Biker gegen Wild und Wanderer

Liebe Leserin, lieber Leser

Es ist soweit: Ab heute berichten wir im Outdoorblog auch übers Biken. Wir freuen uns sehr, einen neuen Kollegen im Team begrüssen zu dürfen. Simon Eppenberger wird künftig – jeweils donnerstags – über Themen rund ums Zweirad bloggen.

Simon Eppenberger ist seit seiner Jugend ein leidenschaftlicher Biker. Sein erstes Bike besass noch keine Federgabel, dennoch faszinierte ihn dieser Sport von Beginn weg: Mit den dicken Stollenpneus waren Abfahrten und Sprünge genauso möglich wie knifflige Aufstiege oder Touren über Stock und Stein.

Heute nennt sich diese Art von Biken Freeriden – der Unterschied zu damals sind vor allem die dicken Federwege und bissigen Bremsen. Unverändert geblieben ist Simon Eppenbergers Leidenschaft für diesen Sport, der ihm auf unterschiedlichsten Trails Spass macht. Der Zürich- und Üetliberg gehören zu seinen Haustrails, aber es zieht ihn regelmässig in die Alpen. «Auf Abfahrten in den Bergen kommt alles zusammen: Natur, Geschwindigkeit, Technik, Kraft und Kondition», sagt er.

Simon Eppenberger ist stellvertretender Leiter des Ressorts Zürich bei Newsnetz/Tagesanzeiger.ch. Seit gut acht Jahren gehört er zudem zum Team hinter der Bike-Site www.traildevils.ch

Lesen Sie hier seinen ersten Beitrag bei «Biken im Outdoorblog»:


Als kürzlich knapp 100 Zürcher Biker mit der Stadtverwaltung zusammentrafen, um über Biketrails zu sprechen, trauten sie ihren Augen und Ohren nicht. Vor die versammelten Sportler trat Wildhüter Bruno Zweifel und streckte ihnen ein Glöckchen entgegen. Ein solches Teil sollten sie bitte künftig ans Bike montieren, sagte der Mann mit dem grossen Schnurrbart.

Beim Anblick dieses Bimmel-Dings blieb den Bikern die Luft weg. Bereits eine normale Glocke ist verpönt und hat an einem Bike so viel zu suchen wie ein Kindersitz. Wieso sollte man also ausgerechnet ein Glöggli montieren, das dauernd lärmt? Ein Biker sagte, seine Kette klappere bereits genug laut, da brauche er nicht noch eine solche Einrichtung.

Doch Zweifel erklärte unter seinem Schnurrbart hervor, dass dieses kleine Glöckchen viel Ruhe in den Wald bringt.

Glocke = Ruhe?

Das erscheint auf den ersten Blick paradox. Denn Biker bringen eher Unruhe ins Unterholz. Sie sind die ganze Woche hindurch auf ihren Rädern unterwegs und stören laut Naturschützern das Wild. Und die anderen Waldbesucher wie Hündeler, Jogger oder Reiter sind ebenfalls leicht reizbar, wenn ein Biker an ihnen vorbeiflitzt. Zudem halten weder Regen, Schnee oder die dunkle Nacht echte Biker vom Fahren ab. Sie ziehen passende Kleider an und montieren eine starke Lampe. Damit leuchten sie den Trail aus und fahren jederzeit flink über Stock und Stein.

Genau das schreckt laut Wildhüter Zweifel die Tiere in den Wintermonaten auf – ausgerechnet dann, wenn sie ihre Kraftreserven einteilen müssen. Deswegen will Zweifel aber kein Bikeverbot. Vielmehr sollen die «Wintersportler» die Glöckchen montieren, damit das Wild frühzeitig gewarnt wird, dass jemand durchs Unterholz flitzt. Das beruhige die Tiere und löse keine unnötigen Fluchtreflexe aus, so Zweifel. Zudem fragte er in die Runde, wie Spaziergänger oder Jogger wohl reagieren, wenn sie hören, dass ein Biker kommt, bevor er sie überholt hat.

Jemand der Zuhörer fragte halblaut, ob der Wildhüter noch bei Trost ist. So ein kleines Glöggli, das bringe doch nichts. Gelächter.

Gelächter verstummte

Da stand ein anderer Biker auf und sagte, er sei ein Jahr in Kalifornien gewesen. Dort, in der Geburtsstätte des Mountainbikes, sind solche Glöckchen in gewissen Parks vorgeschrieben. Allerdings nicht zum Schutz des Wildes, sondern zum Schutz der Biker – damit der Puma gewarnt ist, und nicht vor Schreck Mountainbiker anfällt. Das selbe machen Biker in Kanada, um Bären zu vertreiben.

Das Gelächter verstummte. Seither sieht und hört man immer mehr Biker im Raum Zürich, die solche Glöckchen am Lenker haben. Nicht, weil sie Angst haben, von Spaziergängern oder Joggern angefallen zu werden. Sondern weil Biker die Natur genauso lieben, wie andere Waldbesucher. Und wer es ausprobiert merkt: Das Bimmeln ist kaum zu hören – vor allem nicht, wenn es zügig bergab geht, wie das Video zeigt.

Was halten Sie von Bikern, die nachts durch den Wald fahren?

