Das Gefährlichste am Everest ist der Kommerz

Ein Sherpa trägt das Gepäck von Everst-Begehern zum Basislager, Mai 2003. (Keystone/Gurinder Osan)

Inzwischen kann fast jeder auf den höchsten Gipfel der Welt: Ein Sherpa trägt das Gepäck von Everest-Begehern zum Basislager, Mai 2003. (Keystone/Gurinder Osan)

Selten hat eine Bergsteigergeschichte so viel Echo und Aufregung ausgelöst, wie jene von Ueli Steck und Simone Moro am Mount Everest. Was genau vorgefallen ist, wissen nur jene, die dabei gewesen sind.

Bleiben wir also bei den Fakten:

Steck, Moro und ihr Fotograf wurden von hundert Männern mit Steinen beworfen, Füssen getreten, Messern bedroht. Hätten sich nicht andere Bergsteiger dazwischen gestellt, wären die drei jetzt wahrscheinlich tot. Das sagen nicht nur Steck und Moro, das berichten auch Augenzeugen. Ein solch massiver Angriff hat die Grenze des Tolerierbaren gesprengt. Egal, was vorher vorgefallen ist. So etwas ist mit nichts zu rechtfertigen. Punkt.

Was sich jetzt am Everst zugetragen hat, musste irgendwann kommen. Es zeigt, zu welcher Perversion die totale Kommerzialisierung eines Bergs führt. Wie gefährlich es werden kann, wenn es nur noch um Geld, Geld, Geld geht.

Jeden Frühling kommen ein paar hundert Leute aus aller Welt, die es sich leisten können, je ca. 60’000 Franken hinzublättern, um auf den Gipfel geführt zu werden. Viele von ihnen hatten vorher noch nie Steigeisen getragen. Für sie wird alles vorgespurt. Mit Fixseilen, Leitern, Brücken, Sauerstoffflaschen-Depots, Küchen und Köchen. Mit klassischem Bergsteigen hat das nur noch wenig zu tun. 13-Jährige, 70-Jährige, Einbeinige meistern den Aufstieg – und bilden sich im Nachhinein ein, sie hätten das selber geschafft. Dieses gute Gefühl geben ihnen die Veranstalter dieser kommerziellen Expeditionen, die mit diesem Business viel Geld verdienen.

Die Sherpas werden von den Organisatoren dieser kommerziellen Expeditionen angestellt und müssen tun und lassen, was diese befehlen, sonst verlieren sie ihren Job. Sherpas dürfen sich nicht einmal gegenseitig retten, wenn einer erkrankt ist, zum Beispiel an einem lebensgefährlichen Lungenödem. Denn sie könnten dabei zu viel Energie verlieren, um danach noch einen Gast auf den Gipfel zu führen.

Weshalb durften die Sherpas nun ungehindert auf Steck und seine Begleiter los? Weil sie von ihren Auftraggebern nicht aufgehalten wurden. Alpinisten im Format von Steck und Moro stören die kommerzielle Idylle am Everest. Ihr Begehungsstil macht der zahlenden Masse vor, was Bergsteigen eigentlich bedeutet, dass ein begleiteter Auf- und Abstieg über eine vorbereitete Piste, innerhalb einer Karawane keine vergleichbare Leistung ist.

Ob sich die Chefs der kommerziellen Expeditionen einen Gefallen gemacht haben, es zuzulassen, dass ihre Sherpas Steck und seine Begleiter mit dem Leben bedrohen und vom Berg vertrieben? Können ihre zahlenden Everest-Aspiranten noch motiviert sein, mit einem ihrer aufhetzbaren Sherpas auf den Gipfel zu steigen?

Dieser Vorfall war denkbar schlechte Werbung. Für alle.

