Vor lauter Japanern die Jungfrau nicht sehen


Das Jungfraujoch ist ein Phänomen. Für uns Alpinisten die Pforte zu einer Gletscher- und Gipfelwelt, die schöner und edler nicht sein könnte. Für die 800’000 Gäste, die jedes Jahr aus allen Herren Ländern anreisen, eine Chance, zumindest am Rand in diese himmlische Schöpfung der Natur einzutauchen, ohne dafür jegliche Körperkraft aufzubieten.

Wenn ich auf dem Jungfraujoch ankomme, frohlockt mein Herz. Ob der Pracht der Firne, dem Glitzer des Eises, der Grazie der Gipfel, der Fernsicht. Doch was wir Alpinisten dort oben erfassen, die Einzelheiten des Gebirges, dessen Wesen und Hindernisse, die wir zu überwinden versuchen – das erkennen die meisten Besucher nicht. In ihrer Wahrnehmung sind Berge bestenfalls Berge. Einer sieht die Gipfel vielleicht als Steinhaufen, überschätzt das Hochgebirge als wahrhafte Todeszone. Der andere wiederum glaubt, der Weg über einen verspalteten Gletscher sei so einfach zu finden, wie ein farbiges Ei im Osternest. Wenn es drüben an der Jungfrau donnert, wird das mit dem Aufkommen eines Unwetters aus heiterem Himmel verwechselt. Wie sollte jemand auch wissen, dass dort mächtige Eisblöcke niedergehen, wenn er sich nie aus der Komfortzone begeben hat? Aber immerhin: Sie nehmen etwas wahr und haben eine Meinung.

Jeder sieht etwas anderes

Man könnte mit diesen Gästen diskutieren. Doch das wäre eine Anmassung. Niemand soll gezwungen sein, hochalpine Werte zu verstehen. Bergsteigen ist nicht das Salz der Erde. Jeder darf aus eigenem Beweggrund aufs Jungfraujoch fahren, auch dann, wenn er gar keinen Beweggrund hat und oben nicht durchblickt, warum er eigentlich da ist, sich später an Dinge erinnert, die für diesen höchst gelegenen Bahnhof Europas zwar typisch sind, aber mit dem eigentlichen Drumherum nichts zu tun haben. Zum Beispiel das «Japaner-Angucken».

Das «Japaner-Angucken» hat das einstige «Gletscher-Angucken» abgelöst – die beliebte Touristentätigkeit vor 150 Jahren, als es die Jungfraubahn noch nicht gab, dafür noch einen spektakulären Gletscher oberhalb von Grindelwald, der rudelweise feine Damen in Röcken und wohlhabende Herren in Anzügen aus allen Ecken Europas ins damals berühmteste Gletscherdorf der Welt lockte. Sie erzählten zu Hause wahrscheinlich, sie hätten einen monströsen Eisklumpen gesehen, der im Sommer von Geröll bedeckt ist und am Fels klebt.

Heute erzählen mir Freunde, die nicht bergsteigen, aber aufs Jungfraujoch gefahren sind, sie hätten dort Japaner gesehen. Japaner! Offenbar ist das «Japaner-Angucken» so interessant, dass sie weiter nichts wahrnehmen. Frage ich nach: «Und die Berge und Gletscher, haben sie dir gefallen?» Dann stellt sich diese Erkundigung als unangebracht heraus. Ein guter Freund, Wirtschaftsjournalist, schaute mich verdutzt an. Berge? Hä? Nach verdächtig langem Überlegen antwortete er: Ja klar, Berge, spektakulär. Dann holte er Luft und präzisierte: Aber die Japaner … die Japaner … die Japaner … respektive die Japanerinnen, Japanerinnen. Was die getan haben, nicht getan haben. Und eine sehr liebe Freundin, Gesellschaftsjournalistin, die mir kürzlich erzählte, sie sei vor zwanzig Jahren auf dem Jungfraujoch gewesen, erinnert sich ebenfalls nur an eines: Japaner.

