Outdoor-Jacke «Made mit Gift»: Kaufen oder nicht kaufen?

Winter athletes on the slopes of the skiing area on the "Gemsstock" mountain above the village of Andermatt in the canton of Uri, Switzerland, pictured on January 5, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  Wintersportler auf den Pisten des Skigebiets am Gemsstock bei Andermatt im Kanton Uri, aufgenommen am 5. Januar 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Zählt bei Outdoorbekleidung nur der Preis? Im Bild oben: Schneesportler in Andermatt, 5. Januar 2011. (Keystone/Martin Rütschi)

Jetzt, wo sich die Leute für den Winter ausrüsten, gerät die Outdoor-Branche gleich zwei Mal – und kurz hintereinander – negativ in die Schlagzeilen. Erst wegen eines Berichts von Greenpeace, der aufdeckte, dass jede der von ihren getesteten Multifunktions-Jacken Spuren von giftigen Imprägniermitteln aufwies. Dann kam die Organisation «Erklärung von Bern» mit ihrer Nachhaltigkeitsanalyse, wonach lediglich 7 der 25 untersuchten Unternehmen ihren Näherinnen in den Fabriken einen existenzsichernden Lohn zustehen. Von Verdacht auf Dumpinglöhne, exzessiven Überstunden und Unterdrückung der Gewerkschaften in den Produktionsländern ist die Rede.

Uns Konsumenten hängt das zum Hals raus – und zwar schon seit Jahren. Wir erwarten von den Herstellern, dass sie umweltverträgliche Ware produziert, dass sie den Näherinnen in den Billiglohnländern so viel bezahlen, dass diese anständig leben können. Darum sind die wiederkehrenden medienwirksamen Berichte von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen gut und wichtig. Aber nicht nur wichtig, um der Outdoorindustrie Beine zu machen, sondern auch, um uns Outdoorer an der Nase zu nehmen. Wir haben es selber in der Hand, Produkte von Anbietern zu kaufen, von denen man sagt, sie würden sich für die Umwelt und die Nachhaltigkeit einsetzen.

Mühsam nur: Es gibt inzwischen so viele Nachhaltigkeitssiegel, dass der interessierte Kunde erst Zeit investieren muss, um da durchzublicken. Ähnlich wie bei den Bio- oder den «Aus der Region»-Labeln an Lebensmitteln im Supermarkt. Sie verwirren und sind – nebst allem – auch ein Mittel der Industrie, um uns Konsumenten zu gewinnen. Und ist der Transport einer Jacke aus Fernost in unsere Läden so bio wie Trauben aus Südafrika im Frühling oder Chardonnay aus Kalifornien?

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, auf welche Kriterien achten Sie beim Kauf? Nehmen wir mal an, Sie brauchen eine wind- und wasserdichte, reissfeste, atmungsaktive Funktionsjacke. Im Fachgeschäft probieren Sie sich durchs Sortiment. Am Ende kommen zwei Modelle infrage, die Ihren Ansprüchen dienen und die Ihnen vom Schnitt und der Grösse am besten sitzen. Eine kostet 690 Franken, hat ein Nachhaltigkeitssiegel und stammt von einer Marke, die damit wirbt, sich in diesem Bereich zu engangieren. Die andere kostet 590 Franken, hat auch irgendein Siegel und ist von einer Firma, die nicht öffentlich kommunizieren will, welche Sozialstandards sie in ihren Produktionsstätten pflegt.

Welche Jacke würden Sie wählen?

  1. Die günstigere. 590 Franken finde ich genug für eine solche Jacke. Für so viel Geld sollte es möglich sein, auch die Angestellten in den Billiglohnländern und die Umwelt zu schützen. Ob die anderen Marken wirklich mehr tun, glaube ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen gesehen habe.
  2. Die teurere. Wenn es mehr kostet, umweltgerecht und menschenwürdig zu produzieren, bin ich bereit, eine Hunderternote Aufpreis zu bezahlen. Ich vertraue der Marke und den Nachhaltigkeits-Siegeln.
  3. Der Preis spielt mir keine Rolle. Ich wähle die Jacke, die von der angesagteren Marke ist, oder die mir optisch (Farbe/Muster) besser gefällt.
  4. Ich kaufe keine von beiden. Zu teuer. Ich bin doch nicht blöd und gehe zum Discounter.

