Eklat bei «10vor10»

Christian Lüscher am Donnerstag den 29. Januar 2015
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Wirft das Handtuch: Michael Perricone verlässt nach einem Eklat das Nachrichtenmagazin «10vor10». Foto: Ringier


Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) kommt nicht aus den Schlagzeilen. Eben noch sorgte der abrupte Abbruch der «Tagesschau» für Aufsehen. Nun wird bekannt, dass es beim Nachrichtenmagazin «10vor10» rumort. Wie SRF auf Anfrage bestätigt, hat der stellvertretende Redaktionsleiter Michael Perricone gekündigt. Über die Gründe schweigt man. Wie mehrere Quellen sagen, kam es zwischen Redaktionsleiter Christian Dütschler und Perricone zum Zerwürfnis. Hauptgrund: Uneinigkeiten über die inhaltliche Ausrichtung des Abendmagazins.

Offenbar forderten Perricone und ein Teil der Redaktion eine journalistische Neuausrichtung. Sie wünschen sich mehr Recherche und einen kritischeren Umgang mit den Themen. Mit dem neuen Kurs wollen sie sich stärker von der «Tagesschau» abgrenzen. Diese setzt unter dem neuen Chef Urs Leuthard vermehrt auf Hintergründe und konkurriert das Nachrichtenmagazin zusehends. 

Der Zwist ist nicht ausgestanden. Der Richtungsstreit könnte zu weiteren Abgängen führen. Gleich mehrere Redaktionsmitglieder drohten mit ihrem Weggang und sprachen sich für Perricone aus. Zusätzlich wird Dütschlers forscher Führungsstil intern kritisiert. SRF will auf Anfrage nicht auf Details eingehen. Sprecher Stefan Wyss teilte lediglich mit, dass die Position von Christian Dütschler als Redaktionsleiter von «10vor10» nicht zur Debatte stehe. 

38 Kommentare zu “Eklat bei «10vor10»”

  1. […] einigen Journalisten der gegenwärtige Kurs zu soft erscheint, kam es zu prominenten Weggängen (wir berichteten). Auch «Weltwoche»-Kolumnist Kurt W. Zimmermann schrieb in diesem Jahr, dass sich «10 vor 10» […]

  2. Hermann G. sagt:

    Ich wohne in den USA und schaue täglich SRF Nachrichten und 10 vor 10, was wohl die meisten Auslandschweizer tun. Dadurch bin ich sehr gut informiert, und ich möchte beide Sendungen nicht missen. Ärgerlich ist höchstens, wenn der Bildschirm grau wird und die Nachricht erscheint, dass technische Probleme bestehen oder etwas aus rechtlichen Gründen nur in der Schweiz verfügbar sei.

  3. burgener sagt:

    Tja alle haben Recht. Die Rechten sowieso, sie könne ja nicht “Links” haben. Ich habe mich erkundigt und alle Hersteller haben mir versichert, dass jedes Gerät ausgeschaltet werden kann. Schweizer-Fernsehe ist je nicht der Hit. Um so mehr reuen mich die Gebühren, die dafür entrichtet werden müssen. Mehr Recherche würden diese jedenfalls rechtfertigen. Die Fernsehtypen könnten sich an TA / NZZ orientieren.

  4. Peter Frick sagt:

    Die Dauerkritiker von SRF haben wieder zugeschlagen. Sollen Sie doch alle auf Teleblocher und RTL (Goldbach-Medien) umschalten. Ich vergleiche häufig SRF mit ARD und ZDF. SRF ist nicht schlechter sondern anders. Wären wir eine Kopie der deutschen Sender wär es erst recht ein Grund zum Draufhauen.

  5. Willi Schumacher sagt:

    Es scheint mir wichtig, dass die Diskussion auf der Sachebene abläuft. Alles andere ist nicht fair und unerträglich. Ein Thema ist das Recherchieren. Das muss verstärkt werden und ist ein wesentliches Erfordernis. Das zweite Thema ist die Kooperation zwischen den unterschiedlichen Info-Sendungen: Tagesschau (Mittag-Abend einerseits) und 10vor10 andererseits. Das würde die Qualität massgeblich beeinflussen. Führungsfragen und Verwandtschaftsfragen müssen andernorts geklärt werden.

  6. Christian Duerig sagt:

    Mit CNN & BBC bin ich informiert und Vorort. Mit SRF hinke ich nach und werde manipuliert. Gegenwärtig lerne ich Russisch, um noch besser informiert zu sein.
    Das Gestotter in der Schweiz wird mit Jodeln übertüncht. Kuckuck !

  7. Freddy G. sagt:

    Es gibt viele schlechte TV-Sender. Sie heissen RTL usw.
    Mögt ihr die lieber? Oder was wollt ihr ewigen Jammertanten überhaupt??

