Den ganzen Tag sitzen ist lebensgefährlich

Grosses Gesundheitsrisiko: Arbeiter im Büro im Film «Alles Routine». (Bild: Fox)

Grosses Gesundheitsrisiko: Ein Angestellter (David Herman) sitzt im Büro. Szene aus dem Film «Alles Routine». (Bild: Fox)

Arbeiten Sie im Büro und treiben nach Feierabend regelmässig Sport? Dann gibt es für Sie eine schlechte Nachricht: Sie leben wahrscheinlich nicht länger als z. B. ein Mechaniker, der keinen Sport treibt. Oder anders gefragt: Schauen Sie gerne TV, rauchen aber nicht? Dann sterben Sie vermutlich früher als wenn Sie pro Tag bis zu zehn Zigaretten rauchen, aber nie vor der Glotze hocken würden. Und Sie ahnen es schon: Die tiefste Lebenserwartung haben Menschen, die viel im Büro arbeiten, am Abend viel fernsehen und viel rauchen. Da hilft es auch nichts, wenn sie täglich eine Stunde sportlich aktiv sind.

Wie schädlich ist Sitzen?

Das Journal «Diabetologia» veröffentlichte vorige Woche die Resultate einer Metastudie des Forschungsteams um Dr. Emma Wilmot. Sie verglichen und analysierten 18 Studien, die unabhängig voneinander durchgeführt und bei denen insgesamt 794’577 Personen befragt und untersucht wurden. Im Zentrum stand die Frage, welche Gefahren das Sitzen für die Gesundheit birgt.

Im Schnitt gaben die Teilnehmer an, 50 bis 70 Prozent des Tages im Sitzen zu verbringen. Die Forscher verglichen die Sitzdauer mit der Gesundheit und fanden heraus: Jene, die am längsten sitzen, erhöhen ihr Risiko, an Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken deutlich. Das Risiko für einen frühen Tod steigt um 49 Prozent.

Sport könne das Sitzen nicht ausgleichen

Studienleiterin Dr. Emma Wilmot sagt: «Leute, die im Büro arbeiten, reduzieren ihr Risiko auch dann nicht, wenn sie sich wie empfohlen täglich 30 Minuten bewegen.» Zwar werde ein Sportler bessere Gesundheitswerte haben als sein Kollege, der nach dem Büro nach Hause fährt und fernsieht. Ein Kellner, der den ganzen Tag auf den Beinen sei, habe verglichen damit jedoch ein viel geringeres Gesundheitsrisiko.

Viele würden sich selbst einreden, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, weil sie täglich 30 Minuten Sport machen. «Aber sie müssen an die restlichen 23,5 Stunden des Tages denken.» Immerhin fügt Wilmot an, es sei zwar nicht ganz umsonst, wenn man sich nach der Arbeit aufraffe, eine Stunde zu joggen, aber ausgleichen könne das die schädlichen Auswirkungen des langen Sitzens nicht.

Sitzen ist also Gift für die Gesundheit. Diabetes sei die häufigste Folge. Weshalb das so ist und ab wie vielen Stunden die Folgerisiken auftreten, konnten sie noch nicht wissenschaftlich belegen. Man wisse bisher einzig, dass sich das lange Verharren in der ungesunden Sitzhaltung negativ auf die Glukosewerte auswirke und die Insulinresistenz erhöhen könne.

Um die Stunden im Sitzen zu reduzieren, geben die Forscher folgende Tipps:

–    Zwischendurch im Stehen arbeiten
–    Meetings im Stehen abhalten (Stehung statt Sitzung)
–    Während der Mittagspause herumspazieren
–    Die Zeit am Abend vor dem TV reduzieren

Ganz verteufeln wollen die Wissenschaftler den Sport dann aber doch nicht: Sport sei eine grossartige Möglichkeit, ein gesundes Gewicht zu halten. Und das sei wiederum die beste Möglichkeit, das Risiko von Typ-2-Diabetes zu minimieren.

