Wenn die Abkürzung Schmerz heisst

Das Training ist sehr kurz und sehr schmerzhaft: Nicole Ulrich, Moderatorin des Schweizer Fernsehens im Selbsttest. (Bild: Screenshot SF)

Das Training ist sehr kurz und sehr schmerzhaft: Nicole Ulrich, Moderatorin des Schweizer Fernsehens im Selbsttest. (Bild: Screenshot SF)

Geht es um ihre Leidenschaft, kennen viele Sportler keine Grenzen – auch keine finanziellen. Läufer investieren in modernste Schuhe, nur das Beste ist für die Füsse gut genug. Gerne zücken sie ihr Portemonnaie, um sich atmungsaktive, winddichte oder reflektierende Kleider zu besorgen. Sie gönnen sich massgeschneiderte Trainingsprogramme oder gar einen persönlichen Trainer. Diese Geschenke an das Läufer-Ich motivieren, aber sie sollen vor allem die Leistung verbessern: Schneller, ausdauernder will man werden. Dafür scheint zuweilen kein Preis zu hoch.

Doch an langen, teils gemächlichen Trainingseinheiten führt auch der beste Schuh nicht vorbei. So erstaunt es wenig, dass Ausdauersportler ständig nach einer Abkürzung suchen. Ein Unternehmen, das aus der Zürcher ETH hervorgegangen ist, will nun diese langersehnte Abkürzung gefunden haben. In Medienberichten verkünden die Wissenschaftler, sie könnten mit einem kurzen Training dieselben Effekte erzielen wie durch Kraft- und langes Ausdauertraining. Auf dem Wegweiser ihres Shortcuts steht: kurzes aber schmerzvolles Training (zu sehen im Video unten).

Die Forscher kombinieren dazu Sprints auf dem Velo und ein Krafttraining auf einer vibrierenden Platte – das klingt human. Der Widerstand, den es auf dem Hometrainer zu treten gilt, beträgt rund zehn Prozent des Körpergewichts des Sportlers – da muss der Sportler erstmals über sich hinauswachsen. Krafttraining auf einer Vibrationsplatte – tönt nach schwerer aber verkraftbarer Arbeit. Wären nicht die Beine mit Luftmanschetten abgebunden, die Muskeln also blutleer und daher ohne energiespendenden Sauerstoff.

Sportprofis aber auch Hobbysportler gehen bei dem Programm nicht nur an ihre Grenzen, sondern offenbar darüber hinaus: Sie leiden, bis einige von ihnen erbrechen oder gar in Ohnmacht fallen. Die verantwortlichen Sportwissenschaftler belegen jedoch in Studien, dass ihre Trainingsmethode Muskelwachstum, Leistung und Ausdauerkapazität erhöht. Investieren muss der Sportler dafür pro Trainingseinheit verlockend kurze 15 bis 45 Minuten, ein Prozent seines Körpergewichts – und 390 Franken. Dieses Trainingsprogramm besteht aus vier Einheiten innerhalb von zwei Wochen.

Bei der traditionellen Trainingslehre ist das Wort Ausdauer Programm: Es dauert, wenn ein Läufer daran arbeiten will. Dafür legt er Kilometer um Kilometer zurück. Der Körper erhält dabei Zeit, sich an die Herausforderungen zu gewöhnen, daran zu wachsen. Diese neue Trainingsmethode hingegen stellt ihn unter Schock. Sie fordert von ihm eine unmittelbare Reaktion. Sie kürzt ab. Sie geht mit dem Zeitgeist einer Gesellschaft, die immer schnellere Resultate fordert – und zwar hier und jetzt.

Doch der Körper ist das höchste Gut eines Sportlers. Das wissen die Profis am besten. Er ist ihr Kapital. Sie kennen ihren Organismus, verstehen seine Sprache. Sie gehen bewusst Risiken ein – auch wirtschaftlich. Greifen Profis zu derart extremen Trainingsmethoden vermögen sie vermutlich genau «hinzuhören», wie es ihrem Körper dabei geht. Aber: Ist das Risiko derart krasser Trainingsmethoden für Hobbysportler nicht zu hoch? Darf der Preis für diese Abkürzung die Gesundheit sein?

