Das grüne Dilemma der Bergsportler

Saubere Sache: Skifahrer nehmen die Bahn auf den Gornergrat. (Bild: Keystone)

Saubere Sache: Skifahrer nehmen die Bahn auf den Gornergrat. (Bild: Keystone)

Alpinisten suchen keine Skipisten, die von Schneekanonen künstlich beschneit und von Pistenraupen präpariert sind. Sie brauchen keine Gebiete, die wegen des vielen Neuschnees mit Tonnen Sprengstoff gesichert werden müssen. Sie freuen sich nicht über Glaspyramiden auf Gipfeln, «Nasenringen» als Aussichtsplattformen oder Hängebrücken, die keinen anderen Nutzen haben, als Touristen anzulocken. Bergsteiger gehen in die Berge – wegen der Berge. Die Herausforderungen des Gebirgres bieten ihnen Attraktion genug.

Wer die Berge liebt, der will ursprüngliche Natur erleben – was allerdings auch naturverträgliches Verhalten eines jeden einzelnen Berggängers verlangt. Und das beinhaltet mehr, als nur den eigenen Abfall wieder zurück ins Tal zu tragen.

«CO2-Emissionen vermeiden, reduzieren oder zumindest kompensieren»

Ein grosses Dilemma stellt die An- und Rückfahrt dar. Wer viel ins Gebirge geht, dem bleibt nichts anderes übrig, als viel zu reisen. Oft fahren wir durch das halbe Land, um einen Gipfel zu besteigen. Manche Leute fliegen dafür sogar um die halbe Welt. «Entsprechend liegt im Bergsport bei der Mobilität das weitaus grösste Potenzial, um die Emission von Treibhausgasen (z.B. CO2) zu verringern», schreibt etwa der Schweizer Alpen-Club (SAC). Und auch die Vereinigung Ride Greener appelliert: «Jeder Snowboarder und Skifahrer kann seinen Beitrag leisten, um die zunehmende globale Erwärmung zu stoppen und zukünftige schneearme Winter zu verhindern. Grundsätzlich gilt: CO2-Emissionen vermeiden, reduzieren oder zumindest kompensieren.»

Ist man mit Tourenski, Rucksack, Eispickel, Seil etc. unterwegs, kann sich die Reise im Zug umständlich gestalten. Insbesondere, wenn auch noch die Umsteige-Zeiten sehr kurz sind und man sich mit dem sperrigen Gepäck durch die Menschenmassen drängen muss. Trotzdem nehme ich, wenn ich zum Beispiel von Zürich ins Wallis reise, nie das Auto. Mit dem Zug bin ich dank der Lötschberg-Linie schneller (auch wenn ich in den überfüllten Waggons von Bern nach Visp meistens wie in einer Sardinenbüchse eingequetscht stehen muss). Es gibt aber andere, weit abgelegene Gebiete, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erschlossen sind. Dann – ja – führe ich einen Gewissenskampf. Mit dem Auto kann ich oft sogar einen ganzen Tag einsparen, weil ich sehr früh anreisen kann. Würde ich die ÖV nehmen, käme ich erst am Mittag an. Oder ich müsste am Vorabend anreisen und übernachten, was bei mir nicht nur eine Frage der Zeit ist, sondern auch eine der Finanzen. Darum versuche ich, mich mit meinen Bergpartnern zu organisieren und das Beste aus diesem Dilemma zu machen. Umwelt und Nachhaltigkeit sind mir wichtig – nicht nur am Berg.

Für die klimafreundlichere Anreise empfiehlt der SAC folgendes:

  • Ergänzungen zum ÖV-Netz: AlpenTaxi, busalpin oder Mobility, um in Berggebieten weiter zu kommen.
  • Auch die Anreise will organisiert sein: Gerade bei Gruppenreisen lohnt es sich, Gruppentickets zu organisieren, PWs zu füllen oder auch mal einen Kleinbus zu mieten.
  • ÖV-tauglicher Treffpunkt: Wenn möglich, den Gruppentreffpunkt auf ÖV-Verbindungen abstimmen.
  • Wissen, wo aussteigen: Auf der schweizmobil-Karte sind sämtliche ÖV-Haltestellen eingetragen.
  • Volle Autos sind effizienter: Ab zentralem Treffpunkt Weiterfahrt in Fahrgemeinschaften.
  • Auf zwei Rädern schnell zum Start: Nimm das Fahrrad mit oder miete eins am Bahnhof.
  • Über Nacht ans Ziel: Europareisen sind bequem auch mit Nachtzug möglich.

