Running Challenge: Machen Sie mit!

Mit diesem Beitrag startet die «Running Challenge». Der Outdoor-Blog begleitet Radiomoderator Marc Jäggi bei seiner Verwandlung vom unvernünftigen Genussmenschen zum Teilnehmer des Halbmarathons Greifenseelauf. Gerne können Sie, liebe Leserin, lieber Leser, an diesem ehrgeizigen Projekt teilnehmen und gegen Marc Jäggi antreten.  

Noch tanzen vor allem Möwen über dem Greifensee. In nicht so ferner Zukunft hofft unser Gastblogger elegant um den See zu kreisen. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Noch tanzen vor allem Möwen über dem Greifensee. In nicht so ferner Zukunft hofft unser Gastblogger, um den See zu kreisen. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Erinnern Sie sich noch an das Sixpack-Experiment? Genau, das war ich. Aus dem Sixpack ist über die Jahre wegen meiner unüberbrückbaren Labilität ein beachtliches One-Pack geworden. Auf 171 cm Körpergrösse kommen aktuell 82 Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einem Body-Mass-Index von 28. Der gemeine BMI-Rechner im Internet sagt dazu: «Sie haben leichtes Übergewicht. Achten Sie vermehrt auf ihre Bewegung und Ihre Essgewohnheiten.» Zu gerne würde ich behaupten, ich hätte mir dieses «leichte Übergewicht» bewusst angefressen, damit ich hier im Outdoorblog das nächste Sportprojekt lancieren kann. Aber solche Behauptungen wären «alternative Fakten». Es ist ganz einfach an der Zeit, sich erneut aus der Komfortzone zu reissen und das nächste Experiment zu starten. Eines, das hoffentlich zum Mitmachen animiert und den einen oder anderen wertvollen Tipp für künftige Lauf-Aficionados abwirft.

Halber Marathon, ganzer Genuss

Der Gegner: Peter Wick (51). Foto: PD

Meine Damen und Herren! Hiermit starten wir «The Running Challenge»! Ein ganz besonderes Laufduell zwischen dem bekannten Wetterfrosch Peter Wick und mir, dem Morgenshow-Host von Radio 1. Wir trainieren ab sofort für den Greifenseelauf am 16. September. Immerhin ein Halbmarathon. Halber Marathon, ganzer Genuss, und für zwei Hedonisten eine beachtliche Herausforderung. Beide – sowohl Peter Wick (51) wie auch ich, Marc Jäggi (41) – neigen zu unvernünftigem Genuss. Keiner würde je eine angefangene Flasche Hacienda Monasterio wegschütten. Keiner kann dem üppigen Cordon bleu in der Zürcher Gastroszene widerstehen, und keiner spürt Entzugserscheinungen, wenn er mal länger keinen Sport gemacht hat.

Kurz, wir sind unterdurchschnittlich sportlich und gerade deshalb überdurchschnittlich geeignet, um zu beweisen, dass aus dem faulen, dicken Entlein ein windschlüpfiger Laufschwan werden kann. Mit unseren Erfahrungen und mit dem profunden Wissen von Laufprofis wollen wir künftige Laufbegeisterte, die im Rahmen des Zürilaufcup an einem oder mehreren der rund 13 Läufe teilnehmen werden, unterstützen, begeistern und inspirieren. Und natürlich will jeder von uns harmlosen Machos den anderen im September am Greifenseelauf vernichtend schlagen. Was haben Sie anderes erwartet? Wir sind Männer. Einfach zu durchschauen und einem kollegialen Fight (aka «Schnäbelifächte») nie abgeneigt.

Experten-Tipps für Genussmenschen

Gönnen wir uns den Spass und schauen gemeinsam auf ein paar aktuelle Leistungsdaten. Peter Wick (192 cm/93 kg) kommt bei einem 10-Kilometer-Trainingslauf auf eine durchschnittliche Pace von 6:45 Minuten pro Kilometer. Ich bin auf die gleiche Distanz 9 Sekunden langsamer und komme auf einen Wert von 6:54 Minuten pro Kilometer. Die Berner Wurzeln haben hier bestimmt einen gewissen nachteiligen Einfluss. Beide sind wir aber auf ähnlichem (tiefen) Niveau. Diese Tatsache macht die Running Challenge natürlich spannend. Fotofinish nicht ausgeschlossen. Was Gulliver Wick mit seiner Länge Vorteile verschaffen würde. Aber so weit sind wir noch nicht. Jetzt geht es darum, clever und smart zu trainieren. Hierfür habe ich viele Experten interviewt und lasse deren Ratschläge in meinen Trainingsalltag einfliessen. Zu Wort kommen Lauflegende Markus Ryffel, Personal-Coach Dave Dollé, Outdoor-Bloggerin und Marathonläuferin Pia Wertheimer, Personal-Coach Aidan O’Neil, Sportarzt Dr. med. Rubén Oliver von Medbase und Ronnie Rüeger. Der ehemalige NLA-Eishockey-Torhüter ist heute bei der ZKB für den Zürilaufcup zuständig. Sie alle haben für uns ihren Wissens- und Erfahrungsschatz geöffnet.