Jungfraugebiet

Aletschhorn-Angucken: Bequemster Ausgangspunkt für diese Sicht ist das Jungfraujoch. (Foto: Natascha Knecht)

Keiner hat den Durchblick

Vor zwei Wochen war ich selber mal wieder auf dem Jungfraujoch, zusammen mit einem Bergsteigerkollegen. Es schneite und stürmte, die Sicht betrug keine drei Meter. Wir reisten mit der letzten Bahn hoch, sie war entsprechend unbesetzt, denn mit dem letzten Zügli fährt eigentlich nur, wer in der Mönchsjochhütte übernachtet. Bei den vagen Wetterprognosen war das nebst uns nur noch Ueli Steck. Dagegen wartete oben eine imposante Schar Japaner auf die letzte Talfahrt hinab auf die Kleine Scheidegg. Die Türen vom Bahnhof hinaus aufs Joch waren zwar nicht abgeriegelt, aber geschlossen, der starke Wind hätte Tonnen Schnee hinein verfrachtet. Darum ging auch keiner der zahlreichen Touristen an die frische Luft. Gesehen hätten sie trozt bestem Willen nichts. Wir hatten – wie erhofft – mehr Glück. Am nächsten Morgen erwarteten uns traumhaftes Verhältnisse und wolkenlos blauer Himmel (siehe Bild oben). Wir fellten und kletterten aufs Gross Grünhorn, powderten danach hinab zum Konkordiaplatz, blieben bis unterhalb des Ewigscheefelds weit und breit die einzigen. Unvergesslich.

Wozu die Japaner bei dickem Nebel hinauffahren, bleibt mir ein Rätsel. Das «Japaner-Angucken» kann für Japaner ja kaum spannend sein. Noch unerklärlicher finde ich aber, warum Nicht-Japaner selbst bei guter Fernsicht nur Japaner sehen – und die dominante Jungfrau übersehen. Wie gesagt: Das Jungfraujoch ist ein Phänomen. Viele Leute, unterschiedliche Interessen. Jeder sieht etwas anderes, keiner hat den Durchblick, trotzdem funktioniert dieser Betrieb tadellos.

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39 Kommentare zu «Vor lauter Japanern die Jungfrau nicht sehen»

  • remi sagt:

    Der Artikel ist amüsant, aber:

    – wie schon andere erwähnt haben: die Mehrheit der ostasiatischen Touristen auf dem Jungfraujoch sind nicht mehr Japaner, sondern Chinesen oder Koreaner. Auch auf den Fotos sind meines Erachtens keine Japaner zu sehen, sondern v.a. Chinesen. Auch wenn für die Autorin China und Japan, bzw. ganz Ostasien, offenbar „Hans was Heiri“ ist…finde ich dies doch eine etwas gar oberflächliche Haltung…

    – der Artikel vermittelt den Eindruck, dass es ehrenwerter sei, das Jungfraujoch, bzw. die Bergwelt generell, als Bergsteiger, individuell und aus eigener „Körperkraft“ zu entdecken. Es stellt sich schon die Frage, ob es denn wirklich erstrebenswert ist für die Menschheit, dass jeder einzelne Schweizer, bzw. jeder einzelne Chinese, Japaner, etc., mehrmals im Jahr individuell zum „Konkordiaplatz hinabpowdert“. Ich finde nicht.

    – wie auch schon erwähnt, macht der durchschnittliche Japaner eine Europareise wohl einmal in seinem Leben (mangels Ferien, etc.). Dass dann die Fahrt aufs Jungfraujoch trotz nicht-stahlblauem Wetter trotzdem gemacht wird, scheint verständlich.

