Geiz ist nicht geil

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Die Ausrüstung ist entscheidend – aber wo kauft man sie? Im Fachhandel oder im Internet? Foto: iStock Photo

In einem Bergsportgeschäft nehme ich zumeist Beratung in Anspruch. Ich schätze es sehr, wenn mir die Vor- und Nachteile der Produkte erklärt werden. Noch nie wurde mir diese Dienstleistung des Verkaufspersonals extra verrechnet. Und ehrlich gesagt, wäre es mir nie in den Sinn gekommen, dass mich die Beratung einst kosten könnte.

Nun lese und höre ich, dass das Intersport-Geschäft Zürcher Sport in Frutigen BE ein Pionierprojekt gestartet hat. Kundschaft, die sich dort beraten lässt, muss eine Beratungsgebühr bezahlen: Von einem erfahrenen Verkäufer kostet sie 72 Franken pro Stunde, beim Erstjahrslehrling beträgt der Stundenlohn 24 Franken. Mit diesem neuen Konzept will der Geschäftsinhaber der preiswerteren Internetkonkurrenz entgegenhalten. Er spricht damit ein Problem an, das fast alle Branchen des Fachhandels betrifft: Immer mehr Kunden lassen sich in den Geschäften ausführlich beraten, kaufen aber nicht dort. Sie bestellen das Produkt stattdessen bei einem Onlinediscounter im Ausland. Bei Zürcher Sport ist damit jetzt Schluss: Auch Beratung habe ihren Preis, sagt der Inhaber. Im Gegenzug erhält der Kunde einen Rabatt von 20 Prozent auf den Einkaufsbetrag.

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Fachberatung ist hilfreich, aber nicht umsonst. Wie viel ist man bereit, dafür auszugeben? Foto: Markus Hubacher

Auf einen Bericht letzte Woche in der «Berner Zeitung» folgte online eine Flut von Leserkommentaren. Grundtenor: Nicht das Internet sei das Problem, sondern «die zum Teil masslos übersetzten Preise der Detailhändler». Ich selber finde die Idee einer Beratungsgebühr in einem Sportfachgeschäft sicher auch nicht gut. Aber noch viel schlechter finde ich, dass es tatsächlich Leute gibt, die sich in einem Fachgeschäft beraten lassen und dann im Internet günstig bestellen. Wie billig ist das denn? Unterirdisch!

Für mich fällt dieses Verhalten etwa in dieselbe Kategorie wie die neue Mentalität in den unbewarteten Gebirgsunterkünften. Immer mehr Leute übernachten im warmen Lager, verheizen vom bereitgestellten Holz, nutzen alle Annehmlichkeiten. Dafür zu bezahlen, halten aber einige offenbar für unnötig. Statt das Geld in die Kasse zu werfen, brechen sie diese sogar auf. Selbstverständlich macht das nicht jeder Alpinist, aber offenbar so viele, dass das heutige Konzept, das auf Vertrauen basiert, überdacht werden muss. Gut möglich, dass die Winterräume und Biwaks bald nicht mehr jederzeit und für jedermann offen sind.

Solche «Gratisübernachter» kenne ich persönlich nicht, aber durchaus solche, die zumindest einen Teil ihrer Bergsportausrüstung günstig im Internet bestellen. Zum Beispiel Tourenski mit Bindung und Fellen. Seine Ersparnis habe mehrere Hundert Franken betragen, sagte mir diesen Winter ein Tourenkumpel. Ein bestechendes Argument, zweifellos. Jeder hat das Recht auf «Geiz ist geil» und «Ich bin doch nicht blöd». Wenn jemand findet, in einem Fachgeschäft seien die Preise masslos übersetzt, dann ist das legitim. Doch weshalb meidet er solche Läden dann nicht konsequent? Warum geht er hin und lässt sich beraten? Wieso probiert er sich z. B. durch das Schuhsortiment, bis er ein passendes Modell findet – im Wissen, dass er es dann im Internet bestellt? Weil man die Schuhe aus dem Internet vorher nicht anprobieren kann? Ist Profitieren zulasten anderer geil? Oder vielleicht doch nur blöd?

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82 Kommentare zu «Geiz ist nicht geil»

  • Hans Knecht sagt:

    Weis zwar nicht wie es bei den Outdoor-Shops im Berner Oberland ist, nur kennen ich andere Hobbybereiche in denen alle Shops auf Internet und Online-Versand umgestiegen sind, der Laden eigentlicht der Lagerraum für den Versand und die Kundenberatung eigentlich ein Fachsimpeln unter Gleichgesinnten ist.
    Wenn man betrachtet wie teuer mancher Orts die Ladenfläche ist und die Kosten berechnet werden, dann haben klassische Shops meines Erachtens leider keine Zukunft.

  • Peter Stalder sagt:

    Bin absolut der Meinung der Autorin.
    Am Ende wird es keine gute Beratung mehr geben und auch weniger Fachläden, weil die logischerweise nie mit dem Online-Preis mithalten können.
    Wer im Internet gerne stundenlang recherchiert, darf wohl online einkaufen – allerdings verrechne ich meine Stunde Arbeit zu 100 CHF – da merke ich genau, wann es sich lohnt Online zu bestellen oder eben im Laden eine Beratung zu bekommen.
    Neulich machte ich eine bedenkliche Erfahrung: Die Beratung im Laden war falsch und ich musste das Gerät 2x umtauschen. Hat mich extrem viel Zeit gekostet. (ca. 3 Stunden, statt nur einer Stunde) – das hat sich nicht gelohnt – und dorthin werde ich auch nicht mehr gehen.

  • Stefan Salzmann sagt:

    Der wachsende Onlinehandel ist leider eine Realität und wird in den nächsten Jahren weitere Detailhändler verdrängen. Unsere Innenstädte werden sich in den nächsten 10 Jahren optisch verändern; entweder vermehrt Gastronomie und Handyläden oder deutlich mehr Leerstände.
    Wie man allerdings Schuhe im Internet kauft (Zalando), ist mir weiterhin ein Rätsel. Ich habe es mehrfach probiert und nur Retouren erzeugt.

  • Ivo Baumgartner sagt:

    Wenn man Beratung in Anspruch nimmt und das richtige und passende Produkt dabei war, dann kauft man es auch dort. So einfach ist das.
    ABER das mag nun hart sein, aber viele (Berg-)Sportgeschäfte haben kein Qualifiziertes Personal. Zumindest hier in Zürich ist es eine Katastrophe. Die lesen einem vor was im Katalog steht. Sorry das kann ich selber auch. Oder wenn ich sage ich suche eine rote oder orange Primaloftjacke der Verkäufer mit schwarzen, grünen oder blauen Produkten ankommt. Dann stellt sich mir schon die Frage welcher Teil von rot oder orange der Verkäufer nicht verstanden hat?

