Was bei den tödlichen Bergunfällen auffällt

Ebenfalls am Mönch: Die Personen sind zwar angeseilt, aber wenden die falsche Seiltechnik an. Statt am Kurzsseil gehen sie am Langseil. Stürzt einer von ihnen, reisst er mit grosser Wahrscheinlichkeit die anderen mit.

Die Personen im Bild sind angeseilt, wenden aber die falsche Seiltechnik an. Statt am Kurzsseil gehen sie am Langseil. Stürzt einer von ihnen, reisst er mit grosser Wahrscheinlichkeit die anderen mit. (Bild: Wolkenlos.ch)

Im März publizierte der Schweizer Alpen-Club (SAC) die Statistik der Bergnotfälle 2011. 2644 Menschen gerieten in den Schweizer Alpen und im Jura in Not (inklusive der unverletzt Geretteten oder Erkrankten). Das sind knapp 9 Prozent mehr als 2010. Ums Leben kamen 217 Personen (Vorjahr 173). Von diesen starben 47 Personen an den Folgen einer Erkrankung, zumeist als Folge eines Herz-Kreislauf-Problems. Die Gründe für die Zunahme liegen unter anderem am warmen, trockenen und extrem sonnigen Wetter und den aussergewöhnlich langen Schönwetterperioden im Frühling und Spätherbst. Die Wetterkapriolen machten die Bedingungen aber nicht immer ideal.

Tödliche Bergunfälle 2011 nach Kantonsgebiet

Tödliche Bergunfälle 2011 nach Kantonsgebiet (Anzahl Personen/Prozent) / © Schweizer Alpen-Club SAC

Nationalität der ausländischen Opfer 2011

Nationalität der ausländischen Opfer 2011 (Anzahl Personen/Prozent) / © Schweizer Alpen-Club SAC

Statistik der tödlich verunfallten Alpinisten

In der aktuellen Ausgabe des SAC-Magazins «Die Alpen» hat nun Ueli Mosimann, Leiter der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport, die Zahlen und Fälle, insbesondere die Todesfälle beim klassischen Bergsteigen, ausführlich analysiert:

Beim Bergsport im engeren Sinne* starben 2011 bei 135 Ereignissen 151 Personen, davon 123 Männer und 28 Frauen.

Tödliche Berunfälle 2011 nach Tätigkeit

Tödliche Bergunfälle 2011 nach Tätigkeit / © Schweizer Alpen-Club SAC

*Als Bergsteigen im engeren Sinne werden vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsports auch über mehrere Jahre vergleichbar.

Auffallend sind folgende Punkte:

1.    72 Personen, also fast die Hälfte der tödlich verunfallten Alpinisten, waren älter als 50 Jahre.

2.    73 Todesopfer (48 Prozent) waren ausländische Staatsangehörige (Vorjahr 36 Prozent).

3.    33 Alpinisten starben durch Sturz, Absturz, Steinschlag oder Gletscherspaltenstürze (fast doppelt so viele wie im Vorjahr). 29 davon waren Ausländer.

4.    Alleine an den Folgen eines Sturzes oder Absturzes starben 31 Personen. 7 von ihnen waren als Alleingänger unterwegs, 14 waren nicht angeseilt, «obschon es nötig gewesen wäre», wie Mosimann festhält. Auffällig ist, dass am Mönch 5 Personen zu Tode stürzten: 2 Alleingänger, 3 waren nicht angeseilt (wir berichteten, hier nachlesen).

5.    Durch Mitreissunfälle starben 7 Personen (bei vier Ereignissen). Bei zwei Unfällen verloren alle Seilschaftsmitglieder das Leben, bei den anderen beiden (Zweierseilschaften) überlebte je 1 Partner.

6.    Gerettet wurden insgesamt 423 Alpinisten, die sich auf eine Hochtour begeben hatten (8 Prozent mehr als im Vorjahr). Die meisten waren unverletzt. 188 von ihnen mussten infolge schwieriger Verhältnisse, Überforderung oder Erschöpfung gerettet werden (Vorjahr 164).

7.    Die 3 verunglückten Kletterer starben infolge eines Sturzes. 2 davon, obschon sie von den Sichernden gehalten werden konnten.

