Wie «Blick» den Boulevard beerdigt

Christian Lüscher am Mittwoch den 19. August 2015
Blick-Girls: Ausschnitte der Seite 1 aus dem "Blick". (Foto: Nicola Pitaro)

Unter internem Beschuss: Die Blick-Girls. Foto: Nicola Pitaro

Hat der «Blick» ein Sexproblem? Ja, und ein ziemlich grosses. Letzte Woche traf sich die Belegschaft der Blick-Gruppe zur grossen Diskussion zum Thema Boulevard. Geschäftsführer Wolfgang Büchner lud seine Mitarbeiter dazu ein. Bevor wir auf die Diskussion eingehen: Büchner ist der ehemalige «Spiegel»-Chef, der nun die Blick-Gruppe fit für die Digitalisierung machen muss. Er wird den Newsroom reorganisieren, neue Chefs bestimmen und sich von Mitarbeitern trennen. Wir haben in diesem Blog darüber berichtet.

Nun zur Diskussion. Wie steht Büchner zum Boulevardkurs der Blick-Gruppe? Er findet ihn eigentlich ganz gut. Aber er findet ihn oft auch «zu trashig» und wünscht sich einen «cooleren» Auftritt von beispielsweise Blick.ch. Das Onlineangebot ist in den letzten Jahren zu stark in die Schmuddelecke geraten. Der starke Fokus auf nackte Haut und Sexgeschichten stört den deutschen Medienmanager.

Und wie stehen die Chefredaktoren zur Meinung von Büchner? Jetzt wirds interessant. Sie zeigten sich an der Diskussion ebenfalls unzufrieden mit ihren Produkten. «Blick am Abend»-Boss Peter Röthlisberger bekundete vor versammelter Belegschaft Mühe mit dem gegenwärtigen Erotikkurs. Man müsse wegkommen vom Stil, alles irgendwie auf Teufel komm raus mit Sex oder nackter Haut zu verkaufen.

Seine Wortmeldung irritierte die Mitarbeiter. Röthlisbergers «Blick am Abend» hat – ausser vielleicht Blick.ch – die höchste Sexquote in seiner Berichterstattung. Kein Blattmacher zeigt auf der Titelseite weniger Berührungsängste mit dem Thema. Ob Röthlisbergers Meinung mit seiner Bewerbung zum Leiter des Blick-Desks (Content-Desk) zusammenhängt?

Auf jeden Fall steht er nicht alleine. Auch «SonntagsBlick»-Chefin Christine Maier zeigte sich unzufrieden. Nachdem die Sexexpertin Caroline Fux offen aussprach, dass viele Kollegen ihre Geschichten respektlos auf Äusserlichkeiten reduzierten, es ging um diesen Fall beispielsweise, forderte Maier die Redaktion dazu auf, ab sofort den Stil der Berichterstattung zu ändern. Weniger nackte Haut. Weniger Sex. Auch sie stiess die Redaktion vor den Kopf. War doch in ihrer letzten SoBli-Ausgabe ein Bericht zu nackten Frauen in Restaurants plus Bild mit einer vollbusigen Frau.

Und weiter gehts. Auch das Blick-Girl kam unter Beschuss. Blick-Legende Fibo Deutsch will es am liebsten weghaben, und auch die Blick-Witze sind ihm am Ende des Tages zu schlüpfrig. Frauen mit Tattoos sind ihm so oder so ein Graus. Deutschs Worte waren klar. Offenbar redete er sich so in Rage, dass sich die Belegschaft wünschte, Büchner möge als Diskussionsleiter eingreifen. Der Einzige, der sich traute, etwas dagegen zu sagen, war Klaus Lange, Intimus von Frank A. Meyer: «Wenn ihr den Dreck nicht machen wollt, dann macht den Dreck doch einfach nicht mehr.» Man erkennt unschwer, dass das Thema Sex zu einer heissen Diskussion führte. Gut möglich, dass die Blick-Gruppe unter Büchner bald einen publizistischen Kurswechsel einschlagen wird.

Bei der Sex-Debatte hielt sich Chefredaktor René Lüchinger auffallend zurück, berichten interne Quellen. Weder kritisierte, noch verteidigte er sein Redaktionsteam. Er nutzte aber die Gelegenheit, ebenfalls seinen Teil zur Boulevard-Interpretation beizusteuern. Er, der intern wegen seiner seitenlangen Interviews schon mehrfach in die Kritik geriet, wir haben die Rede von Frank A. Meyer hier protokolliert, rechtfertigte sich für seinen Stil. Dieser sorge bei der Leserschaft für viel positives Feedback, meinte Lüchinger.