    • Ivo Baumgartner sagt:

      Teil zwei:
      Wenn dann die selbe Person noch knallhart behauptet das Produkt XY gebe es nicht in rot (gibt`s schon nur führt der Laden es nicht im Sortiment) dann habe ich keine Skrupel nach dem finden der passenden Grösse das ganze im Netz zu bestellen.
      Dies ist aber nur die Spitze des Eisberges und betrifft vor allem zwei Läden hier in Zürich.

      • Andreas sagt:

        Ivo Baumgartner: Was erwartest Du denn von Verkaufspersonal, das 4–4500 Fr monatlich verdient? Eine professionelle Beratung zu gefühlten zwei Mio Artikel, die solche Geschäfte in Zürich führen? Das geht schlicht nicht auf. Zudem, die Sache mit der Beratung ist nur die halbe Wahrheit.: Du gehst ja nämlich nicht nur in den Laden, um Dich beraten zu lassen, sondern auch um anzuprobieren! Und das alleine kostet den Laden bereits. Du nimmst also Dienstleistungen vom Laden in Anspruch, die Du so von einem Internetanbieter nicht hast.

  • Ines sagt:

    Gerade bei Outdoor-Ausrüstung lohnt sich die Beratung, diese Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht. Z.B. sitzt der Rucksack, zu dem ich beraten wurde, optimal. Einer, bei dem ich nur von Freunden beraten wurde, macht mir dagegen Nackenschmerzen. Und wenn ich kompetent beraten werde und sich der Verkäufer auch kurz vor Ladenschluss noch die Zeit nimmt, mich alle in Frage kommenden Klettergurte anprobieren zu lassen, dann kaufe ich den gewünschten Gurt auch dort. – Hinzu kommt, dass ich zu Hause nicht die Möglichkeit hätte, mich probeweise im Gurt von der Decke baumeln zu lassen.

  • Andreas sagt:

    Da bringen einige Leute was durcheinander. Ihr bezahlt im Laden nicht NUR für die Beratung, sondern auch fürs Probieren & Auswahl. Es soll und darf jeder über das Internet aus dem Ausland bestellen wie er/sie will. Aber erst im Laden die Schuhe durchprobieren und schauen, welches Model passt und dann – unter dem Vorwand „die Beratung war ja eh nicht so super“ – das Produkt im Ausland per Internet bestellen ist einfach nur nutzniesserisch und asozial. Und natürlich ginge es billiger: Wenn die Verkaufslöhne von den mickrigen 4’000 Fr monatlich auf 2’500 gesenkt werden und die Produktion etc. noch stärker in Billiglohnländern verlagert wird. Aber genau so gibt’s auch Leute, die EUREN Job für weniger Lohn machen können. So ohne Job wirkt ein Bergschuh auch im Internet plötzlich sauteuer.

  • jen sagt:

    man muss zwischen berater und verkäufer unterscheiden. verkäufer arbeiten in einem geschäft und sollen die produkte die dieses geschäft anbietet verkaufen. berater sollen helfen das passende produkt überhaupt zu finden und nicht das passende produkt im beschränkten sortiment EINES GESCHÄFTES. berater die für ein geschäft tätig sind, sind verkäufer welche mich nur über produkte beraten welche sie verkaufen wollen. und für das bezahlen ich sicher nicht. die wahren berater sind sportskollegen welche die produkte meines inetressens verwenden und mir ehrlich über ihre erfahrung auskunft geben, ohne eigeninteresse.

  • Chris sagt:

    Ich kaufe prinzipiell da wo ich anprobiere oder mich beraten lasse. In einem Geschäft verschiedene Artikel ansehen, anfassen, und anprobieren können ist mir ein etwas höherer Preis wert. Natürlich könnte ich nachher günstiger online kaufen, aber dann gibt es vermutlich irgendwann den Laden nicht mehr. Als ich meinen Wanderschuh gekauft habe, hat der Verkäufer den Fuss angeschaut und mir einen Schuh vorgeschlagen, den ich optisch nicht sehr ansprechend fand. Natürlich habe ich einige „schönere“ probiert. Der erste war schlussendlich mit Abstand der beste. Später als ich einen Bergschuh gekauft hatte, durfte ich mit verschiedenen Modellen ausgiebig durch den Laden spazieren und so den Sitz ausgiebig testen. Das ist definitiv etwas wert.

  • Markus Urbanitzky sagt:

    Super geschrieben, Danke!!

  • tom Bellier sagt:

    Völlig ihrer Meinung. Allerdings machen es einem die Fachgeschäfte auch nicht einfach: Finden Sie z.B. mal (Berg)schuhe in Grösse 47 in einem Laden… «Können wir bestellen» bekommt man dann zu hören. Danke, bestellen kann ich selber günstiger und muss nicht extra nochmal in die Stadt fahren dafür.

  • Michael sagt:

    Wurde vor kurzem durch ein Bergsportgeschäft schriftlich informiert, dass die von mir gekauften Friends zurückgerufen werden. Viel Glück all denen die Artikel ausschliesslich im Internet kaufen, mal schauen ob die dann auch so einfach informiert werden. Für mich ein weiterer Grund beim „Händler meines Vertrauens“ einzukaufen, da nehme ich die höheren Preise gerne in Kauf.

  • Christine sagt:

    Bei der Suche nach einen Artikel oft in 3 bis 5 Geschäfte gegangen und nichts gefunden: Gibt es nicht mehr, haben wir nicht. Dann 3 Klicks im Netz und fündig geworden. Da muss man ja online kaufen.
    Bei einer Sportgeschäftkette erst auf deren Homepage geschaut und dann in den betreffenden Laden gegangen, der für mich nicht so leicht erreichbar ist. Die erste Antwort war: Haben wir nicht vorrätig. Wir können es Ihnen bestellen und dann nach Hause schicken, das kostet Chf 10.- Gebühr. Das fand ich schon recht überheblich und habe die gewünschten Artikel dann im Internet ohne Versandgebühren und auch günstiger bestellt.
    Es gibt auch Onlineshops mit Livechat und die kostenlose Beratung funktioniert sehr gut.
    Der Wille in einen schweizer Fachgeschäft zu kaufen ist da, aber oft erfolglos.