Ride Greener gibt auf seiner Webseite für klimafreundlicheres Skifahren und Snowboarden folgende 10 Tipps:

  • Reise mit dem Zug, Bus oder dem Alpentaxi ins Wintersportgebiet. Zum Beispiel verursachst du von Zürich nach Davos 25 Mal weniger CO2, wenn du das Auto zu Gunsten des Zugs in der Garage lässt.
  • Wenn die ÖV-Anbindung ans Wintersportgebiet zu schlecht ist, fülle das Auto mit deinen Freunden.
  • Recycle am Berg: Entsorge deinen Abfall nie im Schnee, sondern immer in der Mülltonne.
  • Frage vor dem Kauf nach, ob deine Jacke, dein Rucksack, dein Board oder deine Skis aus recycelten Materialien und ökologisch nachhaltig produziert wurden.
  • Wachse dein Board und deine Ski mit umweltfreundlichem Wachs.
  • Bau dir aus deinem alten Board ein Splitboard, anstatt es auf den Müll zu werfen.
  • Unterstütze Bio-Bauern und verpflege dich mit lokalen Produkten vor Ort. Strong Riders brauchen gesunden Food!
  • Bau dir mit Freunden einen eigenen Jib-Park in deiner Umgebung.
  • Anstatt Heliboarding und -skiing in Alaska kannst du es ja mal mit Splitboarding oder Skitouren auf deinem Hausberg versuchen. Das ist nicht nur billiger, sondern auch ein einiges intensiveres Bergerlebnis.
  • Wähle Politiker, die sich für deine nachhaltige Klimapolitik einsetzen.

Infos: www.sac-cas.ch / www.ridegreener.com

Ihre Meinung interessiert mich!

41 Kommentare zu «Das grüne Dilemma der Bergsportler»

  • Noëlle Petitdemange sagt:

    2 nützliche Website mit Informationen zur Anreise mit den öffentlichen Verkehr:
    – direkt auf die Skiiste! http://www.rideandglide.ch
    – reisen in Europa http://www.verkehrsclub.ch/europa

  • Ralph Schneck sagt:

    Skizirkus, Schneekanonen, Varianten-/Tourenskifahren, Helizirkus, Bauboom, Landschaftsverschandelung durch Pistenschneisen – ich finde das sowiso auch als nicht-Grüner schlecht und abstossend. Deshalb fahren wir auch mit dem Öv nicht in die Wintersportberge – nicht in unserem Namen.

  • Joachim Adamek sagt:

    @Marlon: Es gibt sicherlich etwas Schöneres, als freitagsabends flugs das Auto zu packen, stundenlang gen Süden zu fahren, mitten in der Nacht anzukommen und dann schnell eine Runde unbequem auf viel zu kurzen Sitzen zu schlafen, nur um beim ersten Licht auf den Berg zu gehen. — Aber manche haben die Berge eben nicht vor der Haustüre.
    Wenn ich von meinen Anfahrtswegen erzählt habe — und vor 20 Jahren habe ich da ganz andere Eskapaden unternommen, zuweilen wirklich haarsträubende — dann nicht, weil ich stolz darauf bin, was man an einem Wochenende alles machen kann, sondern weil ich in der Öko-Debatte manchmal die Verhältnismäßigkeit und Ehrlichkeit vermisse und die Perspektive sehr eingeschränkt finde. Das wurde im Blog wiederholt angesprochen. So fehlen mir bspw. die Worte, wenn man den Bürger für jeden Liter Trinkwasser gleich zweimal zur Kasse bittet, während die Schneekanonenbetreiber das Wasser gratis vom Netz nehmen dürfen, wie dies in Österreich der Fall ist.
    Im Übrigen finde ich die ÖV in der Schweiz echt spitze. Ein so gut abgedecktes Busnetz sucht man andernorts in den Alpen vergeblich.