40 Kommentare zu «Outdoor-Jacke «Made mit Gift»: Kaufen oder nicht kaufen?»

  • Paul Jenni sagt:

    Wow, die Lawinenboje von Rotauf ist ja ein grossartiges Produkt! Kein Vergleich zu den Riesendingern, die man sich bei anderen Herstellern auf den Rücken schnallen muss. Klar, das Teil ersetzt weder Barivox noch die unabdingbaren Vorsichtsmassnahmen, aber wenn es dann trotzdem mal schief geht, verkürzt sich die Suche auf ein absolutes Minimum.
    In solchen Momenten freue ich mich, dass Innovation noch immer aus der Schweiz kommt. In diesem Sinne: Viva la Grischa!

  • Joachim Adamek sagt:

    Umweltverträglich & fair produzieren und billig zu haben — das ist nicht machbar. Dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn man im Blog empfiehlt, der Umwelt und der Sozialverträglichkeit zuliebe eine bestimmte Kaufentscheidung zu treffen. Das geht, finde ich, oftmals an der Realität vorbei. Leider gibt es mittlerweile auch in Europa extreme Armut, sinkende Löhne und zu wenig Arbeitsplätze. Die realen Zahlen selbst in den traditionellen Wohlstandsländern Zentraleuropas kennen nur wenige, wenn überhaupt. Wie man die Verhältnisse beschönigt, hat die Deutsche Bundesregierung im Zuge des jüngsten Armutsberichts vorgeführt: Dort wurden unbequeme Wahrheiten einfach gestrichen. In Österreich hat die Arbeiterkammer in Salzburg letzte Woche mitgeteilt, dass jeder fünfte Arbeitnehmer in Salzburg unter 1.000€ verdient. Wenn ich mir die Preise der hier im Blog empfohlenen Marken anschaue, habe ich ein “schlechtes Bauchgefühl”.
    Ob Diskounter oder fair trade, den Ausschlag dürfte bei vielen der letzte Bankauszug geben. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Letzte Woche gab es in den USA einen Toten und einen Schwerverletzten, weil zwei junge Leute unbedingt eine schwedische Markenjacke wollten. Vielleicht sollten die Eltern gerade jetzt vor Weihnachten einmal mit ihren Kindern darüber reden, weshalb sie ihnen nicht jeden Wunsch erfüllen können.

  • Bernhard sagt:

    Wenn es dann nicht anders geht, lassen sie doch wenigstens die Arbeiterschaft mit profitieren.
    Auch bei denen wird Weihnachten gefeiert

  • Gerd Fehlbaum sagt:

    Über 500 Stutz für eine Jacke… Gohts no? Und nicht mal (fuchs)pelzgefüttert, nur schnödes Plastik, Erdöl…. Hilfe! Da lobe ich mir all den Stuff aus Army Surplus Läden, wo man allerbeste Qualität kriegt zu fairen Preisen und teils sogar Made in Switzerland. Für mich – mehr out- als indoor – hat ein Laden wie der „Bambus“ an der Löwenstrasse in Zürich viel mehr Qualität (und Fairness) zu bieten, als dieses neue Outdoor Shoppingcenter am Bahnhof, wo das Meiste aus Sklavenfabriken kommt und zu Apothekerpreisen angeboten wird. Es hat gar einen Outdoorshop, aus dem man fast nicht mehr raus findet…

  • philipp Schneesturm sagt:

    Spannend die vielen Hinweise und Mutmassungen was wo wie produziert wird.
    Begrüssees sehr, dass Greenpeace und auch andere diese kritischen Impulse einbringt.
    Die allermeisten bekannten Marken gehören multinatuionalen Konzernen welche eigentlich nur den Gewinn und die Ausschüttung an die InvestorInnen im Auge haben. Seit vielen Jahren versuche ich und andere engagierte Menschen im Outdoorbusiness die Hersteller zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Leider oft ohne Erfolg und mit der Antwort „der Kunde wünscht dies nicht“.
    Letztenendes sind es die Kunden welche die Entscheidung und damit auch die Verantwortung tragen! Wenn ein Produkt nicht verkauft wird und der Erfolg bei den wirklich nachhaltig funktionierenden Firmen landet, dann erst bewegt sich etwas. Dies ist aber nur möglich durch die Aufklärungsarbeit und dem dazugehörigen Publizieren und Informieren. Nur der informierte Kunde kann auch handeln. Die meisten wussten doch insgeheim schon lange, dass die Produkte A-Schädlich sein können (Das GTX Sondermüll ist, weiss man seit mitte der 90er Jahre!! und B dass die Produktionsbedinnungen teilweise zum Himmel stinken!).
    Was die Produktionsbedinnungen betrifft gibt es ein paar wenige Marken welche beispielsweise Top Gore-Jacken in Europa produzieren http://www.tilak.cz
    Mammut gehört der Schmidheiny Gruppe, Haglöfs gehört Asics (…und Asics gehört?) ,TNF der http://en.wikipedia.org/wiki/VF_Corporation
    Jack Wolfskin gehört Blackstone http://en.wikipedia.org/wiki/Jack_Wolfskin
    usw. Ist alles im Netzt unter anderem bei Wikipedia hinterlegt. Die Liste könnte jetzt noch ellenweit verlängert werden.
    Es gibt sogar Outdoorjacken hergestellt in der Schweiz, wenn diese Angaben stimmen. Vermutlich für 50% der „Oudooraktivitäten“ ausreichend. http://www.vingetorix.ch/shops.html
    In der stillen Hoffnung, dass alle Outdoorbegeisterten dazu beitragen werden eine fairere und sauberere Welt zu hinterlassen…
    http://www.greenroomvoice.com könnte auch noch spannend sein. Eine Platform für nachhaltige Veränderung in der Board und Outdoorbranche!
    …..und wenn ich mir die Kommentare anhöre von Kaufen im Ausverkauf und im Ausland ect. Da wird mir nur schlecht, da anscheinend wieder nur der Preis entscheidet. Schade;-).

  • Remo sagt:

    Hallo zusammen,

    Da wird eine spannende Diskussion geführt.
    Es ist schon erstaunlich wie viel Geld auf dem Weg zwischen Produzent und dem Endkunden liegen bleibt.

    Gerne möchte ich euch in diesem Zusammenhang auf ROTAUF und deren FUNKTIONSBEKLEIDUNG (GENÄHT IN DER SCHWEIZ) aufmerksam machen. ROTAUF produzieren im bündner Bergdorf Trun, es handelt sich dabei weniger um Massenproduktion als um hochwertiges Handwerk, das angeboten wird.
    Trotz hoher Produktionskosten wird die Bekleidung zu Marktüblichen Preisen angeboten – dies ist möglich, da die Bekleidung hauptsächlich über Direktvertrieb verkauft wird.

    Erste Kleidungsstücke sind ab Anfang Dezember erhältlich, bis Weinachten sollen dann alle Teile der Kollektion verfügbar sein.

    Ich bin sehr gespannt von euch zu erfahren, was ihr von dem ROTAUF-Projekt denkt .

  • hallo mitenand

    ich kaufe die teurere jacke.
    bei einigen produkten kenne ich die hintergrunds detail, und darum unterstütze ich diese marken.

    beispiel: valandre, aus den französischen pyrenäen macht keinen lebendig rupf an den tieren.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • Manuel Braun sagt:

    Komischer Begriff „Outdoor-Jacke“. Jacken werden allgemein eher selten drinnen getragen.

  • stefan baumgartner sagt:

    in der Ausgabe 10/2012 von Brand Eins erklärt ein Produzent seine Kalkulation für eine luxeriöse Winterjacke („Der tapfere Schneider“, Artikel online verfügbar) Dabei geht es um eine arbeitsintenives Produkt und der Hersteller sieht sich selber als eher vorbildlich bezgl Arbeitsbedingungen. Da kann man sich vorstellen, was die Produktionskosten einfacher geschnittenen Produkte sind, die aber im Laden auch einige hundert CHF kosten. Selbst im Ausverkauf zum halben Preis bleibt noch was hängen.

    Produktionsprozess:

    Komponenten pro Jacke 65
    Schnitt-Teile pro Jacke 216
    Arbeitsschritte 520
    Arbeitszeit 780 Minuten

    Produktionskosten:
    Material 78,65 Dollar
    Arbeit 64,35 Dollar
    Profit KTC 10 Dollar

    Gesamte Herstellungskosten (ab Verschiffungshafen, „Free on Board“) 153 Dollar
    Ladenpreis 799 Euro (zirka 1000 Dollar)

  • remy sagt:

    Sofern die Zahlen am Ende des Artikels stimmen, käme man auf einen Stundenlohn von $5. Und die zitierte Jacke stammt vom angeblich schweizerischen Unternehmen Mountain Force.

