Fünf Wander-Anfängerfehler

Vom frisch geborenen Fohlen zur Gemse – dank Wanderstock. (Fotos: Alexandra Baumann)

Gemütlich in den Bergen tippeln, dabei die Aussicht geniessen und ein paar schöne Fotos machen: Wie gross kann beim Wandern schon das Risiko von Anfängerfehlern sein? Wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann: sehr gross.

Ich bin ja ganz streng genommen kein blutiger Anfänger beim Wandern. Seit ich stehen konnte, haben mich meine Grosseltern immer in die Berge mitgeschleppt. Oft unter heftigem Protest meinerseits: Das frühe Aufstehen widerstrebte mir und ich kann mich an einige Vorfälle erinnern, während denen ich täubelnd versicherte, ich würde keinen einzigen Meter mehr weiterlaufen. Ich habe es einzig der Geduld meines Grosis zu verdanken, dass sie mich immer wieder von neuem motivierte und nicht einfach irgendwo mitten auf einem Wanderweg stehen liess – obwohl ich ihr mit meinem Zetermordio-Gebrüll sicher mehr als einmal gewaltig auf die Nerven ging.

Mittlerweile gehe ich freiwillig und gerne wandern und bin für meine eigenen Wanderrouten verantwortlich. Ich habe ja schon öfters über meine enorme Abneigung gegen das Bergaufgehen berichtet. Diese führte auch gleich zu meinem ersten grossen Wanderfehler:

1. Das Gefühl haben, bergab wandern sei weniger anstrengend

Vor einigen Jahren organisierten ein befreundetes Paar und ich eine Wanderung in den Flumserbergen. Die Tour vom Maschgenkamm zum Tannenboden versprach einen leichten Schwierigkeitsgrad und eine fantastische Aussicht. 7 Kilometer ist für mich nicht gerade eine Kurzstrecke, aber in meiner Unüberlegtheit und Naivität fand ich, es ginge ja alles bergab, das würde ich LOCKER schaffen. Oh, wie falsch man liegen kann mit einer solchen Annahme! Meine Oberschenkel protestierten schon nach 2 Kilometern, meine Knie wurden weich und ich hätte mich irgendwann am liebsten auch wieder täubelnd an den Wegrand gesetzt. Dummerweise werden solche Eskapaden bei erwachsenen Wanderern nicht mehr wirklich toleriert und ich musste den Abstieg durchbeissen. Die Folge war einer der schlimmsten Muskelkater aller Zeiten – ich konnte drei Tage lang nur seitwärts Treppen steigen. Nun gut, jetzt wissen wir es ein für allemal: Bergab wandern mag konditionell etwas weniger anstrengend sein – die Muskeln und Gelenke jedoch sind genau gleich gefordert.

2. Nicht auf die eigene Tagesform hören

Vor kurzem gingen wir auf eine Wanderung, da wusste ich schon nach 10 Minuten: Heute wird das nichts. Ich hatte noch Muskelkater vom Training zuvor und es war selbst in der Höhe einfach viel zu warm für mich. War ich vernünftig und habe auf meinen Körper gehört? Nein. Ich habe mir ja ein grosses Ziel gesetzt bezüglich der Rigi und ich wollte auf gar keinen Fall diese Chance auslassen, in den Bergen Höhenmeter zu absolvieren. Das Resultat? Ich musste auf dem Rückweg extrem beissen und hatte wirklich kurz das Gefühl, ich schaffe es nicht mehr ans Ziel. Im Gegensatz zu Flachland-Trainingsrouten hat man in den Bergen ja dann oft keine Alternative mehr, als zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Eine sehr unangenehme Erfahrung, die mich daran erinnert hat, wieder bewusster auf meine eigenen Grenzen zu achten und diese auch zu respektieren.

3. Mich einzig auf die Aussagen von (fitten) Wanderern stützen

Ich lese extrem gerne Wanderberichte und Blogs zur Inspiration. Und liess mich auch schon von Wanderbeschreibungen wie «der Weg weist keine nennenswerten Steigungen auf» verführen. Ohne das Höhenprofil anzuschauen. Plötzlich standen wir unterwegs vor einer Steigung, deren Heftigkeit mich komplett überforderte – inklusive einem offiziellen Strassenschild, welches vor ebendieser Steigung warnte. Meine genauen verbalen Äusserungen dazu kann ich hier aus Anstandsgründen nicht wiederholen. Sagen wir es mal so: Im amerikanischen Fernsehen müssten sie mit ziemlich vielen Beeps zensuriert werden. Seither versuche ich, nur noch Wanderungen in Angriff zu nehmen, bei welchen ich das Höhenprofil angeschaut habe.

