Kein «Rücken an Rücken» der Schwulen in Grindelwald

Gay Ski Week Grindelwald

Diesen jungen Mann trifft keine Schuld. Er posierte flott im Schnee – oben ohne und mit offenem Hosenladen. Werbung für die erste Gay Ski Week in Grindelwald.

Bergler und Schwule passen etwa so gut zusammen wie Steigeisen auf Stöckelschuhe oder der Geissenpeter zu Carl Hirschmann. Was jetzt ein paar mutige Grindelwaldner versuchten, wäre dort fast ein revolutionärer Kassenschlager geworden, eine Modernisierung des steinzeitlichen Gedankenguts im Tal. Aber aus der schwulen Schaumparty im Schnee wurde nichts als eine schlaffe Schaumschlägerei zwischen Einheimischen. Trotzdem: Noch ist nichts verloren.

Hier ein Blog in drei Akten:

I. Vorgeschichte. Zwei Luxushotels in Grindelwald waren überzeugt, mit gut verdienenden Schwulen eine Marktlücke entdeckt zu haben. Und lancierten «das Top Event für einen heissen Winter im Berner Oberland – die Gay Ski Week». Preis je nach Unterkunft inklusive Party-Pass: zwischen 2500 und 6500 Franken. Zeitpunkt: im Anschluss ans Lauberhornrennen, wenn die Betten erfahrungsgemäss kalt bleiben und draussen klirrende Januartemperaturen herrschen.

Auf der Webseite warben die Veranstalter unverhüllt: «Sei dabei, wenn wir in Grindelwald Rücken an Rücken den schwulen Winter feiern. Euch erwartet ein XXL-Programm mitten in der imposanten Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau. Zünftige Aprés-Ski-Partys, heisse Drinks, gemütliche Lounge-Abende, knackige Go-Go-Dance-Events, Schaumparty, kulinarische Genüsse und jede Menge Wellness.»

II. Reaktion im Eigerdorf.
Oh du Schreck. Eine schwule Skiwoche in Grindelwald? Man rechnete mit 250 homosexuellen Männern, die im kleinen Ort rumschwänzeln und sich freizügig die Hotelzimmer teilen. Mit dieser Vorstellung konnten sich im konservativen Tal nicht alle anfreunden. Es folgten «furchtbare Reaktionen» und eine Schaumschlägerei. Falsche Marktpositionierung, Rufschädigung, Gotteslästerung. Die Touristiker argumentierten dagegen: Was hinter den Hotelzimmertüren läuft, geht uns nichts an. Schwule sind für uns gleich, wie alle Gäste. Das Mittelalter ist vorbei.

III. Resultat. Auf www.grindelwald-gayweek.com steht neuerdings: «Sorry! Trotz intensiver Bemühungen, muss das Event abgesagt werden.» Grund: Es haben sich zu wenig Schwule angemeldet. Die Veranstalter sind jedoch bereits daran, die Woche für 2012 zu organisieren.

Mein Tipp: Ich bin pro Grindelwald und pro Schwule. Die Idee einer Zusammenführung finde ich lobenswert. Aber das Marketingkonzept war leider zu fad und sorgte national und international für null Furore. Kein Wunder, meldet sich keiner an, wenn keiner davon hört. Andere machen das kreativer: Bevor man den lokalen Gegnern mit einleuchtenden, wirtschaftlichen Argumenten die Mäuler stopft, lässt man sie toben und die Diskussion werbeeffektiv und medial aufflammen. Danach folgt die Versöhnung, jeder bekommt, was er sucht und ist zufrieden. Doch wenn Einheimische einfach nur böse knurren und die Faust im Sack machen, ist das unsexy und lockt keinen an.

Immerhin ist Grindelwald das berühmteste Gletscherdorf der Welt. Sexiness und Coolness gepaart mit Eigerness klingt doch schön. Und könnte auch der neu angesteuerten Zielgruppe gefallen.

Darum meine Fragen:

Liebe Schwule, finden Sie die Grindelwald Gay Ski Week eine gute Sache? Nehmen Sie nächstes Jahr teil? Muss die Woche günstiger werden?

Liebe Nicht-Schwule und Frauen, was halten Sie von solch «geschlossenen» Aufrissbörsen?

Diskutieren Sie mit, schreiben Sie einen Kommentar!