Für den Eklat des Tages sorgte am Ende Christine Maier. Die ehemalige «Club»-Moderatorin schockte mit einer Aussage die sonst schon irritierte Crew des Newsrooms. Sie hätte schon an vielen Orten gearbeitet, aber nirgends erlebt, dass die Redaktion eine so seltsam distanzierte Beziehung zu den eigenen Produkten habe. Der Einzige, der sich mit Herzblut für seine Geschichte einsetze, sei einst ein Praktikant gewesen. Das ehemalige TV-Aushängeschild Maier prangerte im Prinzip die Arbeitsmoral der Belegschaft an. Ihre Imagewerte sanken auf Jahrestiefstwert.

Was bleibt also von der grossen Boulevard-Diskussion mit Büchner? Fazit: Sex ist out. Die Formel Sex sells wurde von den Chefs gründlich hinterfragt. Wobei: Sie sind die Einzigen, die ein Problem damit haben und unzufrieden sind mit ihren Produkten. Zudem: Röthlisberger vom «Blick am Abend» machte sich nach Jahren plötzlich für gehaltvollen Journalismus stark. Christine Maier erzürnte mit ihrem ungeschickten Schlusswort die Belegschaft richtiggehend. Und René Lüchinger nutzte die Gelegenheit für ein Selbstlob.

Der einzige Chef, der an diesem Tag schwieg und zuhörte, war Sportchef Felix Bingesser. Er brachte es aber am Schluss mit einem Kommentar auf den Punkt: «Ich finde es befremdlich, dass man heute um 17.45 Uhr den Boulevard beerdigt hat.»

56 Kommentare zu “Wie «Blick» den Boulevard beerdigt”

  1. […] Eigentlich wäre die Kommunikation auf Freitag angesetzt gewesen. Dann aber machte der Branchendienst Horizont Büchner einen Strich durch die Rechnung. Eine Journalistin publizierte einen Artikel, wonach Chefredaktor René Lüchinger sein Amt an Iris Mayer abtreten werde. Die News sorgte in den letzten Stunden – verständlicherweise – für viel Unruhe. Denn seit Büchner als Geschäftsführer amtet, wird innerhalb der Blick-Gruppe viel über seine Pläne gerätselt. […]

  2. Christian Duerig sagt:

    Ich kenne keine einzige Schweizer Zeitung, die informieren kann. Sämtliche Zeitungen begutachte.
    All das Mitgeteilte ist analysiert, gefiltert, angepasst und …. meistens noch manipuliert.
    CNN, PBS, ABCnews, The New York Times, Washington Post, Boston Globe, …. Herald, Guardian, …. informieren.
    Die Schweizer Medien denken fürs Volk !!!

    • @Christian Duerig

      Ich denke, Sie treffen den Nagel auf den Kopf von wegen vorgefilter, angepasst, für das Volk denken — alles nur ja nicht informieren.

      Ich selber sehe die Zukunft in gut gemachten Blogs. Allerdings lehrt das einen den Respekt vor dem Arbeitsaufwand. Wenn ich nur ein bisschen Recherchiere und verlinke, dann ist schnell ein Vormittag vorbei. Begnüge ich mich mit einer Meinungsäusserung dann brauche ich immer noch eine gute Stunde. Eines der Hauptprobleme ist, dass man als online Autor die Leser nicht kennt und nie im voraus weiss, was die Leute verstehen, wenn sie den Text lesen. Ich exponiere mich gerne mit pointierten Ansichten und stecke ein, wenn jemand zurückgibt. Aber ich komme sehr schlecht klar damit, wenn meine Mitteilung fehlerhaft ankommt.

      Davon unterscheiden muss man dann immer noch die Auffassungsgabe von Journalisten, die den erstbesten Satz aus dem Zusammenhang reissen und dann den Autoren zum Monsterschlufi demontieren. Davon wurde ich verschont, weil ich keine Person öffentlichen Interesses bin.

  3. Anna R. sagt:

    Wo immer dieser Büchner auftaucht, gibt es offenbar Drama. Kommt nach der “Spiegel”-Soap jetzt die BLICK-Soap?