4. Mich auf die offiziellen Zeitangaben von Wanderwegweisern verlassen

Das fällt natürlich in die gleiche Kategorie wie Anfänger-Fehler Nummer 3: Für fitte, geländefähige und trittsichere Wanderer mögen diese Zeitangaben oft sogar grosszügig berechnet sein. Für mich Wanderschnecke bedeutet es, dass ich mit ungefähr der doppelten Streckenlänge rechnen muss. Dies lernte ich auf die harte Tour, als wir mal unsere Rückreise mit dem Bähnli (welches notabene nur einmal pro Stunde und nicht sehr lange am Abend fuhr) aufgrund der offiziell angegebenen Laufzeit geplant hatten. Ein dummer Fehler, der fast mit einer unfreiwilligen Übernachtung auf dem Berg geendet hätte.

5. Auf die Wanderstöcke verzichten

Ein klassischer Anfängerfehler, geschehen auf einer vergleichsweise einfachen Wanderung: Ich dachte, ich könne den kurzen Abstieg locker auch ohne Stöcke bewältigen. Ich wusste nicht, dass dieser relativ steile Abstieg über ein Geröllfeld führte. Meine Trittsicherheit erinnert ja nun mehr an diejenige eines frisch geborenen Fohlens und weniger an eine Gemse. So schlitterte ich mehr schlecht als recht über dieses Geröllfeld. Entsprechend war auch hier der Audio-Kommentar nicht wirklich jugendfrei. Seither gehören die Stöcke standardmässig ins Wandergepäck. Man weiss ja nie ganz genau, an welchen Abstieg man unterwegs gerät.

 

  • Es ist nicht immer einfach als Wander-Anfänger...

  • - aber definitiv lohnend!

  • Auf der heimischen Couch gibt es...

  • ...keine solche Aussicht.

85 Kommentare zu «Fünf Wander-Anfängerfehler»

  • Lorenz Trachsel sagt:

    Hallo Alexandra
    Dein Muskelkater vom abwärts wandern kommt nicht vom zuwenig in den Knien federn, sondern weil die Oberschenkelmuskeln hauptsächlich „abbremsen“ müssen, statt stossen, was sie vorwiegend tun und wofür man mit Kniebeugen und Beinpresse normalerweise trainiert. Um dem „Abbrems“- Muskelkater vorzubeugen muss man AUCH andersherum trainieren, Stichwort EXZENTRISCHER Trainingsmodus: mit rel viel Gewicht für EIN Bein auf der Beinpresse mit beiden Beinen hochpressen (geht dann rel einfach), runterlassen LANGSAM mit EINEM Bein. Dann wieder mit beiden Beinen hoch usw. Alternativ: bei Kniebeugen sehr langsam runter, normal hoch. Viel Spass und viel Erfolg.

  • fufi sagt:

    Mich erstaunt diese Gehässigkeit hier, und die häufige Kritik an Alexandras „Körper“ und ihrer Art zu wandern. Ich meine, alle wissen, dass sie „anders“ wandert, als Thomas W., wobei auch er häufig Routen empfahl, die durchaus in Alexandras „Reichweite“ liegen.

    Was mich betrifft:
    Wanderungen mit 3000-4000 Höhenmetern (je hälftig rauf und runter) waren normal. 2/3 bis 1/2 der Zeit waren Standard. Ich litt damals an Magersucht.

    Ich leide heute noch an Magersucht, chronisch und unheilbar, allerdings mit verschobenen Symptomen, weil mir das ermöglicht, wenigstens halbwegs zu funktionieren. Unterdessen sind noch ein paar weitere Krankheiten dazu gekommen, ebenso chronisch und unheilbar. Heute wäre ich froh, wenigstens problemlos vom Triemli auf den Üetli käme.

    Respekt, Alexandra!

    • Alexandra sagt:

      Liebe FuFi, deine Worte haben mich grad sehr berührt. Es tut mir sehr leid, dass du unter diesen Symptomen so leiden musst und dies deine Bewegungsfähigkeit so einschränkt :-( Und ich wünsche dir nur das Allerallerbeste für dich und deine Gesundheit! Herzlich, Alexandra

  • üfü50 sagt:

    Wander entspannt trotz Anstrengung und meine grösste Motivation ist das Geocachen, da läufts automatisch….und alles mit SchweizMobil am Pc und dem Garmin Oregon….zurück von 20 km laufen…

    • Alexandra sagt:

      Das hat mir eine Kollegin auch schon empfohlen – das soll wirklich sehr motivierend sein. Sollte ich definitiv auf meine Liste von Dingen nehmen, die ich mal noch ausprobieren möchte. Ihnen weiterhin viel Spass und Entspannung dabei!

