Zu viele Menschen wollen zu hoch hinaus

: A photo taken on December 8, 2011 in Megeve shows the Mont Blanc massif with the Mont Blanc mountain (R), the Dôme du Gouter mountain (C) and the Aiguille du Midi mountain (L) French Haute-Savoie region. AFP PHOTO / Jean Pierre Clatot

Zu viele Leute wollen auf den höchsten Berg der Alpen: Das Mont-Blanc-Massiv mit dem Mont Blanc (r.), dem Dôme du Goûter (M.) und der Aiguille du Midi (l.), 8. Dezember 2011. Bild: AFP/Jean Pierre Clatot

Im Leben von uns Alpinisten gibt es definitiv angenehmeren Gesprächsstoff als die Bergtoten. Aber ist wegschauen und ignorieren eine Alternative? 18 Personen kamen in den vergangen zwei Wochen in den Schweizer und französischen Alpen ums Leben. Alleine im Mont-Blanc-Massiv fielen neun Personen einem Schneebrett zum Opfer, zwei weitere Personen erfroren in 4400 Meter Höhe. Ein paar Fakten, Zitate, Gedanken, Fragen:

Auf den Mont Blanc wie zum Gummihüpfen?

Als höchster Berg der Alpen strahlt der Mont Blanc eine magische Anziehung auf Menschen aus. Jedes Jahr versuchen 20’000 Personen, den 4810 Meter hohen Gipfel zu erreichen. In der Hochsaison bis zu 500 pro Tag. «Heute machen sich viele an den Mont-Blanc-Aufstieg à la carte, als ob sie zum Gummihüpfen gingen», kritisiert etwa der französische Bergsteigerverband. Einen fünftägigen Schnupperkurs mit anschliessender Mont-Blanc-Besteigung gebe es schon für um die 1000 Euro. Als Voraussetzung werde in der Regel nur eine gute körperliche Verfassung gefordert, schrieb die Zeitung «Le Parisien».

«Restrisiko» am Mont Blanc

Um dem Massentourismus entlang der Normalroute auszuweichen, versuchen viele Alpinisten ihr Gipfelglück über andere Wege. Sehr beliebt ist die Besteigung via Mont Blanc du Tacul und Mont-Maudit, an dem es vergangenen Donnerstag zum Unglück kam. Die Lawine riss in einer Breite und Länge von 100 Metern alles weg. Als mögliche Ursache gilt eine 40 Zentimeter dicke Eisplatte, die gebrochen ist und das Schneebrett ausgelöst hat. Unklar ist, ob sie von einem Alpinisten losgetreten worden war. Fahrlässiges Handeln schliessen die Experten aus. Sie sprechen vom «Restrisiko» beim Bergsteigen. Diese Route werde in der Regel von routinierteren Alpinisten begangen, unter den Verschütteten befanden sich auch namhafte Bergsteiger.

Keiner sah das Restrisiko

In den Tagen vor dem Unglück wehte im Mont-Blanc-Massiv starker Wind von bis zu hundert Stundenkilometern, dieser könnte die Schneedecke instabil gemacht haben. Da es keine Gesetzmässigkeiten gebe, seien solche Schneeverfrachtungen auch für erfahrene Bergsteiger nicht vorauszusehen, heisst es. Trotzdem: Bergsteiger hatten bereits in den vergangenen Tagen von Schneebrettern berichtet. Der französische Wetterdienst gab aber keine Lawinenwarnung. 28 Personen sind am Unglücksmorgen vergangene Woche von der Hütte auf dieser Route aufgebrochen, keiner sah das Restrisiko, neun haben nicht überlebt. Es war nicht die erste Lawine am Mont Blanc, die im Sommer mehrere Menschen in den Tod riss.

Risiko Massentourismus?