  4. maier sagt:

    Ja genau. Das ist die Rettung des Blicks. Diese Girls sind nicht immer eine Augenweide. Tattoos sind wirklich eklig, vor allem bei Frauen.

  5. Balz Rigendinger sagt:

    Boulevard? Interessant gemachte Geschichten
    Busen? Interessant, oft gemacht, aber keine Geschichten
    Keine Busen? Wenig Clicks
    Wer interessiert sich für Clicks? Die Buchhalter
    Also sollen die Buchhalter die Busenfrage entscheiden
    Journalisten verschwenden damit nur Zeit
    Wie der Leser mit den Busen

  6. Oliver Brunner sagt:

    Die Schweiz hätte gut gemachten Boulevard dringend nötig. Aus politischer Korrktiertheit wird so vieles unter den Teppich gekehrt. Da gehen linke Bundesräte zu Landschaftverbetonieren, rechte Ausländer-Schimpfer haben illegale Asylanten-Putzfrauen, der höchstbezahlte CEO fährt in seiner Limousine an den Sihlquai und misshandelt Nutten etc. etc. Da wird etwas angetönt, aber man traut sich aus Angst vor den Anwälten des Gegners nicht, die Sache durchzuziehen. Boulevard wäre politischer als jede Zeitung es momentan ist.

  7. Adrian Wehrli sagt:

    Whatson hat vorgemacht: Büsi, Busen und Blut, das funktioniert immernoch, jedoch mit neuen Vorzeichen: In der heutigen “oversexed and underfucked” Gesellschaft ist perverse Prüderie gefragt, will heissen, man zeigt nichts und schreibt alles nur nur angedeutet und sexuell aufgeladen. Büsi, simple udn einfach härzige Büsibilder, der Schrott zieht immmer. Und last but not least: Blut, einfach “privatföteli” aus den Kriesengebieten, das reicht völlig um einen süssen Schauer von “So geil, bin au fascht debii gsii!” über den Rücken zu jagen.

  8. Reto Meier sagt:

    Angebrachter wäre es gewesen eine Sitzung über die Kommentare im blick-online abzuhalten. In keiner Zeitung werden so viele menschenverachtende, rassistische und diffamierende Kommentare veröffentlicht. Komischerweise werden Gegenkommentare kaum veröffentlicht.

  9. Rudi Blickwarmal sagt:

    Tja, eigentlich habe ich mich ja von diesem Blatt abgekehrt, genau aus vielen diesen Gründen welche oben genannt wurden.
    Diese gesuchten Möchtegernsensationen sind ja ganz unterhaltsam nur hört es bei mir das auf wo Leute gemobt werden. Die Berichterstattung ist zum Teil in eine unglaubliche Bösartigkeit ausgehartet und hat mehr Leute schon krank gemacht, als sich diese Möchtegern-Schurnalisten vorstellen können. Genau hier wird vom Blick regelmässig eine Grenze überschritten welche mit einem Minimum von Anstand nichts mehr zu tun hat und sich nur hinter der Pressefreiheit versteckt. Nur noch peinlich dieses Blatt. Auf jeden Fall haben sie an mir nach 30 Jahren einen treuen Kunden verloren. Lustig war noch – wens nicht so tragisch wäre – Da werden Leute Schreibfehler vorgeworfen und genau in diesem Bericht produziert der Blick selbst mehrere Schreibfehler. Dieses Blatt muss mehr als nur die langweiligen Sexgeschichten reformieren.

  10. ZHonx sagt:

    Wie steht mit der Grüne Dame vom Zug? Lang nichts mehr gehört, Wir wollen wissen!

    • Giovanni sagt:

      Eine Frau mit einer Gebärmuttersenkung sucht bestimmt keinen Geschlechtsverkehr. Sieht nicht gut aus für den SVPler…..

      • Peter Rietsch sagt:

        Sie war betrunken. Ein Betrunkener fährt auch nicht Auto, oder Ski… oops, machen ganz viele. Man nimmt Probleme weniger wahr und baut Hemmungen ab und das ist die ganze Erklärung für diese traurige Komödie.

  11. ZHonx sagt:

    Aber Blick Imperium hat sich schon lang neu positioniert als SP Blatt! Ohne SVP wäre Ringier Gruppe Pleite!