    • Peter Stalder sagt:

      Wenn Sie einen bestimmten Artikel möchten, rufen Sie doch vorher an, ob dieser auch wirklich an Lager ist. Soviel sollte Ihnen Ihre Zeit schon wert sein.

  • Pesche sagt:

    Ich hoffe, dass genau dieses Verhalten vielen Läden richtig wehtun wird, denn was teils aufgeschlagen wird, geht auf keine Kuh-Haut. Spitzenreiter wie Transa verlangen teils weit über das Doppelte. Finde ich absolut untragbar. Einen Mehrpreis von max. 20% bin ich bereit zu bezahlen, mehr nicht. Gerade bei Schweizer Herstellern wie Mammut gehe ich mit Freude in die Stores, um alles zu probieren, damit ich es dann in DE mit 50% Rabatt kaufen kann. Ich honoriere Beratung gerne, aber nur wenn Sie einen Mehrwert bietet und Knowhow da ist. Für Tipps, die ich mit 20 Sekunden googlen selber finde, bezahle ich nicht. Und für Verkäufer, die mir die Etikette vorlesen und erzählen, sie hätten das gleiche Modell zuhause, erst recht nicht.

    • Andreas sagt:

      “ Gerade bei Schweizer Herstellern wie Mammut gehe ich mit Freude in die Stores, um alles zu PROBIEREN, damit ich es dann in DE mit 50% Rabatt kaufen kann. Ich honoriere Beratung gerne, aber nur wenn Sie einen Mehrwert bietet und Knowhow da ist.“

      Offenbar gehst Du nicht in den Laden der Beratung wegen, sondern damit Du die Produkte selbst PROBIEREN kannst. Damit Du sie probieren kannst, muss der Laden eine vorrätige Auswahl haben, womit auch ohne Verkaufspersonal bereits Kosten anfallen (Versand, Lager-/Ladenfläche, Bestellprozess etc). DAS honorierst Du aber nicht. Ferner bietet kein Online-Versand eine professionelle Beratung an (wie auch!?). Probieren ist Dir also wichtiger als Beratung, willst dafür aber nichts zahlen – was Dich zu einem Nutzniesser auf Kosten anderer macht.

  • Phoebe sagt:

    Ich kenne ein Geschäft in Zürich das geht den Mittelweg:
    Beratung ist kostenlos, Preise orientieren sich am bekanntesten Schweizer Internethändler. Es bietet optional eine % Service-Gebühr an. Diese deckt kompetente Hilfe bei späteren Reklamationen, Problemen, Fragen etc ab. Wenn man diese art Versicherung nicht haben möchte, dann wird es einen an den Kundendienst des Herstellers/Importeurs verweisen.
    So bewältigt es den Spagat zwischen Online-Preisen und Kosten für Beratung und Laden

  • Wild sagt:

    Im Fachhandel trinke ich meistens einen Kaffee, plaudere mit dem Chef, über Touren, Ausrüstung etc. Dann besprechen wir was ich will und was ich mit dem Produkt machen will.

    Das ich mit dem Produkt nach hause gehe was ich brauche ist mir den Mehrpreis wert. Dafür muss ich keine Fehlkäufe im Internet wieder verkaufen.

  • Andi sagt:

    Die Entwicklung hin zu Online-Shopping wird im erst Detail-Handel, danach auch in den nachgelagerten Sparten noch sehr viele Stellen kosten. Diese Entwicklung hat bereits begonnen. Eine Beratungsgebühr zu verlangen dürfte bei der Kundschaft nur dazu führen den Laden ganz einfach nicht zu betreten. Das kann auch keine Lösung sein. Allerdings müsste man sich endlich dazu durchringen ein rigoroses Fotografier-Verbot in den Geschäften durchzusetzen. Der „Beratungsklau“ wäre so zu einem grossen Teil zu vermeiden.

  • Anja sagt:

    Der Einzelhandel, generell, muss sich überlegen, was ihn einzigartig macht gegenüber dem Internethandel. Anscheinend reichen Beratung und Probieren können nicht aus, um Produkte/Ware zu verkaufen. Hier ist Ideenreichtum und Innovation gefragt, das Schaffen eines für den Käufer attraktiven Verkaufserlebnisses. Dies funktioniert aber nicht über den Kuhhandel Beratung zahlen, Rabatt erhalten sondern über echte Benefits für den Kunden wie: Zusatzgarantie, im Gelände ausprobieren und bei Nichtzufriedenheit retournieren, Kundendatenbank mit Produktabgleich, gratis Kurztrainings/Einführung in Materialnutzung usw. Allerdings würde das für viele Einzelhändler echte Arbeit bedeuten und man müsste sich aktiv um KundeN bemühen, nicht nur mit Worten sondern mit Taten.

  • Marcel Chevaux sagt:

    Also noch einmal:
    Wir lernen jetzt, dass Verkäufer keine Berater sind.

  • Dieter Riga sagt:

    Auch ich habe mich des öfteren beraten lassen in den bekannten Sportketten betr. Kleidung. Ergebnis: Die sogenannten Fachverkäufer haben das Etikett des Artikels abgelesen. Nun das kann ich selbst. Habe aber auch erlebt, dass sich ein Verkäufer (nicht in einer Sportkette) bei einem Schuhkauf wirklich Mühe gemacht hat. Das Problem war die Innensohle. Wir haben gemeinsam eine optimale Lösung gefunden. Ungeachtet dessen, kann ich von einem Auszubildenden im 1. Lehrjahr die gleiche Beratung erwarten wie von einer sogenannten erfahrenen Fachkraft? Eher nicht. Dafür Geld zu verlangen, empfinde ich als Frechheit. Was Kleidung betrifft, verlasse ich mich eher auf Kundenbewertungen im Internet und bestelle es auch dort. Dies hat nichts mit Geiz ist Geil zu tun. Die Ersparnis ist erheblich.

  • Hans im Glück sagt:

    Der Dumme zahlt den geforderten Preis. Der kluge handelt, entweder den Preis runter oder er kauft im Internet. Schlussendlich ist es dasselbe Produkt, meist unter menschenunwürdigen Umständen hergestellt. Wen interessiert da schon die Fairness? In jedem Fall profitiert irgend ein Boni Abzocker davon, stört ja auch niemanden! Wir Schweizer sind ja auch dafür, den Steuerasylanten mittels Pauschalbesteuerung eine schöne Heimat zu bieten. Ist das fair? Wir haben Bundesräte deren Firmen in Guernsey Steuern optimieren. Ich habe mir sagen lassen, das sei heute normal ja sogar Unternehmerpflicht?!
    Jammern auf hohem Niveau, was solls? Demnächst müssen wir am Eingang zur Migros Fr. 20 vorgezogene Beratungsgebühr bezahlen. Modern times….