8.    Bei den Wanderern gab es 64 Todesfälle, 56 wegen eines Sturzes oder Absturzes. Davon 21 auf einem markierten Bergweg. Anders als bei den Alpinisten ist bei den Wanderern der Anteil der betroffenen Schweizer höher und beträgt 71 Prozent. Gut 45 Prozent waren über 60-jährig.

9.    5 Personen wurden von Kühen attackiert und teilweise schwer verletzt.

10.    Auch bei anderen Outdoor-Sportarten nahmen die Notfälle auf 451 Beteiligte zu (Vorjahr 392). Auffallend ist die Überlebensrate beim Base-Jumping: 19 der 26 Betroffenen überlebten.

Was sind Ihre Beobachtungen und Erlebnisse am Berg?

Hinweis: der Link zum Artikel «Erneut mehr Notfälle und Bergtote» in «Die Alpen» (06/2012) hier. SAC-Mitglieder können den gesamten Text aufrufen, Nicht-Mitglieder können sich jedoch durch die Bild- und Statistik-Strecke klicken. Abo-Bestellung hier.

31 Kommentare zu «Was bei den tödlichen Bergunfällen auffällt»

  • Berg-mann sagt:

    Hallo,
    nimmt man Statistiken zu hilfe plus meine 30ige Jährige Erfahrung so kann man/ich sagen dass:

    (immer davon ausgehend dass alle angaben in ca. sind und es sich hier um Unfälle generell handelt und nicht nur um Todesfälle)

    70% – Selbstüberschätzung, (fehltritt) Schlechte Fitness, AMS (acute mountain sickness) fehlende Kenntnisse und Ausrüstung und/oder Handhabung im Berg
    15% – Lawinen (Schnee und Stein) und höhere Einflüsse wie z.b. Wetterumschlag,- Material: gebrochenes Steigesen, verlorener Eispickel, gerissene Seile usw.
    ~5% – z.b.: Sudden death (plözlicher Tod) oder andere Einflüsse wo die meisten „Nicht-Berg-Menschen“ meinen es waren die Gründe

    Gruss Berg-mann

  • Aendu sagt:

    hallo zäme

    das bergsteigen mit gewissen risiken verbunden ist, ist wohl allen klar. aber mir fällt doch auf, dass es vor allem im bereich skitouren immer extremer wird. heute werden hänge bei erheblicher lawinengefahr befahren, die vor noch nicht so langer zeit als „krass“ galten und nur bei geringer lawinengefahr angegangen wurden…die risikobereitschaft hat in diesem bereich aus meiner sicht stark zugenommen!

    ich wünschen allen eine gute zeit in der bergen!

    gruss

    aendu

  • hallo mitenand

    ich danke herr mosimann für die grosse arbeit an der unfall-statistik.
    da helisking ja ein sehr aktuelle thema ist… mit sehr, sehr vielen gegnern… muss das helisking auch in die unfall-statistik aufgenommen werden…
    beispiel: tödlicher lawinenunfall im 2011 beim helisking mit bergführer… in den Berner-alpen…
    das ist eine sinnvolle ergänzung, um auch auf zu zeigen… das leute die helisking betreiben, keinen respekt und ehrfurcht vor den
    bergen haben…

    ich wünsche allen einen schönen bergsommer 2012.

    gruss von
    raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

  • Kühe sagt:

    Wenn ich eine vierbeinige Kuh wäre, würde ich mich auch wehren. Es grenzt zum Teil an Menschenverblödung was heutzutage in den Bergen unterwegs ist…

  • Ueli Hoch sagt:

    Ein Grund wird auch sein, dass Einheimische bei unsicherem Wetter einfach zu Hause bleiben, weil sie wissen, dass es vielleicht nächste Woche wieder eine Chance gibt und oder wenni nicht halt in ein paar Wochen oder auch erst nächstes Jahr. Ausländer, reisen hingegen von Ferne an und wollen ihre Tour dann eher unbedingt realisieren

  • Joachim Adamek sagt:

    Weil 5 Minuten Lachen am Tag glücklich und widerstandsfähig macht, mein Tip: Wenn’s ihr dennoch zum Berg hoch wollt, macht wenigstens einen grossen Bogen um die Rindviehcher. — Ansonsten: Viel Spass, und wenn ihr Eurer Ränzlein packt, dann quält Euch nicht mit unnötigen Pfunden. Zu schwere Rucksäcke schinden nicht nur Knochen und Gelenke, sie beeinflussen die Trittsicherheit enorm.