  12. Anton Fleischhacker sagt:

    Dem Blick blieb nicht anderes übrig, sich vom Boulevard zu trennen. Der Tages-Anzeiger hat den Blick in Sachen Boulevard längst überholt.

    • Anton Fleischhacker sagt:

      Dem Blick blieb nicht anderes übrig, sich vom Boulevard zu trennen. Der Tages-Anzeiger hat den Blick in Sachen Boulevard längst überholt.

      • Lucien Michel sagt:

        Gute Antwort, Herr Fleischhacker.

        • Rolf Müller sagt:

          Sehr schlecht geschrieben und geantwortet, Herr Fleischhacker!
          Was Sie da behaupten ist doch billigster Boulvard, unterste Schublade…
          Solche Provokationen im SVP-Stil müsste ich eigentlich ignorieren.
          Aber Ihnen zuliebe reagiere ich darauf.
          Der Tages-Anzeiger gibt ein gutes Beispiel ab für einen (privaten) Service Public!
          Mit den gründlich recherchierten Berichten, bei denen alle wichtigen Perspektiven gezeigt werden, erhalten die StimmbürgerInnen eine gute Grundlage, damit sie in der Lage sind, ihre Rechte in der Demokratie kompetent und verantwortungsbewusst wahrzunehmen.
          Ausserdem sind die jornalistischen Beiträge literarisch und humorig geschrieben, was das Lesen der von mir liebevoll “Tagi” genannten Zeitung für mich zum Vergnügen macht, dass ich auf keinen Fall missen möchte.
          Was für ein Drama, wenn ich morgens zum Briefkasten gehe und die Zeitung (aus welchem Grund auch immer) fehlt!
          Ich weiss nicht, wie es Ihnen mit Ihrem Blick geht, Herr Fleischhacker.
          Aber seien Sie nicht überheblich gegenüber den Tagi-Macherinnen!
          Ich sehe absolut keinen Grund dazu…

          • Anton Fleischhacker sagt:

            Lieber Herr Rolf Müller

            Auch ich habe einmal den Tages-Anzeiger regelmässig gelesen und ihn auch Tagi genannt. Erstmals ab 1962! Besorgen sie sich einmal ein Exemplar aus den 70er oder 80er Jahren. Da war nur gelegentlich Humor, dafür gab es echte Hintergrund Informationen.
            Wenn ich ein Blickleser wäre, müsste ich laut heulen, weil er sich vom Boulevard verabschiedet.

          • Adrian Wehrli sagt:

            Ach Herr Müller, die Tage als der Tagi noch recherchierte, sind lange vorbei. Heute “unterhält” der Tagi noch, bestenfalls. Der “Warroom” beim Tagi spritzt ins Netz was Klicks generiert, und das wird dann als mehrfachnutzung auch noch auf Zellulose gebröselt, für Ihren Briefkasten …

          • Philip Santschi sagt:

            @Adrian Wehrli trifft’s genau. Onlline wird publiziert, was clicks bringt, und in der Papierversion dann einfach recycled, was online schon geschrieben war. Ich bin Auslandschweizer … und wie hab ich mich früher jeweils gefreut, in der Lounge im JFK Airport einen “frischen” Tagi anzutreffen. Seit nun bald drei Jahren lass ich ihn links liegen, weil ich weiss, dass das, was drin steht, mindestens 24h früher schon online zu lesen war. In der gleichen seichten Dürftigkeit. Zusätzlicher Hintergrund mit Substanz? In 9 von 10 gedruckten Tagis Fehlanzeige.

  13. Gabriel Müller sagt:

    Mir wäre es lieber, die Blick-MitarbeiterInnen hätten die Stimmungsmache gegen Minderheiten kritisch hinterfragt und beerdigt.

  14. filosof sagt:

    Blick ist wie die Bildzeitung – ein Lügenblatt, ein Spannerblatt, ein Schaumschlägerblatt. Sowas zu erhalten spricht für die Allgemeinheit. Das Volk WILL betrogen sein. Googelt mal, wie Günther Wallraff ingognito als Redakteur bei der deutschen Bildzeitung arbeitete. Was er dabei entdeckte und publick machte, ist haarsträubend. Und sowas will das Volk behalten? Volksverdummung erhaltendwert? Das Gleiche gilt für Bild. Gut, auch “seriöse” Tageszeitungen schreiben nicht immer seriös und wahrheitsgemäss, doch lange nicht so krass wie Bild und Blick.