56 Kommentare zu «Biker gegen Wild und Wanderer»

  • Marc sagt:

    An alle die polarisieren wir (alle einwohner der schweiz ) haben die natur mit füssen getreten ( keine wölfe mehr keine bären mehr und dies ist nur die spitze des Eisberges) wiso nicht vergrösserung von Naturschutzgebieten ohne Wanderwege oder jedweglichen eingriff oder anwesenheit eines menschen schaffen. (Erholung der biodiversität)sowie gebiete besser verwenden welche bereits mit wanderwegen durchzogen sind extra mtb wege einrichten und verhaltensregeln stellen für wanderer und biker
    So hätte die gesammte bevölkerung der schweiz etwas davon.
    Schöne grüsse Gravity Sportler(extremes biken) und Naturliebhaber

  • Simon Eppenberger sagt:

    @Roland Moser
    Ihr Vorschlag eines Verbotes von Biken während Winternächten halte ich für untauglich. Solange die Biker in der Nacht immer die selben Trails befahren und das Wild durch Glocken oder ähnliches vorwarnen, sehe ich keine grösseren Probleme.

  • Roland Moser sagt:

    Yvon Chouinard (Gründer von Patagonia) hat in den 60ern das „Clean-Climbing“ erfunden. Klettern ohne „Rückstände“ und Schäden zu hinterlassen. In der massiv überbevölkerten Schweiz braucht es diesen Ansatz für verschiedene Sportarten und das Leben auch. Hier können wir uns auf die Diskussion betreffend die Sportarten beschränken.

    In den Anfangszeiten des MTB in der Schweiz, also vor ca. 20 Jahren, war es Ehrenkodex, die Wege nicht zu verlassen. Dasselbe gilt für die Wildruhe in Winternächten. Dann wird einfach nicht im Wald gefahren. Wer es doch tut, ist kein MTBler, sondern ein %f*@[^¬%&#.

    Wie sieht es aus mit dem Einführen von „Clean-Biking“ in der Schweiz?

    Mein Beitrag:
    – November bis Ende März Fahrverbot im Wald bei Dunkelheit
    – Jedes MTB hat eine Fahrradklingel oder ein anderes Gerät, welches diese Funktion ausüben kann
    – Jedes MTB hat eine „Bärenglocke“ evt. ein wenig kleiner, damit man für Wild unf Fussgänger schon von weitem hörbar ist. Das Befestigen vorne am Lenket gibt den Ton am Besten nach vorne ab.
    – Das Befahren von Wildwechseln (Wilde Single-Trails) ist nur zum Queren auf eine andere Wald-Strasse erlaubt
    – Alkoholisierte Jäger dürfen keine Feuerwaffen mit sich führen
    – Auf Fussgänger ist Rücksicht zu nehmen! Genau das hysterische an den Fussgängern vorbeiheizen, macht den MTBler unbeliebt

    Wer hat noch mehr zu bieten?

    • Roland Moser sagt:

      Habe ich vergessen:
      Alkoholisierte Wanderer und Fussgänger müssen den Schnabel geschlossen halten.

    • Andreas sagt:

      Ja, würde die freiwillige Einführung ‚Deines‘ Clean-Biking‘ sehr begrüssen.
      Auch die Einführung eines entsprechenden Vereins, z.B. im Rahmen der Organisation ‚Schweizer Wanderwege‘ oder zumindest als deren ‚Partnerorganisation‘. So könnten vielleicht Wege gefunden werden für ein friedliches Nebeneinander…

  • Freeridersteve sagt:

    Ich bin Wanderer, Bergsteiger, Rennvelofahrer auf der Strasse, CC Fahrer auf Wegen, Enduro- und Allmountainfahrer auf Singletrails, Freerider auf Wander- und Bergwegen und Downhiller wenn’s Lifte für Bikes hat. Und das ganze zu jeder Jahres-Tageszeit. Letzteres passiert immer mehr auf Grund der Tatsache, dass sich nicht alle leisten können tagsüber Sport zu treiben und weil Indoorfreeriden nicht möglich ist. Lasst doch in Zeiten der Überfettung, der Demotivation wenigstens die Aktiven und Ausgeglichenen in Ruhe (vor allem auch untereinander). Jede Art des Bikens hat ihr Terrain – alle auf die Strasse zu verbannen geht nicht. Motocross funktioniert auch nicht auf der Strasse. Grundsätzlich braucht es Toleranz und schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten. Ich habe das Gefühl, das bis auf gewisse Routen recht wenig Leute unterwegs sind wenn man mit anderen Freizeitorten vergleicht. Ein Fakt ist, dass Biken aufkam wie einst das Snowboarden und nicht mehr verschwindet. Die Glöggeli-Idee wäre zu probieren, hilft aber wohl wegen Tieren mehr als für das miteinander der Menschen. Ich bin vor allem alpiner Tourenbiker und logischerweise Gönner der Wanderwege. In Diskussionen mit Wanderern, die meist nur unter der Baumgrenze stattfinden, stelle ich oft fest, dass diese es nicht sind. Ich schlage hier ein Obligatorium der Gönnerschaft vor – für alle Benutzer von Wanderwegen. Aus Bikersicht gibt es noch ein paar andere Facetten, die selten Diskutiert werden, aber starke Argumente dafür sind: 1. Ökonomisches Argument – Biker die Bahnen oft mehrmals pro Tag benützen rentieren besser als Wanderer oder 1 Fahr absolvierer 2. Fiskus – Da Biker ein relativ teures Hobby ausüben korreliert das wohl damit dass sie auch gute Steuerzahler sind -tragt Sorge zu Ihnen sonst wandern sie ab;-) 3. Ökologisches Argument – Alles was keinen Verbrennungsmotor hat gilt es zu bevorzugen und Vortritt zu gewähren Geniesst doch alle unsere wunderschöne Natur, habt Spass und bleibt Fit – Freeridersteve

    • AM_Dan sagt:

      Hey Steve

      Das ist mal was gscheites :-)

      Alle Benutzer der Wanderwege sollten Gönner der Wanderwege werden. Ich als Biker werde mich gleich anmelden :-)

      • Andreas sagt:

        Ja, gute Idee mit der Gönnerschaft! Ich bin seit vielen Jahren leidenschaftlich mit dem Bike unterwegs und seit über 10 Jahren Gönner von ‚Schweizer Wanderwege‘. Anmelden kann man sich z.B. unter http://www.wandern.ch Vielleicht sollte man dort noch eine ‚Untersektion Mountainbike‘ oder so gründen? Gerne würde ich dafür noch einen zusätzlichen Beitrag bezahlen. Die Mitgliedschaft könnte vielleicht noch mit einem ‚Verhaltenskodex‘ verbunden werden…?