  • Susanna sagt:

    Ich geh‘ ab und zu in Geschäfte und probiere Sachen aus (beraten lasse ich mich dabei nicht, weil es mich anschämen würde) und kaufe dann im Internet – ist traurig, aber seit mein Job von einer Deutschen besetzt wurde, muss ich mich nach der Decke strecken. Ich kauf‘ auch in Deutschland und wenn in der Schweiz, dann immer kurz vor Geschäftsschluss bei den Nahrungsmitteln, damit ich 50 % bekomme – eine Bergsteigerausrüstung habe ich nicht und ich spar‘ schon seit Wochen auf ein paar neue Joggingschuhe – so viel einfach zu einem Teil derjenigen, die im Internet kaufen – nicht bei allen hat es mit Geiz zu tun.

  • linus sagt:

    übrigens habe ich noch nie verstanden, wieso Fachgeschäfte Kunden vergraulen, welche ein fremdgekauftes Produkt zur Reparatur bringen.
    Mir passiert, als ich ein Kindervelo, gekauft bei Coop, zum ortsansässigen Mechaniker brachte. Man hätte meinen können, ich würde die Rechnung fürs Reparieren bei Coop begleichen.

  • linus sagt:

    Fachgeschäfte machten lange gutes Geld mit ihren Kunden. Mehr oder weniger gute Beratung gehörte dazu. Mit der Globalisierung und dem Inernet wird es eine grosse Umwälzung geben. Fachgeschäfte werden entweder verdrängt oder müssen sich neue Einnahmequellen suchen.
    Die grossen Onlinehändler ihrerseits haben die Beratung und das physische Anprobieren auch entdeckt. Sie werden in Zukunft Ausstellungsräume in den Zentren eröffnen und auch Beratung anbieten.
    Die kleinen Fachgeschäfte werden wohl in Zukunft ihre Lichter löschen, analog Tante Emma-Läden, ausser sie schaffen es, den Kunden mit einem Zusatzangebot zu verwöhnen und zu binden.

  • Cornelia sagt:

    Der Kunde lebt in für ihn goldenen Zeiten – liest man. Noch nie gab es so viel Produkt für so wenig Geld. Globalisierung und Internet sei dank. Blöd nur, dass viele Käufer vergessen, dass sie als Angestellte auch auf der Gegenseite stehen. Momentan trifft es vor allem Einzelhändler, morgen sind dann auch andere drann. Küchen oder gar ganze Systemhäuser werden in Polen gefertigt, der tschechische LKW-Fahrer fährt für CHF 1.50 pro Stunde in ganz Europa rum, Bankangestellte werden dem Internet-Banking zum Opfer fallen und Autohäuser dicht machen, da auch das Auto im Netz erworben wird. Alles kauft man mit hohem Lohn für ganz wenig Geld. Nur, wenn man dereinst keinen Job mehr hat, ist auch sehr billig noch teuer. Dieses Erwachen wird für viele CH-Schnäppchenjäger noch verd….. hart werden.

    • Peter Müller sagt:

      Die negativen Aspekte wo sie beschreiben hat mit der Globalisierung zu tun und nichts mit den massiv überteuerten Sportartikel in der Schweiz Die Globalisierung ist zugegebenermassen sehr schlecht für die Arbeitnehmer und kann den Verlust vom Arbeitsplatz bedeuten.
      Wenn der Händler überleben will muss er Lieferanten suchen wo zu fairen Bedingungen liefern und sicher nicht versuchen eine Beratungsgespräch in Rechnung zu stellen wo niemand bereit zu bezahlen ist, so was machen nur Händler wo die Bedürfnisse von den Kunden nicht kennen oder Kunden als Milchkühe sehen die jeden Preis bezahlen dürfen.

  • U. Tobler sagt:

    Ein grosser Frustblog. Ich kann das schon verstehen aber Schweizer Preise sind einfach viel zu hoch. Kleider kaufe ich immer in der Schweiz, weil sie passen müssen aber wenn ich z.B. einen neuen Fernseher brauche, kaufe ich den auf jeden Fall im Ausland. Die Berater in den grossen Märkten in der Schweiz sind ungeschult und teilweise unverschämt in ihrem Verhalten. Mässig interessiert und schon wartet der nächste Kunde und weg ist der Berater. Bergschuhe soll man hier kaufen aber wenn Seile 20% teurer als im Ausland sind, kaufe ich im Ausland. Die Sportgeschäfte haben extrem gut gelebt. Ich kenne einige Inhaber und die haben richtig viel Geld verdient in den letzten 20 Jahren. Von diesem hohen Standard runter zu kommen ist natürlich schwierig. Ihr werdet es lernen müssen.

    • Dieter Riga sagt:

      Grundsätzlich bin ich mit Ihrer Meinung einverstanden. Dies gilt auch für Musikanlagen (Amazon.de etc , sofern Sie an eine zB deutsche Adresse liefern lassen). Aber für TV-Geräte im mittleren und unteren Preissegment fahren sie nach meiner Ansicht in CH besser. Ebenso verlasse ich mich sowieso nicht auf eine Beratung in den grossen Märkten. Konsultiere eher die Kundenbewertungen im Internet. Bin bis anhin nicht schlecht damit gefahren.

  • Patrick sagt:

    Wie sieht es aus, wenn ich mich im Internet informiere, darf ich dann auch online einkaufen? Bei Schuhen, Bekleidung ist es auch für mich klar, die will ich probieren und kaufe sie dann auch gleich im Geschäft, wenn Sie passen aber z.B. bei Skis. Da informiere ich mich im Internet, weil ich den für meine Bedürfnisse besten Ski haben will und nicht nur den besten aus einer Auswahl von vielleicht 20 im Sportgeschäft. Sollte ich dann noch ewig lang suchen, bis ich ein Geschäft gefunden habe, das meine Wahl führt. Soll ich etwa noch eine längere Autofahrt in Kauf nehmen? Manchmal liegt ein Onlinekauf einfach auch nur an der Auswahl, welche im Internet einfach um ein Vielfaches grösser ist.