  15. Lisa sagt:

    Wird der Leser auch gefragt was er will… ?

  16. Hans Käslin sagt:

    Wie immer, alle schimpfen wie der Blick doch schlecht ist. Das scheint aber dessen Konsumenten nicht zu stören.
    Der Blick wird vor allem gemacht um verkauft zu werden und nicht um irgendwelche Anforderungen oder Aufgaben zu erfüllen.
    Derartige Diskussionen sind also nutzlos und langweilig.

  17. bela summermatten sagt:

    Was will denn der Blick noch, wenn er seiner Kernkompetenz Sex abschwört. Die ganzen restlichen Versuche unter dem schwammigen Titel Digitalisierung gehen regelmässig tüchtig in die Hose. Wo war eigentlich Walder in dieser Diskussion? Er, der massgeblich für die Orientierungslosigkeit des Blicks verantwortlich ist! Vielleicht sollt er einfach weniger über Dinge schwadronieren, von denen er noch weniger versteht als von Sex, z.B. das Zürcher Silicon Valley. Er, der sich gerne als Harvard Alumni tituliert, sollte doch das Rüstzeug erworben haben, wie man eine richtige Strategie formuliert – oder war das 3-wöchige Sommerkürsli doch nicht ganz zu ergiebig? Der Blick und der ganze Verlag irrlichtern nur noch herum, Panik macht sich langsam breit – das sieht man im unreflektierten Eingehen unheiliger Allianzen mit Partnern wie Swisscom oder der SRG. Ich meinte, der Blick müsste sich viel klarer als Sexportal positionieren!

  18. Niklas sagt:

    Ich hoffe Kim Kardashian und ihre Paparazzo finden einen neuen Job und müssen keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen, da jetzt die vielen Millionen die Blick für die Geschichten und Fotos ausgegeben haben nicht mehr fliessen 😉 Jetzt einmal im Ernst, Blick.ch ist nichts anderes als eine Wichsvorlage mit ein bisschen mehr Text als der Playboy, nur mit etwas weniger schönen Frauen. Das einzige lesenswerte ist die Sportberichterstattung.

  19. Stefan Moser sagt:

    Nicht, dass ich besonders viel von Maiers publizistischem Kurs halte – aber mit dieser Schlussaussage hat sie recht. Und das merkt man den Blättern auch an. Boulevard kann auch Spass machen, Leute! Mit der Reduktion aufs Blossstellen von Schamhäärchen, Busenblitzern und unter den Rock schauen ist es aber nur noch peinlich.Und es hat nichts mit Sex zu tun. Und “sellen” tut sich der auch nicht. Ganz abgesehen davon dass es primitiver Sexismus ist – aber diese Diskussion wird ja eh nicht geführt.

    • Walter Strahm sagt:

      Treffend, der BLICK ist peinlich. Auch Boulevard könnte mit Gehalt und Stil gemacht werden. Nur getraut sich niemand das zu versuchen. Dass sich die Mitarbeiter nicht mit dem Produkt BLICK identifizieren ist doch klar. Wer will denn schon zugeben, dass er nur Schund produziert. Journis und Bankers haben das gleiche Problem, ihr Berufsstand ist in Verruf gekommen.

  20. Christian Duerig sagt:

    Blick informiert so wenig wie all die anderen Zeitungen. Was wir lesen ist anlaysiert, gefiltert und massgeschneidert. Der Kunde soll auf seine Rechung kommen, damit er dem Blick treu bleibt.
    Das ist alles sehr konservativ und …. hinkt der Postmoderne nach. Hier muss informiert werden ohne wenn und aber !!!
    Die Digitalisierung verlangt sogar, dass Werbung wegfallen muss. Für Werbung gibt es Watch4, Amazon, Ebay, Riccardo, …
    Wer hier keinen Markt findet, der kann seinen Laden schliessen. Der Bankrott steht vor der Tür.
    Was Blick nie ablegen kann ist die Kleinkariertheit.
    The New York Times, Washingten Post, Bostne Golbe, ….Herald, …. bleiben unerreicht.
    Die Schweiz ist nur ein winzig kleines Ländilililili. Jodeln tut man mit Ländilolololololololohhhhh !

