Aufs Eiffeltürmli

Diese Woche über den Schleifenberg, Liestals Hausberg (BL)

  • Es geht los: Am Bahnhof von Liestal.

  • Auf der Brücke über die Ergolz, oben rechts der Schleifenberg-Turm.

  • Am Hang gewinnen wir Höhe.

  • Schöner Waldweg.

  • Rote Fluh, Aussichtspunkt mit Hag.

  • Blick von der Roten Fluh.

  • Wir sind oben: Auf dem Schleifenberg.

  • Auf der Turmtreppe.

  • Abgang durch den Wald.

  • Wieder an der Ergolz.

  • Das Schild ist nicht für uns Wanderer.

  • In Liestal, sympathisches Schild.

  • Pouletspiessli im Café Azizi: Liestal ist auch Kabul.

Man will als Wanderer die hiesigen Hausberge bestiegen haben, Berns Gurten, Zürichs Uetliberg, Basels St. Chrischona – verflixt, an dieser Stelle fällt mir ein, dass ich nie auf dem Salève war, dem Hausberg von Genf, der übrigens auf französischem Gebiet steht. Der Salève kommt jetzt gleich auf meine Wunschliste.

Aber der Schleifenberg, der Hausberg von Liestal, der ist mein. Blenden wir zurück, wie das an jenem Tag war …

Gut, ist da ein Zaun

Wir starten am Bahnhof von Liestal, Hauptort des Kantons Basel-Landschaft, und halten hinab zur Ergolz, die wir auf der Strassenbrücke queren. Die Altstadt haben wir mehr oder minder missachtet, die wollen wir am Schluss besichtigen.

Vor Augen haben wir nun einen breiten, ziemlich steilen Waldriegel. Den Schleifenberg eben. Die Kuppe rechts mit dem Turm ist insbesondere unser Ziel. Der Wanderweg zieht aber zuerst nach links. Dann am Hang eine Spitzkehre, und wir sind eingespurt. Mal auf schmalem, mal auf breitem Pfad geht es, stets im Wald, kontinuierlich aufwärts; das wäre eine gute Route für heisse Tage. Eine schöne Überraschung ist die Rote Fluh, sie bietet einen schwindelerregenden Tiefblick; gut, hat man so hart am Abgrund einen Zaun montiert.

Fünfzigräppler mitnehmen!

Bald darauf sind wir oben. Die Gartenwirtschaft, von einem Verein betrieben, ist – wir haben Samstag – zu; es handelt sich um eine reine Sonntagswirtschaft. Kein Problem, wir werden später in Liestal tafeln. Der Turm aus dem Jahre 1900, ein Stahlbau, erinnert ein wenig an den Eiffelturm. Ein Eiffeltürmli, witzeln wir, er ist nicht einmal 30 Meter hoch.

Fünfzig Rappen kostet am Drehkreuz der Eintritt. Der Return on investment – jawohl, ich kann auch Wirtschaftsspeak – ist sehr befriedigend, stellen wir oben fest. Der Blick reicht über die bewaldeten Plateaus rundum, aber auch Richtung Basel, zu den Vogesen und zum Schwarzwald. Ein Dreiländerblick also. Was wir nicht sehen, sind die Alpengipfel, dafür ist der Himmel etwas zu dunstig.

Eine gute Sache, dieser Hausberg, den wir uns da angeeignet haben, im Portefeuille der Erinnerungen abgelegt, sozusagen. Jetzt halten wir abwärts Richtung Stächpalmehegli – hübscher Name. Einige Zeit später sind wir wieder unten an der Ergolz. Wir queren gleich auch die ihr zustrebende Frenke und arbeiten uns durch die Vorstadtzone in das Zentrum von Liestal.

Liestal ist auch Kabul

Dessen Altstadt hat Cachet. Wir flanieren, wobei ich zugebe, dass sich in die theoretisch zweckfreie Tätigkeit ein Motiv mischt, das stärker und stärker wird: Wir haben Hunger. Doch wie das so ist, wenn man zu mehrt unterwegs ist, in diesem Fall zu viert: Die Wahl des richtigen Restaurants ist nicht leicht; in meinem Grüppchen hat es Fleischtiger und Vegetarier und Allergiker.

Am Ende finden wir einen Ort, der allen passt und in mir orientalische Erinnerungen weckt. Nämlich das Café Azizi an der Rathausstrasse. Es bietet afghanische Spezialitäten. Bald habe ich originell gewürzte Pouletspiessli vor mir samt Beilagen. Die Speise schmeckt; für die Zeit, bis wir weiterziehen zum Bahnhof, ist Liestal sozusagen Kabul.

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Route: Liestal, Bahnhof – Strassenbrücke über die Ergolz – Rote Fluh – Schleifenberg, Turm – Stächpalmehegli – Plänzen – Windetel – Ergolz-Brücke – Bad – Liestal, Altstadt – Liestal, Bahnhof.

Wanderzeit: 2¾ Stunden. Dazu kommt Zeit für die Besichtigung der Altstadt von Liestal.

Höhendifferenz: Je 360 Meter auf- und abwärts.

Wanderkarte: 237 T Liestal, 1: 50’000.

GPX-Datei: Hier downloaden.

Charakter: Allerhöchstens mittlere Anstrengung, am Anfang und Schluss in Liestal Hartbelag. Aussichtsreich dank dem Turm auf dem höchsten Punkt der Route. Die Altstadt von Liestal lädt zum Erkunden.

Höhepunkte: Der jähe Tiefblick von der Roten Fluh. Der Weit- und Rundblick vom Schleifenberg-Turm. Die Altstadt von Liestal.

Kinder: Gute Sache.

Hund: Mitnehmen!

Schleifenberg-Turm: Täglich offen von 6 bis 20 Uhr. Drehkreuz am Eingang, Eintritt 50 Rappen, Münz mitnehmen! Zum Turm gehört auch eine Wirtschaft, siehe unten.

Einkehr: Wirtschaft beim Schleifenberg-Turm, sonntags und feiertags geöffnet von 7.15 bis 18 Uhr. Café Azizi mit afghanischen Spezialitäten, Rathausstrasse 25, Liestal, keine Homepage. Täglich geöffnet, 061 922 00 68.

Wanderblog: Täglich ein Eintrag auf Thomas Widmers privatem Journal.

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1 Kommentar zu «Aufs Eiffeltürmli»

  • Patrik Müller sagt:

    Und wer noch nicht genug von stählernen Aussichtstürmen hat, dem sei einen Ausflug zum Turm auf der Schartenfluh oberhalb Gempen empfohlen! Da gibt es auch eine grossartige Rundsicht von den Alpen bis zum Flughafen Basel-Mülhausen und auch ein recht gutes Restaurant beim Turm.
    Achtung: Bitte nichts vom Turm runterwerfen, denn bei gutem Wetter hat es oft Kletterer unten an der Felsfluh. An einigen exponierten Aussichtspunkten kann man deren erstaunlichen Fähigkeiten an der steilen Felswand bewundern.

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