  • hallo mitenand

    ich danke frau natascha knecht, dass Sie dieses Thema aufgreift.

    zuerst will ich einige gedanken für den berg loswerden:

    – die berge sind nie schuld für unfälle
    – es ist nicht der berg der tötet… es ist der mensch der im gebirge umkommt…
    – nicht die berge sind gefährlich… sonder der mensch ist gefährlich…
    – der mensch zählt immer noch mehr als alles andere… das heisst die erahrung ist entscheidend…

    nach 40 jahren bergsteigen… davon 20 jahre als extrem-alpinist unterwegs… weiss ich was in den bergen los ist…
    zum thema ausrüstung:
    – zuerst ein kränzchen den schweizer alpinisten… wir sind am besten ausgerüstet… und können am besten damit umgehen…
    – die beste ausrüstung nützt nichts… wenn man nicht damit umgehen kann… sie richtig einsetzen kann…
    – zur info: der turnschuh bergsteiger ist längst vorbei… die ueber technisierung gibt vielen eine falsche sicherheit…

    die unfallzahlen sind ja von 2010 auf 2011 beim klettern und skitouren um 30% und 50% zurück gegangen.

    das spricht für die alpinisten, das sie mit respekt und ehrfurcht in die berge gehen, und sich bestens vorbereiten, dass muss hier
    klar gesagt sein, und ich sage: „die kletterer, hochtouren- und skitourengeher gehen nicht blindlings risiken ein… aber viele
    nicht bergsteiger, die unfälle kritisieren, verwechseln gefahr und schwierigkeit.“

    klar ist jeder unfall tragisch für den betroffenen, die angehörigen… wenn wir aber die grossen massen bergsteiger… oder
    möchte gerne… sehen, und wie sich diese bewegen… muss ich sagen: „es passieren sehr wenige unfälle in den bergen…“
    kann ich auch belegen, in den rega einsätzen nimmt der alpinismus erst „rang“ 5 ein…

    das foto ist sehr zutreffend… warum es oft mitreiss-unfälle gibt… was tun dagegen:
    – man sollte wissen mit wem man sich einlässt…
    – eine seilschaft muss sich blind verstehen…
    – ich habe seit 20 – 35 jahren die gleichen seilpartner… wir verstehen uns blind…
    – solche grat passagen muessen seilfrei gegangen werden… besser nur einer als beide… das ist nicht egoistisch, das ist
    selbstlos…
    – hier ist das seil eine falsche sicherheit… wenn man nur auf einem bein steht… da hält man nie seinen partner…
    – auf den touren muss taktisch vorgegangen werden… das heisst, schluesselstellen gut sichern, und auf gletscher angeseilt…
    aber gelände mit mitreiss-gefahr seil weg…
    – ich verstehe mich mit einem seilpartner telepathisch… und das ist ein grosser vorteil…

    das die wanderer am meisten unfälle haben erstaunt mich nicht… der kletterer bereitet sich gut vor… der wanderer sitzt
    50 wochen im büro… und geht dann unvorbereitet auf tour…

    schlusspunkt: „aber es ist doch schön, bestimmte risiken einzugehen… sonst verliert das leben seinen glanz…“
    ich wünsche allen einen guten bergsommer 2012.

    gruss von
    raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

    • Peter Steiner sagt:

      Dann ist ja alles klar. Wandern wird verboten und in die Berge lassen wir nur Schweizer.

      Es muss schön sein mit so einfachen Weltbildern leben zu können.

