Zug und Ski – geht doch!

Outdoor

Schweizer fahren nicht mehr so häufig Ski wie früher – die Ausrüstung zu mieten, ist darum immer beliebter. Foto: iStock

Es ist Wahnsinn, wie viel Ausrüstung, Taschen, Proviant und Kleinkram unser Auto füllt, wenn wir mit der Familie in die Skiferien oder in ein Skiwochenende fahren. Anreise mit dem Zug? Unmöglich! Und dann stehe ich wieder an einem der kleinen Bahnhöfe mitten im Skiort und denke, wie schön es wäre, wenn wir uns nicht ins Skigebiet stauen würden, wenn wir das ganze Skimaterial nicht aus dem Keller schleppen müssten, wenn ich auf der Fahrt entspannt ein Buch lesen oder mit den Kindern spielen könnte.

Unmöglich? Es lohnt sich, die eigene Routine zu hinterfragen. Also los! Wenn wir unsere Ausrüstung im Skigebiet ausleihen würden, hätten wir viel weniger Gepäck, könnten die Kinder an die freie Hand nehmen und entspannt in den Zug Richtung Berge steigen. Auch vor Ort hat es Vorteile, die Ski zu mieten, statt mit den eigenen Brettern auf die Piste zu gehen: Man bekommt immer topaktuelles, gut präpariertes Material, das auch auf hartem Kunstschnee richtig Spass macht. Ausserdem: Je nach Lust und Laune oder der Schneesituation hat man die Möglichkeit, verschiedene Ski auszuprobieren – ein Slalomcarver an Tag 1, der Riesenslalomcarver an Tag 2, wenns wenig Leute auf der Piste hat, und den breiteren Allmountain-Ski für Tag 3, nachdem es über Nacht etwas Neuschnee gegeben hat und die eine oder andere Fahrt durch den frischen Pulverschnee lockt.

Professionelles Vermietgeschäft

Ski mieten, das geht mittlerweile schnell und effizient. Auf Plattformen wie www.intersportrent.ch kann man das gewünschte Wintersport-Equipment auswählen, online buchen und im Skigebiet – oft direkt an der Talstation – abholen. Wenig erstaunlich, dass bei Intersport das Mietsegment kontinuierlich wächst. «Die Skitage von Herrn und Frau Schweizer sind in den letzten 15 Jahren von durchschnittlich über 15 Tagen auf 8 Tage pro Saison zurückgegangen», sagt Roger Riegendinger, Leiter Category Management Intersport Schweiz. «Gleichzeitig steigt aber die Anzahl der Personen, die ihre Ski mieten. Skimiete ist in und im Preis-Leistungs-Verhältnis sowohl für Touristen als auch für Heimmarkt-Kunden lukrativ. Echte Skifans sind jedoch nach wie vor Skikäufer.»

Beim Preisvergleich im Internet erfahre ich, dass selbst wer zwei Wochen pro Jahr im Skiurlaub verbringt und ein Top-Modell gekauft hat, etwa drei Jahre fahren muss, bevor sich der Kauf finanziell rechnet – je nachdem, wie oft man seinen Ski zum Service bringt. Wer schlau kombiniert, kann sogar noch sparen: Über den RailAway-Freizeitshop bekommt man das Skiticket nicht nur zum Fixpreis, sondern erhält zusätzlich 15 Prozent Rabatt auf die Skimiete bei Intersport Rent.

Ich habe noch nie einen Ski gemietet, aber ich muss zugeben, dass es – ausser für eingefleischte Vielfahrer – eine gute Option ist. Allerdings sind mein Ski und ich ein eingespieltes Team. Das möchte ich nicht missen. Und Sie? Ist Ihnen das egal?

Viel Service und gute Anbindung

Auch wer lieber mit der eigenen Ausrüstung unterwegs ist, kann ohne schweres Gepäck per ÖV reisen: Für ausgewählte Wintersportdestinationen bieten die SBB (ab 44 Franken) einen Spezialtransport für Wintersportausrüstung an – inklusive Abholung und Zustellung ins Hotel.

Der Zug von Basel nach Engelberg fährt staufreie 1 Stunde 49 Minuten. Von Zürich ist man in 2 Stunden in Lenzerheide, von Bern nach Meiringen sind es nur 1 Stunde 38 Minuten. Gerade für einen Tagestrip ist das viel entspannter: Man kann morgens in Ruhe seinen Kaffee trinken und abends das Après-Ski geniessen.