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52 Kommentare zu «Das Gefährlichste am Everest ist der Kommerz»

  • Maik sagt:

    Ich denke auch, dass die Everest Kommerzialisierung/dieser (laut R.Messner) „Pistenalpinismus“, was ich ebenfalls als eine gute Bezeichnung betrachte, der Hintergrund von dem Steck Vorfall war, so etwas ist mit dem Massentourismus schon vorprogrammiert. Im Grunde genommen passieren solche Vorfälle doch täglich am Everest, und diesmal kommt es nunmal ganz groß in den Medien, weil Steck und Moro involviert waren. Wäre das ganze jetzt mit den „Otto-Normal-Aspiranten“ (einmal auf dem Glockner gewesen) vom Everest passiert, hätte sich doch niemand drum geschert.
    Irgendwo ist das ganze ein Teufelskreis, Steck ist gegen die Kommerzialisierung -> Steck trägt durch seine Leistungen dazu bei, dass Ungeübte ihm nachtun wollen -> Die sog. Ungeübten meinen der Berg gehört ihnen -> Auseinandersetzungen (mit Steck/Profibergsteigern).
    Das Beste wird wohl sein auf den Everest zu verzichten und die Berge mit unbekannteren Namen weiterhin zu genießen.
    (DIe Sammler können sich ja einmal den Everest von den Sherpas hochschleifen lassen)

  • Joachim Adamek sagt:

    Herr Steck gehört für mich zu den weltbesten Alpinisten, weil er die Kletterei kreativ weiterentwickelt hat. Gerade deshalb bin ich über das, was neulich am Everest passiert ist und noch immer für Schlagzeilen sorgt, zu tiefst entsetzt. Ich wünsche und hoffe für Herrn Steck, dass er in diesen Tagen der Entschleunigung aus dem Vorfall die richtigen Lehren zieht!

    • Joachim Adamek sagt:

      Interessante, kompetente Analysen zu diesem Vorfall gibt es übrigens im Blog „Abenteuer Sport mit Stefan Nestler“ (blogs.dw.de/abenteuer). Die Einschätzung, die Herr Steck in einem der Beiträge dort abgibt, teile ich mehr und mehr:
      Der Everest sollte unbedingt ein wenig zur Ruhe kommen dürfen.

  • de regnez sagt:

    Kaum zu glauben was ihr Schweizer fuer ein Seich schreibt.
    Ueli ist ein Weltklasse Bergsteiger und alle Schweizer sollten stolz
    auf ihn sein und nicht neidisch.War auch schon mit sherpas unterwegs
    und nicht alle sind freundlich.Am Berg kann es zu Problemen kommen
    is aber nie Grund fuer Todesdrohungen.
    Ich wuensche Ueli & co noch viele schoene Touren

  • Elas sagt:

    Es wäre wohl nützlich, mal Denis Urubkos Ansicht zur Sache zu lesen – die Sharpas kommen da ganz grundsätzlich wesentlich schlechter weg als das offensichtlich überromantisierte Bild in den Schweizer Medien diese „Helden“ des Himalayas jeweils porträtiert hatten:
    http://www.explorersweb.com/everest_k2/news.php?id=21469

  • Bergstiger sagt:

    @Cpt. Kirk: Ja, das kann ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen…Und fluchen u.a., wie die Rohrspatzen über die Osteuropäer, die oft aus Kostengründen draussen übernachten und ohne Bergführer (Sherpas) unterwegs sind. Obwohl die meisten, im Gegensatz zu vielen Gästen der Zermatter Bergführer, versierte Alpinisten sind. Geld regiert auch in den Bergen…

  • hallo mitenand

    egal was vorgefallen ist… für das verhalten der sherpas gibt es keine entschuldigung.
    es spricht nicht für fairness der kommerziellen expeditionen, exp. leitern, und den sherpas, wenn sie den alpinstil von
    steck und moro nicht akzeptieren.
    das sind zwei ausnahme könner, und denen hat man am berg nichts vorzuschreiben, oder zu befehlen. steck und moro
    waren schon dutzende male im himalaya, und wissen wie man sich gegenüber den sherpas verhalten sollte.

    ich bin ueberzeugt, die sherpas wurden von kommerziellen expeditionen unter druck gesetzt… und da durch ist eine
    gereizte stimmung entstanden. die dann an steck und moro ausgelassen wurde.
    ich bin im 1992 selber am mount everest bis 8200m geklettert… und die sherpas gelten als respektvolle menschen mit
    viel achtung gegenüber dem mitmenschen. ich bin mir aber bewusst, das sich durch den massen tourismus einiges geändert
    hat.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

    • Rene Kunz sagt:

      Lieber Raphael, Herzlichen Dank für Deinen Kommentar, Aussagen von jemanden der die Himalayas, die Khumu Region und the Sherpas sicherlich besser kennt als die offensichtlich vielen Schweizer Sofa und Schaukelstuhl Kritiker und Psychologen die Handeln und Verhalten von Ueli Steck ständig in Fragen stellen.