  • Martin sagt:

    Also eine Bergsteigerausrüstung würde ich mir ganz bestimmt nicht im Internet bestellen! Was, wenn das Seil eben doch nicht die Qualität hat, die es im Internet verspricht, weil es eine billige Ost-Kopie ist? Man kann vieles im Internet bestellen, aber sicher nicht eine Ausrüstung, an der mein Leben hängt!
    Aber: Viele Schweizer Läden bieten zu wenig an oder vor allem bei den Kleidern, nur kleine Grössen. Welcher Mann bitteschön hat schon Grösse 52? Solche kleinen Grössen gehören in das Land der Märchen und Modeschöpfer. Ach ja: Unter Schuhgrösse 42 muss man gar nicht von Herrenschuhen sprechen, das ist was für die Kinder- und Damenabteilung.

    • Wild sagt:

      Ich habe Größe 46 bis 48 männlich und bin 29 Jahre alt, Schuhgrösse 41,5 manchmal 42..
      Heute ist es aber kein Problem mehr größere Bekleidung zu finden auch Schuhe bis 47 findet man gut. Mein Bruder ist massiv größer und schwerer als ich und hat keine Probleme beim Einkauf.

      • Martin sagt:

        Natürlich kann man grosse Kleider kaufen, wenn man einfach irgendwas anziehen möchte, ist das kein Problem. Man sieht es dann aber auch. Ob die Funktion bei spezieller Kleidung gegeben ist, bezweifle ich sehr stark. Auch grosse und kräftige Leute würden sich gerne etwas modisch kleiden und adrett erscheinen. Turnschuhe kaufen die meisten Einkäufer bloss in geringen Mengen in grossen Grössen. Ihnen empfehle ich, sofern Sie nicht 1.60 m gross sind, mal etwas zu essen, damit Sie gross und stark werden.

    • Megge sagt:

      Entschuldigung, da ich ein wenig kleiner und zierlicher baue, nämlich Grösse 44 / 46 und Schuhgrösse 40.5 / 41 trage und gemäss offizieller Beurkundung trotzdem ein Mann bin und auch sonst alle männlichen Symptome besitze sehe ich mich oft gezwungen im südlich angrenzenden Ausland wo meine Grössen gängiger sind und nicht in der Kinderabteilung, Kleider und Schuhe zu kaufen.

  • Manu sagt:

    „Doch weshalb meidet er solche Läden dann nicht konsequent?“
    Manche Produkte sind masslos übersetzt, andere nicht.
    „Warum geht er hin und lässt sich beraten?“
    Ein kleines Gespräch fördert die Kaufentscheidung.
    „Wieso probiert er sich z. B. durch das Schuhsortiment, bis er ein passendes Modell findet – im Wissen, dass er es dann im Internet bestellt?“
    Also nee, dass ist jetzt echt fies.
    „Weil man die Schuhe aus dem Internet vorher nicht anprobieren kann?“
    Kann man, dauert halt mit der Post ein paar Tage.
    „Ist Profitieren zulasten anderer geil?“
    Das war jetzt rhetorisch, oder? Irgendjemand trägt immer die Last.
    „Oder vielleicht doch nur blöd?“
    Eher unsolidarisch, aber nicht blöd.

    • Dänu sagt:

      Nein, unsolidarisch würde ich das nicht nennen. Blöd ist meines Erachtens auch der falsche Ausdruck. Aber hochgradig unfair, unverschämt und respektlos. Es gibt Menschen, die wollen immer und überall das Maximum für sich aus einer Situation herausholen. Es interessiert diese Menschen nicht, ob sie durch ihr Verhalten andere Schädigen. Wenn ich Ihre zynischen Bemerkungen lese, könnte es durchaus sein, dass Sie zu diesem Menschen gehören. Unverständlich…

    • Peter sagt:

      Wenn eine Dienstleistung (wie ein Sortiment welches man anprobieren kann) nicht angeboten wird, wie dies der Fall ist bei Onlinehändlern, dann gibt es keinen Grund weshalb ein Ladengeschäft die Last des Anprobierens tragen soll ohne einen Verkauf und damit Umsatz generieren zu können.

      • Manu sagt:

        Bei den meisten Onlinehändlern kann man anprobieren: bestellen, anprobieren, unpassende Teile ohne Angabe von Gründen zurücksenden. Das ist etwas aufwendiger und nicht gerade ressourcenschonend. Aber es geht.

  • Martin sagt:

    Ich habe es auch schon einige Male nicht uebers Herz gebracht, das Produkt (Schuhe) nach der netten Beratung im Ochsner Sport nicht zu kaufen, obwohl ich weiss, im Internet haette ich garantiert CHF 100 gespart. Ich brauche pro Saison mehrere Paar von denen, also kaufe ich das Folgemodelle ueber das Internet. so wie jetzt…

  • Andreas sagt:

    Der Ansatz, die Beratungsgebühr dem Endkunden aufzubinden ist falsch. Korrekterweise müsste diese Gebühr dem Hersteller aufgebunden werden; dieser ist nämlich der einzige, der sowohl beim Online- wie auch Detailhandel verdient.
    Also sollen Fachgeschäfte fürs Showrooming eine Entschädigung erhalten; es ist auch eine Dienstleistung für den Produzenten

  • doc hardy sagt:

    Erschreckend ist leider oft die Beratung. ich habe dies als erfahrener Läufer und Lauftrainer einige Male ausprobiert und mir einen Schuh in einem Sportgeschäft empfehlen lassen. Depremierend was dabei rauskommt. Selbst wenn ein Geschäft einen vermisst oder aufs Laufband stellt kann man sich nicht darauf verlassen, dass etwas Anständiges dabei rauskommt. Meine Kunden selber schicke ich zu erfahrenen Fachhändlern, wo ich weiss dass die Beratung gut ist. Ich selber weiss, was ich will und brauche und kann mir passende Informationen besser aus dem Netz holen, als von einem Fachhändler der gleichzeitig Tennisschläger, E-Velos und Schlittschuhe verkauft. Somit kaufe ich auch alles was ich nicht vom Sponsor bekomme konsequent im Netz.

  • Marcel Chevaux sagt:

    Berater und Verkäufer sind 2 verschiedene Berufe. Bei guten Verkäufern kriegt man gute Beratung geschenkt, oder?
    Das Interesse des einen liegt im Umsatz und Lagerbestand los werden, des anderen mit gutem Dienst Kunden zu binden. Diese Leistung will bezahlt werden, sofern man sie ernst nehmen will!
    „Die habe ich auch zu Hause, kann ich nur empfehlen…“ mag ich nicht mehr hören und bevorzuge wie so oft die Einsamkeit von Amazon & Co.