Der stellvertretende Bürgermeister von Chamonix sagte: «Natürlich gibt es höhere Risiken, wenn viele Menschen im Berg sind.» Und auf die Frage, ob der Massentourismus eine Mitschuld am Drama habe, auch wenn es zum fraglichen Zeitpunkt kein Gedränge gegeben habe: «Na klar: Wäre da niemand gewesen, wäre auch nicht die Eisplatte gebrochen. Die ist von den vielen Leuten strapaziert worden.» Beim zweiten Unglück am Mont Blanc vergangene Woche war eine Achter-Gruppe beteiligt, die in 4400 Meter Höhe von einem Sturm «überrascht» wurde. Zwei von ihnen starben in der Folge an Kälte und Erschöpfung.

Bagatellisieren von Gefahren?

Die Risiken würden oft klein geredet, sagte der Deutsche Abenteurer Arved Fuchs im ZDF-Morgenmagazin. Es sei eine Tendenz, dass sich Abenteuerlustige mit Touren schmücken wollen und dabei ihre eigenen Fähigkeiten nicht ehrlich einschätzen. «Kein Mensch muss auf den Mont Blanc.» Es sei eine bedenkliche Entwicklung zu einer Art Wettbewerb, das Bagatellisieren von Gefahren sei völlig unangebracht. «Die Natur wird degradiert zu einer Art Freizeitpark.»

Der Helikopter landete inmitten von Fäkalien

Tête-Rousse (3167m) près du Mont-Blanc. AFP PHOTO JEAN-PIERRE CLATOT

Arbeiter installieren am Tête-Rousse (3167 m) nebem dem Mont-Blanc Toiletten. (Foto: AFP/Jean-Pierre Clatot)

Ob der Massenalpinismus am Mont Blanc eingegrenzt werden soll, wird in Chamonix und Umgebung seit Jahren diskutiert. Nicht nur wegen der tödlichen Unglücke, sondern vor allem wegen der Verschmutzung, welche die vielen Tausend Personen am «Weissen Berg» zurück lassen. Vor einigen Jahren äusserte sich dazu Jean-Marc Peillex, Bürgermeister der französischen Gemeinde Saint-Gervais. Er schilderte in einem Interview, was er während eines Aufsichtsrundflugs gesehen hatte: «Der Helikopter landete inmitten von Fäkalien. Der Gletscher war vom Urin der Touristen gelb gefärbt.» Die beschränkten Übernachtungsplätze in den wenigen Hütten animieren viele zum wilden Campieren.

Wird die neue, hochmoderne Hütte die Situation entlasten?

 

(Foto: Refugedugouter.fr)

Es wird Platz für noch mehr Touristen geschaffen: Die neue Hütte Refuge du Goûter auf der Route zum Mont Blanc. (Foto: Refugedugouter.fr)

Anfang September 2012 soll auf 3835 Meter die neu gebaute «Refuge de Goûter» eröffnet werden – ein futuristisch anmutendes und hochmodernes Bauwerk, das 120 Personen einen warmen Schlafplatz bietet. «Une exception en montagne.» Diese Hütte wird – so darf man annehmen – die Besteigung des Mont Blancs noch attraktiver machen.

35 Kommentare zu «Zu viele Menschen wollen zu hoch hinaus»

  • Hallo liebe Bergfreunde ich melde mich noch einmal. Die Besteigung des Mount Blanc sollte aus meiner Sicht nur von Bersteigern bei guten Wetter durch geführt werden. Mann muss fitt sein und sollte nicht von den bergführern hochgezogen werden !!! Kann verstehen, das Sie und müssen was verdienen, aber am Seil sich hoch ziehen lassen ???? ich meien auf starken Zug : Die neue Hütte nicht unbedingt mein Fall .
    Auf Eure kommentare bin ich gespannt. jo-nie@t-online.de
    Bin Natur und Landschaftsführer
    Mit freundlichen Grüßen Jochen Niemand

  • Markus Widmer sagt:

    Lieber Herr Kaufmann, das Problem ist folgendes: NIEMAND unterstellt Ihnen, dass Sie als Hobbyfussballer unbedingt in der Superleague mitspielen möchten. Hingegen nehmen sich in letzter Zeit aber so einige Artikel das Recht heraus, willkürlich einen Grossteil der Alpinisten als eigentliche Turnschuhwanderer zu bezeichnen. Obwohl gerade z.B. beim Unglück am Mont Blanc klar kommuniziert wurde, dass es sich bei den Opfern um erfahrene, gut ausgerüstete Bergsteiger, ja sogar Bergführer handelte. Und worauf beurhen diese Vermutungen und Anschuldigungen? Auf der Annahme, dass es sich um einen besonders tragischen Sommer mit besonders vielen Unfällen handelt, was aber statistisch betrachtet schlicht Unsinn ist. Trotzdem wird munter weiter unterstellt, spekuliert und dramatisiert. Hauptsache man hat ein reisserisches Thema.