  • Marlon sagt:

    Sehr interessante Kommentare allesamt, danke für diesen Diskussionsanstoß! Und wie schön, einige meiner Annahmen (http://naturedomination.wordpress.com/2013/02/08/uber-klettern-natur-und-die-outdoor-auto-industrie/) bestätigt zu sehen – v.a. dass es tatsächlich für manche Leute ein Idealbild der Freizeitgestaltung darstellt, mit dem SUV zum Bergsport zu fahren, sogar bis zu 1500km an einem Wochenende. Respekt. Warum eigentlich nicht gleich lieber Motorsport statt Bergsport? Auch nicht verwunderlich, dass mit der höheren Leistung argumentiert wird, die ausgeglichene Menschen erbringen können.
    Ein wenig empirische Unterfütterung ist also doch ab und zu mal nicht schlecht, zumal ohne etwas dafür tun zu müssen. Merci!!

    Übrigens ist der DAV ähnlich hinterher, was die Umwelterziehung seiner Mitglieder angeht („Wir sind Bergsportler. Wird sind Naturschützer. Wir sind viele.“). Aber ich schätze in dieser Hinsicht sind sich wohl die meisten Alpenvereine mittlerweile ziemlich ähnlich… Auf der homepage des DAV lässt sich jedenfalls im Bereich Bergsport & Umwelt sogar (http://www.alpenverein.de/natur-umwelt/bergsport-und-umwelt/umwelt-klimawandel_aid_10369.html) eine Planungshilfe für umweltgerechte Bergtouren finden, inklusive Checkliste, und gerade mal 24 Seiten lang! Viel Spaß beim ankreuzen!

    • timmy sagt:

      uuuh ja, motorsportler, die sind mir sowieso am liebsten… „komm wir machen eine töfftour über ein paar pässe und geniessen ein bisschen unsere schöne bergwelt“…..

    • erich meier sagt:

      @ Marlon: Genau das ist das Problem: Der SAC erzieht seine Mitglieder um im umweltistischen Sinn, obwohl das Dogma von der Klimaerwärmung immer lauter angezweifelt wird, selbst von Wissenschaftlern. Bergsportvereine reden immer nur von Naturschutz, betreiben aber keinerlei Abwehr gegen die von den Grünen angestrebten neuen Nationalparks und neue Naturschutzgebiete, aus denen dann Bergsteiger, Kletterer usw. hinausgeschützt werden. Dass da überhaupt ein Interessengegensatz besteht, wird den Kletterern konsequent ausgeredet. Wir sollten uns vielmehr dafür sensibilisieren, unsere noch verbliebenen Freiräume im Gebirge zu verteidigen. Der SAC tut hier viel zu wenig.

  • Brunner Franz sagt:

    wieviel co2 produzieren eigentlich die täglichen 170mia facebook, twitter und sonstigen blog-forenbeiträge? möchte diese öko-fanatiker mal sehen, wenn sie mit frau und kind per zug in die wintersportferien reisen—kleines beispiel, nicht vom bergtourismus: wenn alle st.galler in genf arbeiten und pendeln, alles immer mit dem zug, ist das nun nachhaltig, ökologisch sinnvoll, empfehlenswert etc?

  • Herman Buhl sagt:

    Es muss ja nicht mehr die Aktion von Hermann Buhl sein, als er 1952 die Cassinführe am Badile erstmals allein beging, nachdem er tags zuvor mit dem Fahrrad aus dem rund 160 km entfernten Landeck angereist war und noch am gleichen Wochenende wieder dorthin zurückkehrte. Aber wenns irgendwie geht den Zug nehmen schadet nicht. Und dann kann man auf der Heimfahrt ruhig schlafen, weil die Berge Müde machen.

  • hallo mitenand

    ich danke natascha knecht für den ausgezeichneten beitrag.
    ich habe seit 6 jahren kein auto mehr, und mache alles mit dem GA. klar werden mir manche den vorwurf machen, ich
    sei um die ganze welt geflogen…

    gute touren, mit OEV.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • nordwand fredi sagt:

    auch bergsteiger sind touristen

  • Roland K. Moser sagt:

    Wenn kein Alkohol mehr in die SAC-Hütten transportiert wird, ist schon viel gemacht.