  • Michael Z. sagt:

    Also ich weiss ja nicht. Sieht es nicht so aus, dass 99,9% der Everest Besteiger „nicht mal“ das Basis-Lager ohne Sherpas erreichen würden? So gesehen fällt es mir eher schwer dieser Kommerz-Theorie zu folgen… zumal das Geschäft am Everest sicher nach wie vor sehr gut laufen dürfte.

  • lui casutt sagt:

    ich lebe seit bald 10 jahren in einem asiatischen land u. bin immer wieder ‚beeindruckt‘, mit welch herablassender arroganz die westlichen gäste über die einheimischen herziehen.
    auf der anderen seite sehe ich, wieviel herzlichkeit sprüht, wenn der nötige respekt vorhanden ist…

  • Ylene sagt:

    Na endlich Frau Knecht! Vielen Dank! Ich finde es schon höchst bedenklich, dass es scheinbar zumindest laut vielen Leserkommentaren völlig ok ist, nach einer verbalen Provokation gewalttätig zu werden und Leute mit dem Tod zu bedrohen. Erinnert mich irgendwie an die ganzen Demos nach den Mohammed-Karikaturen, wo die Leute hier nicht müde wurden zu betonen, dass sowas im Westen undenkbar sei und bla – aber Steck und Co. zusammenschlagen und bedrohen ist scheinbar ok. Komische Welt.

    • Paul Moser sagt:

      @Ylene – Unglaublich – ganz sicher niemand findet es ok, wenn Westler zusammengeschlagen werden, weder von Sherpas, Hooligans oder von wem weiss ich. Wo lesen Sie das? Wer hat das geschrieben? Sie scheinen den Unterschied zwischen verstehen, akzeptieren und legitimieren offenbar nicht zu kennen. Wenn ich den Grund oder die Gründe, warum ein Mensch (hier die Sherpas) so handelt, verstehen will, heisst das noch lange nicht, dass ich es akzeptiere und noch viel weniger, dass ich es gut heisse und ok finde. Ist soviel Differenzierung in einer Diskussion zu viel verlangt?

      • Ylene sagt:

        Ich habe die Leserkommentare gelesen. Sollten Sie vielleicht auch mal tun.

        • Paul Moser sagt:

          Noch einen Unterschied, den sie offenbar nicht machen können. Diskussion ist Austausch von Argumenten und nicht ständige Unterstellungen. Ich habe die Kommentare gelesen – und finde keinen einzigen, der die Schlägerei der Sherpas legitimiert. Zeigen Sie mir doch einen, bitte.

  • Matter sagt:

    Macht doch aus dem Himalaya eine Ebene dann haben wir dieses dumme Geschrei von „Sportlern“ nicht mehr.

  • Gerd Fehlbaum sagt:

    Also, etwa HUNDERT Sherpas gehen da auf ZWEI Leute los in Tötungsabsicht…? Sherpas… Und trotzdem ist nicht gross etwas passiert… Diese Sherpas…: Journalistisch interessant wäre da doch, mal EINEN Sherpa zu interviewen! Oder können die kein Englisch? Weil sie einfach „nur“ Sherpas sind…? Oder dürfen sie nicht…?

    • Oberlan sagt:

      Die Sherpas werden aktuell vielleicht deshalb nicht interviewt, weil sie am Mt. Everest sind und irgendwo zwischen Basislager und Gipfel arbeiten, im Gegensatz zu Steck und Co., die sie mit Mordrohungen nach Hause geschickt haben.
      Zudem ist die Sachlage mittlerweile derart klar (nur in der Schweiz scheint es noch nicht angekommen zu sein, was dort passiert ist), vermutlich werden die Leader der Expeditionsunternehmen auf weitere Negativwerbung verzichten wollen.

  • 60.000 Franken sind kein schlechter Verdienst. Schade, dass der Mt. Everest nun monetarisiert wird und schade, dass es solche Leute gibt, die zahlen um da rauf zu kommen. Das hat mit Bergsteigen gar nichts mehr zu tun.