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69 Kommentare zu «Kein «Rücken an Rücken» der Schwulen in Grindelwald»

  • Grindelwaldfan sagt:

    Ungeschickte Organisatoren und
    enttäuschende Grindelwäldler,
    eine Gayparty ist das fröhlichste und friedlichste, was ich kenne. Keine Sorge vor Stress, keine Pöbeleien und 100% Spass.
    Gähnend leere Discotheken in Grindelwald Mitte Januar und wenig „Gewohnheitstouris“ im Ort.
    Schwule (wie ich) sind immer schon dabei gewesen und eine Gayweek hätte meine jährliche (seit 8 Jahren) Wintertour mit 10 zusätzlichen Gästen bereichert. Nun sind alle abgesprungen und nach Arosa gefahren.
    Dumm, wer glaubt, eine Gayweek ist was schlimmes,
    dumm, wer mittelalterlich argumentiert aber neumodisch wirtschaftlich agiert.
    Nächstes Jahr werde meinen Freunden nach Arosa folgen und Grindelwald den Rücken kehren. Das ist Dumm für Grindelwald.

  • Gastgeber sagt:

    Spannort Hotel & Restaurant in Engelberg ist 100% gay-friendly. Kommt uns doch mal besuchen…

  • Tiger sagt:

    Ganz ehrlich, ich als „Eingeborene“ in Grindelwald muss mich nun doch kurz einmischen. So hinterblieben und hinterwälderisch sind wir in Grindelwald nun doch nicht. Es gab kaum Reaktionen und schon gar keine Schaumschlägereien. Die negativen Reaktionen kamen vor allem von einigen wenigen Personen . Und solche Menschen gibt überall und nicht bloss in Grindelwald.

    • Handtasche sagt:

      Die gibt es auch unter Schwulen… ;)

    • Sumsara sagt:

      Ich war bis jetzt zweimal in Grindelwald, einmal zusammen mit 5 Jungs für ein privat organisiertes Gay-Skiweekend und einmal ein Wochenende mit dem Geschäft. Ich habe beide Mal das Dorf und die beeindruckenden Berge sehr genossen – und natürlich auch das Geschehen mit dem angestauten Gletschersee oberhalb von Grindelwald mit erhöhtem Interesse verfolgt.
      Zurück zum Thema: ich ging beide Mal ging nicht händchenhalten mit einem Freund durchs Dorf spazieren und ich denke, erst dann zeigt sich wie „hinterwälderisch oder hinterblieben“ die Gesellschaft ist – egal ob in Grindelwald, Arosa oder in Zürich am Hauptbahnhof.

  • Karl Schrader sagt:

    Ach und noch eine Anmerkung. Ich war mit meiner Frau mal eine Woche im Riu Maspalomas auf Gran Canaria. In dem Hotel scheinen sich männliche Paare auch sehr wohl zu fühlen. Sollen sie auch! Aber: Kaum sitzt man mal alleine an der Bar für ein Bier (die Frau ist gerade joggen), macht ein Typ einen an. Geht man ins Fitness-Studio des Hotels, schwänzelt wieder einer um einen herum. Ich empfand es als grausig. Nach 5 Tagen haben es die meisten dann endlich gemerkt, dass Frau dabei ist und man auch nicht bi ist und es auch nicht ausprobieren möchte.

  • Karl Schrader sagt:

    Zunächst frage ich mich, wo in Grindelwald 2 Luxushotels sind. Bis auf das Regina haben allen anderen doch max. 4 Sterne. Ansonsten sollen die machen was sie wollen. Nur möchte ich zum gleichen Zeitpunkt dort keine Ferien verbringen. Zu dieser Zeit würde man dann überall gleich als schwul angesehen werden, wenn die Frau nicht an der Hand hängt.

  • Peter Baumann sagt:

    Spannende Kommentare, Grundsätzlich doch nur Köpfe einschlagen, oder?
    Ob Gay, Schwul, Lesbisch oder Hetero oder was zum Teufel auch immer. Der oder Die, die gerne Skifahren gehen sollen das auch tun. Immerhin sind die Skigebiete ja für genau das gebaut worden. Der Ski selber fragt sich übrigens nicht wessen Gesinnung sein Nutzer jeweils ist. Oder gibt es in Zukunft politisch korrekte Skiausrüstung, also ein Sozialdemokratischer Ski, sowie eine lesbische was auch immer? Ist dann die Gay Skibrille teurer, da diese Zielgruppe wohlhabender ist? Meine Güte was würde in diesem Falle wohl ein Herr Politiker oder gar Federer für seine Handschuhe bezahlen müssen???
    Die ganze Sache wird immer grotesker, wie schon erwähnt, seid vorsichtig es könnten sich Heteros unter ein solches Gay Weekend mischen. Wann bekommt ein Mann ansonsten mehr Komplimente wenn nicht dort? Sicher nicht beim Polospiel in St. Moritz.
    2010 war ein verdammt strenges Jahr für mich, Schade also ist das Weekend abgesagt, hätte mir vielleicht gut getan.
    Ich bin übrigens Stock-Hetero und bin trozdem gerne in Gesellschaft anderer Männer, oder soll ich in Zukunft mein Feierabendbier im Frauenverein trinken gehen? Auch der Stammtisch hat was mit Liebe zu tun, also unterschätzt nicht die Zuneigung deiner Stammtischkollegen.

