Je dünner die Luft, desto extremer der Egoismus

Gasherbrum Rettung

Der pakistanische Träger Sadik erlitt am Gasherbrum ein Lungenödem und wäre fast gestorben. Seine Expeditionsgruppe wollte keine Energie verschwenden, um ihm zu helfen. Zum Glück gibts noch einzelne Alpinisten, die alles geben, um ein Menschenleben zu retten. (www.gasherbrum2011.it)

Über Leichen gehen – im Höhenbergsteigen ist das keine Seltenheit. Entlang der Normalroute auf den Mount Everest liegen Dutzende Tote und die Alpinisten stapfen einfach vorbei. Wie kalt sich Menschen verhalten können, wenn sie sich ein Gipfelziel in den Kopf gesetzt haben, zeigt der Vorfall, der sich soeben im Karakorum-Himalaja an den Gasherbrums (bis 8080 Meter hoch) abgespielt hat:

Ein pakistanischer Träger erkrankte auf rund 5900 Metern schwer, wahrscheinlich an einem Lugenödem und Hypertonie. Er blutete aus Mund und Nase, schaffte es kaum noch, sich aus eigener Kraft vorwärts zu bewegen. Dass er stirbt, wenn ihm keiner hilft, war für die meisten anwesenden Expeditionsteilnehmer kein Grund, Energie für seine Rettung zu verschwenden. Selbst die japanische Gruppe, die den Pakistani als Träger angeheuert hatte, unternahm nichts.

Gasherbrum-Basislager

Das Gasherbrum-Basislager. (www.gasherbrum2011.it)

«Sadik ist gut vierzig Jahre alt, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Die Familie lebt im pakistanischen Dorf Machulu im Hushe-Tal. Bis vor einem Jahr arbeitete er als Chauffeur, nun liess er sich auf den lukrativeren Job ein, den Alpinisten die Ausrüstung ins Höhenlager zu schleppen. Sein erster Auftrag endete jetzt fast in einer Tragödie», berichtet der italienische Bergsteiger Giuseppe Pompili, der dabei war, auf seiner Website. «Als Träger verdient Sadik zwar mehr, aber er riskiert dafür sein Leben. Nebst den Gefahren am Berg kommt noch das Risiko hinzu, einen rücksichtslosen Auftraggeber zu bekommen, der dich wie ein Maultier behandelt, deinen Lohn drücken will und dich beschimpft. Ein Auftraggeber kann dir sogar verbieten, einem Träger-Kollegen zu helfen, der sich in Lebensgefahr befindet. Sie glauben, ich übertreibe? Nicht im Geringsten. So ist es hier geschehen. Gestern.»

Hilfe abgelehnt und sogar verboten

Die gute Nachricht vorweg: Zum Glück sind nicht alle Bergsteiger gleich. Sadik konnte in einer kräftezehrenden Aktion über Gletscher mit vielen tiefen Spalten und exponierten, schmalen Passagen gerettet werden. Als erstes halfen ihm drei Träger und ein Sherpa des Schweizer Teams von Kobler & Partner. Die Koordination der Rettung übernahm spontan der Österreicher Erfolgsbergsteiger Gerfried Göschl, der sich unten im Basislager befand. Er konnte mehrere Alpinisten – die meisten aus seinem eigenen Team plus die Italiener um Giuseppe Pompili – dazu bewegen, Sadik mit Notfallsauerstoff, Medikamenten und einem Rettungsschlitten entgegenzusteigen. Von der pakistanischen Armee kamen später zwei Ärzte. «Alle anderen Gruppen hier im Basislager und am Berg, darunter viele bekannte Höhenbergsteiger, lehnten jegliche Hilfe ab oder beliessen es bei Lippenbekenntnissen. Pakistanischen Trägern wurde es sogar verboten zu helfen, um fit für das eigene Team zu bleiben», berichtet Göschl.

Gasherbrum Rettung

Überlebt: Sadik erhält von italienischen und pakistanischen Ärzten erste medizinische Hilfe. (www.gasherbrum2011.it)

«Wir konnten weiteren, dringend benötigten Notfallsauerstoff organisieren und mit dem pakistanischen Koch der Japaner hoch schicken. Dies wollte eine Teilnehmerin der japanischen Gruppe erst noch verhindern.» Und Göschl zum Schluss: «Mit grossem Stolz bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten dieser Rettungsaktion. Diesen Menschen liegt ein Leben viel mehr am Herzen als jegliches egoistisches Verhalten. Sie schauen nicht weg wie so viele andere. Möglicherweise werden es im Nachhinein viele bestreiten, aber alle hier haben von dem Notfall gewusst.»

Gerfried Göschl erreichte übrigens wenige Tage danach, am vergangenen 13. Juli, den Gipfel des Gasherbrum I.

Solche Ego-Geschichten ereignen jedoch auch anders rum. Zum Beispiel letzten Mai am Kangchendzönga (8586 Meter): Eine amerikanische Bergsteigerin, die nach dem Gipfel beim Absteigen an einem Öden erkrankte, wurde von ihren Sherpa-Bergführern einfach zurückgelassen. Sie lag auf über 7000 M.ü.M. bewusstlos mit dem Gesicht im Schnee. Zwei Expeditionskollegen fanden sie zufällig. Die einzige Notsauerstoffflasche, die im Hochlager aufzutreiben war, rückten die Sherpas trotz des sehr kritischen Zustands der Frau nur gegen sofortige Bezahlung von 400 US-Dollar heraus (Normalpreis 280 US-Dollar).

Was finden Sie, wie viel Egoismus am Berg ist gesund?

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110 Kommentare zu «Je dünner die Luft, desto extremer der Egoismus»

  • hallo mitenand

    es sollen bitte nur leute mitreden, die selbst einmal auf einem 8000er waren. Ich war im 1988 auf dem gasherbrum 2 8035m,
    und rettete einen kollegen ab 7000m mit der ein lungenödem hatte. es ist gut ausgegangen. für uns zwei war es selbstverständlich zu helfen.
    wir brachten den kranken bergfreund in 22 stunden runter ins basislager auf 5200m. der gleiche fall, auf 7500 oder 8000m wäre das wohl das ende gewesen… wenn jemand noch nie ueber 7000m war, dann kann er nicht mitreden. niemand kann sich
    unseren kraftaufwand vorstellen, der nötig war um leben zu retten.
    klar soll man alles erdenkliche tun… aber schlussendlich muss immer von situation zu situaton entschieden werden. und das
    kann man nicht in der warmen stube auf dem canape beurteilen.

    leute die nie in diesen höhen waren können das nicht beurteilen.
    besten dank.

    grüsse von
    raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

  • Markus Schöpfer sagt:

    Es wurde bereits mehrfach geschrieben. Wenn man in dieser Situation nicht hilft, ist man ganz einfach ein Verbrecher, und ausserdem ist macht man sich strafbar. Wenn er gestorben wäre, wäre das vermutlich Totschlag, zumindest in den westlichen Rechtspraktien.
    Leider ist das in unserer Gesellschaft mehr und mehr der Fall, dass der Egoismus vor alles andere gestellt wird. Gerade im Sport ist das eine schlechte Entwicklung, wo fairplay vor den Erfolg gestellt werden soll. Natürlich ist das oft Wunschdenken, aber nur wenn man daran glaubt, kann man helfen, den Egoismusm einzudämmen.

  • iselsar sagt:

    liebe leute, bei alllem geposte – jeglicher focus liegt hier bei den hilfeverweigerern – kein wort (zumindest war es auf die schnelle nicht nachvollziehbar) fiel hinsichtlich an jene tapferen bergleute die initiative ergriffen und ein leben retteten – berg heil an gerfried göschl und sein team – end of line..

    • Vera K sagt:

      Sie haben Recht. Frau Knecht hätte den Artikel ganz anders auslegen können: z.B. statt dem Titel „Je dünner die Luft, desto extremer der Egoismus“ hätte sie „Viel Hilfsbereitschaft trotz dünner Luft“ schreiben können.

