Roger de Weck im Faktencheck

Christian Lüscher am Freitag den 31. Oktober 2014

Im «Medienclub» am Dienstag diskutierte SRG-Chef Roger de Weck über den Service public. Es war eine sprunghafte Diskussion. Womöglich lag das an der Teilnehmerauswahl. Weil mit Roger de Weck der Generaldirektor der SRG mitdiskutierte, hörte ich ganz genau hin. Es ist nämlich so: In der Branche zweifelt man an der Richtigkeit von de Wecks Aussagen, wenn es um Geld und Inhalt des Service public geht. Deshalb unterziehen wir hier einige seiner Aussagen aus der Sendung einem Faktencheck.

Das Sorgenbarometer der Credit Suisse stellt Radio und Fernsehen als zwei der glaubwürdigsten Institutionen dar.

Ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Die Aussage stimmt für die ländlichen Regionen in der Schweiz. In den städtischen Gebieten vertrauen die Menschen dem Bundesgericht, der Polizei, dem Bundesrat und dem Nationalrat mehr. Auf dem Land ist es sogar so, dass die bezahlte Zeitung mehr Vertrauen geniesst als das Fernsehen. Man könnte stundenlang darüber debattieren, welche Institutionen nun am meisten Vertrauen geniessen. Betrachten wir die Entwicklung des Vertrauens gegenüber allen Medienakteuren, fällt auf, dass sämtliche Medien, also Internet, Radio, Fernsehen, bezahlte Zeitungen und Gratiszeitungen, an Vertrauen gewonnen haben, nachdem dieses seit 2010 geschwunden war. Hier gehts zum Sorgenbarometer.

In Sachen Qualitätsmanagement wird bei der SRG mehr getan als in jedem anderen Medienhaus, für das ich gearbeitet habe.

Es ist so: Die SRG tut bezüglich Qualitätsmanagement tatsächlich sehr viel, wenn nicht am meisten. Allerdings: Führt mehr Qualitätsmanagement auch zu besserem Journalismus? Der Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss schreibt auf Anfrage: «Bis heute kann unter Rückgriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse eine solche Kausalbeziehung noch nicht schlüssig nachgewiesen werden.» Das heisst: Mehr Qualitätskontrolle heisst nicht zwingend mehr Qualität. Wir müssen uns gedulden, bis die Stiftung Medienqualität Schweiz die Qualität der Medien neutral und fair bewertet in Form eines Ratings. Roger de Wecks Aussage ist aber korrekt.

In Deutschland gibt es nach 20 Uhr keine Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wenn man Gebührengelder von 80 Millionen Menschen erhält, kann man ohne Werbung ein Programm finanzieren. Bei uns sieht die Situation anders aus. Wir machen ein Programm für 8 Millionen Menschen, und das für vier Sprachregionen. Wir sind auf Werbung angewiesen, um ein attraktives Programm anzubieten.

Ob die SRG auch ein attraktives Programm ohne zusätzliche Erträge aus Werbung bieten kann, weiss man nicht. Der Gegenbeweis wurde noch nie erbracht. Es ist eine Behauptung de Wecks. Tatsächlich gibt es aber in Nordeuropa Service-public-Modelle, die ohne TV-Werbung auskommen. Und die skandinavischen Länder sind ebenso vielsprachig: Finnland (dreisprachig), Schweden (zweisprachig) und Norwegen (zweisprachig). Und nebenbei: Auch Belgien ist ein kleines Land mit drei Sprachregionen (Flämisch, Französisch, Deutsch) und somit drei öffentlich-rechtlichen TV-Sendern. 

Irland, Österreich, Belgien und die Schweiz haben als kleine Länder grosse gleichsprachige Nachbarn mit mächtigen Fernsehstationen.