Nun, was halten wir von dieser Studie? Bereits vor einem Jahr kamen australische Forscher zu einem ähnlichen Resultat. Sie hatten zudem herausgefunden, dass jede Stunde, die man vor dem Fernseher sitzt, die Lebenserwartung um 21,8 Minuten verkürzt. Gerne hätte ich gewusst, ob die Studienteilnehmer auch gefragt wurden, welche Sendungen sie sich im Fernsehen anschauen. Macht es für den Herz-Kreislauf einen Unterschied, ob man Gruselfilme schaut oder Rosamunde Pilcher? Welche Auswirkungen haben Hypochonder züchtende Sendungen wie «Puls» auf die Gesundheit?

Und erinnern wir uns an vergangene Woche, als durch die Medien ging, Pommes frites essen in der Schwangerschaft sei genau so schädlich wie Rauchen. «Würde das stimmen, gäbe es längst keinen einzigen Belgier mehr», kommentierte mein unsportlicher, vielrauchender Bürokollege. Erforscht ist übrigens auch schon, dass eine Zigarette die Lebenserwartung um 11 Minuten verkürzt – offenbar halb so viel wie eine Stunde vor dem TV sitzen. Können Sie das glauben?

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88 Kommentare zu «Den ganzen Tag sitzen ist lebensgefährlich»

  • Stefan Steinfeld sagt:

    Eine Stunde fernsehen kostet 21.8 Minuten und eine Zigarette 11 Minuten Lebenserwartung… Um eine solche Aussage zu machen, haette eine repraesentative Gruppe von Leuten ihr Leben einmal so und einmal anders leben muessen… Dabei haetten die Leute von frueher Kindheit an bis zum Tod jede Stunde vor dem Fernseher und/oder jede Zigarette aufschreiben muessen und zwei identische Leben leben muessen… Schwachsinn.

  • Was die Zuckerverarbeitung wegen zu vielem sitzen kann ich nachvollziehen. Jedoch das grösste gift für den körper ist: wenn man fernseht und zugleich zuckerhaltiger junk food isst.
    Versucht wenigstens, wenn ihr fernsieht, käse, früchte, hüttenkäse oder quark zu essen. Keine zucker joghurts!

  • hallo mitenand

    viel sitzen ist bestimmt nicht gefährlich… wenn man sich richtig verhält.
    wer viel sitzt sollte am tag nur zweimal essen, das genügt vollkommen. zuviel essen verstopft eh die leitungen.
    die psyhche soll den körper ernähren.

    jeder soll das tun und lassen, was ihm gut tut. wenn er sich wohl fühlt macht er es richtig…

    gruss von
    raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

  • Blanche Wu sagt:

    Leben an sich ist lebensgefährlich und irgendwann kommt für jeden der Tod. Akzeptiert das mal endlich. Ob jetzt mit 30ig, 50ig oder mit 100 Jahren. Man lebt nicht ewig. Krallt euch nicht so verbissen am Leben fest.
    Sonderbarerweise wären in diesem Moment Religionen extrem beruhigend, da für viele danach das Leben weitergeht und nicht nur auf 100 Jahre begrenzt ist. Und auch wenn? Wo ist das Problem. Eine Katze lebt auch nicht ewig und ihr ist es glaube ich völlig egal. Sie lebt einfach und geht, wenn sie gehen muss. So ist es auch bei uns.

    • Luise sagt:

      Es geht nicht darum, ewig zu leben sondern darum, möglichst gesund zu sterben.

    • robin k. sagt:

      Dem stimme ich zu! Wo soll das hinführen wenn jeder 100 wird? Die Resourcen werden sicherlich nicht mehr dadurch;) Es ist nun mal so das unsere Biologische bestimmung die Fortpflanzung ist und danach müssen wir gehen um Platz für neues Leben zu schaffen. Die Betonung liegt hier auch ganz klar auf „Platz“, der ist ja jetzt schon knapp.

