An der Schwefelquelle

Diese Woche durch die Dörfer im hinteren Glarner Grosstal.

  • Station Luchsingen-Hätzingen - was für ein liebes Wetter!

  • Eines der Schilder, die Luchsingens Schwefel- und Heilquelle erklären.

  • Unterwegs zur Quelle, über unseren Köpfen die Brunnenberg-Seilbahn.

  • Die Quelle.

  • Im Weiler Adlenbach, Luchsingen.

  • Dieser Tage wird die Pflästerung saniert, gut möglich, dass es hier kurz mal weniger idyllisch ist.

  • Steg über die Linth zwischen Adlenbach und Hätzingen.

  • Die S-Bahn. Sie verkehrt zwischen Zürich und Linthal und ist unsere Transporteurin.

  • Alter Fussweg von Hätzingen nach Diesbach, Blick zurück.

  • Der Diesbachfall.

  • Im Sommer an heissen Tagen ist das sicher ein erfrischender Ort.

  • Der Zirkus Mugg bei Betschwanden.

  • Unterwegs zum nächsten Dorf an der Linth.

  • Wir kommen an und sind ...

  • ... am Ziel: Rüti. Wer nach Linthal weiterwandern will, braucht noch einmal 30 Minuten.

  • Die Karte zur Wanderung.

Der Weg beschenkt den Wanderer eigentlich immer. Weit hinten im Tal der Linth tat er es kürzlich besonders grosszügig. Dabei war ich mit nur einem Vorhaben losgezogen: mir den Diesbachfall anzuschauen.

Strahlend hell war der Tag. Bei der Station Luchsingen-Hätzingen stieg ich aus und hielt auf dem Wanderweg nach Luchsingen hinein. Ein braunes Schild «Schwefelquelle» fiel mir auf. Ich folgte ihm, kam zur Brunnenberg-Seilbahn. 15 Minuten steil den Bergweg hinauf, den Bösbächibach immer zur Linken, dann erreichte ich eine Grillstelle mit Unterstand.

Faule Eier

Darüber lag die Quelle. Schwefelwasser drang in mattem Strahl aus dem vergitterten Bergschlitz. Ich kostete, wobei ich die bereitstehenden Trinktassen ignorierte und mit der Hand schöpfte; doch, Schwefel, der klassische Faule-Eier-Geruch.

Den Schildern am Weg hatte ich dies entnommen: Schon 1542 gab es einen kleinen Badetourismus zur Quelle, der Jahrhunderte später wieder endete. Und: Weil das Wasser Glaubersalz enthält, ist dies auch eine Heilquelle.

Und hinten hockt der Tödi

Wieder unten in Luchsingen, nahm ich den Wanderabzweiger Richtung Hätzingen. Schon wieder eine Überraschung: der geschützte Weiler Adlenbach. Wer wissen will, wie der Kanton vor der Industrialisierung aussah, kommt hier zur Anschauung. Kleine Warnung: In diesen Monaten wird die Pflästerung saniert, es kann sein, dass eine Baustelle irritiert.

Über die Linth ging ich nach Hätzingen – wieder eines dieser hinteren Glarner Dörfer: Viel ist nicht los, und gleichzeitig ist da gespeicherte Schönheit: die Vorgärten, die Häuser, zwischen denen auf Kutschenbreite normierte schmale Strassen hindurchziehen. Und am Horizont hockt der Tödi mit der Schneekappe.

Glück teilen mit einem Deutschen

Auf dem historischen Fussweg wanderte ich via Hinterzuben Richtung Diesbach. Bald hörte ich ihn, um ihn erst dann zu sehen: Der Diesbachfall – gebräuchlich ist aufgrund seiner Gestuftheit auch der Plural Diesbachfälle – ratterte die senkrechte Waldfluh hinab.

Beim Weiler Dornhaus nahm ich die Stäubenstrasse, überquerte eine kleine Brücke, stieg auf der anderen Seite ein paar Meter auf und stand ganz nah am Ort, wo das Wasser des Falls in einem breiten Trichter aufschlägt. Ich verspürte Glück und teilte es mit einem Deutschen auf Velotour; wir staunten beide.

Leider die Kirche verpasst

Kurze Zeit später war ich in Betschwanden. Dort verpasste ich es – im Nachhinein ist man schlauer –, die Kirche romanischen Stils zu besichtigen. Vermutlich hatten mich die Zirkuszelte nah der Linth abgelenkt. Seit einigen Jahren siedelt in Betschwanden der Zirkus Mugg, der wertvolle Arbeitsstellen im darbenden Gebiet bietet; der Pionierbetrieb veranstaltet Kinderanlässe und Clownerien ebenso wie firmeninterne Anlässe.

Auf der Westseite der Linth zog ich nach Rüti. Dort machte ich Schluss, die halbstündige Fortsetzung nach Linthal kannte ich aus anderen Zusammenhängen bereits. Beim Bahnhof legte ich mich auf die Rampe des Lagerschuppens, liess die Sonne wirken und verspürte Dankbarkeit über die Gaben des Weges.

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Route: Station Luchsingen-Hätzingen – Luchsingen, Dorf – Brunnenberg, Seilbahn, Talstation – Schwefelquelle rechtsseitig (in Gehrichtung) des Bösbächibaches am Bergweg zum Schlattberg – Luchsingen, Dorf, Abzweiger nach Adlenbach – Adlenbach – Steg über die Linth – Hätzingen – Hinterzuben – Dornhaus – Diesbachfall – Betschwanden – Wehr – Rüti – Station Rüti.

Wanderzeit: 2 1/4 Stunden.

Höhendifferenz: 290 Meter auf-, 230 abwärts.

Wanderkarte: 246 T Klausenpass, 1:50’000.

GPX-Datei: Hier downloaden.

Charakter: Leichte Wanderung, einzig der Auf- und Abstieg zur Schwefelquelle sind – ein wenig – anstrengend. Schöne Weitblicke das Tal hinauf und hinunter samt den Bergen wie Tödi und Ortstock, die es begrenzen.

Höhepunkte: Die Schwefelquelle. Adlenbach. Der Diesbachfall.

Kinder: Perfekte Länge.

Hund: Gute Sache.

Einkehr: Keine direkt am Weg.

Wasserfall-Route: Nah am Diesbachfall kann man auf der einen Seite, ab Betschwanden, aufsteigen und auf der anderen absteigen nach Diesbach. Steiler und bei Nässe schlüpfriger Pfad. Je 472 Meter auf- und abwärts ab der Station Betschwanden, 2 1/2 Stunden. GPX-File hier.

Wanderblog: Täglich ein Eintrag auf Thomas Widmers privatem Journal.

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1 Kommentar zu «An der Schwefelquelle»

  • sam davis sagt:

    Und nicht verpassen in Diesbach, die Ausstellung über die Industrie -Geschichte der Fabrikantenfamilie Legler, Mitarbeiter und die Jeansproduktion im Glarnerland. Sie heisst jeans made in diesbach:
    http://www.museum-legler.ch/
    Zeitraum: 13.05 – 01.10.2017 Tage: Samstag & Sonntag Zeit: 14 – 17 Uhr Ort: Bürogebäude Legler & Co. Faszinierend auch die Wagnisse, die dieses Unternehmen damals eingegangen ist mit der kompletten Umstellung auf Jeansproduktion
    Viel Spass

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