  8. Nicolas sagt:

    SRF ist eine geschützte Werkstatt, hochbezahlte Leute haben eine krisensichere Stelle und produzieren biederen Durchschnitt. Der Rest ist eingekauft. Die Welschen verdienen zwar gleich viel, aber ihr Programm hat mehr Qualität.

  9. Ruth sagt:

    Da lob ich doch unsere Nachbarn, die verstehen mit dem heute Journal sich von der heute Nachrichtensendung zu unterscheiden. Einfach perfekt.

    • mäschli kurt sagt:

      Bin mit Ruth einverstanden, gibt noch mehr sehr gute Deutsche Sender. Wir können getrost auf diese geschützte Werkstatt SRF verzichten und es so machen wie die Israelis erfolgreich gemacht haben. Bitte googeln!

      • Emil Moos sagt:

        Gut Frau Mäschli. Machen Sie das. Schauen sie nur noch Deutsch. Das Schweizer Fernsehen braucht Sie nicht.

  10. Han Hube sagt:

    Dilettantisch und unprofessionell ist vor allem, dass die Hauptausgabe oft praktisch vollständig durch Meldungen und Berichte, welche schon in der ersten Nachrichtensendung am Mittag gesendet wurden, genährt wird – wie wenn acht Stunden lang nichts mehr vertieft oder neu recherchiert werden könnte. Sehr bequem – was machen denn die RedaktorInnen den ganzen Nachmittag…?
    Zudem ist Fischlin der einzige aus dem Quartett, dem man abnimmt, dass er das, was er abliest, auch versteht, bei Boesch ist’s noch erträglich, bei dem Pärchen wird’s richtig schlimm. Bei Stauber kann man nur hoffen, dass der Teleprompter nie den Geist aufgibt und sie etwas direkt zu den Themen sagen müsste; da würde wohl alles Augenbrauenhochziehen nichts mehr helfen ….

  11. A. Meierhans sagt:

    Beide Sendungen machen Sinn. Die Tagesschau für die Zusammenfassung des aktuellen Zeigeschehens und 10vor10 für aufklärende, vertiefende und kritische Hintergrundinformationen. Es stimmt, 10vor10 sollte die Chance für mehr Kritik viel besser nutzen, vor allem was beispielsweise die penetrante, unkritische USA-Freundlichkeit der Tagesschau betrifft.

  12. Paul Meier sagt:

    Das sind doch alles Schattengefechte. Man müsste sich mal die Grundsatzfrage stellen: ist es sinnvoll, sowohl Tagesschau und 10vor10 zu produzieren??? da gibt es viele teure Doppelspurigkeiten. Eine Redaktion, eine Sendung – das würde bedeuten Bünderling der Ressourcen und wohl auch Einsparungen!!! Man jammert ja immer, es gäbe zuwenig Geld!

  13. Westschweizer Nachrichten sagt:

    Wenn ich informiert und mit Hintergrundberichten versorgt werden will, dann schaue ich die Nachrichten im Westschweizer Fernsehen. Dort dauert die Tagesschau ein paar Minuten länger, mit weniger Themen, dafür mit richtig recherchierten Hintergrund Informationen, Interviews und kompetenten Sprechern. Auf 10 vor 10 die Wiederholungssendung der Tagesschau kann ich schon seit langer Zeit verzichten.
    Dass der neue Tagesschau Chef Leuthart ein Cousin der Bundesrätin ist, ist neu für mich. Bestätigt jedoch meine Vermutung, dass beim SRF nicht unbedingt können, sondern viel mehr Vitamin B verlangt ist. Es gibt noch andere Mitarbeiter, die seit Jahrzenten bei SRF ihre Position und Verwandschaft ausnützen.
    Bei diesem staatlichen Gefüge ist der Spruch ” der Fisch stinkt am Kopf” zutreffender als nirgendwo anderes.

  14. Ronn Sommer sagt:

    Wenn ich die Tagesschau gesehen habe, kann ich 10 vor 10 gerade vergessen. Da kommen die gleichen Beiträge wie vorher. Nur sind die Moderatoren nicht dieselben. Der Klapproth wird schon seine Gründe zum Wechseln haben. Dre Leuthard wird immer mehr zum Sprachrohr seinen Kusine Doris Leuthard im Bundeshaus.
    Kitt hält zusammen.

  15. Francis Eastwood sagt:

    Diese übertriebene political correctness der de Weckschen Führungsmannschaft empfinde ich als abstossend und bevormundend. Man ist sich in der News Redaktion nicht einmal zu schade Interview-Aussagen (absichtlich oder aus Unfähigkeit) falsch zu übersetzen. Nach Vergleich aller öffentlicher Berichterstattungen kann ich nur die DW-Deutsche Welle empfehlen, welche am deutlichsten Klartext spricht.

  16. Reginald Steffen sagt:

    Es gibt dann auch noch die Initiative von nobillag.ch für all jene, die mit der unsäglichen Finanzierung dieses infantilen Senders nicht mehr zufrieden sind.