    • Geschichte sagt:

      Wer sich für die alpine Geschichte interessiert, weiss dass es die Idee mit dem Alkoholverbot auf SAC Hütten schon mal gab, mit sehr schlechtem Erfolg. So gab es Hütten, bei denen das letzte Fass Bier und Wein über 5 Jahre nie leer wurde. Und als dann die Salbithütte als erste offenes Bier anbot, war das eine kleine Sensation.

      • Roland K. Moser weiss, dass Milch Männer macht und sagt:

        Eigentlich war meine Idee umweltschutzbezogen gedacht. Weniger Transport – Weniger Umweltverschmutzung.

        Aber Sie bringen mich auf die wunderbare Idee, dass meine negativen Erfahrungen in den SAC-Hütten wohl nicht stattgefunden hätten, wenn dort kein Alkohol ausgeschenkt würde. Danke!

        Wie bringt man das mit dem Alkohol-Verbot in den SAC-Hütten zu Stande?

  • Anreise mit dem ÖV zum Bergsport erfährt in letzter Zeit immer mehr Unterstützung.

    So bietet z.B. das Portal http://www.gipfelbuch.ch in Kooperation mit http://www.arrlee.ch. die Möglichkeit,
    die ÖV-Verbindung von Zuhause zum Startpunkt des Gipfelziels anzuzeigen, inkl. Anreisezeit und den möglichen Verbindungen.

    So sieht man auf einen Blick, wie lange man mit dem ÖV zum Ausgangspunkt der Bergtour braucht.

    Besser kann die Unterstützung für den „grünen Tourengeher“ fast nicht sein. Nur genutzt werden muss sie.

  • Guido sagt:

    Wie bei allem gilt es die Verhältnismässigkeit zu wahren. Ich nehme praktisch immer die ÖV, denn oft ist ja das Tourenziel nicht gleich der Ausgangspunkt. Und was gibt es schöneres nach einer anstrengenden Tour unten im Tal auf der Sonnenterrasse eines gemütlichen Restaurant sein Bier oder Weisswein zu trinken um danach Müde aber Zufrieden mit der SBB nach Hause gefahren zu werden. Im Winter, gebe ich zu nehme ich ab und an gerne das Auto, denn die Tage sind kurz und es wird schnell kühl. Dann verzichte ich aber auf den „Zwetschgen Luz.“

  • Michi sagt:

    Ich gehe auch gerne und oft in die Berge. Ich frage mich hier, inwiefern das Alpentaxi weniger Benzin braucht als mein Auto. Wäre es nicht viel schlauer, wenn man einfach dort in die Berge geht, wo man schon ist… Ich wohne im Kanton Glarus, und auch wenn ich schon alle Berge gesehen habe, würde es mir nie in den Sinn kommen 3 Stunden irgendohin zu fahren um dort in die Berge zu gehen… Diese Strecke, welche ich überhaupt gar nicht fahre, spart noch viel mehr CO2 Ausstoss…

  • erich meier sagt:

    Im Bündnerland wird derzeit für die Olympiade geweibelt, für welche voraussichtlich Zehntausende um die halbe Welt reisen werden. Und wer dagegen ist, wird als mutlos und wirtschaftsfeindlich hingestellt. Derweil wird uns Berggängern, die 100 bis 200 km Anfahrt hinlegen, ein schlechtes Gewissen eingeredet. Das Ganze ist doch schlicht Verhältnisblödsinn. Für die Kleinen erhebt man den Zeigefinger, den Grossen dankt man, dass sie Geld ins Land bringen.

  • Alfons Wick sagt:

    Alles gut und recht. Ich benutze oft den ÖV, aber für Skitouren wird`s problematisch. Was mich (als SAC-Mitglied) aber nervt, ist die Haltung des Zentralvorstandes des SAC: die andern sollen die Umwelt schonen, wir aber unterstützen das grössenwahnsinnige Projekt Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden.

  • Rody sagt:

    Es gibt jedenfalls nichts schönere, als am Morgen ins eigene Auto zu steigen, und die Berge zu fahren:-). Autonom, flexibel, alleine, und ich muss das gesamte Equipment nicht schleppen… herrlich!!!