  • Wysel sagt:

    Kaum scheinen die ersten Sonnenstrahlen geht es wieder los! Wer oder wer nicht in den Wald gehört. Braucht es nicht ein bisschen gegenseitiges entgegen kommen?
    Wir möchten doch alle die Natur geniessen, ob Wanderer, Walker, Hündeler und Biker!
    Schwarze Schafe gibt es überall.
    Happy Trail

    • adi 4 sagt:

      alles, was ohne technik auskommt, darf in den wald. der rest soll sich draussen vergnügen.

      • Carlo sagt:

        @adi
        Also sicherlich keine Wanderstöcke und keine Kameras mitnehmen! Und am besten nackt, denn Kleider wurden durch viel Technik gemacht, ergo kommen Sie auch nicht ohne Technik aus.

        Wer bestimmt denn eigentlich, wer „rein“ darf und wer nicht? Sie? Ich würde sonst mich vorschlagen. „Alles was ohne Technik auskommt, darf nicht in den Wald!“
        Statements wie das Ihrige sind einfach fürchterlich. Sie gehen nicht nur gerne im Wald spazieren, Sie denken auch nur im Wald rum – etwa bis zum nächsten Baum.

        Ich finde eben auch, dass man endlich anfangen muss, aufeinander zuzukommen. Niemand kann den Wald zu seinem Hoheitsgebiet erklären und sagen, wer sich wie im Wald zu erholen hat. Solange die Natur nicht zu Schaden kommt und man Respektvoll mit anderen im Wald umgeht, gibt es wirklich kein Problem. Manch Wandergruppe ist um Welten lauter als ein Biker. Des Weiteren hören die lieben Waldtiere alle zusammen verdammt gut und erschrecken nicht, wenn „plötzlich“ ein Biker da ist, den haben sie bestimmt schon seit geraumer Distanz gehört. Ein Reh ist nunmal nicht verbissen darauf, einem Biker in den Weg zu stehen, nur zum dann den Armen zu spielen wie gewisse Spaziergänger.
        Und wenn man mal anschaut, wie viel Abfall die Spaziergänger im Wald liegen lassen, dann wäre ich eher für ein Spaziergängerverbot.

  • tömsi sagt:

    @chrigel
    Geht mir genau so ich bike zwar erst seit 10 Jahren, aber wie ich oben schon sagte, das Ganze wird viel zu heiss gekocht. Kann sein, dass es in der Nähe grösserer Städte schlimmer ist wie bei uns auf dem Land aber trotzdem.

  • Chrigel sagt:

    Probleme machen weder Wanderer oder Biker, falsche Einstellungen und Verhaltensweisen einiger Waldbenutzer führen zu Konflikten. Seit über 25 Jahren bike ich „konfliktfrei“!

  • Ste sagt:

    seitdem ich dem gravitysport biken verfallen bin, sind nun 16 jahre vergangen, ich habe die entwicklung europaweit live verfolgen können, inkl. wanderer, förster, jägern usw. und ich muss sagen das dieletzten gruppen sich ins negative verändert haben, europaweit, wobei man dazu sagen muss das in südländischenregionen die lage deutlich entspannter ist.

    zürich ist so mit das schlimmste beispiel, es ist eine arrogante, selbstverliebte und intollerante gesellschaft, es fängt bei den autofahrern an, die nicht am zebrastreifen halten, bis zu den wanderern die nagelbretter auf offiziellen biketrails anbringen.

    jeder ist sich selbst der liebste, und bloß niemanden die butter auf dem brot gönnen, könnte ja sein das man zu kurz kommt, aber mal dran gedacht das man selber durch die „vielfalt“ auf dauer profitieren kann, nein, soweit denken die züricher nicht.

    bern ist zum beispiel ein extrem gutes beispiel, wanderer, biker, förster, jäger etc. gehen alle resepktvoll und freundlich miteinander um, die haben es verstanden das ein miteinander deutlich förderlicher und entspannter ist, als ein dämliches gegeneinander gewette.

    ich meine, mir ist es gleich wie es weiter geht, von mir aus sollen sich die auf dem uetli gegenseitig mit knüppeln eis klöpfen, aber ich werde in zukunft lieber nach bern, schwyz, graubünden oder tessin fahren zum biken, dort wird man noch geachtet und muss sich keine blöden texte anhören.

    btw: ich selber bin auch viel wandern… MIT HUND!!

    und zu dem thema „als wanderer umschauen wenn man die seite wechselt“… hallo, das macht man nicht nur im wald so, sondern pberall bevor man die seite wechselt, das hat mit selbsterhaltungstrieb und respekt anderen gegenüber zutun.

    und ja, ich bremse an wenn wanderer vor mir zu sehen sind, allerdings bremse ich nicht wenn sie auf dem biketrail rumturnen, weil dort habe ICH ALS BIKER! vorfahrt und sie haben zur seite z’gumpe!

