«Du willst einfach alles: Erfolg, Alkohol und Sex»

Die amerikanische Goalkeeperin Hope Solo ist schön, jung und nimmt kein Blatt vor den Mund. Vor den Olympischen Spielen plaudert sie locker olympische Sexgeheimnisse aus. (Bild: PD)

Wo werden in den nächsten Wochen die wildesten Partys stattfinden? Glaubt man dem neuen Enthüllungsreport des Magazins «The Body Issue» des amerikanischen Sportsenders ESPN, geht es im olympischen Dorf in London ab sofort zu und her wie in einem Swingerclub. Sex, Alkohol und Goldmedaillen. Das Medical Centre stelle den rund 17’000 Athletinnen und Athleten 100’000 Kondome gratis zur Verfügung.

«Die olympischen Sex-Spiele.» Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt so viele intime Geheimnisse wissen möchte. Meine Güte! Aber der Artikel hat mir aufgezeigt, dass Spitzensportler – entgegen meiner bisherigen, unverdorbenen Annahme – noch ganz andere Sachen treiben als Sport. Wer hätte das gedacht? Dass es ohne Umschweife und auf direktestem Weg zur Sache geht? Als wäre auch das ein Wettkampf?

Spitzensportler sind Extremisten – in jeder Beziehung

Die amerikanische Fussballerin Hope Solo plauderte über ihre bisherigen Olympiaerfahrungen und verriet dem ESPN-Magazin, sie habe Athleten gesehen, «die trieben es einfach im Freien, direkt auf dem Rasen oder zwischen den Gebäuden. Es wird da ganz schön schmutzig.» Spitzensportler seien Extremisten, sagt Solo. «Wenn sie trainieren, sind sie unheimlich fokussiert. Wenn sie für einen Drink ausgehen, sind es 20 Drinks. Olympia ist eine einmalige Erfahrung. Du willst einfach alles: Party, Erfolg und Sex.» Das einzige Problem: Im olympischen Dorf gebe es alles. Wohnungen, Wohnhäuser, Cafés, Coiffeurgeschäfte, Arkaden, Discos und TV-Lounges. Nur eines fehle: Privatsphäre. Die meisten teilen sich ein Zimmer. Wer im Bett ungestört dem Liebesspiel nachgehen möchte, wickle als Zeichen an der Aussentüre eine Socke um die Klinke.

Der ehemalige Schütze Josh Lakatos gab zu Protokoll, damals in Sydney sei unter anderem die gesamte 4×100-Meter-Frauen-Staffel «aus irgendeinem skandinavischen Land» in seinem Haus rein- und rausmarschiert. «Holy crap, am Abend vorher haben wir diese Girls beim Wettkampf laufen gesehen. Ich betrieb ein Bordell im olympischen Dorf. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Ausschweifungen gesehen.» 70 bis 75 Prozent der Athletinnen und Athleten würden sich auf ein erotisches Spielchen einlassen, schätzt Weltrekord-Schwimmer Ryan Lochte, der jetzt in London das dritte Mal bei Olympia dabei ist. «Hey, manchmal muss man eben tun, was zu tun ist.»

«Du triffst Gleichgesinnte … und boom»

«Alle sind jung und gesund, sie trainieren jahrelang mit der Intensität einer Kampftruppe. Im olympischen Dorf bleiben sie unter sich. Neugierige Journalisten und überfürsorgliche Eltern dürfen da nicht rein. Das Prä-Wettkampf-Testosteron ist hoch und viele leiden unter einem Energie-Überschuss, weil sie in dieser Zeit nicht so hart trainieren, wie üblich», erklärt der Enthüllungsreporter im ESPN Magazin.

Doch die Olympioniken können noch mehr bieten als Jugend, Gesundheit und Testosteron. Alle (oder sagen wir: die allermeisten) haben auch noch eine Top-Figur. «Selbst wenn ein Gesicht eine 7 ist, der Körper ist eine 20», sagt Speerwerfer Breaux Greer, dessen IQ hoffentlich eine 20 übersteigt. Und der brasilianische Bogenschütze Jorge Azevedo: «Es ist grundsätzlich schon nicht einfach, jemanden kennenzulernen. Spitzensportler haben es noch schwieriger, sie trainieren den ganzen Tag. Wann sollten sie auch Gelegenheit bekommen, jemanden zu treffen?» Sobald der olympische Wettkampf hinter ihnen liege, falle auch der Druck ab. «Du triffst Gleichgesinnte … und boom.» Wer mit seiner Medaille herumfuchtle, könne im olympischen Dorf alles haben.