  • Bergstiger sagt:

    Z.B. Zermatt ist noch viel kommerzialisierter als die Everestregion. Jedem „Sandalen-Touristen“ wird ein 4000er für ein paar hundert Franken ermöglicht und hunderte Bergführer leben davon…x-Gänsemärsche, schlimmer als auf den Everest, auf den Normalrouten….Hörnligrat aufs Matterhorn: Im „Besitz“ der Zermatter-Bergführer und ihrer Gäste und aufgepasst, wenn du denen in die Quere kommst!

    • captain kirk sagt:

      Nähme mich wunder was geschehen würde, wenn man sich aus der Hütte vor dem Frühstück davon macht und so das Diktat der Hörnlihütte das die Walliser Bergführer zu erst raus dürfen umgehen würde. :-) Die Reaktionen wären vermutlich genau so heftig wie am Everest.

  • peter meier sagt:

    Steck zeigt denen also wie man „richtig“ bergsteigt. Das finde ich super. Wieso läuft der dann genau dort durch, wo offensichtlich alle durchlaufen ? Am Everest gibt’s wohl keine anderen Routen – oder ?

  • Lukas Christen sagt:

    Das Gefährliche am M.E. ist nicht der Kommerz. Es ist der Mensch.
    Früher fühlten sich die Menschen neurotischer Weise gut, wenn sie etwas „ganz ausserordentliches“ (wie z.B. die Besteitung des M.E.) geschafft hatten. Doch das kann heute fast jeder, weshalb nun auch das Neurotische offensichtlicher wird.
    Die wirkliche menschilche Höchstleistung besteht heute darin, „ganz gewöhnlich“ und „ordentlich“ (statt ausserordentlich) zu leben. Und damit hätte man auch gleich seine Neurose therapiert, was wiederum viele Kosten spart…!

  • Paolo Valenti sagt:

    Achtung: ein Berg gehört nicht grundsätzlich den Bergsteigern. Meine Lösung wäre eine Seilbahn zur Everestspitze. Die „Touristen“ nehmen die Seilbahn und sind auf Everest gewesen. Die „Puristen“ klettern ohne dass unfähige Leute im Weg stehen.

  • Markus B. sagt:

    Einmal contra-Steck und dann 2 Tage später pro-Steck. Frau Knecht, woher kommt dieser kurzfristige Sinneswandel ?

  • michael klein sagt:

    genau, dann kann man in sein tagebüchlein schreiben, heute war ich auf dem everest. und dann ? es gibt soviele dinge, die tun echt nicht not…

  • eine berg zu BEZWINGEN ist ein persönliches erfolgs-erlebnis, wie schnell, wie wendig, wie PROFESSIONELL, von dieser beurteilung habe ich keine ahnung. es gibt aber kein erzwingen oder bezwingen, es gibt eine möglichkeit, einen berg zu erklimmen, ihn zu erfahren, zu sehen, zu spüren, zu riechen und sich EINS zu fühlen mit der natur…..wenn ueli steck so denkt, dann wird er dieses schreckliche erlebniss hinter sich bringen um sich wieder seiner leidenschaft zu widmen, sich zu vereinen, mit der natur…….

  • Dani Kobler sagt:

    „Alpinisten im Format von Steck und Moro stören die kommerzielle Idylle am Everest“.
    Ueli Steck ist (unter anderem) auch aus kommerziellen Gründen am Everst, ist auch okay, schliesslich ist das sein Beruf
    und Rechnungen bezahlt man immer noch mit Geld und nicht mit Guinness Einträgen.
    Wer ihm das Geld gibt kann man auf uelisteck.ch nachlesen, säuberlich unterteilt in:
    Main Partner, Leading Partner, Partner, Supplying Partner, Equipment Partner,
    oder indem man seine Fotos anschaut und versucht die Logos der Sponsoren zu entdecken (nicht ganz so schwierig, wtf hat Audi am Everest zu suchen?).
    NB. Frau Knecht, wenn sie schreiben „Bleiben wir also bei den Fakten“ sollten sie anschliessend nicht hätten und wären verwenden.
    „Dieser Vorfall war denkbar schlechte Werbung. Für alle.“
    Hier stimme ich voll und ganz zu, für alle, dh die Sperpas, Moro, Audi und Frau Knechts Schreibstil.