  • Thomas sagt:

    Wenn man erwartet dass die Marken durchaus einen gewissen Druck auf Ihre Produzenten ausüben können, so ist dies grundsätzlich sicherlich richtig.
    AABBER so einfach geht das auch nicht mehr. In China sind die Karten neu gemischt. Oftmals, und das weiss ich aus Erfahrung, sind die Produzenten mittlerweile sehr wählerisch für wen sie arbeiten. Da können sogar grosse westliche Marken froh sein, wenn sie ihre Kollektionen noch produziert kriegen. War nicht gerade neulich die Meldung verbreitet worden, dass die chinesische Industrie mehr auf ihren Binnenmarkt schauen muss (als Vorgabe). Diese Tendenz ist nichts neues, weil schon länger Realität.
    Was ich damit sagen will ist folgendes: Ich komme als westlicher Kunde zu meinem langjährigen Produzenten. Der sagt mir von heute auf morgen in den neuen Verhandlungen, tja, nicht mehr lukrativ genug weil jede kleine Outdoor Marke in China 10 mal mehr Kleider produzieren lässt als die grössten die wir hier kennen. Und dann noch ankommen und sagen wie er seine Sache machen soll, resp. seine Sozialstandarts einhalten, gefälligst die Umwelt nicht verschmutzen und kein Gift in die Jacken kippen soll, tja dann kann man sich vorstellen wie er reagiert. Der reagiert dann nämlich verschnupft und sagt, ich solle mich zum Teufel scheren (was nebenbei gesagt vielleicht sowieso die beste Lösung ist).
    Blöderweise haben die Chinesen mittlerweile soviel Know-How, dass gewisse Techniken vorallem in der technischen High-End Bekleidung nur noch in China produziertbar sind. Dies ändert langsam, aber dennoch, es ist schon beinahe eine Monopolstellung in gewissen Produkt-Segmenten.

    Ich sage nicht per se, dass es keine guten Beispiele gibt. Aber vergessen wir nicht, es sind nicht primär die Marken selbst, die Raubbau betreiben, sondern deren Partner und Sub-Contractors, was die Marken in gewisser Weise zu Mittäter macht, aber sicherlich auch nicht kalt lässt (vorallem Outdoor-Marken). Und schauen wir doch mal über den Gartenhag… Apple, wahrscheindlich Samsung, Zara, H&M… Das Problem nur auf die Outdoor-Marken zu beschränken ist zu einfach und löst grundsätzliche Probleme nicht. Wenn wir immer alles billiger, heute und sofort und und und und haben wollen… tja, dann…wird’s eng.

  • J.M. sagt:

    Leute, kauft einfach Tilak aus Tschechien. Das ist noch Ware die in Europa produziert wird, 5 Jahre Garantie und falls doch mal was zerreisst, wird das gute Stück fast gratis repariert. Ich jedenfalls pfeife auf auf den anderen Schrott:)

  • Thierry sagt:

    Fakt ist, dass die Outdoorsportler ein technisch hochwertiges Produkt verlangen und hierzu Chemikalien notwendig sind und viel R&D, die auch ihren Preis hat (leider wollen auch die Stadtaffen high-tech Jacken mit denen sie vom Bus ins Kaufhaus wackeln während ihnen die Sonne in den Allerwertesten scheint). Fakt ist leider auch, dass die örtlichen Regierungen den Mindestlohn festsetzen und dieser von der Textilbranche befolgt wird, will eine Firma mehr bezahlen, ist kein Schwein in den Absatzmärkten bereit, den Kostenanstieg für bessere Produktionsbedingungen zu berappen, leider entspricht Punkt 3 in Tat und Wahrheit der Realität (dass das keiner offen zugeben will, steht auf einem anderen Blatt).
    Hinzu kommt die Schwierigkeit einen Mindestlohn zu definieren: was muss mit einem Mindestlohn bezahlt werden können? Miete für eine ganze Familie, Schule für die Kinder, gehört ein TV Gerät dazu etc.? Bezahlt ein Arbeitgeber Kost und Logis beziehungsweise den Transport, was gilt dann (verschiedene Länder – verschiedene Ansprüche)? In der Theorie alles ganz nett aber in der Praxis wohl etwas komplizierter. Wie auch immer, der Kunde ist König und muss die Nachfrage für entsprechende Produkte kreieren, dann wird das Angebot sicherlich folgen.
    Off topic: Was noch viel besorgniserregender ist, ist das die Outdoorbranche ein unbedeutender Teil der globalen Wirtschaft darstellt und die wirklich grossen Verschmutzer und Billiglohnproduzenten von jeglichen Kampagnen verschont bleiben, weil deren Produkte nicht genug attraktiv sind um Medienpräsenz zu sichern. Schon mal daran gedacht, dass vielleicht eure Terrassensteine aus einem Steinbruch aus Indien kommen und von Kindern abgebaut wurden oder der Asphalt auf dem wir rollen? Vom umweltschädlichen Transport ganz zu schweigen…

  • Erich Deiss sagt:

    Mit einem Gehalt, wie sie die Greenpeace Teppichetage bezieht, kann man locker die teuersten Produkte kaufen.