    • Markus Rotkopf sagt:

      Es gibt nichts schöneres als am Morgen mit Snowboardausrüstung in die S-Bahn zum HB zu steigen – die neidischen Blicke der Pendler unterwegs ins Büro sind schon ein erstes Highlight.

  • Thierry Blanc sagt:

    Wenn Treibstoff richtig besteuert wäre, um die Folgekosten zu kompensieren, wäre es kein Problem, wenn jemand mit dem Auto in die Berge fährt – auch wenn es ein SUV wäre …
    Was wir brauchen, sind keine Vorschriften, sondern einfach eine an den Folgeschäden angemessene Besteuerung von Rohstoffen.

    • Bosshard Matthias sagt:

      Sie haben es vileicht noch nicht bemerkt, aber das Benzin besteht schon zu 50% aus steuern, das reicht.
      Diese Ökogejammer kann ich nicht mehr hören.
      Sie dürfen gerne in die überfüllten Züge und mit eingekauftem Atomstrom Zug fahren und sich ein gutes Gewissen herbei reden > dazu ein Kaffee im Zug trinken > Importiert per LKW und FLG z.b von äthiopien, villeicht noch ein Sandwitch > Importiert per LKW z.b. Italien, dazu warm anziehen es wird ja kalt in den Bergen > Importiert per FLG z.b. von z.b Indien > vielleicht sogar Kinderarbeit Inkl .. !
      Haben Sie es gemerkt ?
      In Tat und Wahrheit würden Sie nur etwas gutes Leisten wenn sie Zuhause bleiben. So sieht die Wahrheit aus!

  • Markus Rotkopf sagt:

    „Hängebrücken, die keinen anderen Nutzen haben, als Touristen anzulocken“ – sämtliche Infrastruktur abseits von Siedlungsgebieten, Verkehrswegen oder Landwirtschaftsflächen hat den ausschliesslichen Nutzen, Touristen anzulocken. Die Kritik an der Brücke ist scheinheilig. Die Berge bleiben auch stehen, ohne dass wir kommen.

  • Joachim Adamek sagt:

    Ich gestehe, ich fahre ab und an hunderte Kilometer mit einem personenmässig schlecht ausgelastetem PKW, um meinen Hobbys nachzugehen, und habe — obschon ich die ökologische Lebenspraxis absolut bejahe — deshalb dennoch kein schlechtes Gewissen.
    Im Gegenteil. Ich kann jedem nur empfehlen, öfters mal verrückte Dinge durzuziehen: Weshalb nicht an einem Wochenende 1500 Kilometer fahren, um diesen oder jenen Berg zu besteigen?
    Das kann ich mit meinen ökologischen Selbstverständnis sehr gut in Einklang bringen: Es braucht im Leben und Denken stets ein gewissens Mass an Flexibilität. Die Energie, die ich möglicherweise an einem Wochenende bei einem solchen Projekt verheize, um meine Leidenschaften auszuleben, hole ich an anderer Stelle wieder rein. Nicht nur, indem ich unter der Woche möglichst immer mit dem Velo unterwegs bin, sondern schlicht, weil ausgeglichene und zufriedene Menschen mehr und bessere Leistungen erbringen .
    Ökologisches Denken schulden wir nicht in erster Linie der Natur, wir tun es für uns selbst. Die Natur ist viel härter im Nehmen, als der Mensch. In Dänemark gab es letztes Wochenende eine Sensation, als die Leute erfuhren, dass sich in einem Landesteil wohl wieder Wölfe angesiedelt haben.

  • Daniel sagt:

    Viele wollen in die Natur, aber keine/r zu Fuss. Das ist das Problem das viele haben, wenn möglich mit dem Auto so weit nach oben bis es nicht mehr geht und dann sich beklagen das die Luft nicht mehr das ist die es einmal war!