Wie mächtig sind denn diese Fernsehstationen? Und machen ARD, ZDF, RTL u. a. der SRG wirklich das Leben schwer? Zuerst zur SRG: Der Marktanteil ihrer Programme befindet sich im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Im Gegensatz zu den Marktanteilen der öffentlich-rechtlichen Sender in den meisten umliegenden Ländern, die in den vergangenen zehn Jahren mehrheitlich eine deutlich sinkende Tendenz aufweisen, ist der Marktanteil in der Schweiz weniger stark geschrumpft oder – wie in der italienischen Schweiz – sogar gewachsen. Das lässt die Aussage zu, dass die Schweizer Zuschauer der SRG sehr treu sind.  Kommen wir zu den mächtigen Fernsehstationen im Ausland, schauen wir uns die Deutschschweiz an. Hier zeigt sich, dass der Marktanteil der SRG-Konkurrenz seit Jahren ebenfalls konstant ist. Er war vor 20 Jahren sogar deutlich höher. Und die neuen TV-Daten zeigen, wie zwei TV-Profis auf Anfrage erklären, dass die TV-Nutzung besonders deutscher Sender wie RTL geringer geworden ist. Fazit: Alles halb so schlimm. Die SRG hat zwar mächtige Fernsehstationen aus dem Ausland als Konkurrenz. Aber sie leidet kaum darunter. 

In der Schweiz haben ausländische Angebote zwei Drittel Marktanteil.

Roger de Weck macht die Werbefenster gern zum Thema. Sie schöpften Schweizer Werbegelder ab, die dann nicht in der Schweiz in Journalismus reinvestiert werden. Wie hat sich die Situation in den vergangenen Jahren entwickelt? Die ausländischen Sender haben in der Deutschschweiz einen Marktanteil von 62 Prozent. 1993 hatten sie 68 Prozent Marktanteil. Zugenommen haben die Schweizer Privaten. Sie verfügen heute über 7 Prozent Marktanteil. 2003 waren es noch 4 Prozent. De Weck stellt die SRG so dar, als sei sie in einer schwachen Position: Tatsächlich kann die SRG ihre Führung im TV-Markt gegen eine stetig wachsende Zahl an Konkurrenzprogrammen behaupten.

Wenn wir ein reines Radio- und Fernsehhaus bleiben, werden wir auf Dauer marginalisiert. Vor zehn Jahren haben drei Viertel unser Programm konsumiert, heute sind es zwei Drittel.

Es geht hier im Kern darum, was die SRG künftig im Netz machen darf und wie sich der lineare TV-Konsum entwickelt. Tatsächlich gerät die SRG unter Druck. Durch die neuen technischen Möglichkeiten nimmt die Zahl Zuschauer zu, die nicht mehr nur linear Fernsehen schauen, sondern Dienste wie Youtube, Apple TV und Netflix ansteuern. Von einer Marginalisierung zu sprechen, ist allerdings übertrieben. Die Zukunft als reines Radio- und Fernsehhaus könnte für die SRG vorteilhafter nicht sein. Die Generation der 14- bis 29-Jährigen nutzt laut der Mediennutzungsstudie MUI ihr mobiles Endgerät bereits heute am häufigsten für den Videokonsum. Videos werden auch beim Newskonsum wichtiger: 2014 gaben 30 Prozent der US-Nutzer an, dass sie in der vorhergehenden Woche Onlinenews auch als Video konsumiert hatten. In Europa ist der Wert bei 15 Prozent. Tendenz stark steigend.

Die zwei grössten Plattformen der Schweiz sind Facebook und Google. Die eigentliche Konkurrenz der SRG kommt aus dem Ausland.

Die Welt wird globaler. Das ist eine Tatsache. Und die erwähnten US-Firmen verdienen gutes Geld im Schweizer Onlinewerbemarkt. Aber sind diese Unternehmen tatsächlich eine Bedrohung? Wohl kaum. Sie sind im Vertrieb von Inhalten zuständig. Davon profitiert auch die SRG, die dank Google und Facebook das junge Publikum erreicht, zu dem sie über die traditionellen Kanäle keinen Draht mehr hat. Die einzig wahre Konkurrenz der SRG sind allerdings Schweizer Medien, die primär in der Alpenrepublik präsent sind. Wie der Schweizer Kuchen verteilt wird, bleibt auch in einer globalisierten Welt existenziell. Schweizerische Inhalte werden von Schweizer Medien produziert, und diese stellen auch künftig die Basis des eigenen Geschäftsmodells dar.

Wenn es keine SRG gäbe, würde es in Graubünden nur ein massgebliches Verlagshaus geben, auch in der Romandie, ebenso in Bern.

Die SRG als Hüterin der Medienvielfalt? De Wecks Aussage stimmt nur zur Hälfte. In Graubünden gibt es das «Bündner Tagblatt», das zumindest formell nicht Somedia (vormals Südostschweiz Medien) gehört. In Bern gehören die Radio- und TV-Sender den AZ Medien, Ringier und den Zürichsee-Medien. Und in der Romandie ist Ringier neben Tamedia auch aktiv. 

