Tödlicher Egoismus

Zwei Skifahrer während einem Lawinentraining in Zinal. (Foto: Keystone/Andrée-Noelle Pot)

Zwei Skifahrer während eines Lawinentrainings in Zinal (VS). (Foto: Keystone/Andrée-Noëlle Pot)

Der Winter ist noch jung und die Zahl der Lawinenopfer bereits beachtlich. Insbesondere ein Fall sorgte in der Szene für grosse Empörung. Vergangene Woche hat die Polizei einen Tourengeher wegen Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung vernommen. Ob er angezeigt wird, entscheidet jetzt die Staatsanwaltschaft.

Was ist geschehen? Am 29. Dezember ging am Zischgeles, einem 3004 Meter hohen Berg in den Stubaier Alpen in Tirol, eine Lawine nieder. Während des Lawinenabgangs befanden sich laut Alpinpolizei sieben Personen im Gipfelhang. Zwei Personen wurden bei der Abfahrt mitgerissen. Ihr Lawinenairbag hielt die beiden an der Oberfläche. Ein sich im Aufstieg befindlicher Mann wurde ebenfalls mitgerissen. Er wurde teilverschüttet und konnte rasch geborgen werden, erlitt aber Rückenverletzungen. Völlig verschüttet wurde ein 38-jähriger Steirer, der sich in einer vierköpfigen Tourengruppe befand. Er konnte zwar relativ rasch geortet werden, bis er von den Suchmannschaften geborgen wurde, vergingen jedoch rund 30 Minuten. Er verstarb später im Spital.

«Unfassbar!»

Am 30. Dezember berichteten dann österreichische Medien: Ein unbeteiligter Einzelgänger, der sich zur Zeit des Lawinenabgangs weiter unten im Aufstieg befand, hätte sich geweigert, bei der Rettung des Verschütteten zu helfen. Als er darum gebeten wurde, sei er mit den Worten «Das interessiert mich nicht.» einfach weiter Richtung Gipfel gestiegen. Das sei unterlassene Hilfeleistung, kommentierte der Lawinendienst Tirol. «Unfassbar! Moralisch höchst bedenklich und extrem schade, dass diese Praxis nun offensichtlich auch Eingang beim Skitourengehen gefunden hat!!!»

Die Polizei geht offenbar davon aus, das Leben des Verstorbenen hätte möglicherweise gerettet werden können, hätte der aufsteigende Tourengeher seine Hilfe nicht verweigert und beim Ausgraben des Verschütteten geholfen. Da zählt jede Minute. Sie begann nach dem Tourengeher zu fahnden. Gemäss Zeugenberichten trug der Gesuchte ein Abzeichen des Deutschen Alpenvereins auf seiner Bekleidung, war 45 bis 50 Jahre alt, ca 1,80 Meter gross und schlank.

Schande, Egoismus, unglaublich!

In diversen Internetforen entfachte sich ein Sturm der Entrüstung. «Dieses A…loch gehört verklagt bis zum jüngsten Tag. Geldstrafe tut dem sicher am meisten weh. Freunde kann man ihm nicht wegnehmen, denn die hat er ganz sicher nicht. Egoistisches Schwein. Den würde ich sehr gerne treffen, mitten im Gesicht.  Sorry, bin sonst ausgeglichen aber so etwas bringt mich in Rage», schrieb etwa einer bei Krone.at. Oder einer bei Tourentipp.de: «Man mag es ja gar nicht glauben, was sich da am Zischgeles abspielte, das muss man sich mal vorstellen, da werden welche verschüttet und dann kommt einer daher und sagt geht mich nichts an – unglaublich. Das Mindeste wäre doch gewesen, zu versuchen einen Notruf abzusetzen.» Und einer beim Lawinenwarndienst Tirol: «Leider passiert es nun auch am Berg, lauter Egoisten, keiner will was mit dem anderen zu tun haben oder vielleicht hineingezogen werden, das ist nur Schade, Kameradschaft am Berg geht absolut vor, nicht der EGOISMUS!!»

Der Gesuchte hat sich gemeldet

Ein paar Tage später meldete sich schliesslich ein 40-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Landsberg im Allgäu bei den Tiroler Behörden. Er sei zum fraglichen Zeitpunkt an der Unfallstelle gewesen und könnte aufgrund der Beschreibung der gesuchte Tourengeher sein.

