technik über die Natur und nicht an die Natur, auch wenn diese den schönen Rahmen gibt. Die einzige Ausnahme bilden da höchstens die Nacktwanderer, die sich auch ohne Gore Tex ins Gebirge trauen.
    Oder ist eine politische Nachhaltigkeit gemeint? Sollen wir glücklich darüber sein, dass Steck und Arnold den Deutschen zeigen, dass die Heckmaier im Grunde doch eine schweizer Tour ist? Nationalismen werden im Bergsteigen viel zu häufig auf eine Leistung eines Sportlers angewandt, der damit wahrscheinlich keine politischen Absichten verfolgte. Ich fände es schön, wenn es den Profialpinisten gelingt, den Nationen Wettkampf aussen vorzulassen.

    • Joachim Adamek sagt:

      Die Beiträge von Fabian und LN zum Thema: “Bergsteigen sinnlos?” haben mir sehr gefallen. Fabian hat m. E. absolut recht, wenn er darauf hinweist, dass das Bergsteigen alles andere als ein Hymnus an die Natur ist. Im Gegenteil, das Verhältnis zwischen Mensch und Berg ist stets ungleich. Ich selbst, der eher wandermässig in den Alpen unterwegs ist, empfinde für die Berge eine permanente Hassliebe. Sie sind für mich Hölle und Paradies, und zuweilen sehr schnell im Wechsel.
        
      Die Nachricht, dass Erhard Loretan an seinem 52. Geburtstag am Grünhorn abgestürzt ist, war wohl die schlechteste Nachricht der letzten Woche. Dass es auf einer Tour geschah, die für einen Profi-Alpinisten normalerweise keine grosse Herausforderung darstellt, zeigt einmal mehr, dass das Bergsteigen auch heute noch ein echtes Abenteuer ist. 

      Die Antwort auf dieses schreckliche Unglück kann nur lauten: Jetzt erst recht! – Wenn ich in den nächsten zwei Wochen in den Karawanken unterwegs bin, werde ich an den Mann denken, für den die Berge über 40 Jahre ein Paradies waren. Ich denke, es war letztes Jahr, wo Erhard Loretan einmal sinngemäss meinte: “Nur diese Momente zählen: Die grossen Sternstunden, die oftmals nur von wenigen Minuten Dauer sind.”

  • antoine sagt:

    Bevor darüber gesprochen werden kann, ob etwas sinnvoll ist oder nicht, sollte zuerst definiert werden, was Sinn ist.
    Meiner Meinung ist es sinnlos, die Frage nach dem Sinn zu stellen. Entscheidend ist, ob etwas glücklich macht und nicht ob es sinnvoll ist.
    Was Sinn oder Unsinn ist, ist eine relative Frage.

  • Realist sagt:

    Bleiben wir bei den Fakten: Dani Arnold, Ueli Steck und Kollegen sind Profis, d.h. sie verdienen mit Bergsteigen ihren Lebensunterhalt und solche publikumswirksamen Aktionen sind ihre PR. Das dürfte doch wohl als Sinn vollauf genügen, nicht wahr? Oder anders rum: Warum landen hier die Sinn-Verneiner so rasch bei den Versicherungsprämien? Weil sie glauben, Sinn habe nur das, was „etwas bringt“, nämlich Kohle?

  • Silvio Linggi sagt:

    Sport sollte man nur fuer sich selber machen.

    • Tino sagt:

      Da bin ich zu 100% damit einverstanden. Sport ist heute leider vor allem eine Werbe- und PR-Maschinerie. Es geht nur noch im Geld, Macht und Ehre. Wer Sport als eigene körperliche Betätigung (je nach Sport zusammen mit Anderen) betrachtet, hat den eigentlichen Sinn des Sportes erkannt.

  • Joachim Adamek sagt:

    … Man sollte das Bergsteigen verbieten, nicht weil es sinnlos, sondern weil es im hohen Grade gefährlich ist. Das Beste und schönste Gemüse wächst bekanntlich in den Niederungen, und nur dort. Mit den Gipfelerlebnissen ist es nämlich so: Sie wecken
    einen unstillbaren Hunger. Überhaupt stellen Menschen, die von höherer Warte auf das Leben hinabschauen, ein großes Risiko dar. …

    • LN sagt:

      Dann müsste man aber auch das Autofahren usw. verbieten!