      „Ein bergsteigerisch unerfahrener Chauffeur wollte das schnelle Geld verdienen und hat sich als Sherpa anheuern lassen. Dabei holte er sich auf 6000 m Höhe ein Lungenödem. Er wäre daran gestorben wenn nicht mehrere Expeditionen ihre bis zu 100’000 Franken teuren Expeditionen abgebrochen hätten um den Mann zu retten.“

      Na, so klingt dieselbe Story doch schon ganz anders. In der Wirtschaftswissenschaft nennt man das „framing“. Die meisten Leute, das zeigen diese Leserzuschriften sehr gut, lassen sich sehr leicht framen. Sie schaffen es kaum die geschriebene Information neutral zu bewerten, sondern lassen sich zu einem guten Teil durch die Schreiber framen. Journalisten, besonders die vom Boulevard, sind sehr gut darin. Deshalb werden sie dann auch von Politikern und Firmen dazu angeheuert. Frau Knecht schafft es auch immer wieder ausgezeichnet ihre Leser zu framen. Framen funktioniert nur dann gut wenn man den Leser mit seinen Vorurteilen abholt. Die meisten von uns sind faule Bürogummis die dem Sport eher aus dem Weg gehen und das Auto benutzen statt das Fahrrad zu benutzen oder gezielt für eine Expedition zu trainieren und das Geld lieber in Immobilien und Versicherungen stecken als in Bergexpeditionen. Bergsteiger hingegen halten uns einen Spiegel vor. Sie zeigen uns wie faul und bequem wir sind. Dazu bezahlen sie oft noch für ihre Anstrengungen, anders als z.B. Fussballspieler. Darum, so unser von Knecht ausgenütztes Vorurteil, müssen sie ja krankhaft ehrgeizig, krankhaft dumm und krankhaft reich und eben auch krankhaft egoistisch sein. Es ist herzergreiffend zu sehen wie die Massen in die Fallen von Knecht regelrecht reinhechten. Da kann sogar noch Blocher von ihr lernen. Nur bei den „Fetten“ hat es nicht geklappt. Ich habe mich damals gefragt warum. Gibt es einfach bereits zu viele Uebergewichtige (oder die sich für übergewichtig halten)? Ist es dadurch politisch zu unkorrekt? Warum darf man in Leserbriefen ohne Widerspruch über krankhaft ehrgeizige Bergsteiger lästern aber nicht über krankhaft faule Uebergewichtige?

      Es würde mich nicht erstaunen wenn Knecht gar keine Bergsteigerin wäre sondern eine Psychologiestudentin die hier Experimente mit uns macht ;-)

      • Erika B. sagt:

        @Vera K. Den Vergleich mit Herrn Blocher finde ich doch sehr verwegen. Haben Sie den Beitrag oben von Engg Marti gelesen? Er bestätigt ja, was Frau Knecht dokumentiert. Und woher nehmen Sie die Behauptung vom „bergsteigerisch unerfahrenen Chauffeur“? Klingt nach Polemik, nicht seriös belegt jedenfalls, und wissenschaftlich schon gar nicht.

        • Vera K sagt:

          Erika
          Ich habe in keiner Weise einen Vergleich mit Blocher gemacht. Ich habe nur geschrieben sogar Blocher könne noch von Ihr punkto Framing lernen. Das ist als Kompliment aufzufassen. Ich bin nicht gegen Framing, ich bin nur erstaunt dass immer noch so viele Leser unkritisch darauf reinfallen.

          Woher habe ich Behauptung vom “bergsteigerisch unerfahrenen Chauffeur”? Aus dem Artikel von Knecht. Dort stand dass er Chauffeur war, und dort steht dass es seine erste Expedition als Sherpa war. Da er vom kleinen Lohn als Chauffeur sich wohl keine teuren Hochgebirgsexpeditionen leisten konnte, liegt seine Unerfahrenheit ziemlich auf der Hand.

          Ich habe den Beitrag von Engg Marti gelesen und genau der hat mich zu meinem alternativen „Frame“ motiviert. Ich denke nämlich dass mein Frame eher der Sicht von Engg entspricht als der von Knecht. Aber er ist halt auch nicht so sexi.

      • Martha Meister sagt:

        Vera K, Ihre Bemerkungen sind interessant und richtig.
        Was ich schade finde und nicht verstehe ist, dass Sie genau das machen, was Sie kritisieren,
        das Framing.
        und dazu noch ein sehr emotionsgeladenes.
        Mit der Gore Tex Bemerkung zum Beispiel schiessen Sie weit über das Ziel hinaus, Stichwort Fairtrade.
        :-)

        • Vera K sagt:

          Hallo Martha
          Ich denke nicht dass meine Gore-Tex Antwort Framing beinhaltete. Ganz im Gegenteil, das Framing war vom Vorschreiber: „Wer Gore-Tex trägt beutet Näherinen aus.“ Dabei könne man auch schreiben: „Wer Gore-Tex trägt gibt einer Näherin einen (wenn auch schlecht bezahlten) Job.“ Ich bin auch für Fairtrade, aber davon stand nichts im Beitrag.

      • Joachim Adamek sagt:

        Es ist nicht leicht, Woche für Woche einen Blog zu schreiben, der sowohl stilistisch wie auch inhaltlich höchsten Ansprüchen gerecht wird. Ich staune immer wieder, dass Frau Knecht nicht nur einmal, sondern sogar zweimal in der Woche bloggt.
        Ich gestehe, dass ich obigen Kommentar dennoch vom Anfang bis zum Schluss mit höchster Spannung gelesen habe. Denn die Verfasserin hat nicht nur etwas erkannt, sondern auch eine sympathische Schreibe. “Es ist herzergreifend zu sehen”, schreibt sie gegen Ende, “wie die Massen in die Fallen von Knecht regelrecht reinhechten.”
        Ja, Frau Knecht polarisiert und provoziert in ihren Blogs. Manchmal nähern sich ihre Artikel tatsächlich gefährlich dem Tendenzjournalismus an, wo es nur um Stimmungsmache geht. Aber Frau Knecht wäre nicht Frau Knecht, wenn sie das abschliessende Urteil nicht dem Leser überliesse: Sie beherrscht die Kunst der Dialektik, der Darstellung und Gegendarstellung. Und so, wie sie sich stets um Ausgewogenheit bemüht, vermeidet sie auch in die Tiefe zu gehen.
        Ist das ein Manko? Für den Leser im ersten Moment vielleicht. Doch wir sollten uns – auch von Bloggern – nicht alles, wie im Discounter, fix-und-fertig vorsetzen lassen. Es schadet nichts, wenn man ab und an zu gewissen Themen eigene Recherchen anstellt. Und Widersprüche auszuhalten lernen, glauben Sie mir, das kann nicht jeder. Aber es bringt reichlich Gewinn.

        • John sagt:

          Wird das jetzt eine Metaphysik der Blogschreiber? @Vera: Im Artikel kam sehr deutlich zum tragen, dass es sowohl selbstlose Helfer als auch egozentrische Hilfeverweigerer am Berg gibt. Natürlich geben die Leute ihren Vorurteilen und Ansichten gemäss Antwort. Die meisten waren noch nie in solchen Höhen, geschweige denn in Extremsituationen, also können sie nur mutmassen und spekulieren. Dass Frau Knecht es darauf anlegt, die Leser zu framen, halte ich für unwahrscheinlich. Viel eher denke ich, dass sie die für normal fühlende und sich nicht in Extremsituationen befindende Bevölkerung erschreckende Tatsache hervorheben wollte, dass der Fokus auf den Erfolg am Berg manchmal selbst elementare Menschlichkeit auszulöschen vermag. Ihre Theorie ist gleichwohl nett, vielleicht wurden aber auch Sie geframt und sehen jetzt überall Instrumentalisierungen der Leser und Feldexperimente durchtriebener Krypto-Psychologen.

          • Joachim Adamek sagt:

            @ John: Natürlich nicht. Weil ich meiner Berg-Leidenschaft bedauerlicherweise nur allzu selten nachgehen kann, deshalb lese ich den Alpin-Blog der BaZ, und nicht um neue Kantianer zu formen.
            Allerdings habe ich einen gewissen Hintergrund. Und dazu stehe ich. – Lesen ist ein Dialog. Beim Lesen laufen höchst komplizierte Prozesse ab: Zwischen Text und Leser, zwischen Autor und Leser, zwischen dem Leser und der Welt …
            Wer nur liest, ohne auf diese Momente einen Gedanken zu verwenden, handelt wie ein Pflücker, der nur die unteren Früchte eines Baumes ernet, während er den Rest hängen lässt. Deshalb der obige Beitrag.
            :-)

          • Vera K sagt:

            John, ich würde es in der Tat ein interessantes Experiment finden über dasselbe Ereignis (z.B. diese Rettung) in zwei unterschiedlichen Blogs mit entgegengesetztem Framing zu berichten. Wäre es möglich die selbe Story so zu erzählen dass keine „alle Bergsteiger sind Egoisten“ Leserbeiträge auftauchen würden? Ich denke schon. Trotzdem glaube ich natürlich nicht, dass Frau Knecht eine durchtriebene Krypto-Psychologin ist. Sie ist wohl selber erstaunt wie sehr sie die Massen framen kann. Und: ich finde das nicht etwa negativ von ihr. Ich halte es, wie Joachim schreibt, für die Aufgabe der Leser solch offensichtliches framing zu durchschauen.

            Allerdings habe ich schon eine kleine Kritik an Knecht: Statt solche Geschichten zur Initialzündung eines Leserkrieges zu missbrauchen würde mich, als nicht-Bergsteigerin, mehr ihre (Fach-)Meinung zu dazu interessieren. Oder wie Jochim schreibt: etwas mehr Tiefe, etwas weniger Ausgewogenheit.

  • Martha Meter sagt:

    Soeben hat da Schweizer Fernsehen reporter ausgestrahlt, das behandelte Thema passt ausgezeichnet zum Blogthema.

