Läufer, geht fremd!

Knackiger Hintern und Fahrtwind: Inline-Skaten ist besser als sein Ruf. (Screenshot/Angry Ostrich)

Knackiger Hintern und Fahrtwind: Inline-Skaten ist besser als sein Ruf. (Screenshot/Angry Ostrich)

Endlich! Der Sommer ist da! Lange haben wir Outdoorler auf ihn warten müssen. Einen Vorteil hatte aber das kühle Wetter, das nicht nur aufs Gemüt schlug, sondern selbst eingefleischten Sportbegeisterten als Motivationskiller zu schaffen machte: Laufen war zu jeder Tageszeit möglich, ohne gegen eine Hitzewand zu klatschen. Mit den hohen Temperaturen ist Schluss damit. Es gibt jedoch drei Menschengruppen, die in sportlicher Hinsicht trotz der warmen Jahreszeit keine Nachteile in Kauf nehmen müssen: Die Frühaufsteher, die Nachtschwärmer und die Polysportler! In keiner anderen Jahreszeit lässt es sich als Läufer lustvoller fremdgehen. Die anderen Disziplinen bringen nicht nur Abwechslung in den Trainingsalltag, sie sind bei hohen Temperaturen oft praktikabler. Und: Sie stärken Muskeln, die für Läufer sehr wertvoll sind.

Biken:

Biken im coupierten Gelände hat für den Kreislauf den Effekt eines Intervalltrainings, denn während die Steigungen das Herz so richtig pumpen lassen, bieten die Abfahrten wohlverdiente Pausen. Weil der Fahrtwind Erfrischung bietet, kann sich der Biker auch bei sommerlichen Temperaturen austoben. Das gilt genauso für den vierbeinigen Begleiter, wie Lily hier zeigt:

Hund versus Bike: Lily Shred steht auf zweirädrige Begleiter. (Youtube/MtnRanks)

Inline-Skaten:

Einst war das Rollschuhlaufen auf den in einer Reihe auflinierten vier Rollen eine regelrechte In-Disziplin. Heute sind die Inliner eher eine aussterbende Spezies – zu Unrecht. Denn gerade an heissen Sommertagen bietet Inline-Skaten eine gute Abwechslung zum Laufen, die leichte Kleidung und der Fahrtwind kühlen wohltuend ab. Diese Sportart stählt die seitlichen Oberschenkelmukis und sorgt für einen knackigen Hintern. Die trainierten Muskelketten sind beim Laufen wertvoll, weil sie beim Abstossen mithelfen – sprich den Läufer schneller machen. Ganz nebenbei feilt der Skater an Koordination und Gleichgewicht und entdeckt en passant neue Ufer. Einziger Wermutstropfen: Der Inliner ist auf guten und trockenen Asphalt angewiesen.

Auf Inline-Entdeckungstour in Mission entlang des Pazifischen Ozeans. (Youtube/Angry Ostrich)

Rennrad:

Es eignet sich für lange extensive Ausdauertrainings (wenn das Gelände flach ist) ebenso wie für Einheiten mit abwechselnden Intensitäten (wenn die Strecke coupiert ist). Diese Disziplin gibt dem Läufer eine grosse Freiheit beim Wirkungsfeld seines Trainings: Wer Kraft aufbauen möchte, legt grössere Gänge ein. Wer hingegen seine Ausdauer steigern will, wählt die kleinen Gänge und trampelt dafür schneller. Der Fahrtwind kühlt den Sportler zuverlässig ab und die grosse Reichweite lässt sich gerade im Sommer gut mit Ausflügen verbinden, bei denen auch Pässe oft beliebte Ziele sind. Aufgepasst, wenn die Strassen nass sind, denn die profillosen Pneus geraten dann leicht ins Rutschen.

Schwimmen:

Dieser Sport schont die Gelenke und fordert jene Muskeln, die ein Läufer tendenziell sträflich vernachlässigt. Das Wasser eignet sich für Grundausdauertraining genauso wie für wechselnde Intensitäten – der Sportler wählt hier völlig frei und unabhängig von den Gegebenheiten. Wer Längenschwimmen hasst, hat keine Ausrede, denn die vielen kleinen und grossen Seen in der Schweiz haben bald schon die Wohlfühltemperatur erreicht. Vorsicht, wer ins offene Wasser geht: Zur eigenen Sicherheit nie ohne Begleitung und immer mit Badekappe, damit die Schwimmer gut sichtbar bleiben. Und auch im Wasser ist der Sonnenschutz ein Muss.

Wer trotzdem bei sommerlichen Temperaturen laufen geht, sollte seiner Gesundheit zuliebe einige Grundregeln beachten, die meine Kollegin Natascha Knecht zusammengetragen hat.

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