  • Sebastian Nussbaumer sagt:

    Hier von Geiz zu sprechen finde ich unangebracht, weil der Geizige seine Ansprüche zugunsten des Preises sehr tief hält und sich im Zweifelsfall Laufschuhe für 29.90 bei Lidl kauft die man im Internet nicht mal findet. Es entspricht hingegen dem Zeitgeist dass Konsumenten heutzutage mit Kartellpreisen, Vertragszwang, Roaminggebühren, Negativzinsen, Cumuluskarten, dynamischer Preisbildung, der Datenkrake usw. im Rahmen alles Erlaubten gegängelt werden. Deshalb darf man sich nicht wundern wenn auch sie ihren individuellen Vorteil suchen. Das mag wiederum dem Detailhandel schaden, aber die Schuld der einen oder anderen Seite zuzuschieben ist falsch.

  • Johnathan Wuk sagt:

    Wer lässt sich wirklich im „Fachgeschäft“ beraten und kauft dann woanders? Die Beratungsleistung ist doch in den meisten Fällen eher fragwürdig und zudem oft genug allein durch monetäre Motive beeinflusst. Und im Zweifel rät der Berater zu dem, was der Kunde ohnehin kaufen wollte. Hier steckt doch das Dilemma, und nicht im Grundsatz, dass man das Produkt erwerben kann, dessen Preis man akzeptiert.

  • Gregor Meyer sagt:

    Ich kann irgendwie nicht so richtig glauben, dass eine wirklich derart grosse und deshalb entscheidende Masse an Kunden sich in Geschäften eingehend beraten lässt um dann im Internet bzw. im Ausland das Produkt zu kaufen. Für mich hört sich dies eher nach einer verzweifelten Ausrede der Geschäfte hinsichtlich des schlechten Absatzes an.
    Zudem würde mich wundernehmen, wie denn diese „Beratungsgebühr“ praktisch durchgesetzt werden soll. Mit einer vorhergehenden Warnung i.S.v. „Achtung, ab jetzt kostet dieses Gespräch…“ oder aber danach, ohne Vorwarnung, „So, diese 20 Minuten kosten Sie jetzt 25.-„? Und was, wenn man sich weigert zu bezahlen? Der Verkäufe, da nicht Polizist, hat nicht das Recht jemanden physisch festzuhalten…
    Wie also dem Kunden diese Gebühr aufzwingen?

  • Markus Schneider sagt:

    Da sieht man halt, dass auch Sportler keine moralisch besseren Menschen sind. Aber aufspielen wollen sie sich wie die anderen und Vorschriften machen, wo einzukaufen ist und wo nicht. Vermutlich dürfte man überhaupt nicht in zwei Geschäften fragen und nur in einem kaufen, der Preis spielt ja sowieso keine Rolle. Aber warum lässt man nicht mal die sparsamen Sportler zu Wort kommen, die Geiz geil finden? Nein, auf keinen Fall, aber diese Sünder werden es ja dann „am Berg“ schon bereuen, wenn ihre moralisch minderwertige Ausrüstung versagt. Bis dahin Petri Heil oder wie das bei den Berglern heisst. Denselben Artikel kann man ja dann auch im Mamablog aufbereitet noch bezüglich Babyzubehör bringen. Ich für meinen Teil hab’s langsam gehört.

    • Joerg sagt:

      Herr Schneider, sie werfen ja nur alle sportlich Begeisterten in den selben Topf!

    • Martin sagt:

      @Markus: „Petri Heil“ wünschen sich die Angler. Bei den Jägern heisst es „Waidmanns Heil“ und bei Kapitänen „immer ne Handbreit Wasser unterm Kiel“.

  • Max Bader sagt:

    Diesem Beitrag ist nichts mehr hinzuzufügen. Offenbar sind das keine Einzelfälle. Ich kann die Geschäfte verstehen, dass sie solche Sachen einführen. Wer hohe Preise beanstandet, der sollte gefälligst ganz auf die Fachgeschäfte verzichten, den deren Beratung ist nämlich das, was unter anderem die Produkte teurer macht.

  • Caro sagt:

    Wir müssen momentan noch teurere Preise in Kauf nehmen. Wir können unmöglich schweizer Löhnen kassieren, und deutsche Preise bezahlen. In D verdienen viele 1300-1800 € pro Monat.
    Wenn aber Hersteller von Schweizer Händlern ohne triftigen Grund höhere Preise verlangen wie von deutschen Händlern, ist das nicht in Ordnung.

    • Frederic sagt:

      „Wir können unmöglich schweizer Löhnen kassieren, und deutsche Preise bezahlen“. Doch doch, Caro, das können wir alle und auch du kannst das! Ich gebe dir gerne eine Gratisberatung zu diesem Thema. Dauert auch nur 10 Minuten, um das Konzept der Lieferadresse bzw. des Halbtagesausflugs mit ÖV zu erklären.

  • Chrigi sagt:

    Auch ich gehöre zu denen, die im Internet Waren beziehen, und ich vermeide es aber wenn immer möglich, dabei den Schweizer Fachhandel zu umgehen. Aber leider ist es in den allermeisten Fällen so, dass der ausländische Händler einen besseren Einkaufspreis hat als der Schweizer Grossist, und (auch) deshalb muss der Schweizer Fachhändler mehr verlangen. Die Spiesse sind von vorne herein ungleich lang. Die Mär, dass beim Kauf im Schweizer Fachhandel das Geld für Löhne etc dann wenigstens in der Schweiz bleibt, hält sich hartnäckig und ist meistens aber nicht wahr: Profitieren kann der ausländische Lieferant. Es nennt sich Kaufkraftabschöpfung.

    • S. Terver sagt:

      Genau! Die Fachgeschäfte sollten, ähnlich wie das Autobusiness Artikel parellel importieren und den Abzocker-Importeur umgehen. Nur so wird sich an den überhöhten Importpreisen etwas änderen.

  • Peter Widmer sagt:

    Ja, der „Beratungsklau“ findet statt – aber in beide Richtungen! Viele Fachgeschäftskunden informieren sich zuvor zu Hause in Onlineshops. Produktbeschreibungen, Fotos, 360 Grad Ansichten, Videos – all dieser Inhalt kostet den Onlineshop-Betreiber in der Erstellung. Komischerweise wird dies von Fachgeschäften nie erwähnt…wenn also das nächste Mal ein Kunde eines Fachgeschäfts zielstrebig auf ein Regal zusteuert und einen Artikel zur Kasse trägt, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass er seine Informationen in Form digitaler Beratung bereits vorbezogen hat.