  • peter oesch sagt:

    Guter Artikel. Aber… ich glaube dass mindestens die Haelfte der gezeiten Bildern Chinesen zeigen und nicht Japaner. Koennen sie chinesich von japanisch unterscheiden? Ich wohne seit Jahre in Asien und kann normalerwise schon nur von der Kleidung und den Gesichtzuegen erkennen wo sie herkommen. Bin manchmal auch falsch, of course. Die Chinesen sind sowiseo dabei die Japaner im Welttourismus abzuloesen und das auch in der lovely CH. Das geschiet bereits :)

  • Gaëlle sagt:

    Hier noch schnell eine kurze Rechtfertigung für alle komisch anmutenden Europa-Kurztrips von Asiaten (heute Paris, morgen Interlaken, übermorgen Pisa…): Japaner, Chinesen ect. kennen eigentlich „Ferien gemäss GAV“ gar nicht. Die haben vielleicht alle 10 Jahre mal 10 Tage „Firmengeschenk-frei“. Unter dem Jahr haben z.B. Japaner viel mehr einzelne Staatsfeiertage als wir. Aber 4 -6 Wochen gesetzlich verankerte Ferien haben die nicht. Darum geben die auch so Gas, wenns mal doch so weit ist.

  • Pille sagt:

    Wenn ich mir ab und zu „die Japaner“ auf der kl. Scheidegg anschaue, welche sich unterwegs zur Jungfrau befinden, sind dies vor allem trendy, reichere Stadsleute. Diese konnten sich nicht das Wetter aussuchen an dem für sie eingeplanten Tag…Sowieso, warum sollte es mich interessieren, ob die Gäste das „richtige Gefühl“ dort oben empfinden. Seien wir doch einfach froh um die Gäste und überlassen es wir ihnen, worüber die sich freuen !

  • hallo mitenand

    ich danke natascha für das interessante thema.

    ja, die japaner sind gute freunde vom jungfraujoch. und es sind treue kunden für den schweizer tourismus, und immer
    anständig. es ist ja klar, das die japaner auch bei schlechtem wetter aufs jungfraujoch fahren. sie haben verschiedene ziele in
    der schweiz auf ihrem plan, wie luzern, das jungfraujoch und zermatt. und ich begreife jeden, der auch bei „schlechtem“ wetterin diese herrliche gletscherwelt gehen will… und hier bergluft schnuppern will…
    das jungfraujoch wird immer einzigartig bleiben… wir schauen die japaner halt speziell an, weil es spezielle menschen sind.
    ich meine das speziell im positiven sinne.

    ich wünsche allen einen schönen aufenthalt, oder gute touren vom jungfraujoch aus.

    gruss von
    raphael http://www.raphaelwellig.ch

  • Luise sagt:

    Bahnfans kommen auf ihre Kosten bei der Fahrt aufs Joch. Und da das Reisli sowieso teuer ist ein Tipp: Übernachten im historischen Hotel auf der Kleinen Scheidegg und mit dem ersten Bähnli hochfahren bevor der Rummel losgeht ist toll! Vor ein paar Jahren war das Hochfahren mit der ersten Bahn noch billiger.

  • Joachim Adamek sagt:

    Es schmeichelt jede(n) Berggänger(in), wenn er(sie) wieder einmal bestätigt findet, wie schnell sich Wetterlagen in den Bergen zum Guten ändern können. Und weiss er(sie) nicht auch aus Erfahrung, dass man dort gewisse Orte meiden sollte und es dann am schönsten wird, wenn die Touris erst wieder im Tal sind? — Trotzdem hat mir der heutige Blog gefallen, weil er das Recht des Einzelnen verteidigt, auf seine Weise dem Glück nachzujagen.
    Ich kann die Ausgelassenheit der Japaner in Europa gut nachvollziehen: It’s a strange, cheap easy way of life. Dagegen ist jeder Aufenthalt in einem Ryokan ein Exerzitium.