  • Cavin sagt:

    Der grösste Fehler sind Wanderstöcke zu benutzen.

    • Waldi sagt:

      Absolut einverstanden! Vor allem bergab. Da sticht man ein, der Untergrund hält nicht und schon fliegt man talwärts. Zudem verliert man generell das Gleichgewichtsgefühl mit Stöcken. Also höchstens bergwärts Stöcke benutzen.

  • kosi sagt:

    Die Wanderstöcke sind immer dabei; ich bin zum Vierbeiner geworden (haha) und fühle mich sehr sicher dabei. Der Körper wird gleichmässiger beansprucht. Vorausgesetzt man hat sicher Tritt gefasst, verbessern sie beim Gehen das Gleichgewichtsempfinden, weil sich auch der Oberkörper, Arme und Hände beteiligen. Eine Stützhilfe sind sie aber bestimmt nicht!
    Wann hört die Unsitte auf, die Stöcke so im/am Rucksack zu tragen, dass die aggressiven Spitzen nach oben zeigen? Das machen doch bloss Anfänger. Und Gummipfropfen gehören als Schutz sowieso aufgesteckt, liebe Wanderer!

    • Wanderfreundin sagt:

      Da bin ganz gleicher Meinung was das Gehen mit Stöcken betrifft! Die Unsitte mit den ungeschützten Spitzen nach oben im Rucksack, regt mich immer wieder auf! zumindest einen Pfropfen drauf! Will nicht “ erstochen“ werden, oder ein Stockende im Auge beim Gedränge!

  • kosi sagt:

    Soviel zu den Zeitangaben: „Die Wanderzeiten der SWW werden nicht mittels Abwandern …, sondern … mit Hilfe eines geografischen Informationssystems berechnet. Dieses ermittelt die Zeitangaben … anhand einer einheitlichen Formel. “
    https://www.wandern.ch/de/signalisation/signalisation/wanderzeit
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marschzeitberechnung
    Diese Forme lässt sich einfach an die Einschätzung der eigenen Kondition anpassen.
    Hohe Schuhe mit griffiger Sohle sind abseits der Zivilisation für Gelegenheitswanderer (und das sind wohl die meisten) ein Sicherheitsmerkmal. Ein überbeanspruchtes Gelenk lässt sich damit stabilisieren und ein nächstes Wanderziel kann so zur Not noch erreicht werden; eine elastische Binde gehört sowieso in den Rucksack.

  • Hugo Niemer sagt:

    Das grösste Problem von uns Wanderfreunden wurde bisher noch gar nicht benannt. Es sind die „Biker“, also all die Velonarren welche illegalerweise die Wanderwege als Raserpisten missbrauchen. Gerade letzten Montag habe ich im Wallis einen unbekannten abgelegenen Wanderweg benützt, aber sogar dieser war offensichtlich von grobstolligen Velopneus dermassen zerstört dass man vielerorts immer wieder ins Rutschen kam und die Grasnarbe links und rechts völlig zerstört war. Wo bleibt da die Härte unserer bei Fahrzeugen (Ja, ein Velo IST ein Fahrzeug!) sonst so sturen Gesetzesvertreter? Wieso wird hier „Via Secura“ nicht auch gnadenlos durchgezogen? Wieviele Verletzte und leider sogar Tote braucht es noch bis die Politik endlich für die Velöle die Notbremse zieht?

    • Hugo Knüsel sagt:

      @Niemer: Das umgekehrte Problem gibts übrigens auch: Wander, die meinen ums Verrecken auf einem offiziellen Biketrail wandern zu müssen und sich dann wundern, warum überall Biker sind… Köstlich, nicht? Haben Sie denn offizielle Zahlen zu Todesfälle von Wanderern, die von Bikern auf Wanderwegen verursacht wurden oder poltern Sie einfach ein bisschen stammtischmässig herum, weils Spass macht?

  • atsch sagt:

    Ich finde es super, dass sie nicht auf der Kautsch liegen sondern wandern!
    Die Zeitangaben der Wanderwege sind Richtlinien, die mann halt selber dosieren muss.
    Ich empfehle eine Wandergruppe mit Leiter (Führer) sodass mann nicht alleine am Berg verloren geht.

    • Alexandra sagt:

      Genau, das wollte ich damit auch aussagen – diese Richtlinien haben für jeden – je nach Fitnesslevel – eine andere Bedeutung. Die einen haben halb so lang – die anderen doppelt so lang.