    • Adrian Wehrli sagt:

      Das Niveau der US Zeitungen ist leider nicht auf dem Niveau einer FAZ oder NZZ, aber falls ihr Englsich nicht so gut ist, kommt Ihnen die New York Times vielleicht “hochgestochen” vor. Ringier verdient seine Kohle mit Frauenzeitschriften und Strickheftechen im Osten (Auflagen von >800000 für Strickheftchen). Der Blick ist ein Steckenpferd und defizitär, liegt aber einigen am Herzen (oder etwas weiter unten ..)

      • Christian Duerig sagt:

        Dass Sie so kommentieren, steht bereits in ihrem Namen.
        Mein Englisch ist nahezu perfekt. Ich unterrichtete sogar Mathe und Physik an Colleges !

  21. gregor sagt:

    Ein rechter Blick. Die Eigentümer Ringier sind höchstens Salonlinke, aber eigentllich rechte Rechte.Also könnte es passen.Auch der Meyer ist kein echter Linker mit seinem Faible für verrostete Jaguars.Gut, die Bordellseite des Blicks müsste wegfallen und damit ein Haufen Einnahmen.Aber vielleicht würde in einem rechten Blick Toni Brunner die Bordellinserate gleichjgültig sein.Fragt ihn doch.Mit dem kann man reden.

  22. thomas sagt:

    ach dann sind alle blick-schreiberlinge zu 20min.ch gewandert? das portal wird auch von woche zu woche immer schlimmer

  23. gregor sagt:

    Wären die Leute beim Ringier wirklich intelligent und kommerziell, statt ideologisch, so würden sie stante pede ein Gegenblatt zum peinlich linken TA und zur schnoddrigen NZZ gründen.Das letzte Blocher Interview war ein guter Anfang.Merke, SVP Anliegen finden oft eine Mehrheit von über 50% (MEI etc.) und die SVP hat etwa 25-30% Anhänger, also die grösste Minorität.Wehrt Euch nicht mit Ideologie, seid endlich analytisch, klarblickend und entsprechend handelnd.Ein neuer Titel könnte nicht schaden “Scharfer BLICK”zum Beispiel.(Auch SVP Anhänger schätzen wohlgeformte Formen, von Zeit zu Zeit)

    • Lucien Michel sagt:

      Also ein jämmerliches («Welt»)-Wochenblättchen und eine Tageszeitung die praktisch der SVP gehört, genügt, zusammen mit der famosen «Schweizerzeit», völlig für unser Land. «analytisch, klarblickend» und SVP Propagandaschaum und -rauch passen nicht gerade zusammen.

    • Ueli sagt:

      Ihre kleine SVP-Werbeaktion fängt mit Linken- und Liberalenbashing an und lobt dann die SVP als grösste Minorität. Wo war da noch mal die Analyse? Von wegen weniger Ideologie…

    • Mickie Krause sagt:

      Ich weiss nicht, ob Analysen, Fakten und Tiefgang im Sinne der SVP wäre. Eher nicht.

      • @Mickie Krause

        Fakten sind Fakten sind Fakten. Die sind immer an der Oberfläche. Blickleser danken dafür, dass man einfache Fakten einfach und übersichtlich zur Sprache bringt.

        Unter Tiefgang verstehen die Intellektuellen die Psychologisierung des Alltäglichen. Beispiel: Die Polizei locht keine Verbrecher ein, sondern vermittelt durch mehr “Präsenz” ein besseres “Sicherheitsgefühl”. Blickleser wollen Mörder und Räuber im Gefängnis sehen.

        Mit Analysen meinen unsere Medienschaffenden das linke Propagandageschwurbel, das die Sinne benebelt und den Leuten den Sachverstand raubt. Darum liest niemand Frank A. Meyer.

        In dem Sinn bin ich als SVP Wähler begeisterter Blickleser. Mich interessieren Fakten und ich verzichte auf vorgekaute Analysen, sondern denke selber nach.

