Kann man im SAC-Massenlager eigentlich Sex haben?

Immer wieder eine willkommene Anregung für Männerphantasien: Massenlager in einer SAC-Hütte (hier die Saoseo-Hütte im Puschlav). Foto: Keystone

Immer wieder eine willkommene Anregung für Männerfantasien: Massenlager in einer SAC-Hütte (hier die Saoseo-Hütte im Puschlav). Foto: Keystone

Kürzlich an einem Apéro bei Bekannten daheim: Es waren etwa zwanzig Leute da, die meisten hatte ich davor noch nie gesehen. Für diese Anzahl Gäste war die Stadtwohnung relativ eng, darum standen wir uns in der Küche, im Wohnzimmer und auf dem Balkon auf den Füssen rum. Und wie es so geht: Man kommt ins Gespräch. Man fragt sich gegenseitig oberflächliches Zeug. Was man arbeitet. Wo man wohnt. Was man von Veganern hält und was von Ecopop. In welchem Fitnesscenter man trainiert.

Einer der Ersten, mit denen ich an diesem Abend einen Small Talk führte, hiess Remo*. Er trainiert im Holmes. Ich sagte, ich trainiere in der Kletterhalle und gehe gerne bergsteigen. Später entschloss ich mich, dass ich künftig an solchen Anlässen meine Leidenschaft für die Hochalpen verheimlichen werde. Die Fragen, die mir nämlich gestellt werden, sind immer etwa die gleich dummen. Der Dialog geht etwa so:

Wirklich, du gehst bergsteigen?
Ja.

So richtig? Mit Seil und allem?
Ja.

Echt jetzt?
Ja.

Warst du schon auf dem Matterhorn?
Ja.

Ist das nicht gefährlich?
Es geht so.

Weshalb machst du das?
Das frage ich mich auch.

Remo und ich stehen in der Küche, sein Freund Ralf* kommt rein.

Hey Ralf, hast du gehört: Sie geht bergsteigen, so richtig mit Seil.

Jetzt ist Ralf dran mit seinen Fragen.

Echt? Warst du schon auf dem Matterhorn?
Ja.

Ist das nicht gefährlich?
Es geht so.

Das könnte ich nie. Ich habe fürchterliche Höhenangst. Mich graust es schon, wenn ich auf dem Balkon stehe.
Oje.

Kennst du Ueli Steck?
Ja.

Wie findest du ihn?
Cooler Typ.

Aber der hat nicht alle Tassen im Schrank, oder?
Findest du?

Ich habe mal ein Video gesehen, wie er durch die Eigernordwand rannte. So einer hat doch einen Flick weg.

Remo mischt sich wieder ins Gespräch ein.

Ich habe kürzlich im TV einen Dokumentarfilm über einen Kletterer gesehen. Jetzt weiss ich gerade nicht mehr, wie er geheissen hat, aber es war krass.
Ich schaue fast nie TV.

Du, darf ich dir eine peinliche Frage stellen?
Klar.

Wie macht man das eigentlich, wenn man mitten in einer Felswand auf die Toilette muss?
Man macht sich einfach in die Hose.

Wir lachen.

Zwei Stunden später treffe ich Remo auf dem Balkon wieder. Er hat in der Zwischenzeit mindestens zwei Bier getrunken, ist jetzt in Flirtstimmung, stellt sich eng neben mich und fragt wieder.

Wenn du schon auf dem Matterhorn warst, dann hast du sicher schon oft in SAC-Hütten übernachtet.
Schon sehr oft.

Kann man im Massenlager eigentlich Sex haben?
Sicher, was denn sonst?

Hast du auch schon?
Fast jedes Mal.

Echt?
Echt!

Anmerkung: *Die Namen Remo und Ralf sind fiktiv, aber nicht die Fragen. Ich schwöre, sie sind mir schon unzählige Male gestellt worden. Dass ein Massenlager bei Männern gewisse Fantasien hervorruft, kann ich entfernt nachvollziehen. Aber warum ist es so wichtig, ob man auf dem Matterhorn war? Das verstehe ich beim besten Willen nicht.

77 Kommentare zu «Kann man im SAC-Massenlager eigentlich Sex haben?»

  • Uwe sagt:

    Sorry aber ich habe bei einem Haufen verschwitzter leute incl übler Gerüche sicher keine sexuellen Phantasien ;-)

  • Martin sagt:

    Shit, ich war noch gar nicht am Matternorn und hatte noch nicht mal Sex im Massenager…irgendwas mach ich falsch.