Für den Start der Running Challenge sind folgende Ratschläge an die zwei Genussmenschen auf ihrem Weg zum Halbmarathon zusammengekommen:

  • Macht einen Gesundheits-Check beim Arzt.
  • Kauft anständige Laufschuhe im Fachgeschäft. Bringt die alten Schuhe mit. Eine Fachperson sieht sofort, was ihr braucht.
  • Lauft mindestens 3x pro Woche.
  • Sorgt für eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur. Damit lauft ihr effizienter, ihr reduziert das Körperfett und ihr beugt Verletzungen vor.
  • Nur Laufen ist einseitig. Macht auch anderes. Schwimmen, Velofahren, Yoga …
  • Genügend Erholung ist wichtig.

Mit diesen Tipps werden wir uns in den nächsten Wochen eine anständige Grundkondition erarbeiten können. Um alles weitere brauchen wir uns momentan noch nicht zu kümmern. Ruhe- und Maximalpuls, Intervalltraining, Tracking-Instrumente, Ernährung – all dies werden wir mit unserem Expertenteam in unserer Outdoorblog-Serie bis im September vertiefen. Oder Sie hören sich unsere Rubrik «Checkpoint» auf Radio 1 (93.6 oder via DAB+) an. Diese bringt jeden Mittwoch um 7.35 Uhr Erfahrungsberichte und Expertenwissen für Ihr ganz persönliches Training.

Natürlich profitieren wir auch gerne von Ihren Lauferfahrungen. Wie sieht ihr Trainingsalltag aus? Wie oft trainieren Sie? Und: Machen Sie bei «The Running Challenge» mit und treten Sie am Greifenseelauf im September 2017 gegen Marc Jäggi an?

16 Kommentare zu «Running Challenge: Machen Sie mit!»

  • Claudia sagt:

    … und wenn die Zeit kommen sollte, wo ihr eine Motivations-Spritze nötig habt, kommt mit uns joggen! cityrunning.ch/lauftreffs in der Stadt und freizeitsportler.ch im Greifenseelauf-Gebiet.

  • Karin sagt:

    Das stimmt aber so nicht ganz. Peter Wick ist sportlich, er spielt gut Tennis (jährliches Training im Stanglwirt )und er spielt leidenschaftlich Golf. So viel ich weiß ist er Mitbegründer eines Golfplatzes.

  • Mike Gerber sagt:

    Eine 6:45er Pace wird wohl nicht allzu schlecht sein für das Alter. Ich kann mich noch an meine Läuferkarriere in der Armee erinnern; innerhalb von 8 Wochen konnte ich meine Leistung von “ mit 5 min/km den Anforderungen genügend“ zu einer Leistung von 4 Min/km verbessern (und auch damit war ich eher hinteres Mittelfeld). Immer schön dranbleiben und nichts erzwingen, dann fallen die Zeiten zusammen mit den Pfunden.

    • dominik sagt:

      Sie sollten berücksichtigen, dass ein 18 jähriger Jungspund ganz anders leistungsmässig zulegen kann wie ein Herr im besten Alter. Der eine kommt auf den 4er Schnitt, der andere zum Doktor auf die Liege…

      • sam davis sagt:

        So ziemlich viel Sportler kommen zum Doktor auf die Liege mit solchen Ambitionen. Sehnen und Muskeln etc. sind nicht genügend vorbereitet, aber Hauptsache Fun und alles ganz schnell schnell. Etwas später lassen bei solchen Challenges dann die Abnutzungserscheinungen grüssen. Aber es muss natürlich gleich ein Halbmarathon sein. Und dafür hat man ja die Krankenkasse.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich kann mich noch erinnern. Am Erfolg hatte ich Riesenfreude.
    Und heute? Igitt!

    Und das Datum würde ich auf September 2018 setzen, weil es sonst nämlich zu Überlastungen der Bänder, Sehnen und Gelenke kommen kann. Vielleicht einen Sportarzt in Magglingen fragen?