  • Philipp Rittermann sagt:

    mit dem v8er suv bis vor die schneebar. dann mit dem heli rauf auf 4000m. dort erstmal im *****-sterne lokal lobster speisen und dann mit dem ski-bob runtersausen. und das ist nicht mal so unrealistisch, sollten die olympia-pläne in die tat umgesetzt werden…

  • Thomas sagt:

    Nun ja, die Politik verbietet Carfahrten in Skigebiete (müssen vom Kanton bewilligt werden), wenn es ein öffentlicher Verkehrsanschluss gibt. Dass dieser teilweise völlig unzureichend ist, wird ignoriert. Daher fahren hier in der Ostschweiz alle Caranbieter nach Österreich….. Nach St.Margrethen wird die Bewilligung stets erteilt.

  • Rene sagt:

    Oh, mann – ich halte es nicht mehr aus mit diesen Ökos. Selbstverständlich fahre ich alleine oder zu zweit mit meinem nicht schwach motorisiereten Mercedes in die Berge. Abfall habe ich keinen, da ich nur ins Restaurant gehe. Meine Kleidung muss gut aussehen, der Rest ist mir egal. Lokale Produkte sind OK. Ich liebe z. B. Steinbock oder Gamspfeffer. Und wenn die Ökos weiter nerven, fliege ich eben in die USA in den Ferien. Dort gibt es auch Berge!

    • Peter Müller sagt:

      @Rene
      Du sprichst mir aus der Seele! Ich halte es ebenfalls langsam nicht mehr aus mit diesen Ökos! Auch ich gehöre zu den Autofahrern. Es käme mir nie in den Sinn am Weekend freiwillig mit den ÖV unterwegs zu sein.

    • Orlando Alleyway sagt:

      Tja, lieber Rene, besser wäre es wohl, Sie fliegen noch etwas weiter … – Beispielsweise zum Mond.
      Dort können Sie dann IHR Programm durchziehen, das ganz IHREM liberalen Denken entspricht. Die ekelhaften Ökos folgen ihnen bestimmt nicht dorthin. Die versuchen dann einfach den anderen aufgeklärten, freiheitsliebenden Menschen das Leben hier schwer zu machen. Diese, diese … Ökos (Ach, was für ein Schimpfwort!) leben so was von realitätsfremd!
      Seien wir ehrlich, Rene: Sie haben doch schlicht keinen Mumm, um sich der heutigen, schnell wachsenden Welt zu stellen, in welcher man halt etwas Rücksicht aufeinander und die Umwelt nehmen muss!

      • Hugo Weiler sagt:

        @Alleyway
        Wer sagt Ihnen, dass Sie im Recht sind? nur weil Sie mit der publizierten, öffentlichen Masse schwingen und schreien? Könnte mir vorstellen, dass Ihr Ökodasein spätestens beim Essen, Lebensstil und sozialer Verantwortung aufhört.
        Das ist mit nervenden Ökos gemeint. Anhänger einer Sache, die sie nicht wirklich erklären können, aber verteidigen und anderen vorschreiben wollen, wie diese zu leben haben.
        Vielleicht liegt darin das Trennende?

        • Olando Alleyway sagt:

          @Hugo Weiler
          Wo habe ich denn auf ein Recht gepocht? – Mein Votum war, dass wir alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen.
          Ökos per se in die Pfanne hauen und im gleichen Atemzug verlauten lassen: „Hauptsache mir gefällt’s und der Rest ist mir egal!“, ist Egoismus in Reinkultur. – Ich weiss gar nicht, weshalb Sie, Herr Weiler, Rene überhaupt verteidigen und mir weitere falsche Tatsachen unterstellen. Ich widerstehe der Versuchung mich hierfür zu rechtfertigen.

      • Bosshard Matthias sagt:

        @ Orlando Alleyway
        realitätsfremd genau , woher kommt den Ihr PC oder Tablet mit dem Sie hier schreiben.
        Richtig per FLG und LKW importiert. >Raubbau aufkosten armer und Abbau selterner Ressourcen die auch zu Ende gehen. Ihr geliebter Zug , ups fährt ja auch mit Atomstrom, nur der kleinste teil ist öko. Aber die Bahn freuts am Gewinn.
        Wichtig sind neue Inovationen und diese einzuführen, nur so kann nachhaltig die Umwelt geschont werden.
        All die anderen Co lügen können sich die Leute schenken.
        Haben Sie gewusst das Betreiber von Co2 kompensierung auf der Website mitverdienen?
        Also gar nicht alles der Umwelt zugute kommt!
        Die ökos sollen doch einmal in Russland oder Ukraine zuerst mithelfen die anbahnenden Umweltkatastrophen zu beheben,gäbe sehr viel verpesteten Boden mit allerlei Giften das immer noch munter vor sich hin tümpelt.
        Aber eben, aus den Augen aus dem Sinn. Lieber Wasser Predigen und Wein trinken.