  • Kurt Müller sagt:

    Wenn man bedenkt, dass bei einer Jacke, die im Einzelhandel für €600 über den Ladentisch geht, nicht einmal 1% für die Nähkosten (also den eigentlichen Arbeitsaufwand in den Nähereien) draufgehen, wird jedem Konsumenten klar, dass der Grossteil des Detailpreises die Bruttogewinnmarge des Labels darstellt. Der Preis hat in den weitaus meisten Fällen nichts mit der Substanz (und der Qualität der Substanz zu tun).

  • gringo sagt:

    Ich zum beispiel, aus ökologishe grunden esse keine trauben aus Sud Afrika oder Chile und Ich trinke kein Wein von weiter weg als Frankreich. Aus Anti Lohn dumping grunde kaufe ich (nur jeder 5-7 jahre) wahnsinnig teure sachen von Arc’teryx das im Kanada hergestellt ist.

    Ja, Ich farhre auch ein Karbon Rennrad und MTB, und weiss genau was das bedeutet, aber mindestens versuche Ich im eine gute und umwelt bewusst stil zu leben. Niemand ist perfekt, aber wann jeder versucht ein klein bisschen was zu machen, könnte alles ein bisschen besser sein.

    • Jürg sagt:

      Kleiderproduktion in China, Indien, Vietnam, etc. schafft dort Arbeitsplätze und ist nicht per se schlecht, im Gegenteil, für die Menschen dort kann sie ein Schritt aus der Armut sein. Schlecht sind gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und Löhne unter dem Existenzminimum. Diese sollte man mit informierten Kaufentscheidungen nach Möglichkeit verhindern.

    • Paul Mircher sagt:

      @Gringo: Carbon, ganz übel und sehr schwierig zu recyclen… Es gibt auch Bikes oder Rennräder die nicht aus Thaiwan sind. Dazu zählen z.B. Intense (handmade in California), Nicolai (handmade in Deutschland) oder ein Teil der BMC Carbonrennräder werden in der Schweiz Produziert. Ich behaupte nicht das diese Bikes besser sind oder ob es umweltschonender ist, aber die Wahl hat man immer.

      Bei Kleider kann man auch mal die kleinen Firmen berücksichtigen, Mission Workshop produziert z.B. alles in Amerika und Kanada, Western Mountaineering produziert ausschlieslich in den USA, bei La Sportiva sind viele Schuhe per Hand in Italien gefertigt, Smartwool produziert in Irland und USA oder man macht es wie Bach, produziert zwar in Vietnam, aber kontrolliert alles und hat eine gute Kommuikation mit der Herstellerfirma, dazu kommt noch das Bach Produkte produziert die „ewig“ halten und nicht nach einer Saison kaputt oder nicht mehr cool sind.

  • Jürg sagt:

    1. Sowohl 590.- als auch 690.- sind lächerliche Preise. Das Kleidergeschäft ist ein Margengeschäft, die Produktionskosten sind auch bei fairen (d.h. über dem regionalen Durchschnittslohn des Produktionslandes liegenden) Löhnen nur ein winziger Bruchteil des Verkaufspreises.
    2. Daher kaufe ich outdoor Bekleidung entweder im Ausland (wenn ich gerade dort bin), oder im outlet. Dass die Preise im Ausland zum Teil mehr als 50% tiefer sind, ist übrigens ein Indiz für Punkt 1.
    3. Wenn ich eine Marke erkenne, welche eine schlechte Presse hatte bez. Arbeitsbedingungen oder Nachhaltigkeit, dann kaufe ich sie nicht, auch wenn das bedeutet, in dem Fall nichts zu kaufen. Allerdings beziehe ich meine Informationen aus solchen Blogs oder aus Zeitungsartikeln. Es kann also passieren, dass ich mal etwas ’schlechtes‘ kaufe.