    • Andi Neukomm sagt:

      so ein Mist. Bis im September ist ein übergewichtiges Pferd MARATHON tauglich, ganz zu schweigen von HALBMARATHON. Von wegen Bänder, Sehnen und Gelenke. Sie werden ja im September nicht gleich Weltrekord laufen wollen.
      Vermiesen SIE uns nicht die gute Stimmung. Danke schön und toi toi toi allen TeilnehmerInnen.
      Und noch etwas Herr Moser: ICH kann die DROGE Alkohol auch richtig geniessen. Wochenlang nichts und an einem Abend etwas übertreiben. MEIN Leben ist Genuss inklusive.

  • Christoph Bögli sagt:

    Ich verwehre mich gegen diesen hartnäckigen Irrglauben, dass Genuss zwangsweise mit Übergewicht und Unsportlichkeit einhergehe. Das ist eine so alte wie billige Ausrede von nahezu jedem mit deutlich zuviel Bauch, dass er/sie „Genussmensch“ sei und damit sein Fett der materialisierte positive Kontrast zu den verkniffenen Asketen, die alle Normalgewichtigen im Umkehrschluss sein müssen.
    Das ist aber Quatsch. Ich schütte definitiv auch keinen Wein weg, schlemme nur zu gerne und sage nicht nein zu einem guten Dessert, weil all das in einem vernünftigen Rahmen und mit einem halbwegs aktiven Lebensstil auch nicht dick macht. Dick wird fast jeder durch völlige Passivität, unbewusst reingestopfte Snacks, Süssgetränke und sonstigen Frass, was aber gerade das Gegenteil von „Genuss“ ist.

    • Roland K. Moser sagt:

      Es gibt da noch einen anderen Irrglauben: Derjenige, dass die Droge Alkohol zum Geniessen dazu gehört.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das muss wohl jeder für sich entscheiden. Wobei das allgemeiner gesehen zumindest so weit richtig ist, dass es den meisten nicht schaden würde, auch mal ihre Definition von „Genuss“ zu hinterfragen. Oftmals ist das effektiv mehr ein Euphemismus für Abhängigkeiten, Zwangsverhalten oder Faulheit.

        Andererseits spielen Drogen, körpereigene oder zugeführte, gerade punkto Genuss traditionell eine wichtige Rolle. Auch beim Laufen wird als eine der Hauptmotivationen ja gerne das „Runner’s High“ beschworen, aus dem sich bei manch einer labilen Person schnell mal eine Sportsucht und Gesundheitsschäden entwickeln..

    • beatrice sagt:

      ja, da gebe ich ihnen recht!

      das wollen eben viele nicht sehen.
      ich habe leider auch seit einem sportunfall ein, zwei kg zuviel. aber ich verstecke mich nicht hinter dem satz ich sei ein genussmensch sondern bin mir sehr wohl bewusst, dass ich endlich den finger aus dem a**** nehmen muss und anfangen mich mehr zu bewegen.

      in zeiten, wo ich halbmarathon gelaufen bin und deswegen mindestens 2-3 x woche gelaufen bin und dazu noch anderes training gemacht habe, konnte ich essen, ohne zuzunehmen. aber das ist ja die krux; sobald man sportlich aktiv ist/wird, faengt man automatisch an, besser auf den koerper zu achten und nicht mehr jeden schrott in sich hineinzuschieben aber umgekehrt eben auch; man wird passiv, traege und das koerpergefuehl ist mies…

  • Felizitas bolt sagt:

    Guten tag

    Den artikel finde ich toll. Bin am greifenseelauf pacemaker und ich arbeite bei der einzigen gesundheitskasse der schweiz.
    Vielleicht moechte der eine oder andere mit mir dann mitlaufen.
    Auch ist die egk am berglaufcup vertreten. Waere eine zusammenarbeit fuer die gesundheit moeglich?
    Freue mich schon

    Felizitas bolt

    • Heiko Siebert sagt:

      Hallo Felizitas, dann möchte ich mich mal stellvertretend bei Dir und allen Pace Makern bedanken – ich habe Euren Service schon ein paar Mal in Anspruch genommen und die gewünschte Zielzeit geknackt!
      @Marc und Peter: viel Erfolg & dranbleiben! Ich glaube in 6 Monaten kann fast jeder einen Halbmarathon schaffen, wenn er/sie es nicht übertreibt. Nur dranbleiben und ein bisschen abnehmen.

Kommentar

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