  • TomNotfallretter sagt:

    Warum sollte man auf Hütten (selbsst in Lagern) keinen Sex haben dürfen? In Wahrheit ist das doch nichts anderes als ein Bedürfnis, das gestillt werden sollte. Wenn man Durst hat trinkt man, wenn man Hunger hat, isst man, wenn man für kleine (und große) Bergsteiger muss, geht man auf’s Klo. Ich weiß nicht, einerseits machen viele Alpinisten auf naturverbunden und weltoffen. Wenn es dann jedoch um ganz natürliche Dinge geht, wird man plötzlich völlig verklemmt. Das ist nicht zu verstehen …

  • Jan sagt:

    Ich hab den Artikel gelesen und fand ihn witzig. Dann hab ich die Kommentare gelesen und war doch leicht schockiert über einige der Kommentare die da so kamen. Muss eine Frau sich anmachen lassen? Ne muss sie nicht.

    Und warum das mit dem Matterhorn kommt kann ich nachvollziehen. Wer vom Klettern keine Ahnung hat wird vielleicht nach einer Gesprächsmöglichkeit suchen und ich denke das Matterhorn ist für viele DER BERG in der Schweiz, der muss doch auch schwer zu besteigen sein – ist also ein Gradmesser oder Gütesiegel.

    Als Läufer wird man schliesslich auch gefragt ob man schon mal einen Marathon gerannt ist.

    Aber das mit dem Thema Sex auf der Berghütte….Muss man? Es heisst ja auch Gelegenheit macht Liebe…. Aber Sex im Massenlager ist für mich so sexy wie ein Sack Zement. Kann man muss man aber nicht!

    Ich fand die Antwort, die sie gegeben hat auf diese Frage jedenfalls klasse. (Hoffe aber dass wir uns nie auf der Hütte treffen, denn ich würde mich beschweren wenn jemand im gleichen Massenlager eine Nummer schieben würde. ;-)

  • seebueb sagt:

    Das was Sie, liebe Frau Knecht, bereits beim ersten Anmach-Versuch an den Tag legen, ist auf weitaus tieferem Niveau angesiedelt als das des zweiten Versuchs auf dem Balkon.

    Abblitzen lassen ist natürlich Ok, aber reagieren Sie nächstes Mal mit wenigstens einem klitzekleinen bisschen Stil, auch bei der holden Weiblichkeit ist das durchaus angebracht.

  • hallo mitenand

    interessant, bei diesem thema klappern die tasten des PC:

    ich danke natascha knecht für den super bericht. ja, die fragen von nichtbergsteigern sind immer etwa immer die gleichen. die bergsteiger sind nicht die besseren und auch nicht die schlechteren menschen. ein weltberühmter bergsteiger schrieb einemal in seinem Buch, nach einer erfolgreichen für unmöglich gehaltenen solobegehung: „zum glück waren die journalisten und andern leute noch nicht auf der hütte. sonst hätten sie mir viele dumme fragen gestellt.

    das will heissen, der bergsport ist mehr als sport. es ist für einen aussen stehenden einfach nicht nachvollziehbar.
    zum matterhorn., das hat doch nichts mit prahlen zu tun, wenn jemand sagt, er sei auf dem matterhorn gewesen. denen wo das nicht passt, sind einfach neidisch. sie möchten schon, aber können aus irgendwelchen gründen nicht.

    ob jemand auf einer hütte sex hat, das ist jedem seine sache. muss jeder selber entscheiden. aber in einem zelt in den bergen unter 1000 blickenden sternen ist doch viel schöner.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • M.Vogel sagt:

    Ja, man(n) kann in einem Massenlager Sex haben. Der Beweis: Meine (Ex-)-Frau wurde schwanger und als unser Sohn auf die Welt kam und alle nachrechneten, gab es etliches Stirnrunzeln bei unseren Freunden und klammheimliches Grinsen auf unserer Seite. Denn gemerkt, was wir zwischen all den andern im propevollen Massenlager trieben, hatte niemand. Dabei hatte ich meine damalige Frau in den zwei Wochen Ferien gerade einmal besucht: Volltreffer.

  • Carl Just sagt:

    Mich hat Sex in der SAC Hütte meine vielversprechende akademische Karriere gekostet! Weil der Klassenlehrer ab der Gymnasium Schulreise blöderweise im gleichen Gruppenraum in der Kesch Hütte übernachtete. Dabei war meine Partnerin genau an diesem Abend 16jährig geworden, was damals glaub ich noch das Schutzalter war. Schön war’s trotzdem :-)

  • Carl Just sagt:

    Es ist extrem wichtig, dass ich auf dem Matterhorn war. Allerdings nur für mich.

  • Frieda sagt:

    Tolle Kolumne! Schon lange nicht mehr so gelacht
    Danke!