Bei der Polizei-Einvernahme sagte der Mann dann aus, er habe Hilfe geleistet und im oberen Teil der Lawine gesucht. Ob dies glaubhaft ist, muss nun die Staatsanwaltschaft Innsbruck beurteilen. Sie ermittelt wegen Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung. Trotzdem gilt vorerst die Unschuldsvermutung.

Ist das – falls es sich wirklich so zugetragen hat – ein Einzelfall? «Nein», sagt der stellvertretende Leiter des Tiroler Lawinendiensts gegenüber Merkur-online.de. «Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen ist mir bewusst geworden, dass das egoistische Verhalten offensichtlich auch am Berg zunimmt. Allerdings dürften wir derzeit wohl immer noch von nur ein paar ganz wenigen schwarzen Schafen am Berg sprechen.»

Mein Beileid geht an die Hinterbliebenen des Verstorbenen.

Was ist Ihre Meinung?

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43 Kommentare zu «Tödlicher Egoismus»

  • Berg-mann sagt:

    Meint man es seien Einzelfälle – weit gefehlt. Als ich vor ein paar Monaten in Bolivien am Sajama war musste ein Brasilianer auf 5’350 müm wegen Erschöpfung AMS gerettet werden. Als wir so gegen 18 Uhr auf 4’825 müm ins BC kamen (nach 20 Std. total laufen an diesem Tag) sahen wir dass neue Bergsteiger angekommen waren. Ich fragte sie ob sie uns helfen können (es waren 2 Deutsche) es sei ein Notfall und jemand müsste in Tal absteigen (Fussmarsch von ca. 1 1/2 Std.) um ein Pferd zu organisieren, meinten Sie dass sei jetzt aber übertrieben und völlig unangemessen uns zu fragen. Wir (2 Mann) konnten nicht mehr ohne eine Pause zu machen (essen, Trinken und ein wenig schlaf) somit leten wir ihn in sein Zelt, gaben ihm Nahrung und kümmerten um uns. So gegen 23 Uhr kolabierte der Brasilianer an einem warscheinlichen HAPE so dass ich in Tal abstieg und mein Begleiter beim Kranken blieb. Total schlief ich diese Nacht im Dorf wärendessen der Kranke um ca. 3 uhr im Dorf ankam und gottseidank mit einem Auto zu einem Arzt gefahren wurde. Leider erfuhr ich ein paar Tage später dass der Mann verstorben sei. Traurig, traurig traurig. Es mahnt noch mehr zur Selbstkontrolle und zur Sicherheit.

  • Aschi sagt:

    Der Fall ist diskutabel. Jeder soll helfen wo er kann, das ist doch klar. Im Diemtigtal kamen mehrere Helfer bei einer Nachlawine um. Folgerung: Jeder muss im Gebirge auch primär sein persönlich akzeptables Risiko beurteilen (können). Falls die eigene Beurteilung ergeben hätte, dass das Verbleiben von über 20 Min. im Lawinenhang zu
    gefährlich gewesen wäre, dann hätte wohl mancher die weitere Suche für fremde Unvorsichtige, wahrscheinlich eingestellt. Über den betreffenden Fall kann also nur spekuliert werden. Dass eine eigene Beurteilung sich als zu vorsichtig oder zu unvorsichtig nachträglich herausstellt, gehört dazu und muss von allen akzeptiert werden.

  • Joachim Adamek sagt:

