Wohin verschwindet das Fett, wenn man abnimmt?

Unerforschte Fettverbrennung: Den verlorenen Kilos wurde bisher noch nicht wissenschaftlich nachgegangen. (Flickr/ istolethetv)

Unerforschte Fettverbrennung: Den verlorenen Kilos wurde bisher noch nicht wissenschaftlich nachgegangen. (Flickr/ istolethetv)

Haben Sie sich auch schon gefragt, weshalb die Luft besonders im Januar so fettig ist? Und warum wir immer häufiger im Winter Sommer haben und im Sommer Winter? Die erstaunliche Antwort liefern australische Wissenschaftler im «British Medical Journal» – und sie geistert seither durch Sport- und Gesundheitsmedien.

Ruben Meerman, Physiker, Surfer und bis vor kurzem Übergewichtiger, sowie Andrew Brown, Professor an der University of New South Wales in Sydney, wollten in einer nicht repräsentativen Umfrage von je 50 Ärzten, Ernährungsberatern und Personal Trainern wissen: Wohin verschwindet eigentlich das Körperfett, wenn jemand abnimmt? Resultat: Nur drei der Befragten kannten die richtige Antwort. Einige gaben sogar zu, keine Ahnung zu haben. Die meisten glaubten, das Fett werde verbrannt, also in Hitze und Energie umgewandelt, oder in Muskelmasse. Die anderen meinten, es verlasse den Körper auf dem stillen Örtchen.

Doch das sei alles falsch, erklären Meerman und Brown. «Die verlorenen Pfunde lösen sich überwiegend in Luft auf. Körperfett wird in Kohlendioxyd umgewandelt und ausgeatmet.»

Um das zu verstehen, müsse man wissen, woraus Fett überhaupt besteht. Nämlich aus Molekülen, die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoff-Atomen zusammengesetzt und durch Oxidation zersetzt würden. Wer erfolgreich eine Diät mache, scheide gemäss ihren Berechnungen 84 Prozent abgehungerte Fettmasse über die Lunge aus. Die verbleibenden 16 Prozent verwandeln sich in Wasser, vermutlich in Urin, Schweiss, Tränen und andere Körperflüssigkeiten. Hierzu konnten sie noch keine abschliessende Angabe machen.

Die Wahrheit über das verlorene Körperfett. (Youtube)

Ein schwarzes Loch gestopft

«Um das Gewicht niedrig zu halten, muss man also lediglich weniger Fett durch Essen zuführen, als man ausatmet», schreiben die beiden Australier. Meerman hat innerhalb eines Jahres 15 Kilogramm abgenommen, «und da wollte ich einfach wissen, wohin diese Kilos verschwinden». Trotz der immer dicker werdenden Weltbevölkerung sei diese Frage noch nie wissenschaftlich untersucht worden. Somit hätten sie nun ein komplett schwarzes Loch im bisherigen Wissen um Gewichtsabnahme stopfen können.

Ob es nütze, wenn man generell im Alltag kräftiger atme, wurden die beiden seit der Publikation ihrer Forschungsresultate oft gefragt. Sie sagen: Nein. Es sei sogar gefährlich, könnte Hyperventilation, Schwindel und Ohnmacht verursachen.

Eine weitere, häufig gestellte Frage war, ob die Diätmanie in den Industrieländern für die globale Erwärmung und den Klimawandel verantwortlich gemacht werden könne. Ihre Antwort geht in die Richtung eines Ja. «Die Kohlenstoffatome, welche von den Menschen ausgeatmet werden, kehren in die Atmosphäre zurück, nachdem sie nach wenigen Monaten oder Jahren in Essen gefangen waren.»

Schlussbemerkung: Die Studie publizierte das angesehene «British Medical Journal» in seiner Dezemberausgabe, wo die Autoren jeweils neuzeitliche Tendenzen ad absurdum führen. Wer mehr über «When somebody loses weight, where does the fat go?» erfahren möchte, fragt am besten direkt bei Meerman und Brown nach: rubenmeerman@me.com / aj.brown@unsw.edu.au.