53 Kommentare zu «Wenn die Abkürzung Schmerz heisst»

  • Diese Forschung ist weder krank noch sinnlos. Ich denke viele hier im Forum verstehen es einfach nicht. Ich kann mir viele medizinische Anwendungen vorstellen, welche die Regeneration fördern. Der Effekt beruht auf einer natürlichen Reaktion des Körpers indem nach Suaerstoffdeprivation u.a. Wachstumshormone ausgeschüttet werden und die Vaskulairisierung des Gewebes erhöht wird.

  • xorox sagt:

    Und wie steht es heute damit. Hat sich bereits Neues getan? Gibt es bereits Resultate? Oder effektive Kaeufer?

  • Homepage sagt:

    Es ist scheinbar eine Zeittendenz, Schnelligkeit. Der Logik nach, steht das schnell Kippen jedoch ebenso im Programm. Frage mich, ob hierbei der Spruch zutrifft: Sport ist Mord. Wird der Geist, oder Kopf genannt, hierbei vom Fleischapparat vergessen? Alles Extreme schadet dem Mensch und Gesundheit ist nicht mit Geld zu bezahlen.
    Ruhm verrauscht, Körper altert unabhängig von Trainingsmethoden – und, wo bleibt das eigentliche Leben? Wenn Sport ein Lebenselixier sein kann, so kann das Überspannte das Gegenteil bedeuten.

    • webdesign sagt:

      Ich freue mich auch jetzt schon darauf. Sobald das schmerzfrei möglich ist….
      Spass bei Seite – Es ist schon erschreckend, wie weit gewisse Sportler gehen. Man sieht dies ja auch an vielen Doping-Beispielen im Spitzensport. Was die Sportler sich abverlangen ist ja teilweise unmenschlich. Ich bin auch dafür, dass man seinen Körper fordert und den „inneren Schweinehund“ überwindet, doch darf dies nicht um jeden Preis geschehen.

  • Fran sagt:

    So cool! Jetzt müssen die Wissenschaftler das Ganze nur noch schmerzfrei hinkriegen und ich bin dabei! Resultate nicht nur möglichst schnell, auch möglichst bequem bitte.

  • André sagt:

    Ein Profi braucht viel Training, um sich ein wenig zu verbessern. Ein Anfänger kann mit einfachstem Training seine Fitness stark verbessern. Darum ist das wohl eher ein Gerät für Profis, die das letzte herausholen wollen. Ein Anfänger kann sich doch damit bloss den Sport abgewöhnen.

    Immerhin geht es um die effektive Leistung des Körpers, nicht um Hulk-Muskeln. Das find ich dann in seinen Extremformen schon eher „Zivilisationswahnsinn“.

  • Bernd sagt:

    Ich bin international als Trainer im Leistungssport tätig. Diese Trainingsmethode ist keine „neue“ Entdeckung, sondern wird seit jahrzehnten im Spitzensport angewendet. Ohne solche hochintensiven Trainingseinheiten wären Zeiten von 2h04 beim Marathon nicht denkbar. Sorry, but old „news“ :-)

    • markus sagt:

      nicht ganz…..
      intervalle ja – aber auf vibrationsplatte kniebeugen machen mit „abgedrehten“ oberschenkel – dies ist neu.

      die kombination macht den unterschied!

      habe endurex als letzter „booster“ vor einem IM auch schon gemacht und mir hats auf alle fälle mehr druck auf die pedale gebracht.

  • René sagt:

    Dies ist ein interessanter Artikel, aber meiner Meinung nach fehlt eine Einordnung. Sie schreiben von 4 solchen Intensivtrainings in 2 Wochen. Für Spitzen- und Leistungssportler kann ein solches Training wohl als Ergänzung in einer bestimmten Phase ihres Trainingsblocks übers Jahr gesehen werden. Die Meinung von EndurEX ist ja wohl nicht, monatelang so zu trainieren.
    Selbst bei Athleten wie Viktor Röthlin besteht der Hauptteil seines Trainings aus etwa 80 % Ausdauerarbeit, dies in verschiedenen Tempi, von ganz langsam bis zu den eigentlich harten Schwellentrainings. Insofern wird EndurEX plötzlich zu einem normalen Intervalltraining (das übrigens zeitlich auch kürzer ausfällt als eine Ausdauereinheit) wie es immer schon gemacht wurde. Es war schon früher so, dass sich Sportler-innen (egal welcher Leistungsklasse) mittels harten Intervalls kurzfristig zu guter Form trainierten, welche dann jedoch kaum über Monate anhielt. Was die Entwickler natürlich nicht sagen ist, dass die ganzen (von vielen Leuten als mühsam und langweilig empfundenen) Ausdauereinheiten kaum entfallen; sofern man über einen längeren Zeitraum Erfolg haben will.