    Darin werden Menschen aus der Schweiz portraitiert, welche die Carnegiemedaille erhalten haben.
    Die kriegt man, wenn man das Leben eines anderen gerettet hat und dafür das eigene Leben aufs Spiel gesetzt hat.

    Was sind das für Menschen, die sowas machen.

    Quintessenz, die Retter haben allesamt eine sehr sympathische Ausstrahlung,
    sie haben es in erster Linie für sich selber gemacht
    und
    die Geretteten bedanken sich nur in den wenigsten Fällen.

    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=becd11e0-5b76-4450-a89b-c0208e406d33&referrer=http%253A%252F%252Fwww.sf.tv&WT.zugang=front_vid

  • willi schweizer sagt:

    Der fordernde Ton zahlreicher Kommentare hier ist ausgesprochen anmassend. Man muss in Betracht ziehen, dass viele Leute eine Menge Vorbereitungszeit und Geld in solche Expeditionen stecken – dass ihnen der Erfolg entsprechend wichtig ist, scheint mir zumindest nachvollziehbar.
    Persönlich hoffe ich, dass ich in einer ähnlichen Situation helfen würde – garantieren kann ich es aber nicht. Ich hoffe auch, dass wenn ich mich in einer Notlage befinden sollte, wie der erwähnte Träger, Leute da wären, deren Hilfsbereitschaft höher wäre, als ihr persönlicher Ehrgeiz – erwarten kann ich dies aber ebenfalls nicht.
    Und an all jene, die mit dem Gesetz argumentieren und Strafen für diejenigen fordern, die nicht geholfen haben: ich weiss nicht, ob die pakistanische Rechsordung den Tatbestand „unterlassene Hilfeleistung“ kennt, ich behaupte aber, dass es die meisten Schreiber hier ebensowenig wissen (und die ganze Sache hat sich in Pakistan abgespielt)!

    • Eni sagt:

      In Pakistan ist es auch kein Strafbestand, wenn man nichtmuslimische Frauen vergewaltigt, da diese allle als Huren gelten. Trotzdem ist es ein Verbrechen und gehört bestraft.

  • Martha Meister sagt:

    Nachdem ich nun sämtliche Kommentare durchgelesen habe, bin ich zur Frage gelangt, ob man den Tod in den Bergen nicht etwas lockerer betrachten sollte.
    Wie nahe ist man dem Tode als Bergsteiger, wie wenig trennt oftmals das Hüben vom Drüben,
    Und wenn man liest, was z.B. Reinhold Messner durchgemacht hat, ist er da zeitweise nicht mehr im Jenseits als im Diesseits gewesen.
    Vielleicht ist das Bergsteigen auch eine Brücke zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt.
    Jemand im Blog hat ja davon geschrieben, wie frei er sich fühlt, wenn er am Bergsteigen ist.
    Ich hätte zu gerne gewusst, was in Tomas Humar vorgegangen ist, als er mit gebrochenem Rücken an einem Seil gehangen ist zwischen Himmel und Erde, in vollem Bewusstsein des nahenden Endes.

  • Martha Meister sagt:

    Und da fällt mir ein: Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen gemacht auf einem Wanderhügelein ca 660 m. über Meer ohne Autozufahrtsmöglichkeit. Da habe ich mir den Knöchel verstaucht. Hat auch keiner Zeit und Musse gehabt von den Wanderern. Zum Glück konnte ich nach einiger Zeit wieder einigermassen gehen.

  • Martha Meister sagt:

    Momentan verrecken zig Tausende von Menschen in Westafrika. Wir könnten ihnen helfen, ohne dass wir unseren Lebensstandard stark einschränken müssten, oder gar unser eigenes Leben aufs Spiel setzen müssten. Aber das geht uns nichts an.
    Vor diesem Hintergrund über die Grausamkeit von Menschen in Extremsituationen zu urteilen ist deshalb anmassend.

  • D. Eicher sagt:

    Also gaht’s no? Den Kommentarschreibern!

    Wir tragen alle Kleider, welche in Himalaya-Anhangs-Regionen genäht werden. Wobei die Näherinnen einen Lohn erhalten, der auch nur zum Verrecken reicht. Wenn uns das egal ist, warum sollte es einem Alpinisten nicht egal sein?

    Zeigt her, liebe Berggänger, die Löhne der Näherinnen Eurer Gore-Tex-Jacken! Wir kampieren, sie krepieren!

    • Vera K sagt:

      Nein, leider ganz falsch. Krepieren tun sie erst wenn wir keine Gore-Tex Jacken mehr kaufen.

      • Eni sagt:

        Beide haben Unrecht: für viele Markensachen bezahlt man Unsummen. Trotzdem verdienen die Fabrikarbeiter zu wenig um Leben der Familien sicher zu stellen. Die Margen, welche die Zwischenhändler und Detailhändler verdienen sind sehr hoch. Gerade bei teuren Produkten sind die Konsumenten unschuldig an dieser ungerechten Situation.

  • Eni sagt:

    Man muss nicht bis nach Pakistan sehen um sich über derartige Dinge aufzuregen. Unfallflucht, aus Gleichgültigkeit oder Angst um den Fahrausweis sind alltäglich geworden. Auch da sterben Menschen.

  • Engg Marti sagt:

    Zufällig weiss ich über diesen Fall Bescheid, weil ich am 4.7. um vier Uhr morgens den Träger Sadik mit einem Lungenödem in seinem Zelt vorgefunden habe. Obwohl ich als Bergführer mit meinen Gästen eigentlich Richtung Gipfel aufbrechen wollte, war der Fall für uns sofort klar. Wenn wir ihn nicht sofort tiefer hinunter bringen, erlebt er den Abend nicht mehr. Meine Kollegen Res Lütschg, der ehemalige Preisüberwacher Werner Marti und der Arzt Herbert König sowie unser pakistanischer Träger Iqbal und der Sherpa Dendi verzichten auf den Gipfelaufstieg und helfen ohne wenn und aber beim Runtertransport des Erkrankten. Für dieses Verhalten möchte ich ihnen hier ein Kränzchen winden. Später erfahren wir über Funk von den Problemen Gerfrieds im Basislager, einen Hilfstrupp zusammen zu stellen. Wir waren darüber enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht, weil wir diese Problematik kennen. Sadik ist übrigens wieder wohlauf und hat uns eine halbe Stunde vor unserer Abreise aus Skardu noch eingeholt um sich zu bedanken. Ein ergreifender Augenblick, ebenso schön wie ein Gipfel.

    Engg Marti, Bergführer, Elm

    • Lieber Herr Marti

      Sie winden Ihren Helfer-Kollegen ein Kränzchen. An dieser Stelle möchte ich auch Ihnen eines winden. Ihr selbstloses Handeln als Bergführer und Verantwortlicher verdient grossen Respekt. Vielen Dank für Ihren Kommentar und die Informationen aus erster Hand.

      Beste Grüsse
      Natascha Knecht (die Bloggerin)

    • Urs Leutwiler sagt:

      Herr Marti
      Sie und Ihre Gäste und die weiteren Helfer sind die wahren Helden! Mit der Besteigung eines 8000-ers kann mich niemand beeindrucken, mit einer solchen Hilfsbereitschaft hingegen sehr. Dass die ganze Geschichte ein Happy End hat, ist an diesem traurigen Wochenende besonders wohltuend. Ich wünsche Ihnen, Ihren Gästen und den Sherpas viele schöne Bergerlebnisse und stets sicheren Tritt!

  • YellowSnow sagt:

    Es ist ja wohl ein riesen Unterschied ob ein Verletzter auf 6000 Metern oder auf 8000 Metern Höhe liegt. Dass man einem Menschen auf 6000 Metern nicht hilft, wo man noch genug Luft hat und das Klima nicht so extrem ist, ist sicher falsch.

    Wenn aber jemand der völlig unfähig und untrainiert aus Egoismus und Arroganz sich auf 8000 Meter begibt und Probleme hat, wessen Schuld ist das dann? Jetzt soll diese Person nun auch noch gerettet werde, sprich 10 Leute sollten ihr Leben riskieren um vielleicht eine Person retten zu können.

    Klar haben Profi-Bergsteiger viel mehr Reserven und Können und können eher jemanden Retten. Aber von 10 Durchschnittsbergsteiger zu erwarten ihr Leben zu riskieren um irgend einen Idioten zu retten ist wohl etwas unfair. Bei so vielen Rettungsaktionen sind dann am Ende noch mehr Personen gestorben.

    Die Feuerwehr geht ja auch nicht in ein Haus das nächstens einstürzt nur wenn vielleicht noch irgendjemand am Leben ist. Man riskiert nich x Leben um eines vielleicht potenziell mit viel Glück noch zu retten.

    • Eni sagt:

      Hallo? Der Verletzte war kein Idiot der aus Jux und Dollerei sein Leben aufs Spiel setzt, sondern ein Träger, der Geld verdienen muss, damit seine Familie nicht verhungert. Wissen Sie: in Pakistan gibt es kein Sozialamt.