  • Markus Widmer sagt:

    Jährlich sterben im Schnitt etwa 130 Menschen in den Schweizer Bergen. Diese Zahl ist seit über zehn Jahren ziemlich konstant (mit den üblichen Abweichungen nach oben und unten). Die meisten Unfälle geschehen während der Sommermonaten Juli und August. Dass nun innerhalb von so kurzer Zeit so viele Menschen sterben mussten ist tragisch. Aber letztlich sind nicht mehr Leute gestorben, als durchschnittlich jedes Jahr um diese Jahreszeit in den Bergen ihr Leben lassen. Damit möchte ich nun weder die Gefahren beim Bergsteigen verharmlosen, noch die Tragik hinter den Unfällen ignorieren. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass sich im Vergleich zu vor zehn Jahren nichts geändert hat und wir hier keine besondere „Unfall-Serie“ haben. Was wäre denn die Lösung? Gewissen Menschen das Bergsteigen verbieten? Wie soll das gehen? Und warum verbietet man dann nicht auch das Autofahren? Oder das Rauchen im öffentlichen Raum? (Moment, das möchte man ja und alles wehrt sich dagegen.) Vielleicht wäre auch einfach nur Aufklärungsarbeit schon mal eine gute Sache. Ich glaube, das würde mehr nützen als dieses arrogante besserwisserische Verhalten zahlreicher Leute, die in den vergangenen Tagen mit erhobenen Hauptes versuchten dem Pöbel zu erklären, dass Bergsteigen halt nur etwas für Auserlesene und Profis sei.

    • Andreas Kaufmann sagt:

      Lieber Herr Widmer,
      bei ihren letzten Zeilen stelle ich mir die Frage, wer denn arrogant ist. Sind es die erfahrenen Bergsteiger, die das fahrlässige Verhalten mancher „Turnschuh-Wanderer“ kritisieren? Ich kenne viele erfahrene Bergsteiger, die ihr Wissen ehrenamtlich in Vereinen weiter geben. Vielleicht sind auch jene Bergsteiger arrogant, die sich selbst überschätzen und zu schwierige Touren unternehmen? Oder sind letztlich sie selber arrogant, mit ihren Bemerkungen über den Pöbel?

      Ich glaube nicht, dass Bergsteigen nur etwas für Auserlesene und Profis ist, wie z.B. das Fliegen! Nur braucht man schon einige Voraussetzungen mitzubringen. Selbst wenn man mit einem Führer geht, weil einem die Erfahrung fehlt, braucht es immer noch eine gute Kondition! Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Arrogant sind jene, die nie einen Berg besteigen, dann aber gleich auf den Montblanc wollen. Wenn ich einmal in der Woche Fussball spiele, berechtigt mich das auch nicht in der Superleage mit zumachen. Die Berge bieten Platz für alle und in den entsprechenden Schwierigkeiten. Alles klar?

  • Markus sagt:

    Am 18. Juli 1994 war durfte ich mit Res von Känel – der leider auch wegen dem Restrisiko viel zu früh gehen musste, – dem Mont Blanc besteigen. Von der Aiguille de Midi und den Mont Blanc du Tacul gings rauf und über das Refuge Vallot runter. Dies war mein einziger und letzter Besuch an diesem Berg. Nur schon die massiv überbelgete Hütte war ein Alptraum. Das Refuge Vallot das schlimmste was ich je gesehen und gerochen habe. Die vielen hoffnungslos überforderten Bergänger – und „Bergführer“ – ein Graus. Man hatte bereits vor 20 Jahren das Gefühl, dass gewisse Führer für Geld alles machen. Zum Teil waren Leute unterwegs die sich mit Repschnüren angeseilt hatten (ohne Bergführer). Gegen 15.00 Uhr waren wir wieder bei der Mittelstation bei Plan de l’Aguille – während Gruppen noch im Aufstieg zum Gipfel waren! Am selben Tag starben mehrer Personen bei einem Eisabruch oberhalb Grand Mulets – am Nachmittag um 15.00 Uhr! Nur ist dies halt nicht nur am Mont Blanc der Fall, sondern überall in den Alpen. Mit ein Grund ist auch die m.E. verfhelte Hüttenpolitk des Alpenverbände – immer grösser, immer mehr! Mit ein Grund, dass ich aus dem SAC ausgetretten bin.

  • Daniel sagt:

    Ich frage mich im Ernst, was da noch interessant sein soll eine Bergtour zu unternehmen in der Masse? Sollte ich Z`berg gehen, dann versuche ich doch einen solchen Massenandrang zu vermeiden! Es gibt schliesslich auch noch andere schöne Touren. Muss es denn ausgerechnet der Mont Blanc sein?

  • hallo mitenand

    danke natascha für den objektiven sehr guten text.

    zu diesem unfall kann ich nur sagen… das kann jedem passieren…
    an dieser stelle mein herzliches beileid den angehörigen… und den verletzten rasche und gute besserung…

    mit dem ueberlebenden schweizer bergführer kilian volken war ich genau auf den unglückstag im 1978, als 13 jähriger auf
    dem aletschhorn 4195m… meinem ersten 4000er… danke kilian,ich denke immer wieder an diesen wunderbaren tag…
    kilian ist ein absoluter weltklasse bergsteiger, und hervorragender bergführer… hier wurden keine fehler begangen… das kann
    jedem andern auch passieren…
    als ich im 1987 genau diese tour unternahm… die cosmique huette war abgebrannt… wir schliefen in einer baracke… ist
    ein tag vor unserer besteigung… genau dieser hang auch abgegangen… es war ein unglaubliches riesiges schneebrett…
    unsere stunde hatte noch nicht geschlagen… ich bin fatalist…

    am gasherbrum 2 / 8035m im 1988 habe ich erlebt… wie ein eisblock… wie ein kleines einfamlienhaus… der 400m neben der
    route abgebrochen ist… als weit entfernt von unserem sporn… dort ein schneebrett auslöste… das kann niemand voraussehen…
    unsere stunde hatte noch nicht geschlagen…
    der mont-blanc ist mein bester freund… 12 mal war ich auf verschiedenen routen am gipfel… 8mal bin ich diesen hang rauf-
    oder abgestiegen… ich werde diesen traumberg wieder besuchen… ran schleichen wie eine maus… und dann zuschlagen…
    das er es nicht merkt… ( bekomme sicher antwort… jetzt sei ich poetisch… )

    mich stören diese massen gar nicht… wir werden im winter… oder ausserhalb der saison gehen… dann kehrt das abenteuer
    wieder zurück… im uebrigen ist es gut, wenn soviele auf diese modeberge gehen… so werden andere gebiete geschont, und
    bleiben einsam… und diese einsamkeit finde ich… wer kennt z.b. schon ein grunnerhorn, hugihorn, brandlammhorn…. das sind
    meine ziele… war ich schon oben…

    die massen stören mich nur dann nicht… wenn sie mit dem nötigen respekt und ehrfurcht in die berge gehen..
    die neuen huette an der aguille du gouter müsste nicht gebaut werden… sagt sogar ein weltberühmter bergsteiger, bergführer
    aus chamonix. wenn alle von der unteren huette tete rouse starten würden… gäbe das eine selektion… nur die wenigsten
    würden die 1800m schaffen… viele würden vorher umdrehen..