        • Rolf Müller sagt:

          Ein SVP-Wähler, der sich vom “Blick” informieren lässt?
          Ja, das kann ich allerdings mir sehr gut vorstellen…
          Das passt doch ganz gut zusammen!
          Bedenken habe ich nur wegen unserer Fussball-Mannschaft:
          Wie kann man da Boulvard-mässig mitfiebern und gleichzeitig die vielen ausländisch klingenden Namen der Spieler verschweigen?
          Dann vielleicht doch besser Weltwoche lesen und nachbrüllen, was Roger Köppel sich ausdenkt…

        • Jack Stoffel sagt:

          Brechbühl:
          1. “Unter Tiefgang verstehen die Intellektuellen die Psychologisierung des Alltäglichen.”
          2. “Mich interessieren Fakten und ich (…) denke selber nach.”
          Wollen Sie uns tatsächlich weismachen, Ihr Satz 1 (mit Ihrer sensationellen Offenbarung, zu wissen, was Intellektuelle unter was auch immer verstehen) sei ein Resultat der von Ihnen in Satz 2 behaupteten eigenen Faktentreue und des Selbernachdenkens? – Ich fürchte, mit solchem Flachsinn können Sie noch nicht mal am SVP-Puurezmorge punkten…

          • Theo Schweigert sagt:

            Der Blick macht verhältnismässig guten Boulevard und hat eine Wirtschaftsredaktion, die genau bringt, was die Mainstream-Medien (inkl. Weltwoche) nicht können: Werner Vontobel zum Beispiel. Ausserdem, sex sells, das stimmt und wird immer so sein. Wer den Sex vernachlässigt, aus Prüderie oder aus gar religiös-ideologischen Gründen, hat bei einem Boulevard-Medium nichts zu suchen. Auch Kurioses, Abrgündiges ist für ein Boulevard-Medium Pflicht, da irrt sich ‘Jürg Brechtbühl’ ein zweites mal gewaltig. Ingesamt macht Ringier alles richtig, auch der Blick am Abend ist jedesmal grandios, auch wenn das Quentchen Irritation von einem geistig Herausgeforderten H.M.Glogger manchmal fehlt ;-), Nein, Spass bei Seite, der Blick am Abend ohne Glogger ist 10mal besser.

      • Hans Graf sagt:

        Stimmt. Analysen, Fakten und Tiefgang sind das Monopol der SP. Und was wird daraus gemacht? Rein ideologisch getriebene Poltik, die nur auf’s Umverteilen ausgelegt ist, sich aber um die Finanzierungsquelle foutiert. Bzw. nur den Mittelstand als Finanzierungsquelle vorsieht. Bestes Beispiel BR Berset mit seiner geplanten Rabattkürzung bei den KK-Prämien. Reine Symtombekämpfung ohne auf die Ursachen einzugehen! Haben Sie das gemeint?

    • Peter Tschanz sagt:

      Bin völlig gleicher Meinung. Die “Vielfalt” im Schweizer Blätterwald ist beschämend. Von einem Wald kann man nämlich seit 15 Jahren nicht mehr reden, etwas Reichweite haben nur noch TA, NZZ und eben Ringier. Alle drei sind in der gegenwärtigen Form schlecht. NZZ ist auf dem linken Auge blind, TA auf dem rechten und Ringier starrt mit beiden Augen auf wenig relevante Füdlis und Busen, meist im Ausland.
      Was die Leser heute wünschen würden und wofür sie auch gerne bezahlen würden, wären sachlich fundierte, gut recherchierte Longform-Artikel. Keine Lobbying-Artikel, keine reine Meinungsmache, keine ausgeschmückten Pressemitteilungen, keine Twitter-Stories von Rihanna usw.

      • ,Huch, Peter Tschanz,

        Sie haben unsere Presse missverstanden. Deren Zweck ist, die Lücken zwischen den Inseraten mit unterhaltendem zu füllen. Was Sie aber erwarten, das erfordert Mut zu ungewöhnlichem, Sachverstand, harte Arbeit, viel Zeit. Nichts von dem finden Sie beim durchschnittlichen Schreiberling.

        Die Zeiten sind vorbei, da ein Journalist Geschichte und Germanistik studiert hatte. Bei den Zeitungsmachern von heute sehe ich täglich von neuem Grammatikfehler. Die können nicht einmal mehr den Akkusativ — den Fehler finde ich in jeder zehnten Überschrift.

        Die können kein richtiges Deutsch mehr. Darum müssen sie sich mit copy and paste durchschlagen, aus den Archiven, von den Pressemitteilungen, der Propagandamaschinerie des Bundesrates direkt übernehmen.