  • Ivo sagt:

    Ich sage dazu nur: Gutes Recycling des goldenen Lindt Osterhasen…

  • adi sagt:

    ich bike nun schon seit 20 jahren und ich finde es sehr traurig, wie sich zum teil die wanderer benachteiligt fühlen. (mein wald und der hund gehört mir) es gibt sicher auch raser unter biker, die rücksichtslos durch das unterholz breschen. aber wenn man alles analysieren will, müsste man wie bereits beschrieben andere outdoor aktivisten auch verbannen. territorium-verteitigung finde ich das aller schlimmste!!!! denkt man an die fortsarbeiter, holzer etc. die im wald arbeiten müssen; hier beschwert sich niemand… schade, aber biker gehören mal in den wald!!

    • adi 2 sagt:

      warum in den wald? velofahrer gehören auf die strasse!

      • adi3 sagt:

        aha? und fussgänger auf den zebrastreifen, oder? solche borniertheit ist es, die zu konflikten führt!

        • adi 4 sagt:

          seit wann bitteschön gehören biker in den wald? alles, was mit technik zu tun hat, gehört dort nicht hin. heute bikes, morgen e-mobile, übermorgen… ? neinnein: abrüsten, nicht aufrüsten!

        • Beat sagt:

          Richtig Velofahrer gehören nicht in den Wald (ausser auf markiertren Trails) und auch nicht aufs Trottoir. Sondern auf die Strasse.Fussgänger gehören aufs Trottoir und auf den Zebrastreifen.

  • Sebastian sagt:

    Kontrollieren und büssen. Eine tolle Sache! Ich wurde auf dem Uetliberg einmal gebüsst – das Gesetz welches mir verbietet, auf einem Wanderweg zu fahren, kenne ich bis heute noch nicht. Ich finde die Sache stinkt zum Himmel und es wird immer schlimmer. Im gegensatz zu den Wanderer, Jogger, Biker etc. gehören Polizisten nicht in den Wald.

    • Kontrollieren und büssen ist sicher keine tolle Sache! Allerdings fällt mir auch nicht ein, wie man das Problem anders lösen könnte. Oder stellst Du Dich mal einen Sonntag nachmittag lang in den Wald und sprichst die Biker an, die auf expliziten Wanderwegen unterwegs sind? Sag Bescheid, wenn Du gehst, vielleicht hilft’s ja…

  • Natur sagt:

    „Nutzung des Waldes“ – darf ich Sie als Mensch auch mal „nutzen“?

  • Biker im Wald – ein Thema, was regelmässig Emotionen hochkochen lässt und die Fronten verhärtet.

    Einen guten Schritt weiter wären wir in dieser Diskussion, wenn die vorliegende Situation von allen Beteiligten akzeptiert würde. Förster, Wanderer, Biker – alle haben, wie ich finde, ein berechtigtes Interesse an der Nutzung des Waldes. Wird den Bikern der Zugang zum Wald kategorisch verwehrt, führt das nur dazu, dass dieser illegal genutzt wird und die Probleme nur noch verschärft. Die zunehmend steigende Einwohnerzahl von Zürich und der Schweiz insgesamt wird das Problem zukünftig noch verstärken.

    Daher wird die Fragestellung dieses Beitrags auch dem zugrunde liegenden Problem nicht ganz gerecht. Die Frage müsste vielmehr heissen: „Wie können Biker, Wild und Wanderer den Wald einvernehmlich nutzen?“ (Wobei das Wild hier meine schöne Fragestellung etwas ad absurdum führt, da der Wald dessen Lebensraum ist).

    Aus meiner Sicht wären klar ausgeschilderte und vor allem professionelle Bikestrecken schonmal ein guter Teil der Lösung. Planierte Rollpisten mit „Sprungschanzen“ kurz vor Kurven und unsinnigen Hindernissen wie am Üetliberg genügen anspruchsvollen Fahrern nicht und treiben diese nur zum illegalen Streckenbau, was schlecht für das Wild ist. Die Bikestrecken sollten jedoch auch für Wanderer gesperrt bleiben, dann braucht es die Glocke nur nachts. Im Gegenzug kann man die reinen Wanderwege häufiger kontrollieren und die Biker büssen, die hier hinunter rasen oder illegale Strecken bauen.

    Wenn es dem Frieden dient, binde ich mir auch ein Glocke an’s Bike.

    • tömsi sagt:

      Das mit der Glocke werde ich im Berner Oberland ab Heute auch einführen! Für die Wildtiere hätte ich auch eine Lösung, welche sogar den Jägern gefallen würde: Die Abschussquoten erhöhen;) Mit den Wanderern/Fussgängern werden wir auch bald keine Probleme mehr haben, wie wir in Laurens van Rooijen Ausführungen weiter oben sehen. Für mich wird das ganze Thema schon seit Jahren viel zu heiss gekocht. Kann sein, dass wir hier im Berner Oberland mehr Wanderwege haben welche teilweise weniger genutzt und darum fast uns Bikern „gehören“.

  • hjo sagt:

    @ ruedi lais, bike ol wird meines wissens vom gleichen verband veranstaltet oder lieg ich da falsch. auf jeden fall kenne ich einige ol-läufer/innen, die auch an bike ol teilnehmen. ich vestehe in diesem sinne deine argumetation wirklich nicht.