  • Fabian Kremser sagt:

    @Marcel K: Danke für diesen Kommentar, der trifft es auf den Punkt. Bemerkenswert finde ich auch, dass solch abwertende Kommentare gerne unter einem Pseudonym verfasst und mit Fremdwörtern gespickt sind, die mehr im Wörterbuch nachgeschlagen denn effektiv gebrauchlich sind.

    Ich komme gerade selbst von einer EndurEx-Einheit, ich habe heute Morgen um 8 das erste von vier Trainings an der ETH absolviert. Zum dritten Mal insgesamt – und ich stehe voll und ganz hinter der Trainingsmethode. Es ist hart, ja. Es tut auch weh, ja. Doch wer dieses Training bereits absolviert hat wird mir zustimmen: bereits nach der zweiten Einheit radelt es sich bedeutend lockerer den Hausberg hoch als noch zuvor. Warum ich das genau tue ist meine Sache, doch ich kann an dieser Stelle die Hand ins Feuer legen für das Team von Exersciences: die Forscher sind allesamt auch top trainierte Sportler und wissen genau, wie sie einen Kunden lesen und wann sie, im schlimmsten Falle, das Training abbrechen müssen.

    Die Frage danach, ob so eine Entwicklung überhaupt nötig ist, finde ich nicht gerechtfertigt – man könnte genauso gut fragen, ob es denn unbedingt ein iPhone brauchte, das Internet, die Concorde, die Dampfmaschine… Wir entwickeln uns als Rasse „Mensch“ beständig weiter, das war schon immer so. Dass dies einigen nicht passt, ist auch nichts neues – durch Zeitungen und Internet bekamen Nörgler allerdings eine Plattform, wo sie sich selbst darstellen können.

    Was bestimmte Kommentare zum EndurEx angeht, die Wörter wie „Krank“, „Masochistisch“, „gestört“, „nicht richtig im Kopf“… jeder hat ein Recht auf seine Meinung, und ich persönlich tendiere dazu diese Begriffe auf Menschen anzuwenden, die es fertig bringen, den ganzen Tag auf der Couch zu liegen, von Sender zu Sender zu zappen und aus Neid oder schlicht reiner Missgunst solche anprangern, die sich im Leben Ziele gesetzt haben und bereit sind, dafür zu arbeiten. Nicht nur im Sport, sondern auf jedem Gebiet.
    Kein Mensch hat ein Recht auf Erfolg – doch die Möglichkeit, hart für ihn zu arbeiten steht jedem offen. Und manchmal beinhaltet dies eben auch das EndurEx.

  • Yannick Wald sagt:

    Habe selbst an einer aehnlichen Studie teilgenommen. Intervalltraining, aber ohne die Beine wie oben im Video abzuschnüren. Ich finde eigentlich solche Studien schon sinnvoll, denn wieso sollte jemand 90 Minuten auf dem Velo Ausdauer betreiben, wenn er zu denselben Effekt innerhalb von einer halben Stunde erreichen kann. Die Studie, an der ich teilgenommen habe, hat Selbstdisziplin erfordert. Das heisst 3x pro Woche selbststaendig nach Angaben trainieren und die Messungen ueber Pulsband aufzeichnen. Dann wurde einmal im Monat der Fettanteil gemessen und waehrend dem Testfahrt Blut entnommen, um den Laktatgehalt zu messen, ebenfalls gemessen wurde die Lungenfunktion ueber eine Luftventilmaske. Dauer 3 Monate. Resultat: die körperliche Leistung beim Velofahren näherte sich von Normalsportler zu der eines Breitensportlers.

    Nun die Frage, ob sowas gefaehrlich ist. Ich finde einfach, jeder halbwegs normale Mensch kennt seine koerperlichen Grenzen gut und wird wohl wissen, wie weit er gehen darf. Ich mache das seit einem Jahr und lebe noch, der Körper hat bisher keine Beschwerden davon getragen und ich fühle mich fit. Ist doch gut, dass solche effizienten Methoden erforscht werden. Schlussendlich hat man immer noch freie Wahl: entweder traditionell und zeitintensiv oder modern und effizient. reine geschmackssache.