    und der mont-blanc ist kein leichter berg… ein berg mit fast 5000m ist nie leicht… dieser berg erinnert mich an himalaya dimensionen… 3800m höhenmeter differenz von chamonix auf den gipfel… einfach super gigantisch…

    irgendso ein typ da oben schreibt… ich darf ruhig mit meinem leben spielen… ( ärgern kann er mich damit nicht )
    ueber soviel senf kann ich nur sagen…
    ich bin für keinen verantwortlich… jeder muss selber wissen wo seine grenzen liegen…
    es gibt halt viele canapé bergsteiger, denen kann ich nur empfehlen…. macht mal selbst diese mont-blanc ueberschreitung… und
    dann sollen sie schreiben…

    eigentlich „bedauere“ ich leute… die immer ans risiko denken… und an einen unfall… es sind ja in sich gefangene… die leben gar
    nicht… irgendwann werden, muessen wir alle gehen…
    wie sagt doch der dalai lama: „ein erbares und unbeschwertes leben zu führen ist nur möglich, wenn wir uns bewusst sind, das
    wir eines tages sterben muessen.“
    meine einstellung zum tod in den bergen: „ich will nicht in den bergen sterben… aber ich habe nichts dagegen in den bergen zu
    sterben… ich habe nichts zu verlieren ausser mein sein…“
    und wenn mir mal was passiert… nehmt ein gutes glas rotwein… einen feinen walliser… ( wie der pfarrer bei der abdankung
    meiner mutter sagte… es war Ihr wunsch… )
    ach ja… vielleicht haben dann einige theoretiker fritzchen… die nie was höheres als einen barsessel bestiegen haben… im outdoorblog auch ihren senf beizufügen…

    und bedenkt, die berge sind ehrlich… sprechen eine klare sprache… im gegensatz zu vielen menschen…
    hier meine letzte mont-blanc-besteigung… auf den monarchen… wie er auch genannt wird:

    http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/43365

    mit einigen fotos zum träumen und geniessen…
    das kann man nirgends kaufen… wir bergsteiger sind reich im herzen… das leben ist ein traum…
    ich wünsche allen schöne touren.

    gruss von
    raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

    • mel sagt:

      lieber herr wellig
      es mag ja sein, dass sie grosse erfahrung haben (ihr webportfolio lässt jedenfalls darauf schliessen) und sie wissen, wovon sie reden. wenn sie aber nach allen drei wörtern drei punkte anhängen, lesen sich ihre zeilen so dermassen mühsam, dass 99% der leser nach zwei „sätzen“ aufgeben. dies nur so als gut gemeinter rat…
      liebe grüsse
      mel

      • hallo mel

        danke für die infos, ich bereit zu lernen, und was anzunehmen.
        danke für die blumen, ja bergsteigen ist eine reine erfahrungssache, man erreicht nur viel erfahrung mit hunderten
        von touren, und das schöne daran ist, man lernt jedesmal was neues dazu.
        auch nach 40 jahren bergsteigen, mit ueber 2000 touren in allen schwierigkeitsgraden, ist und bleibt der berg immer
        ein geheimnis. und jede tour ist anders, das ist auch ein element der faszination berg.

        gerne können sie mit mir mal ein easy tour unternehmen.
        ich wünsche gute touren.

        gruss von
        raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

  • clemens ditrisbach sagt:

    Who cares? Ist ja alles freiwillig. Und die Rega-App ist ja installiert, also los! Das Leben ist halt lebensgefährlich…

  • Roland K. Moser sagt:

    Danke für den Artikel. Mir gefällt der Titel.
    Meine Kletterfinken verstauben seit 25 Jahren im Schrank. Mir käme es nicht in den Sinn, einfach so mit jemandem wieder mal Klettern zu gehen – Somit existiert auch kein Risiko.
    Die Sache am Mont-Blanc war einfach Pech – Im Gegensatz zu denjenigem am Länggihorn oder wie der Hoger heisst.

  • Es habe am Unfalltag kein Gedränge am Mt. Blanc geherrscht?? 2o Personen in 100m breitem Schneebrett= Personenabstand 4-5m? Defintionsfrage. Der Wind ist der Baumeister der Schneebretter. Der Lawinenlagebericht wird nur im Winter ausgearbeitet. Im Ref. du Gouter war ich im Oktober vor 40 Jahren noch allein. Erst im dritten Versuch gelang der Gipfel. Einmal im Winter überraschte uns ein Schneesturm. Wir suchten Schutz unter einem umgekippten Eisblock, kochten unseren Café und fuhren am nächsten Tag bei 1m Neuschnee und Lawinengefahr ins Tal, zu zweit. Der Mt. Blanc weiss sich zu respektieren.