In Grossbritannien ist kein grosses Verlagshaus mehr in britischer Hand.

Falsch. Der «Guardian» ist im Besitz der britischen Stiftung Scott Trust Limited, die das Hauptziel verfolgt, die journalistische und finanzielle Unabhängigkeit der Zeitung zu sichern. Zudem gibt es auch noch die Medien-Beteiligungen der Barclay-Brothers mit «Telegraph», «Spectator» etc. Viel britischer kann man gar nicht sein.

Bloss noch vier Service-public-Anbieter in Europa haben den Anspruch, ein globales Korrespondentennetz zu betreiben. BBC, ARD/ZDF, France Télévisions und die im Vergleich kleine SRG.

Stimmt. Aber nicht ganz. Auch das schwedische Radio und Fernsehen haben rund um den Globus Korrespondenten stationiert.

Niemand kann ausser der SRG attraktive Unterhaltungssendungen machen.

De Weck bringt dazu gerne das Beispiel von 3+. Der Sender schafft es nicht, die Eigenproduktionen im Markt ohne Verlust zu kommerzialisieren. Dagegen gibt es allerdings auch das Beispiel des Jugendsenders Joiz. Mit beträchtlich weniger Mitteln als die SRG schafft es das Team, profitabel ein Unterhaltungsprogamm zu produzieren. Und das für eine Zielgruppe, welche die SRG nur schwer erreicht.

 

Update:

Die Medienwoche schrieb im Februar 2012 ebenfalls über den Generaldirektor und die Fakten: 

Wenn Roger de Weck belegen will, weshalb die SRG zu den ebenso herausragenden, wie auch effizienten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zählt, nennt der SRG-Generaldirektor immer wieder das Beispiel mit den Auslandkorrespondenten: Nur noch BBC, ARD/ZDF und eben die SRG unterhielten noch ein weltweites Netz von Berichterstattern. Alle anderen hätten sich ins Lokale zurückgezogen. Das hat de Weck so am Communication Summit vor einer Woche in Zürich gesagt und nun heute Abend auch wieder an einer Veranstaltung der Neuen Helvetischen Gesellschaft in Bern. Klingt eindrücklich, ist es aber nicht. Allein in Europa gibt es zumindest in Schweden (SR/SVT), Frankreich (France 24) und Österreich (ORF) Radio- und Fernsehsender, die sich ein weltumspannendes Korrespodentennetz leisten. Überhaupt schleichen sich im Repertoire de Wecks immer wieder Fehler ein. So ordnete er The Observer, eine sonntägliche Qualitätszeitung in England, kurzerhand dem Boulevard zu. Und der Guardian, so meint de Weck, erscheine nur noch online. Schliesslich noch der Klassiker: Facebook ist etwas für die Jungen.

10 Kommentare zu “Roger de Weck im Faktencheck”

  1. Mathieu Le Râleur sagt:

    Die Qualität beim Radio ist klar höher als beim Fernsehen, insbesondere beim Leutschenbach-TV. Gerade was Politik und Wirtschaft betrifft. Das Aushängeschild des wichtigsten Politmagazins, der “Rundschau”, ist ein ehemaliger Boulevardjournalist und Nichtakademiker. Das wäre beim Radio und auch beim welschen Fernsehen völlig undenkbar. Sendungen wie “10 vor 10” hätten bei RTS keinen Platz. Es gibt im ganzen Deutschschweizer Fernsehen keine/n einzige/n Journalisten/in mit Charisma und intellektueller Brillanz. Die meisten wurden bei Schawinskis Züri-Radio und -TV ausgebildet. Leutschenbach ist zu einer geschützten Werkstatt fürs Mittelmass geworden.

  2. Christian Lüscher sagt:

    Ihnen missfällt so oder so alles, was nicht fög-konform ist. Lassen wir es so stehen. Ich finde es legitim, wenn man die Aussagen von Herr de Weck hinterfragt und versucht aufzuzeigen, wo die Argumentation Schwächen hat. Dann noch zu “fair und neutral”: Wenn es so wäre, Herr Eisenegger, dann hätte das Jahrbuch eine breite Zustimmung und Unterstützung in der ganzen Branche. Bis ganz nach oben. Dem ist aber nicht so.