  • Dieter sagt:

    Wer denkt Exersciences propagiere diese doch eher sehr wissenschaftliche Trainingsphilosophie für Fitnessparcour Pläuschler der hat glaub ich etwas falsch verstanden. Ob diese Methode leistungsorientierten Hobby Athleten und Profi Sportlern ermöglicht die letzten paar % auch noch rauszukitzeln, ist meines Erachtens eine sehr persönliche Angelegenheit. Ich würde aber von einer sportbegeisterten Journalistin schon eine objektivere Berichterstattung erwarten als dieser plakative, abwertende Artikel darstellt. Ich muss mich sogar fragen ob es nicht gefährlich ist wenn sie sich unter die leicht gestörten Triathleten begibt und wie eine „Pickte“ 1900 Meter schwimmt, ihren Nachbarinnen Schläge austeilt, 90km so schnell wie möglich Rad fährt und dann noch einen absolut schädigenden Halbmarathon absolivert!? Ich würde eher ein Bocciaturnier unter Gleichgesinnten vorschlagen. Falls Sie sich trotzdem in die Hölle der Löwen und Löwinnen wagt, dann maybe cu in Rapperswil. :-)))

  • Marcel K sagt:

    Meine ich das nur oder schreiben sich hier einige Leute den Frust über ihr eigenes Unvermögen von der Seele? Denn:
    1. Sportler (ob Hobby- oder Profisportler) sind in der Regel zielgerichtete Menschen, die wissen was sie wollen. Ob nun das Ziel Gewichtsverlust, ein Marathon oder einfach ein ausgeglichenes Leben ist. Das hat mit hirnlos ebenso wenig zu tun wie mit Masochismus.
    2. Das oben beschriebene Training ist freiwillig und wird unter Aufsicht von Experten absolviert. Es ist absolut ungefährlich und hat auch nichts mit Doping zu tun. Es bedingt aber eine Eigenschaft, welche offenbar heute unbekannt ist: man muss auch mal aus der eigenen Komfortzone heraustreten, den inneren Schweinehund überwinden.
    Übrigens: Sport ist auch ohne dieses Training gesund. Aber bewegen muss man sich schon dazu. Und genau hier liegt das Problem: Immer mehr Menschen bewegen sich immer weniger, essen ungesund, rauchen, trinken und rennen bei jedem Schnupfen zum Arzt. Und wenn dann mal jemand Sport macht, ist das sofort „masochistisch, krank, bedenklich oder krampfhaft“. Wer ist jetzt da falsch gewickelt?

  • Dario vo Züri sagt:

    da frag ich mich nur, ob die Erfinder diese Methode auch allen Ernstes in den USA einführen möchten und schon Rückstellungen gemacht haben für Schadensersatzklagen wegen Gesundheitsschädigung (z.B. claudicatio intermittens und posttraumatische Gefässschäden).

  • Peter A sagt:

    Wenn nur der Gedanke „mit weniger Aufwand mehr Ertrag“ im Fokus der Fitnesswütigen steht, dann stimmt die Welt der Gesunden nicht mehr.
    Ja, ich kenne Personen, welche das Programm absolviert haben. Und durchwegs positive Meinungen geäussert haben. Aber die sind alle auf einem Fitnesslevel in den oberen 10%. Meine Meinung ist natürlich nicht wissenschaftlich fundiert, denke aber, dass wirklich ein Effekt erzielt wird. Jedoch nur bei bereits überdurchschnittlich trainierten Personen, deren Muskulatur diese Belastung auch verletzungsfrei überstehen.
    Es scheint mir aber vollkommen falsch zu sein, wenn jedermann annimmt, mit diesem Programm eine Kondition mit zeitlichem M-Budget Aufwand zu erzielen – wogegen die Kosten in der Selection Gegend angesiedelt sind -. Und genau hier werde ich dann misstrauisch. Als ETH ist die Forschung nicht gewinnorientiert und kann eine Methode für eine sehr spezifische Zielgruppe entwickeln. Sobald aber ein Spin-Off in die Wirtschaftswelt eintaucht, wird die Zielgruppe erweitert oder gleichgesetzt mit „potentiellen Kunden“. Ich unterstelle hier nichts, aber ich hoffe doch, dass Exerscience eine Qualitätskontrolle für zugelassene Kunden durchführt.