  • ekriemler sagt:

    Sex und Selfies, Aufmerksamkeit um jeden Preis, alles mitmachen – nein danke.
    Betrachte das weder als Leistungssport resp. -ausweis noch als erstrebenswert.
    Aber vielleicht eine Frage des Selbstverständnisses oder -bewusstseins.

  • Chris sagt:

    Ja, man kann. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Auch wenn das eine Ewigkeit her ist und wir noch jung und unbekümmert waren. Und glaubt mir, es war nicht nur der Mann (d.h. ich) der an Sex dachte! Das war am Sustenhorn (der Name der Hütte kommt mir beim besten Willen nicht mehr in den Sinn) und wir mussten um 3 Uhr aufstehen. Schon deswegen und auch wegen der nicht mehr ganz so grossen Unbekümmertheit, würde mir das heutzutage kaum noch mal passieren!

  • Tiamo Notturno sagt:

    Hätte man es 1988 selber nicht erleben müssen, so würde man die Frage peinlich und irrelevant finden.

    Doch in einer Gruppe von zwanzig mässig miteinander bekannten, pickligen ETH Mathestudenten, war genau eine, ausserordentlich hübsche,sportliche, grossbusige Kommilitonin aus dem grossen Kanton mit dabei.
    Welche prompt mit dem Hübschesten eine Nummer durchgab.
    Nein, nicht im leeren Nebenschlaafsaal.
    Daraus kam die Frau wieder heraus, laut maulend, da sei ja niemand aus der Gruppe ausser ihr.

    Worauf sie sich in den Gang des sardineneng gepackten, knallvollen Hauptsaales stellte, und sich zuerst einmal vor aller Augen entblätterte. Nur bis auf den BH und Slip, aber immerhin, es wurde etwas geboten .
    Dann zwängte sie sich in den Schlafsack zum Auserwählten, und das laute Gestöhne „Ja, gibs mir“ ging los.

    Wir schwiegen alle, vollkommen verdattert und entgeistert.
    Die nächstgelegenen Sardinen durften auch noch von kräftigen Transversalwellen „profitieren“.

    Heute sehe ich das so: Sobald es ausserhalb engster Freunde im Schlafsaal auch andere betrifft:
    Licht an. „Liebe Kollegin, Lieber Kollege, macht das woanders, wir wollen schlafen.“

    Doch wie sagte damals die Kollegin in der Woche danach in der Haupthalle zu ihrer Freundin: „Weisst Du, an der ETH hat es derart viele tolle Typen, da kannst Du nicht mit jedem Schlafen.“

    Während wir dann noch erfahren durften, dass das Mädchen „eigentlich“ die feste Freundin unseres Hauptassistenten war, welcher aber am Wochenende nicht dabei war.

    Soll man sich über diese Anekdote aus dem echten Leben freuen?
    Nun, ich erzähle sie gerne, womit es durchaus „bereichernd“ war.

    Aber IMHO gehört Sex ins Privatgemach.
    Und weder auf Facebook noch Instagram noch ins Massenlager.

    Etwas beunruhigend finde ich die Einsicht, dass entgegen landläufiger politisch korrekter Meinung, es eben doch eine grössere Zahl Weibchen gibt, welche sich in Erwartung evolutionärer Vorteile zwanghaft vor allen Männchen präsentieren müssen.

    Oder wie seht Ihr das?
    Geht es in Ordnung solange andere auch Spass haben?
    Braucht es das Einverständnis aller Zwangszuschauer?
    Besteht Anrecht auf Teilnahme?
    Purer Neid?
    Darf oder soll man die Geschichte dem Kind der Dame, ihrem damaligen Freund, Ihrem heutigen Eheman, ihrem Arbeitgeber erzählen? Wo es ihr doch sehr um maximale Öffentlichkeit ging?
    Wie steht es um die Rolle des Bettgenossen?
    Darf ich das Video online stellen? Wie steht es um die Verteilung von Werbeeinnahmen?

    Ist das Nachfragen einfach nur uncool?

    Was ist der Rat an die eigene Tochter?