  • Philipp Rittermann sagt:

    egal wer schuld hat. zeitgeist. kommerz und rekordlust haben dazu geführt, dass – mit verlaub – heute jeder depp auf einen berg klettern darf. diese masse, in kombination mit zunehmend unfähigen bergsteigern, führt zu spannungen. ich denke auch, dass sich diese negative entwicklung kaum mehr aufhalten lässt, solange jeder damit kohle machen will.

  • Beat sagt:

    Wer sind denn die Organisatoren der kommerziellen Expeditionen? Diese werden nie namentlich genannt. Die Medien sind nicht unschuldig an diesen Auswüchsen. Wenn der Einbeinige, der Greis und all die Geltungssüchtigen keine Plattforen hätten gäbe es für sie weniger einen Grund für ihr Tun.

  • Paula Zumtor sagt:

    „Inzwischen kann fast jeder auf den höchsten Gipfel der Welt“
    Ist schon eine sehr gewagte Formulierung….. und jeder der schon über 8000 Meter war, weiss, dass es falsch ist.

    • Ovy Ho sagt:

      Lassen Sie mich das umformulieren: Jeder, der genug Geld hat und die Ambitionen, kann es versuchen. Es ist eine ganz andere Geschichte, ob die Person dann auch oben ankommt….

    • Jan sagt:

      Es war mal so, dass man sich bei Interesse an der Teilnahme an einer 8000er Expedition sein Tourenbuch vorlegen musste und der Leiter entschied, ob er den Interessenten mitnehmen will oder nicht. Der Expeditionsleiter betonte jeweils, dass er nur für das Permitt und ein Stück weit für die Logistik verantwortlilch ist, am Berg aber jeder für sich selber schauen muss. Viele heutige Anbieter (mountain madness, adventure consultants etc) geben lediglich Konditionelle Richtlilnien vor und empfehlen allenfalls eine „Einsteigertour“ auf den Wanderachttausender Cho Oyou. Danach schleppen sie die Kunden in eine Gegend, wo sie auf sich alleine gestellt kein Stück weit überlebensfähig sind. So gesehen stimm die Aussage schon.

  • Matthias sagt:

    Steck war ja auch nicht nur zum Spass dort sondern ganz einfach um Geld zu verdienen. Irgendwie komisch die Diskussion, Stecks Expedition hat offensichtlich durch Eisschlag die Sherpas in Gefahr gebracht oder zumindest die Arbeit massiv gestört. Nacher hat Stecks Begleiter Moro die Sherpas übelst beschimpft.
    Ähliche Vorfälle passieren auf jeder Grossbaustelle auch da gehen sich die Leute von Firma A udn Firma B gegenseitg an den Kragen.
    Übereinander arbeiten ist nie eine gute Idee. Die sherpas waren nunmal zuarst da. Das sie mit Seiel verlegen länger brauchen wie Steck und Co ist auch klar. Steck sollte eigentlich genug schlau zu sein um die Gefahrenstelle grossräumig zu umghen. Das alpinistische könne dazu hat er ja.

    • märku sagt:

      >> „Ähliche Vorfälle passieren auf jeder Grossbaustelle auch da gehen sich die Leute von Firma A udn Firma B gegenseitg an den Kragen.“

      Einverstanden. Mir ist ein Fall bekannt, wo 2 Bauarbeiter mit Baggern gegeneinander antraten. Kam in keiner Zeitung, aber der Materialschaden betrug ca. 100’000 CHF.

    • René sagt:

      ueli steck und co haben die sherpas grossräumig umklettert. sieht man auch auf den neuesten fotos.
      um zu ihren zelten zu gelangen, mussten halt an einer stelle die seile gequert werden.
      solche manöver passieren in der klettersaison in den alpen in jeder einfachen felstour x-mal am tag, ohne dass man sich an die gurgel geht. ist auch meistens kein problem.

      • Matthias sagt:

        Beide Seiten haben zur Eskalation beigetragen. Manch mal ist es besser wenn man die Klappe hält und sich entschuldigt auch wenn man sich keinem Fehler bewusst sind. Aber wenn der Sauerstoff knapp ist und Alphatiere aneinandergeraten….
        Es gibt auch den Spruch: Bestrafe einen, erziehe Zehntausend. In diesem Sinne hat sich die Aktion gegen das Team Steck voll ausgezahlt. In nächster Zeit werden sich alle Bergsteiger schön brav an die Anweisungen der Sherpas halten.
        Es ist nun der Berg der Sherpas und sie sollen auch damit Geld verdienen.
        Und das Steck gegen denn Kommerz ist sit doch so lächerlich. Nur schon die Fahne auf seinem Zelt. Steck ist wie die Sherpas auf die Hobbybergsteiger und Fans angewiesen. Zudem lässt dich die Geschichte sehr gut vermarkten. Das ganze ist doch für die Medien interessanter als noch eine schnellste Begehung irgedeiner Wand.