    • Andrej Lago sagt:

      Ihre Theorie: „…wenn also das nächste Mal ein Kunde eines Fachgeschäfts zielstrebig auf ein Regal zusteuert und einen Artikel zur Kasse trägt, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass er seine Informationen in Form digitaler Beratung bereits vorbezogen hat.“

      …ist leider falsch. Es ist kein Beweis, dass er sich „Beratung“ im Onlinehandel „geklaut“ hat.
      Genauso gut ist es möglich, dass er jemanden kennt, der sehr bewandert ist auf dem Gebiet, sich online in einem Forum beraten lassen hat oder es selbst einfach schon wusste.

      Die Onlinehändler haben auch kaum Kosten pro Produkt, diese Bilder (die vom Hersteller geliefert werden) online zur verfügung zu stellen, während im Fachhandel eine Beratung sehr viel Zeit und somit sehr viel Geld für das Geschäft bedeutet.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Widmer: Haben Sie ein konkretes Beispiel? Ich habe so etwas noch nie erlebt. Im Fachgeschäft zahlt der Kunde nämlich deutlich mehr als bei der online-Bestellung. Warum sollte er also nicht gleich online bestellen? Falls es daraum geht, dass er die Ware noch am gleichen Tag braucht, dann ist alles in Ordnung. Schliesslich hat das Fachgeschäft ja die Unkosten für die Lagehaltung und Verkaufsräume.

      • Peter Widmer sagt:

        @Engeler: Nach 15 Jahren Detail- und nun 4 Jahren Onlinehandel kenne ich beide Seiten. Es gibt oft Kunden, welche im Internet vorrecherchieren, danach aber Haptik und Wertigkeit eines Artikels noch kurz „echt“ erleben wollen. Da diese Kunden schon sehr gut vorinformiert in den Laden kommen benötigt es tatsächlich weniger Beratungsleistung. Es kann sogar vorkommen, dass in einem (betrifft meist kleinere“ Fachgeschäft auf einem Computer halb versteckt ein Onlineshop-Tab geöffnet ist…mancher Verkäufer nutzt das als für den Kunden nicht einsehbaren Katalog…z.B. um zu schauen, ob Zubehör XY zu Modell X passt.

      • KS sagt:

        Ich habe das mit meinen Kameras jeweils so gehandhabt – im Internet schlau gemacht, diverse Beurteilungen und Tests gelesen, aber vor ort beim Fachgeschäft gekauft. Bei Fragen / Nicht-funktionieren etc. ist man dort meiner Meinung nach besser aufgehoben als im Onlineshop.

        • Martin sagt:

          Der Service, da habe ich die Erfahrung gemacht, ist am besten in den Laeden wie Fust und Coop, bei Rueckgabe oder Garantiefall. Galaxus/Digitec hat sehr schlechte Garantie Bewertungen, siehe die Rezensionen der Shops auf Toppreise.

    • Peter sagt:

      Die Mehrheit der Onlineshopbetreiber verwenden oftmals Rezensionen von Fachzeitschriften und Herstellerbilder. Es ist also schlicht copy-paste mit wenig Aufwand. Kommt dazu dass manche Onlineshops Drop-shippers sind, will heissen sie sind ausschliesslich ein Portal, ohne Lager. Die Artikel werden direkt von einem Lagerhaus zum Kunden geschickt, der Onlineshop ist nur der Mittelmann welcher noch ein paar Prozente kassiert.

  • F. Würsten, HockeyBros.ch sagt:

    Als Geschäftsinhaber der Firma HockeyBros werde ich auch mit dieser Situation konfrontiert. Die Idee mit der Beratungsgebühr finde ich – aus Kundensicht – nicht optimal.
    Als Lösung haben wir folgendes umgesetzt: Beim Platz wo die Schlittschuhe anprobiert werden, haben wir eine Preisliste für die nicht bei uns gekauften Skates angebracht. Der erste Schliff (Grundschliff) verrechne ich mit 30.-, die Schuhanpassung im Ofen 40.- und eine individuelle Schuhanpassung zusätzlich mit 50.-. Für Zubehör wie Schrauben etc. verrechnen wir pro Stk.

    Die Kunden rechnen die Kosten zusammen und stellen dabei fest, das der Betrag zwischen dem günstigeren Onlineprodukt ohne Service und dem fair kalkulierten Produkt inklusive Service/Beratung bei mir im Shop vergleichbar sind.

  • vito snaporaz sagt:

    …ein gutes Fachgeschäft lässt mich geduldig Schischuhe propieren, stellt mir Testski (oder auch Tennisschläger) zur Verfügung, bietet einen fachgerchten Service (Bindungsmontage, Schläger bespannen,….), Erfahrungsaustausch im Gespräch, Tipps und Hinweise en masse.
    Ein gutes Fachgeschäft ist jeden ist jeden Franken/Euro ebenso wert wie der weite Umweg welchen man(frau) um die „Geiz ist geil“ Fraktion machen sollte (welche in der Regel das genaue Gegenteil ihres „ich bin doch nicht blöd“ Sagers repräsentiert).

  • Stephan sagt:

    Geiz-ist-geil! Solange es einen nicht selber betrifft, oder!? Will heissen, dass man selber natürlich einen anständigen Lohn beziehen will für die Arbeit, die man erledigt. Die Arbeit Anderer – sprich: von den Sportfachgeschäften (und zig anderen ….-fachgeschäften) – will man nicht anständig entlohnen. Wer sich im Fachgeschäft beraten lässt und im WWW bestellt, sollte mal über den eigenen Lohn nachdenken und wer den bezahlt. Think about!

    • Wild sagt:

      Genau, auf das solle man ausdrücklich hinweisen! Hauptsache ich habe einen super Lohn und nach mir die Sintflut!
      Ich wohne 20 min von der Grenze weg., kaufe aber nichts im Ausland. Sicher keine Bergsport Ausrüstung, in welcher Branche Freunde von mir arbeiten.
      Wir können den Ast auf dem wir sitzen auch selber absägen…

  • Kurt Seiler sagt:

    Die Kunden kaufen dort wo das Produkt einen vernünftigen Preis hat.
    Und dies ist halt in der Schweiz leider oft das Internet.
    Eine Beratungsgebühr wird die Läden nicht retten so lange das Grundübel nicht beseitigt ist:
    Masslos überhöhte Importpreise.
    …welche die Ladenbesitzer nie wirklich kümmerten so lange man die Zitrone noch ausquetschen konnte.