      • Pille sagt:

        @Joachim Adamek,…. einfach nur Abfall was sie da schreiben ! Genau diese Menschen haben nämlich Charakter; mit dem Alleine sein in den Bergen, machen sie eine innerliche Entwicklung durch . Logisch, dass unsere schlaffe Konsumwelt da nichts gegenüber zu setzen hat. Diese Bergmenschen sind unheimlich, weil sie im Stande sind in Welten zu stossen, wo „Shopping-Willy“ nur von träumen kann.

        • Joachim Adamek sagt:

          Lieber Pille,

          vielleicht verstehen Sie den versteckten Sinn meines Beitrages, wenn Sie ihn mit einer grossen Portion Humor lesen. Ich bin – in jeder Hinsicht – ein grosser Bewunderer von Max Frisch. Zuweilen hilft nur Satire.

  • Heinz Schild sagt:

    Kurz vor seinem Tod fragte ich Albert Eggler (1913-1998), den legendären Everest/Lhotse-Expeditionsleiter von 1956: „Was sagst du zur Entwicklung im Alpiniamus, wo sich junge Bergsteiger als Freeclimber ohne Sicherung an überhängenden Felsen austoben oder in Rekordzeit schwierige Wände bezwingen wollen?“ Egglers Antwort: „Wir hatten noch die Chancen Erstbesteigungen erleben zu dürfen. Heute gibt es kaum noch Gipfel, welche diese Herausforderung bieten. Deshalb habe ich durchaus Verständnis für die jungen Alpinisten.“ Die Faszination Bergsteigen biete eben viele Facetten.

  • Christoph sagt:

    Ich hatte Bergsteiger nie begriffen. Dann stand ich vor Jahren in Pakistan vor einem 7000 er und konnte nur noch denken: „Because its there!“ ist eine völlig zureichende Begründung. Meine Bewunderung an diejenigen die solches können.

  • Daniel Odermatt sagt:

    Der ganze Pathos um den Alpinismus ist genauso töricht wie zu fragen was die Welt am Eiger-Speedrekord hat. Wieso sollte auf Berge kraxeln dem Leben mehr Sinn geben als eine andere Sportart, oder die Welt an einem Fussballspiel eher genesen als an einer Erstbesteigung? Man sollte Sport einfach mal ein bereicherndes Hobby sein lassen, statt ihm andauernd Weltfrieden und spirituelle Erleuchtung anzudichten wie bei Blatter und Messner.

  • Aschy Furrer sagt:

    Am sinnlosesten ist es, auf dem Sofa zu Hause an einer Herzverfettung zu sterben, weil man sich von der TV-Community zum schädlichen Nichtstun hat verleiten lassen.

    Alles andere, was den Körper und/oder den Geist stählt ist für den einzelnen sinnvoll, und zwar wenn er durchzieht. Nur der Versuch oder der angefangene Weg ist nicht halb so viel wert. Daher mein voller Respekt für Dani Arnold. Wird das Wettrennen am Eiger weitergehen? Die Gefahr des Absturzes ist für jeden, der die neue Bestmarke unterbieten will, um ein vielfaches höher. Das ist eine Frage der persönlichen Einstellung eines jeden, der das versuchen wird. Mit Repektlosigkeit vor dem Berg könnte dies aber sehr wohl etwas zu tun haben.

    Was mich an der Bergsteigerei als „Massenbewegung“ stört, sind die Nebeneffekte des doch so „athletisch“ daherkommenden Sports: man fährt per Auto bis unmittelbar vor den Klettergarten und parkiert dort wild und illegal, ausserdem lassen sich dort regelmässig erhebliche Mengen Abfall aller Art einsammeln. Das ist unsportlich.

    • Peter Dummel sagt:

      Genau, so ist es! Wir bezahlen viel mehr KK-Prämien für die verfetteten Sofasitzer, als für verunglückte Bergsteiger oder andere Sportler!!!!

  • Isi sagt:

    … God made the mountains for the best,
    and then he gave a foodball to the rest.