    Männliche Grüsse und tolle Weihnachtszeit an alle,

    Peter

    Ps: übrigens das Bier im Frauenverein macht auch Spass…..

    • Handtasche sagt:

      Du hast mit deinem Statement prinzipiell Recht; nur stelle dir jetzt mal vor, du würdest jeden Tag nur mit Schwulen und Lesben verbringen. Glaubst du nicht, du hättest dann und wann das Bedürfnis mal unter „Gleichgesinnten“ zu sein? Über deine Erfahrungen mit Frauen zu reden? Mal von der einen oder anderen zu schwärmen ohne dafür wie eine Autotür angesehen zu werden, eventuell noch Angst haben müssen, dass es Konsequenzen hat?
      Übrigens: Ich war noch an keinem schwulen Anlass, an dem Heteros nicht willkommen gewesen wären.

      • Peter Baumann sagt:

        geb ich dir Recht. Ist sicher nicht angenehm sich wie eine Autotür zu fühlen. Kleine Note meinerseits, ich bin überzogen das wir alle jeden Tag mit Schwulen und Lesben verbringen… Ich wünsche allen die das Wochenende Geniessen können ein Riesenspass.

  • Guido Pollner sagt:

    AN ALLE SCHWULEN…, macht über Euere Veranlagung nur so viel PR wie die üblich veranlagten Männer auch. Nämlich ruhig bleiben. Und denkt immer daran…, Euer Vater war üblich veranlagt. Sonst würde es Euch nicht geben.

    • Mark Keller sagt:

      An alle homophoben Heteromänner… immer schön ruhig bleiben! Auch einer ihrer Söhne könnte schwul sein, oder eine ihrer Töchter lesbisch! Wir machen keine PR, wir fordern unsere Rechte ein! Und wie Ihr Kommentar zeigt, ist dies auch dringend nötig.

    • Holger Schulz sagt:

      Was soll denn bitte üblich bedeuten? Hört sich stark nach dem Versuch an, das Wort „normal“ nicht zu gebrauchen, um nicht homophob zu wirken, es aber dennoch zu sein…

    • Päsche sagt:

      Sorry Guido, ich verbrenne sogleich meine XXL Plakate welche ich Schweizweit aufmachen wollte (zwei männliche Schafe, ein schwarzes und ein weisses, küssen wild auf einem Schweizerkreuz, dazu der slogan „schaf A und schaf B, schwul und Schweizer!) damit du dich nicht allzu belästigst fühlst in deinem Hetero Universum.

    • frodo sagt:

      So ein Schwachsinn, das jeder Vater automatisch hetero ist glaubst auch nur du. Frag mal männliche Prostituierte wer deren Kunden sind. Das sind in der Mehrheit die braven „heterosexuellen“ Familienväter, die zuhause den konservativen Ehemann spielen und ihre Homo-/ Bisexualität heimlich ausleben.

    • Fabian sagt:

      Es soll Frauen geben, die gerne mit Schwulen schlafen, und dann schwanger werden und Hetis gebären. So was von pervers.

  • sepp z. sagt:

    MInderheiten werden in der Schweiz doch vor allem toleriert, wenn sie Geld bringen (hier dem Tourismus). Das hat doch nichts mit „einer Modernisierung des steinzeitlichen Gedankenguts im Tal“ zu tun.

  • Fredy sagt:

    Nicht jeder Schwuler fährt Ski bzw. liebt Wintersport
    Nicht jeder Schwuler gibt für Eine Woche Ferien mehrere Tausend Franken aus
    Nicht jeder Schwuler ist so wohlhabend
    Nicht jeder Schwuler braucht so ein Event
    Ich bin auch schwul und ich finde die Idee ganz gut, wenn auch nicht neu. Wer hingehen will soll das tun.
    Ich verstehe nicht warum die Veranstalter es gross in den Medien jetzt bringen, man hätte klein angefangen und in drei Jahren wäre es vielleicht der Gayknüller geworden
    Das Basler Tattoo hat auch mal klein angefangen.

    • Davie sagt:

      Es waren nicht die Veranstalter, sonder die Outdoor-Blogistin Natascha Knecht, welche den Artikel geschrieben hat (siehe oben).