  • Thomas Trachsel sagt:

    ‚Tschuldigung Frau Baumann, aber ihre Erfahrungen lassen eher ahnen, dass Sie keine sehr erfahrene oder fitte Wandererin sind. Sieben km bergab gehen gibt doch nicht den Muskelkater des Lebens, die Trittsicherheit eines Fohlens und die Idee, im Geröllfeld Stöcke zu benutzen: Sie sind einfach nicht wanderfit. Und wenn man die Zeitangaben auf den gelben Schildern erst verdoppeln muss, um zu planen, dann halleluja.
    Ich freue mich, wenn Sie wandern und es Ihnen Freude macht. Aber damit schon Blogs schreiben hilft mir als interessierter Leser nicht weiter.

    • Alexandra sagt:

      Vielleicht hilft der Hinweis „ANFÄNGER“-Wanderfehler im Titel weiter? ;-) Und ich habe auch nirgends behauptet, dass ich wanderfit bin – daran arbeite ich. Manchmal muss man auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen und merken, dass in meinen Texten nicht alles sooo bierernst gemeint ist, wie Sie es scheinbar auffassten :-)

      • Marek sagt:

        Dann müsste man den Artikel erst gar nicht lesen, wenn nicht alles ernst gemeint ist und schon gar nicht sollte man bei Artikel übers Wandern, zwischen den Zeilen lesen müssen. Besonders Wanderanfänger sollten sich auf solche Artikel verlassen können.

        • Karen sagt:

          @Marek: Es ist ein Blog und er sollte unterhalten. Es ist kein Fachartikel. Sonst müssen Sie Wandern Schweiz abonnieren oder eben selbst Wandern. Insbesondere sollte man keinen Unterschied machen zwischen anspruchsvolle Bergtouren und div. Versionen von „1x um den See, paar Stund um’s Huus ume, 2-4Std. von A nach B“.

      • Bernhard Schneider sagt:

        Entschuldigung, Herr Trachsel, ich glaube, Sie haben etwas missverstanden. Frau Baumann will Wandercracks, wie Sie offenbar einer sind, keine Tipps geben, sondern andere Menschen mit Übergewicht motivieren, aktiv etwas zu tun. Dass sie dabei offenherzig auch die Rückschläge und Fehler auf ihrem Weg beschreibt, halte ich für besonders authentisch und wertvoll.

        • Alexandra sagt:

          @Marek: Würde dieser Artikel heissen: „5 Tipps, wie Sie Anfängerfehler vermeiden“, wäre das eine andere Geschichte. Es geht hier jedoch keineswegs um Tipps, ich schildere lediglich meine ganz persönlichen Erfahrungen. Und wenn ich meine kurzen Stumpenbeine mit einem Fohlen vergleiche, denke ich schon, dass man versteht, dass das nicht so bierernst gemeint ist. Aber vielleicht muss ich künftig solche Aussagen mit „Achtung, Humor“ versehen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt….

          @Bernhard: Ich musste den Artikel fürwahr nochmals durchlesen, wo denn bitte diese TIPPS sein sollen, auf die hier einige Kommentar-Schreiber Bezug nehmen ;-) Einmal mehr merke ich, wie ganz viel in meine Zeilen rein-interpretiert wird, was ich nie so geschrieben habe. Danke für deine Zeilen!

    • Karen sagt:

      Ich finde es immer schwierig, wenn Top-Sportler denken Anfänger mit guten Tipps versorgen zu müssen oder deren Bemühungen etwas belächelnd von oben herab kommentieren müssen. Ich war auch mal Anfängerin, bei allen meinen Sportarten und es sind viele. Ich habe viel Unterstützung erhalten und bin denen sehr dankbar. Bezüglich wandern: heute kann ich über Stunden bergauf/-ab wandern. Kein Problem. Begonnen habe ich mit einer 2Std. Strecke die bergAB ging. Ich habe diese immer wieder so gewählt, weil ich wusste, dass alles andere nicht möglich war. Das mir dort immer wieder Leute entgegen kamen die bergauf wanderten und ungefährt 3x so alt waren wie ich hat mir schon zu denken gegeben, aber ich habe es für mich persönlich so akzeptiert.

      • Alexandra sagt:

        Liebe Karen, ich schätze konstruktive und sachliche Tipps wirklich sehr. Und finde es auch immer wieder toll, wie viele ich davon erhalte. Das „Belächeln“ dagegen ist etwas, dass ich schon dutzende Male (on- und offline) erlebte und generell nicht verstehen kann. Ich habe einen sehr realistischen Approach an meine Fitnessziele (ich behaupte ja nicht, ich könne in 2 Monaten fit genug werden, um einen Marathon zu rennen :-) und weiss dann manchmal ganz ehrlich nicht, was Menschen antreibt, die Fitnessbemühungen von anderen ins Lächerliche zu ziehen. Aber das ist vermutlich einfach so eine Zeiterscheinung in unserer Gesellschaft… Ihnen weiterhin viel Freude beim wandern und Sport.