  • Sabrina sagt:

    Also langes Sitzen soll ungesund sein, langes Stehen ist ebenfalls ungesund. Dann bleibt nur noch das Liegen. Also im Büro und Schule, die Füsse auf dem Schreibtisch und die Stuhlehne runterlassen. So einfach…

  • Daniel Wigger sagt:

    Ich zweifle die Studien überhaupt nicht an. Aber man muss sehen, wie sie zustande kommen: Man fragt eine bestimmte Anzahl Menschen einer Population wie viel sie stehen, sitzen und TV schauen, dann vergleicht man es mit dem erreichten Lebensalter.

    Dann kommen natürlich genau diese Ergebnisse heraus: Leute die viel sitzen und sich wenig bewegen und viel vor dem TV Chips und Pop Corn essen leben weniger lang. Dann wird das auf die Minute Sitzen/TV-schauen herunter gerechnet und das ergibt dann das Schlussresultat.

    Dabei wird nicht einkalkuliert, das Leute, die eh schon viel sitzen, weniger Sport machen, also z.B. auch während den 30 Minuten Bewegung eher weniger akiv sind (Spazieren anstatt Joggen z.B.). Oder dass Leute mit Übergewicht gerne ein bisschen länger sitzen weil sie beim Stehen bald Schmerzen kriegen.

    Es ist eine der typischen monokausalen Studien (ich weiss, Metastudien), die Ursache und Wirkung (teilweise) verwechseln.

    Die Studien vergleichen auch nicht andere Populationen, z.B. unsere Vorfahren oder Völker aus der 3. Welt. Deshalb sagt sie auch nichts darüber aus, wie lange wohl diese Populationen leben würden, wenn sie den gleichen Lebensstandard hätten.

    Wir können uns getrost darüber einigen, dass massvoller Lebenswandel, mit verschiedenen Tätigkeiten und Ausgleichsbeschäftigungen, gepaart mit Idealgewicht wohl die höchste Lebenserwartung ergibt. Ausreisser gibt es überall nach oben wie nach unten. Der gesunde Menschenverstand erhöht die Lebensdauer um X Jahre!

    Bliibed Gsund
    Daniel Wigger

  • Wise Guy sagt:

    Das Leben ist lebensgefährlich!

  • Luise sagt:

    Es ist vermutlich schon so: Zuviel Sitzen kann man irgendwann nicht mehr durch Sport kompensieren. Ich glaube aber, wenn man täglich noch 30 Min. zu Fuss geht, Treppe statt Lift nimmt und sich dazu mehrmals pro Woche und am Wochenende intensiv bewegt, relativiert dies die Sitzerei. Und man kann ja auch z. B. stehend telefonieren. Aber wie die anderen Kommentare bestätigen: Sitzen schadet nicht alleine. Was ist mit den Frites am Mittag? Dem Rauchen, dem Alkohol, dem Mangel an frischer Luft etc. ??? Aber die meisten hier plädieren ja für TV, Alk und Rauch – was ich massvoll auch mag.

  • herr meier sagt:

    wieviel diese studie wert ist sieht man an dieser aussage: “jede Stunde, die man vor dem Fernseher sitzt, die Lebenserwartung um 21,8 Minuten verkürzt.”
    erklären müsste man dann nur noch, warum unsere lebenserwartung stetig steigt, obwohl wir exponentiell mehr fernsehen als früher und wir hundertmal mehr im büro hocken als noch unsere grossväter.

  • Jeanne sagt:

    Ja was denn nun? Die Lebenserwartung steigt, wir waren noch nie so gut genährt und medizinisch versorgt und leben dank Hygiene auch keimfreier. Und jetzt sterben wir an mangelnder Bewegung wieder früher? Interessantes Spiel : wieviele Sekunden oder gar Minuten sterbe ich früher, wenn ich mich ob solcher Studien zwei Minuten nerve?