  • Thomas I sagt:

    Bevor das Pulver verschossen wird: Es gibt schon lange einen etablierten schwulen Winter-Event in Arosa – 2011 ist es schon das 8te mal. Die Arosa Gay Skiweek hat sich zum zweitgrössen Event in Arosa gemausert und alle Arosaer mögen den Event. Für 2011 haben sich mehr als 400 Schwule aus aller Herren Ländern angemeldet und ich kann es kaum erwarten dabei zu sein. Vielleicht liegt es ja an den billigeren Preisen und an der Erfahrung die die Organisatoren mitbringen um es jedes Mal einen tollen Event werden zu lassen.
    Die Schwulen haben die Zeit um auch an Tagen in ein Skigebiet zu gehen, welche für Familien nicht möglich sind wegen den Schulferien. So haben die Hotels eine bessere Auslastung, und die Schwulen eine gute Zeit!
    Die sexuelle Orientierung spielt klar eine untergeordnete Rolle, aber die Liebe zu den Bergen ist sichtbar und viele Schwule freuen sich, auch mal mit Freunden die schweizer Alpen zu geniessen, und nicht nur in eine dunkle Bar zu gehen.

  • Philip sagt:

    Die besten Partys meines Lebens waren die gemischten. Heteros, Homos, Transen, Männer, Frauen, Zwitter, „Geschlechtslose“, Ausserirdische… und auf dem Höhepunkt vermischt sich alles, wird grenzenlos und verzaubert die Anwesenden. Tempi pasati?

  • Romeo sagt:

    Lieber Henry Dommann. Und wenn zu einem Zwillings-Ski-Weekend aufgerufen wird, sind dann die Zwillinge pervers? Wenn sich Modeliebhaber zu einem Ski-Weekend in St. Moritz treffen sind die dann pervers? Sie haben leider nichts verstanden. Ich als offener Schwuler werde an einem solchen Treff nicht teilnehmen weil es mich nicht interessiert. Ihre Meinungsäusserung aber zeigt, dass es halt doch immer noch Leute gibt die nichts verstanden haben und lieber wieder in der Zeit der Inquisition leben würden. Sie tun mir echt leid. Anscheinend stört es sie nicht, dass ihr toller Coiffeur oder Kleiderverkäufer vielleicht schwul sind. Wenn Sie sich unter Alzheimer leident in einem Heim irgendwann mal in die Hosen machen und der schwule Pfleger Ihnen dann den Arsch putzt ist es zu spät zu merken, dass Ihre Aussage menschenverachtend ist. Aber dann, genau wie Heute, wird es Ihnen egal sein. So wie es uns heute egal ist was Sie für perverse Gedanken haben.

  • Alexander Dominguez sagt:

    Es ist nur noch lachhaft und peinlich, dass Schwule immer und überall ein Sonderzüglein wollen und ihre eigenen Events brauchen. Stellt Euch mal vor, wir würden Hetero-Wochen ausrufen ! Dann wären wir alle homophob ! Ach ja, warum sind Lesben da so anders ? Die müssen sich wenigstens nicht überall und ständig produzieren und sie wissen, dass man eine sexuelle Vorliebe, die von der grossen Masse nicht goutiert wird, auch diskret ausleben kann. Nein, ich habe kein Problem mit Schwulen ! Deswegen muss ich ihr Tun aber noch lange nicht normal finden. Kommt endlich mal runter Eurem hohen Ross liebe Gays….er hat doch niemand was dagegen, wenn bei Euch hinter der geschlossenen Türe etwas abgeht……

    • Mark Keller sagt:

      Es ist doch immer wieder lustig zu hören wieviele Leute nichts gegen Schwule und kein Problem mit Schwulen haben (sie zählen sich aber offenbar zur grossen Masse, die Homosexualität nicht goutiert)! Aber wehe Schwule und Lesben fordern ihre Rechte ein, dann heisst es immer gleich aber doch nicht öffentlich, nur hinter verschlossenen Türen. Ich will nicht diskret schwul sein. Ich will offen schwul sein können, ohne angefeindet zu werden. Sie sind ja auch nicht diskret heterosexuel und küssen Ihre Liebste nur hinter verschlossenen Türen in den eigenen vie Wänden. Ach ja, von wegen Sonderzüglein, wurde die Gayweek in Grindelwald nicht wegen mangelndem Interesse abgesagt?

    • Davie sagt:

      Diskret ausleben? All die Hetero-Paar die sich in der Öffentlichkeit küssen! Pui aber auch! ;-)

  • Henry Dommann sagt:

    Zu einer solchen Woche aufzurufen zeigt doch so offensichtlich wie pervers im Grunde genommen diese Schwulen sind.

    • Toni sagt:

      aha, skifahren ist also pervers?