34 Kommentare zu «Wohin verschwindet das Fett, wenn man abnimmt?»

  • Luigi Rotta sagt:

    Verbrennen ist Oxydation. Das hatten wir bereits in der achten Klasse in der Physik.

  • Roland K. Moser sagt:

    Das ganze ist bekannt. Im Radsport Handbuch ist es z.B. beschrieben.
    Im aeroben Stoffwechsel wird Fett zu CO2 und H2O umgewandelt.

  • Albert sagt:

    Etwas biochemischer: Die Fettsäuren werden zuerst in kleinere Einheiten – aktivierte Essigsäure – aufgespalten. Danach erfolgt im Citratzyklus und in der Atmungskette die Oxidation zu CO2 und Wasser. Letzteres liefert die Hauptenergie. Die Energie wird in chemischer Form gewonnen, indem die Atmungskette an die Synthese von energiereichen Verbindungen gekoppelt ist. Die wichtigste dieser Verbindungen ist ATP. Sie liefert direkt die chemische Energie für die Muskelkontraktion.

  • Columbo sagt:

    Und dann gibt’s da noch die in Doctor Who, Staffel 4, Episode 1 („Partners in crime“) abgehandelte Theorie…

  • Marquis Jean-Pierre sagt:

    Dass selbst Ärzte diese Abläufe nicht kennen erstaunt mich ja schon. Die Muskeln oxidieren auch kein Fett. Dieses muss zuerst von der Leber in Traubenzucker umgebaut werden, ebenso die Kohlenhydrate und evtl. Eiweisse. In den Muskeln wird der Traubenzucker über weitere chemische Stufen abgebaut zu CO2 und Wasser, wobei Energie für die Muskelarbeit frei wird.
    Das CO2 wird ausgeatmet, wurde aber irgendeinmal von einer Pflanze aus der Luft aufgenommen, somit arbeiten wir CO2-neutral – der Kreislauf des Lebens, angetrieben durch die Sonne.

  • Esther sagt:

    Jürg Basler….. ich freue mich auch in dieser Richtung :-) und freue mich in der Zwischenzeit auf die träfen Schnitzelbänke, die es bestimmt an der Basler Fasnacht zu diesem Thema geben wird!

  • Harald Muntwiler sagt:

    „Ihre Antwort geht in die Richtung eines ja“ – falsch. Das CO2 kehrt einfach ein paar Monate später zurück in die Atmosphäre. In der Summe bleibt alles gleich, es entsteht nicht mehr CO2. Bei Erdöl, Kohle, Torf ist das etwas anders, die wurden nicht erst vor wenigen Monaten gebunden.

    • Heinz Paulsson sagt:

      Ja. Dass Fettabbau etwas mit dem Klimawandel zu tun haben soll, ist Unsinn. Zumindest, solange wir nicht vorwiegend Lebensmittel essen, die aus fossilem organischem Kohlenstoff hergestellt sind.

  • Cybot sagt:

    Das hatten wir doch alles mal in der Schule. Wer solche Fragen stellt, hat wohl in Bio geschlafen.

  • Para Celsius sagt:

    Woran erkennt man, dass das ausgeatmete CO2 vom Fett stammte, und nicht von Kohlenhydraten, wie Brot oder Spaghetti?
    Oder gar gemischt – etwa bei Spaghetti Carbonara…

  • Jürg Basler sagt:

    Also, wenn ich viel abnehme, mache ich mich schuldig am Klimawandel … endlich ein Argument für’s Schlemmen, smile, danke!

    • Bruno Müller sagt:

      Ja, gilt aber nur, wenn Sie nie sterben. Weil die Zersetzung setzt das ganze CO2 frei. Also: Ewig leben und immer fetter werden.

  • bea sagt:

    Die Antwort kann man mit Hilfe einer Pflanze erklären. Ein kleines Pflänzchen wächst und wird grösser. Nach einigen Jahren wiegt man das Trockengewicht (ohne Wasser). Erstaunlicherweise ist das Gewicht jetzt viel grösser (Auch als die Topferde).
    Woher kommt das Gewicht?