  • Chris Schroedi sagt:

    Eine Zeitschrift hat einmal ein paar Textil-Einkaufprofis damit beauftragt, die Kosten von einem H&M T-Shirt zu analysieren (inkl. Transport + Verkaufskosten). Der Witz ist, dass mit nur Fr. 1.- pro T-Shirt mehr die Näherinnen ein lebenswürdigen Lohn bekommen könnten (oder der Besitzer der Näherei etwas weniger verdient, wenn der Verkaufspreis gleich bleiben würde). Bei einer solchen Jacke wären das nicht Fr. 100.- zwischen würdig und unwürdig, sondern Fr. 10-15.-
    Wenn man dann berücksichtigt, dass der Einkaufspreis einer Jacke die im Verkauf Fr. 690.- kostet, etwa bei Fr. 140.- liegt (keine Schätzung, sondern mir bekannte Zahlen), dann könnten diese Outdoor-Firmen die Fr. 10-15.- auch noch selber übernehmen und müssten das nicht auf den Verkaufspreis drauf schlagen. Sie werden aber wohl nicht so sozial SEIN, sondern nur SO TUN….Gewinnoptimierung…

  • Paul Schani sagt:

    Bitte vermerken Sie in ihrem Header, dass Sie mich bitte aus Ihrer „Wir“-Gemeinschaft ausschliessen.

    Zur Info, wenn in Indien der Durchschnittslohn 40 US cents für die Stunde gilt, können Sie sich vorstellen was los wäre – gäbe es auf einmal die in unseren Verhältnissen bezahlten Tarife.

    Alternativ schlage ich sonst vor, dass Sie sich als Jäger betätigen oder Ihre Kleider aus Flachs oder was auch immer herstellen, falls Sie nicht nackt wandern/klettern/skifahren wollen. Und reichts dann noch nicht, gibts bspw in der Bockmattli Nordwand gutes Anschauungsmaterial wie man hierzulande vor 30 Jahren Sicherungsmaterial herstellte und verbaute. Gerne höre ich mir dann an, wenn wieder geklönt wird – weil auf Grund von Sicherheitsmängeln – jedes Jahr noch mehr Outdoorsportler ihr Genick brechen…

    Was dann aber wirklich krank ist, dass ich mir meine Sportausrüstung von Europäischen Herstellern in den USA kaufe und mir diese dann mit UPS carboneutral rüberschicken lasse. Inkl Verzollung: Preisersparnis von 35%. Jetzt recherchieren Sie mal und Fragen den MAMMUT CFO warum die Hochpreispolitik mit Knebelverträgen sich hierzulande rentiert. Viel Spass!

    • B. Oehler sagt:

      Es geht doch nicht darum, dass in den Produktionsländern unser Lohnniveau bezahlt wird, sondern dass dort Löhne bezahlt werden, die dort für ein würdiges Leben sind. Rechnen Sie mal selbst nach: wenn wir Ihr Beispiel Indien nehmen und weiter annehmen, eine Näherin habe 10 Stunden an einem Kleidungsstück gearbeitet (was sehr hochgegriffen sein dürfte, auch bei einer Outdoorjacke), dann käme ein Lohn von 4 US-Dollar zusammen. Würde der Lohn verdreifacht, wären das sagenhafte 12 Dollar – für uns hier ein marginaler Unterschied – dort eine Welt. Darum geht es: wir könnten es uns leisten, dass es den Menschen, die unsere Kleidung produzieren, gut geht – es würde kaum etwas kosten.

  • Joachim Adamek sagt:

    Man kann sicherlich viel Schlechtes über die Outdoorbranche sagen. Aber eines ist Fakt: Dass sie eine der ersten war, die sich um neue Standards in Produktion, Entlohnung und Mitarbeiterführung bemüht hat. Das ist für die meisten allerdings nichts Neues.
    Auch, dass noch viel zu tun bleibt. — In Anbetracht des kommenden Schnees, war’s das für diese Woche: Viel Spass & schöne Touren!

  • Lucky_Looser sagt:

    Die schädlichen Produkte sind das eine, die Masse an Produkten das andere. Längerfristig müssen wir wegkommen vom besitzen und hinkommen zum benutzen.
    Idee:
    Sharing-Gemeinschaften, wo man eigene Outdoor/Sport Produkte anderen zur Verfügung stellen kann („Mobility“-Konzept).