  • Christen sagt:

    Natürlich kann man das. Wir hatten Sex in der Spannorthütte SAC (Engelberg, im Kahr 1970), richtig entspannend nach einer Tour auf 3000m. Die Erinnerung daran war leider nicht nur schön: Filzläuse, dank ungelüfteter Wolldecken!è

  • Christine sagt:

    Herrlich, Natascha – genau so ergeht es mir doch auch ständig; meine Antworten sind ziemlich ähnlich, aber: Es könnte auch eine Sie sein, die diese Fragen stellt, muss keineswegs ein Mann sein; und eine meiner Antworten ist anders:
    Er (ODER SIE): „Ich könnte nie klettern gehen, ich bin überhaupt nicht schwindelfrei!!!“
    Ich: „Ich leider auch nicht, aber ich gehe trotzdem …“
    Er (ODER SIE): „…waaas?? Wie geht denn das?“

    Ach ja, auf dem Matterhorn war ich auch noch nicht. Warum es so wichtig ist? Du weisst es doch ganz genau, wie die Menschen ticken – in allen Bereichen! (Weil ich nicht mit dem Matterhorn angeben kann, muss ich dann, komplizierter, jeweils mit Mount McKinley oder Montblanc auf verschiedenen Routen usw., bluffen – macht sich weniger gut …)

    Und ja, natürlich, da kam auch schon die Frage, ob man denn auf über 5000 m / 6000 m Sex haben kann.
    (Ja, man kann.)

    Auch die Antworten sind köstlich, interessant, wer sich da gleich angegriffen fühlt.

    Mach weiter so, bis bald, ich gehe jetzt mal 10 Tage klettern. Christine

  • Martin sagt:

    Apropos: „[Sex in SAC Hütte] Fast jedes Mal“

    Liebe Natascha, wir waren ja zur selben Zeit auf der Rothornhütte (Aug. 2013). Ein Schelm, wer etwas böses dabei denkt… Habe ich da etwas verpasst während der kurzen Nacht? Du musstest ja ziemlich früh raus in Richtung Schalijochbiwak resp. Weisshorn. Ok, du bist noch jünger und hast wohl noch vorige „Energie“ nach bzw. vor einer Tour :-)

  • Flo sagt:

    Köstlich diese Post’s!
    Ich erkenne eines daraus! Das es allen, die sich über solch belangloses aufregen, gut geht! Denn wenn sich Leute über belangloses aufregen, haben Sie keine schwerwiegenderen Problem über die es sich zu sprechen lohnt…das freut mich für alle!
    Wünsche allne en schöne Abig und immer gschmeidig bliebe :)

  • Felix Stern sagt:

    Warum sind alle so fasziniert mit dem Matterhorn? Man versuche sich in Leute hinein zu denken, die mit Bergsteigen partout nichts am Hut haben. Jetzt wird man mit dem Begriff Bergsteigen konfrontiert. Dann sucht man nach dem Namen eines Berges und was kommt einem da als erstes in den Sinn? Matterhorn! Das finde ich nicht so abwägig sondern ganz normal. Auf den Laien wirkt das Matterhorn auch als besondere Herausforderung. Aber eben, man versteht das alles nur, wenn man sich in andere Leute hinein denken kann. Wenn man glaubt, alle Leute haben das gleiche Verständnis von Bergsteigen, dann scheitert man.

  • Michael sagt:

    Und über was soll man sich den mit Ihnen sonst unterhalten, falls man Sie sympathisch findet? Über Börsenkurse? Schriftschnitte? Dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs? Ach Bitte, dann steuern Sie doch das Gespräch. Das passiert mir jedes mal. …aaah Du bist Werbeleiter bla bla bla. Machst Du Fotoshootings? Klar blabalbal Was ist den daran so schlimm? Ich bin stolz auf meinen Beruf wie meine Hobbies und wenn sich jemand dafür interessiert, bitte schön. Tipp: Dann laufen Sie halt nicht mit dem erdigen Schuhen und dem Jack Wolfskin Pulli rum und fertig sind die Klischee Fragen. Aber auch fertig mit der Chance interessante Menschen kennenzulernen. Und wenn Sie eher zur stillen Sorte Mensch gehören, dann schauen Sie doch zu Hause Wetten Dass. PS II Das Matterhorn ist ein Gesprächsanknüpfungspunkt weil man Sie sympathisch findet. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

  • Jürg Bernhardsgrütter sagt:

    Herrlicher Artikel – Gratulation (!) und wenn ich die entsprechenden Kommentare lese, ist die Bestätigung perfekt!!

  • Enrico Malatesta sagt:

    Er: Und was machst Du so?

    Sie: Ich bin Bergsteigerin. Semiprofessionell. Es ist meine Leidenschaft, ich lebe dafür, mit Haut und Haar, rhabarber…blaba…rhabarber….

    Und gefühlte 37 Minuten später – spätestens – ist der Kerl weg. Wäre amüsanter.

  • Luise sagt:

    Haha, was hängenbleibt ist der Sex im Massenlager. Provozierender Titel, Nataschas Blog ist heute unter den meistelesenen Texten. Sonst, naja, nichtssagende Unterhaltungen mit Männern, die sich verunsichert und angezogen fühlen von einer Frau, die ihnen sportlich überlegen ist, die etwas ungeschickt flirten und die ebenso schweizerisch-trocken gekontert werden. Zum Sex im Massenlager: Ich denke, das erleben alle irgendeinmal, wenn die Hütte nicht gerade ausgebucht ist, ein leiser Spass mit dem Hauch des Verbotenen.