  • Max Blatter sagt:

    Die Aussage „ich wusste nicht, dass dieser relativ steile Abstieg über ein Geröllfeld führte“ zeigt gleich Wanderfehler 6: Ungenügende Planung. Planung heisst: Vorweg eine gute Karte konsultieren – und das sind in der Schweiz ausschliesslich(!) die Swisstopo-Karten, am besten 1:50’000 mit rot eingetragenem Wanderwegnetz. Ich habe einmal eine Wanderung vom Dischma- ins Flüelatal rein aufgrund der Karte geändert, weil ich sah, dass wir am Schluss noch einen kurzen, steilen Aufstieg durch Geröll oder Felsbrocken bewältigen müssten – das bei knapper Zeit (Postauto) und mit der Müdigkeit in den Beinen. Ich änderte kurzerhand die Richtung: Das steinige Gelände (das sich tatsächlich als sehr mühsam erwies) am Anfang und eine gute Stunde mehr Zeit bis zur Abfahrt des Busses im Dischmatal!

    • Alexandra sagt:

      Jep, das ist definitiv Fehler Nummer 6. Diese Sache mit den Wanderkarten… ich stehe leider (noch) auf dem Kriegsfuss damit. Kartenlesen ist so etwas, dass ich noch nie wirklich konnte. Aber ich sehe schon, dass ich nicht darum herumkommen werde, das irgendwie zu lernen, wenn ich öfters in die Berge möchte – und das habe ich definitiv vor :-)

  • Vinzenz Bieri sagt:

    Wanderte mal vom Ägerisee aus auf den Fluebrig, dem Hausberg der Zürcher und brauchte dazu 4 Stunden. Aber auf dem Wege überholten mich einige Bergläufer leichten Fusses in Turnschuhen. Auf dem Berggipfel ignorierten weiter ankommende Läufer die Aussicht und rauschten gleich wieder ins Tal.

    • Alexandra sagt:

      Mein Motto ist ja immer: „Wer länger unterwegs ist, hat auch mehr davon“. Man könnte es auch Genusswandern nennen.
      So oder so: Leben und leben lassen, jeder so, wie es ihm am besten gefällt und für ihn passt vom Tempo her. Ich behaupte mal, wir freuen uns dafür umso mehr an der Aussicht ;-)

    • Fredi sagt:

      In 4 Stunden vom Ägerisee auf den Fluebrig?
      Das geht kaum mehr mit Turnschuhen. Da kommen wohl die Siebenmeilen-Stiefel zum Einsatz…

    • Peter sagt:

      V Bieri meint wohl den Grossen Aubrig vom Wägitaler See aus. Vom Aegerisee aus könnte man den Wildspitz erreichen. Der Fluebrig-Diethelm ist schon bei guter Kondition vom Autoparkplatz aus vier Stunden hoch.

  • Fritz sagt:

    Bergabwärts wandern muss nicht unbedingt in einem schmerzhaften Muskelkater enden. Wer die Strecke Glacier 3000 über den Sanetschpass nach Gsteig runter kennt, der weiss von was ich spreche. Richtiger Stockeinsatz, richtiges abfedern mit den Kniegelenken geht’s es leichter und ohne Muskelkater hinunter.

    • Alexandra sagt:

      Ich hatte eben bei dieser erwähnten Wanderung weder Stöcke dabei und das richtige Abfedern mit den Kniegelenken offensichtlich auch noch ganz und gar nicht im Griff :-) Aber wer weiss, vielleicht schaffe ich es auch mal ohne Muskelkater – man hat ja schliesslich nie ausgelernt. Ihnen weiterhin viel Freude unterwegs.

    • Martin sagt:

      @Fritz: Also bei übergewichtigen Leuten oder solche die viel Gepäck schleppen, kann abwärts wandern ganz schön in die Knie gehen. Ich wandere auch lieber aufwärts, anstatt abwärts.

  • Markus Moreno sagt:

    Sehr geehrte Frau Baumann: mit Wanderstöcken sehen Sie vierzig Jahre älter aus und kommen wie eine Spiessbürgerin daher (und Männer wie Spiessbürger). Wollen Sie das wirklich? Man kann als Anfängerin auch einfache Wandertouren finden, für die man keine Stöcke braucht.