Die Anreise mit dem Zug habe ich ausprobiert – allerdings ohne Kinder. Hat super geklappt. Aber meine geliebten Ski behalte ich, auch wenn es irrational ist. Mich stresst schon der Gedanke, morgens erst noch die Ski bei einer Verleihstation abholen zu müssen.

Wie reisen Sie ins Skigebiet an – mit dem eigenen Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Kaufen oder mieten Sie Ihre Skiausrüstung? Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in den beiden Varianten?

23 Kommentare zu «Zug und Ski – geht doch!»

  • marsel sagt:

    Solange ich aus eigener Kraft Skifahren kann, kann ich auch noch einen Koffer ziehen und gleichzeitig ein Paar Ski tragen.

  • Melissopetra sagt:

    Du meine Güte. Wo liegt das Problem? Wohnt Frau Auras nicht in der Schweiz? Mit dem Zug ins Skigebiet fahren, die grossen Gepäckstücke vorausschicken, die Plätze in den Zügen mit hoher Belegung reservieren und wenn nötig ein Taxi vom Bahnhof zum Hotel nehmen. Das ist doch keine Hexerei. Im Gegenteil, man hat mehr Platz als im Auto, die Stimmung ist auch in reservierten Zügen mit Familien entspannt und es gibt nette Gespräche.

    • beat graf sagt:

      Also, wir fahren in der Regel nach Oesterreich, (verwandtschaftliche Verbindungen) in die Skiferien, aber mit dem Auto. Mit dem Zug ist dies ein Ding der Unmöglichkeit. Mehrmaliges Umsteigen Zug, Autobus…
      Die Skiausrüstung mieten wir da. Diese wird vom Skivermieter vor Ort nach unserer Auswahl im Laden ins Hotel gebracht und am 14 Tage später am Abreisetag wieder abgeholt.
      Mit der ganzen Skiausrüstung für einen Tag in Berge mit dem Zug… Nein, danke.

  • Butze Karli sagt:

    Wir praktizieren ÖV-Skitage ebenfalls. Allerdings strotzt dieser Artikel vor schamloser Werbung für einzelne Anbieter, dass ich es nicht mehr als seriösen Journalismus bezeichnen kann.

    Daher bitte korrekterweise transparten als „PAID POST“ deklarieren – so weiss die Leserschaft, dass es sich um einseitige Berichterstattung handelt. Danke!

  • ÖV-Wintersportler sagt:

    Von Bern gibt es mit dem ÖV mehrere sehr einfach und stressfrei zu erreichende Talstationen. Bern – Zweisimmen (ohne Umsteigen, direkt, 80min), Bern – Adelboden (einmal umsteigen, 78min) Bern – Wiler (Talstation Lauchernalp, einmal umsteigen, 90min), Bern – Blatten (Talstation Belalp, einmal umsteigen, 100min). Und nein, es ist auch mit eigenem Material keine Materialschlacht. Skischuhe in ein Skischuhsack, Helm, Handschuhe, Znüni und Zwipf in den Rucksack, Ski- und Stöcke in den Händen.. dazu Frühstück im Zug, stressfrei und emissionsarm reisen, nach dem Skifahren mit einem Feierabendbier halbschlafend zufrieden nach Hause fahren lassen. Und perfekt ist das Glück :-)

  • MRoth sagt:

    Von 1990 an sind wir, 2 Erwachsene 2 Kinder, mit Ski, Schlitten und Gepäck jedes Jahr 2 Wochen in die Skiferien in eine Ferienwohnung gefahren. Gepäck-/Skitransport mit der SBB und auf der Fahrt hatte jeder noch einen etwas grösseren Rucksack. Ist sehr gut gegangen! Organisation ist alles.

  • Reto sagt:

    Also die Skifahrer, die nach Engelberg wollen und am HB den Zug Richtung Luzern nehmen, wirken nicht sehr entspannt. Wie auch, der Zug ist voll. Möchte mir das nicht mit Kind und Kegeln vorstellen. Lieber ein wenig Stau auf der Strasse als gestaute Menschen im Zug.