  • Patrick Lenhart sagt:

    Ich habe gerade eine Rehnung gemacht bei der ich nur das sitzten seit 1976 (Mein 1. Schuljahr eingerechnet habe) ich habe jeden Tag 9 Stunden genommen und diesen Wert hochgerechnet. Demnach habe ich mein leben um 4.77 Jahre nur durch sitzen verkürzt, da ich aber noch starker Raucher bin und ansonsten ungesund lebe kann es sein das ich ja nur noch 60 werde. ICh glaube da nicht wirklich daran :)

  • Lea Giger sagt:

    Habe gerade die Meta-Studie überflogen und mir sind zwei Dinge aufgefallen. 1. Geht es in der Studie NUR um Kranke und Tote durch Diabetes und Herzkreislauf Krankheiten. Andere Risiken (Unfall, Infektion, Abnutzung), denen stehend/gehend Arbeitende vermehrt ausgesetzt sind werden ausgeblendet. 2. Wäre es auch möglich, dass nicht sitzen krank macht, sondern Krank sein stehen erschwert. Ich bin überzeugt, dass viele unfite, übergewichtige (erhöhtes Diabetes und Herzkreislauf Risiko) eine sitzende Arbeit bevorzugen, weil stehende nicht möglich oder zu anstrengend sind.

  • Walter Schmid sagt:

    Und wie schädlich sind Studien, die den Menschen alle paar Jahre etwas Anderes vorgaukeln? Nach dieser Studie wäre auch ich schon lange wiedergebohren… Oder bin ich das schon und habs nicht gemerkt?

  • Doron sagt:

    Ich bin ein experimenteller Biologe. Und so denken Experimentalwissenschaftler: hmm, interessante These; ok, lasst uns ein Experiment durchführen, und dann können wir sehen, ob wir die These, falls gut formuliert, geeignet falsifizieren können. GAR NICHTS ANDERES ist relevant! Ich habe also wieder mal nicht die Daten gesehen (und es ist ja auch eine Metauntersuchung, da werden wir gar keine Rohdaten finden), aber ich kann schon mal mit recht grosser Sicherheit annehmen, dass in keiner der ursprünglichen Berichte eine genügende Anzahl randomisierten Probanden (sagen wir mal, 10’000 + 10’000), über dreissig Jahre gezwungen wurden zu sitzen, bzw. gezwungen wurden, sich zu bewegen. Man hat also a posteriori gefragt? Und was können wir als Aussagen erwarten? Wer-mehr-sitzt-wird-mehr-krank? Na und? WEIL sie mehr sitzen?? Oder werden einfach faule Leute öfter krank? Weil sie nicht so fit sind, setzen sie sich lieber? Wer eh nicht mehr lang zu leben hat, verbringt das Leben dann doch lieber auf dem Hintern, statt hysterisch herumzurennen?
    Leider, Leute, kann man aus Korrelationen sozusagen nichts Nützliches schliessen. Du kannst jedenfalls niemals schliessen, dass du gesünder würdest, wenn du den Bürostuhl aus dem Fenster werfen würdest. Sorry.

  • Werner sagt:

    Die Lösung heisst Stehpult. Einfach kaufen und ins Büro stellen!

    • Robert sagt:

      Ach was: Man sitzt die Zeit im Büro besser auf einer Backe ab – das verdoppelt die Lebenserwartung (wovon allerdings ein Teil wieder beim Chiroprakordingsda investiert werden muss).

      Das hab ICH mir jetzt eben grad ausstudiert ☺

  • Coccinelle sagt:

    Wir können natürlich unser Leben in Quarantäne verbringen, nicht rauchen, Alkohol trinken oder Fast-Food Essen, nicht fernsehen, am Computer sitzen, nur Vitaminreiche Nahrung essen, uns den ganzen Tag zwangsmässig bewegen und 150 Jahre alt werden. Nur: Wofür leben wir dann überhaupt? Ich sterbe gerne schon mit 50 und weiss: ich habe gelebt und ich hatte Spass.

  • hans nötig sagt:

    Interessant.. die Menschen in der sogenannten „1. Welt“ sitzen bekanntlich immer mehr, in den letzten 50 Jahren hat der Dienstleistungssektor prozentual mit Abstand am meisten zugelegt. Und trotzdem stieg das durchschnittliche Alter eines Menschen massiv an.