  • Markus sagt:

    witzig und aus dem wahren Leben gegriffen. Sehr schöner Post!

  • Markus Hutter sagt:

    Ich frage mich, welche Fragen Sie genau gewünscht/erwartet hätten – An einem solchen Anlass mit fremden Leuten, die halt nicht Bergsteigen. Wenn ich sage, ich fahre jedes Wochenende zum Fussball, höre ich auch immer das selbe. Ausser von jenen, die halt zum Fussball fahren.

  • alpöhi sagt:

    Mind. 2 Bier in 2 Stunden, der Typ ist ja ein Komasäufer, zum Glück ist er nicht vom Balkon gestürzt.

  • Bruno sagt:

    Teile die Ansicht von Frau Knecht; sobald Leute erfahren, dass man Bergsteigen geht, darf man die gleichen blöden Fragen beantworten (mit Seil und so?…). Mein Gott, selbstverständlich mit Seil, sonst würde ich Ueli Steck, Dani Arnold oder ähnlich heissen. Dabei kommt mir der Schwimmer in Sinn: es kommt keinen Menschen in den Sinn, diesen nach Badehose oder Flossen zu fragen. Und dass ein Läufer in Jogginschuhen unterwegs ist, dürfte auch allen klar sein.
    Apropos Sex in SAC-Hütten; es gibt sicher angenehmere Orte dafür, aber es kommt vor. Im Übrigen sind SAC-Hütten nicht dauernd voll besetzt, gerade in der Nebensaison habe ich schon oft alleine in einem 12er-Schlag übernachtet. Und da man in SAC-Hütten durchaus Kontakte schliessen kann (ich habe schöne Erinnerungen daran), ist es mehr eine Frage des Wollens denn des Könnens.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das beschränkt sich aber nicht auf Bergsteigen und hat entsprechend auch nichts mit diesem zu tun, sondern damit, dass es eine Beschäftigung ist, über die der Durchschnittsbürger kaum etwas weiss. Dass den Leuten dann die Feinheiten und Details nicht geläufig sind, darf doch nicht verwundern, oder? Die Frage nach dem Seil mag in dem Kontext vielleicht blöd klingen, aber wenn einem der Unterschied zwischen Bergwandern, Klettern, Hochtouren, free/speed climbing, etc. nicht klar ist (und in den Medien primär letzteres auftaucht), dann ist die Frage durchaus berechtigt.
      Im übrigen sollte man sich dann auch fragen, ob man selber denn besser ist: Haben Sie im Smalltalk noch nie vermutlich „blöde“ Fragen gestellt, wenn sie mit jemandem konfrontiert waren, der ein Ihnen unbekannte Hobby pflegt? Die wenigsten stellen „intelligente“ Frage wenn sie keine Ahnung von etwas haben. Aber man könnte gerade darum etwas Wissen vermitteln statt einsilbig und sarkastisch die Person abzukanzeln, wie Frau Knecht das anscheinend tat.

      • Bruno sagt:

        Einverstanden; meine Stellungnahme kam wohl etwas überspitzt daher! Allerdings bemühe ich mich, auch beim Smalltalk, gute Figur zu machen und die Fragerei in eine gute Richtung zu lenken. Im Nachhinein würde ich das Adjektiv ‚blöde‘ vermeiden.

    • Hasler sagt:

      Ich glaube, Sie haben die Frage nach dem Seil falsch interpretiert. Ich wäre auch in der Lage genau diese Frage zu stellen. Die Frage sollte dann aber differenzieren, ob Sie im Appenzell Spaziergänge unternehmen oder ob Sie es wirklich ernst nehmen mit dem Bergsteigen.
      Tatsache ist, dass in „nicht hochalpinen Kreisen“ gemütliches Wandern oder die Eigernordwand raufrennen beides als Bergsteigen bezeichnet wird.
      Die Frage nach dem Seil ist nicht eine Frage ob Sie Freeclimber sind oder so was.

  • Oliver Brunner sagt:

    mit ihren Antworten hat die Autorin offenbart, dass wohl Kommunikation nicht ihre Stärke ist. Da ist sie in den Bergen besser aufgehoben…

  • Martin sagt:

    So schlimm sind die Fragen nicht. Natascha wirkte eher etwas unterkuehlt. Sie haette vielleicht auch ein Glass Gluehwein vertragen koennen, das Gespraech waere vielleicht dann nicht so kurz angebunden geworden.