    Im selben Feld bewegt sich auch die HIIT Methode, jedoch „normaler“ mit zeitlichem Einspareffekt. Jedoch empfiehlt der Forschungsleiter, wer zeitlich die Möglichkeiten hat, soll mit Umfängen trainieren anstatt mit häufigen Intervallen.
    Ich denke generell ist zu unterscheiden zwischen Wettkampfsportler (auch auf hohem Amateurniveau) und wirklichem Fitnesslevel. Wenn nur Fitness, dann in der Natur und auf herkömmliche Weise. Spart Geld, macht Spass und bringt sozialen Kontakt. Beim Intervall habe ich jedenfalls noch nie eine Diskussion zustande gebracht.

  • Jörg sagt:

    @Nina: Ich hab das Training bei Exerscience vor 2 Jahren gemacht. Ich wurde damals relativ kurzfristig für die Gleitschirm-EM nachnominiert, hatte aber die Monate davor aus beruflichen Gründen mein Ausdauertraining reduziert. Kraft und Ausdauer sind zwar nicht zentrale Leistungsmerkmale in unserm Sport, aber bei EM oder WM, wo zwei Wochen lang täglich 5, 6 Stunden geflogen werden kann, werden mentale und physische Erholungsfähigkeit dann eben doch sehr wichtig.

    Das Training war schon ziemlich hart, der Genussfaktor war im Gegensatz zu meinen normalen Lauftrainings nahezu inexistent. Ich fühlte mich nachher jeweils so wie früher nach einem 4-Stunden-Training mit einem japanischen Karatemeister der gaaaanz alten Schule. Aber interessanterweise ging dieses Schlappheitsgefühl schon nach wenigen Stunden wieder vorbei. Auch Muskelschmerz verspürte ich keinen – auf die Kältekammer konnte ich also gut verzichten (@Peter Schudel: 55° minus? brrrrr!!!!). Der zweite und dritte Besuch kosteten einiges an Überwindung, ganz klar.

    Das Resultat objektiv zu beurteilen ist schwierig, da fehlt’s mir an Vergleichsmöglichkeiten. Aber subjektiv ging’s mir in den Wochen danach, während der EM, wirklich gut. Auch die Aufstiege zu Fuss zum Startplatz, die manchmal nötig waren, ob ohne oder mit Ausrüstung (33 kg) fielen mir leichter als ich das sonst so kannte. Leider sassen wir viel im Regen und flogen nur wenige Läufe, so dass die mentalen Faktoren (Motivation) viel stärker zu Zuge kamen als die physischen.

    Insgesamt ein Erlebnis, eine gute Erfahrung, aber wirklich nur weil ich einen (für mich, jeder hat da andere Massstäbe) triftigen Grund hatte, das zu machen. Im Moment hab ich nicht vor, das zu wiederholen. Das Training beschränkt sich ja auch auf die Beinmuskulatur, einfach weil’s für andere Muskelgruppen noch keine äquivalente Übungen gibt. Das empfand ich als Nachteil, da ich sonst eigentlich in allen meinen Trainings meinen gesamten Körper involviere. Als ungeübter auf dem Velo-Ergometer profitiert man sicher weniger als ein erfahrener Radfahrer oder Triathlet.

    • Nina sagt:

      Jörg, vielen Dank für die Ausführung. Sehr spannend zu lesen und gut zu wissen. In deinem Fall finde ich das auch sehr legitim, ob ich das mir antun sollte, weiss ich nicht. Das Ausprobieren reizt jedoch schon ;-)

  • Otto Liebschitz sagt:

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es eine relevante Masse von Leuten gibt, die solches tun.

  • Joachim Kuhn sagt:

    Vielen Dank Tagi für das Publizieren dieses Artikels – Ich werde mir heute Abend zwei Gummibänder um die Beine binden und dann sprinten gehen.

  • markus roth sagt:

    wie oft im sport und (sonst im leben) ist masochismus eine öfters anzutreffende grundlage bei „extrem“ sportlern und es muss schon eine konditionierung bei der person vorliegen, dass sie sich das antun. Und die sadisten sind die, die sich solche torturen und schmerzen ausdenken. So empfinde ich dieses „schmerzen aushalten“, etc.

  • Christian Duerig sagt:

    Es scheint, dass Sportler nur Muskeln besitzen. Die kleinste Störung in meiner Sauerstoffzufuhr führt sofort zu Schwarzsehen und Unwohlsein. Sogar Erbrechen kann eintreten. Ich weiss aber, dass ich ein Gehirn besitze und dieses tagtäglich trainiere. Das Super Memory habe ich mir auch schon beigebracht. Gehen und Wandern genügen mir für meine vielleicht vorhandenen Muskeln.
    Es gibt Forscher, die verdienen ihr Geld mit Sportlern. Sie werden oft sogar noch gesponsert. Hopp Schwiz !

