30 Jahre wegtrainiert

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Wer regelmässig Sport treibt, kann auch im Pensionsalter noch Höchstleistungen erbringen. Foto: iStock

Der ehemalige britische Premier Winston Churchill wird sich dieser Tage im Grab umdrehen. Sein Geheimnis für ein langes Leben lautete «no sports». Eine Devise, die vermutlich einem Wunschgedanken entsprang – oder angesichts der Statur des Premiers einem Bauchgefühl. Wissenschaftlich belegt waren Churchills oft bemühte Worte «Sport ist Mord» sicherlich nicht. Und so haben Wissenschaftler ein leichtes Spiel. Trotzdem sorgen die Erkenntnisse einer Studie aus den Vereinigten Staaten für Überraschung.

Forscher haben eine Gruppe Senioren unter die Lupe genommen, die Sport zu ihrem Hobby machten, als sie der Fitness- und Laufboom der 1970er-Jahre dafür begeisterte. Menschen also, die heute über 70 Jahre alt sind und seit 50 Jahren zum Beispiel regelmässig laufen, Rad fahren oder schwimmen. Die Wissenschaftler der Ball State University haben in ihrer Studie diese Senioren mit zwei anderen Gruppen verglichen: Einerseits mit Rentnern im selben Alter, die als Erwachsene keinen Sport getrieben haben. Andererseits mit einer Gruppe Personen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Sie untersuchten dabei sowohl die Herzkreislaufsysteme der Probanden als auch deren Muskeln – und erwarteten, dass die junge Gruppe die beiden anderen diesbezüglich regelrecht überfliegen würde.

Legen Sie eine Gesundheitsreserve an

Weit gefehlt! Der Gesundheitszustand des Herz-Kreislauf-Systems der Langzeit-Trainierer erwies sich als vergleichbar mit Menschen, die rund 30 Jahre jünger sind, und war auch nicht weit von der jüngsten Probandengruppe entfernt. Auch wenn es um die Ausdauerleistungsfähigkeit (aerobe Kapazität der Muskeln) der trainierten Senioren schlechter stand als um jene der Mittzwanziger, schnitten sie aber um 40 Prozent besser ab als die Gleichaltrigen, die nie trainiert hatten.

Der Schluss der Wissenschaftler ist erfreulich: Was heute altersbedingt als normaler körperlicher Zerfall gilt, ist nicht unausweichlich! Sie sprechen von einer Reserve an guter Gesundheit, die wir uns mit jahrelangem Training anlegen können. Höchste Zeit also, nicht nur ein finanzielles Polster fürs Alter anzulegen. Legen wir uns eine Gesundheitsreserve an!

Vergessen Sie dabei nicht:

  • Es ist nie zu spät, damit zu beginnen.
  • Tun sie es langsam.
  • Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag.
  • Steigern sie erst die Zahl der Trainings, dann die Dauer und erst zum Schluss die Intensität.
  • Bedienen Sie sich am vielfältigen Disziplinen-Buffet, damit Ihr ganzer Körper profitiert.
  • Und denken Sie auch mal an Churchill: Nur mit ausreichender Erholung steigern Sie ihre Leistungsfähigkeit.

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