    Ich bin nicht sehr glücklich über die Kommentare von Euduardo und Wolfgang. Dass sich die Ereignisse am 29. Dezember in Sellrain annähernd so zugetragen haben, wie von der (Lokal-)Presse beschrieben, daran sollte es keine grundsätzlichen Zweifel geben. In diesem Zusammenhang von einer “Zeitungsente” zu sprechen, ist m.E. unpassend.
    Was den Lawinenwarndienst betrifft, so finde ich die Kritik an seinem Blog und speziell an Herrn Nairz ein wenig zu hart. Herr Nairz ist ein anerkannter, sehr engagierter Experte, was nicht heisst, dass er deswegen nicht auch Fehler machen kann und über alle Kritik steht. Ich bin mir jedoch sicher: Viele werden bestätigen können, dass der Lawinenwarndienst Tirol eine sehr gute Arbeit leistet.
    Der Lawinenblog wurde sicherlich nicht eingerichtet, um unqualifizierten Meinungen ein Forum zu geben. Eine strenge Redaktion würde die beschriebenen Probleme kaum lösen, sondern nur verlagern. Wir sollten in allen Blogs versuchen, möglichst jeden zu Wort kommen zu lassen. Nicht nur aus Respekt vor dem anderen, sondern auch aus Liebe zur Wahrheit.
    Journalisten sehen sich oft dem Vorwurf ausgesetzt, gar nicht oder schlecht recherchiert zu haben, sie erhalten zuweilen Drohungen, und nicht selten werden gegen sie juristische Mittel eingesetzt. Manchmal frage ich mich, ob die Betreffenden, die solches tun, wissen, wie schwierig es ist, zeitnah über ein Geschehen zu berichten, zumal wenn man selbst nicht Zeuge war. Die Erklärungen der Polizei, beispielsweise, nehmen nicht selten auf ermittlungsstrategische Überlegungen Rücksicht. Zeugenaussagen sind nicht immer erhältlich und nur beschränkt überprüfbar. Erst recht, was hinter verschlossenen Türen passiert, lässt sich in den seltesten Fällen erahnen. — Also, wer im Alpinblog letzte Wahrheiten zu finden hofft, der ist hier sicherlich falsch. Wir alle sind anfällig für Irrtümer, wir alle haben nur bruchstückhaftes Wissen und begrenzte Einblicke und Erfahrungen.
    Aber ich freue mich, dass wir hier Ansichten und Informationen relativ frei austauschen können. Und noch mehr hat mich an der Beschäftigung mit den Ereignissen in Sellrain gefreut, dass es unter den Wintersportlern, allen Unkenrufen zum Trotz, anscheinend tatsächlich nur wenige “schwarze Schafe” gibt.
    Eine letzte Bemerkung: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Aber ich halte es für ein Gerücht, dass man wegen “falscher” Hilfeleistung belangt werden kann. Solche Ängste sind unbegründet.

  • hallo mitenand

    ich danke natascha für den interessanten beitrag.
    ichwill hier zunächst ein beispiel darstellen, das ich selbst erlebt habe, als retter. im oktober 1999 rettete ich mit dem
    hüttenwart der allmagellerhütte vater und sohn hinter dem zwischenbergpass. von 23 – 02.00 uhr suchten wir diese zwei
    wanderer im teilweise 50-80cm tiefem schnee. um 02.30 waren wir alle wohlbehalten in der warmen hütte. am nächsten tag
    waren die zwei vagabundeten, ohne ein dankeschön zu sagen auf und davon abgestiegen. sie sind vor unserem aufstehen
    bereits abgestiegen… was will man da noch sagen… es gibt allerhand leute in den bergen. oder besser gesagt: „undank ist
    der welten lohn.“

    da sich der deutsche selbst gestellt hat, nehme ich an, das er nach bestem gewissen gehandelt hat. klar muss man helfen,
    unabhängig von der ausbildung, oder diplomen. ich vermute hier wieder die presse, die eine schlechte, nicht objektive und
    falsche berichterstattung macht. diese journalisten sollen uns bitte die beweise liefern, und nicht einfach rumschwätzen.
    das beste ist, mit den andern rettern kontakt aufzunehmen.

    ich bin gespannt wie es weitergeht ???
    ich wünsche allen eine schöne skitouren-saison 2013.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • Eduardo sagt:

    Möglicherweise stimmt die ganze Geschichte um den vermeintlichen Egoisten überhaupt nicht und ist eine der vielen Zeitungsenten, die regelmässig aufgetischt werden. Gerade wollte man uns ja weismachen, dass eine Belgierin wegen ihres Navigationsgerätes quer durch Europa bis nach Zagreb gefahren sei, obwohl sie bloss einen Ort in Belgien suchte. Aber noch einmal zum Lawinenunglück: Stieg extra einer der professionellen Helfer aus der Suchmannschaft mit viel Zeitaufwand nach unten, um dann den Tourengänger um Hilfe zu bitten, statt selbst sofort beim Ausgraben des Verschütteten zu helfen? Oder hatte der Tourengänger verständlicherweise Angst, in eine weitere Lawine zu geraten, vielleicht, weil der Hang noch in Bewegung war? Man verlässt sich in der Presse offensichtlich allzu sehr auf die dubiosen, möglicherweise falsch wiedergegebenen oder so nie gemachten Angaben irgendeines ungenannten Beteiligten.