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

      • YellowSnow sagt:

        Ich kann nichts dafür wenn Du nicht nachvollziehen kannst auf welche Begebenheiten sich welche Teile meines Kommentars beziehen. Wenn ich schreibe, dass es falsch ist einem Menschen auf 6000 Metern nicht zu helfen und Du nicht verstehst, dass ich mich damit auf den Träger aus Pakistan beziehe, dann kann ich dir auch nicht mehr helfen.

        • Eni sagt:

          Sorry, wenn man auf 8000 metern noch genug Energiereserven übrig hat um weiter nach oben zu gehen, dann hat man auch genügend Energiereserven um zu 2. oder 3. einem sterbenden oder Verletzten beizustehen. In einer solchen Situation nur an die investierten Geldmittel zu denken ist eine Perversion erster Güte. Da kann ja jeder Autofahrer der jemand anfährt das Opfer einfach sterbend liegenlassen ohne sich zu kümmern (was häufig genug geschieht) mit der Begründung, dass man in die Fahrerlaubnis viel Geld und Zeit reingesteckt hat und diese nicht aufs Spiel setzen will, gerade weil man betrunken ist oder zu schnell unterwegs war.

          • YellowSnow sagt:

            ROFL, Du hast wohl noch nie einen Berg von nahe gsehen, wenn Du denkst, dass man einfach so eine Person in schwiergistem Gelaende retten kann. Versuch mal eine Person zu zweit auch nur 100 Meter auf einer flachen Strasse zu tragen, dann reden wir weiter.

            Und der Zusammenhang zwischen wenn ich besoffen jemanden über den Haufen fahre und einem Bergunfall der 2km völlig Unabhängig von mir passier erschliest sich mir nicht.

          • Eni sagt:

            Es geht doch darum, dass diese Menschen nicht nicht helfen weil sie es nicht können, sondern weil sie ihre Energie nicht daran verschwenden wollen, weil sie wissen, dass sie sich den Gipfel an den Hintern streichen können, wenn sie helfen würden. Sie versuchen es noch nicht einmal, weil es ihnen egal ist. Und warum muss man diesen tragen? Kann man denn den Verletzten nicht auf eine Zeltplane oder ähnliches legen und dann schleipfen? Und es begegnen einem doch immer wieder neue Menschen, da müssen doch nicht 2 oder 3 alles alleine machen, oder sollten es nicht machen müssen.

            Sie haben Recht, ich selber habe noch nie vor so einem Berg gestanden, habe aber einen Bekannten der auch schon einige Grosse bestiegen hat (nicht immer hat er den Gipfel erreicht) und der erzählt dann schon mal wie es dort oben zu und her geht. Es ist doch einfach so, dass man bei solchen Expeditionen keine Gipfelgarantie bekommt, selbst wenn der Gipfel aus wettertechnischen Gründen oder weil die Führer schlapp machen nicht erreicht, gibt es das investierte Geld nicht retour und das sind ja dann so ab 15 oder 20000.-. Der Mount Everest kostet sogar um die 80 wenn ich mich recht erinnern kann.

            Was Fahrerflucht, was ja immer auch eine unterlassene Hilfeleistung beinhaltet mit solchen Vorkommnissen zu tun hat? Ganz einfach: charakterlose Menschen helfen nicht, egal ¨wem, egal wie, egal wann.

  • Susanna sagt:

    Frau Haass hat leider recht – der Sauerstoffmangel führt dazu, dass gewisse Zentren, die das Gefühlserleben beeinflussen, nicht mehr „normal“ funktionieren; das ist medizinisch nachgewiesen, auch wenn gewisse meinen, es sei ironisch. Gerne könnt‘ Ihr das mit einem Neurologen besprechen. Habe das mal im Kanti thematisiert, da ich es auch so schockierend fand. Diejenigen die helfen, sind die absolute Ausnahme.

  • Joachim Adamek sagt:

    Meine Hochachtung für die europäischen Alpinisten, dank deren schnellen und großzügigen Unterstützung das Leben von Sadik gerettet wurde! Das war praktizierte Solidarität und gelebte Bergkameradschaft.
    Unterlassene Hilfeleistung ist ürbigens ein Straftatbestand, der keineswegs nur bei Unfällen im Strassenverkehr greift. Auch Bergsteiger und Wanderer, die zufällig Zeuge eines Unfalls im Gebirge werden, sind dem Verunglückten zur Hilfeleistung verpflichtet. “Befreit” sind sie nur von solchen Hilfeleistungen, durch die sie selbst in akute Todesgefahr geraten würden oder ihre Gesundheit beträchtlichen Schaden nehmen könnte. — So die Gesetzeslage, wenn ich mich nicht täusche.
    Touren im Hochgebirge sind leider immer mit Risiken behaftet. So gab es letztes Wochenende alleine in den Walliser Alpen 5 tödliche Unfälle, Österreich hat seit Beginn der Sommersaison 33 Tote zu beklagen. Vielleicht sollte man diese Zahlen zur Mahnung nehmen: Dass es einen nämlich selbst einmal erwischen kann. Etwas mehr Freundlichkeit und gegenseitiges Verständnis am Berg erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass man just in dem Moment Hilfe bekommt, wenn man sie einmal wirklich nötig hat.

  • Reto sagt:

    Die untelassene Hilfeleistung in diesem Fall macht einen schon nachdenklich und soll auch nicht entschuldigt werden. Wer helfen kann, ohne dabei sein eigenen Leben aufs Spiel zu setzten, sollte dies wirklich tun. Dass hier jedoch nach harter Bestrafung und z.B. Gefängnis gschriehen wird, finde ich jedoch genauso fraghaft. Jeder der sich in solche höhen begibt, weiss worauf er sich einlässt und weiss was alles passieren kann (auch die Träger und Sherpas wissen dies). Da kann man nicht einfach mit der Einstellung „da holt mich denn schon wieder einer runter“ losmarschieren. Vor der kommerzalsierung der 8000er wäre ein Lungenödem auf dieser Höhe vielleicht tödlich ausgegangen, weil ganz einfach niemand dagewesen wäre um zu helfen.

    Ich selbst bin auch sehr viel in den Bergen unterwegs und werde jedem helfen, solange ich meine Gesundheid dabei nicht aufs Spiel setzten muss. Sollte ich selbst mal auf Hilfe angewiesen sein, werde ich diese natürlich dankend annehmen. Erwarten darf man sie jedoch nicht.

  • Dani Meier sagt:

    Passt doch zu der heutigen Zeit! Jeder nur ein Ego. Ich bin der Beste, ich darf das, ich kann das besser usw. Auf der Strasse, im Job, schon im Kindesalter, im Sport, in der Freizeit… Mal auf Andere Rücksicht nehmen oder sich zu Gunsten Gesellschaft / Umwelt etwas zurückzuhalten kommt ganz weit hinten oder am Schluss.

  • Claudia sagt:

    auf dem Foto rechts ist übrigens Ernst Marti zu sehen, der Schweizer Bergführer; die japanische Gruppe bestand aus einem alten Paar, das völlig überfordert war mit der Situation, die hätten ihren Träger durch die Schneemassen gar nicht zu zweit runterbekommen. Unausgebildete und dann noch kleine Gruppen haben in Notsituationen nicht so viel Reserve, tragisch aber wahr, zeigen auch die Spaltenunfälle in 2er Seilschaften, deshalb 2er Seilschaften verbieten? Was mich wundert, ist diese Hetze über Egoismus am Berg, warum sollte es am Berg anders zugehen als im echten Leben? der Mensch guckt in der Regel halt weg und die, die helfen, sind immer in der Minderheit, manchmal sind sie halt reicher, manchmal auch nicht….wieveile Personen halten nicht an, wenn sie Autopannen sehen, aus Angst, nicht helfen zu können? und Ruedi: eine Gipfelbesteigung ist immer risikoreich, woher nehmen wir uns das Recht, für andere zu urteilen? es ist halt eine relative Einschätzung, was risikoreich ist uns was nicht, frag 10 Bergführer zu einem Hang und bekomme 10 Meinungen.

  • Richard Hennig sagt:

    Ich persönlich bin nicht überrascht. Ich bin Tauchlehrer seit über 15 Jahren und auch hier sind Leichen nichts unübliches. Ich habe zweimal schon Rettung von Tauchern aus anderen Gruppen organisiert, weil die dortigen Tauchguides keinen Schimmer hatten was zu tun war oder beim zweiten Mal nichts machen wollten, ohne dass Bargeld bezahlt wird. Gibts leider überall wo Menschen für „Spass“ viel Geld ausgeben. Leider!