  • mel sagt:

    ich schwanke zwischen 1 und 2…. besser/schöner wäre ja wirklich variante 2, bloss: man hat ja doch nie die garantie! was habe ich mich bswp. letzte woche geärgert, als – ausgerechnet! – icebreaker bei diesem greenpeace-bericht so schlecht weg kam!

    ich fühle mich als konsument manchmal schon etwas verarscht und mir vergeht je längers je mehr die lust, „grün“ zu sein und möglichst auf umweltgerechte, faire produkte zu setzten…

  • Philipp Rittermann sagt:

    ja. aber wir alle wissen das doch. wen interessiert es hier schon, wenn das marken-t-shirt für chf 15.00 aus indischer kinderarbeit kommt!? das ist heuchlerisch. wir alle wollen billig und stecken den kopf in den sand. gerade die sportler, wie immer die neueste funktionskleidung zum besten preise wollen sollten sich dieses umstandes bewusst sein.

    • Heinz sagt:

      ganz richtig, die schuldigen sind am schluss die konsumenten die das beste produkt zum billigsten preis suchen. die produktionsfirmen wollen einfach so viel profit wie moeglich machen, sehr oft mit zweifelhaften methoden. das ist natuerlich nicht in ordnung aber seien wir doch nicht so naiv zu glauben, dass das die aktionaere kuemmert.
      ich wohne in den usa und da wird praktisch nur noch billiger schrott aus billig lohn laendern konsumiert. nach ein paar monaten wirft man es weg und kauft wieder neuen schrott. in der schweiz sind wir nicht mehr weit von dieser konsumweise entfernt. also liebe konsumenten hoert auf mit dem heuchlerischen getue, es ist an euch dies zu aendern. klopft den anbietern mal tuechtig auf die finger und interessiert euch etwas mehr wie und wo die dinge hergestellt werden statt nur auf den preis zu schauen.

      • Lehrzeit sagt:

        In USA wurde schon vor 15 Jahren fast nur billiger Schrott konsumiert. Damals war das hier noch nicht so, aber mittlerweile ist dieser Lebensstil voll bei uns angekommen!
        Ich kaufe normalerweise auch Patagonia, verzichte bei andern Kleidern auf Billigstware, schaue jeweils auf die Etikette und ziehe das Produkt vor, das irgendwo in Europa angefertigt wurde.

        Es sollte selbstverständlich sein, dass Textilanbieter im Laden Information über die Bedingungen der Arbeitskräfte in den Zulieferbetrieben auflegen. Verifizierbare Angaben!

    • Roland K. Moser sagt:

      Sehe ich auch so.

    • Ali Ferkous sagt:

      So ist es ja eben nicht, PR. Wir zahlen ein Schweinegeld für diese Jacken – aber wie für alle anderen Markenprodukte – geht der grösste Teil von dem, was nicht vom Handel abgeschöpft wird, für Marketing drauf. Und weshalb braucht es soviel Marketing? Damit wir uns alle wie Everest-Bezwinger fühlen können, wenn wir eine Mammut-Extreme-Jacke auf der Rigi spazieren führen.

  • Sabrina sagt:

    Schlecht recherchiert? Umso mehr High-Tech in den Textilien umso weniger wird sie in Länder wie in China hergestellt. Im Gegensatz zu den Billigprodukten der Textilbranche. Es werden sogar Outdoor-Jacken in der Schweiz hergestellt (die Billigherstellung hat man natürlich in die Billiglohnländer ausgelagert) und diese sind nicht günstig aber von hoher Qualität. Das Knowhow wird in der Schweiz behalten und nicht ins Ausland exportiert (die wissen schon warum…).

    • Hanspeter Lechner sagt:

      Liebe Sabrina

      Die Billigst-Produkte der Texitibranche werden schon lange nicht mehr in China hergestellt … – das war einmal, vor gut vier Jahren. – Diese Karawane ist weitergezogen: wirklich billiger Schrott wird heute in Bangladesh, in Afghanistan oder in Indien produziert, zum Teil immer noch unter sehr prekären Bedingungen: missliche Arbeitsverhältnisse, Kinderarbeit, Ausbeutung der Näherinnen … – um nur Einiges an Problemen zu nennen!

      Freundlicher Gruss aus der VR China,
      Hanspeter Lechner.

    • captain kirk sagt:

      Das stimm so leider nicht.