    • Roman Bolliger sagt:

      Herr Dummann, im Grunde genommen ist esja immer eine Frage des Standpunktes. Ver-kehrtheit (lateinisch: Per-Version) als Begriff allein ist ungenau und verschweigt, dass man immer von einem sehr persönlichen, subjektiven Standpunkt aus (eigene Wertvorstellungen) wahrnimmt, beurteilt und handelt. Sie haben Ihren Standpunkt dargelegt und im Grunde genommen Einblick gewährt in Ihre tiefsten Abgründe. Mehr nicht.

  • Oliver Sieger sagt:

    Leider einfach nur oberflächlich und platt. Liebe Schubladenfanatiker, Vorurteiler und „Ich-schaffe-es-nicht-über-meinen-Tellerand-Seher“! Es gibt auch noch ganz viele schwule, intelligente und geschmackvolle Männer, die kein Interesse an Klischeeparties, rosa Täschchen und Proseccogläschen haben. Wow, was? Und erschreckenderweise, wohl für einige, ist der Teil sogar der grösste. Jeder, der sich unter abschotten will und denkt so muss es sein, denkt wohl immer noch er sei tolerant, lebt es aber nicht. Mir hängt extraordinäre Getue zum Hals raus. Ich bin schwul, es ist nicht minütlich Thema und wenn mich einer darauf reduzieren versucht, dann ist der eigene Horizont wohl so eng, wie das Ende eines Bergtals.

    • Davie sagt:

      Am Ende jedes Tals ist ein Berggipfel – mit dem wohl weitesten Horizont!

    • Beni sagt:

      Schulterklopf! Mit Vergnügen gelesen. Es lebe die offene Gesellschaft. Da sind uns die Romands voraus. Ihnen ist es „Wurscht“ , ob du gay oder straight bist. Hauptsache authentisch. Salut! Beni (hetero)

  • kipkoech sagt:

    Der Schuss kann aber auch hinten raus gehen. Als gewöhnlicher Hetero, der es hasst von „Gays“ angemacht zu werden, wäre so eine Gay-Ski-Woche wohl eher ein Grund gar nicht nach Grindelwald zu gehen. Eine Variante wäre also, dass durch so einen Anlass eher alte Gäste vertrieben werden …..

    • schnäbeliwetzer sagt:

      Bist du denn schon oft von Schwulen angemacht worden, kipkoech? Ich will dir ja nichts unterstellen, aber meistens fürchten sich davor nur unattraktive Männer. Und die werden von Schwulen garantiert nie angemacht. Schöne Ferien!

    • Randy sagt:

      @kipkoech
      Ist es nicht cool, dass Ihnen die Gays real aufzeigen wie sich die geschätzte Damenwelt so fühlt, wenn sie ständig von „gewöhlichen Heteros“ wie Sie eben einer sind, angemacht werden? Alles klar? :-)

      • Werner Meier sagt:

        Die von Ihnen „geschätzte Damenwelt“ kleidet sich auch oft so, dass man das Gefühl nicht los wird, sie wolle angemacht werden.

        • Randy sagt:

          Das meinen Sie aber sicher nicht ernst, was Sie da geschrieben haben, Herr Werner Meier, oder? Gibts echt noch so denkende (Heti-) Männer im 21. Jahrhundert, notabene in der Schweiz oder mind. Westeuropa? Als Dame würde ich meinen Anstand beiseite legen und Ihnen die Handtasche um die Ohren knallen und, äxgüsi, kein Mann möchte freiwillig wissen, wie hart ein Knie sein könnte, wenn es im Schritt landet. Mensch Meier!!

    • Lars sagt:

      OMG… kipkoech… auch als Hetero mit einigermassen etwas klarem Blick für die Welt sollte es für Dich ein Kompliment sein wenn Du „angemacht“ wirst. Ein Blick, ein Lächeln oder ein paar freundliche Woche. Oder wie wirst Du von Gays angemacht? Die besteigen nicht alles was bis 3 nicht auf den Bäumen ist. Und im übrigen… wenn Du nicht gleichermassen auch von Frauen angemacht wirst, stimmt es sowieso nicht das Du von Gays angemacht wirst. Und ein NEIN hat noch jeder Mensch akzeptiert. Also tu nicht so verklemmt. ich habe als „hetero“ sehr viele Gayfreunde und liebe diese Jungs sher als gute Freunde. Was sexuell bei wem und wie abläuft interessiert mich wenig. genausowenig wie bei einem befreundeten Hetipäärchen. Hey… wir leben im jahr 2010 n.Chr. und in einem freien Land. Schwulsein bekommt man nicht geschenkt oder zu Weihnachten geschenkt. Das wünscht man sich auch nicht aus dem Versandhaus. Also akzeptiert die menschen wie sie sind.

