Drei Flüsse auf einen Schlag (plus ein Bach)

Diese Woche von Kemptthal via Eschenberg nach Räterschen (ZH)

  • Kemptthal, die Wanderung kann beginnen.

  • Die Anlage «Golf Kyburg» auf dem Rossberg.

  • Die Kapelle auf dem Rossberg.

  • Vom Rossberg steigen wir ab zur Töss.

  • Auf bzw. in der Brunibrugg.

  • An der Töss.

  • Das Steintobel liegt hinter uns, wir sind auf dem Eschenberg.

  • Die Wirtschaft auf dem Eschenberg.

  • Ein süffiger Tropfen zum Zmittag.

  • Winterthur-Seen, danach geht es noch einmal aufwärts.

  • Bald sind wir am Ziel in ...

  • ...Räterschen.

Nebel und Sonne duellieren sich, als wir in Kemptthal starten; wer den Tag für sich erobern wird, ist uns in diesem Moment unklar. Im Nachhinein darf ich verkünden: die Sonne. Das Gegeneinander in den ersten zwei Stunden unserer Wanderung ist reizvoll: Immer wieder diese Schwaden und bisweilen die matte Sonnenscheibe.

Kemptthal, im Übrigen, ist für immer mit dem Namen der Maggi-Dynastie verbunden. Heute gehört die Marke, die für Fertigsuppen und Gewürze steht und in diesem feuchten Tal wurzelt, Nestlé.

Wir verlassen die Kempt, sanft steigt der Weg, wir erblicken einen Golfplatz. 18 Löcher. Der Name der Anlage «Golf Kyburg» verweist auf die einst so mächtigen, unweit residierenden Adelsherren, die Kyburger.

Der Töss zuliebe ein Umweg

Bald darauf der Weiler Rossberg mit einer schönen Wirtschaft, die wir doch nicht ausprobieren, weil wir noch zu wenig lang unterwegs sind. Ganz in der Nähe steht eine Kapelle; ihre Vorgängerin, zu Beginn des letzten Jahrhunderts abgebrannt, reichte zurück ins Mittelalter.

Was wir an Höhe gewonnen haben, geben wir wieder auf. Ganz freiwillig. Durch den Wald tappen wir auf einem feuchten Stufenweg hinab zur Töss. Wir queren sie in der gedeckten Brunibrugg, einer Holzbrücke. Und könnten jetzt direkt zu unserem Mittagsziel aufsteigen, dem Eschenberg.

Aber wir wollen zuerst die Töss ein wenig geniessen. Und so folgen wir ihr stromaufwärts und ignorieren später auch einen zweiten Abzweiger zum Eschenberg. Erst beim Steintobel halten wir links in den steilen Wald. Und wieder geht es hinauf entlang des Tobelbachs, der nicht besonders imposant wirkt und doch einen eigenen Wikipedia-Eintrag besitzt. 2,3 Kilometer lang ist er, steht da.

Hochplateau mit Turm und Tierpark

Bald darauf der Eschenberg, ein Hochplateau, in dessen ausgedehnten Waldungen die Winterthurer ihre Freizeit geniessen und Sport treiben. Oder aber sie besuchen den Wildpark Bruderhaus oder besteigen den Aussichtsturm aus Stahl. Wir haben beides schon getan und konzentrieren uns daher auf die Wirtschaft.

Bevor wir eintreten, drehen wir uns um. Der Dunst hat sich netterweise bereits so weit verzogen, dass wir jenseits der Töss erhöht die Silhouette der Kyburg erkennen. Der verbliebene Nebel ist wirklich ein Segen, er macht die Burg zum Geheimnis.

Der Eschenberg ist eine tolle Wirtschaft, man kocht ländlich, was die städtische Klientel besonders liebt. Wir schlagen uns die Bäuche voll, ziehen schliesslich weiter, steigen ein zweites Mal ab nach Seen, einem Winterthurer Stadtkreis, 1922 eingemeindet und mit einem eigenen S-Bahnhof versehen. Seen wahrt eine Portion Eigenständigkeit, indem es sich mit einem Grüngürtel weitgehend vom Rest Winterthurs abgrenzt.

Kaffee im Blumenladen

Nach dem Bahnhof müssen wir ein letztes Mal aufsteigen. Wir durchziehen den Sonnenberg, ein Hangquartier, und kommen auf den Etzberg: wieder Wald. Nun hat die Sonne gewonnen, und so sehen wir, als es ein letztes Mal abwärts geht, sehr schön unser Schlussziel Räterschen.

Unten trinken wir bahnhofsnah einen Kaffee im Blumenladen Waldburger, der auch ein Café ist. Als ich, wie immer am Ende einer Wanderung, die Karte studiere, stelle ich fest, dass wir nun an der Eulach sind. Also dem dritten namhaften Fluss unserer Unternehmung nach Kempt und Töss. Den Steintobelbach zähle ich nicht mit, trotz Wikipedia.

++

Route: Kemptthal, Station – Rossberg, Kapelle und Restaurant – Brunibrugg – Tössuferweg bis Wanderabzweiger ins Steintobel – Eschenberg – Paradies – Winterthur-Seen, Station – Sonnenberg – Etzberg – Rätscherschen, Station.

Wanderzeit: Knapp 4 Stunden.

Höhendifferenz: 334 Meter aufwärts, 324 abwärts.

Wanderkarte: 216 T Frauenfeld, 1: 50’000.

GPX-Datei: Hier downloaden.

Retour: Räterschen liegt an der Bahnlinie Wil-Winterthur.

Charakter: Dreimal aufwärts, dreimal abwärts und trotzdem nicht sonderlich anstrengend. Schön und abwechslungsreich. Sehr familientauglich.

Höhepunkte: Die Rossberg-Kapelle. Der Uferweg an der Töss. Der Blick vom Eschenberg zur Kyburg.

Kinder: Perfekt.

Hund: Perfekt.

Einkehr: Das Restaurant Eschenberg kocht ländlich für die städtische (Winterthur) Klientel, sehr gut. Im Winterhalbjahr bis und mit März Mo/Di Ruhetag. Im Sommerhalbjahr von April bis Oktober Mo Ruhetag. Daneben gibt es weitere Restaurants am Weg, darunter das Restaurant Rossberg.

Wanderblog: Täglich ein Eintrag auf Thomas Widmers privatem Journal.

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