  • Markus Benz sagt:

    Kaum zu glauben aber im letzten Jahr war ich mit knapp 40 Jahren das erste Mal dort oben, mit der Bahn und vielen Asiaten. Die Preise sind wirklich überrissen, ohne 1/2 Tags eigentlich fast schon Wucher. Und oben angekommen erschlagen einen im ersten Moment die Uhren und Touristenstände und man fühlt sich irgendwie etwas deplaziert. Aber eben nur zu Beginn. Wenn man einmal die Schweizer Eigenschaften beiseite lässt und sich auf das konzentriert worum es dort oben wirklich geht, die Berge und die fantastische Sicht, ist es ein grossartiges Erlebnis. Und dann hat man auch den Kopf frei und freut sich über die vielen Touristen die teils in Tränen ausbrechen ob dieser gewaltigen Kulisse, die sich eindecken mit Schweizer Tourismus Krims Krams und einfach nur diesen Moment geniessen, so kurz er auch für mancher sein wird. Wir waren begeistert ob solch vieler Begeisterung. Wir fühlten uns toll in mitten all dieser Touristen und genossen gemeinsam was wir da zu sehen bekamen. Ein Erlebnis das ich gerne wiederholen würde und jedem nur empfehlen kann. Einfach die Vorurteile unten lassen und den Tag geniessen. Schliesslich sind wir auch oft Touristen die sich im Strom tausender Touristen im Ausland bewegen. Dort sehe ich selten eine solche Begeisterung bei Sehenswürdigkeiten wie die Begeisterung dieser Asiaten, Inder, Amerikaner und Kanadier etc.

  • Wiedemann sagt:

    Dumm nur, wenn der Grossteil der Asiaten auf dem Jungfraujoch eben NICHT Japaner sind. Zumindest war es bei mir so, als ich im September 2011 das letzte Mal dort oben war. Praktisch alles Koreaner und Mainland Chinesen. Warum ich mir da so sicher bin? Ich war mit einem Freund aus Totsuka dort oben.

  • Cybot sagt:

    In meiner Wahrnehmung sind Berge auch einfach nur Berge. Ist ja noch lange nicht jeder Schweizer gleich Bergsteiger. Aber das vergessen die Angefressenen halt gern.

    • Dani sagt:

      Stimmt. Ich glaube ich war vor ca. 32 Jahren das letzt mal auf dem JFJ, oder dem Titlis. Seit ich nicht mehr von meinen Eltern mit in den Urlaub geschleift werde zeiht es mich ans Meer.
      Am Meer kann ich nur über Schweizer staunen bzw. ärgern (wenn sie meinen sie müssen über Riffdächer latschen).

  • Werner Meier sagt:

    Sie fragen sich, was die Japaner dazu bewegt, sich bei dickem Nebel zur Jungfrau fahren zu lassen. Andere fragen sich vielleicht, was Sie am Klettern so toll finden. Wiederum andere fragen sich noch andere Dinge. So ist das Leben, voller Fragen. Wichtig ist, dass man nebeneinander vorbei kommt.

  • Andi Meier sagt:

    Weshalb die Japaner (oder Koreaner, Chinesen etc.) auch bei dickem Nebel hochfahren ist nun wirklich kein Rätsel. Alles wurde schon gebucht und bezahlt. Zeit, um auf besseres Wetter zu warten, bleibt auch nicht, weil sie auf der Durchreise sind und eher selten eine Woche zum Skifahren bleiben.
    Was soll man denn da als Tourist machen? Wegen schlechtem Wetter das teure Ticket verfallen lassen und im Hotel herumhocken?

    • Anna Meier sagt:

      Ja, da haben Sie Recht. Ich wundere mich viel mehr über die Frage, warum Japaner auch bei Nebel hochfahren würden als über die Tatsache, dass sie es tun. Wir sind auch schon bei Regen und kühlem Wetter am Barrier Reef in Australien geschnorchelt, obwohl die Australier es nicht fassen konnten. Einfach, weil es unser letzter Tag war und eine Reise nach Australien nicht jedes Jahr ansteht. So geht es den Touristen hier auch.
      Und dazu kommt noch, dass Japaner kaum bezahlte Ferien kennen. Eine gute japanische Freundin von mir kommt dieses Jahr für 14 Tage zu uns. Sie konnte ihr Glück kaum fassen, als ihr Chef ihr tatsächlich ZWEI Wochen Ferien gestattete.