    Ich weiss, medizinische Fortschritte und so. Nur, erst seit heute wissen wir wie gross die überhaupt waren: Wir haben das trotz dem sitzen hingekriegt! Fällt mir ein, früher gabs ja diese Step-Aerobic Sendungen, vielleicht liegts ja auch an denen?

    Mann muss den Blog hier einfach lieben, vor allem wenn man grenzdebile „Studien“ mag ;)

  • Cybot sagt:

    Im Stehen arbeiten – schöne Idee, nur leider bekommt man in vielen Firmen erst ein Stehpult (wenn überhaupt), wenn man ein ärztliches Zeugnis vorweisen kann, also wenn die Probleme schon da sind. Für den Durchschnittsbürogummi bleibt daher kaum eine Alternative zum Sport am Abend. Ich bin schon froh, wenn ich es mehr als einmal pro Woche schaffe, man hat ja auch noch anderes zu tun.

  • Max Fischer sagt:

    Beim TV-Konsum in Europa resp. USA müsste unsere Lebenserwartung um Jahrzehnte tiefer sein als diese Metastudie vorgaukelt. Also wie geht das?

  • Pia sagt:

    …wo ist der Unterschied bei einer Person, die abends vor dem Fernseher liegt und schläft, und bei einer anderen Person die abends im Bett liegt und schläft. Wie mag das wohl das Gesundheitsrisiko sein.

  • Schenk Walter sagt:

    Danke, zur Kenntnis genommen, werde mich nicht mehr setzen, warte auf Ihren Forschungsbericht, wie man das Sterben überhaupt verhindert.

  • Daniela sagt:

    Diese Metastudie ist der grösste Blödsinn. Wenn jede Stunde, die man vor dem Fernseher sitzt, die Lebenserwartung um 21,8 Minuten verkürzen würde, wäre die Lebenserwartung um viele Jahre tiefer. Es ist mir schleierhaft, wie „Wissenschaftler“ zu solch absurden Aussagen kommen

    • Andreas sagt:

      Wieviel schauen denn Sie fern, dass sie auf Jahre kommen?
      Herr Meier hats ihnen oben vorgerechnet: Die Verkürzung ist wirklich nicht der Rede wert!
      Trotzdem schadet es nicht, sich körperlich mehr zu betätigen…

  • peter Meier sagt:

    also wenn ich 2 Stunden pro tag an 300 Tagen 40 jahre lang Fernsehen schaue (24000 stunden), lebe ich 8000 Stunden weniger. Das ist weniger als ein Jahr. Also nicht der Rede wert.
    Für mich heisst das eher, Fernsehen spielt kaum eine Rolle. Oder was will man uns damit eigentlich sagen ….

  • urs mee sagt:

    Bitte bedenkt: Das Leben ist eine tödliche Geschlechtskrankheit. Ob im Sitzen oder Liegen, sterben lässt sich nicht vermeiden.

  • Andreas sagt:

    Man mag solche Studien gerne hinterfragen und ins Lächerliche ziehen, um von sich abzulenken. Das Interessante an dieser Studie ist, dass über ein Dutzend bestehende Studien miteinander vergliechen und ausgewertet wurden. In solchen Studien geht es ja immer um Durchschnittszahlen, die Tendenzen anzeigen. Dabei geht es nicht darum, ob die Zahlen wahr oder falsch sind, sondern vielmehr, wie wir die Zahlen interpretieren!
    Es ist tatsächlich neu und interessant, dass die schädlichen Auswirkungen von langem Sitzen am Arbeitsplatz nicht mit etwas Sport zum Ausgleich wettgemacht werden können. Allerdings hab ich erst kürzlich in einer Studie gelesen, dass Menschen, die täglich 30 min Sport treiben einen tieferen Blutzuckerspiegel haben, als solche ohne Sport. Ist das nun ein Widerspruch oder sind die Ursachen von Typ 2 Diabetes komplexer als bisher gedacht?
    Letztlich deckt diese Studie aber nur ein weiteres Puzzleteil mehr von dem Bild auf, das wir bereits erahnen: Zuviele Menschen leben einen ungesunden Lebensstil und die Gesundheitskosten für die vermeidbaren Zivilisationskrankheiten explodieren!