  • Ruedi sagt:

    Ich war 2007 auch auf einer Gasherbrum II Tour und weil die deutsche Amichal Gruppe risikoreich nach Neuschneefall den Gipfel zu früh besteigen wollte, da ihr japanischer Teilnehmer Hiro seinen letzten 8000 unbedingt noch machen wollte, kamen in einer Lawine 2 Leute um und Hiro überlebte schwerverletzt. Nur dank dem Gipfelverzicht unserer 2. Expeditionsgruppe von Kari Kobler welche ihn auf 6500 müM rettete hat er überhaupt überlebt. Hiro hat später diesen letzten Gipfel dann noch nachgeholt.

    Ich würde im Notfall auf jeden Fall alles mögliche zur Rettung versuchen egal ob dabei das Gipfelziel verloren geht oder nicht: Alles andere ist unmenschlich

  • Beatrice sagt:

    an Beat um 13.33 Uhr:
    …bis es einen dann mal selbst trifft….und auf 8tausend Hm liegt und um Hilfe ringt, kann man schon so reden….

  • Florian Meier sagt:

    Da gibt es nur eine Lösung – gar nicht sich auf eine solche Tour einlassen. Was bringt es denn auch sich bewusst in Lebensgefahr zu bringen, nur um den Berg zu bezwingen. Mein Leben ist mir wichtiger als von der höchsten Bergspitze der Welt hinab zu schauen. Wer sich trotzdem darauf einlässt, muss mit dem Risiko leben, das er im Notfall auf sich alleine gestellt ist. Wie Herr Safado schon anmerkte – Hochachtung all denen, die trotzdem geholfen haben und in Zukunft helfen werden.

  • Eleonora sagt:

    Ich musste mir einmal die stolze Erzählung einer Südafrikanischen Bergsteigerin anhören, die mit dem ersten Südafrikanischen Team den Mount Everest bestiegen hatte. Sie war die Freundin des Expeditionsleiters:
    – Den Expeditionsarzt schmissen sie hinaus, weil er angeblich „kleine, weisse Pillen“ (Drogen?) verkaufte.
    – Mit den geübten Bergsteigern zerstritten sie sich, so dass am Schluss nur noch die Leute ohne Erfahrung im Team blieben
    – Ein Älterer Mitbergsteiger erlitt nahe am Gipfel „Höhenkoller“ oder so: er wollte unbedingt auf den Gipfel kommen, obwohl es sein sicherer Tod war, die Kameraden der Expedition konnten ihn nicht davon abhalten und liessen ihn in der Nähe des Gipfels sterben (Sauerstoff hätte nicht mehr gereicht, um ihn holen zu gehen)…

    Und diese Dame wird von Firmen bezahlt, damit sie diese erbauliche GEschichte erzählt… (natürlich als Erfolgsgeschichte, was man mit Durchhaltevermögen alles erreichen kann…)

  • beat sagt:

    Weiss nicht, wieso sich hier so viele darüber empören, dass auf einem 8tausender einem in Lebensgefahr nicht geholfen wird. Jeder der solch einen Berg besteigt muss damit rechnen, dass man dabei sterben kann. Solch eine Beateigung ist kein Spaziergang. Jeder geht an sein Limit. Jeder hat seine Resourcen aufs knappste reduziert. Jemandem in Schwierigkeiten zu helfen kann sein eigener Tod bedeuten. Ich kann sehr gut verstehen, wenn man in solchen Situationen jemanden zurücklässt. Man muss nicht Extremstes erfahren wollen und wenns hart auf hart geht müssen sich Andere um einen kümmern.

    • John sagt:

      Der betreffende Mann wollte keine Extremerfahrung machen, sondern hat als Sherpa gearbeitet. Ausserdem war die Lage offenbar nicht gefährlich für alle, sondern nur für ihn. Die Frage war also: Lassen wir ihn sterben und erreichen unser Gipfelziel oder retten wir ihn und erreichen unser Ziel nicht. Vielleicht hilft Ihnen das, die Situation nochmals neu zu bewerten. Vielleicht wollen Sie aber auch einfach provozieren. Wie auch immer: Ich bin jedenfalls froh, nicht mit Ihnen eine Bergtour zu absolvieren…

      • Beat sagt:

        Keine Angst. Bin zwar oft in den Bergen, aber auf solchen Höhen fährt es sich sehr schlecht Ski. Zudem weiss ich nicht wie ich in solch einer Situation reagieren würde, da ich zum Glück noch nie solch eine Entscheidung treffen musste. Ich wollte nur sagen, dass ich es begreifen kann wenn Menschen die solch eine Tour angehen, erst mal auf sich selbst achten und dann erst auf die Anderen.

  • cristiano safado sagt:

    Unterlassene Hilfeleistung am Berg kann man nur mit skandalös titulieren. Man sollte diesen Fall mit Namen derjenigen, die die Hilfe verweigerten, auch in japanischen Zeitungen veröffentlichen. Hochachtung vor denjenigen, die in einem solchen Fall noch helfen.

  • Marcel Steinmann sagt:

    Ich weiss, die Ausnahme bestätigt die Regel – es liegt mir fern, alle in einen Topf zu werfen. Gleichwohl:…. und dann wird nach der Gipfelbesteigung in öffentlichen Vorträgen wieder vom herausragenden Teamgeist, der Naturverbundenheit, des ‚aufeinander-angewiesen-seins‘ unter den Bergsteigern gesprochen…. Ich habe dreimal solche Vorträge besucht – mache ich jetzt nicht mehr. Ich habe im Verlauf der jeweiligen Ausführungen nicht nur einmal den Eindruck erhalten, dass es den Referenten mehr darum ging, Bewunderung für die (ohne Zweifel) ‚gefährlichen, extrem-fordernden‘ Leistungen denn für die Vermittlung von Reiseerlebnissen und Eindrücken aus anderen Regionen zu ergattern. Unter dem Strich mit ‚Fishing for compliments‘ zu betiteln…

    Als Berg-WANDERER erlebe nicht solche Extreme wie im ‚Egoismus-Bericht‘ geschildert, frage mich aber doch immer wieder, wieso der doch so naturverbundene Mensch den Rucksack voller Lebensmittel und Getränke auf den Berg schleppt, um die Flaschen, Verpackungen, etc. dann nach der Leerung einfach liegen zu lassen. Plautus hat mal gesagt: homo homini lupus est (zu deutsch: Der Mensch ist des Menschen Wolf) – mir scheint, er hat mehr als Recht gehabt mit seiner Feststellung.

    Wenn ich als ‚Nicht-Bergsteiger‘ in den Medien dann auch noch die Zahlen höre, was in den ‚oberen Höhen-Regionen‘ so alles nach getaner Höchstleistung liegen bleibt an Abfallmengen, dann frage ich mich schon, was ist der Sinn und Zweck eines solchen Unterfangens…. und damit wäre dann aus meiner Sicht der Kreis wieder geschlossen zu dem was ich oben im Rahmen meiner Bergsteiger-Vortragsbesuche festgestellt habe. Gleichwohl freue ich mich auf die nächsten durchgeschwitzten Kleider, ‚erworben‘ durch eine Wanderung in der wunderbaren Bergwelt.

  • Hanspeter Elmer sagt:

    So ein Verhalten als egoistisch zu beschreiben ist wohl nicht wirklich zutreffend. Menschenverachtend oder kriminell trifft es ja wohl eher. Wie kann man einem Menschen in Lebensgefahr Hilfe verweigern nur um sein Ziel – auf einen Berg zu steigen – nicht zu gefährden. Aber wenn man ehrlich ist: Wie viele Menschen schauen einfach zu, wenn jemand von einer Gruppe verprügelt wird und wollen dann nichts mitbekommen haben? Oder sie fahren einfach an einem verunfallten Fahrzeug vorbei, ohne auszusteigen und zu helfen? Was da an diesem Berg passiert, spiegelt nur unsere Gesellschaft wieder.

  • John sagt:

    Ich bin leider nicht überrascht von der Reaktion gewisser Gruppen dort. Entsetzt, aber nicht überrascht. Schon bei der Besteigung von 4000ern in der Schweiz erlebt man in den Hütten oft Bergsteigergruppen, die sich unglaublich egoistisch und rüppelhaft verhalten. Eigentlich würde man erwarten, dass Menschen, welche sich in der selben Situation, an einem hohen Berg, vor einer grossen Aufgabe, befinden, sich solidarisch untereinander und mit Mitgefühl begegnen würden. Für einige trifft dies leider überhaupt nicht zu. Ob es daran liegt, dass sie bereits an der Grenze zur Überforderung stehen und deshalb nur noch sich selber sehen, oder ob es halt unten wie oben einfach bessere und schlechtere Menschen gibt? Ich weiss es nicht. Traurig macht es einen trotzdem im Angesicht der wunderbaren Natur, die man in den Alpen vorfindet.

    • Maja sagt:

      im Angesicht der wunderbaren Natur, die man in den Alpen vorfindet.

      Diese Natur ist nur vordergründig wunderbar, die Natur ist kompromisslos und grausam.
      Ist übrigens ein guter Test vor der Heirat wie sich ein Mensch in den Bergen verhält wenns dem Partner dabei nicht gut geht oder nicht weiter kann.