    • Ruedi Lais sagt:

      Ja, Bike-OL ist eine neue Disziplin innerhalb des OL-Verbandes. Für Bike-OL gelten noch strengere Bedinungen. Nicht nur die Gemeinden müssen die Bewilligung erteilen. Für jeden Weg (v.a. Single-Trail), der nicht als Veloweg freigegeben ist, muss die Bewilligung jedes einzelnen Grundeigentümers eingeholt werden. Da auf der Bike-OL-Karte jeder Weg markiert ist, der befahren werden darf, müssen all diese Bewilligungen vorliegen, bevor man die Karte aufnehmen kann, was wiederum einige Mannwochen Arbeit bedeutet.
      Im Kanton ZH ist Bike-OL wegen der hohen Besucherfrequenzen im Wald nur an wenigen Orten möglich. Es finden ca. 2 Läufe im Jahr statt.

  • Beni Meyerhans sagt:

    Leider oft rücksichtlos: Wenn Erdwege nass sind, wird gleichwohl gefahren. Das Resultat: Verschlammte und verfurchte und bald einmal unpassierbare Wege. Da muss sich kein Biker wundern, wenn er im Wald nicht freundlich begrüsst wird.

    • Thomas Frischknecht sagt:

      Ich denke, MAN hat noch nie im Leben einen wirklich unpassierbaren Weg betreten!
      Denn dieses jammern über ein wenig Schlamm und Dreck wird man auch ohne Biker nicht mehr los werden.
      Wenn man in den Wald spazieren geht,
      dann sollte man durchaus die Fähigkeit besitzen ein, an die SITUATION angepasstes, Schuhwerk zu tragen…………………..

  • Thomas Frischknecht sagt:

    ZUM GLÜCK haben wir keine anderen Probleme in der Schweiz!!!
    Es ist einfach immer die Biker an den Pranger zu stellen!
    Man kann sich auch Probleme suchen, ein wenig RESPECT und Rücksicht von beiden Seiten und dann können alle ihrem Hobby im Wald und in der Natur nachgehen.
    Den das wandern und biken in der Stadt, ist halt immer noch nicht so intressant wie der Wald!!
    sportliche Grüsse Tom

  • j.schwaller sagt:

    ich wandere gerne, bin aber auch schon mit dem bike durch den wald gefahren.das problem mit den bikern im wald ist eigentlich physikalischer und zwischenmenschlicher natur.
    warum hat das was mit physik zu tun? ganz einfach, die belastung eines fahrrades (abtrieb) ist eine andere als von fussgänger…diese tatsache vergessen viele der biker, welche sich auf den noch so kleinsten und engsten wanderwegen tümmeln. die folge sind schlammpisten und beschädigte wegbefestigungen (ich habe noch nie einen biker gesehen, welcher sich am wiederaufbauen beteiligt hat?).
    das zwischenmenschliche element hat eigentlich nur sekundär was mit bikern zu tuen: respekt und rücksichtslosigkeit wird leider viel zu oft von unseren „erfolgreichen leitfiguren“ vorgelebt…es ist also nicht erstaunlich, dass sich viele der biker nicht anders verhalten. ein rowdy im normalen verkehr wird sich im wald kaum anders verhalten….
    eigentlich ist es schade, dass immer die natur den preis des menschlichen „funs“ zahlen muss…aber irgendwann kommt die retourkutsche.
    deshalb sollte man an einen tisch sitzen und nach neuen lösungen suchen. warum nicht die biker und wanderwege so gut wie moeglich trennen? ein erfolg dieses vorgehens würde aber von der sogennanten „selbstverantwortung“ abhängen…ein schlagwort dass sich viele politiker auf ihre fahne geschrieben haben,…leider von vielen menschen kaum richtig verstanden wird.

    • alex sagt:

      zum Kaputtgehen von Wanderwegen muss ich dir recht geben. Dies entsteht jedoch, da einige biker nicht verstehen wollen, dasss nach regenfällen aufs bike verzichtet werden soll.
      Auf einem Wanderweg, den ich sehr oft runterfahre, gibt es rillen wegen angezogener hinterbremse (das schlimmste)
      finde ich jeweils schade, dass sich da einige biker dies nicht abgewöhnen wollen.

      Ich hab auch schon einige stellen vom Wanderweg entwässert und dir rillen wieder weggeschaufelt.
      Also es gibt schon Wegeunterhaltende biker :)

  • Ruedi Lais sagt:

    Biker, Cacher und andere Mitglieder von naturbegeisterten Individualisten-Massenbewegungen machen uns OrientierungsläuferInnen das Leben schwer. Wir sind nämlich die Einzigen, die ihren Sport im Wald nur mit Bewilligungen der Gemeinden ausüben dürfen. Mit jedem Nacht-Quer-Biker und jedem Reflektoren, den die Cacher an die Bäume pinnen, wird es für uns schwieriger, eine Bewilligung zu erhalten. Dies, obwohl im gleichen Wald nur alle paar Jahre ein OL stattfindet und der OL-Sport bis zum letzten Verein eine OL+Umwelt-Organisation betreibt, um die Auswirkungen auf die Natur zu minimieren. Übrigens: OL ist für den Bund ein Top-Leistungssport der gleichen Kategorie wie Fussball, Ski Alpin oder Strassen-Radsport. Die Schweiz ist nämlich seit Jahren international führend.