  • FreestyleSkiFreak sagt:

    Schwule und Berge passen sehr wohl gut zusammen – wie Murmeltier und Edelweiss!
    Egal ob ich mit meinem Freund auf einer SAC Hütte übernachte als einziges GayCouple oder an der ArosaSkiweek mit anderen über die Piste flitze – da hat jeder seine Berechtigung.

    Von geschlossenen Gesellschaften habe ich nicht viel mitgekriegt bis anhin…Ich habe eher die Angebote genutzt, wo ich auch meine einheimischen Kollegen vor Ort miteinbeziehen konnte, das Programm ist vielfälltig.
    Baut mal die Vorurteile gegen die eigenen Reihen ab – vergisst die Aufrissbörse und öffnet die Augen für den glitzerndenden Sonnenschein im Schnee – dann kommts gut! :)

    • Lieber FreestyleSkiFreak

      Ich habe nicht geschrieben, Schwule und Berge würden nicht zusammenpassen, sondern Bergler & Schwule. In den SAC-Hütten übernachten vor allem Städter – oder Bergler, die in der Stadt leben. Das ist historisch und war schon immer so. Ich – eine Berglerin, die in Zürich lebt – traf schon einige Schwule in SAC-Hütten, die meisten waren Wanderer und keine Alpinisten, aber ich fand sofort einen Draht und einen interessanten Dialog und möchte Euch dort nicht missen!

      Liebe alle anderen Kommentierer

      So oder so: Grindelwald kann ich Euch nur empfehlen. Ob innerhalb einer Gay Ski Week, als Gaywalker auf Schneeschuhen – oder im Sommer als Wanderer. Die Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau ist echt unübertrefflich. Und die Eigernordwand einfach weltexklusiv und magisch, obschon sie schon seit jeher dort thront. Einen solchen Anblick gibts nirgends auf der Welt so einfach erreichbar zu sehen. Das Skigebiet finde ich übrigens sehr empfehlenswert, selbst als individuelle Tagestouristin.

      Ich bin keine Grindelwaldnerin. Trotzdem: See you there one day!

      Herzliche Grüsse
      Natascha Knecht

  • gaycapital sagt:

    ich bin schwul und kann dazu nur sagen dass es mir ausserordentlich freude bereitet, wenn abzocker die in stereotypen denken aufgehalten werden durch kleingeister die in entgegengestzten stereotypen denken. – über die kleingeister „im tal“ muss man keine worte verlieren, sie sind sowieso das ziel der PR von schwul-lesbisch-transgender-&friends in den bemühungen um mehr offenheit und akkzeptanz.

    über die anderen ist es eher am platz mal klartext zu schreiben:
    – wer schwul ist und überdruchschnittlich viel geld, der hat auch mehr geschmack und mehr eigene termin-verpflichtungen als auf ein plattes „gay-event“ im 4-stelligen franken-bereich reinzufallen. genug geld um es dann und dort auszugeben wo es ihm passt und im normalfall auch genug geld um sich damit egal wo genug schwul leben zu können.
    – der zielmarkt der auf den label „gay-event“ abfährt ist wiederum im normal-fall der maximale durchschnittsverdiener und der kann sich solche events die überteuert angeboten werden schlicht nicht leisten.
    – und wenn wir schon über den „markt“ sprechen, den alle so gerne umwerben: schwul sein heisst ein normales leben zu führen und sich als schwuler wie ein fisch im wasser in der mehrheit von nicht-schwulen frei zu bewegen. das ist doie mehrheit. die minderheit ist so ein kleiner markt, dass er sich den werbeaufwand nicht lohnt! – ein lückenbüsser-angebot damit schwule einspringen wo sonst nix laufen würde, ist nun eben mal weder die gay-games noch ein CSD.

    • Sumsara sagt:

      Dass die LGBT Community ein Markt ist, der sich sehr wohl zu bearbeiten lohnt, zeigen nicht nur Studien (z.B. http://www.outnowconsulting.com/latest-updates/2010-out-now-global-lgbt-market-study.aspx ) sondern auch, dass grosse Firmen mit einer kalkulierten Kosten-Nutzen-Rechnung wie Migros und Zurich spezielle Beratungsevents für eingetragene Paare anbieten.
      In einer Zeit, wo mittels umfassenden Datensammlungen (siehe Cumulus- Super- und ähnliche Kundenkarten) Werbung sehr zielgruppengerichtet auf kleinste Kundengruppen produziert werden kann sollte die Wirtschaft eine Kundengruppe mit der Stärke von 10% nicht aus dem Auge lassen! ;-)