    • Nick Rolaris sagt:

      Das Fachgeschäft braucht Räumlichkeiten um die Produkte ausstellen zu können sowie Fachpersonal für den Verkauf und die Beratung.
      Es ist also logisch, dass die Kosten des Fachgeschäftes höher liegen.

      Wer sich im Fachhandel beraten lässt, sollte das Produkt dann auch dort kaufen. Das ist fair und anständig, sonst ist es nur Ausnutzung.

      Leider geraten fairness und Anstand in unserer immer rücksichtslos werdenden Welt immer mehr in den Hintergrund. Die Elite macht es uns „Normalbürgern“ ja vor, wie das geht.

      • Kurt Seiler sagt:

        Ich kaufe in der Schweiz ein.
        Ich bezahl auch einen Zuschlag für die höheren Kosten in der Schweiz.
        Aber ich bezahl nicht 50 – 100% Aufpreis.
        …denn so ein Zuschlag ist nicht fair und anständig.

        • Nick Rolaris sagt:

          Ja schon, aber hier geht es darum, dass man sich in einem Fachgeschäft beraten lässt und danach am billigsten Ort bestellt. D.h. sich sozusagen gratis beraten lässt.

          Wenn man nicht einverstanden ist mit dem Preisen vom Fachgeschäft ist das ok, aber dann lässt man sich dort auch nicht beraten.

  • dres sagt:

    Und ich Tubel mache es meistens umgekehrt: zuerst Information im Internet, dann zur Absicherung noch Beratung und Kauf im Fachgeschäft.

  • Felix Huwiler sagt:

    Ich denke da gibt es nicht immer Schwarz und Weiss. Ich zum Beispiel kaufe spezifische Dinge wie Schuhe, Kleider im Bergsportgeschäft meines Vertrauens in der Schweiz. Die kennen mich mit Namen und ich bin geschätzter Kunde. Aber zum Beispiel spezielle Freerideskier bekomme ich oft gar nicht in der Schweiz über, da bestelle ich im Internet.

  • S. Terver sagt:

    Es ist doch heute auch so, dass man sich sehr gut selber über die Produkte informieren kann und keine Beratung braucht. Dann sind natürlich die Preisunterschiede im Fachgeschäft vs Internet sehr störend und ich verstehe dann jeden, der nicht im Fachgeschäft einkauft.
    Sich im Fachgeschäft ‚vorsätzlich‘ beraten lassen und dann im Internet bestellen finde ich nicht wirklich ok.
    D.h. die Idee einer generellen Preisreduktion um 20% und einen Zuschlag für die Beratung finde ich sehr prüfenswert.

  • Hans K. Meister sagt:

    Oben beschriebenes Verhalten ist in der Tat beschämend. Ich persönlich gehöre zu jener Kategorie, die sich im Internet informieren, was heutzutage eine Kleinigkeit ist und dann auch im Internet bestellen. Sorry for that.

    • Helmut sagt:

      Ich gehöre zu denen, die sich im Internet informieren – ins Fachgeschäft gehen, das gelesene überprüfen und einen angemessenen Aufschlag fürs anprobieren und das Fachgespräch akzeptieren. Wenn die Differenz aber unakzeptabel hoch ist, kann ich das sofort, dank meines Wissens feststellen und das Geschäft verlassen. Für einen Azubi etwas zu bezahlen ist einfach lachhaft – dafür, dass er mir die Schuhe bringt die ich anfrage und eventuell von mir lernt?

      • Urs sagt:

        Dann müssten Sie ja entsprechend Artikel auch dem Internetshop fürs Produkt einstellen, Vorhalten etc auch eine Entschädigung zahlen – wäre ja dann auch Informationsklau

  • Remo Nydegger sagt:

    Ich stimme der Autorin zu. Leider betrifft dies sämtliche Lebensbereiche unserer Gesellschaft: man will zwar alles haben aber so wenig wie möglich zahlen. Sei es in den Ferien (Billigflieger, All-inclusive-Hotels), Kleider, Entertainment (Smartphone, TV usw.) oder beim Essen. Sparsam sein ist richtig, Geiz hingegen gar nicht. Ich muss ich immer fremdschämen wenn ich Leute mit ihren Zalando-Paketen unter dem Arm sehe.

  • Regina Freitag sagt:

    Sich beraten lassen und anderswo kaufen hat nichts mit Sparsamkeit zu tun, sondern mit Arroganz. Für die Beratung ist man gut genug, aber nicht für einen Geschäftsabschluss. Wenn dann die Ware, die im Internet gekauft werden, mangelhaft ist oder Defekt, dann ist der örtliche Fachhandel auch wieder gut genug. Dieses verhalten wertet den Verkäufer ab zum Deppen.
    Kunden, die das cool finden, sollten sich das mal überlegen, wie es ihnen gehen würde wären sie an der Stelle des Verkäufers.
    Eine Gebühr finde ich absolut richtig und angemessen!

    • Chrigi sagt:

      Grundsätzlich einverstanden, wenn die Beratung auch einen echten Mehrwert bringt, der über das reine „Artikel aus dem Lager holen in der richtigen Grösse“ hinausgeht. Einfach den Schuh verkaufen wollen, der am meisten Marge bringt, aber dafür nicht zum Fuss, ist mir in diversen „Fach-„Geschäften schon passiert.

    • Urs sagt:

      Bezahlen Sie dem Internetshop oder der Website dann auch Geld, weil Sie sich vorher vielleicht dort informierten?? Das ist halt keine Einbahnstrasse…

  • Roland K. Moser sagt:

    Wo man sich über ein bestimmtes Produkt beraten lässt, dort kauft man es auch.

    • Daniel sagt:

      Richtig, mach ich aus so. Allerdings würde ich es nicht in Ordnung finden wenn ich eine Beratungsgebühr bezahlen müsste welche dann je nach Produkt, höher als der Rabatt ist. Ansonsten müsste das ganz klar am Eingang ausgewiesen werden, dass auf jedes Produkt noch eine Beratungsgebühr aufgeschlagen wird.
      Wenn ich nichts kaufe sollte auch differenziert werden: Will ich mich bloss beraten lassen um es irgendwo anders günstiger zu bekommen oder kann das Geschäft mir z.B. den gewünschten Schuh nicht in meiner Grösse anbieten und auch nicht besorgen. Für letzteres kann ich ja nichts dafür.

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