  • Robert Herz sagt:

    Das Suchen interessanter Gespräche ist vielleicht ein wenig wie die Suche nach Pilzen im Wald: Manchmal findet sich eins, manchmal nicht. Aber wenn man gar nicht sucht, dann findet man gar nix.

    Immerhin liesse sich doch schon aus den Fragmenten über Sex im Massenlager, dem Matterhorn und Ueli Steck etwas basteln ohne auch nur etwas davon näher zu kennen.

  • Urs-Werner Merkli sagt:

    Die einzig wahre Antwort wäre wohl, Sex mit sich selber gehabt zu haben. Armselig solche dumben Gespräche auch noch wiederzugeben

  • Gadgetrider sagt:

    Wo oft und ungehemmt geschnarcht wird, lässt sich auch…

  • Amanda sagt:

    Leider typisch Schweizerin. Genau deshalb getrauen sich viele Männer gar nicht mehr, eine Frau anzusprechen. Mann wird von oben herab belächelt. Sie fühlen sich wohl so überlegen Natascha Knecht, dass Sie sich auf ein so banales Gespräch nicht einlassen. Und anstatt sich in Ihrem Ruhm zu sonnen und die Bewunderung zu geniessen, regen Sie sich über die unbestritten etwas plumpen aber völlig normalen Versuche, mit Ihnen ein Gespräch zu führen, auf. Ich finde das ziemlich peinlich.

    • Sepp Manser sagt:

      @Amanda: Ja hoppla, muss sich eine Frau heutzutage in der Schweiz schon fast entschuldigen (und sich dazu auch noch etliche stutenbissige Unterstellungen anhören) , wenn sie Fäkalthemen während eines Smalltalks mit sauglatten Wildfremden eben nicht so saumässig geistreich findet? Echt?

      • Amanda sagt:

        Sex ist ein Fäkalthema für Sie? Und wenn eine Frau eine andere kritisiert, ist sie stutenbissig? Frau = Stute? Da scheinen sich unsere Wertvorstellungen doch stark zu unterscheiden.

        • Sepp Manser sagt:

          @Amanda: Für mich ist eine Diskussion über Stuhlgang in einer Felswand durchaus ein Fäkalthema (Duden: „fäkal-“ = die Fäkalien betreffend, daraus bestehend; kotig“). Ihr spontaner Brückenschlag zu Sex wäre mir nicht gerade als Erstes in den Sinn gekommen, aber das wird wohl auch an unseren verschiedenen Wertvorstellungen liegen, nicht wahr? Ihr neuerlicher durchsichtiger Unterstellungsversuch mit „Frau = Stute?“ soll wohl vom eigentlichen Problem ablenken. Na ja.

        • Sepp Manser sagt:

          @Amanda: Laut Duden: „fäkal = die Fäkalien betreffend, daraus bestehend; kotig“. In dem Sinne ist für mich der von Frau Knecht beklagte „Smalltalk“ über Stuhlgang in einer Felswand durchaus ein Fäkalthema. Wieso Sie dies spontan mit Sex assoziieren muss wohl eine Folge unserer stark unterschiedlichen Wertvorstellungen sein. Egal. Der Rest ist mir echt zu doof für eine Antwort. Nix für ungut.
          @ Lusie: „Wie macht man das eigentlich, wenn man mitten in einer Felswand auf die Toilette muss?“ „Man macht sich einfach in die Hose.“ Na ja, vielleicht haben wir einfach einen anderen Zeichensatz.

        • Eva Huber sagt:

          @Amanda: ist das mit der Toilette in der Felswand für Sie kein Fäkalthema?

      • Luise sagt:

        Fäkalthemen? Was für Fäkalthemen? Wir haben wohl nicht den gleichen Beitrag gelesen.

  • Pascal Sutter sagt:

    Also wenn ich damals™ eine Frau kennengelernt hätte, die das Matterhorn bestiegen hat, dann hätte ich mir bestimmt etwas mehr Mühe beim Flirten gegeben und weniger gesoffen…

  • Remo sagt:

    Das sind sehr viele Zeichen, um nicht zu sagen, ob man im Massenlager nun Sex haben kann oder nicht. Also?

  • Irene feldmann sagt:

    Erfrischender Artikel Frau knecht, amüsant…und ja, ich sehe da eine Verbindung zwischen höchste Spitzen zu erklimmen und nachher im massenlager sich erholen, so to speak….:)

  • Pascal sagt:

    Ist es denn nicht irgendwie ein Stück weit normal, dass man sich unter Fremden unbeholfene Fragen stellt? Das Matterhorn ist wohl gar nicht so wichtig, sondern einfach das Erste, was die Leute mit Bergsteigen assoziieren. Ich persönlich find‘ ihre Einstellung jetzt nicht so toll. Es sind genau solche Konversationen, die mich frustrieren. Man stellt fragen und versucht eine Konversation in Gang zu bringen und das Gegenüber trägt einfach gar nichts dazu bei, indem er oder sie kurz angebundene Antworten gibt.