    • A. Koch sagt:

      Geht’s mehr als 500 Höhenmeter (steil) hinunter, werden meine Wanderstöcke eingesetzt, zum wohle meiner Knie. Sollte dies für Sie oder wer auch immer spiessbürgerlich aussehen, so ist mir das gerademal „bünzli“-egal ;-) MfG ak

      • Alexandra sagt:

        Ich sehe schon die Verkaufs-Schlagzeile vor mir: „Einmal Wanderstöcke wegwerfen – 40 Jahre jünger aussehen“ DAS wäre ja mal ein Anti-Aging Tipp :-)

        Nein im Ernst: Ich bin kein grosser Fan von Wanderstöcken. Wenn es um meine Sicherheit geht, nehme ich es aber gerne in Kauf, spiessbürgerlich auszusehen. Ich habe sie jetzt einfach immer im Gepäck – wenn ich aber eine Tour finde, bei denen ich sie nicht brauche, bleiben sie im Rucksack (solche Tourentipps sind bei mir übrigens jederzeit sehr herzlich willkommen ;-)

  • Wandervogel sagt:

    Auch ein gutes GPS Gerät mit den 25 000 Karten hilft, den Weg zu berechnen.
    (Ich meine NICHT das Smartphone) Man sieht sofort, wie lange man noch ungefähr braucht bis ans Ziel, sieht schon vorher das Höhenprofil, und ist auch bei plötzlichem Nebel nicht ganz hilflos.

    Man sieht auch den Weg, den man schon hinter sich hat, und kann im Notfall den genau gleichen Weg zurück wieder finden.

    Allerdings sind diese Geräte wie z.B. das Garmin Oregon, nicht so leicht zu bedienen, und man muss auf jeden Fall vorher damit einige leichte Wanderungen machen, welche man schon kennt.
    Ein richtige Papierkarte wegen der Übersicht und Ersatzakkus oder Batterien, sollten nicht fehlen.
    OSM Karten fürs GPS Gerät sind übrigens gratis zu haben, und fast so gut wie die viel zu teuren original Karten.

    • Michi sagt:

      Lieber Wandervogel, das Garmin Oregon (ich habe eins) kann nichts, was ein iPhone nicht besser könnte….

      • Alexandra sagt:

        Ich kenne mich mit diesen Gerätschaften eben noch gar nicht aus. Immer spannend zu lesen, was erfahrene Berggänger so empfehlen. Ich denke, zuerst muss ich mal diese Sache mit dem Kartenlesen irgendwie hinkriegen – ohne das läuft gar nix :-)

  • vogel sagt:

    Karte lesen lernt man u.a. auch im Militär- gesponsert vom Staat. ;-)

  • Wandervogel und Radler sagt:

    Auch ein gutes GPS Gerät mit den 25 000 Karten hilft, den Weg zu berechnen.
    (Ich meine NICHT das Smartphone) Man sieht sofort, wie lange man noch ungefähr braucht bis ans Ziel, sieht schon vorher das Höhenprofil, und ist auch bei plötzlichem Nebel nicht ganz hilflos.

    Man sieht auch den Weg, den man schon hinter sich hat, und kann im Notfall den genau gleichen Weg zurück wieder finden.

    Allerdings sind diese Geräte wie z.B. das Garmin Oregon, nicht so leicht zu bedienen, und man muss auf jeden Fall vorher damit einige leichte Wanderungen machen, welche man schon kennt.
    Ein richtige Papierkarte wegen der Übersicht und Ersatzakkus oder Batterien, sollten nicht fehlen.
    „OSM Karten“ fürs GPS Gerät sind übrigens gratis zu haben, und fast so gut wie die viel zu teuren original Karten.

    • maettu sagt:

      Meines Erachtens braucht es keine teuren GPS Geräte, das Smartphone mit der richtigen App (z.B. Schweiz Mobil, GPS Tracks) ist ein sehr guter Führer. Zur Sicherheit eine Papierkarte mitzunehmen ist sicher nie falsch. Viel Spass beim Wandern!

      • Wandervogel sagt:

        maettu
        ja mit dem geliebten Smartphone kann man in der Hütte immer noch die Rösti wenden, und gleichzeitig ein youtube Filmchen schauen.

        Spass beiseite. Wenn das ach so smarte phone nass wird, herunterfällt, oder wie fast immer, der Akku gegen 10% geht, wären Sie froh um ein richtiges GPS Gerät, das alle diese oben genannten Unglücke meistens schadlos übersteht.

        • Wanderfreundin sagt:

          Man kann sich auf Schweiz Mobil.ch zu Hause die Wanderung auf dem PC ansehen und dann den Kartenausschnitt mit den grün gezeichneten Wanderwegen 1:25 000 ausdrucken -alles gratis… braucht kein ( fast leeres Akku) Handy dazu und der Ausschnitt der Karte ist viel grösser als auf dem Handy

  • Amerigo sagt:

    Es lohnt sich immer, die gute alte 1:25’000er Karte lesen zu können. Nur so lernt man, Wanderungen selber zu planen und einzuschätzen. Fehler 1, 3 und 4 sind damit vermeidbar. Mit den Stöcken ist es so eine Sache, aber da hat die Autorin vermutlich Bedürfnisse, die sich aus ihrer Konstitution ableiten. Ein normalfitter Wanderer benötigt keine Stöcke, niemals.

