Kortison in der Sportmedizin – Fluch oder Segen?

gelenkentzündungen

Falsches oder übermässiges Training kann zu Entzündungen von Gelenken, Schleimbeuteln, Sehnen und Bändern führen: Jogger im Gelände.

In der sportmedizinischen Sprechstunde ist in gewissen Fällen auch der Einsatz von Kortison nötig. Doch aus Angst vor Nebenwirkungen schrecken viele Patienten davor zurück. Ist die Ablehnung von Kortison berechtigt? Wann und wie wird es genutzt?

Wir fragten unseren Running-Doc *Dr. med. Martin Narozny-Willi, Facharzt der SportClinic Zürich:

«Kortison? Nein, also mit so etwas möchte ich nicht behandelt werden, das ist doch schädlich!», bekomme ich oft zu hören. Bei genauerem Nachfragen, kann mir aber nicht gesagt werden, worauf genau die Ablehnung beruht. Grund genug, einen nüchternen Blick auf das gerühmte und geschmähte Kortison zu werfen. In diesem Blog wird nur die schulmedizinische Sicht behandelt. Es kann für gewisse Diagnosen durchaus auch alternativmedizinische Optionen geben.

Was ist Kortison?
1935 wurde das Hormon Kortison entdeckt. Die im Körper aktive Form Kortisol wird in der Nebennierenrinde gebildet und ist ein lebensnotwendiges, körpereigenes Hormon. 10-60mg beträgt die Tagesproduktion und wird durch das Hirn gesteuert. Am Morgen ist die Produktion am höchsten. Bei Stress kann am Tag bis zu 240mg Kortisol produziert werden. Obwohl Kortisol der eigentliche Wirkstoff ist, hat sich umgangssprachlich Kortison als Begriff durchgesetzt.

Wirkungen von Kortison
Das körpereigene Kortison erfüllt viele wichtige, natürliche Funktionen im menschlichen Körper, wie zum Beispiel:
• Glukoseproduktion durch Eiweissabbau
• Erhöhung des Blutzuckerspiegels
• Entzündungshemmung
• Steuerung des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes
• Immunsuppression

Behandlung des Knies.

Die Angst vor Kortison ist heute unbegründet: Behandlung des Knies.

In der Medizin wird vor allem die immunsuppressive und entzündungshemmende Wirkung genutzt. Einige typische allgemeine Anwendungsbereiche von Kortison sind die Behandlung des allergischen Schocks, entzündlicher und immunologischer Systemerkrankungen, Rheumaerkrankungen, Asthma und Hautekzeme, um nur einige zu nennen.

In den 60er-Jahren erlebte das Kortison einen regelrechten Boom und wurde aus heutiger Sicht viel zu grosszügig eingesetzt. Im Verlauf mehrten sich die Meldungen über die teils heftigen Nebenwirkungen. Aus dieser Zeit stammt auch die regelrechte Kortisonangst, welche sich bis heute hartnäckig hält. Ist diese berechtigt? Dazu muss ein Blick auf die verschiedenen Therapieformen geworfen werden. Man unterscheidet grob zwischen langfristigen Therapien (Monate bis Jahre) meist mit Tabletten sowie einzelnen lokalen Anwendungen mit Injektionen.

Nebenwirkungen von Kortison
Die langfristige hochdosierte Anwendung kann ernsthafte Nebenwirkungen zur Folge haben, wie zum Beispiel:
• Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe
• Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Gewichtszunahme
• Osteoporose
• Bluthochdruck
• Magengeschwüre
• Papierhaut mit roten Striemen
• Muskelschwund
• Störungen der Menstruation
• Erhöhter Augeninnendruck

Davon müssen jedoch ganz klar die deutlich weniger schwerwiegenden Nebenwirkungen unterschieden werden, welch bei der vereinzelten Kortisoninjektion vorkommen und nur temporär sind:
• Gesichtsrötung und Hitzewallung (Flush) für 1 bis 2 Tage
• Initiale Schmerzverstärkung
• Zwischenblutung bei der Menstruation
• Temporäre Pigmentaufhellung der Haut an der Injektionsstelle
• Sehr selten bakterieller Infekt durch die Injektion (ist aber nicht durch das Kortison bedingt, sondern durch den Vorgang der Injektion selbst)
• Temporäre Erhöhung des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern
Diese Nebenwirkungen kommen also entweder nur temporär oder sehr selten vor.

Chemische Formel von Kortisol und Kortison.