    • Mark Keller sagt:

      Matthias, Sie sollten wenigstens die Artikel zum Thema lesen und verstanden haben, bevor Sie einen solchen Kommentar verfassen. Ihr Zusammenfassung des Vorfalles entspricht wohl kaum den publizierten Berichten.

      • Matthias sagt:

        Es ist ja auch egal was genau passiert ist. Es war noch nie besonders schlau sich mit Einheimischen anzulegen.
        Eigentlich ist ja auch nichts weltbewegendes geschehen. Ein paar böse Wörter und eine Rangelei. Das geschieht jeden Tag tausendfach auf dieser Welt. Ob bi der Arbeit, bei der Parkplatzsuche, um shoppingcenter, am Strand oder auf dem Everest. Jedesmal das gleiche.

        • Rene Kunz sagt:

          @Matthias: Auch ihre Aussagen sind „nicht besonders schlau“ und nicht als ein partizipierenden Beitrag zu dem Thema beachted werden.

  • Roger Hügli sagt:

    „Egal, was vorher vorgefallen ist. So etwas ist mit nichts zu rechtfertigen. Punkt.“

    Das ist für mich sogar absolut DER springende Punkt, den die ganzen Steck-Haters konsequent ausblenden. Steck hat Fehler gemacht und gibt dies auch zu, weiter scheint es unwidersprochen zu sein, dass Simone Moro die Sherpas verbal provoziert hat. Daraus kann jedoch kein normal denkender Mensch eine Rechfertigung für Todesdrohungen und massive Gewalt ableiten. Aber hauptsache man kann einen Shitstorm über „prominenten“ Spitzenbergsteiger lostreten und sich als virtueller Mob gegen alles was irgendwie prominent und ehrgeizig ist betätigen.
    Vielleicht sollten sich einige mal vom romantischen und mystifizierten Bild des über jeden Zweifel erhabenen Sherpas zu lösen versuchen, vielleicht sind diese ganz einfach allzu menschlich wenn der schnöde Mammon lockt.

    • edler westler sagt:

      ach, und ihren Schlusssatz lässt sich natürlich nicht auf die selbigen Bergsteiger ummünzen? zumal diese doch in ihrem non-Profit Ziel (Mammon kennen die nicht?) eben auch Nettigkeiten (Ursache) austauschen. Wäre gespannt auf Ihre Reaktion, wenn man bei Ihnen bei der angestammten Arbeit kurz über die Schulter schaut und direkt mitteilt „Mutterficker, was machst du da gerade“…

      Also alles nur kein Hinterfragen dieser Ursache-Wirkungskette im alpinen Elitezirkel; nun gut die Berge haben Geduld…

      • Roger Hügli sagt:

        Klar lässt sich mein Schlusssatz auf alle Beteiligten ummünzen, wo schreibe ich denn etwas gegenteiliges? Nur geht die Meinungsmache in der Schweiz allzu sehr in die Richtung „arrogante Westler, über alle Zweifel erhabene Sherpas“. Sie sollten versuchen zu lesen und zu verstehen, was ich geschrieben habe und nicht versuchen etwas hineinzuinterpretieren.

        Wenn man Berichte, Kommentare und Stellungnahmen zu dem Vorfall liest, die von Leuten verfasst wurden, die sich im Himalaya auskennen (lassen sich im Web leicht finden), kommt ein gewisser, zugegebenermassen vermutlich kleiner Prozentsatz der Sherpas weniger gut weg, als wenn man Leserkommentare von Leuten liest, die im SRF bloss eine romantisierte Doku über diese gesehen haben. Das und nicht mehr wollte ich mit meinem Statement ausdrücken.

        Und dann, ja stellen sie sich vor, wurde ich in den Bergen und im realen Leben schon äusserst wüst beschimpft und stellen sie sich weiter vor, ich versuchte noch nie jemanden zu töten.