  • Nina sagt:

    Mich würde Wunder nehmen, was die Personen sagen, die dieses Training ausprobiert haben. Wie war die Leistungsverbesserung? Gibt es effektive Resultate?
    Bin gespannt auf Erfahrungsberichte!

    PS. Pia, toller Artikel!

  • Die Methode ist noch nicht zu Ende gedacht: Um die Wirkung zu verstärken muss man nach dem Training noch in die Kältekammer (55° minus). Ansonsten sind die Muskelschmerzen zu gross. Durch diese Trainingsmethode bin ich jetzt nur noch rund 10 Minuten langsamer als Viktor Röthlin auf der Marathon-Distanz und das mit sagenhaften 55 Jahren (Ich hol ihn noch ein)!

  • bitta sagt:

    und ich Depp dachte, beim Hobbysport ginge es um das Vergnügen und die Freude am Bewegen. Tja.

  • Ein interessanter Artikel, der viele neue Studien bestätigt. Reines, sog. aerobes Ausdauertraining ist belastend für das Herz. Kurze, intensive Trainingseinheiten stärken Lungen- und Herzkapazität. Und fördern nebenbei die Fettverbrennung nachhaltig. Nicht von ungefähr enthalten Trainingspläne vopn Spitzensportlern Intervall-Trainigs-Einheiten.

  • Paul Mayr sagt:

    Krank würde ich es nicht bezeichnen, aber vielleicht extrem.

    @Ste Ven: Ob man 40Km rennt oder 45min diese Tortur mitmacht ist sicher nicht gleich belastend, aber der Körper kann sich nur über längere Zeit anpassen. Wenn sie untrainiert sind, dann nützt diese Technik gar nichts.

    Sie können einen ganz einfachen Selbstest machen. Ich nehme mal an sie sind bis jetzt nur mit normalen Laufschuhen gerannt und haben sich mit der Zeit immer mehr steigern können. Nehmen sie jetzt einmal einen Merell Trail Glove oder sonst einen Schuh der 0mm Sprengung hat. Wenn sie jetzt mit diesem Schuh die gleiche Strecke rennen werden sie ihr blaues Wunder erleben.

    Man kann sich an alles gewöhnen, aber wenn jetzt ein Hobbiesportler denkt er kann in 45 min ein Aufbautrainig ersetzen wird er wohl entäuscht werden. Der Trend geht leider immer mehr zu Auputschmitteln, Schmerzmitteln, … Zum glück überstehe ich mein Leben ohne Medikamente und ohne extrem Trainigs und bin trotzdem in Topform.

    Ich denke es ist besser wenn man sich gesund ernährt, viel Wasser trinkt und 3-5 mal pro Woche trainiart, aber nie extrem. Dann kommt der Erfolg

    • Sabine sagt:

      @Paul Mayr
      Sie haben den Artikel nicht verstanden. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, die eben zeigt, dass in diesen 15-45 Minuten ein sehr hoher Trainingseffekt erziehlt werden kann. Unter Topform verstehen die Teilnehmer dieses Trainingsprogrammes wahrscheinlich etwas anderes als Sie.

      • Paul Mayr sagt:

        Ich habe den Artikel schon verstanden, aber wenn Hobbiesportler zu solchen Methoden greifen stimmt etwas nicht. Wenn man nicht schon ein extrem hoches Leistungsniveau erreicht hat, kann man auf dieses „Training“ verzichten. Viele werden diese Methode aber doch ausprobieren, weil sie denken damit besser zu werden. Der Trend geht komplett in die Falsche Richtung. Man braucht nit die 300.- Laufschuhe um laufen zu können, es ist auch nit das 10 000.- Carbon MTB nötig um Touren zu fahren, es sind auch keine „Powerbars“ nötig um sport zu treiben und diese Methode ist für Hobbiesportler auch absolut unnötig. Laufen sie mal durch den HB in ZH, wieviele Leute laufen mit 500.-+ GoreTex Jacken herum, mit 150.-+ Kletterrucksäcken… scheinbar muass es immer das Beste und neuste sein. Dieses Trainig treibt es nur noch mehr in diese Richtung… natürlich wird es auch eine Sinnvolle verwendung dafür geben.