Wann kommt Kortison zum Einsatz?
In der orthopädischen Sportmedizin wird das Kortison ausschliesslich als Injektion bei Entzündungen von Gelenken, Schleimbeuteln, Sehnen und Bändern eingesetzt. Dabei sind aber gewisse Regeln zu beachten. Zuerst wird immer versucht, die Ursache der Beschwerden mit Belastungsreduktion, Physiotherapie und Schmerzmitteln zu kurieren. Wenn die Beschwerden dann aber nicht nach spätestens drei Monaten abklingen, ist der Einsatz einer Kortisoninjektion in Erwägung zu ziehen. Auch dann ist das Kortison meist nicht die alleinige Therapie. Es ermöglicht lediglich, in einem schmerzfreien Intervall die anderen Massnahmen zu intensivieren und das Grundproblem zu beheben.

Es gibt aber auch Situationen in der Sportmedizin, bei welchen andere Kriterien beachtet werden müssen. Wenn sich ein Athlet Jahre für eine Olympiade oder einen anderen wichtigen Wettkampf vorbereitet und sich kurz davor eine Gelenksentzündung zuzieht, dann bleibt keine Zeit für herkömmliche Therapien. In solchen Fällen soll mit dem Athleten der Einsatz einer Kortisoninjektion diskutiert werden. Diese Injektion ins Gelenk ist auch von der WADA (world anti doping agency) ausdrücklich erlaubt. Es gibt gewisse Strukturen, wie die Achillessehne oder die Kniescheibensehne, in welche kein Kortison gespritzt werden darf und welche bei wiederholter Anwendung spröde werden und reissen können. Leider werden im Sport unter dem Leistungs- und Erfolgsdruck diese Verbote zu oft missachtet.

Zusammenfassend ist Kortison auch in der heutigen Zeit ein wichtiges Medikament, das im therapeutischen Alltag in der Rheumatologie und der Sportmedizin nicht wegzudenken ist. Langzeittherapien mit hohen Dosen sind kritisch. Einzelne Injektionen wie in der Sportmedizin haben nur temporäre oder sehr seltene Nebenwirkungen. Bei entsprechenden Beschwerden kann der Gebrauch mit gutem Gewissen durchgeführt werden.

Haben Sie schon Erfahrungen gemacht mit Kortison-Behandlungen?

Dr. med. Martin Narozny

Dr. med. Martin Narozny, unser Doc bei «Running im Outdoorblog».

* Dr. med. Martin Narozny-Willi, Facharzt Orthopädische Chirurgie, Sportmedizin SGSM und Verbandsarzt Swiss Ice Hockey. SportClinic Zürich, Sportmedizin und Leistungsdiagnostik. Die Klinik ist eine Swiss Olympic Medical Base. www.sportklinik.ch/sportmedizin/toedi

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26 Kommentare zu «Kortison in der Sportmedizin – Fluch oder Segen?»

  • kerstin sagt:

    „Gewebeabbau“ klingt irgendwie zu harmlos… Ich leide unter einer Nekrose seit zwei Cortisoninjektionen in den letzten 3 Monaten.
    Urspungsproblem war eine hartnäckige Entzündung im Rückfuß, die zu dem Zeitpunkt bereits ein Jahr währte und sämtliche Therapien halfen nichts.
    Nach langem Zögern meinerseits und der mehrfachen Versicherung des Arztes, ich bräuchte keinerlei Bedenken haben, die Achillessehne würde nicht betroffen werden, habe ich mich zu einer Injektion entschieden.
    Ab dem nächsten Tag nur noch Probleme.
    3 Monate später: Fettgewebsnekrose im Hinterfuß, Bereich um Achillessehne ist extrem ausgedünnt und einen extra tiefen Krater an Einstichstelle. Pergamentartige Haut in diesem Bereich und eine starke Überempfindlichkeit. Immer wieder mittlere bis extreme Schmerzen, die dann ein Auftreten unmöglich machen. Beginnende Pigmentstörungen an Einstichstelle, diffuses Stechen in Wade. Zeitweise starkes Knirschen bei Bewegung des Fußes und manchmal auch schon bei leichter Berührung des Unterschenkels. 3 Wochen nach erster Injektion mittelstarke Dauerblutungen für 6 Wochen aufgrund einer Eierstockzyste, Blutungen sind schwächer geworden Zyste aber noch da.
    Achillessehne ist akut gefährdet.