      • John sagt:

        Die ‚Natur‘ ist wunderbar, grausam und kompromisslos sind vielleicht die Situationen, in die sich Berggänger begeben. Ich persönlich empfinde die Erlebnisse immer als sehr befreiend und habe eigentlich das Gefühl, dass es mir einfacher fällt, echt zu sein und auch selbstloser zu agieren in den Bergen als in der städtischen Umgebung, die von Reizen und Erwartungshaltungen überflutet ist.

        Zum anderen: Scheint mir als Test etwas riskant ;)

      • Greatsheep sagt:

        Es liegt in unserem Auge ob die Natur „schön“, „grausam“ oder was auch immer für ein Adjektiv wir brauchen wollen. Sie ist; hat keine Vorurteile, keine Meinung, bevorzugt oder benachteiligt niemand; mehr brauchts nicht ;-)

  • Klara sagt:

    Aber wir alle hier würden nie andere sterben lassen, wir alle hier unternehmen alles, damit niemand verhungert, an Krankheiten stirbt etc.? Oder geht’s nur um die, die wir sehen oder auch um die, die uns fern sind, 3. Welt etc.?

    • John sagt:

      Es ist ein enormer Unterschied, ob jemand mit direkter persönlicher Hilfe gerettet werden kann, oder ob über diffuse Kanäle indirekte Hilfe möglicherweise Leben rettet. Im ersten Fall weiss man genau, dass ein Mensch stirbt oder lebt, wenn man etwas tut bzw. nicht tut. Im zweiten Fall ist das Resultat der Hilfe ziemlich unklar. Den Sinn Ihres Vergleiches sehe ich hier nicht. Die globale Moralkeule halte ich für wenig zielführend. Nur weil ich 60.- an World Vision sende heisst das noch lange nicht, dass ich jemandem, der vor mir liegend stirbt wirklich helfen würde. Letzteres halte ich für die sowohl ethisch als auch psychologisch viel grössere Leistung, da sie echtes Engagement und oft auch das Riskieren des eigenen Lebens, oder zumindest der eigenen Ziele beinhaltet.

  • Yves M. sagt:

    Warum höre ich immer nur von Profis, die helfen. Ueli Steck zum Beispiel hat seine eigene Expedition geopfert, um Bergsteigern in der Not zu helfen. Diese Profis sind mit Klettern gross geworden und haben einen anderen Bezug zu den Bergen und zum Sport. Die anderen kaufen sich doch reihenweise die 8000-Ender als Statussymbol. Um damit im Golf- oder Yacht-Club zu prahlen. Denen geht die Erfurcht und Demut vor dem Berg komplett ab.

  • Delta sagt:

    Warum werden solche Leute nicht nach geltendem Recht bestraft? Das ist doch unterlassene Hilfeleistung. Warum greifen unsere Gesetze dort nicht?

    • Hans Müller sagt:

      Wieso sollten unsere Gesetze in Pakistan gelten. Die haben dort ganz andere Probleme wie ein paar Bergsteiger. Schlechte Presse gibt es wenn so ein Touri entführt wird. Aber nicht wen ein pakistanischer Träger stirbt.

  • Hans Müller sagt:

    Die eigene Leistung wird ja noch erhöht wenn an dem Berg möglichst viele andere sterben. Da kann man dann zuhause erzählen, dass man einen Berg bestiegen hatte bei dem so und so viel Prozent nicht mehr zurückkehren. Wenn es dort keine Opfer geben würde wäre es ja kein Extremsport mehr. Im Motorsport gehen die Rennen nach ein Unfall ja auch meist weiter.
    Und wenn man viel Geld für den Träger aufgibt will man sich die Tour nicht durch ihn aufhalten lassen. Der wird wie ein kaputtes Velo einfach am Wegrand zurückgelassen.

  • Angela Nussbaumer sagt:

    Für mich ist es schlicht vorsätzlicher Mord, einem Menschen in dieser Situation nicht jede erdenklich mögliche Hilfe zu leisten. Alle Hilfeverweigerer gehören vor Gericht gestellt und entsprechend verurteilt.

  • Sievers sagt:

    Leider wurde in den letzten 10 – 20 Jahren der (Höhen)-Alpinismus stark kommerzialisiert. Echte Könner unterscheiden sich von den andern eben auch in ihrem ethischen Verständnis; weiter könnte die Erkrankung/ Unfall ja jedem selbst auch einmal treffen. Der Tod des Champion Bergsteigers Lauretan ist ein gutes Beispiel dafür. Der Mensch sollte wieder vermehrt seine eigenen Grenzen kennenlernen und sich anschliessend dementsprechend verhalten. Wer nicht fit ist für (Höhen) – Bergsteigen, merkt dies relativ rasch. Dies gilt für Bergsteiger und Träger. Meines Wissens gibt es mindestens in der Schweiz unter den Alpinisten ein Verständnis, dass Menschen in Not geholfen werden muss, ansonsten man sich schuldig macht. Wie weit dies bei sich fahrlässig in Gefahr begebenden Leuten zutrifft und umgesetzt werden kann, ist eine andere Frage. In den Alpen ist ja auch die Bergrettung jederzeit abrufbar, was die Leute leichtsinnig macht, unabhängig, wo sie sich gerade befinden. Für Expeditionen gilt der Anspruch, dass die Teilnehmer sorgfältig ausgelesen werden und würde man meinen, diese eben auch eine Erklärung leisten sollten, sich im Gebirge ethisch korrekt zu verhalten. Dies wäre für mich auch ein Anspruch an die Nachhaltigkeit des Bergsteigens, unabhängig ob kommerzieller oder privat initiierter Natur.

    • Yves M. sagt:

      Sehe ich aus so. Die Rettung eines Menschen ab Berg ist eigentlich Ehrensache. Und in diesem Fall war es ja nicht einmal so, dass eine Rettung unmöglich war. Sondern möglichen Helfern einfach nicht in die Agenda gepasst hat.

  • Freiherr sagt:

    Der Auftrag geht vor Leib und Leben der Beauftragten! Nicht nur in der Kesselschlacht. Sondern schon im tiefsten Frieden. Auch im Schweizer Aerar und beim GroePaz Blocher!

  • Heinz Widmer sagt:

    Sie glauben so etwas findet nur unter extremen Bedingungen im fernen Ausland und unter uns fremden Kulturen statt? Weit gefehlt! An den Rad-Schweizermeisterschaften in Pfaffnau vor zwei Wochen lag ein gestürzter Rennfahrer bewusstlos am Strassenrand. Dutzende Konkurrenten fuhren an dem Mann vorbei ohne sich zu kümmern – Rang und Platzierung waren viel zu wichtig.

    • Ueli Eichenberger sagt:

      Und Sie sind nicht vorbeigefahren, sondern haben gegafft? Im Übrigen kann man als teilnehmender eines solchen Events auf einer 10km-Runde davon ausgehen, dass professionelle Hilfe innert einer Minute vor Ort ist.

      • Kathy sagt:

        Herr Widmer, sie haben völlig recht. Bei uns ist es genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer.

        BH Stadelhofen, 18:00 Gleis 1, ein Obdachloser (hat jedenfalls so ausgesehen und gerochen) fällt aufs Gleis und bleibt liegen. Ich bin die einzige die reagiert hat!!!!! DIE EINZIGE!!!!!! Als ich es nicht schaffte, den Mann alleine zurück aufs Perron zu heben und um Hilfe gerufen habe, hat dann, Gott sei Dank, eine alte Lady von ca 75 Jahren mitangepackt. Ach ja, den jungen Mann sollte ich auch noch erwähnen, der so nett war, mir meine Handtasche nachzutragen („Aber diesen Typ fasse ich nicht an!“). Alle anderen waren Zuschauer, obwohl sie den Anblick des zermantschten Mannes wohl auch nicht sonderlich genossen hätten, wäre der Zug vor mir da gewesen…

        • Urs Leutwiler sagt:

          Als Mitmensch und Lokührer danke ich Ihnen von ganzem Herzen für diese Tat! Sollten Sie selbst einmal in eine Notlage geraten, hoffe ich, dass Ihnen genauso beherzt geholfen wird! Eigentlich sollten Sie von der SBB belohnt werden. Bitte seien Sie trotz allem vorsichtig und gefährden Sie sich nicht selber.

  • michi sagt:

    Ich gratuliere den Rettern!
    Das Gasherbrum-Basislager sieht ja richtig schnuckelig aus, oder ist das nur die Perspektive?
    Im Everest Basis-Camp gibts jedenfalls, neben ein paar Tonnen Abfall, eine Bar mit Disco. Auf der Tour soll es immer wieder vorkommen, dass angelegte Vorratsdepots mit zb. Sauerstoff von Fremden geplündert werden. Die zufällig gefilmte Gruppe, die ich in der letzten Doku gesehen habe, wollte ihrem dahinsiechenden Teilnehmer vor laufender Kamera nicht wirklich helfen (weit ab der Todeszone), sie hätten ihren Aufstieg aufgeben müssen … Sherpas bringen bei einer Aufräumaktion Leichen anstatt Abfall zurück… und so weiter und so fort. Es geht um das eigene Ego, Prestige und vor allem auch um viel Geld. Scheinbar beste Voraussetzungen, damit der Mensch sich zum Tier zurück entwickelt.