    Im Einzelfall gibts natürlich immer Menschen, die sehr „gesund“ gelebt haben und trotzdem früh erkranken oder sterben und andere, die ihr ganzes Leben rauchen und saufen und TV schauen und vor dem PC News lesen und Kommentare schreiben und trotzdem lange leben. Ist doch gemein – oder? Deshalb merke: Das Leben ist potenziell lebensgefährlich! Deshalb gib acht darauf und geniesse es!

  • Lina More sagt:

    Der Satz über den Kellner ist in meinen Augen unlogisch. „Ein Kellner, der den ganzen Tag auf den Beinen sei, habe verglichen damit jedoch ein viel geringeres Gesundheitsrisiko.“ Und überhaupt sträuben sich mir die Haare beim Wort „Gesundheitsrisiko“.

    • Elisabeth sagt:

      Und hat der Kellner nicht vielleicht eher Krampfadern? Oder ein höheres Risiko, über Tischbeine zu stolpern?? Den Daumen in der Suppe zu verbrennen??? Man kläre mich auf, bitte…

  • Jan sagt:

    Ich habe jetzt den Artikel sitzend gelesen. Hätte ich den lieber stehend lesen sollen? So ein Quatsch…

  • Benedikt Merker sagt:

    Wenn ich täglich drei Stunden sitze und drei Zigaretten rauche werde ich bei achtzig Jahren Basisalter schon mit 87 sterben. Ist das richtig gerechnet?

  • markus probst sagt:

    mich nähme wunder, wer solche studien bezahlt und wo der sinn darin liegen soll. eins weiss ich bestimmt, und dafür brauch ich keine studien und keine wissenschaftler: leben ist lebensgefährlich und endet unwiderruflich mit dem tod, egal was man macht oder nicht macht.

  • Stefan H. Schmid sagt:

    Ich habs mal ausgerechnet: wenn ich alle Lebensgewohnheiten mit x-Minuten Lebenszeitverkürzung addiere und multipliziere, die mir in den vergangenen Jahren angeboten wurden, wäre ich ca. 5 Jahre vor meiner Geburt gestorben. Doch ich habe es bei guter Gesundheit jetzt bis 58 geschafft. Wobei ja „gute Gesundheit“ heute als „noch nicht diagnostizierte Krankheit“ definiert wird. Der Arzt hat einfach noch zu ungenau hingeschaut.

  • lionell sagt:

    Wieder einmal eine tolle Studie! Aber leider total falsch: Jede Stunde – egal ob vor dem TV oder beim Rennen – verkürzt das Leben um genau eine Stunde. Doch das wäre den Forschern natürlich zu einfach.

    • Gina sagt:

      Der gefällt mir. Darauf muss man erst mal kommen, oder :-))

    • Cybot sagt:

      Witzig – aber leider trotzdem falsch. Das Leben geht von Geburt bis Tod, und diese Zeitspanne ändert sich nicht. Das Leben wird nicht kürzer, nur die Menge, die davon noch übrig ist.

      • Roland K. Moser sagt:

        Sie können es aber herausfordern, dass es vorher endet, als es eigentlich sollte. Jedesmal wenn es einen Base-Jumper zerplatzt, ist es so. z.B.

      • Otto Liebschitz sagt:

        Manches Leben geht auch vom Einschenken bis zum Leertrinken.

  • Erwin Schrödinger sagt:

    Auf welcher Grundlage sind denn die 11 Minuten weniger Lebenserwartung pro Zigarette ausgerechnet? Wissen und prüfen ist besser als einfach glauben. Wissenschaft weiss, sonst würde sie Glaubenschaft genannt. Solange ich die Versuchsanordung nicht kenne, muss ich skeptisch bleiben. (kann man auch offline lassen, meinen Kommentar.)