    Trotz mehrfacher Nachfragen hat mir niemand etwas von diesen starken Nebenwirkungen gesagt. Ich hätte die Injektion auch nur bei einem Bruchteil der Kenntnis der Nebenwirkungen abgelehnt!!
    Unverantwortlich!
    Übrigens: Ich bin Ballettlehrerin auf Honorarbasis! Meine Existenz ist gefährdet!

  • Cornelia sagt:

    Ich habe seit Sonntagmorgen so was von schmerzen im rechten Bein das ich fast nicht mehr gehen kann.
    Ich bekam Medikamente die ich 3mal täglich einnehmen muss was aber nicht wirklich hilft plus muss ich jetzt noch
    Physiotherapie machen was mich auch nicht länger schmerzfrei lässt. Nun bekam ich von meinr Ärztin Cortison
    in Tabletteform für 2 Tage habe aber sehr grosse Angst das auch die nichts nützen werden.
    Ich weiss nicht mehr was ich tun soll habe angst das es was schlimmeres sein könnte.

  • Beat sagt:

    Mitten in einer Kortisonbehandlung mit Tabletten ist unser Sohn an einer extrem schweren Psychose erkrankt. Mir lief es kalt den Rücken hinunter als ich den Kommentar von Eremit weiter oben gelesen habe. Genau die beiden Erscheinungen: Schlaflosigkeit und Verdauungsausfall haben diesen Krankheitsverlauf begleitet. Gewichtsabnahme innert ca. 5 – 7 Tagen von vorher ca. 70 auf nachher unter 50 Kg. Das bei einer Körpergrösse von 1 m 82
    Fazit: 3.5 Monate Intensivpflege in der Psychiatrie. Natürlich werden viele sagen man wisse nicht ob das jetzt mit dem Kortison etwas zu tun hatte. Trotzdem verabreicht jedenfalls kein Arzt mehr Kortison obwohl er es von seiner Hautkrankheit her nötig hätte.

  • Raul Bärlocher sagt:

    Alljährlich im Frühsommer hole ich mir mein Kortisondepot, ohne welches mich mein Heuschnupfen ganz arg in die Zange nimmt. Das Depot hält für 2-3 Monate, die tägliche resorbierte Dosis ist für Nebenwirkungen viel zu klein.

  • Kurt Knie sagt:

    Üble Sache, wenn Kortison wie in diesem Bild unter Pseudo-sterilen Kautelen ins Knie gespritzt wird. Fahrlässig und u.U. als Haftpflichtfall zu werten! Habe zu viele Geschichten gesehen und gehört. Das Leid trägt der Patient. Darum Kortison nur als „last line of defence“!

  • Hannah sagt:

    Kortison ist ein potentes Medikament, das natürlich wie jede wirksame Substanz auch Nebenwirkungen hat. Es wäre absurd, pauschal von einem Medikament abzuraten, da in vielen Situationen die (zugegebenermassen heftigen) Nebenwirkungen einfach in Kauf genommen werden müssen, da sie immer noch das kleinere Übel sind. Ein verantwortungsvoller Arzt wird dies immer abwägen und nur bei klarer Indikation Kortison spritzen/verabreichen. Wo also ist das Problem?

  • luca sagt:

    zurückhaltung empfiehlt sich jedenfalls. kortison kann diabetes verursachen, welches tragischerweise bauchspeicheldrüsenkrebs begünstigen kann

  • Angela Nussbaumer sagt:

    Kortison kommt für mich nicht in Frage. Mir genügt, auf verschiedene Entzündungshemmer allerigisch zu reagieren. Mein Osteopath kriegt vieles hin, wofür der Schulmediziner chemische Geschütze oder sogar OP auffährt.

  • Peter Hufschmid sagt:

    Da ich eine chronische Sinusitis (Nebenhölenendzündung) habe, muss ich so alle halb Jahre eine Prednison-Kur (Kortisol) von ca 10Tagen machen, damit meine Nebenhölen wieder aufgehen. Würde ich das nicht tun, hätte ich eine permanente Nebenhölenvereiterung. Die Nebenwirkungen während der Kur (leichte Hitze und Gesichtsrötung, leichte Unruhe) sind im Vergleich zu den Krankkheitssymptomen der Nebenhölenentzündung nicht der Rede wert. Ich mach das jetzt seit über zehn Jahren und habe nach der Kur sonst keine Nebenwirkungen.

