Zwei Ostereier am Wanderweg

Diese Woche von Stein am Rhein nach Ramsen und retour (SH/DE)

  • Wir kommen vom Bahnhof zur Brücke und haben vor uns Stein am Rhein mit der Burg Hohenklingen.

  • Herrlich die Altstadt.

  • Ein Königreich für ein Pferd! Treppenweg zur Burg.

  • Gleich sind wir oben.

  • Der adelige Blick auf Stein.

  • Aufstieg zum Özenberg.

  • Riedern, ein deutsches Grenzdorf.

  • Das Waldheim ist ein deutsches Schulheim.

  • Ramsen voraus.

  • Im Hirschen essen wir gut.

  • Die Biber, die zwischen zwei Nationalitäten pendelt.

  • Ein ARA-Turm grad wie ein Osterei.

  • Wolkenstein, die Aussichtsterrasse.

  • Hier die zugehörige Aussicht.

  • Wieder unten in Stein, jetzt setzt es ein Bier.

Wir starten am Bahnhof von Stein am Rhein, halten hinüber in die Altstadt, kommen dabei am Kobane-Imbiss vorbei; hier gibt es Döner. Erinnert man sich noch an Kobane? Das ist die kurdische Stadt, die von der Soldateska des Islamischen Staates schrecklich heimgesucht wurde.

Nach der Rheinbrücke landen wir in so friedlichem wie touristischem Ambiente. Steins Altstadt ist ein Bijou, bemalte Fassaden, Erker, man möchte verweilen.

Bloss haben wir bereits von der Brücke aus die Burg Hohenklingen gesehen; sie zieht an durch ihre herrische Stellung hoch über dem Rhein. Wir steigen auf, der Treppenweg bringt uns ein erstes Mal ins Schwitzen. Die Belohnung ist oben der Blick auf den Rhein, der tief unten als Band sich zieht. Allerdings ist er wie der Tag eher grau als blau.

Die drei Grazien von Riedern

Im Restaurant könnten wir einkehren, aber wir sind dafür noch zu wenig bedürftig. Auf guten Waldwegen ziehen wir weiter, andere Wanderer sehen wir nicht. Vor dem Özenberg gibt es Varianten: Wir können auf dem kleinen Strässchen in den deutschen Ort Riedern halten, auf einigen Karten ist diese Option als Wanderweg eingezeichnet. Oder wir steigen auf den Özenberg, der eher eine Hochebene als ein Berg ist, und nehmen den Feldweg hinab nach Riedern. Wer eine Karte hat, sieht gleich, was ich meine.

In Riedern sehen wir keinen Menschen, bloss drei Katzen, die sich graziengleich auf einer Haustreppe präsentieren. Schon wieder geht es nun aufwärts zum Waldheim, einem Riegelbau, der als Schulheim dient. Gleich sind wir danach wieder in der Schweiz und steigen ab via Eichholz in die weite Ebene von Ramsen. In dem Grenzdorf gibt es übrigens einen Weiler namens Moskau. Wir aber denken nur an eines: Hunger! Hirschen! Essen.

Das Essen im Hirschen ist sehr gut, wir sind jetzt schon glücklich. Das Tischgespräch am Laufen halten neben dem Schaffhauser Roten die Loverooms. Der Hirschen bietet verliebten Pärchen oder Pärchen, die an der Verliebtheit arbeiten wollen, luxuriöse Zimmer mit Sektfrühstück und dergleichen.

Handy sei Dank

Das nächste Stück Richtung Süden bis zum Weiler Bild ist erneut wanderweglos. Wir gehen in Ramsen zum Flüsschen Biber, das übrigens auf den gut 30 Kilometern seiner Existenz mehrmals die Grenze Schweiz-Deutschland überquert. Folgen der Biber. Kommen zur ARA Hegau-Bibertal, die uns mit zwei rostroten Ostereiern im Riesenformat überrascht. Das sieht wirklich so aus, ich schwöre es! In Wahrheit handelt es sich unromantisch um die Faultürme.

Bei Bild könnten wir ohne Anstrengung weiter flachwandern und so wieder Stein zustreben. Wir nehmen den anstrengenden Bergweg und erklimmen den Wolkensteinberg. Oben bekommen wir bei der Burgruine auf einer Terrasse mit flatternder Schweizer Fahne das zweite Mal eine grosse Aussicht serviert, die freilich das zweite Mal unter dem Dunst leidet.

Bald darauf sind wir in Stein. Die Tour war toll, und ebenso toll ist dies: Jetzt trinken wir einen. Zuerst allerdings müssen wir uns sammeln – zum Stil meines Grüppchens gehört nämlich, dass die einen etwas schneller laufen, die anderen etwas langsamer. Und manchmal verliert man sich an irgendeiner dubiosen Abzweigung mal für ein Stündchen aus den Augen.

Handy sei Dank, ist das alles kein Problem. Prost, Leute, das war gut!

++

Route: Stein am Rhein, Bahnhof – Altstadt – Burg Hohenklingen – Ergeten – Özenberg – Riedern (D) – Waldheim (D) – Eichholz – Ramsen – Weg an der Biber – ARA – Bild – Ruine Wolkenstein – Hoppihoo – Stein am Rhein, Altstadt – Stein am Rhein, Bahnhof.

Wanderzeit: 5 3/4 Stunden.

Höhendifferenz: je 590 Meter auf- und abwärts.

Wanderkarte: 405 T Schaffhausen-Stein am Rhein, 1: 50’000.

GPX-Datei: Hier downloaden.

Kürzer: In Ramsen nach 3 1/2 Stunden aufhören. Je 400 Meter auf- und abwärts.

Charakter: Herrliche Abwechslung. Aussichtsreich dank den zwei Burgstellen. Einsam im Wald zwischen Hohenklingen und Ramsen. Flach um Ramsen.

Höhepunkte: Der Weitblick von der Burg Hohenklingen und später von der Terrasse Wolkenstein. Der Zmittag in Ramsen. Die zwei Faultürme wie Ostereier bei der ARA Hegau-Bibertal. Das Schlussbier in der stimmungsvollen Altstadt von Stein.

Kinder: Machbar, etwas weit. Vorsicht bei den beiden Burgruinen.

Hund: Gute Sache.

Wichtig: ID nicht vergessen, wir wandern zeitweise in Deutschland.

Einkehr: Natürlich in Stein am Rhein. Auf Hohenklingen, Öffnungszeiten hier. Ramsen, Hirschen: Mo Ruhetag, Di erst am Abend offen. Unter der Woche an den Nachmittagen geschlossen.

Wanderblog: Täglich ein Eintrag auf Thomas Widmers privatem Journal.

++

Kommentarfunktion deaktiviert.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.