Aargauer erreicht Kangchendzönga-Gipfel (8586 Meter)

Kangchendzönga

Der 8586 Meter hohe Kangchendzönga im Grenzgebiet Nepal und Indien. So bietet sich die Sicht auf den Gipfel von Gangtok, dem Hauptort des nordostindischen Staates Sikkim. (Foto: Reuters/Desmond Boylan)

Hat seinen zweiten Achttausender erreicht: Cédric Hählen.

Mit der ersten Gruppe auf dem Kangchendzönga: Cédric Hählen. (Foto: Expeditionsnews.ch)

Der 29-jährige Cédric Hählen aus Hausen bei Brugg (AG) erreichte vergangenen Donnerstag den Gipfel des 8586 Meter hohen Kangchendzönga – ohne zusätzlichen Sauerstoff. Nach dem K2 ist das sein zweiter Achttausender.

Auf seiner Webseite schreibt Hählen: «Gipfel erreicht! Ab dem letzten Hochlager auf 7600 Meter benötigte ich 12 Stunden hoch und 4 Stunden runter. Um zirka 10 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) stand ich auf dem Gipfel des 8586 Meter hohen Kangchendzönga. Jetzt bin ich todmüde. Ich steige morgen mit allem Material ins Base Camp ab.»

Am Tag vor dem Gipfelerfolg hatte er aus dem Camp 4 auf 7600 Meter berichtet: «Spätestens in dieser Nacht muss ich aufbrechen, da mir das Essen ausgeht. Ich werde ohne einen Sherpa starten, andere Teilnehmer teilen sich die Sherpas.» Dann eine gute Stunde später aktualisiert er: «Mit mir zusammen werden neun Teilnehmer (davon vier Sherpas) derselben Expedition starten. Daneben kämpfen noch sieben Russen und möglicherweise noch weitere Bergsteiger um einen Gipfelerfolg.»

Kangchendzönga

Der Kangchendzönga ist der dritthöchste Berg der Erde und der einzige Achttausender, bei dem ausser dem Hauptgipfel noch drei weitere Gipfel eine Höhe von mehr als 8000 Meter erreichen. Dieses Bild wurde während eines Passagierflugs über Nepal gemacht. (Foto: Reuters/Desmond Boylan)

Auch «Skandal-Bergsteiger» Christian Stangl ist wieder unterwegs

Laut unterschiedlichen Quellen waren es schliesslich knapp fünfzig Personen, die am 19. und 20. Mai 2011 zum Kangchendzönga-Gipfel aufbrachen. Geschafft haben es allerdings nicht alle. Hier die bisher gemeldeten Erfolge (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):

Als erste stand die Französisch-Schweizerische Expedition mit Ludovic Challeat, Philippe Gatta und dem Aargauer Cédric Hählen (ohne künstlichen Sauerstoff) und drei Sherpas oben – sie waren die ersten Kangchendzönga-Besteiger in diesem Jahr.

Aus dem neunköpfigen Russenteam im Camp 4 erreichten drei Männer den Gipfel: Alexi Bolotov, Nikolai Totmiyanin und Israfil Ashurli. Mit ihnen unterwegs war auch der Österreichische «Skandal-Bergsteiger» und Skyrunner Christian Stangl, der vergangenes Jahr eine K2-Besteigung vorgetäuscht respektive «visualisiert» hatte. Jetzt am Kangchendzönga hat er sich laut Berichten Erfrierungen zugezogen.

Der erste Türke, der erste Iraner und neuer Rekord eines Sherpas

Am Tag darauf, am 20. Mai 2011, stieg der Italienier Mario Panzari auf den Gipfel, es war sein zwölfter Achttausender ohne Sauerstoffflasche. Ebenfalls oben standen Tunç Findik und Azim Qeychisaz (ohne zusätzlichen Sauerstoff). Damit ist Findik der erste Türke der den Kangchendzönga bestieg, seinen sechsten Achttausender. Qeychisaz ist der erste Iraner, dem dieser Berg gelang, sein fünfter Achttausender. Mit ihnen erreichten auch die beiden Sherpas Dawa und Mingma den Gipfel. Mit diesem Erfolg ist Mingma der erste Sherpa, Nepalese und erst 24. Mensch überhaupt, der alle 14 Achttausender bestiegen hat. Der Schweizer Guntis Brands musste auf 8200 Meter Höhe seinen Aufstieg abbrechen und umkehren. Er wäre der älteste Bergsteiger gewesen, der den Kangchendzönga-Gipfel erreicht hätte.

Jüngste Meldungen vom Kangchendzönga: Am 22. Mai musste die Amerikanische Alpinistin Cleo Weidlich mit dem Helikopter aus 7000 Meter Höhe geholt werden. Ein serbischer Bergsteiger liegt mit Lungen- und Hirnödem im Basislager. Sein Zustand ist kritisch, die Helikopterrettung soll baldmöglichst stattfinden. Im Camp befinden sich zurzeit mehrere kommerzielle Expeditionsgruppen, die sich für den Gipfelsturm akklimatisieren.

PS: Das sind alleine die News vom Kangchendzönga der vergangenen Tage. An allen anderen Achttausendern findet derzeit ebenfalls ein Gipfel-Wettkampf statt – als wäre es die letzte Gelegenheit, insbesondere am Everest. Die täglichen Meldungen überschlagen sich. Ich sammle sie und werde hier bei «Alpin im Outdoorblog» darüber berichten.

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3 Kommentare zu «Aargauer erreicht Kangchendzönga-Gipfel (8586 Meter)»

  • Joachim Adamek sagt:

    Manchmal ist es besser, nicht zeitnah, sondern vielmehr zeitverzögert zu reagieren. Als ich heute morgen im Alpinblog las, dass Cédric Hählen die Besteigung des Kangchendzönga-Gipfels geglückt ist, war mein erster Gedanke: Was soll dieser Massenansturm der Bergsteigerelite auf die 8000er, der von Jahr zu Jahr größere Formen annimmt?

    Heute nachmittag habe ich dann ein wenig in der Hompage des 29-Jährigen gelesen und mußte erleben, wie mein Konzept haltlos in die Tiefe stürzte: Denn hier — das merkt man sofort —ist einer, der nicht nur hohe Ziele hat, sondern auch sein Bestes gibt, um sie zu erreichen.

    Deshalb: Allen, die, wo auch immer, auf den Dächern dieser Welt unterwegs sind viel Glück! Gratulation in die Schweiz an Céderic Hählen, aber auch nach Österrreich an Helmut Ortner, dem letzte Woche bei Superwetter die Besteigung des Mount Everest gelungen ist!

  • Rolf sagt:

    Sorry, aber die 8000er sind doch alle abgelutscht. Wer wirklich was auf sich hält, der bezwingt den Ogre – es wäre soweit ich weiss erst die dritte Besteigung, aber etwa schonder 100ste Versuch…

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