    Wegen Allergie; Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass man auf Kortisol allergisch reagieren kann. Das, was von Patienten in diesem Zusammenhang als Allergie interpretiert wird, ist wahrscheinlich eine normale Nebenwirkung, die aber bei zeitlich begrenzter Therapie wieder verschwindet. Kortisol ist ein körpereigener Stoff der in den Nebennieren produziert wird und eben gerade gegen allergische Reaktionen eingesetzt wird. Wäre man dagegen allergisch, müsste man auch darauf reagieren, wenn man kein Kortisol zu sich nimmt. Ein weiterer Aspekt, dass man auf Kortisol allergische Symptome entwickeln könnte, wäre ein psychosomatische Reaktion, also ein Plazebo-Effekt. bei Doppelblindtests wurden beispielsweise so allergische Symptome gegen Glutamat in den meisten Fällen als Plazebo-Effekt entlarvt.

  • Lukas Pinsel sagt:

    Befasse mich zur Zeit gerade mit dem Thema, aber nicht für mich, für meinen Hund. Da lese ich…
    „Cortison, welches in der Vergangenheit oft angewendet wurde, wirkt auch hervorragend, baut aber Gewebe aller Art rasch ab führt zu erhöhter Wasseraufnahme und Urindrang“
    Der Autor dort rät dringend von Kortison (Cortison) ab. Was stimmt jetzt also?

  • Walter Pfiffner sagt:

    Bei einem akuten Asthma-Anfall in meiner Kindheit hat mir Kortison das Leben gerettet.

  • Christian Wegener sagt:

    Hatte letztes Jahr 2 Gesichtslähmungen. Beide Male wurde ich mit Kortison und Antibiotika behandelt. Bei zweiten Mal trug ich einen Zuckerschock (32 mmol/l) davon, obwohl ich vorher nie etwas mit Diabethes zu tun hatte. Ich glaube es ist nicht selten, da in der gleichen Gemeinde, im selben Jahr, eine Person nach einer Kortisonbehandlung ebenfalls notfallmässig mit einen Zucherschock im Spital landete. Bin überrascht, dass im Artikel davon keine Rede ist.

    • Eremit sagt:

      Es gibt noch weitere Nebenwirkungen. Ich musste mal zwecks medizinischer Abklärung eine Woche lang Kortison einnehmen. Das Ergebnis war täglich 22 Stunden wach und nur 2 Stunden Schlaf sowie ein „Versagen“ der Verdauung. Gemäss Verpackungsbeilagen wurde dringend von einer länger andauernden Einnahme abgeraten, da sonst die Nebennieren dauerhaft geschädigt werden.

  • Alain Burky sagt:

    Unter fachaerztliche Betreuung – ein wirksames Medikament.
    Ich war jedenfalls sehr froh, dass mit Hilfe eines Kortison-Derivats selbst
    eine hartnaeckige, chronisch zu werdenede Augenentzuendung gestoppt werden konnte.

  • guinda noth sagt:

    Wegen starken Oberschenkelbeschwerden,die aber in der Wirbelsäule(LWS)ihren Ursprung hatten,erhielt ich kortison 3 Mal
    direkt in die WS,je 50mg.-der Erfolg war ich war plötzlich Diabetikerin ,Eine Operation war schlussendlich nötig,es brauchte lange für meinen Körper-aber er hat es geschafft,funktioniert wieder=die Diabetis ist verschwunden!!!
    Also Fazit=wenn nötig bei starken Schmerzen z.B,im Schultergelenk kurzfristige Gabe von Kortison in kleinen Dosen,das wirkt Wunder-aber bei grossen Dosierungen Finger weg,die Nebenwurkungen sind emens,

  • Dave sagt:

    grundsätzlich:
    „Alle Glukokortikoide sind bei oraler, intravenöser, intramuskulärer oder rektaler Anwendung verboten.“ nachzulesen auf antidoping.ch. Spielt für den normal sterblichen Sportler weniger eine Rolle, aber beim Besitz einer Lizenz irgendeines Verbandes sollte man Abklärungen über ein Attest treffen.

    • Narozny sagt:

      Für Kortisoninjektionen ins Gelenk muss auch bei lizenzierten Athleten keine Bewilligung / kein Attest eingeholt werden.
      Nur bei der intravenoösen Anwendung, Injektion direkt in den Muskel oder als Zäpfchen, wie sie richtig erwähnt haben.

      • Dave sagt:

        Wäre dann bei einer allfälligen Dopingkontrolle das Cortison nicht nachweisbar, wenn es in das Gelenk gespritzt wird?