  • SomeintPhia sagt:

    Der Auftraggeber gehört an den Pranger gestellt, bestraft und für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen.

  • Markus Gasser sagt:

    Auch ich finde den Mangel an Menschlichkeit schlimm, man muss das ganze aber relativieren. Es gibt einen idiotischen Run von vielen idiotischen Menschen auf die 8000er. Viele gelangweilte Menschen aus dem Westen finden plötzlich, dass sie neben Haus, Garten und Auto auch noch ein Bild auf einem 8000er brauchen. Nun ist die Luft da oben wirklich sehr dünn und die Leute sind oft zu wenig vorbereitet, was dazu führt, dass jeden Tag Menschen sterben oder fast sterben. Wenn man sich Jahre seriös auf den 8000er vorbereitet hat und die CHF 20’000 – CHF 40’000.– investiert hat, käme man nie auf den Gipfel, wenn man alle, die in Schwierigkeiten sind, retten würde. Und ja, Extremsportler sind per se egoistisch, anders lässt sich die Leistung nicht erbringen. Erwähnen möchte ich auch noch, dass der Expeditionsleiter des hier viel gelobten schweizer Unternehmens vor wenigen Jahren mitten im Berg seine Expedition im Stich liess um zu seiner Freundin abzusteigen, die er einen Tag zuvor mit dem Helikopter zum Vergnügen ins Lager fliegen liess und welche vom schnellen Aufstieg ein Lungenödem erlitt. Wie gesagt, ich geniesse lieber eine schöne Wanderung, Trekking oder leichte Bergtour – das ist auch gefährlich, aber nicht im Kriegsgebiet um Extremgipfel.

  • maurena salzmann sagt:

    Es gibt einen sehr guten DOK zum Thema: „Sherpas – Die wahren Helden am Everest“. Moderner Kolonialismus am Mount Everest, wobei von den Menschen aus dem Westen im Gegensatz zu den Sherpas die wenigsten die Bedeutung dieser Berge verstehen; viele von ihnen benutzen diese lediglich als Kulisse für ihren „Keulenvergleich“. Dabei sollte uns die Natur Demut lehren….

  • Ella Müller sagt:

    Ohne die Träger wären die BergsteigerInnen nichts, gar nichts! Das ist unterlassene Hilfeleistung und sollte wie im normalen Leben bestraft werden.

  • Ruedi Lienhard sagt:

    Auf den ersten Blick ist Bergsteigen Idealismus, Natur pur, einfach sympathisch. Das Extrem-Höhenbergsteigen ist aber das pure Gegenteil davon, es sind Materialschlachten und Umweltverscmutzung in höchstem Ausmass. Man sollte diesen „Sport“ einfach nicht mehr beachten.

    • Ovy sagt:

      Wie erwähnt, nicht jeder Höhenbergsteiger ist ein Idiot. Die Personen, die sie meinen, bezeichne ich nicht als Bergsteiger und die sollten auch nicht in den Topf mit den echten Bergsteigern geworfen werden. Längst hat ein Umdenken bei verantwortungsvollen und guten Bergsteigern stattgefunden. Materialschlachten und Expeditionen im grossen Stil sind out. Leider ist die Masse nicht fähig, auf dieser Basis den Sport auszuüben. Also sollte eigentlich der Esel und nicht der Sack geschlagen werden, konkret die kommerziellen Anbieter von Expeditionen. Die sind zu einem grossen Teil für diese Auswüchse verantwortlich. Eine löbliche Ausnahme in diesem Konzert ist Kari Kobler, dessen Organisation prüft, dass wenigstens jeder Teilnehmer fit ist und über bergsteigerische Kenntnisse verfügt. Ebenso liegt es in der Verantwortung der kommerziellen Organisatoren, wie mit den Sherpas umgegangen wird.

  • Thomas Bieber sagt:

    Pack. Ganz einfach: Pack, verbrecherisches Pack. Haben Sie etwas Anderes erwartet von solchen Figuren, die wie die Irren einen Berg hochrennen und sich um nichts links und rechts ihres Weges kümmern, dabei, je nach verfügbarem Atem, „Ich! Ich! Ich! Ich!“ schreien oder keuchen? Leid tut mir vor allem der Träger, der keine so breite Wahl hat wie der Wohlhabende Kletterer. – Letzterer unterscheidet sich oft nicht von anderen Ich-Ich-Ich-Schreiern in anderen Situationen. In so einer Situation habe ich selbst schon mit Androhung von Gewalt durchsetzen müssen, dass einem Verletzten geholfen wurde.

  • Ovy sagt:

    Ich bin selber Bergsteiger und Kletterer und habe das Khumbutal schon besucht. Die Kommerzialisierung um die 8000er ist widerlich und könnte einem das Bergsteigen vergällen. Vor allem die Tatsache, dass sich da viele Leute als „Bergsteiger“ rumtreiben, die dort nicht hingehören, da sie weder über die nötige Fitness, noch genügend bergsteigerische Kenntnisse verfügen. Aber wie das Beispiel zeigt, nicht alle Höhenbergsteiger sind selbstsüchtig und nur auf ihr Ziel fixiert. Ich möchte nur Steck und Antamatten erwähnen, die für ihre (leider vergebliche) Rettungsaktion von Iñaki Ochoa de Olza 2008 den „Prix Courage“ erhalten haben und selbstlos ihre eigene Expedition an der Annapurna dafür geopfert haben. Es gilt diese Szene differenziert zu betrachten und nicht einfach alle in einen Topf zu werfen, da sowieso alle „zu Idioten mutieren durch Sauerstoffmangel“.

  • hubert sagt:

    man muss ja schon etwas speziell sein, wenn man sich freiwillig in Lebensgefahr begibt. Das sind etwas besondere Leute die so etwas tun, sie tun es für ihren eigenen Ruhm, Sherpas tun es um Geld zu verdienen, sie kennen die Risiken.
    Wenn man sich unter solchen Leuten aufhält, muss man nicht überrascht sein, wenn es keine hilfe gibt.

    • Thomas Bieber sagt:

      Die Träger machen das nicht ganz so freiwiillig. Die haben nämlich nicht die Wahl, als Fischer, Buchhalter oder Steuerbeamter arbeiten zu können…

  • Ursula Haass sagt:

    Die Frage erübrigt sich: Extrem-Bergsteiger und -Taucher werden wegen des ständig fehlenden Sauerstoffs krank im Gehirn, nicht zurechnungsfähig und sind deshalb gefährlich! Der Charakter verändert sich vollkommen – genau wie bei einem Drogensüchtigen – und der pure Egoismus setzt sich durch: Jeder ist sich selbst der Nächste.

    • Ach ja? sagt:

      und wenn sich die Gehirne so krankhaft verändern, warum gab es dann welche, die halfen? Das ist noch nicht einmal der Ansatz einer Erklärung…

    • Claudia sagt:

      Da ich beim Tauchen meist Sauerstoff dabei habe und falls nicht, schnell wieder oben bin, denke ich nicht dass diese Erklärung was taugt Frau Haass. „Ironie-off“

  • marianne reifers sagt:

    Die Geschichte ist alt. Jesus hat sie erzählt. Die Frage war: Wem muss ich helfen, wer ist mein Nächster? Die Antwort: Der am Wegrand liegt und Hilfe braucht. Damals hat ein ungeliebter Ausländer geholfen, einer aus Samarien. Die Frommen, die ein Ziel im Kopf hatten, sind am Ausgeraubten vorbeigegangen. Die Frommen sind die, welche einen ganzen Einsatz leisten für eine Sache oder für Gott. Sie sind auch heute hoch angesehen. Oben ankommen ist das Höchste! Was sind ein paar Leichen am Wegrand? Sie wären wahrscheinlich sowieso gestorben. Klar, sogar Gipfelstürmer werden einmal sterben und ihr Ruhm wird im Guinessbuch vergilben. Aber der Mann aus Samaria lebt immer noch im Samariterdienst. Die Frage ist nur, wie lange es den noch geben wird und wen die Herkunft des Namens noch interessiert.

    • hubert sagt:

      eine Predigt wollen wohl die meisten dort am Berg oben nicht hören

      • Ruedi Lienhard sagt:

        guter kommentar m. reifers, hingegen ist das was hubert sagt, einfach völlig daneben.