  • Rolf Heinzmann sagt:

    Sinnvoll ist immer im (subjektiven) Auge des Betrachters. Ob etwas sinnvoll ist, lässt sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Darum entscheidet der Bergsteiger selbst, ob etwas sinnvoll und glückbringend ist, egal welche Spielart des Bergsteigens er ausübt

  • Gerhard Tubandt sagt:

    Natürlich ist Bergsteigen an sich sinnlos – wenn man einen praktischen, utilitaristischen Nutzen darin sucht. Dann allerdings ist vieles sinnlos, dass wir tun. Und Extrembergsteigen erst recht. Aber so wie manche einen 100-Kilometer-Lauf, 15 Stunden Ball jonglieren oder Basejumping als Extremerfahrung wertvoll finden, klettern andere eben in Rekordzeit die Berge hoch. Die Sinnfrage zu stellen, macht da wenig Sinn. P.S. Ich bin KEIN Bergsteiger, aber ich liebe die Berge.

  • peter sagt:

    Bergsteigen kann auch eine Lebensform sein. Bergsteigen ist so sinn(vol(l)os wie das Leben selber. Es sind vor allem die Menschen, die einen Adrenalinkick brauchen oder lieben, dem Bergsteigen verfallen. Es kann süchtig machen wie andere Sportarten auch. Deshalb sollte es sofort verboten oder zumindest streng limitiert und sicherlich besteuert werden. Warum sollte nicht eine Bergsteigsteuer erhoben werden ? Da werden staatseigene Monumente symbolisch durch das Besteigen in Besitz genommen. Ausserdem ist das Bergsteigen gefährlich. Wer bei einem Absturz invalid wird, muss nachher vom Staat erhalten werden. Zusätzlich wird beim Bergsteigen viel wertvoller Sauerstoff verbraucht und schädliches Kohlendioxid gebildet. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Euch liebe Bergsteiger, Euer Hobby vergällt wird. Deshalb schnell noch einige
    Viertausender erklimmen …

    • LN sagt:

      Zum Glück gibt es verschiedene Richtungen beim Bergsport. Eine ist das reine Klettern am Fels, in Kletterhallen oder bei mir zu Hause an der eigenen Boulderwand wo ich sofern ich das wollte bis zum Spitzenkletterer trainieren könnte nach einem top-Programm. Im Schweizer Jura gibt es wunderschöne Klettereien die mich immer wieder faszinieren und mein eigentliches Betätigunsfeld waren ab 1980. Der Sport hat mir in meinem Leben sehr viel gegeben. In meiner Jugendzeit bis 18 betrieb ich Laufsport und nahm auch an Schweizermeisterschaften teil zum Beispiel über 3000m auf der Bahn. Da ich immer sehr naturverbunden war wurde ich mit 25 Alpenclub-Mitglied. Bei der SAFS habe ich ein Fitnessinstruktorendiplom erworben. Immer mehr habe ich in die Zusammenhänge der Trainingslehre Einblick erhalten was mich faszinierte. Das Training wurde für mich zur Meditation. Meine Liebe zur Natur wurde so gross, dass ich mein Auto vor 21 Jahren gratis beim Garagisten zurückgab.

  • Matthias sagt:

    Praktisch alle Hobbies wirken sinnlos auf andere, ob das nun rennen, bergsteigen, lesen, schreiben, zeichnen oder spiele spielen ist. Einige Hobbies haben positive Nebeneffekte, andere nicht. Aber solange man selbst Spass an seinem Hobby hat, kann einem doch egal sein ob andere das sinnvoll finden.
    Und ein Nutzen für die Allgemenheit besteht bei einem solchen Rekord bestimmt. Jeder neue Rekord spornt immer wieder andere zu Höchstleistungen an, motiviert Leute oder erzeugt Hoffnung. Wenn das kein Nutzen für die Allgemenheit ist.

  • Buru sagt:

    … was macht es für einen Sinn, hier über den Sinn zu philosophieren ….

  • Karin sagt:

    Auf einem Gipfel zu stehen und – mit etwa Glück – die hörbare Stille wahrnehmen: Es gibt fast nichts Schöneres!