        • Daniel K. Keller sagt:

          Ein Komma am Anfang ist falsch.
          Unterhaltendem und Ungewöhnlichem schreibt man gross.
          Ihre Satzkonstruktionen sind pseudointellektuell.

          • @Daniel Keller

            a) Ich bin nicht Germanist sondern Ökologe.
            b) Als ich zur Schule ging, da schrieb man unterhaltendes und ungewöhnliches noch klein. Sogar “das ungewöhnliche” musste ich klein schreiben oder es wurde rot angestrichen im Aufsatz, von der fünften Klasse an und von einer strengen Lehrerin. Ich habe keine Zeit und keine Verpflichtung, mich mit neuer deutscher Rechtschreibung zu befassen.

            c) Bei uns fressen die Gemsen den Jungwuchs im Wald ab und die Gemsen werden wegen der Gemsblindheit blind. Der Unterschied ist, dass ich weiss wie Wald aussieht, der vom Wild zerstört wird und mir ist egal, ob die Textmaschine einer online-Redaktion eine Gämse macht aus einem Ding, von dem der Schreibstubenbubi keine Ahnung hat, was es anrichtet.

            Ach ja, ich stehe dazu, ich bin ein Intellektueller und überhaupt nichts ist pseudo daran.

            Jürg Brechbühl, Ökologiestudent, Uni Bern

        • Thomas Fischer sagt:

          … Copy and paste – wie ein Autor in der Weltwoche. Germanistik und Geschichte sind gute Grundlagen für guten Journalismus.

          • Jack Stoffel sagt:

            Brechbühl:
            “Als ich zur Schule ging, da schrieb man unterhaltendes und ungewöhnliches noch klein.”
            “Ich habe keine Zeit und keine Verpflichtung, mich mit neuer deutscher Rechtschreibung zu befassen.”
            “…mir ist egal, ob die Textmaschine einer online-Redaktion eine Gämse macht aus einem Ding, von dem der Schreibstubenbubi keine Ahnung hat,…”

            a) Nein: Die von Ihnen erwähnten Wörter hat man seit Olims Zeiten grosszuschreiben.
            b) Selbstverständlich gilt auch an Ihrer Universität die amtlich gültige Form der Schreibung der deutschen Standardsprache.
            c) Ich erkläre Ihnen hier keine Rechtschreibeprinzipen, aber eines ist klar: Wer sich in der von Ihnen demonstrierten Weise über Gämse/Gemse auslässt, beweist höchstens, dass er keine Ahnung hat.

            Zum Schluss ein Gratistipp: Echte Akademiker unterlassen schäbige Sprüche über Themen, von denen sie nichts verstehen.

          • @Jack Stoffel

            Zur Frage, ob Journalisten von heute noch recherchieren und Bericht erstatten und ob sie den nötigen Sachverstand mitbringen, dazu haben Sie augenscheinlich nichts beizutragen.

            Nein, an der Universität muss ich leider keine neue deutsche Rechtschreibung üben. Dort macht man heutzutags fast alles auf Englisch.

          • @Jack Stoffel

            Wenn Ihnen schon die Gemsblindheit nicht passt, hätten Sie dann lieber “Infektiöse Keratokonjunktivitis” und würde Ihnen das den Eindruck geben, da komme einer draus? Oder möchten Sie eine “Gämsblindheit” haben?

  24. Charles Frei sagt:

    Die Blick-Redaktion identifizierte sich schon in den 90er-Jahren nicht mit ihrem Output. Eigentlich logisch, wenn man täglich berufsmässig Sachen so zuspitzen, dass sie nicht mehr viel mit der Wahrheit zu tun haben / lügen muss. Ist bloss eine moralische Gegenreaktion.

  25. “Sex sells” wäre das eine. Aber in den letzten zwei Jahren hat man immer mehr auf Anomalien, Missgeschicke (Schnappschüsse von Paparazzi), Vertümmelungen (aka Schönheitsoperationen und deren Exzesse), Gesundheitsschäden und Behinderungen gespielt. Das ist nicht mehr sex sells sondern mittelalterliches Schaustellen von Krüppeln und Monstern. Von mir aus gesehen ist das nicht Boulevard sondern pubertär und blöd. Interessant ist der Blick, wenn man dort die Wahrheit zu Alltagsnachrichten liest, die von den Mainstream-Medien aus politisch korrekter Scham unterschlagen wird.