  • Wolfgang sagt:

    Jenseits der hier geäußerten nahe liegenden Argumente und persönlichen Meinungsäußerungen stellen sich doch einige, nicht nur juristische Fragestellungen, der Natascha Knecht vielleicht in einem weiteren Artikel nachgehen könnte:

    – warum verlässt sich der anerkannte Lawinenexperte Patrick Nairz für seinen Blogeintrag nur auf eine Zeugenaussage? Wobei anzunehmen ist, dass dieser Zeuge aufgrund des gerade Erlebten sicherlich unter einem quantitativ schwer zu beurteilendem Schock steht.

    – Ist der Blogeintrag von Patrick Nairz vor seiner Veröffentlichung von einer zweiten Person gegengelesen worden?

    – Ist der Blog des Lawinenwarndienstes Tirol während seiner Freischaltung redaktionell begleitet worden?

    – Stellen nicht sogar manche Einträge zu diesem Thema auf dem Blog des Lawinenwarndienstes Tirol strafbewehrte Handlungen dar? Erinnert sei zum Vergleich an einen Fall aus Emden in Deutschland aus dem Jahr 2012: Aufruf zu einer Straftat per Facebook.

    – Haben die für Blogeinträge in Medien zuständigen Staatsanwaltschaften in Österreich von sich aus entsprechende Vorermittlungen aufgenommen?

    _____________________________________________

    Damit kein Missverständnis entsteht: Unterlassene Hilfeleistung, z.B. § 323c Strafgesetzbuch BRD, ist kein Kavaliersdelikt.

    • Lieber Wolfgang
      Vielen Dank für Ihren Eintrag. Ich werde diesen Fall weiter verfolgen und – zu gegegenem Zeitpunkt – auch über Ihre Inputs bloggen. Selbstverständlich mache ich mir auch solche Überlegungen. Heute habe ich den momentanen Stand der Dinge aufgelistet, ohne zu interpretieren, ohne meine Meinung zu äussern. Es wird hier im Alpin-Blog ganz bestimmt einen Folge-Beitrag geben.
      Beste Grüsse, Natascha

  • Bruno Berner sagt:

    Ein Aspekt sollte vielleicht ebenfalls berücksichtigt werden: Unsere Gesellschaft hat sich während der letzten 20 Jahre extrem dahingehend entwickelt, dass sich der Einzelne in Beruf und Alltag nur noch explizit da aktiv einbringen darf, wo er irgendein anerkanntes Zertifikat für hat. Tut er irgendwas aus Eigeninitiative, selbst wenn erfolgreich, so wird sich z.B. die Titelzeile in der Pressemeldung mehr auf die fehlende Qualifikation beziehen als auf die Sache selbst. Wir definieren den Menschen nicht mehr nach seinen wirklichen Leistungen und Fähigkeiten, sondern nur noch nach Kompetenzen und Organigrammen. Kürzlich wurden Kinder nach einem zufälligen Leichenfund im Wald von der Polizei gegen ihren Willen (!!) abgeführt, um sie nach Notfallreglement „fachpsychologisch abklären zu lassen“, obwohl es ihnen prächig ging – die Rechnung dafür musste dann ihr Vater bezahlen! Wen wundert’s also, dass in Notfällen immer mehr Menschen wegschauen…
    Selbstverständlich würde ich persönlich im Gebirge immer spontan Hilfe leisten, denn im grossen Ganzen treffe ich dort ebenfalls auf Menschen mit bodenständiger Wohlgesinnung – je weiter abseits ausgetretener Wege, desto ausgeprägter! Ich akzeptierte aber auch, wenn jemand sich auf seine fachliche „Nichtzuständigkeit“ beruft und sich aufs reine Alarmieren beschränkt. Zwar wäre er für mich persönlich danach nur noch charakterlicher „Abschaum“, aber von der Logik her könnt ich’s zumindest nachvollziehen.

  • sugus sagt:

    Interessiert es unsere Wirtschaft und Politik, wenn gesellschaftliche, Finanzielle und anderweitige Nichtsport Lawinen runtergehen? Nein, jeder, auch die Politik, schaut NUR für sich…… Wird da auch Ermittelt und gebüsst???