        • Lily sagt:

          http://www.antidoping.ch/controls/tue/

          „Glukokortikoide sind bei oraler, intravenöser, intramuskulärer oder rektaler Anwendung verboten, und erfordern eine ATZ. Alle anderen Anwendungsformen wie intraartikuläre, periartikuläre, peritendinöse, peridurale, intradermale, topische oder inhalative Anwendung sind nun ohne Einschränkung erlaubt.“

          „Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken (ATZ)

          In Ausnahmefällen, in denen keine anderen alternativen Therapien möglich sind, kann ein Antrag für die Verwendung verbotener Substanzen oder verbotener Methoden gestellt werden. Eine Arbeitsgruppe aus Fachpersonen beurteilt den Antrag und kann eine entsprechende Ausnahmebewilligung erteilen. … „

  • Hansjörg Bläuer sagt:

    Ich bin allergisch gegen jegliche Anwendung von Kortison, sei es als Salbe, Tropfen, Tabletten etc. Dies sei sehr selten sagen die Aerzte. Wurde mir irrtümlicherweise ein kortisonhaltiges Medikament verabreicht, führt dies zu gravierenden Nebenwirkungen. Die Anwendung von kortisonhaltigen Augentropfen führte zu einer totalen Trübung der Hornhaut. Kortisonhaltige Salben gegen Hautallergien verursachen Schwellungen des ganzen damit behandelten Körperteils. Injektionen mit Kortison wurden mir noch nie verabreicht. Inzwischen mache ich die Aerzte darauf aufmerksam, dass ich auf Kortison allergisch reagiere. Bei Atembeschwerden verabreicht mir dann kortisonfreie Medikamente, welche dann allerdings auch schwächer wirken.

  • Rainhold sagt:

    Schade, dass der für die Wirkung von Cortison so wichtige und bezeichnende Begriff „Stress“ im Artikel nur gerade einmal erwähnt wird. Cortison versetzt (auch bei lokaler Anwendung) das Bindegewebe in einen Stress-Zustand, der sich vom gesunden Zustand etwa so sehr unterscheidet wie Eis von Wasser: alle subtilen Regulationsprozesse im Gewebe werden quasi eingefroren. Schädlich sind eben nicht die Nebenwirkungen, sondern die (unterdrückende) Hauptwirkung, welche vom körpereigenen Cortison immer nur kurzzeitig in Notsituationen ausgelöst wird und z.B. bei einem Schock oder Unfall durchaus Sinn macht. Bei der medikamentösen Behandlung beträgt die Wirkungsdauer aber viele Stunden bis Tage. Das ist von der Natur schlicht nicht vorgesehen und behindert die Selbstheilungskräfte.

  • Daniel sagt:

    Ich bin normalerweise auch kein Freund von Kortison, aber erst kürzlich bei einem Hexenschuss habe ch mir eine derartige Spritze verabreichen lassen. Weil es wirklich nicht mehr anders ging, aber eben wie gesagt es war ein Notfall!

  • Massimo sagt:

    Schmerz ist ein Warnhinweis und kein Übel, dass man bekämpfen muss.

  • Ich bin froh Cortison einnehmen zu dürfen, mein Rheuma würde mir sonst die Lust auf Sport vermiesen. Die Scherzen wären sonst zu stark. Alle anderen Medis nützen nicht’s!

    • Michel Koller sagt:

      Ich bin auch dankbar für mein Kortikoid. Ohne 2mal täglich eine kleine Dosis würde ich nur noch hechelnd durchs Leben kriechen. Zudem ermöglichte erst eine Kortisonbehandlung, dass ich ein Rückenleiden mit Physiotherapie therapieren konnte. Vorher waren Aufbaumassnahmen nicht möglich.

      Die Nebenwirkungen sind zu vernachlässigen.

  • Daniel Küttel sagt:

    Habe ich jetzt schlecht gelesen oder gibt der Blog auf seine eigene Frage nicht wirklich eine Antwort? Irgendwie ist das schon wie um den heissen Brei rumreden. Aber ich denke die wichtigste Botschaft aus dem Blog ist: Wenn sonst nix hilft und die Benutzung von Kortison sehr kurzfristig ist, dann ist der Einsatz berechtigt und die kurzfristigen Nebenwirkungen sind dann das Mittel zum Zweck. Von langfristigen Behandlungen wird eher abgeraten.

    Was spricht eigentlich dagegen bei einem entzündeten Gelenk einfach so lange mit dem Sport auszusetzen bis es sich von selber erholt hat? Warum muss immer alles von heute auf morgen heilen?

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