        • hubert sagt:

          die einen glauben, dass das Besteigen eines sehr hohen Berges notwendig ist und andere glauben, dass sie ihre Religion mit missionarischem Eifer verbreiten müssen. Ich glaube, dass beides nicht notwendig ist und ich glaube auch, dass ich diese Meinung hier vertreten darf

    • Ueli Eichenberger sagt:

      Als Agnostiker ist ‚der barmherzige Samariter‘ eine der wenigen Bibelgeschichten, welche mir immer noch gefällt. Die Gesetze der Länder des ‚Christlichen Abendlandes‘ basieren im Wesentlichen auf Gleichnissen und Geboten aus der Bibel. Am Himalaya turnen viele Menschen herum, die eine andere Mentaltität oder Erziehung genossen haben, als wir Abendländer. Eventuell könnte Signore Pompili die Namen der Hilfe-Verweigerer den Behörden melden, damit die entweder juristisch verfolgt oder wenigstens mit einem Einreiseverbot für das ‚Abendland‘ belegt werden.

  • cyberbull sagt:

    einfach zum KOTZEN. man müsste schlicht jeden strafrechtlich mit voller härte angehen, der bewusst in kauf nimmt, dass ein mensch stirbt, nur um seine gipfeltour nicht zu gefährden.

    • meinrad sagt:

      die gehen freiwillig da hoch und es gelten andere Gesetzte dort oben, nämlich „the survival of the fittest“. Darwin lässt grüssen

      • Andreas sagt:

        @meinrad: Bullshit! dort oben gelten dieselben Gesetze wie da unten! Und ausserdem ist es dem Mensch als empathiefähiges Wesen in die Wiege gelegt, sich um „the survival of his next“ zu kümmern. Alles andere ist unmenschlich.

        • Linda-Sue sagt:

          Der Mensch ist zwar „Empathie-fähig“, ich stelle aber immer wieder fest, dass dieses Gefühl bei vielen Mitmenschen ziemlich verkümmert oder gar nicht vorhanden ist, vorallem, wenn man dafür noch grosse Opfer bringen muss.

      • Walter Ammann sagt:

        “Survival of the fittest” hat mit Darwin überhaupt nichts zu tun. Wer das sagt, hat Darwin schlicht nicht begriffen.

      • steph sagt:

        ’survival of the fittest‘ hier bedeutet fit nicht sportlich fit sondern die englische bedeuteung ist fit = am besten angepasst.

        • Sven Eppbrecht sagt:

          Und was er eigentlich gemeint hat, war „Elimination der Unangepassten“. Es ist nämlich nicht so, dass nur die Toptiere überleben, sondern dass alle jene nicht überleben, die sich den Umständen nicht anpassen.

          • meinrad sagt:

            womit wir wieder beim Thema wären. Wer den Bedingungen am Berg nicht gewachsen ist, kehr nicht zurück.

    • Vera K sagt:

      Jeder Autofahrer nimmt in Kauf dass WEGEN IHM (und nicht nur wegen unterlassener Hilfe) ein Mensch sterben könnte. Müsste man demnach Autofahrer auch „strafrechtlich mit voller Härte angehen“?

      Verglichen mit dem Strassenverkehr ist die Bergsteigerei ein Klosterverein. Aber es ist eben einfacher andere zu kritisieren als vor der eigenen Haustüre mal wieder zu wischen.

      • Lampi sagt:

        > wie viel Egoismus am Berg ist gesund?

        Die ganzen hohen Berge sind nicht gesund. Die Alpen bieten bereits Herausforderungen für viele.

        So einen supertollen Everest- Besteigungs- Käufer möchte ich mal gern an einer Route an den Kirchlispitzen sehen. Aber dafür müsste man ja mehr tun als nur die 15000-20000 Oironen hinblättern.

        Gegen die Auswüchse hilft eine Strafanzeige, unterlassene Hilfeleistung ist in .pk genau so strafbar wie bei uns zu Hause. Bei Nichtverfolgung (ist zumindest in .de so) kann auch zu Hause Anzeige erstattet werden.

  • Gerhard Keller sagt:

    „Wie viel Egoismus am Berg ist gesund?“ Ich verstehe diese Frage nicht. Wer einem Menschen in einer solchen lebensbedrohlichen Situation die Hilfe verweigert, nur um ungestört weiter in Richtung Gipfel marschieren zu können, ist kein Egoist, sondern ein Verbrecher.

    • Martin Dietiker sagt:

      Voll ins Schwarze getroffen, selten einen derart treffenden Kommentar im Tagi gelesen. Das Problem ist, dass wir längstens keine Leistungsgesellschaft mehr sind, sondern nur mehr eine Erfolgsgesellschaft, und war um wirklich jeden Preis (natürlich nur sofern ihn die Anderen bezahlen). Das Ziel heiligt alle Mittel, ungeachtet sämtliche Strafgesetze, Verfassungen etc., von Ethik/Moral ganz zu schweigen.

      • Peter Bieler sagt:

        Worin liegt der Unterschied zwischen diesen Bergsteigern und vielen Managern in Grosskonzernen?
        Die Manager arbeiten näher am Meeresspiegel.

        • mali sagt:

          JA! ! *Sanierungen“, bei denen sich Shareholder-Cowboys keinen Deut um das Schicksal der „wegrationalisierten“ Mitarbeiter scheren (Familie, laufende Hypotheken etc.). Und Firmen, wie kürzlich France Telecom, wo sich die Selbstmorde häufen. Willkommen in der schönen neuen Welt des globalisierten Kapitalismus! Und dann noch die Heuchler: C.B., dessen Firma globalisiert agiert, um möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, der aber nicht müde wird, uns das Märchen von der autarken Schweiz aufzutischen…

          • hubert sagt:

            ich freue mich immer über soviel Kreativität: sogar in einem Bergsteigerblog gelingt es den Leuten Christoph Blocher zu verunglimpfen. Das ist schon fast eine Meisterleistung

          • Christian Roth sagt:

            Ach ja, dabei wäre die Welt doch so einfach, nicht wahr? Jeden Mitarbeiter einfach behalten (am besten noch mehr einstellen als nötig), besonders bei Firmen, die rote Zahlen schreiben, schliesslich sind das ja keine Unternehmen, die in internationalem Wettbewerb stehen, sondern Beschäftigungstherapien!!
            Und die Ems-Chemie würde auch nicht soviel Arbeitsplätze anbieten können, wenn sie nicht 95% des Umsatzes im Ausland machen würde.

      • Melly sagt:

        Stimme voll zu!
        Das hat für mich sowieso nichts mehr mit Leistungssport oder echter Gipfelstürmerei zu tun, wenn X Helfer diesen Himalaya Verrückten die Last hochschleppen, alles Vorbereiten, Zelte aufstellen und kochen, so dass die betuchten Bergsteiger sich ganz auf die Anstrengung konzentrieren können. Das ist doch kein Sport! Diese abscheuliche Geschichte passt genau zu diesen egoistischen reichen Säcken! Pfui.

        • John sagt:

          Bieler und Melly: Ist es wirklich nötig, diese Geschichte für einen Pauschalangriff auf Reiche und Manager zu instrumentalisieren? Glauben Sie wirklich die Welt ist so schwarz-weiss wie Sie sie hier zeichnen?

          • mali sagt:

            Ja, auch die Reichen. Das Besteigen Achttausender ist für viele „echte“ Bergsteiger sicher eine wunderbare Erfahrung. Und sie kennen denn auch die Kamaradschaft am Berg, wie dieses Beispiel zeigt. Und daneben gibt es die „reichen Säcke“, welche sich rundum versorgen lassen und den Everest zu ihrem eigenen „Ruhm“ (?) mit praktisch schon „ausgeschilderten“ Wegen besteigen, alles vorgespurt, alles mit fest installierten Seilen. Das ist ja schon fast Disneyland in Nepal…

          • Melly sagt:

            Ja, es ist nötig, Wer sonst kann sich denn so einen Himmelstrip mit Sherpas und modernster Ausrüstung leisten? Sicher keine normalen Bürogummis, da braucht es schon einen deftigen Jahreslohn! Insofern sehe ich diese Instrumentalisierung als gerechtfertigt.

          • John sagt:

            Interessante Schlussfolgerung. Also sind Reiche böse und egoistisch, besonders wenn sie Manager sind. Komisch nur, dass auch die ‚echten‘ Bergsteiger, auch die, welche geholfen haben, ebenso wie die, welche nicht geholfen haben, sehr viel Geld für ihre Expeditionen brauchen. Reich im Vergleich zur lokalen Bevölkerung sind sie ohnehin. Und was ist mit den armen Sherpas, die ihre Kollegen nicht retten wollten? Die Welt ist halt nicht ganz so einfach, wie Sie es offenbar gern hätten.

    • kurt abächerli sagt:

      wieso soll es am berg anders sein als in der firma. hier wird auch gekämpft bis zum geht nicht mehr – nur ist das sterben leiser und meistens sind es „loser“. in meiner abteilung gab es nach der restrukturierung (aka entlassungen) einen selbstmord, mehrere burn outs und vieles blieb unter der decke. also nicht mit dem finger nach pakistan oder nepal zeigen.

    • Stef Baumann sagt:

      Bravo! Dem ist nichts hinzuzufügen.

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