  3. Natürlich haben wir die Nettowerte: Die ausländischen Werbefenster steigern ihre Anteile zwischen 2002 und 2013 von 25% auf 43% (+18 PP). Der öffentliche Rundfunk büsst im gleichen Zeitraum 23 PP ein.
    Dann noch zu Ihrer Aussage “Wir müssen uns gedulden, bis die Stiftung Medienqualität Schweiz die Qualität der Medien neutral und fair bewertet in Form eines Ratings.” Dazu 2 Dinge:
    1.) Werden die Infosendungen der SRG wie alle anderen Medientypen bereits heute fair und neutral bewertet, nämlich durch das fög bzw. das Jahrbuch Qualität der Medien.
    2.) Wird das fög auch für die zitierte Stiftung Medienqualität Schweiz die Qualitätsbewertung der Berichterstattung beisteuern. Wenn Sie hier abweichende Werte erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Vielleicht eine Wissenslücke.
    Was mir auch an diesem Beitrag missfällt, ist die Tatsache, dass Sie massiv direkt auf Personen zielen (hier Roger de Weck), indem Sie die “Richtigkeit” deren Aussagen in Zweifel ziehen. Gleichzeitig lassen Sie es bei Ihrem „Faktencheck“ deutlich an Sorgfalt und Differenziertheit vermissen.

  4. Christian Lüscher sagt:

    Danke für die Inputs:

    1. Haben Sie die Nettowerte? Die sind doch entscheidend.
    2. Stimme Ihnen zu. Damit wir uns richtig verstehen: Hab ich auch als korrekte Aussage gewertet.
    3. Ich ziehe das nicht in Zweifel. Ich habe mir nur den Sorgenbarometer angeguckt und gesehen, dass die Werte je nach Region sehr unterschiedlich sind. Herr de Weck verweist in der Sendung auf den Sorgenbarometer und stellt Radio und Fernsehen als die glaubwürdigsten Institutionen dar. Dabei ist die Sache nicht so eindeutig.

  5. Die aufgeworfenen Fragen – u.a. zu Sinn und Unsinn auch von Werbeeinnahmen für den öffentlichen Rundfunk – lassen sich nicht valide beurteilen, wenn nicht mit reflektiert wird, was die besonderen Funktionen des öffentlichen Rundfunks sind und was diese der Gesellschaft wert sind. Diese Reflexion fehlt im Beitrag komplett.

    Zu einigen wenigen Aussagen im Einzelnen:
    1) Konkurrenz durch ausländische TV-Anbieter: Die Aussagen von Herrn Lüscher verzerren das Bild. Die Bruttowerbeeinnahmen der ausländischen TV-Fenster sind im Zeitraum 2002-2013 von 35% auf 59% gestiegen, jene der SRG von 62% auf 33% gesunken. Auch auf der Basis der Nettowerte zeigt sich eine analoge Tendenz (wenn auch etwas weniger stark). Richtig ist, dass der öffentliche Rundfunk in der Schweiz tatsächlich einer harten Konkurrenz durch ausländische Anbieter ausgesetzt ist. Die Schweiz ist mit Luxemburg vor Österreich und Belgien das Land in Europa, das am stärksten durch die Fernsehangebote der Nachbarländer abgedeckt wird (vgl. z.B. Künzler 2013, S. 33).
    2) Qualitätsmanagement bei der SRG: Fakt ist, dass es sich bei verschiedenen Informationssendungen des öffentlichen Rundfunks um Angebote mit überdurchschnittlich guten Qualitätswerten handelt (das zeigt unser Jahrbuch). Insbesondere die Informationssendungen „Rendez-Vous“ und „Echo der Zeit“ zählen mit zum Besten, was die Schweizer Medienarena an Informationspublizistik hervorbringt (trotz jüngst ebenfalls sinkenden Qualitätswerten).
    3) Glaubwürdigkeit der SRG: Herr Lüscher zieht partiell in Zweifel, dass der öffentliche Rundfunk besonders glaubwürdig erscheine und verweist auf die Vertrauenswerte anderer Mediengattungen so etwa auch der Gratismedien (sic!). Nun ist „Vertrauen“ allein ein unzureichender Indikator. Die Nutzer können auch darin vertrauen, gut unterhalten zu werden. Entscheidend ist somit das Vertrauen in die Relevanz, Vielfalt, Sachgerechtigkeit und „Tiefe“ der vermittelten Informationspublizistik.