  • captain kirk sagt:

    Da muss ich leider zustimmen. Frau Knecht hat Recht.

    Es gibt viele Leute die haben noch nie eine anspruchsvolle Wanderung gemacht, wollen aber gleich mal eine Hochtour machen. Am besten aufs Matterhorn, Mont Blanc, Eiger oder die Jungfrau. Hauptsache der Name ist geläufig. Bei den Lawinenopfern handelt es sich aber mit Sicherheit um keine Anfänger. Denn die Mont Blanc Überschreitung ist eine anspruchsvolle Tour welche nicht mit dem Normalweg zu vergleichen ist.

    Wer sich in Bergsteigerforen aufhält liest dort immer wieder die absurdesten Fragen. Als Bsp. Da kommen Leute an und wollen wissen was für einen Schuh sie benötigen um auf den Denali gehen zu können. Wer auf den Denali will und das Zeug dazu hat, braucht diese Frage nicht zu stellen.

    Mir gibt das zu Denken.

  • Cybot sagt:

    „Keiner sah das Restrisiko“ – das Restrisiko ist per Definition der Teil der Risikos, den man nicht sieht.

    • Bruno sagt:

      Nein – Das Restrisiko ist der Rest an Risiko den man nicht beeinflussen/ausschliessen kann. Sehen kann man es trotzdem, wenn man will.

      • Renato sagt:

        Nochmals nein – das Restrisiko ist das Risiko, dass man (bewusst oder unbewusst, das ist egal) eingeht, um überhaupt etwas zu unternehmen. Gemeinhin wird nach bestmöglicher Vermeidung der Gefahr (und/oder der Einretenswahrscheinlichkeit) vom Restrisiko einer Unternehmung gesprochen. Man kann es bewusst beeinflussen, in dem man eine andere Taktik bzw. Route wählt oder gar verzichtet!

  • Bruno sagt:

    Was heisst den „Keiner sah das Restrisiko“? Ein Restrisiko gibt es immer, nicht nur in den Bergen! Erfahrene Menschen (und Bergsteiger) wissen das. Ob man schlussendlich auf eine Tour geht oder nicht entscheidet sich nicht an der Frage ob kein Risiko besteht (das gibt es nicht) sondern ob das Restrisiko gemäss eigenem Empfinden tragbar ist oder nicht. Der zunehmende Anspruch auf „Risikolosigkeit“ ist ein gesellschaftliches Phänomen, Verantwortlich (und allenfalls schuldig!) sollen immer andere sein….

    • Otto Lindauer sagt:

      @Bruno.Sehr guter Kommentar, Danke. Leider ist es genau so wie Sie es beschreiben, und das nicht nur in den Bergen sondern vor allem auch im Strassenverkehr. Bergsteiger werden (trotz sehr präzisen Wertterbulletins) von einem Unwetter „überrascht“. Und die Autofahrer werden dann vor allem im Spätherbst und Winter wieder von Eisglätte „überrascht“. Dieses gesellschaftliche Phänomen zu ergründen überlasse ich den „Spezialisten“.

  • Stephan Wüthrich sagt:

    Ohne jetzt den Streber hier autischen zu wollen: der höchste Berg Europas ist der Elbrus im Kaukasus und 5642 meter hoch.

    Dass viele Menschen Abfall hinterlassen ist klar. Wie wäre es, wie z.B. am Aconcagua. Da muss man ab dem Basis Camp seine Fäkalien in einem Sack hinterlassen und am Schluss abgeben – ansonsten bezahlt man 1000 USD Busse. Der Mensch funktioniert halt nur so.