        • Olando Alleyway sagt:

          @ Bosshard Matthias
          1. Woher wissen Sie, woher das Produkt stammt, mit welchem ich diese Zeilen verfasse?
          2. Die SBB bezieht ihren Strom fast ausschliesslich aus Nicht-Atomstrom. Den verbleibenden französichen AKWs sollten noch dieses Jahr die Verträge gekündigt werden.
          3. Ich bin überzeugt, dass der Weg zur Nachhaltigkeit über Verzicht und nicht über Innovationen führt. In den letzten beiden Jahzehnten sind unsere Geräte um ein Vielfaches effizienter geworden und dennoch benötigen wir mehr Ressourcen, als jemals zuvor.
          4. Ob CO2-Lügen oder nicht. Die grösste Lüge ist es, wenn man den Schluss zieht, seine eigenen Bedürfnisse an erster, zweiter und dritter Stelle setzten zu dürfen.
          5. Es entzieht sich meinem logischen Verständnis, warum ausgerechnet die „Ökos“ alle Probleme beheben müssen.
          6. Ich glaube behaupten zu dürfen, dass ich nicht nur Wasser predige und nicht nur Wein trinke.

    • Christopher sagt:

      Sie würden gut daran tun, sich etwas in Zurückhaltung zu üben. Es gibt nicht einfach den „Öko“, ausser vielleicht in Ihrer beschränkten Fantasie. Hingegen gibt es mittlerweile eine beachtliche Anzahl Menschen, welche sich zwischendurch auch mal ein paar Gedanken zur Umwelt machen. Seien Sie froh, dass nicht alle so denken und handeln wie Sie. Wahrscheinlich ist die Welt tatsächlich nicht mehr zu retten bzw. die Lebensgrundlage der Menschen. Aber wenn alle so unreflektierte Egoisten wären wie Sie, wäre das Ende noch viel schneller absehbar. Ich glaube nicht, dass das in Ihrem Interesse ist, oder doch? Fliegen Sie nach Amerika, wenn es Ihnen gut tut. Aber behalten Sie es für sich. Und noch etwas: All die Ingenieure, welche Ihren „nicht schwach motorisiereten Mercedes“ und das Flugzeug, welches Sie heil über den Teich befördern sollte, konstruiert haben, haben sich mit Sicherheit mehr Gedanken zur Umwelt gemacht als Sie selbst.

  • Andrea Dürrer sagt:

    Guter Artikel! Das Dilema zwischen vollbepackt in den vollen Zug oder mit schlechtem Gewissen das Auto nehmen kenne ich gut. Und halte es nach Möglichkeit wie die Autorin des Blogs. Zu den Tips von Ride Greener: Wissen die Leute die mir das Material verkaufen wo es hergestellt wurde und zu welchen Bedingungen? Gerade bei Kleidern denke ich, dass hier ein grosses Unwissen besteht und das viele Kleider nicht unter guten Bedingungen und nachhaltig produziert wurden. Einzig Patagonia ist mir als Marke bis jetzt bekannt die in diesem Segment sehr bewusst arbeitet. Gibt es noch mehr solche? Herzlichen Dank für allfällige Hinweise!

  • mel sagt:

    ich halte es eigentlich genau gleich wie natascha: wenn immer möglich, reise ich mit dem öv. neben dem ökologischen gedanke sehe ich noch zwei weitere vorteile: es ist gemütlicher (man kann nach der tour einfach reinsitzen und braucht nicht mehr selbst zu fahren) und ich bin flexibler, was start- und endpunkt angeht (ich laufe nicht gerne 2x den selben weg…). leider gibt es aber wirklich viele vom öv schlecht erschlossene gebiete, wo ich dann das auto auch praktischer finde. in der region bern denke ich da beispielsweise an das gantrisch-gebiet, welches sich ironischerweise als naturpark positioniert…

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.