    • Cybot sagt:

      Für Japaner geht es nicht darum, was man sieht. Das wichtigste ist, dort gewesen zu sein und ein „Beweisfoto“ gemacht zu haben, damit man zu Hause allen zeigen kann, dass man auch tatsächlich dort gewesen ist. Das mag für manche von uns seltsam scheinen, aber es ist halt eine andere Kultur. Und wenn man nur 2 Wochen Ferien pro Jahr hat, muss es natürlich etwas schneller gehen.

    • tina sagt:

      unten weiss man doch nicht, ob es oben auch nebel hat, nicht?
      aber inhalt des texts ist doch, dass es seltsam ist, dass manche leute die da hochfahren, nur die asiaten („japaner“) sehen. oder mindestens nur das erwähnenswert finden. sehr schräg, ja, würde mich auch interessieren

  • Daniel sagt:

    Japaner/innen lieben Berge und Seen das war schon immer so! Ich sehe dies in Zürich und Luzern. In Luzern sind die noch eher vertreten, weil sie den ganzen Tag auf dem See schippern können!

  • Markus sagt:

    Was soll dieser Artikel aussagen? Dass nur in die Berge soll, wer ein richtiger Bergsteiger ist? Dann sollten Sie aber auch nicht mit der Bahn hochfahren.

    Oder dass Asiaten eine ganz andere Art der Wahrnehmung, des Erlebens haben? Sie können genauso komische Fotos von Schweizern in Asiatischen Tempelanlagen machen.

    Von denen die ich kenn und auf dem JFJ waren (alles Schweizer), hat jedenfalls noch keiner nur von den anderen Touristen erzählt.

    Man könnte sich doch einfach freuen, dass wir eine wunderschöne Landschaft direkt vor der Haustüre haben und vor 100 Jahren jemand die verrückte Idee hatte, da eine Bahn hinaufzubauen, welche bis heute Touristen in unser Land spült.

  • Franz sagt:

    Hätten Sie diesen Beitrag vor zwanzig Jahren geschrieben, ich hätte zugestimmt. Die Japaner waren klar die am häufigst vertretenen Asiaten in der Jungfrauregion. Heute stimmt das längst nicht mehr. Heute sind es die Chinesen und Koreaner (nebst Saudis und Indern), die dort busweise anreisen. Somit ist nicht jeder, der wie ein Japaner aussieht ein ebensolcher. Deswegen finde ich, ist dieser Beitrag etwas gar flach herausgekommen. Für mich kommt es so rüber, dass Sie es irgendwie daneben finden, wenn „Japaner“ ohne jeglichen Bezug zu „Ihren“ Bergen die Region quasi entwürdigen. Man kann über den Massentourismus denken wie man will, aber es ist nun einfach so, dass in den meisten fernöstlichen Reiseführern die Jungfrauregion ein „must“ ist. Und so ist es denn auch nicht verwunderlich, wenn man auf schlafende Asiaten in Zügen trifft. Schliesslich leiden alle noch am jet lag und waren vor zwei Tagen erst in Rom gelandet. Nach dem Besuch auf der Jungfrau geht es dann am Nachmittag weiter nach Wien…Europa in 7 Tagen! Dass man da nicht jede Krete und Fluh würdigt, ist für mich nachvollziehbar…und dem Tourismusverantwortlichen in der Region eh egal. Apropos Schlafen in Zügen, besuchen Sie Japan einmal und gehen Sie in eine U-Bahn, „Japaner-Gucken“, dann wird sich auch das „irgendwie herzig“ bei Schlafenden relativieren.