Die Kletterer werden dereinst die neuen Schwimmer

Das einzige Zitat, das mich etwas stutzig machte, war jenes von Leichtathletin Alicia Sacramone. Sie sagte: «Die besten Bodys haben die Schwimmer und die Wasserballspieler.» Da möchte ich Frau Sacramone entgegenhalten: Schwimmer-Bodys sind sicher gut und recht. Und kommt einer mit einer Goldmedaille daher, würden wir sicher alle erst kurz darüber nachdenken, bevor wir ihn von der Bettkante stossen. Aber warten wir doch ab, bis Klettern endlich eine olympische Disziplin ist (vielleicht ab 2020). Dann werden die Kletterer die neuen Schwimmer und damit die grossen Abräumer im olympischen Dorf sein. Sie haben keine unproportionale  «V»-Figur wie die Schwimmer, oben breit, unten schmal. Kletterer-Bodys sind einwandfrei, erstklassig, goldig, olympiawürdig. Oder etwa nicht?

Anmerkung: Von Reportern aus den Sport-Ressorts habe ich vernommen, die Partys würden auch ausserhalb des olympischen Dorfs ausschweifen. Dummerweise war mir das im Voraus nicht bewusst, soweit hatte ich ehrlich gesagt noch gar nie gedacht. In meiner Vorstellung waren die Olympioniken Asketen und sowieso zu jung. Darum feiert London ohne mich. Mein Journalisten-Kollege Thomas Renggli (ehemals Steilpass-Blog) wird jedoch vor Ort sein. Und er bloggt täglich: «Rengglis Top Ten». Heute über zehn Paare, deren Beziehung schon mehr als einen olympischen Kondom-Einsatz überdauert hat (bitte hier anklicken).

32 Kommentare zu ««Du willst einfach alles: Erfolg, Alkohol und Sex»»

  • elli sagt:

    Vielleicht gibt es da eine Gruppe die sich da gut und gerne gehen lässt. Aber mal ehrlich… als ob Nationen wie Nordkorea, Marokko, Indien etc sich nicht längst über derartige Zustände beschwert haben! Außerdem sind doch auch viele Minderjährige im Dorf. Und dann solls das auf der Wiese und zwischen den Häusern zur Sache gehen? Frauen und Männer wohnen doch sogar getrennt und das deutsche Team sagt selbst, dass das mit den Kondomen bullshit sei

  • Baba sagt:

    Interessanter Artikel. Die schönsten Körper haben dunkelhäutige 100 m Sprinter! YUM!!

  • ln sagt:

    Sportler arbeiten mit ihrem Körper und die meisten haben dazu ein natürliches Verhältnis von jung an. Das Kapital ist ihr Körper und das sexy Aussehen.

  • Franz Mueller sagt:

    Machen wir uns doch nichts vor: auch wir waren mal jung, oder sind es noch, und hatten/ haben Flausen im Kopf! In jungen Jahren drückt das Testosteron von oben nach unten. Wer es nicht weit nach vorne in einer olympischen Disziplin bringt, hat vielleicht um so mehr Erfolg in nicht olympischen. Als Trainer/Funktionär würde ich den Athleten klar vorher die Leviten lesen! Wer wilde Party feiern möchte, kann das tun- aber nur nach den Einsätzen, und ganz gewiss nicht vorher! Schöne Körper bieten ästhetisch/optisch ein wunderschönes BIld. Das ist das Privileg der ewigen Jugend, die Sport auf höchstem Niveau treibt. Neid kommt sicher bei vielen TV-Kiebitzen auf, wenn Athleten/innen mit perfekt gestählten Bodys, Rekorde erzielen und den „Plämpel“ un den Hals hängen dürfen, wenn die Nationalhymne auf dem Podest erklingt. Mir geht es so, wenn ich dann noch meine Bierwampe betrachte, kriege ich fast eine Depro. Olympiavorrat ist angelegt: Harassenweise Ueli Bier kaltgestellt, Erdnüssli und Chips griffbereit. Hurra, die Grossleinwand-Glotze steht in der guten Stube im dauerbetrieb! Wenn erst noch „tritts im Morgenrock daher“ ertönt und eine Landsfrau/Mann von mir ganz oben steht, wid mir warm ums Herz! Ihnen nicht auch?