    • Hotel Papa sagt:

      Speak for yourself. Im Abstieg danken einem die Knie die Unterstützung durch den Oberkörper. Auch beim „Normalfitten“.

      • Amerigo sagt:

        Auf gut gebauten Wegen, vielleicht ja. Aber es sieht affig aus.

        • Hotel Papa sagt:

          Aha. /Da/ liegt der Hase im Pfeffer…

        • Kurt Schwob sagt:

          Pardon: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Das Affige ebenfalls. Und wenn ich meine Knie im Hinblick auf das noch höhere Alter schonen kann, was soll mich dann daran stören, was andere davon denken?

          • Schorsch Baschi sagt:

            Selbst junge spritzige Bergführer nehmen gerne und aus gutem Grund Stöcke. Und affige Berggänger mit Stöcken habe ich noch keine gesehen.

          • Alexandra sagt:

            Vielleicht muss ich hier noch anfügen, dass der Originaltitel des Artikels lautete „5 Wander Anfängerfehler, aus denen ich etwas gelernt habe“ – der war vermutlich zu lang…
            Ich merke hier grad, dass bezüglich Stöcken und auch bezüglich der richtigen Schuhwahl die Meinungen komplett auseinandergehen.
            Ich persönlich setze für mich die Stöcke lieber einmal mehr ein, als einmal zu wenig. Aber es muss sie ja gottseidank niemand nutzen, der sie affig findet – das ist ja das schöne daran :-)

    • Martina sagt:

      Ich bin eine überdurchschnittlich Fitte Wandererin und Bergläuferin und benutze durchaus in gewissen Situationen Stöcken. Stimme aber zu, dass man im Sinne einer verbesserten Trittsicherheit und um ein Verkümmern des Gleichgewichtssinnes zu verhindern, möglichst auf zu viel Stockeinsatz verzichten soll.

      • Wanderfreundin sagt:

        Gehe immer mit Stöcken. Von wegen Gleichgewicht Sinn verkümmertest den Stöcken: das Gleichgewicht zu HAUSE beim Zähne putzen üben – auf einem Bein stehen oder beim Warten auf den Zug/Bus und NICHT beim Wandern ohne Stöcke! Diese schonen die Gelenke! Auch Ärzte erzählen diesen Unsinn vom Gleichgewicht verlieren und die Leute laufen den Berg runter, klagen über Knieschmerzen und haben die Stöcke im Rucksack!

    • Thomas Rohner sagt:

      Benötigen tut man den Wanderstock oder die heute aktuellen Trekkingstöcke nicht, aber sie machen die Wanderung einiges angenehmer, gerade steile Abstiege, und geben einem ein grössere Ausdauerreserve, was bei überraschenden Wetterentwicklungen durchaus praktisch sein kann.
      Gleich könnte man für Wanderschuhe/Turnschuhe und leichte, kompakte Packung/mobilem Haushalt argumentieren.

  • Ursula Haass sagt:

    Ein guter Artikel, sehr wahr und anschaulich und dazu noch zum Schmunzeln!

  • Martina sagt:

    Ein Fehler, den ich über eine sehr lange Zeit gemacht habe: Auf die Regel „UNBEDINGT hohe Schuhe tragen“ zu hören. Seit einiger Zeit trage ich auf Bergtouren und Wanderungen nur noch Trail Running Schuhe, am liebsten den Cloud Venture von On. Seither schmerzen mir die Füsse so gut wie gar nicht mehr, auch nach Abwärtswanderungen tut viel weniger weh.

    • Niklas Meier sagt:

      Ohne hohe Schuhe hätte ich wohl einige Bänderrisse mehr gehabt. Schmerzende Füsse haben nichts mit der Höhe des Schuhes zu tun.

      • Hotel Papa sagt:

        Als einer der zum Umknicken neigt: Hohe Schuhe verhindern das nicht wirklich.

        • Üelu sagt:

          Habe gegenteilige Erfahrungen gemacht. Ich knicke mit hohen Schuhen überhaupt nicht mehr ein und bewege mich viel sicherer und leichter auf Bergwegen jeder Kategorie. Nur im Hochsommer widerstrebt es mir ein bisschen, mir die „Schraubstöcke“ an die Füsse zu binden….