    Es ist korrekt, dass der öffentliche Rundfuk in der Schweiz eine starke, privilegierte Stellung innehat. Dies ist allerdings auch nötig, hat er doch einen gewichtigen, insbesondere die Sprachregionen übergreifenden, Integrationsauftrag zu erfüllen. Ein starker öffentlicher Rundfunk ist insbesondere in Zeiten nötig, wo der rein privatwirtschaftlich organisierte Informationsjournalismus mit Qualitätsanspruch durch die Gratiskultur, die Klickratenorientierung, die Spar- und Abbaurunden und den Abfluss der Einnahmen zu Branchenfremden massiv in Schieflage geraten ist.

  6. Interessant ist doch, dass der frühere Euro-Turbo de Weck ein Programm machen lässt, dass sich mehr oder minder mit der Schweiz beschäftigt. De Weck hat den Zeitgeist erfasst, eben dass die Fernsehkonsumenten in einem Land leben, das sich selbst genügt. Vor zwanzig Jahren wäre es unmöglich gewesen, dass das Staatsfernsehen 16 Stunden live von einem Eidgenössischen Schwingfest berichtet. Das Staatsfernsehen bemüht sich, die ländliche Schweiz oder einen Bauernstaat, den es nicht mehr gibt, wenigstens in der Fiktion aufrechtzuerhalten. Ob de Weck immer noch für eine Schweiz in der EU votiert? Apropos Werbung: Die ist ab 20.00 Uhr ein Ärgernis. Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb die Werbung immer mehr Sendeplatz einnimmt, obwohl die Eigenproduktionen nicht im gleichen Ausmass zunehmen. Mich beschleicht der Verdacht, dass einige Herren oder sogar Frauen in einer geschützten Werkstatt leben und ordentlich verdienen – im Gegensatz zu den Menschen, die in zunehmendem Masse weniger verdienen.

  7. Martin Cesna sagt:

    Das Schweizer Radio und Fernsehen ist derartig kostbar, dass etwa 20km hinter der Grenze der exklusive Empfang schon aufhört. Selbst eine Satellitenschüssel kann diese Kostbarkeit nicht durch Empfang verwässern.
    Erst hörte die Schweizer Kurzwelle auf, dann der “531er” Mittelwellensender und nun kann man nur noch per Internet im Ausland empfangen.
    Oder anders: Wenn auch dort “Funk-Ecopop” einziehen sollte, d.h. der Empfang sich tatsächlich weiterhin streng national begrenzen sollte, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob so eine nur lokale Struktur nicht tatsächlich auf den Ballenberg gehört.
    Ich würde eher die Alternative empfehlen: Satelliten-empfangbar wie RTL oder N24.
    Oder hat man der Welt wirklich nichts mehr zu sagen?

  8. Christensen Peter sagt:

    Das war in jeder Hinsicht eine schwache Sendung.
    Mich würde u.a. interessieren:
    Welcher Typ von Schweizer möchte welchen Service auf welche Art und Weise, heute, in 3, 5 Jahren und zu welchem Preis.
    Und wie sieht es bei andern Ländern aus. Und bitte ein bisschen konkret.
    Je länger ich nachdenke komme ich zum Schluss, dass ich eigentlich auf diesen Service public verzichten könnte.

  9. Reto Widmer sagt:

    Das ist doch eine Scheindebatte. Der Service Public ist ein Staatsbetrieb, der sich in der Schweiz weder an Leistung noch an Qualität messen lässt – mit wem auch? Es gibt keine Alternative in der CH.. sogar der durchschnittliche schlechte 35-40% Marktanteil kommt auch nur durch Sportevents zustande. Alles in allem ein Trauerspiel sondergleichen, die journalistische Qualität ist mittel bis grottenschlecht. Die in den Staatsmedien geführten Propagandaschlachten der Gesundheits- und Gleichstellungsbehörden runden das Bananenstaat-Profil dann nur noch ab…

    • Peter Müller sagt:

      Herr Widmer, mehr oder weniger sehe ich dies auch so. Es bring gar nichts über die Rechtfertigungen von Herr de Week zu diskutieren, der verteidigt einfach solange den Status Quo bis SRF gar keine Zuschauer mehr hat, aber noch staatlich garantierte Gebührenzahler. Ob man mit festhalten an ein so veraltetes System die Transformation in die Zukunft schafft wage ich zu bezweifeln.