  • Typisch Frau sagt:

    Typisch Frau. Die Kerle geben sich Mühe sich mit Ihr zu unterhalten und die Frau die kaum was erzählt und NIE eine Gegenfrage stellt enerviert sich jetzt über die simplen Fragen zu ihrem Hobby. Dieses könnte ja auch mit Leidenschaft und Charme beschrieben werden und zum Eisbrecher werden. Das Problem scheint hier definitiv nicht das hochalpine Thema sondern die fehlende Flirtgewandtheit der Frau Knecht zu sein…

    • Robert Herz sagt:

      Ach, he: Sie hat ja sogar gelacht! Wenn man das nicht als Gewandtheit bezeichnen kann, dann weiss ich also auch nicht.

    • Dani sagt:

      Muss man jederzeit flirtbereit sein? Vor allem gegenüber Männern, welche solche intelligente Fragen von sich geben. Typisch dumm!

    • Barbara sagt:

      Wenn Sie leidenschaftliche und charmante Beschreibungen wollen, müssen Sie halt mehr offene Fragen (die nicht nur mit ja oder nein beantwortet werden können) stellen, statt geschlossene. Zudem würde ich von Fragen, wie Sex in der SAC-Hütte und Stuhlgang während dem Klettern, an Personen, die man erst gerade kennengelernt hat, absehen. Ich empfinde sowas eher als primitiv oder aufdringlich (unter diesen Umständen) aber sicher nicht als zum Flirten annimierend. Es gibt ja durchaus die Möglichkeit, nach der Lieblingsroute zu fragen oder auf andere Weise sein Interesse am Thema oder wenn es denn so ist an der Gesprächspartnerin zu bekunden. Abgesehen davon finde ich ihren Anspruch, dass man gefällig zu flirten habe, wenn das Gegenüber einzislbige Fragen stellt, etwas komisch. Entweder man ist sich sympathisch oder halt nicht.

    • Urs sagt:

      Hihi… Charme und Läufer?! Das ist eine contradictio in adiecto.

    • Fey Fredi sagt:

      Kleine Lebensschule: Steigt eine Frau nicht auf einen Flirt ein und stellt auch keine Gegenfragen, hat sie kein Interesse an Ihnen. So einfach ist das. Für Sie heisst das dann, Feld räumen.

  • Simon Rothen sagt:

    die wirklich spannende Frage wäre wohl „Hattest du schon Sex auf dem Matterhorn“ :-)

  • Thomas sagt:

    Das Matterhorn ist ja schon lange kein Mythos mehr. Das ist dasselbe wie mit dem Marathon. Heute gehört es doch zum guten Ton, mindestens 1x in seinem Leben seinen Speckgürtel über diese Distanz geschleppt zu haben.

  • Albert Baer sagt:

    Mit der Frage nach dem Massenlagersex wollte der Mann doch nur verklausuliert sagen, dass er Frau Knecht attraktiv findet.

    • Robert Herz sagt:

      Ja aber sowas von verklausuliert! Hoffentlich hat’s nicht weh getan…

    • Sigi Schnell sagt:

      Seh ich auch so ähnlich. Nach zwei Bier war der Typ endlich etwas enthemmt und hat Frau Knecht wenig stilvoll angebaggert. Ob sie es bemerkt hat?

  • Karl Ohnesorg sagt:

    Leider reagieren viele unvorbereitet darauf, dass eine Frau etwas kann was sie nicht können. Sollte eigentlich unter Frauen genau gleich sein. Sogar die Fragen, könnte ich mir vorstellen. Mit der Frage nach dem Matterhorn will man einfach klarstellen ob man sich unterordnen muss oder ob da noch eine Chance für Gleichberechtigung besteht. Leider sind viele Menschen etwas einfach ud berechenbar gestrickt. Ich kann ganze Dialoge über Vegetarismus vorhersagen und steueren, je nach Lust und Laune, in Gruppen und einzeln.

  • Ruedi sagt:

    Weil das Matterhorn ein Mythos ist. Auf der Rigi war jeder schon, aber auf dem Matterhorn? Wow-Effekt. Das mit dem Massenlager wäre mir allerdings nicht eingefallen. Die Frage ist aber interessant. Es soll ja Leute geben die es im Flugzeug machen.