      Mammut: Seile in Sion (CH), Jacken Hosen und Rucksäcke China und Vietnam.
      Haglöfs: Macht keine Angaben. Entwicklung in Schweden.
      North Face: China, Vietnam, Bangladesch, Indien
      Norröna: Entwicklung in Norwegen. Sonst keine Angaben aber mit sicherheit nicht in Norwegen.
      Arcteryx: Entwicklung und die Teure Gore Tex Linie in Kanada. Die günstigeren Sachen in China, Vietnam und Neuseeland

      • Harry Wind sagt:

        @Cpt Kirk … günstigere Sachen in Neuseeland? Da lachen ja die Pinguine! Ich habe mir dort für gutes Geld einen Snowgum-Rucksack gekauft, von dem ich später merkte, dass er in China hergestellt wurde. Auch die dort übliche kompostierbare Sportbekleidung (Ein Trend der uns wohl auch noch blühen wird) ist teuer und wird oft importiert aus Billiglohnländern. Viele Landschaften in NZ gleichen denen in der Schweiz, darunter auch die Preislandschaft ;-)

      • Paul Mircher sagt:

        Capitan Kirk, stimmt so leider auch nicht.

        Mammut Produziert viel in Europa, meine Ultimate Pro Softshell war aus Rumänien.

        Arcteryx Produziert auch hochwertiga Jacken in China, vielleicht nicht alle, aber ein Teil garantiert.
        (Produktionsländer: Kanada, USA, China, El Salvador, Italy, Philippines, Taiwan, Thailand, Bangladesh und Vietnam.)

        Haglöfs Produziert in China, Türkei, Vietnam, Estland, Portugal, Rumänien, Schweden

        Norrona Produziert in China, Vietnam und Estland.

        An diese Infos kommt man ganz leicht und in jedem Kleidungsstück kann man es auch nachschauen.
        Jede Firma macht Angaben wo Produziert wird.

        • captain kirk sagt:

          @ Harry Wind und Paul Mircher

          Ich besitze diverse Arcteryx Produkte. In keinem steht Neuseeland drinnen. Diese Angabe habe ich von deren Homepage. In meinen Produkten steht entweder Kanada oder China. Bei allen teuren Gore-Tex Produkten (Jacken, Hosen) den Rucksäcken und dem Klettermaterial steht Kanada. Bei Hosen, T-Shirts aus Baumwolle welche ich habe steht China.

          Ich habe auch noch eine alte Mammut Extrem von 2002 oder so. Ein spitzen Jacke. Dort steht Rumänien drinnen.
          Wie es aktuell ausschaut, weis ich nicht. Ich kaufe nichts mehr von Mammut ausser deren Seile, da ich in letzter Zeit sehr oft enttäuscht war von der Qualität.
          Die Infos welche ich hingeschrieben habe, stammen daher aus dem Netz.

          Mir ging es lediglich darum aufzuzeigen, dass die Produktion der Grossen Firmen sehr oft nicht in deren Heimatland sondern in Fernost geschieht. Die Entwicklung hingegen schon.Arcteryx hat einen Teil seiner Produktion in den letzten Jahren von Fernost zurück nach Kanda gehohlt. Die Theta Jacken z.b. waren eine Zeit lang Made in China.

  • Ich kaufe grundsätzlich nur Patagonia, weil ich davon ausgehe, dass die Versprechen eingehalten werden. Allerdings weiss ich nicht, ob Patagonia sich auch für vernünfige Löhne einsetzt.
    Vor ca. 2 Jahren habe ich im Coop eine 50 % runtergesetzte Jacke gekauft für Fr. 50.–. Das Material ist atmungsaktiv und die Jacke hat auch noch einen herausnehmbaren Faserpelz. Marke Icepeak. Das Teil ist gut und das Klima drinnen 1a und soweit ich es als Nicht-Fachmann beurteilen kann, sehr gut verarbeitet. Wo die Jacke hergestellt wurde, steht nirgends :-) Ich habe es zumindest nicht gefunden.
    Ich frage mich schon, wie das geht, Ich vermute, dass es 2 bis 3 Stunden dauert, solch eine Jacke zu nähen, mit dem Faserpelz wohl noch mehr. Der reguläre Preis liegt bei ca. Fr. 120.–. Ich habe mich dannzumals schon gefragt, wieviel oder wie wenig die Näherinnen wohl verdienen. Der Preis dürfte auch so niedrig sein, weil es sich nicht um eine bekannte Marke handelt. Das ist bei einem Kauf auch zu beachten.

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