    Das immer mehr Menschen hoch hinaus wollen, ist auch der Industrie zu verdanken. Viele Outdoor Shops haben mittlerweile einen eigenen Shop inmitten der Luxusanbieter an oder um die Bahnhofstrasse. Dass man dann sein Material auch mal testen will ist klar. Der SAC bewirbt seine Hütten sehr stark.

    Es wird alles immer länger und härter, ob das jetzt Marathone sind (beyond the Limit 201 km), Speed Versuche an den Bergen oder 3 fache Ironmans. Der Mensch und v.a. die Männer suchen solche Herausforderungen ab mitte 40ig.

    Aber mann kann die „Modeberge“ auch einfach umgehen. Es gibt auch sehr viele sehr einsame Orte in den Bergen mit hochanspruchsvollen Routen…

  • Philipp Rittermann sagt:

    frau knecht hat absolut rech!…und leute wie raphael wellig geben hierzu auch noch ansporn, wie man aus seinen früheren blogs erkennen kann. er als profi darf ruhig selber mit seinem leben spielen; laien hier noch zu bestärken ist meines erachtens fatal.

    • René sagt:

      und leute wie herr philipp rittermann geben in allen blogs ohne jegliche kenntnisse ihren senf zu allen themen und bestärken so weitere laien irgendwelche zusammenhangslose dinge zu schreiben. diese entwicklung ist meines erachtens fatal.

      • Amacker Bernhard sagt:

        Und Herr Rittermann hat im Gegensatz zu Ihnen – René – ausreichend Charakter, seinen vollen Namen auszuschreiben .. Charakter – auch eine Tugend, welche im Bergsport wichtig ist.

      • Philipp Rittermann sagt:

        und leute wie herr rené, die zu feige sind, ihre identität preiszugeben, nehme ich generell nicht ernst.

    • Urs sagt:

      Vorsicht Troll! Nicht füttern!

      • Philipp Rittermann sagt:

        hat’s wirklich was mit „troll“ zu tun, wenn derart perverse entwicklungen am berg kritisiert werden, herr urs…? – ich überlasse das urteil ihnen. ich denke aber dass sie, und andere lustig-„sportler“ das natürlich ganz anders sehen; auch o.k.

    • Roland K. Moser sagt:

      Philipp Rittermann: Auch Laien dürfen mit dem Leben spielen.

  • Enea Marieni sagt:

    Die Berge sind nichts anderes als ein Versuch sich vom Alltag zu entfernen. Das dabei die Bahn oder das Auto genommen werden muss, wird gerne verdrängt. Es gehört dazu, obwohl dabei die Leistungsbilanz katastrophal geschmälert wird. Ausgerüstet mit modernstem Material macht sich Mann (der Schreiber hier auch) auf. Besteigt einen Hügel und entkommt so dem städtischen Treiben. Das Risiko bleibt immer im Hintergrund unterwegs. Egal wie gut vorbereitet man ist, es ist auch eine Frage von Glück, das hier mitschwingt. Doch gerade diese Gratwanderung ist der Reiz. So Paradox es klingt: ohne diese Risken wären die Anstrengungen Sinnlos. Weshalb also der Mont-Blanc? Weil in Europa der Höchste, und technisch einigermassen machbar. So einfach ist es. Wer gibt sich da mit einer senkrechten Wanderung auf den Uetliberg ab. Das bringt nicht viel. Im gesellschaftlichen Rahmen interessiert diese Besteigung, kein Mensch. Der Mont-Blanc hingegen ist das Eintrittbillet in die nächste existenzielle Tischrunde. Das eigene Ego wird unterstützt und so einiges kann bewältigt werden. Wer interessiert sich schon um die paar kleinen hinterlassen Kothaufen. Das sind News die eher zum Everest gehören. Das wiederum ist aber ein Unternehmen, für solche die mehr als 50’000 auf der Kante haben, und somit noch erlesener.