        Ich bin kein Leistungsportler, aber ich kann 5min der Kilometer über 15Km+ laufen. Fahre über 5000Km MTB im Jahr… Meine Form wird besser sein als 90% der couch potatoes die hier dauernd Kommentare schreiben.

  • Massimo sagt:

    Warum wohl sind die Spitzensportler mit 40 Jahren wracks?

  • masochismus mit suchtpotenzial. und es gibt ja die länder wo selbstgeisselung noch brauch ist

  • Christian Heiniger sagt:

    Also ich finde diese Methode genial. Der Effekt beruht auf einer natürlichen Reaktion des Körpers indem nach Suaerstoffdeprivation u.a. Wachstumshormone ausgeschüttet werden und die Vaskulairisierung des Gewebes erhöht wird. Ich kann mir viele medizinische ANwendungen vorstellen, welche die Regeneration fördern.
    Diese Forschung ist weder krank noch sinnlos, die meisten hier im Forum verstehen es einfach nicht.

  • Chris sagt:

    „Sie geht mit dem Zeitgeist einer Gesellschaft, die immer schnellere Resultate fordert – und zwar hier und jetzt.“
    Schön gesagt und genau da liegt das Problem, man kann nicht mehr sparen bis man das Geld hat um sich etwas zu leisten und kauft es auf Pump, man will nicht trainieren bis man sein Leistungsziel erreicht hat, man will immer schneller mehr weil es einen nie befriedigt, man hat ja kaum dafür gearbeitet.
    Jemand der über 3 Jahre lang 30kg mit Sport und Bewegung abnimmt und danach immer noch etwas zu schwer ist ist wohl glücklicher und gesünder (zumindest im Kopf und Gemüht) als jemand der 30 min im Marathon herausholt duch diese „trainings“ Methode…

  • Ste Ven sagt:

    Mich nähme wunder, wer von den hier Schreibenden selbst Sport treibt. Schon mal Spitzensport im Fernsehen geschaut? Tennis? Eishockey? Fussball? Leichtathletik?
    Sind sie sich bewusst, dass der Körper nur trainiert wird, indem man ihn belastet? Und ob es für die Gelenke besser ist, 40 km weit zu rennen oder 45 Minuten – sehr kontrolliert! – belastet zu werden, könnte man zumindest diskutieren.
    Also ich kann an dieser Trainingsmethode nichts Schlechtes erkennen. Wenn das ein Breitensportler machen will, soll er doch. Immer noch gesünder, als nur vor dem Fernseher zu hocken oder im Internet zu surfen.

  • Bernd sagt:

    Also verglichen mit dem, was ich regelmässig im Domina-Studio bezahle, finde ich den Preis günstig.

    • gion-duri mengold sagt:

      zu welchem preis ist nicht pekuniär, sondern gesundheitliche gemeint.

      • Fantomas sagt:

        Und wer sagt mir, dass man sich nicht auch im Domina-Studio etwas „gesundheitliche“ wegholt?

        Also mal ganz ehrlich, wer drauf steht, soll sich bitteschön auch frei entscheiden dürfen, ob er lieber die Peitschenlady oder den Mann mit der Hitech-Quälmaschine besucht.

  • gion-duri mengold sagt:

    effekt ist vielleicht da, u welchem preis? nötig? sinnvoll sicher nicht. für mich ein zeichen, wie KRANK wir sind.

  • SomeintPhia sagt:

    NEIN, die Gesundheit darf auf keinste Weise als Preis für diese Abkürzung gelten.

    Oder wie es im Dezember ein geiziger Mann mit seiner Lungenentzündung hielt: Ja nicht im alten Jahr ins Spital, da sonst die Franchise von CHF 1’500.– zum Tragen komme. In der ersten Januar-Woche erwachte er dann nicht mehr aus dem Koma.

    • gion-duri mengold sagt:

      ich kenne eine leherin, der passierte das gleiche, allerdings nicht aus geiz, sondern: „ich antiobiotica?schulmedizin? sicher nie“.

  • Klaus Bruggisser sagt:

    Vielleicht sollten die sogenannten Sportler diese Luftmanschette einmal um den Hals legen. Vielleicht ist ja das blutleere Hirn dann in der Lage sich zu fragen, wofür der ganze Mumpitz eigenlich sein soll. „Normaler“ Sport ist vermutlich einigermassen gesund und sinnvoll, was heutzutage aber betrieben wird, ist vielfach lächerlich und dumm. Wer will hier was wem beweisen?