    • Joseph Seidl sagt:

      Danke für diesen Kommentar. Wenn doch die Verfasser zahlreicher Blogs und Kommentare auch so differenziert ein Thema betrachten würden, würden viele Pauschalurteile vermieden.

    • Wiedemann sagt:

      Ich habe einen Freund aus Japan, der mit mir Schweiz&Umliegende Regionen in 12 Tagen gemacht hat. Da zählte jede Minute und man hat mehr Orte besucht als normal in 4 Wochen. Geschlafen wurde im AUto auf der Autobahn oder zuhause/hotel. Nie im Zug, da es immer was zu sehen gab. Aber nachher geschlaucht? Nein, trotzdem erholt. Und happy war er auch noch :)

    • Bruno sagt:

      Meine Worte, danke Franz

  • Stefan Kreis sagt:

    Wäre die Schreibende etwas aufmerksamer beim angeblichen „Japaner“-Beobachten, hätte sie leicht feststellen können, dass diese „Japaner“ zu einem grossen Teil aus Koreanern und zunehmend Chinesen bestehen. Aber eben, sie konzentrierte sich wohl mehr auf das Berge anschauen….

    • Wiedemann sagt:

      BINGO

      Stimmt ganz genau. Als ich oben war, waren von den Asiaten praktisch keine Japaner dabei. Die kommen nämlich nur zur Feriensaison in Japan.

    • Hansjürg Jaggi sagt:

      Genau, aber so unterschwellig rassistisch sind halt die Möchtegern-Kosmopoliten, Asiate = Schlitzauge = Japaner (welche wie Koreaner eher Mandelaugen haben)… Fand es jedenfalls auch lustig, Schweizer in Tokyo zu beobachten, sind mindestens genauso lustig wie die „Japaner“ auf der Jungfrau.

  • Philipp Rittermann sagt:

    also nebst dem umstand, dass eine fahrt auf die jungfrau mittlerweile 180 chf kostet, was ich als absolute abzocke erachte, wundert es nicht, dass dies jeweils in die pauschal-reisli der asiaten integriert wird – die kommen einmal, bezahlen und gehen wieder. davon lebt die region. als schweizer sollte man die jungfrau schlichtweg boikottieren; ich tue das.

    • jörgi sagt:

      Es stimmt, das Reisli ist nicht ganz günstig, zudem geht die Fahrt für CHF 180 (es geht auch billiger) nur bis aufs Jungfraujoch 3454 m NN, wer wirklich auf die Jungfrau will, muss dies aus eigener Kraft und ohne Bahn schaffen.

    • Ornella K. sagt:

      Wenn es günstiger wäre, könnte man sich auch zum Rittermann-Angucken aufs Joch begeben.

  • Gaëlle sagt:

    Sehr witzig sind auch die Inder, die im dicksten Nebel bei 0%-Sicht auf dem Titlis in Tränen ausbrechen und sagen: „This ist the best day of my life!“. Engelberg (und der Titlis) ist der Hauptspielort in Bollywoods „Titanic“-Version, den wir hier gar nicht kennen. Kein Wunder, flippen die Inder total aus, auch wenn man nichts sieht. Manchmal denke ich auch, wir sollten diesem zirkusmässigen Treiben mit etwas mehr Demut entgegen schauen, uns wieder mal ins Bewusstsein rufen, dass wir am Schönsten Ort der Welt leben. Gerade hab ich die Tagi-Fotostrecke der „Cage People“ in China angeschaut.

    • Gaëlle sagt:

      …jetzt sehe ich erst die Bilder von den Jungfrau-Japanern. Das ist ja lustig!!! Sowas hab ich auch noch nie gesehen! Die flippen ja völlig aus! :-)))

      • Dieter Neth sagt:

        Etwa so wie Schweizer wegen der Sonne und Hitze in Dubai ausflippen, während sich die Einheimischen davor lieber verstecken – oder etwa nicht?? Fernreisen werden selten aus rationalen Gründen unternommen

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