    • Markus Dörflingeer sagt:

      Schön, dass Sie die Wandersleute pauschal in einen Topf werfen……………

    • charly sagt:

      Hallo Raphi
      Nicht jedermann hatte das Glück, in der Bergwelt aufzuwachsen. Du solltest die Wanderer, die sich immerhin auch sportlich betätigen, nicht so heruntermachen. Immer noch besser wandern, als nur herumzuhangen. Dass du mal mit einer Bergwette Wettkönig bei Thomas Gottschalk warst, dafür gratuliere ich dir. Dass du aber immer was zu nörgeln hast über Leute, die ein paar Kilo mehr auf die Waage bringen als so ein Hunkerhaken wie du, verstehe ich nicht. Ich respektiere die Kletterer absolut. Nur muss es denn immer so sensationshungrig sein wie Steck und Co, welche du ja absolut stets in den Vordergrund stellst? Es gibt auch andere Sportler, die ihre Leistungen z.T. im Hintergrund vollbringen. Wieso ist eigentlich Klettern nicht olympisch? Setze dich doch dafür ein! Und noch etwas, da du ja bekanntlich die etwas korpulenteren Leute bei jeder Gelegenheit versuchst runter zu machen; Gegen die paar Pfunde zuviel besteht jederzeit die Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen. Für fehlende Materie IM KOPF gibt es allerdings noch nichts auf dem Markt!

  • Leonie Berger sagt:

    Berge von unten, Kirchen von aussen und Kneipen von innen. Meine persönliche Betrachtungsweise. Ich gönne jedem den Kick und den Stolz, wenn er den Gipfel erklommen hat. Aber dass Hinz und Kunz auf jeden Berg rennen muss?

    • Aschi sagt:

      Dem sagt man „die Abkürzung in den Tod!“ Solche Lehrsätze muss man schon den Kindern beibringen. Oder: „bei ungünstigem Wetter gehe nie auf die Berge!“ Bergführer oder Abenteurer entgegnen zwar: „es gibt kein schlechtes Wetter nur ungenügende Ausrüstung!“ OK sofern die Routenwahl angemessen zum Wetter ist.

  • René Edward Knupfer sagt:

    … die hohe Zahl tödlicher Unfälle beim Bergwandern könnte auch damit erklärt werden, dass die Gefahr beim Begehen von steilen Grashängen (wie auch von hartgefrorenen Altschneefeldern) oft nicht richtig erkannt wird; … es ist auffallend, wie sorglos viele Berggänger die an sich ungefährlichen markierten Bergwege verlassen, um Serpentinen abkürzend, direkt auf- oder abzusteigen … wiederholt so beobachtet am Gantrisch und am Grossen Mythen, beide des Öfteren Schauplatz fataler Abstürze im Steilgras …

  • Aschi sagt:

    Die über 50 Jährigen verunfallen öfter. Fritzsche’s Unfallkatalog hat das auch festgestellt bezüglich Tod durch Sturz. Die Wahrscheinlichkeit ist um Zehnerpotenzen höher, bei älteren Menschen. Ich kenne mehrere 70 Jährige, welche auf der Kellertreppe stürzten (zum Glück nur mit Verletzungsfolgen) obwohl sie recht geübte Bergsteiger sind.

    • mel sagt:

      kommt aber auch dazu, dass der anteil an 50+ wanderer / bergsteiger wohl höher ist als der von 20ern oder 30ern…. wage ich jetzt einfach mal zu behaupten! um wirklich eine aussagekräftige statistik zu haben, müssten mit gleichen ellen gemessen werden, sprich man müsste vielleicht 1000 probanten jeder altersklasse über den brienzergrat jagen und schauen, in welchem alterssegment die meisten runter purzeln ;-)

      • Aschi sagt:

        Fritzsche (Wie gefährlich leben wie), hat das wissenschaftlich untersucht. Dabei unterschied er nicht wo ein Sturz erfolgte (Berg oder Tal). Er verglich die Todesfälle infolge Sturz für jede Altergruppe. Für über 50 Jährige düfte das Risiko etwa 20x grösser sein als bei Jüngeren. Bei über 70 Jährigen ungefähr 50x grösser, soweit ich mich an diie Zahlen erinnere.

  • Aus der Statistik wird nicht klar, ob Anseilen das Risiko erhöt oder erniedrigt. Sterben mehr Leute, weil sie angeseilt mitgerissen werden oder überleben mehr Leute, weil sie angeseilt gerettet/gesichert sind?

