Neuer Speedrekord in der Eiger-Nordwand

Daniel Arnold, Eigernordwand

Dani Arnold schafft die Eiger-Nordwand in 2 Stunden 28 Minuten. 20 Minuten schneller als der bisherige Rekordhalter Ueli Steck. (Foto: visualimpact.ch | Thomas Ulrich)

Eine sensationelle Leistung gelang dem Zentralschweizer Alpinisten Daniel Arnold: Er knackte den Speedrekord am Eiger. Der 27-Jährige durchstieg die legendäre Nordwand solo in 2 Stunden 28 Minuten. Damit ist er 20 Minuten schneller als der bisherige Rekordhalter Ueli Steck.

Gestern Mittwoch, 20. April 2011, um 09.05 Uhr, stieg Daniel Arnold beim Sommereinstieg auf dem ersten Band in die 1800 Meter hohe Eiger-Nordwand ein, durchkletterte diese im Alleingang über die klassische Heckmair-Route und stand um 11.33 Uhr auf dem Eiger-Gipfel. Unterwegs überholte er mehrere Seilschaften, darunter den bekannten Walliser Bergsteiger Simon Anthamatten, der mit einem Gast unterwegs war.

Daniel Arnold, Eigernordwand

Der neue Rekordhalter Daniel Arnold in der Eiger-Nordwand. (Foto: Foto: visualimpact.ch | Thomas Ulrich)

Vorher noch nie solo durch die Eiger-Nordwand geklettert

Erstaunlich: Der junge Urner trainierte nicht speziell für diese Speed-Begehung. «Nein, ich stieg nicht mit der Einstellung ein, einen neuen Rekord zu machen. Ich bin vorher noch gar nie solo durch die Eiger-Nordwand geklettert», sagt Daniel Arnold. «Am Anfang dachte ich noch, es laufe nicht so gut. Der untere Teil ist ja recht streng. Als ich im Götterquergang erstmals auf die Uhr schaute, war es 10.44 Uhr. Ich realisierte, dass ich doch ziemlich schnell unterwegs war. Erst da kam die Motivation richtig auf.»

Im Unterschied zu Ueli Stecks Winter-Rekordbegehung, machte Arnold eine Sommer-Rekordbegehung. Im Sommer ist der Hinterstoisser-Quergang nicht frei kletterbar. Er hielt sich deshalb an einem alten Fixseil fest, zog sich aber nicht daran hoch. Ebenso kurz vor dem Ausstiegsriss. Dies schmälere die Leistung nicht, bestätigt Profialpinist Stephan Siegrist, der die Eiger-Nordwand sehr gut kennt. «Es ist eine super Leistung von Dani, absolut ausserordentlich und perfekt.»

Daniel Arnold selber sagt: «Sicher ist man etwas schneller, wenn man sich am Fixseil festhält, aber unwesentlich.» Zur Relation: Der Hinterstoisser-Quergang ist 30 Meter lang, die gesamte Hekmair-Route misst 4000 Klettermeter. «Wäre ich nur zwei, drei Minuten schneller gewesen als Ueli Steck, wäre das ein Diskussionspunkt.» Aber Arnold war 20 Minuten schneller.

Daniel Arnold.

Daniel Arnold.

Ueli Steck als ersten informiert

«Ich habe Ueli Steck, der zurzeit im Himalaja weilt, als ersten über meinen neuen Speed-Rekord informiert, per SMS. Es war mir wichtig, dass er es von mir direkt erfährt», so der Urner. Obschon er bereits vergangenes Jahr mit einer Speed-Solobegehung für Aufsehen gesorgt hat – als er den Urner Salbit-Westgrat in eineinhalb Stunden kletterte (36 Seillängen) – will er sich künftig nicht auf die «Speed-Sache» konzentrieren. «Meine Schiene ist das Mixed-Klettern in Fels und Eis.»

Ihm sind schon einige alpinistische Erfolge gelungen – etwa die erste Winterbegehung des Torre Egger in Patagonien, zusammen mit dem Ringgenberger Profialpinisten Stephan Siegrist und dem Alpinfotografen Thomas Senf letzten August – aber einen Medienrummel wie jetzt, hat er noch nie erlebt. «Eine völlig neue Erfahrung, aber interessant.» Er lebt in Bürglen, Kanton Uri. Seine Leidenschaft für das Klettern entdeckte er mit 14 Jahren. Als Jugendlicher stieg erstmals mit Kollegen durch die Eigerwand. Er ist gelernter Maschinenmechaniker und arbeitet heute teils als Bergführer und teils als Profi-Alpinist. www.daniarnold.ch

Daniel Arnold

Daniel Arnold auf dem Eiger-Gipfel. (Foto: visualimpact.ch | Thomas Ulrich)

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