  • Erik sagt:

    Ja, sicherlich alles sehr extrem. So wie der Spitzensport eben sein muss. Ob die Körper gesund sind, das bezweifle ich. Und was die Ästhetik angeht, so sind meine Favoriten die Kunstturner. Leider alle ein wenig zu wenig in die Höhe geschossen. Aber was die Proportionen angeht, so sicherlich die ansehnlichsten. Kletterer, hahaha!

  • Der Soloist sagt:

    Irgendwie provoziert die Knecht – als Journalistin – und zitiert u.a. die „Hope Solo“ – mit jedem Recht
    .
    Zum Thema Körper im Speziellen – nicht per se oder so – sage ich sehr gerne hier – wenn auch arg verspätet:
    .
    Mit jener Frau – welche mir vor vielen Jahren – bei einem „OFF-Apero“ sagte – „DU hast schöne HÄNDE“ – zeugte ich zwei KINDER
    .
    NB. Jeder Schweiss hat seinen Preis – ergo – kein Preis – ohne Fleiss
    .
    PS. Ohne Kopulation – keine Population

  • Gekko sagt:

    Ja, männlicher Schweiss hat auf Frauen defintiv eine aphrodisierende Wirkung. Seit ich mit Klettern begonnen habe, hat mein Sexualleben ungeahnte Dimensionen angenommen. Kletterer sind nicht per se ungepflegt und der Körper eines Kletterers spricht meiner Erfahrung nach die meisten Frauen an.

  • Tom Gyger sagt:

    Anhand der Witschaftlichen Situation finde ich es beschämend diesen Zirkus überhaupt abzuhalten. Die Parties der Sportler im Olympia-Sommer-Ferien-Lager passen gut in die Landschaft der parassitären Funtionäre und Politiker die sich allesamt gratis auf unseren Kosten vergnügen.

    • Markus Schöpfer sagt:

      Seien Sie kein Frosch. Sie essen ja auch, obwohl Kinder an Unterernährung sterben. Machen Sie doch mit und kneifen Sie nicht, wenn eine Hobbysportlerin Sie anmacht. Ich erlebe das immer wieder, dass die Hobbysporterlinnen in meiner Sportart einfach gerne auch noch nach dem Training, in Höchstform kommen. Das ist doch ganz normal, und macht uns nur menschlicher…

  • Boahee sagt:

    Was ist an dem Verhalten Teenager like? Gelegenheit macht Diebe. Nicht nur im Sport, nein, auch in allen anderen Lebenssituationen. Die Moralvorstellung der Kritiker ist längst überholt und etwas mehr Offenheit und Toleranz wäre angesagter, finde ich. Mei, die sind Jung, gut drauf, also geniessen was das Zeugs hält.
    Der Body oder das Aussehen spielt dabei eh nur eine untergeordnete Rolle. Wo Alkohol und Testosteron fliesst, da kommt es eh nur auf die Situation und Sympathie an.

  • Reto sagt:

    Die meisten unter diesen 70 – 75% haben eh keinerlei Chance auf eine Medaille, da würde ich mir auch andere Ziele setzen. Für diese Sportlerinnen und Sportler sind die Spiele wie ein riesiges Ferienlager ohne Aufsichtspersonen, darum benehmen sie sich auch wie Teenager. Die Sprinterinnen aus skandinavischen Ländern rennen z.B. nie vorne mit, also geben sie anderweitig Gas. Klar gibt es auch Gewinner, die ihren Sieg auskosten. Aber die müssen aufpassen, denn Sieger stehen im Fokus. Die „Verlierer“ sind dagegen frei.

  • Luise sagt:

    Ich finde den Text jedenfalls lustig und ein bisschen provozierend. Leider können wir Amateursportler nur mutmassen, wie es im Olympiadorf zu geht. Vielleicht werden die vielen Pariser ja sonst gebraucht, z. B. für Luftballons etc. Ob Profisportler wirklich ein wilderes Sexleben haben als andere, wage ich zu bezweifeln. Und falls es so ist, wünsche ich viel Spass. Sie haben es verdient.

  • Benjamin sagt:

    Ganz erhlich Frau Knecht ich weiss nicht was sie an kletterer finden.