  • Peter sagt:

    Auf 2900 m/M in einem Lawinenkegel suchen und sich dabei erschöpfen ist vielleicht eine Sache – man muss sich nicht selber selbstlos gefährden lassen. Man muss auch nicht Rettungsausrüstung für andere bei sich haben und Bergretter sein. Aber weitergehen am schwierigen Berg ist auch nicht gut. Zudem sind die Aussagen widersprüchlich, jemand hat was gehört, aber ein anderer als der sich Gemeldete hat etwas anderes gesagt.

  • Abrell Alberto sagt:

    Ich lese immer Wieder von verschuttete von eine Lavine. Die Leute nehmen zuviel Risiko auf sich, gehen auf Touren obwohl grosse Lavine gefahr herrscht. Selber Schuld wenn was passiert. Die Helfer müssen mit grosses Risiko helfen. Da sich jemand verabschiedet und sagt „interessiert mich nicht“ ist zu bedauern, die Helfer können es nicht sagen.

  • Bea Kramer sagt:

    Erfrischend wie anderswo (Deutschland, Österreich) ein derartiger Egoist auch bezeichnet werden kann. In der Schweiz wäre mit Bestimmtheit gleich der Zensurstift eingesetzt worden, weil sich das hier nicht schickt, gälled Sie.

  • Urs Wernli sagt:

    Ich haette auch nicht geholfen, ich brauche naemlich keine Anzeige wenn ich im Hilfefall etwas falsch gemacht haette. Die Alarmierung von Rettungskraeften haette ich sicherlich unternommen. Ferner muss ich auch fragen bei dem idiotischen Freestyle skifahren, warum man denn in Lawinen gefaehrdeten Gebieten skifahren geht? Vermutlich ist diese Frage bei dem Arenalinwahnsinn nicht mehr erlaubt, aber helfen muss man den Idioten welche die Lawine ausloesen. Danke, ich NICHT!

    Urs Wernli

  • Philipp Rittermann sagt:

    gut. und jetzt mal ernsthaft. „unterlassene hilfelstellung“ ist ein offizial-delikt. die rechtssprechung wird jedoch die beweggründe individuell bewerten/auslegen. grundsätzlich soll und muss man helfen – auch in solchen situationen.

  • Niki sagt:

    Deswegen trage ich immer wenn ich in den Bergen unterwegs bin, ein Umfangreiches Notfaltset bei mir mit, um bei einem Unfall zu helfen.

  • Patrick Leu sagt:

    Ist es gestatet zur Fragen was nun egoistischer ist: Verschüttet werden oder anschliessnd nicht helfen?

    • don pablo sagt:

      Die Frage kann man einfach beantworten: nicht Hilfe zu leisten!
      Beim Verschüttet zu werden, müsste man ergänzen, ob man die Lawine selber ausgelöst hat oder diese durch dritte ausgelöst wurde. Da würde ich noch einen kleinen Unterschied machen.
      Ich schaue nebenbei vielen möchte gern Freeridern(genannte Trittbrettfahrer) zu, wie sie schlecht oder gar nicht ausgerüstet individuelle Abfahrten machen – da gibt es sicher eine Reihe Lebensmüde darunter… Ich selber würde diese Abfahrten nie Alleine und schon gar nicht ohne Ausrüstung befahren.

  • Ralph Geering sagt:

    Unglaublich wie dieser Deutsche in sämtlichen Kommentaren bereits vorverurteilt wird. Dem Umstand, dass er sich selber den Behörden stellte und eine andere Aussage machte wird mit keinem Wort Rechnung getragen. Wieso – verdammt noch mal – nicht das Ergebnis der Untersuchung des Falles durch den Staatsanwalt abwarten, bevor man sich in das öffentliche Gewäsch über Egoismus auslässt.

    • Peter Meier sagt:

      Dem kann man nur uneingeschränkt zustimmen. Die egoistische Masse zeigt nunmal gerne mit dem moralinsauren Finger auf andere Personen, ohne Umstände und Hintergründe auch nur ansatzweise zu kennen.

  • Thomas sagt:

    Vorweg: Gemäss merkur-online.de haben sogar ZWEI unbeteiligte Tourengänger die Hilfe verweigert. Vom ersten, einem Abfahrenden, stammen scheinbar die schockierenden Worte: „Das interessiert mich nicht.“ Der zweite sei der Deutsche gewesen, der sich wie beschrieben gemeldet hat.