    • Hans sagt:

      Du sprichst mir aus dem Herzen! Als „wohlhabende“ Schwule verbringen wir jedes Jahr eine Wellness-Woche in einem Tiroler Luxusresort mitten unter Familien und sonstigen Heteros. Wir sind da ebenso gern gesehene Gäste wie alle anderen auch und fühlen uns immer sehr wohl. Wir wissen uns allerdings der Gesellschaft entsprechend zu benehmen.Viele Stammgäste wissen, dass wir ein schwules Paar sind und wir sind inzischen auch mit einigen befreundet. Spezielle Ferien für Schwule wäre uns ein Gräuel und würden wir auch zum Migros-Budget Preis nie mitmachen.

      Noch zum speziellen Angebot von Grindelwald. Auch wenn es „den“ Schwulen nicht gibt, zweifle ich daran, dass sich Schwule zu einer Zeit, in der sonst tote Hose herrschen würde, zu überteuerten Preisen nach Grindelwald locken lassen. Zu offensichtlich wird da das Thema „Milchkuh“. Wenn ich nur geduldet werde, wenn die anderen Gäste möglichst nichts mitkriegen, dann lass ich es lieber.

      • gaycapital sagt:

        naja sumsara: schon evtl. 10%, aber diese 10% sind eben kein einheilticher markt der als solcher mit einer einzigen marketing-linie bedient werden kann. diese 10% splitten sich in genau soviele teilmärkte auf, wie die restlichen 90% dieser welt. heisst wiederum, dass ich unter spezifisch „gay“ nur gerade 1/9 eines absatzmartktes erreiche der seinerseits wiederum nur zum beispiel 5% auf dem generellen markt ausmachen würde, ergo ich ziele auf gerade mal 0,55% … – natürlich sind das unangenehme warheiten für so tolle marketing-genies, die zumeist aus nicht-schwulen kreisen kommen.

        die gelungensten veranstaltungen und produkte für die LGT kommen immer von LGT-mitgliedern und organisationen selber. und das ist kein wunder …
        ich bin unternehmer, ich habe produkte die ich durchaus auf LGT-kundschaft schneidern könnte. ich weiss aber als schwuler unternehmer sehr genau, warum ich dies eben nicht mache :-)

        • Sumsara sagt:

          Was für Produkte denn? Wir sind in der Sponsorenaquirierungsphase für das Zurich Pride Festival 2011 ;-) http://www.zhpf.ch

          • gaycapital sagt:

            u.a. auch tourismus (ja ja, darfste staunen *g* – aber genau deswegen seh ich die grindelwald-sache „beruflich“ als marketing-disaster) – betr. Pride 11: ich meld mich evtl. über die zhpf.ch

          • gaycapital sagt:

            toll – habe mich soeben orientiert betr. zhpf 2011. gut gemacht und genau zeitgleich zum berliner „Motz-Strassenfest“ …
            wo werden jetzt die GLTs aus dem ausland hin? nach zürich oder nach berlin??????

  • Marlon sagt:

    grindelwald? gay-skiweek? c’mon – nach arosa organisiert wohl jedes beliebige bergdorf seine gay-skiwoche. weil, mit den jungs lässt sich so richtig kohle machen – hier fehlte es aber offensichtlich an einer innovativen idee. sonst würde jemand hingehen. ich finde solche happenings nicht zeitgemäss, langweilig und das konzept enspricht höchstens dem zeitgeist der 90ziger. voilà.

  • Sumsara sagt:

    Die Arosa Gay Skiweek läuft, jedes Jahr kommen mehr Teilnehmer, inzwischen sind 6 Hotels beteiligt und werden auch erstmals die Lesben (wieso spricht man nur immer von den Schwulen?) speziell angesprochen. Das Bedürfnis ist da… dass nicht alle Menschen (egal ob Hetero-, Bi-, Homo- oder Transsexuell) Gruppenferien suchen ist klar – ebenso gibt es geschlossene Gesellschaften von Jassclubs, die ihre jährliche Reisen veranstalten. Dieser Punkt ist nicht nötig zu diskutieren.

    Wie man ein Dorf abholt, damit dieses die nötige Toleranz gegenüber der regenbogenbunten Touristenschar entwickelt, können die Organisatoren von Grindelwald am besten beim Tourismusbüro und dem Kulturkreis in Arosa erfragen. Ich frage mich nur, ob es in der Schweiz neben der Arosa Gay Skiweek und der Swing in Lenzerheide noch Platz hat für einen dritten Anlass…??

    • Nick sagt:

      Warum man keine Lesben dort haben will? Weil wir Schwulen froh sind bei einer Gay Ski Week endlich mal ohne Frauen sein zu können.