    Mir scheint nämlich je besser einer klettert:

    – desto mehr hasst er es ein Deo zu benützen.
    – desto seltener wäschter er mal seine Kleider.
    – desto seltener duscht er

    klar ist das nun sehr allgemein gehalten, aber mind. die Sache mit dem Deo lässt sich nahezu in jedem Klettergarten verifizieren. Aber vielleicht stimmt es ja wirklich das männlicher Schweiss auf Frauen eine aphrodisierende Wirkung hat ??

    • mel sagt:

      definitiv nicht!
      allerdings weiss ich aus eigener erfahrung, dass man beim klettern realtiv rasch & viel schwitzt. vielleicht der angstschweiss? ;-)
      aber man kann sich ja nach dem training duschen, also wo ist das problem?!

      • Mike sagt:

        Ich dachte eigentlich immer, es ist allgemein beim Sport so, dass man schwitzt. Aber ich bin halt auch kein Mediziner, ich hab wohl keine Ahnung. Aber das dachte ich wirklich.

  • Thomas (II) sagt:

    Die besten Bodys haben wohl ganz klar die Gewichtheber (die obersten Gewichtsklassen mal ausgenommen). Wäre das Überkopfdrücken immer noch die dritte olympische Gewichthebedisziplin, hätten sie ideale Körper, so sind sie obenrum meist nicht so gut entwickelt.
    Kletterer und Triathleten sehen ja wohl sowas von ausgehungert aus…

    • dorian sagt:

      einzig richtige Einschätzung hier! Gewichtheber in den mittleren bis höheren (ausser 105+) Gewichtsklassen haben impressive, definierte Muskelformen. Schwimmer sind viel zu schlacksig, Kletterer einfach nur dünn… 100m Sprinter gehören sicher auch zur besseren Athletenklasse in Sachen Muskelproportionen. Aber die Gewichtheber bleiben Nr. 1 in Sachen beeindruckende Körper.

      • isa sagt:

        :) haha, genau so einen Kommentar habe ich gesucht. da kann ich nur zustimmen. wenn wir schon von schönen Körpern sprechen, dann bitte sehr mit etwas knackigem Fleisch am Knochen. Gewichtheben jedenfalls erfüllt dies wunderbar. ^_^

  • Hahn Solo sagt:

    Spitzensportler…. Egomanen…. Verhaltensgestörte….. Charakterlose. Erstaunt mich nicht im geringsten.

    • gabi sagt:

      Pffh…. „Charakterlose“

      :D

      • Luise sagt:

        Ist das Neid, der aus diesen Worten spricht?

        • Hahn Solo sagt:

          @Luise: Ich denke eher, Gabi fühlt sich betroffen, dass widerum Bände spricht. :-)

          • gabi sagt:

            Was spricht´s denn in Ihrer Wahrnehmung genau, bitte?!

            Und eben: ich wart ja schon anderweitig auf die genaue Verbindung des Themas zu „charakterlos“.

            Was ist daran genau „charakterlos“?

            Oder – wenn´s Ihnen schwerfällt: Was zeugt umgekehrt denn genau von „Charakter“?

            Und persönlich würde mich interessieren: Sprechen Sie hier eigentlich für alle Science-Fiction-Figuren oder ist das eher eine persönliche Meinung?

            ;-)

          • Columbo sagt:

            @gabi: Hahn Solo – toent mir weniger nach Science Fiction und mehr nach Gueggel mit Beziehungsproblemen :)

          • gabi sagt:

            Für mich klingt´s dagegen nach einer Märchenfigur von Astrid Lindgren, die sich bereits unter X verschiedenen Nicks (scheint „alleine“ nicht an die Kraft ihrer „Argumente“ zu glauben) vor allem im Mamablog breit macht.

  • Thomas sagt:

    Mit Biken und dann erst noch nicht auf Olympia-Niveau schein ich ja mächtig daneben zu liegen. Snüff ….

  • Kathy sagt:

    Neinein, die gute hat schon recht: Schwimmer haben die schönsten Körper.

  • uko sagt:

    judokas….

  • Jakob sagt:

    Also Kletter-Füsse & Hände gehören nich zu den schönsten Dingen unter der Sonne

  • Sabrina sagt:

    Es gibt ja noch andere Disziplinen, wo die Männer auch sexy Körper haben, zum Beispiel Triathlon. Natürlich wäre es noch besser die Langdistanz wäre auch olympisch.

  • Andreas Meyer sagt:

    Haha, lustig, was da Breaux Greer sagt. Sein Gesicht ist sicher nicht mal ne 7. Klar kommt er dann zu solch einer Aussage!

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