    Der Dünger (Mineralien) macht nur ein minimes Gewicht aus. Der grosse Teil kommt von CO2 aus der Luft, der die Pflanze mit der Photosynthese in Zucker umwandelt.

    Der Mensch macht das umgekehrte. Er atmet den Zucker bzw. das Fett aus.

  • Anh Toan sagt:

    Ich vermute, das diese oxydierte Fettmasse zumindest nicht über Atmungseinrichtungen, wie Nase und Mund, abgeben werden, schon Bob Dylan erkannte, die Antwort sind Blähungen (blowing winds).

  • Anh Toan sagt:

    Jetzt frag ich mich nur, warum wir denn in Autos das Benzin „oxydieren“, da werden ja nur Abgase draus.

  • Anh Toan sagt:

    Und wenn jemand zunimmt? Wo gehen die Löcher hin, die vorher da waren, wo jetzt Fett ist?

  • Werner sagt:

    Wer pro Woche mehr als einmal Stuhlgang hat, der isst zuviel. Der Darm ist da um die nicht verdaulichen Ballaststoffe aus zu scheiden. Bei mir stimmst, der Arzt hat mich schon gefragt, ob ich bei der Einnahme von Nahrung ein Augenmerk lege. Nein sagte ich, ich bevorzuge die Schweinsbratwurst und nicht etwa die Kalbsbratwurst. Er meinte, ja das dürfen sie.

    • adi sagt:

      Werner, ich habe keine Ahnung, was Sie mit Ihrem Kommentar ausdrücken wollen. Können sie mich bitte aufklären?

    • Jeanne sagt:

      “ Wer pro Woche mehr als einmal Stuhlgang hat, der isst zuviel.“… Diese Aussage ist einfach falsch Herr Werner. Bitte informieren sie sich über die Fakten. Wenn sie nur einmal in der Woche Stuhlgang haben, dann haben sie das halt. Jeder Mensch hat einen anderen Rhythmus und Mengenanteil. Das kann normal sein. Ein Darm füllt sich in der Woche durch Essen und diese Fülle kann sogar gesundheitsgefährdend sein, weil ein voller Darm den Körper von innen vergiften kann. Kot verklebt die Darmwände. Darum ist es wichtig einen regelmässigen , weichen Stuhlgang anzustreben. Guter Link: http://www.onmeda.de/magen_darm/verdauung-stuhlgang-17176-3.html , http://www.zentrum-der-gesundheit.de/darm-sauber-halten-ia.html. LG Jeanne

      • Sigi Schnell sagt:

        Wundert mich doch sehr…. nur 1x Stuhlgang pro Woche – hab ich so noch nie gehört.
        Sie scheinen ein sehr, sehr guter Verwerter zu sein. Nehmen sie nebst Flüssignahrung auch feste Nahrung zu sich oder essen sie einfach zuwenig? Ihren Wursttip versteh ich nicht.

        • Werner sagt:

          Ich bin wahrscheinlich eine Ausnahme. Ich esse 1/3 davon was andere essen. Ich bin ein langsamer Esser und verspüre somit schneller als andere wenn ich genug habe. Seit mehr als 30 Jahren habe ich ein Gewicht zwischen 48 und 50 kg und fühle mich pudelwohl. Ich kann ihnen auch sagen, dass ich einen 12 Stunden Arbeitstage hatte und währen der letzten 30 Jahren keinen einzigen Tag am Arbeitspatz gefehlt habe. Meine guten Eiweisse hätten sich mit 60 Jahren noch vermehrt, deshalb darf ich die Schweinswurst der Kalbsbratwurst vorziehen, so der Arzt. Heute bin ich 70 Jahre alt!

          • Jeanne sagt:

            @Werner: Ja, da kann ich Ihnen zur Ihrer Ausnahmeerscheinung nur gratulieren! :-) Bleiben Sie weiterhin so gesund & vital. Geniessen Sie Ihre Schweinsbratwurst, die ist auch viel würziger & saftiger.