  • stefan inderbitzin sagt:

    go go go go, durezieh, durezieh, durezieh. ist harry hassler nun weiblich?

  • kurt früh sagt:

    Heute krampfhafter „Spitzensportler“ und mit 60 ein Wrack und Medikamenten-Junkie und mit 70 im Grab! – Da bleibe ich doch lieber vernünftig (mit regelmässig mässig Sport) und geniesse das Leben bis 96.

  • Marina Müller sagt:

    Ich fass es nicht. Nicht irgendwelche Spinner finden so was raus, sondern Leute von der ETH Zürich! Forscher! Wie weit geht dieser Wahnsinn eigentlich noch? Für solche unsinnigen und gesundheitsgefährdende Forschungen wird Geld verpulvert! Dabei gäbe es wirklich relevante Themen, über die geforscht werden sollte. Solche, die den Menschen auch wirklich etwas bringen und FÜR die Gesundheit der Menschen sind.

    • McWide sagt:

      Wie können Sie sich anmassen, zu entscheiden, welche Forschung relevant sind und welche nicht. Zudem können Sie den Nutzen noch gar nicht abschätzen.
      Was ist wenn diese Methode in die Physiotherapie einfliesst? Nach Beinbruch, Gips etc.. 4 Wochen kürzere Regeneration?
      Wäre dies dann relevant?

      • Julie sagt:

        Das glauben Sie doch wohl selbst nicht ! Hat man die Langzeitschäden, die durch solche rabiaten Trainingsmethoden entstehen, schon untersucht ? Das ist Forschung ad absurdum geführt und da man für solche Experiment wohl Tiere nicht missbrauchen kann, wird sie eben am Menschen betrieben….

        • Alex Kramer sagt:

          Da kann ich die Ablehnung nur unterstützen: bei einer Knieoperation (Arthroskopie) muss man die Blutzirkulation im entsprechenden Bein unterbinden, um überhaupt operieren zu können. Nach 3 Stunden wird es gefährlich, weil dann Nerven usw. absterben und eine dauerhafte Gefühlslosigkeit, wenn nicht noch schlimmer, daraus resultieren kann.
          Warum sollte ich mir also sowas antun?
          @ Julie: zum Glück kann man dazu Tiere nicht missbrauchen.

  • Philipp Rittermann sagt:

    das ist eine kranke entwicklung; vor allem die auswirkungen auf den breitensport sind gefährlich, zumal jetzt schon jeder amateur-möchtegern-sportler zu irgendwelchen aufputschmitteln/anabolika/steroiden greift. bedenklich.

    • Raffael sagt:

      Ich selbst habe bei der Studie zur Trainingsmethode mit gemacht und ich kann es nur jedem empfehlen. Es ist unglaublich wie weit man seinen Körper an die Grenzen bringen kann.

      • Jean Thomas Weber sagt:

        Raffael, die Grenze dünkt mich bereits überschritten … vorausgesetzt, das Hirn gehört doch auch noch zum Körper. Für wen, für was und wozu quält Ihr eigentlich euren Körper? Mein ehemaliger Vorgesetzte war ungeniessbar, wenn er seine täglichen 15 km nicht in den Beinen hatte, er war mehrfacher Senoirenmeister. Als er kürzlich starb, wusste er nicht mehr mal wer er war.

      • Dave sagt:

        Ciao Raffi,

        Frage: Was ist den das Ziel dieses Training Muskelaufbauf? Ausdauer? Oder inwiefern hast du dich verbessert? Ist dies nur für Langstreckenläufer etc gedacht? Kann diese Methode für Sportler welche hauptsächlich Explosionskraft brauchen (z.B. American Football) angewandt werden?

        Gruss
        David

    • Stefan Hage sagt:

      Ich begrüsse eine sachliche Diskussion und respektiere die Einschätzung der Schreiber(innen). Wer von Ihnen hat dieses Trainings bereits absolviert und ist in der Lage eine wirkliche und ehrliche Meinung zu leisten? Warum bitte bewerten hier Menschen eine Form des Trainings, welches Sie selbst nicht annähernd bewerten können?

      Wie glaubwürdig ist eine Rezession über ein Buch von einer Person, welches dieses Buch nicht gelesen hat?

      • Philipp Rittermann sagt:

        ganz einfach herr hage – weil ich mir DAS sicher nicht antun werde. (übrigens trainiere ich auch regelmässig, dies aber äh-konventionell).

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