  • Johann Huber sagt:

    Nur weils sinnlos ist, ist kein Grund es zu glorifizieren, hehe!

  • Tino sagt:

    Literatur-Nobelpreis-Träger Ernest Hemingway hat es seinerzeit auf den Punkt gebracht:«Auto racing, bull fighting, and mountain climbing are the only real sports … all others are games.». Mehr braucht man nicht zu schreiben, oder?!

  • Ben sagt:

    Alles hat den Sinn, welcher der Einzelne ihm beimisst.
    Da der Hamsterrad-Alltag ziemlich sinnentleert ist (sein kann) sucht sich der Mensch halt einen Inhalt in der Freizeit. Inhalt kann sein, sich wieder spüren (Adrenalinausschüttungen), seine Grenzen erfahren (Absturz) oder Teil eines Ganzen sein (Fussballmannschaft). Das ist doch weder gut noch schlecht, sinnvoll oder sinnlos, es ist einfach so. Wem das nicht genügt, versucht, seinem Alltag einen Sinn zu geben (sinnvolle Arbeit, Nervenkitzel beim Jonglieren mit fremden Geld usw.). Was ich sagen will: Sinn macht, was mir persönlich Sinn gibt.

  • stef sagt:

    Immer diese Hinterfragrei… wieso können Leute die Spass daran haben, nicht einfach einen Berg besteigen? Ist es purer Neid, Blödheid oder die Unfähigkeit von Einzelnen, die immer alles hinterfragen müssen?
    Wenn wir über den Sinn von Bergsteigen diskutieren müssen, können wir genau so über den Sinn von Eishockey, Federball, Schwimmen, Fussball usw.. diskutieren! Was bringt es der Allgemeinheit wenn 22 Spieler auf einem Feld dem Ball hinterherjagen und ihn versuchen in ein Tor zu versenken? Dazu z.B. die ganzen Randalen und Ausschreitungen rund um Fussballspiele! Kann man nicht einfach den Leuten den Spass lassen an der Sache, die sie gerne und gut machen? Und wenn halt einer keine Hobbies hat und deshalb frustriert ist, soll er doch den Frust für sich behalten!

  • Sutter Jürg sagt:

    nicht alles muss einen Sinn ergeben, es gibt Dinge die sind einfach schön, faszinierend, atemberaubend, …und das ist nicht nur der Alpinismus…

  • Thomas Stähli sagt:

    Die Eigernordwand in Rekordzeit zu durchklettern ist genau so sinnlos, wie den Weltrekord über 100 Meter aufzustellen oder einen Ball mit dem Fuss ins Goal zu spedieren. Bringt der Allgemeinheit wenig, aber der einzelne findet leidenschaftliche Beschäftigung.

    • Marco Huber sagt:

      In unserer beschleunigten Zeit ist das Speed-Climbing (Berge in 2h zu besteigen) der ideale Ausgleichssport für den gestressten modernen Arbeitnehmer – durch die schnelle Besteigung auch an einem freien Nachmittag oder über den verlängerten Mittag möglich und so alltagstauglich. Wenn das gewisse Menschen/Stubenhocker nicht verstehen können, sollten sie einen Blick auf steigende KK-Kosten werfen – Bewegung bei Heidi in den Bergen wäre die Lösung!

      • Peter Weierstrass sagt:

        Man kann aber auch nicht „einfach so“ das Büro verlassen und in zwei Stunden eine Eigernordwand durchsteigen. Nix da mit einer Flucht aus dem Alltag.

        Wer sich auf so einer Fitness-Stufe hält wie Ueli Steck oder Dani Arnold, hat sowieso keinen Job wie ich und du. Die trainieren den halben Tag und im Übrigen sind die meisten Top-Bergsteiger Freiberufler.

  • René W. Bitterlin sagt:

    Bergsteigen ist eines der grössten Abenteuer und bleibt auch heute Faszination, Rekordjagden um Minuten hingegen sind abzulehnen, sie sind Ausdruck der Respektlosigkeit der aktuellen Generation gegenüber allem, auch dem Berg.

  • Hans Heinrich Wild sagt:

    Lionel Terray hat es im Titel seines Buches auf den Punkt gebracht: „Les Conquérants de l’inutile“.

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