          • Steve Johnson sagt:

            Man ist, was man isst, lieber Herr Werner. Ich bevorzuge es, ein Kalb zu sein ;-)

          • Schmitchenschleicher sagt:

            Lieber Werner, ihre pseudowissentschaftliche Art, von Ihrer Lebensart darauf zu schliessen, dass das automatisch gesund sein soll, ist leider einer der häufigsten Denkfehler. Ein Bekannter trinkt eine halbe Flasche Schnaps und raucht ein Päckchen pro Tag und wurde just 90jährig bei guter Gesundheit… Sagt uns genauso wenig über Medizin wie Ihr einmaliger Stuhlgang pro Woche… Der übrigens – da < 3x Stuhlgang pro Woche – als pathologisch gilt. Also krankhaft.

  • Heinz Paulsson sagt:

    Das Fett wird von den Muskeln als Energiequelle genutzt und dabei verbrannt und in CO2 und Wasser verwandelt. Das ist die ganze Geschichte.

  • Hotel Papa sagt:

    Boo Yah! Welche Erkenntnis! Das ist jedem klar, der die Stoffwechselchemie ein bisschen betrachtet.

    Vor zig Jahren hat mir schon jemand ein schönes Bild gezeichnet, was mit einem alten Menschen geschieht, der aufhört zu essen (terminales Fasten). „Er veratmet sich“ war die Aussage.

    Auch geht der Brennstoff durchaus in Wärme und Energie, wenn auch nicht seine Masse (das wäre eine gewaltige H-Bombe).

  • Monika Roth sagt:

    Verbrennen ist falsch?
    Bei der Oxidazion des Fettes zu CO2 un H2O wird Energie frei (darum kann der Körper ja das Fett als Energiequelle nutzen). Diese Oxidation wird auch Verbrennung genannt.

    • Daniel Wigger sagt:

      Genau, der liebe Forscher hat nur eine materielle Bilanz des Stoffwechsels beim Abnehmen gemacht. Selbstverständlich atmen wir während dem Abnehmen auch ein, nämlich Sauerstoff, welches fast gleich viel wiegt wie Kohlendioxyd, das Stoffwechselprodukt. In der Masse aber wahrscheinlich ist die Differenz das Gewicht des Abnehmens, das glaube ich sofort.

      Der grosse Unterschied findet aber in der Energiebilanz statt: Fett ist gespeicherte Energie. Indem wir mehr verbrennen als wir zu uns nehmen, nehmen wir ab.

      • Severin Kälin sagt:

        Sie Atmen O2 (31.99 g/mol) ein, aber Atmen CO2 (44,01 g/mol) aus. Das ist doch ein ziemlicher Gewichtsunterschied.

        • Daniel Wigger sagt:

          das kommt immer auf die Menge der Mols an. Aber wie obiger Videobeitrag zweifelsfrei darlegt, ist der Gewichtsunterschied zu 80% auf die Atmung zurückzuführen. Das bezweifle ich nicht. Jedoch wird die Frage der Energie hier nicht angesprochen. Um O2 in CO2 zu überführen, wird Energie frei (deshalb verwenden sie wir ja täglich in Maschinen, deshalb gibt es das Klimaproblem). 1 kg fett beinhaltet 10 000 Kilokalorien oder rund 40 000 Kilojoule. Diese Energie wird verbraucht, wenn wir abnehmen, und nicht gleichzeitig vollständig ersetzt. Würde die Testperson genau gleich viel Fett essen wie er verbraucht, würde sie ja nicht abnehmen. Die Energie fällt als Bewegungsenergie, Wärmeenergie oder Chemische Prozesschemie an. Ausserdem wird noch ein grosser Teil des verbrauchten Fettes umgewandelt in andere Stoffe, z.B. Kohlehydrate, Aufbaustoffe des Körpers oder andere Abfallstoffe, die dann anderweitig ausgeschieden werden (wie vom Forscher erwähnt in Urin, Stuhlgang, Schweiss, Tränen).

    • Stefan Effenmann sagt:

      Das eine ist Fettverbrennung und das andere ist Fettabbau. Ich habe die Arbeit nicht gelesen, aber gemäss Artikel geht es wohl um den Fettabbau. Und das stimmt, was die beiden sagen, ist aber nicht neu: es kommt für den Fettabbau auf die negative Energiebilanz an.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.