  • Markus sagt:

    Uiuiui, da wird ja wieder mal ein Bild der Biker gezeichnet… 90% rüpelhaft… Züri-Mode-Hype-Hobby-Biker… Da könnte man glatt behaupten, Fussgänger seien… ach nein, das ist nicht mein Niveau! Das Problem ist, so sehe ich das jedenfalls, dass in den Ballungszentren der Raum für Freizeitaktivitäten halt sehr knapp ist. Hier in und um Zürich sorgt das schnell für rote Köpfe wenn man denn Wald/Berg mit hunderten anderen Erholungswütigen teilen muss. Schaut nur mal wie überfüllt der Üetliberg am Wochenende ist. Geht mal ins Engadin oder so, da grüssen sich Biker und Wanderer noch auf dem Berg und halten einen kleinen Schwatz! Das Zauberwort ist meiner Meinung nach Entflechtung und nicht Glocken. Ein paar Trails reservieren für Biker und die Wanderer behalten ihre Wege. Mancherorts bereits so realisiert und es funktioniert bestens.
    PS: lasst uns Biker die Trails selbst schaufeln und verhindert ein Debakel wie auf dem Üetliberg

  • Tom sagt:

    Ein absolut sinnvoller Beitrag von Bernard, der förmlich aufzeigt, wie kompromissbereit manche „Wanderer“ (als wäre das eine homogene Gruppe, viele Biker sind Wanderer und umgekehrt) sind. Nach dem Motto: Die Wanderwege gehören schliesslich auch den Wanderern, das war schon immer so (oder noch besser: so haben *wir* es schon immer gemacht). Am besten lassen wir nur noch Pferdegespanne auf den Strassen zu, das war ja früher auch so. Kompromissbereitschaft und Rücksicht gehört bei allem dazu, ob es jetzt Biker, Wanderer oder was auch immer für Nutzer des Waldes sind.

  • Daniel Küttel sagt:

    Also ich finde der Wald ist für alle da. Aber im Wald gilt das gleiche Gesetz wie auf der Strasse. Da schaut der Starke auf den Schwachen. Der Fussgängerstreifen nutze ich eben manchmals auch, aber der Fussgänger ist dort der Schwächere also achte ich auf ihn. Im Wald ist es das Gleiche. Die Verletzungsgefahr für den Wanderer ist grösser als für den Velofahrer, da der Velofahrer oftmals noch Schoner und Helm und Rückenschoner trägt. Er sollte dringend auf die Fussgänger achten. Die Ansicht von Bernard kann ich aber nicht teilen. Es ist wie mit den Autofahrern. Der Grossteil nimmt die Regeln ernst, es ist die Minderheit die sich nicht daran hält und auch noch rücksichtslos fährt. Einige Fussgänger provozieren aber auch Unfälle in dem sie absichtlich in der Mitte von Weg/Strasse oder Trottoir gehen.

    Aber ich find dann biken in der Nacht im Winter im Wald doch ein bisschen…… too mutch :o) Aber im Sommer/Herbst gibts nichts entspannenderes, ausser noch eine Bike/Wandertour über ein Gebirge mit Aussicht auf eine Gletscherkette oder Bergsee. *seufz*

    Ich hab an meinem Fahrrad keine Klingel mehr, ich hab eine starke Stimme und rufe dann gerne mal um Verzeihung und ob man mich bitte durchlässt. Das kommt meistens gut an. :o))

  • Jan sagt:

    Seit ich mitten in Höngg auf dem Kempfhofsteig (Treppe!) von zwei schwarz bekleidetete mountain bike typen auf der Seite gescheucht wurde habe ich überhaupt kein Verständnis mehr für ohne Warnung vorbeirasende Mountainbiker.
    Wanderer müssen auf Wanderwege immer anhalten und nach links oder rechts gehen können, ohne vorher schauen zu müssen ob irgendwelche Raser unterwegs sind. Also müssen Mountainbiker halt immer in ihre Bremsen treten wenn sie an Fussgänger vorbeifahren wollen. Alles andere ist unverantwortlich und rüpelhaft.
    Ich bin übrigens auch Velofahrer, aber der Wald ist für mich Ruhezone, kein Sportgerät.

    • tömsi sagt:

      Der Wald ist für uns auch kein Sportgerät lieber Herr Jan. Wir bezeichnen uns auch nicht als Velofahrer sondern als Mountainbiker. Wenn wir Biker uns auf Wanderwegen bewegen, da pflichte ich ihnen bei, müssen wir auf Sichtdistanz anhalten können. Wir grüssen die andern Wegbenützer freundlich und weiter geht die Fahrt. Ich bin seit 10 Jahren fast ausschliesslich auf Wanderwegen unterwegs und meine ausgetragenen Konflikte mit Wandersleuten kann ich an einem Finger anzählen;)

  • Carlo sagt:

    @Bernard
    Wanderer gehören nun mal nicht in den Wald! Die Tiere finden überhaupt keine Ruhe. Und wir Biker werden meist förmlich angegriffen! Die Wanderer verhalten sich zu 90% rüpelhaft. Es stellt sich mir immer wieder die Frage, was es noch braucht, dass sie von der Waldfläche verschwinden müssen!

    Ich hoffe schwer, dass sie nicht das Gefühl haben, dass ihre Einstellung diese Gesellschaft irgendwie weiterbringen könnte. Sie legen kein einziges sachliches Argument auf den Tisch.
    Zum Thema Wild: Ich habe beim Wandern noch nie so viele Tiere gesehen wie beim Biken: Rehe, Bären, Elche, Geier.. Und diese aus der Nähe. Die hatten es dann auch nicht so eilig zum wegrennen, meistens sind die Wanderer die schreckhafteste Art im Wald.
    Zum Thema überfahren:
    Da wir Freerider uns nicht auf normalen Wanderwegen aufhalten, schimpfen sie gerade gegen eine ganz andere Gruppe Velofahrer und befürworten indirekt eine Lösung dieses Problems: Wanderwege und zusätzliche Bikewege. So kommt sich niemand in die Quere und alle sind froh.

    Zum Thema Glöggli:
    Als ich in Kanada mal nach dieser Methode fragte, lachten alle und nannten die Sicherheitsglöggli „Food Bells“, da sie gewisse Wildtiere eher anlocken wie vertreiben :)
    Des Weiteren denke ich, dass man Wanderer wie Mr. Bernard schon 3km im Voraus per Bote schriftlich warnen könnte, und sie würden trotzdem aus Trotz losfluchen und „erschrecken“.