  • Bernd Ofteringer sagt:

    Naja. Ist immer einfach, etwas als Männerfantasien abzustempeln. Ich jedenfalls machte die Erfahrung genau umgekehrt, d.h. es gibt also auch Frauenfantasien in diese Richtung. Das nächste Mal also einfach ein bisschen allgemeiner formulieren und nicht selbst in Klischees denken.

  • P. Ralons sagt:

    Es scheint so, dass Sie im ihrer unzähligen Erfahrung solche oberflächliche Events suchen! Wie sonst lässt sich erklären, dass sie die Fragen, die Diskussion nicht in eine andere Richtung führen, wenn sie sowieso wissen, welcher Art Diskussion auf Sie zukommt? Hinterfragen Sie sich selbst überhaupt?

  • Stefan W: sagt:

    Hm, ein Massenlager mit lauter schnarchenden und Gerüche absondernden Bergfreaks beiderlei Geschlechts weckt bei mit jetzt ehrlich gesagt keine besonderen Fantasien. Aber dennoch interessiert mich: Wieso sollten Massenlager bei Männern andere Phantasien wecken, als bei Frauen? In anderen Bereichen erweisen sich die Phantasien ja auch oft als recht ähnlich (Nach unbestätigten Gerüchten sollen auch Frauen manchmal und Männer doch nicht immer nur an Sex denken).

    Zu den Gesprächsnotizen: Schüchtern möchte ich anmerken, dass die Antworten/Erwiderungen auch nicht wirklich intelligenter waren, als die Fragen. Da hatte jemand einfach keine Lust auf Smalltalk. (Was durchaus erlaubt ist, aber es ist dann nicht der Fehler dessen, der versucht, ein Gespräch in Gang zu bringen).

    • ri kauf sagt:

      (Nach unbestätigten Gerüchten sollen auch Frauen manchmal und Männer doch nicht immer nur an Sex denken).Nach unbestätigten Gerüchten denken Frauen im Massenlager noch weniger an Sex als sie es sonst schon tun…. :-)

      • maiko sagt:

        den arikel fand ich recht bieder, aber ihr kommentar hat mich echt zum lachen gebracht!! Danke :-)

      • ekriemler sagt:

        Naja, die üblichen Klischees. Frauen denken NIE an Sex und hören an der Gürtellinie auf…..
        Dachte eigentlich dass wir diese Zeiten überwunden hätten.
        Aber vielleicht denken die wirklich erst ans Geld ;-)

  • oedipus sagt:

    der Text hat mich zu einem befreiten morgentlichen Lachen gezungen ! Herzlichen Dank !

  • Urs sagt:

    „Aber warum ist es so wichtig, ob man auf dem Matterhorn war? Das verstehe ich beim besten Willen nicht.“ – Sehen Sie, das ist es, was dazu führt, dass ich über die Läufer und Renner und Mountainbiker etc. usw. usf. immer so lache: Sie verstehen nicht. Sie verstehen einfach nicht. Wie sollten sie auch, wenn sie immer am Rennen sind…

    • Jack sagt:

      Ein schöner Blog :-)

      Das billige Rezept des Smalltalks: Ihr Hobby ist Bergsteigen? Ok…was kommt mir dazu alles in den Sinn…wäre ich selber keine Bergziege, wären dies wohl ebenfalls im ersten Augenblick 2-3 bekannte Berge sowie Bergsteiger wie Messner und Steck und das Thema Höhenangst. Sehen Sie es als Kompliment an, dass sich die Herren ja offenbar mit Ihnen unterhalten wollten; Was ich allerdings nie verstehe ist, warum kann man nicht zuhören, wenn jemand was macht, dass man selber nicht kennt? Mit etwas weniger stumpfen Fragen würde man auch etwas weniger plumpe Antworten erhalten und es könnte sich aus dem Smalltalk so einfach ein interessantes Gespräch entwickeln.

      Und das mit dem Massenlager und der Männerphantasie betrifft wahrscheinlich hauptsächlich Männer die noch nie in einem Massenlager waren oder welche irgendwie total anders ticken. Während es fast nicht schöneres und ruhigeres als einen Sonnenaufgang auf mehreren Tausend Metern Höhe gibt, ist das „Ambiente“ in einem Massenlager eher…sagen wir zweckmässig. Und die richtige Dosis Glühwein hilft möglichst schnell einzuschlafen um die Nacht „hinter sich zu bringen“.

    • Mario Monaro sagt:

      Das mit dem Matterhorn ist so eine Messlatte. Wer das schafft, kann mehr als die allermeisten, die diese Frage stellen. Und das will man wohl wissen, um sich einzuordnen.

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