  • Jack sagt:

    Salü,

    ist ja wirklich interessant, dass die Bergunglücke an dem warmen und sonnigen Wetter liegen sollen. Die Ursachen sind andere. Der Bergsport, oder das kraxeln wie wir es hier in Bayern nennen, ist zu einer Trendsport Art mutiert und viele springen auf dem Hype auf. Da gehen manche Vollpfosten mit Sandalen ins Hochalpine Gebirge und zum allem Überfluss über Schneefelder die bis Mitte Juni keine Seltenheit sind. Auch unterschätzen viele ihr eigenes Können und ihre Kraft. So haben auch wir, hier bei uns, einen traurigen Rekord was die Rettung aus Bergwänden und Klettersteigen angeht. So kommen dann auch noch solche frechen Kommentare, von den in Not geratenen, zusammen wie: Wo wart ihr denn solang ? Ich hab schon vor einer Stunde angerufen ! Dazu währe nichts mehr hinzu zufügen.
    Ein Grund ist sicherlich auch, dass das Bergsteigen als eine Art Disneyveranstaltung vermarktet wird um noch mehr Touristen anzulocken. Die Berge werden in Ketten gelegt und der Respekt vor der Natur geht somit verloren, was auch zur Leichtsinnigkeit manches Flachlandtiroler führt, wie auch die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Das Bergparadies wird als Spielplatz ausgegeben nach dem Motto: Jeder kann das ! Dieser schadvolle Trend setzt leider immer mehr durch.
    Auf dem Mount Everest ist der Massentourismus angekommen, so wurden in den luftigen Höhen Funkmasten aufgestellt, es gibt Suppenküchen der Sherpas auf 5 bis 6000 M höhe, kein Scherz, die heiße Suppen an die Touris verkaufen. Auf den Klettersteigen, die in das Eis des Berges gehauen sind, stauen sich bis zu 200 Personen an einem Tag. An einem Basislager gibt es kleine Holzhütten und eine Art von Dixiklos aus Holz samt Fressbuden. Stellt sich nur die Frage wann das erste Fastfood Restaurant auf dem Gipfel eröffnet.
    Die Alpen wie auch andere Gebirgsregionen sind für mich ein Menscheitserbe, ihre Erhabenheit, Schönheit inspirieren die Menscheit schon seit Jahrtausenden. Und wollen wir ernsthaft jetzt für ihre Zerstörung aus Profitgier und Modehype dies alles gefährden ? Der wirklich Kletterer übernimmt auch die Veranwortung für derren Erhaltung.

    • Urs Kyburz sagt:

      Da kann ich nur zustimmen. Auf Bergwanderwegen trifft man Leute an, die passend für das Kaufleuten in Zürich gekleidet sind, aber niemals für die Berge. Im Prinzip müsste man jede Bergstation einzäunen und nur jene passieren lassen, die auch adäquat ausgerüstet sind. Bei diesen Leuten fehlt jede Kenntnis und jeder Respekt vor der Natur. Aber diese weiss sich ja zu wehren, wie man in den Statistiken sieht (etwas überspitzt formuliert).

      • Peter Steiner sagt:

        Die schlechte Ausrüstung ist das eine. Aber die Vermarktung des alpinen Raums zusammen mit dem Marketing von Outdoor-Ausrüstern führt meiner Meinung auch dazu, dass viele das Gefühl haben, alpine Kompetenz kann man sich in Form von Bekleidung und Ausrüstung kaufen. Lernen und Erfahrungen sammeln ist nur was für diejenigen, die sich nicht die teuerste Ausrüstung leisten können.

        Da sieht man ja bereits auf Wanderungen im Jura Leute die gut genug ausgerüstet wären um auf den Mount Everest raufzusteigen.

  • Daniel sagt:

    Auch wenn ich mich wiederhole; Aber es geht einfach nichts über ein gutes Schuhwerk bzw. über eine gute Ausrüstung. Lieber ein paar Franken in die Hand nehmen und was gescheites als mit Turnschuhen wie die Japaner!

  • Philipp Rittermann sagt:

    punkt 9 ist intressant; es ist aber sicher legitim, dass sich die kühe wehren. im übrigen finde ich die statistiken sehr aufschlussreich und selbsterklärend. wer sich, aus genannten gründen, mit der natur anlegt, wird immer den kürzeren ziehen.