    • Christoph Bögli sagt:

      Es gibt dabei keine Versuchsanordnungen. Natürlich nicht, dafür bräuchte im Prinzip lebenslange Menschenversuche unter kontrollierten Bedingungen. Was also normalerweise gemacht wird ist das Sammeln statistischer Daten basierend auf Befragungen, Untersuchungen und sonstigen Informationen wie halt etwa der Lebensdauer. Füllt man diese Variablen anschliessend in ein komplexes statistisches Modell dann lässt sich errechnen, zwischen welchen Faktoren eine Korrelation besteht und wieviel ein einzelner Faktor beiträgt, also um wieviel z.B. „Rauchen“ die durchschnittliche Lebenserwartung reduziert. Problem: Das sagt nichts über Kausalitäten aus, hängt vom Modell und dessen Annahmen ab, und verkommt spätestens wenn man Resultate auf einzelne TV-Stunden oder Zigaretten herunter rechnet zu einer reinen Spielerei. Wobei es hier nochmals eine Stufe höher ist, eine Meta-Studie analysiert lediglich bestehende Studien und führt diese zu einer Art Gesamtresultat zusammen..

      • Erwin Schrödinger sagt:

        Schrödingers Katze dankt Herrn Bögli für die kompetenten und klärenden Worte.

        • Philipp Rittermann sagt:

          ich denke ich kann dem exkurs herrn böglis folgen und finde dessen inhalt auch noch richtig; a-ber -> ich bewundere den iq ihrer katze, herr schrödinger, wirklich! :)

        • Lea Giger sagt:

          Und ich hielt Ihre Katze schon für halb tot, weil ich sie nicht mehr gesehen habe.

          • erwin schrödinger sagt:

            Ja, da sie eine Quantenkatze ist, war sie nie tot und nie lebendig. Ausser in meiner tierfeindlichen Hypothesen, die zum grossen Glück des Tieres nur Gedankenexperimente ist.

            Grüsse aus dem Jenseits

            Erwin Schrödinger

            P.S.: Apropos Katze: „Alice im Wunderland “ lohnt sich wieder einmal zu lesen.

          • Erwin Schrödinger sagt:

            Oh Entschuldigung: Heisst natürlich SIND. Selbst im Jenseits lege ich grossen Wert auf korrekte Verben.

          • Roland K. Moser sagt:

            Ich habe Alice im Wunderland nie gelesen. Aber geht es dort nicht um Schamanische Reisli und so?

          • Philipp Rittermann sagt:

            herr schrödinger. sie und ihre katze machen mir angst….

  • Sabrina sagt:

    Sehr interessante Studie, welche den meisten anderen Studien widerspricht. Jetzt kann man die Empfehlungen der Gesundheitsaspostel in den Papierkrob werfen ;-) Ich schaue liegend auf dem Sofa fern, ist dies genauso schädlich wie wenn ich sitze?

    • Philipp Rittermann sagt:

      mache ich auch so und habe bisher ausser entspannung keine schädlichen nebenwirkungen bemerkt….! :)

    • hobbyläuferin sagt:

      Gute Frage…

      Das würde mich jetzt wirklich interessieren…
      Es steht ja was von ungesunder Haltung beim Sitzen, die hat man beim Liegen nicht.

      • Philipp Rittermann sagt:

        das ist nicht ganz richtig – durch falsches liegen kann man sich den rücken, vor allem im kreuz- und lumbalbereich, ganz schön versauen, auf dauer.

  • Philipp Rittermann sagt:

    das ist schon so. es wird aber je nach (büro)-tätigkeit schwierig, sich ausreichend zu bewegen. ich empfehle personen mit 100% büro-tätigkeit:
    – mindestens 1l mineral trinken pro tag
    – flexible sitzpositione und ergonomischen bürostuhl
    – abstand zum monitor = 1 armlänge – blick geradeaus gerichtet = augenhöhe oberkant monitor.
    – hin und wieder aufstehen und rumlaufen.
    – daneben etwas sport zum ausgleich – wichtig – je stabiler die (rücken)-muskulatur, desto weniger probleme nach der pc-arbeit.

    und ganz ehrlich: solange ich mich wohlfühe und körperlich bei adäquater lebensweise keine probleme habe, ist es mir vollkommen schnurz – und/ob und um wieviel zigis und tv-schauen meine leben verkürzen sollen. und nochmals – „wer anstand hat, stirbt früh!“

    • Charlie B. sagt:

      Das mit der Rückenmuskulatur finde ich einen guten Punkt. Seit ich regelmässig Übungen für meinen Rücken mache könnte ich tagelang im Sitzen verbringen. Man fühlt sich einfach wohler mit einer guten Rückenmuskulatur.