    Dieser Vorfall, ob mit einem oder gar zwei Hilfsverweigerern tönt für mich dermassen unfassbar, dass ich nach Erklärungen suchen muss. Wollte er weiter abfahren um Hilfe zu holen? War es vielleicht ein Schock? War es ein Missverständnis? Glaubte der vermeintliche Hilfsverweigerer bloss weiter oben besser helfen zu können? Oder ….?

    Auch wenn der Egoismus im Alltag zuznehmen scheint, so kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand bei einem Unfall am Berg bewusst eine Hilfeleistung unterlässt. Entsprechend gilt für mich im vorliegenden Fall mal die Unschuldsvermutung. Allerdings werde ich den Fall weiter verfolgen und hoffe sher nicht enttäuscht zu werden.

    • Joachim Adamek sagt:

      Ich möchte als Gegengewicht zur zitierten Berichterstattung die Berichte der “Kleine Zeitung.at” über über das Lawinenunglück in Sellrain empfehlen:
      1)Steier tot – Polizei ermittelt (30.12.12)
      2)Toter Steirer: Suche nach Unbekanntem vor Klärung (03.01.13)
      3)Tödliches Laiwnenunglück: Tourengeher ausgeforscht (04.01.13)
      4) Steirer tot: Tourengeher nach Lawinenunglück angezeigt (05.01.13)

      • Joachim Adamek sagt:

        @Thomas: Danke, für den Hinweis. Entschuldige meine rasch geschriebene Antwort mit ihren unentschuldbaren Fehlern,
        aber ich hatte dringend etwas Schlaf gebraucht. Ich habe alle Artikel noch einmal durchgelesen, auch den Lawinenblog, und
        muss einräumen, dass meine Nachrichtenlage nicht optimal war.

        • Joachim Adamek sagt:

          Man überliest oft wichtige Dinge: Bei der Akutalisierung der Geschehnisse stiess ich auf eine Erklärung von Patrick Nairz, demzufolge doch nur ein Tourengeher die Hilfeleistung verweigert haben soll. Sie findet sich auch im Artikel der “Kleine(n) Zeitung” vom 30.12.12. (Letzter Satz). Also: Nur EINER hat die Hilfe verweigert.

  • Gino Ramsch sagt:

    Abgesehen von Egoisumus…. Ich meine als Tourengäer weiss ich das auch ich in eine Lawine geraten könnte und forh um hilfe wäre! Es ist doch wie ein ungeschriebenes Gesetz, wir sind alle im Selben Boot in meist menschenleeren Gebieten. Da ist es doch normal einander zu helfen dachte ich.

  • don pablo sagt:

    Mich überrascht das überhaupt nicht! Ein grosser Teil dieser Ski-Tourengänger sind Egoisten, total Verbissen, Besserwisser und totale Langweiler obendrauf. Ich halte mich darum auf der Tour auf Distanz zu diesen. Mittlerweile gehe ich auch mit Skiern auf Touren und buckle nicht mehr das Brett, habe aus diesem Grund weiterhin mehr Sympathien zu den Bordern, da diese vom Typ her ganz anderst sind und in jedem Fall immer Hilfe leisten würden.

  • bop sagt:

    Die Berggänger Bevölkerung wiederspiegelt leider die Gesellschaft. Die sind nicht besser und nicht schlimmer als der Rest der Bevölkerung. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir „ausserordentlich“ sind, nur weil wir in die Berge gehen.
    Es wird in den Berghütten geklaut, es wird Müll hintergelassen und noch schlimmer, wie im Artikel beschrieben, kriminelle Verhalten…

    • don pablo sagt:

      Ich glaube nicht, dass die Berggänger die Gesellschaft 1:1 wiederspiegeln – zum Glück nicht!
      Es gibt ja auch berühmte Berggänger die alles oben liegen lassen, darum überrascht mich dieser Zustand auch nicht.

  • Joachim Adamek sagt:

    Ganz abgesehen davon, dass ich kaum verstehen kann, wie man bei solch einem Unglück seine Hilfe verweigern kann, ist unterlassene Hilfleistung, rechtlich gesehen, kein Kavaliersdelikt.
    In dem geschilderten Fall bin ich auf den Ausgang der Ermittlungen gespannt. Die Darstellung des später vorbeigekommenen Tourengehers ist mir neu. Auch dass oberhalb weitere Personen unterwegs gewesen sein sollen. — Ein Vater hat mit seiner Tochter den Abgang der Lawine unbeschadet überstanden, weil sie mit Lawinenairbags unterwegs waren.