  17. Alfred Trunz sagt:

    Mit der Kritik hat Herr Perricone teilweise sicher den Nerv der Sendung getroffen. Auch ich finde, dass zuviel von der Tagesschau übernommen wird. Wenn ich mehr Hintergründe zu einer Meldung in der TS wissen will, greife ich zum Gedruckten. Eine vertiefte Analyse ist bei 10v10 aus Zeitgründen nicht möglich, und wenn Schaltungen zu Aussenstellen von der TS übernommen werden ist dies keine Vertiefung, sondern Wiederholung. Aus 10v10 müsste eine Flashsendung werden, die nicht angesprochene wichtige Themen in kurzer, prägnanter Form aufarbeitet.

    • Luzia Keller sagt:

      Dazu müssten Tagesschau und 10vor10 aber zusammen arbeiten, um sich entsprechend abgrenzen zu können. Schon daran gedacht?

  18. franz Weber sagt:

    Tja es sieht so aus als hätten einige gemerkt, dass nicht nur Linke Themen und Halbwahrheiten dem Volk interessieren könnten?

    • Rene Wetter sagt:

      Für die Rechtskonservativen gibts doch jede Woche eine Ausgabe von Teleblocher. Ich nehme doch an das für Sie alles was nicht der mit der Meinung der SVP übereinstimmt als links bezeichnet werden muss.

  19. Oskar Brunner sagt:

    So lange ein DeWeck in der Geschäftsleitung hockt, so lange haben wir diesen linken und schön geredeten Mainstream bei SRF! Es braucht Dringend eine Führungsperson aus Mitte/Rechts!

    • Christoph Stadelmann sagt:

      Leider kann ich es nicht anders schreiben, die vielen Scheisssendungen, kinderniveau, rechtfertigen die Gebühren nicht.

      • Thomas Grünwald sagt:

        Wie Sie schreiben, wirkt das wie ferngelenkte Agitation aus dem rechtsextremen Lager. Viele Sendungen von Fernsehen SrF weisen im Vergleich zum Ausland ein beachtliches Niveau auf.

      • Alberto La Rocca sagt:

        Ihr Kommentar ist untertrieben – wenn man SRF mit dem Kinderkanal vergleicht, kommen die meisten Sendungen von SRF nicht an das Niveau von (deutschen) Kindersendungen heran.

      • Christoph Stadelmann sagt:

        Ja, vereinzelt hat es gute, z,B. Telearena mit dem neuen Moderator, Herr Beuner. Aber letztlich ist alles Geschmacksache und eine Frage, wo Sie die Messlatte ansetzen.

    • Erich Ed,.Müller sagt:

      @Osker Brunne. Aha, linke Themen. Wenn also jemand nicht am Laufmeter Hurra schreit über idie Missbräuche der Wirtschaft, ist das liinksorientiert. Herr Brunner, so funktiniert eine anständige Gesellschaft nicht!!

    • Jeanclaude sagt:

      @Brunner: regen Sie sich nicht auf und schauen Sie TV Blocher.

    • Henri Lapin sagt:

      Sp lange wir in der Schweiz gesammthaft gesehen bürgerliche Mehrheit haben, kann “links” nicht wirklich “Main”-stream sein.

    • Anh Toan sagt:

      “Uff em Land by de Lüüt suecht Buur”, ist das “links”?

    • HAuer, Dirk sagt:

      Sehr geehrte peripher Menschen des Intellektuellen Prekariats, mein Tip, Flachbildschirm 60″ abstossen, Bilag abmelden, ein besuch in der Stadtbibliothek zum lösen eines Jahresabo,ca. 100 SFR, bleibt ein Betrag für Nachschulungen und aktiver Beteiligung am Gesellschaftlichen kontext.

    • Urs J. Lienert sagt:

      Was heisst denn linker Mainstream? Das Hauptproblem in globalen Issues ist doch der US-mainstream, den unsere Medien – ob TV, Radio oder Print – uns jeden Tag zumuten. Wir werden ständig getäuscht und angelogen und die Berichterstattung ist total verzerrt. Das Neocon Dictatorship, das wir seit 1990 über uns ergehen lassen müssen – unabhängig ob Reps oder Demos den US-Präsidenten stellen – kennt doch nur Schwarz oder Weiss. USEU ist weiss, RUCN ist schwarz. Wir leben nun einmal definitv in einer multipolaren Welt und die mainplayers haben ein Gleichgewicht untereinande zu finden, damit das Zusammenleben erträglich bleibt. Diese Tatsache solle sich auch in der Berichterstattung und Kommentierung spiegeln.

    • Jack Stoffel sagt:

      Herr Brunner, ich bin enttäuscht. Sie haben Ihre Schimpfworte “Staatsfernsehen” und “Billag” vergessen.

    • Emil Moos sagt:

      Ich kann diesen blöden Spruch vom linken Fernsehen schon gar nicht mehr hören. Ich hoffe einfach für Sie, dass Sie wissen was links und rechts ist.