  • Entlebucher sagt:

    Schön, dass eine öffentliche Plattform genutzt wird um solch wichtige Themen anzusprechen. Ich hoffe die Diskussion findet noch den Weg zurück zur Sachlichkeit.

    Durch die in letzter Zeit stark zunehmende Anzahl Outdoorsport-Begeisterter ist dies manchenorts wirklich ein Problem, das für rote Köpfe sorgt. Ich kann als bikender Jäger (oder jagender Biker?) die Interessen beider Seiten gut nachvollziehen.

    Auch hier gilt wie überall in der Natur: gegenseitiger Respekt hilft Konflikte zu vermeiden.
    Zu diesem Respekt gehört für mich aber auch die Einsicht,

    – der Sportler: dass aus Respekt vor der Natur und den Interessen der Jagd nicht überall und immer Sport getrieben werden kann

    – der Jäger und Wildhüter: dass der Wald mittlerweile eine viel stärkere Erholungsfunktion erfüllen muss.

    Ob ein Glöckli den gewünschten Erfolg bringt, wird sich noch weisen müssen.

    Ein genereller Appell von meiner Seite aus geht an alle Waldbenutzer: Baut eure gegenseitigen Vorurteile ab. „Chaoten“ und engstirnige Reaktionen gibt es auf allen Seiten und die führen häufig genug zu sinnlosen Konflikten. Ein offener und respektvoller Meinungsaustausch ohne Vorverurteilungen kann für beide Seiten Lösungen bringen und dadurch Sperrungen von Biketrails oder unnötig aufgescheuchtes Wild vermeiden helfen.

    • Heiko sagt:

      Lieber Entlebucher, deinem Text kann ich nur beipflichten.
      Ich vertrete als leidenschaftlicher Biker, aber auch wanderer / Laufsportler / Naturmensch viele verschiedene interessenseiten. Wie so oft steckt hinter dem Biker, Jäger, Wanderer etc. eben der Mensch, welcher die einzelnen Personengruppen repräsentiert und somit auch ins gute oder schlechte Licht rücken kann.

      Deshalb auch von meiner Seite der Appell, dass gegenseitiger Respekt die meisten der eher von uns proaktiv geschaffenen „Probleme“ Lösen würde.

      Kleiner Tipp für alle: Hie und da ein Grüezi und ein Lächeln, schon verliert sich sämtliches Konfliktpotential in der Sympathie des Gegenübers…

      • Entlebucher sagt:

        Danke Heiko! Du hast absolut Recht, ein „Grüezi“ und „merci“ für das Vorbeilassen gehört für mich klar zu den Anstandsregeln! Den Bikern ist vielfach gar nicht klar, was für einen Eindruck so ein vollbepanzerter Biker mit Integralhelm im Gladiator-Stil auf Wanderer (und Nichtbiker) hat.

        Darum: nicht plagieren, lieber einen Schwatz halten und alle Fragen zu Bike und Ausrüstung beantworten (die kommen nämlich vielfach).

        Als Biker ist es für mich selbstverständlich, dass auf Wanderwegen Rücksicht auf die Wanderer genommen wird! Zum einen sind wir Biker auf diesen Wegen stets nur geduldet!
        Zum zweiten stellt ein Bike das grössere Gefahrenpotential dar. Alleine schon zum Selbstschutz sollte man da immer bremsbereit sein und in Sichtweite anhalten können.

        Es ist leider wie immer: einige wenige Chaoten zerstören das gesamte Ansehen einer Interessengruppe. Das gilt für Wanderer, Biker und Jäger…

  • Bernard sagt:

    Biker gehören nun mal nicht in den Wald! Die Tiere finden überhaupt keine Ruhe. Und wir Wanderer werden meist förmlich überfahren! Die Biker verhalten sich, zu 90% rüpelhaft. Es stellt sich mir immer wieder die Frage, was es noch braucht, dass sie von der Waldfläche verschwinden müssen!

    • Peter Wichtig sagt:

      Das Biker in den Wald gehören, daran sollten sie sich besser gewöhnen, ansonsten ist die Daseinsberechtigung des Wanderers genauso in Frage zu stellen.
      Auch als Wanderer kann man sehr einfach und schnell Tiere aufscheuchen (und im Winter mit Schneeschuhen erst recht) und der Umwelt schaden.
      Alles eine Sache der Einstellung

      • Otto Liebschitz sagt:

        Das Problem sind nicht die Biker per se, sondern ihr Tempo. Warum müssen sie durch den Wald rasen, wo andere Ruhe suchen? Wer’s schnell mag, soll doch auf die Strasse ausweichen.

      • Hein Meyer sagt:

        Richtig Herr Berhard, alles mehrfach erlebt, Spaziergang im Wald und trotz Verbotstafel für Biker, ohne Rücksicht kann man sich oft nur mit einem Sprung zur Seite retten. Leider trifft dies auf die Mehrheit zu. Ich gönne jedem den Spass,
        , nur ein wenig mehr Rücksicht wäre angebracht. Ich frage mich lediglich, wenn auf den öffentlichen Strassen jede Rücksicht bei der mehrheit der Biker schon fehlt, wie soll man dem in der Natur entgegenwirken.