  • tamburini sagt:

    Hr. Meier – Ich gebe ihnen recht. Skiferien sind teuer. Ich nenne sie eher „Schneeferien“, weil ich selber nicht auf Skier stehe. Mit den Kinder konnten wir uns das nur leisten, weil wir in der Familie ein für uns gratis-Ferienhaus haben. Mit Kinder schickten wir unsere Ausrüstung per SBB voraus, damit wir das auf der Bahnreise nicht tragen mussten. Auf die Piste wollten dann alle höchstens nur an 3 von 7 Tagen. So wurden die Schneeferien auch nicht so teuer. Gekocht wurde zu Hause, der Lunch wurde mitgenommen. Für den Enkel bezahlen wir nun in Sent (Unterengadin) aber wirklich wenig für die Ski-Ausrüstungsmiete. Das waren 30.- für 3 Tage: Skier, Stöcke und Helm. Aber auch wenn man versucht zu sparen, sind unsere Sommerferien im Tessin günstiger als Schneeferien.

  • Meier Reto sagt:

    Alles schön und gut: 2 Tage Flumserberge, unser Sohn noch nicht 18, Miete der Ausrüstung 120.- Franken, Tagespass je 50.-, Essen … also noch nicht mal gereist und übernachtet = grosszügig Fr. 250.- für 1 nicht Erwachsener.. also dann vierköpfige Familie = 1’000.- für 2 Tage ohne Reise und Übernachtung. Schön, wenn es Leute gibt hier im Blog denen Geld keine Rolle spielt… und es kostet eher mehr..

    • Fritz Bünzli sagt:

      Skiferien sind allgemein ein teures Vergnügen, da gebe ich Ihnen recht. So wie ich den Artikel verstehe geht es jedoch darum, den Weg in den Skiurlaub zwischen Auto und Zug zu vergleichen. Und da schneidet der Zug (preislich und auch vom Konfort her gesehen) nicht schlecht ab.

      • beat graf sagt:

        Stimmt, Skifahren ist teuer, da geht unter 3000.– für in der Woche für 2 Personen nicht viel (4-Sterne-Hotel in Oesterreich mit gemieteter Skiausrüstung und Skipass, hin und her Auto noch nicht dabei).

  • tamburini sagt:

    Im Winter fahren wir nie mit dem Auto in die Ferien, auch nicht für 4 Tage. Das geht auch mit Hund gemütlich mit der Bahn. Alles was es zu einer Ausrüstung braucht kann man günstig im Dorf mieten, wenns sein muss auch am Sonntag gegen Abend. Wozu das Auto? Eingekauft wird zu Fuss im Dorf und für einen Ausflug hats div. Postautoverbindungen.

  • Karl Schrader sagt:

    Das tönt ja zunächst mal ganz gut. Aber: Nicht jeder wohnt an einem Bahnhof. Also benötige ich am Sonntagmorgen zunächst ein Taxi, da noch kein Bus fährt. Ebenso ergeht es mir auf dem Rückweg, da auch zu dieser Zeit nur noch selten der Bus fährt. Umsteigen muss ich auch noch 2-3 x bis zur Seilbahn. Und ab wann sich der Kauf der Skier rechnet, hängt auch vom Kaufpreis ab. Wenn ich ein Vorjahresmodell mit 50-70% Rabatt kaufe, kann ich mir gerade mal 9 Tage einen Ski à 49 CHF mieten. Mein Ski hat dann übrigens immer noch einen Restwert.

  • Jasmin sagt:

    Von zürich in eineinhalbstunden ohne umsteigen ins gemütliche braunwald, eine herrliche bergwelt , schöne mittelschwere u leichte pisten u ohne anstehen! Für uns ganz klar, nur mit dem zug!

    • Kurt Kobler sagt:

      Skifahren in Braunwald? In Linthal angekommen zuerst in die Standseilbahn. Oben angekommen dann runter zu der Gondel. In der Mittelstation in die andere Gondel umsteigen, dann durch das Restaurant zum Sessellift runter….da ist der ganze Vorteil vom Nichtumsteigen weg.

  • zugfahrerin sagt:

    Skiferien nur noch mit dem Zug. Das gesamte Gepäck wird zu Hause abgeholt und in die Ferienwohnung gebracht mit SBB „von Tür zu Tür“. Im Zug wird gelesen, gespielt, und man kommt erholt am Ziel an.

  • Mknika W. sagt:

    Wir sind schon, als ich noch ein Kind war (90er bis 00er Jahre), immer mit dem Zug in die Skiferien gefahren. Wir bzw. meine Eltern haben unsere Skiausrüstung 1-2 Tage vor Abreise am Bahnhof aufgegeben und sind dann mit ÖV ins Berner Oberland gereist. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch wir Kinder ruhiger waren, da wir auch mal im Zug rumlaufen konnten und nicht nur sitzen mussten.

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