  • Michi sagt:

    Es gibt diverse Skiweeks, an derjenigen in Arosa werden im 2011 wohl über 400 Nasen teilnehmen, inklusive meiner. Ist ein lustiger Event, dem ich auch als „gewöhnlicher Schwuler“ (wie weiter unten steht) etwas abgewinnen kann. Und die gute Nachricht: Arosa überlebt die Woche jedes Jahr unbeschadet. Tipp an Grindelwald: Solche Events brauchen ihre Zeit. Man muss klein anfangen, dann spricht sich das rum. Knall auf Fall geht hier gar nichts. Und zur Preisgestaltung: Erfolg tritt erst ein, wenn sich junge unwohlhabende UND ältere wohlhabende Männer sowas leisten können.

  • Lorenz Egger sagt:

    Wenn Schwule wirklich akzeptiert wären und nicht nur als Milchkuh herhalten müssten, könnte man auf solche Veranstaltungen verzichten. Es ist noch ein weiter Weg, aber schöner ist das Leben durch die rosarote Brille, auch für die Munis in Grindelwald.

  • Alex sagt:

    Gay = kaufkräftige Zielgruppe (als ob’s nur wohlhabende Homosexuelle gäb…). Aber wenn schon, dann nicht derart plump bewerben. Dass da die biederen Grindelwalder Dorf-Munis rot sehen, ist doch kein Wunder.

  • Marco sagt:

    „gay“ bedeutet heute leider einen elitären, luxusgeilen und genusssüchtigen lifestyle, mit dem ich als gewöhnlicher Homosexueller überhaupt nichts am Hut habe… aber jedem Tierchen sein Plaisierchen!

    • Yves sagt:

      Absolut treffender Kommentar. Hätte es nicht besser ausdrücken können! Danke Lieber Gruss Yves

      • Pille sagt:

        @Yves, sicher zutreffend der Kommentar von Marco, aber keine Sorge du verpasst nicht viel….es hat irgendwie auch etwas von einer „geilen Tupperware-Party“ diese organisirten „Gay-Woche“. Langweilig in seiner Art !!!

  • Cotti sagt:

    Geht lieber mal nach St. Moritz oder auf http://www.diegobarberi.com Da seht Ihr top Boys in Unterhosen im Engadin…

  • Virgil sagt:

    ich brauch keine „geschlossene aufrissbörse“. ist doch langweilig. ich möchte einfach eine freie gesellschaft in der jeder so sein kann wie er ist. „den schwulen“ gibt es ja genau so wenig wie „den hetero“. das sind nur konstrukte die es tagi-journis etwas leichter machen einen aufhänger für einen artikel zu finden. jeder mensch hat sowohl hetero- also auch homosexuelle anteile in sich.

  • Roman sagt:

    Ich denke, in den letzten 10 Jahren wurde die Akzeptanz von Schwulen in diesen Bergdörfern schon merklich verbessert. Wenn ich an mein eigenes Coming-Out vor 14 Jahren nicht unweit von Grindelwald denke und dies mit heute vergleiche, sind dies 2 verschiedene Welten. Die Akzeptanz schreitet auch dort voran, wenn auch etwas langsamer!
    Über die Gay Ski Week gibt es sicher einige Meinungen. Für mich persönlich sind diese „Wir sind alle Gays und müssen es penetrant zur Schau stellen und um jeden Preis auffallen“ Skiwochen, Kreuzfahrten, Stranurlaub und weiss ich noch was alles nicht wirklich lukrativ. Ob diese nun in Grindelwald, Zermatt, Aspen oder Burkina Faso stattfinden. Aber das ist sicher Geschmacksache! Und für dieses Geld gehe ich definitiv lieber ein paar Wochen irgendwo an den Strand – und das ohne die „geschlossene Gesellschaft“!

  • Hosenstall sagt:

    Als Schwuler nehme ich an so Anlässen nicht teil. Ich habe die ‚geschlossene Aufrissbörse‘ Anfang 2010 in Arosa von aussen beobachtet. Mann hat sich so stark vom eigentlichen Leben in Arosa abgeschottet, mir graust vor so viel organisiertem Zusammenkleben.
    Auf den Pisten hat man von den Schwestern schlussendlich gar nicht viel bemerkt. An den Schneebars hingegen schon. An gewissen Orten gab’s zeitweise kein sauberes Proseccoglas mehr.

  • schnäbeliwetzer sagt:

    Glauben die wirklich, wir Schwulen kommen nach Grindelwald? Wir wollen Zermatt, St. Moritz und Aspen und keine Rentnerdörfer. Schon gar nicht für 6500 Franken.

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