  • urs bilger sagt:

    bin erstaunt, dass ich noch lebe. knapp 30 jahre im büro gearbeitet, rauche und saufe viel und was in meinem leben niemals ein thema war; sport und gesunde ernährung. vielleicht bin ich ja schon tot, hab’s nur nicht gemerkt ;-)

  • Es wäre sicher besser, weniger zu sitzen und die oben genannte Durchschläge durchzuführen. Ob Sitzen allerdings tatsächlich so schlimm ist? Wir wissen nichts über die Personen, welche an der Studie teilgenommen haben. Ich sehe eher dort ein Problem. Menschen welche viel Fernsehen, leben auch sonst ungesund z.B.

    • Roland Stettler sagt:

      Aber, aber, lieber Namensvetter! Schon mein alter Lehrer hat mit dem Fernsehen den Untergang des Abendlandes verbunden. Mit 55 Jahren ist er auf den Friedhof umgezogen, während ich ihn jetzt (trotz beachtlichen Fernseh-Konsums) doch schon um satte 5 Jahre übertroffen habe. Mit dem Fernseh-Konsum gleich auch noch einen bestimmten Lebensstil zu verbinden, erscheint mir doch schon einigermassen gewagt.

      • Roland K. Moser sagt:

        Ich habe nicht geschrieben, dass Fernsehen schlecht ist. Aber es besteht ein Zusammenhang zwischen viel Fernsehen und schlechtem Lebenswandel.

        • Roland K. Moser sagt:

          Oder zu viel Fernsehen halt.

          • K. Strasser sagt:

            R.Moser,Meine Mutter musste nach einem leichten Haushaltunfall meistens im Rollstuhl sitzen,war damals 80 Jahre alt.
            hat bis 90 auch geraucht,wird jetzt 97 und fuehlt sich sehr wohl.apropos Fernsehen Taeglich,seit 1964!!

          • Roland K. Moser sagt:

            K. Strasser: Das gibt es tatsächlich! Es sind aber Ausnahmen. In der Statistik spricht man von Ausreissern. Sie können auch gesund leben (nicht übertrieben gesund) und es bläht sie früh, einfach so.
            Sie können es mit dem auf Gesund machen auch übertreiben, dann spinnen sie ständig und sterben evt. auch früh.
            Die Regel ist aber so, dass wer gesund lebt auch älter wird und vor allem auch gesund älter wird.
            Und das Fernsehen ist nicht schädlich. In der Regel haben Menschen, welche viel Fernsehen auch noch einen ungesunden Lebenswandel. Das ist der Zusammenhang bzw. ich sehe ihn so.

        • Philipp Rittermann sagt:

          es besteht auch ein zusammenhang zwischen viel sport und schlechtem lebenswandel.

    • Roman Rebitz sagt:

      Passieren die meisten Unfälle im sitzen oder stehen ?

      • Otto Liebschitz sagt:

        oder vielleicht beim Sport?

        • Philipp Rittermann sagt:

          1) arbeitsunfälle (produktion, baustellen)
          2) haushaltsunfälle
          3) sportunfälle

          -> siehe dazu auch die suva-statistiken. (obwohl die es nicht schaffen, das einigermassen übersichtlich in einem kuchendiagramm darzustellen….).

          …somit ist „sich zu tode sitzen“ wohl gar nicht so unangenehm und für alle beteiligten vor allem einiges kostengünstiger als unfälle jeglicher art.

      • erich meier sagt:

        Also Autounfälle im Sitzen ;-)

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