      • Martina sagt:

        Mit meinen etwas dickeren Fesseln hatte ich mit hohen schuhen immer Probleme, mir schmerzten die Schienbeine sehr schnell. Wenn ich sie weniger fest schnürte, verkrampften sich meine Füsse durch die geringere Stabilität, vor allem beim Bergabgehen. Übrigens, hohe Schuhe schützen keineswegs von Bänderrissen.

        • Niklas Meier sagt:

          Natürlich schützen sie, resp. in gewissen Situationen. Aber wenn Sie das für sich nicht so empfinden, dann wandern Sie mit Schuhen die Ihnen passen. Jeder wie er will.

          Bezüglich der schmerzenden Schienbeine rate ich zu Dehnübungen. Ich hatte das eine Zeitlang auch, als ich mit grossen Touren anfing.
          Mit Übung und dehnen wird es besser. Egal welche Schuhe sie tragen. Bei grossen Touren sind eingelaufene Schuhe auch von Vorteil.

          • Martina sagt:

            Die Art von Schienbeinschmerzen, welchen mit Dehnübungen beizukommen ist, habe ich vor allem auf langen Läufen. Hier habe ich allerdings von Druckschmerzen gesprochen. Und die lassen sich nicht wegdehnen. Mir hat es einfach geholfen, nicht krampfhaft nach einem hohen Schuh zu suchen, der wenigstens einigermassen geht, bloss weil sich das beim Wandern so gehört.

        • Amerigo sagt:

          Hohe Schuhe schützen im unwegsamen Gelände die Knöchel. Und sie verhinden das komplette Umknicken.

        • Michi sagt:

          Martina, es gibt gute Gründe, wieso sich hohe Wander/Bergschuhe durchgesetzt haben. Natürlich ist damit das Risiko einer Bänderdehnung viel kleiner.

    • Michi sagt:

      Viel Spass auf einer sumpfigen Alpwiese oder im Geröllhang…

  • Wanderlustig sagt:

    Das sind wirklich Tipps die ich, bis auf den letzten Vielleicht, alle absolut unterschreiben kann. Nicht nur fürs Wandern!

    Mit der Zeitangabe bin ich allerdings einmal sogar als eher sportlicher Wanderer reingefallen. Es ging Bergab, die Bahn erreichte ich nurnoch knapp.
    Wobei ich mir nachträglich nicht sicher war, ob wir wirklich die richtige Route runter liefen…

    • Alexandra sagt:

      Ich bin also froh zu lesen, dass ich scheinbar nicht die Einzige bin, welche mit diesen Zeitangaben schon Mühe hatte… man fragt sich ja dann immer, ob das nur mit der eigenen Kondition zu tun hat. Das scheint aber so diesen Rückmeldungen hier an definitiv nicht der einzige Faktor zu sein. Ihnen weiterhin viel Spass unterwegs!

  • Wandersmann sagt:

    Die offiziellen Zeitangaben von Wanderwegweisern sind auch nicht in allen Kantonen „gleich sportlich“. Habe mich auch schon gewundert zB. GL vs. GR vs. TI, obwohl technische Anforderungen (T3/T4) und Höhenmeter, etc. vergleichbar waren.

    • Roger Hügli sagt:

      Im Wallis haben bei gewissen „offiziellen“ Angaben sogar einigermassen sportliche Berggänger Mühe, die Zeiten einhalten zu können.
      An den 4 Stunden vom Dorf Saas-Fee zu den Mischabelhütten haben sich schon vermeintlich konditionsstarke die Zähne ausgbissen.

      • Hotel Papa sagt:

        Vollends der Mund offen stehen bleibt einem bei den Zeiten, die Edwar Whymper in seinenem klassischen Wanderführer zu Zermatt angibt.
        Die Leute damals müssen gerannt sein.

      • Niklas Meier sagt:

        Dafür ist man im Aargau einfach mal nur 3 statt 4 Stunden unterwegs.
        Dafür wurde ich neulich bei einer „leichten“ Wanderung mit älteren Bekannten von einer steinigen, langen und sehr steilen Steigung im BL überrascht.
        Manchmal einfach eine Karte bemühen hilft.

      • Üelu sagt:

        Die knappen Zeitangaben sollten die dafür Verantwortlichen Wanderwegplaner mal unter die Lupe nehmen. Ich finde knappe Zeitangaben gerade im Gebirge für weniger erfahrene Wanderer äuserst gefährlich.

        • Alexandra sagt:

          Spannend und irgendwie ein Stück weit auch beruhigend, dass ich scheinbar nicht die Einzige bin, welche mit diesen Zeitangaben schon Mühe hatte… man fragt sich ja dann immer, ob das nur mit der eigenen Kondition zu tun hat :-) Das scheint aber so diesen Rückmeldungen hier an definitiv nicht der einzige Faktor zu sein.

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