  • mel sagt:

    die statistik ist interessant zu lesen, jedoch auch mit vorsicht zu geniessen. gerade bei der kurzseildiskussion, wo sich die geister ja scheiden, hilft sie meines erachtens nicht sehr viel. schliesslich weiss man nicht, wie viele stürze gerade wegen dem seil abgefangen werden konnten oder umkehrt eben, wie viele sologänger mitgeriessen worden wären, wären sie am (kurz-)seil gegangen. das ganze ist mit ziemlich viele wäre, wenn und würde verbunden…
    die allgemeine steigerung der anzahl rührt aus meiner sicht nicht nur vom wetter, sondern auch vom stetig anhaltenden boom der outdoorbranche: sind mehr leute unterwegs, gibts automatisch auch mehr unfälle/notfälle.

    • Toni sagt:

      Völlig richtig Mel. Zum Thema Kurzseil gibt es verschiedene Untersuchungen (u.a. auch vom DAV) die teils sehr wiedersprüchliche Aussagen machen. Schliesslich bleibt es beim Hätte & Wenn.
      Interessant auch die Statistik zu der Rubrik Tod nach (ausländischer) Nationalität – solange man keine Aussagen darüber machen kann wieviele Alpinisten insgesamt unterwegs sind, entsteht doch ein sehr verzerrtes Bild (siehe Punkt 3 – 33 Tote, davon 29 Ausländer -> vlt. sind es aber 29000 Ausländer „gewandert“ und nur 1000 Schweizer… es ergebe sich ein ganz anderes Bild…)

      • Verena K. sagt:

        Die Untersuchungen des DAV waren wirklich sehr interessant. Jedoch muss man aber erwähnen, dass in solchen Situationen, wie auf dem Titel-Foto, dann lieber gar kein Seil benutzt werden würde. Es ist wirklich auffällig, wie oft die falsche Seiltechnik angewenet wird…

      • captain kirk sagt:

        Ein Grund dafür, dass viele Ausländer (Touristen) verunglücken ist jener, dass diese teils Losgehen auch wenn die Bedingungen es nicht erlauben. Denn sie haben wenig Zeit und in dieser Zeit wollen sie hoch auf den Gipfel für welchen sie gekommen sind.
        Das selbe gibt es auch bei Skitourengeher. Also nicht blos bei Hochtourengeher.

        • Chris sagt:

          Es ist so, dass man Personen aus dem Ostblock ein erhöhtes Risikonverhalten nachsagt. Ob das nun nur an der verfügbaren Zeit, Geld oder auch einfach einer anderen Einstellung zum Bergsteigen liegt, soll mal dahingestellt sein. Tatsache ist aber, dass diese Leute teils einfach mit schwereren Bedingungen klarkommen als der Gute-Laune-Plaisir-Bergsteiger von hier um die Ecke sich zumuten möchte.

          • captain kirk sagt:

            Auch der „Ostblockbergsteiger“ stirbt wenn ihn eine Lawine erfasst! Das hat nichts mit Gute-Laune-Plaisir zu tun.

            Die Airzermatt stellt nicht ohne Grund Bergführer dazu ab, an den Aussichtspunkten nach Bergsteiger ausschau zu halten, welche die Routen von unten Begutachten.
            Diese sollen mit ihnen das Gespräch suchen und wenn die Bedingungen Schlecht sind ihnen vor einem Aufstieg ab zu raten. Denn es ist eine Tatsache das der Druck erheblich grösser ist, wenn man nur 3-4 Tage zur Verfügung hat. Da wird dann halt auch mal ein grösseres Risiko in Kauf genommen.
            Als Einheimischer kann man sich sagen „Der Berg läuft nicht davon“ Nur leider hält das viele auch nicht vor unüberlegten Aktionen ab.

  • Urs Kyburz sagt:

    Was mich einzig erstaunt ist, dass es nicht noch mehr Unfälle gibt. Letztes Jahr unternahm ich seit langem wieder einmal eine Hochtour, aber über gewisse „Bergsteiger“ konnte ich nur den Kopf schütteln. Einer war ganz alleine unterwegs in kurzen Hosen und wollte ohne Pickel und Steigeisen einen Gletscher überqueren. Andere kamen uns zwar mit Steigeisen an den Füssen entgegen, hatten aber nur Langlaufstöcke anstelle eines Pickels und waren ebenfalls in Shorts unterwegs.
    Liebe Leute, wenn ihr in die Berge wollt, dann lasst euch entsprechend ausbilden! Und sonst lasst es sein und betrachtet die wunderschöne Bergwelt von einer Bergstation aus.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.