  • Weria Schenk sagt:

    Zitat Bildkommentar „Inzwischen kann fast jeder auf den höchsten Gipfel der Welt“. So ein Schwachsinn.

    • Rene Kunz sagt:

      @Weria Schenk: Wer immer diese Aussage auch gemacht hat musste den Berg bis auf den Gipfel besteigen und dann lebend, ohne Erfrierungen und Frostbeulen, wieder zum Basecamp zurückkommen. Ich frage mich, ob er / sie Quote: „kann fast jeder“ gleich wieder darlegen würde!

  • Paul Moser sagt:

    Das ist für mich eine nachvollziehbare Darstellung und deutet die Komplexität der Problematik an, auch die gegenseitigen Abhängigkeiten. Wenn die Fakten, die sie hier nennen, alle sind und so stimmen, dann habe ich nur eines – und etwas Entscheidendes noch nicht verstanden: Warum musste Steck und sein Kollege das „wahre Bergsteigertum“ aber genau auf dieser „Busniess-Strecke“ demonstrieren? Was wollten sie damit bezwecken? Ist das dann nicht auch ein Teil des ganzen Vorfalls – nämlich eigentlich Provokation? Wozu? Mit welcher Absicht?

    • Roger Baumann sagt:

      Sehr gute Frage, Herr Moser – man könnte Ihre Betrachtung noch etwas ausbauen: Zählen für offenbar gut bezahlende Sponsoren nur noch Speed-Rekorde am Everest? Gleich „nebenan“, am viel schwierigeren Lhotse oder am weit entfernten K2, sind solche „Rekorde“ offenbar nichts wert. Ganz zu schweigen von extrem schwierigen Gipfeln/Routen, deren Höhe nicht mit einer 8 beginnt. Das wäre schon eine Frage, die man dem Ueli mal stellen müsste: Was soll das fast-nur-Everest-fokussierte Herumrennen?

    • René sagt:

      herr moser, steck war mit seinen leuten in der akklimatisationsphase auf der normalroute unterwegs.
      er hatte anscheinend ein permit für den everest und den lhotse und ich habe irgendwo gelesen, dass der schlussendlich richtige aufstieg nach der akklimatisation über den westgrat geplant war. das ganze deutet auf eine überschreitung everest-lhotse hin, wäre anscheinend die erste gewesen und ein grosses ding im höhenbergsteigen. steck und moro gehören zu den ganz wenigen weltweit, die so etwas durchziehen könnten. es ist normal und logisch, dass sie sich im einfacheren gelände akklimatisieren. ueli steck war schon vor 2 jahren ohne sauerstoffflaschen über eine normalroute auf dem gipfel. das fazit aus diesen streitereien ist wohl, dass für spitzenbergsteiger der everest inzwischen ein no-go ist.
      zuviele leute, kommerz, neid, unverständnis gegenüber alpinisten wie steck und moro und wohl auch eine neue generation von sherpas, die anders tickt als die älteren helfer. insofern deutet dieser eintrag von frau knecht in die richtige richtung.

    • algren sagt:

      Nein, Provokation bestimmt nicht. Das höchste Gut für professionelle Bergsteiger wie Steck und Moro ist mediale Beachtung, Publizität. Und genau dieses höchste Gut ist im Übermass zwischen Kathmandu, Basislager und Lhotse-Flanke zu haben, da wo sich immer mehrere Kamerateams tummeln und Internetverbindungen zur ganzen Welt bestehen. Eine Art Rummelplatz, wo man sieht und gesehen wird. Für ambitionierte Bergsteiger wie Steck gäbe es weitaus adäquatere und schwierigere Achttausender wie K2 oder Nanga Parbat, aber eben: Dort schaut ihm kein Schwein zu…

  • Bravo, finde ich gut, mal bei den Fakten zu bleiben. Das Thema ist zu ernst, als dass jeder seine eigene Geschichte darüber schreiben kann. Hoffe die Berichersttung wird jetzt in diesem Stiel weitergeführt.

  • Tim Meier sagt:

    Schlechte Werbung für die Sherpas, müsste es heissen. Und wenn diese Verschwörungstheorie stimmen sollte, auch schlechte Werbung für die Veranstalter.

  • danke frau knecht FÜR DIESEN REPORT!!!

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