      • Dominique sagt:

        Sehr richtig!
        Wir Menschen suchen einen Gegenpol zum Arbeitsleben und dem Leben in der Stadt. Die Frage kann nicht sein, ob nun Wanderer oder Biker sich in der Natur bewegen dürfen, sondern wie das geschehen soll!
        Lieber Bernard, du schreibst, dass 90% der Biker sich rüpelhaft verhalten. Nun habe ich als passionierter Wanderer, Bergsteiger und Velofahrer schon oft erlebt, dass sich keine der Gruppen gross hervortat und einen respektvollen Umgang mit den anderen vorgelebt hat. Alle sind der Meinung, nur Ihnen steht die Erholung in der Natur zu.
        Ich bin prinzipiell gegen Verbote und Verordnungen, denn ich bin der Meinung, verhält man sich respektvoll gegenüber den anderen und viel mehr auch der Natur, so braucht es keine Regeln. Denn alles ist nur eine Frage des gesunden Menschenverstandes.
        Peter hat mit seinem Einspruch vollkommen recht, dass man sich die Biker nicht mehr aus dem Wald wünschen soll. Es geht ein Nebeneinander. Mir liegt die Natur als studierter Biologe mehr am Herzen, als alles andere und denoch sehe ich die vernünftigen Biker (bei weitem die Mehrheit) oder allgemein die vernünftigen Menschen nicht als Gefahr für Natur und andere. Ich persönlich fahre immer mit einem Glöggeli an meinem Rad und hab so nur gute Erfahrungen mit dem Wild und den Menschen gemacht.
        Ich frage mich sowieso immer öfters, warum wir uns Menschen nicht mehr als Teil der Natur sehen und mit immer mehr Verboten uns von Ihr trennen wollen, als dass wir den richtigen Umgang mit der Natur wieder mehr in den Vordergrund stellen?
        Nur wer sich respektvoll verhält, verhält sich richtig!!

    • Marcello sagt:

      Soso, die Biker. Was ist den mit den Wanderer / Runner / Jogger / Hündeler die auch gerne die Pfade verlassen? Müssen die nun auch ein Glöggli tragen? Ich würde diese auch gleich verbannen! Weg mit all diesem Gesindel.

      • Roland Moser sagt:

        Mit dem Bike verlässt man den Weg NICHT! Ausser das Gebiet ist absichtlich dafür vorgesehen. Ein richtiger Mountain-Biker verlässt den Weg nicht. Wer den Weg verlässt, ist ein hysterischer Latest-Hype-Biker und kein Mountain-Biker.

    • @ Bernard
      Wer entscheidet denn, wer in den Wald gehört? Auf Grund welcher Kriterien?
      Swiss Hiking / SAW als Vereinigung der Schweizer Wanderwege hat jüngst in einem Positionspapier Offenheit gegenüber den Bikern signalisiert: So lange diese sich wie Gäste aufführten, seien sie auf dem Wanderweg-Netz willkommen. Nur an Sonn- und Feiertagen seien stark frequentierte, schmale Wege zu meiden.
      Details dazu: http://www.ride.ch/site/index.php/lschweizer-wanderweger-publizieren-mountainbike-positionspapier.html
      Diese Haltung ist im Unterschied zu der Ihrigen (oder eher irrigen…) pragmatisch. Denn das Wanderweg-Netz wird seit Jahren von den Mountainbikern in der Schweiz genutzt. Und wissen Sie was? Verschiedene Studien zeigen, dass Biker mit derselben Motivation ins Grüne fahren wie Wanderer, Hündeler und andere Erholungssuchende. Es geht Ihnen um das Naturerlebnis, darum, sich im Grünen sportlich zu betätigen.

      Ihre Behauptung, wonach sich 90% der Biker rüpelhaft verhalten, kann ich nicht ernst nehmen. Wenn Sie allerdings Bikern gegenüber genauso grantelnd, selbstgerecht und intolerant auftreten wie hier in der Kommentarspalte, dann könnte es schon mal so zurück hallen, wie Sie in den Wald hinein rufen. Tun Sie sich selbst einen Gefallen, hinterfragen Sie Ihre Feindbilder und kommen Sie aus Ihrem Schützengraben.

    • Roland Moser sagt:

      Biker sind rüpelhaft, aber nicht alle. Dasselbe gilt für Wanderer.

      Es hat auf beiden Seiten ein paar wenige schwarze Schafe, die den Ruf der aller schädigen.

      Und von alkoholisierten Jägern wurde ich in den letzten 20 Jahren schon 4 mal beim Biken angehalten und mit dem Jagdgewehr bedroht.

      Ich habe Glocke am Velo. Aber wenn man läutet geht das Geschrei los, ob man nicht genug Platz hätte usw. usw.

  • Joël Fisler sagt:

    In Kalifornien ist es tatsächlich vielerorts normal solche Glocken zu benützen. Nimmt man an einer Ausfahrt eines lokalen Bike Clubs teil so wird von den Teilnehmer oft erwartet, dass sie eine Glocke unter dem Sattel befestigt haben (übrigens hört man es da noch weniger als wenn es – wie in deinem Film – am Lenker befestigt ist). Oder es gibt State Parks mit Bike Bell Boxes aus denen man eine Glocke nehmen und später wieder zurücklegen kann. Hier ein Beispiel: http://www.cccmb.org/the-dirt–trail-info (siehe unten rechts).

    In Zürich wurde Ende 2010 der erste lokale Bike Club gegründet: Der Verein Züritrails – siehe http://www.zueritrails.ch. Der Vorstand ist momentan daran Züritrails-Glocken zu entwerfen und wird diese voraussichtlich an der ersten Mitgliederversammlung am 22. März 2011 vorstellen. Ist also gut möglich, dass man in Zukunft auf im Raum Zürich immer mehr Bikerinnen und Biker mit einer Glocke unter dem Sattel antreffen wird!

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