Couch-Potato trifft Leistungssportler

Als ich vor ein paar Monaten verkündete, dass ich nächstes Jahr auf die Rigi wandern möchte, wurden auch Zweifel laut. Verständlicherweise, denn bei meinem Ausgangsgewicht bedeutet jeder Meter bergauf ein ziemlicher Effort. Entsprechend verpasste ich im Herbst mein erstes mir gesetztes Zwischenziel, auf den Albispass hochzumarschieren. Spätestens in dem Moment realisierte ich: Nun muss etwas Konkretes passieren, sonst wird das nix.

Just in dieser Zeit flatterte ein E-Mail von Steve Husistein, Leistungssportler und Personal Trainer, in mein Postfach. Ich hatte Steve an einem Anlass kennen gelernt und wir waren via Facebook connected. Er schrieb mir, dass er meinem Couch-Potato-Kanal schon länger folge und dass ihm spürbare Fortschritte fehlten. Und er bot mir an, mich auf meinem Weg auf die Rigi zu coachen: in Sachen Training sowie in Sachen Ernährung und Mentales.

Am richtigen Ort abgeholt

Vor unserem ersten Zusammentreffen hatte ich zugegebenermassen etwas Bammel: Hier der Couch-Potato, der sich zwar mittlerweile regelmässig bewegte, aber auch ganz gerne mal zwischendrin aufhörte, wenn es zu anstrengend wurde. Und dort der Leistungssportler, dessen Motto lautet: «Gewinner haben Ziele, Verlierer haben Ausreden.» Wie würde er, der wohl noch nie eine für den Sport unmotivierte Minute im Leben hatte, auf mich reagieren?

Meine Sorgen waren unbegründet: Steve ist durch und durch Profi, der mich genau am richtigen Ort abholte. Bei unserem ersten gemeinsamen Work-out drehten wir ein Video, welches andere Couch-Potatoes zum Mittrainieren motivieren soll. Das Work-out lässt sich auf jedem Spielplatz oder Vita-Parcours durchführen, in Kombination mit einem Lauf- oder Walktraining. Steve hat von diesem Work-out auch eine Version für Fortgeschrittene gemacht.

In meinem Fall sind dies die Übungen, welche ich dreimal pro Woche absolviere:

  • Je 1 Minute lang
    • Rudern
    • Squatpress mit Gewicht
    • Hover
    • Liegestützoption
    • Squats
    • Klimmzugoption
  • Je Seite 30 Sekunden lang
    • Ausfallschritt

Fazit nach einem Monat

Die ersten vier Wochen waren oft hart. Ich hatte durchaus meine Momente, in denen ich bei Hudelwetter lieber zu Hause geblieben wäre. Es ist auch nicht so, dass Steve die Trainings mit mir zusammen absolviert – dazu muss ich mich selber motivieren. Wir sehen uns lediglich einmal im Monat für einen kurzen Boxenstopp und tauschen uns via Whatsapp aus.

Der grosse Unterschied zu früheren Vorhaben ist für mich ganz klar, dass ich mit mir absolut nicht verhandelt habe. Es gab keinen Spielraum und es gab kein «Ja, aber». Steve und ich haben drei Trainings pro Woche vereinbart, also werden auch drei Trainings gemacht. Und es ist ein gutes Gefühl, nach dem ersten Monat sagen zu können: «Yes, ich habs durchgezogen.»

Profi durch und durch: Personal Trainer Steve Husistein coacht unsere Autorin.

Natürlich habe ich auch heute noch ab und zu Zweifel, ob ich es wirklich schaffen werde, die vereinbarten Trainings über längere Zeit hinweg so konsequent durchzuziehen. Die jahrelang kultivierte Ich-kann-das-nicht-Haltung verschwindet nicht einfach von einem Tag auf den anderen. Aber damit, dass der innere Schweinehund nun oft alleine zu Hause auf der Couch bleiben muss, ist schon viel erreicht.

Beliebte Blogbeiträge