  • Beat sagt:

    Die Frage nach dem sogenannten Restrisiko gab es schon immer. Sie stellt sich dem Anfänger und auch den diplomierten BergführerInnen. Und sicher auch manchmal Fr. Knecht. Das ist eben so im Leben: Wer auf die höchsten Gipfel will oder die schwierigsten Routen begeht ist nicht frei von Risiko. Den Anfängern dies vorzuwerfen hat etwas Selbstgerechtes. War man (oder Frau) nicht auch einmal AnfängerIn? Und wie soll man denn Erfahrung gewinnen, wenn man nicht auch seine Grenzen testet? Und ja, das ist manchmal auch ärgerlich zu sehen, insbesondere für jene Leute, die Ihr Leben riskieren, um den Verunfallten zu helfen. Wer diese Arbeit auf sich nimmt, ob in den Bergen oder auf dem Meer, verdient unseren Respekt. Ueber Massentourismus zu jammern bringt nichts.

    • Andreas Kaufmann sagt:

      Ja, ich war auch mal Anfänger. Habe mit 16 Jahren mit dem Bergsteigen in J+S Lagern begonnen. Diese werden von erfahrenen Leitern und Bergführern geleitet. Später wurde ich selber J+S Leiter und habe dieverse Aus- und Weiterbildungen besucht. Als Anfänger braucht es etwas mehr, als eine geführte Woche, um danach auf eigene Faust auf Hochtouren zu gehen! Anfänger sollten auf geführten Touren reichlich Erfahrung sammeln. Selbst eine leichte Hochtour kann z.B. durch einen Wettersturz plötzlich schwierig werden
      Ein Vergleich: Ein Flugschüler fliegt nach einer Woche auch nicht schon alleine! Und einer der gerade das Flug-Brevet gemacht hat, fliegt auch nicht gleich Akkrobatik! Das wäre pure Selbstüberschätzung. Genauso ist es in den Bergen, jeder soll auf seinem Niveau in die Berge gehen. Genau darum geht es, sei es als Anfänger oder Profi.
      Zudem gibt es viele lohnende Ziele, die nicht so überlaufen sind. Ich war auch noch nie auf dem Matterhorn oder dem Montblanc, obwohl ich schon schwierigeres gemacht habe.

      Noch ein Wort zu den häufig zitierten „Rettern, die ihr Leben riskieren“: Kein vernünftiger Retter riskiert sein Leben! Das sind Profis, die sehr genau auf die Gefahren im Einsatz achten. Ist es zu gefährlich, wird der Einsatz abgebrochen – im Extremfall mit fatalen Folgen für die nicht Geretteten! Aber die Sicherheit der Retter geht immer vor! Natürlich gibts bei jeder Rettung, egal ob in den Bergen oder auf der Strasse oder bei einem Brand, ein Restrisiko für die Retter.

    • Andreas Kaufmann sagt:

      Lieber Beat, ich habe dir noch eine kurze Bermerkung über das „Grenzen testen“.
      Gerade Anfänger sollen in den Bergen nicht ihre Grenzen testen. Das können sie in der Kletterhalle, aber nicht in den Bergen. Die meisten Unfälle passieren, weil Menschen ihre „Grenzen“ überschritten haben. Das ist etwa ähnlich, wie wenn sie die Grenzen ihres Autos testen wollen

  • Matthias sagt:

    Je mehr Leute auf den Berg gehen desto mehr kommen dabei ums leben. Zum Vergleich müsste man die Relativen Zahlen vergangener Jahre vergleichen nicht die absoluten. Neue Hütten machen die Besteigung bequemer und sicherer. Eine Hütte mit korrekter Entsorgung hat langfristig den kleineren Effekt wie hunderte von Biwaks mit Freilufttoilette.
    Ein Ökotourist verursacht auch mehr Schaden als ein Pauschaltourist im Resort. In diese Sinne wäre eine Gondelbahn auf dem Mont Blanc sicher einen gute Idee. Für Bergsteiger wird eine Besteigung nicht mehr attraktiv und die Bahnbetreiber haben ein Interesse das alles schön sauber wird.

    • René Edward Knupfer sagt:

      … wem allerdings einmal das zweifelhafte Vergnügen zuteil wurde sich auf dem Gipfel der durch eine Luftseilbahn erschlossenen Aiguille du Midi etwas umzusehen wird die Idee einer Gondelbahn auf den Mont Blanc nicht mehr ganz so genial finden …

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