  • Daniel sagt:

    Sind Tourengänger nicht grundsätzlich Egoisten? Denn Tourengänger begeben sich so oder so ins Risiko, für mich heisst das nur der einte ist ein wenig mehr Egoist als der andere, aber Egoist bleibt Egoist. Sobald ich nämlich dieses Risiko einer Tour auf mich nehme, muss ich wissen, dass ich andere (Retter, Kameraden oder Unbeteiligte) auch einem Risiko aussetze und das ist egoistisch. Gilt aber nicht nur für Tourengänger sondern für mich als Möchtegern Bergläufer und Mountainbiker ebenso ;-)

    • Dennis sagt:

      Und für jeden, der sich im Straßenverkehr bewegt! Denn schließlich gefährdet man dort auch andere!

    • Paul Mircher sagt:

      @Daniel: Das gilt für jeden der nicht im Spital bei komplettüberwachung im Koma liegt. Es verunfallen immer noch mehr im Strassenverkehr oder zu hause als bei irgend einer Sportart. Ich bin mir das Risiko meines Sportes bewusst, aber soll ich desswegen keinen Sport treiben? Ich würde auch jedem in Not helfen, auch wenn ich dafür ein sehr grosses Risiko auf mich nehmen müsste. Jemanden einfach sterben lassen… damit könnte ich nicht leben.

  • Philipp Rittermann sagt:

    so tragisch es ist. leichtsinn und fahrlässigkeit werden meist von der natur hart bestraft.

    • A.Keller sagt:

      genau – was uns aufzeigt dass die natur in unserem abstrakten beton-alltagsbereich völlig fehlt. fernab von naturgesetzen wuchern in unserer politik und wirtschaft egoistische individuen, die in der natürlichen gesetzmässigkeit nämlich gar keine chance hätten.
      also hut ab vor allen, die sich in der echten natur mit sich selbst messen, vielleicht auch mal bewusst einen leichtsinn eingehen, aber dafür voll und ganz zu den eigenen schattenseiten und den möglichen folgen des eigenen egoismus stehen können. hut ab vor allen, die es vorziehen das eigene leben zu riskieren, um mehr über sich zu lernen, als sich hinter sieben airbags zu verstecken und mit dem finger auf alle anderen zu zeigen.

  • Graf sagt:

    Der Egoismus (Selbstbezogenheit) ist leider weit verbreitet – siehe Strassenverkehr, Wirtschaft, Partenerschaft u.v.a.! Wenn man dem Deutschen seine Hilfsverweigerung nachweisen kann, gehört er am Wickel gepackt und muss ohne wenn und aber schmerzhaft und nachhaltig verurteilt werden! Nur so kann man Egoisten ausrotten!

    • Peter Meier sagt:

      Das stimmt ja alles, aber die Verwendung des Wortes „ausrotten“ finde ich ziemlich befremdlich. Ausserdem trifft das das auf alle Menschen zu, egal welche Nationalität diese haben. Daher hätten Sie sich den Hinweis auf „den Deutschen“ schenken können. Auch in der CH und in AT gibt es wie überall auf der Welt dämliche Egoisten.

      • Freddy sagt:

        @Peter Maier

        ich begreife dem „Grafen“ seine Empörung über diesen Egoisten ( hätte wohl noch härtere Worte für ihn gebraucht…)
        zudem sollten sie nicht so empfindlich sein , was die Bezeichnung „Deutscher“ angeht; Nationalitäten werden bei Berggeschichten meistens angegeben…

    • Boris sagt:

      Mein Beileid den Angehörigen des verstorbenen.

      Egoismus ist etwas ganz natürliches. Und viele die hier schreiben sind auch Egoisten (in irgendeinem Bereich sicher). Ich auch.

      Es gibt auch sehr viele Egoisten / Trittbrettfahrer, welche Informationen von der Gemeinschaft nutzen, z.b. Wenn es um Tourenverhältnisse in den Bergen geht, aber selbst nie die aktuellen Tourenverhältnisse den anderen weitergeben.

      In diesem Fall geht es aber (wenn es sich so zugetragen hat) um unterlasse Hilfeleistung.
      Dies sollte, wenn bewiesen, streng geahndet werden um ein Zeichen zu setzen !

    • Hans sagt:

      Schmerzhaft und nachhaltig verurteilen geht geht wohl nicht mehr, der sollte doch eigentlich ausgeschafft werden?!

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