In Deutschland wird das Wesen der Eurokrise nicht verstanden

Angela Merkel während ihres Spanien-Besuchs, 6. September 2012. (Foto: Keystone)

So einfach, wie es sich die Deutschen machen, ist es nicht: Angela Merkel während ihres Spanien-Besuchs, 6. September 2012. (Foto: Keystone)

Beginnen wir mit einem hübschen Chart.

Das hier könnte der Aktienkurs von Apple sein:

Ist es aber nicht.

Die Grafik zeigt die Anzahl deklarierter Konkurse in der spanischen Unternehmenswelt (Quelle: J. P. Morgan, mit Dank an die Kollegen von Zero Hedge). Gemäss Daten des Instituto Nacional de Estadistica wurden in Spanien im zweiten Quartal exakt 2026 Konkurse vollzogen. Mehr als 600 davon verzeichnete der Immobiliensektor, und rund 380 Konkurse vermeldet der Industrie- und Energiesektor (wer erinnert sich daran, dass Spanien das Mekka der erneuerbaren Energien hätte werden sollen?)

Falls die hohe Zahl der Konkurse im Immobiliensektor jemanden überraschen sollte: Es werden noch viele Hundert weitere kommen, denn so sieht die momentane Lage am spanischen Häusermarkt aus (Quelle: TINSA):

Sie zeigt die jährliche Veränderungsrate der Immobilienpreise im Land. Zwischen August 2011 und August 2012 sind die Häuserpreise im Mittel um 11,6 Prozent gesunken – von einer Verlangsamung der Absturzgeschwindigkeit ist keine Spur zu sehen.

Drei weitere Zahlen:

  • Spaniens offiziell ausgewiesene Arbeitslosenquote: 25,1 Prozent
  • Spaniens offiziell ausgewiesene Jugendarbeitslosenquote: 52,9 Prozent
  • Gemäss Daten der EZB wurden aus dem spanischen Bankensystem im Juli 74,2 Milliarden Euro abgezogen. Das ist der grösste Betrag seit September 1997.

Spanien steckt nicht in einer normalen Rezession. Das ist eine Depression, wie sie kein anderes europäisches Land in der jüngeren Geschichte erlebt hat.

So viel zum Einstieg.

Im Nachgang der Ereignisse der vergangenen Woche – dem Entscheid der Europäischen Zentralbank vom 6. September (hier die Details dazu) sowie dem Verdikt des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zum European Stability Mechanism (hier die Details) – fragt sich die halbe Welt, ob die Eurokrise nun endlich vorbei sei.

Leider nein.

Die EZB hat zwar das Richtige getan, und ein Nein aus Karlsruhe hätte wohl ein Chaos an den Finanzmärkten ausgelöst, aber wie mein Kollege Markus Diem Meier in diesem Blogbeitrag bereits dargelegt hat, kann die EZB allein das Kernproblem der Eurokrise nicht lösen. Sie kann bloss einen Marktkollaps abwenden – was sie letzte Woche wie bereits schon mit der LTRO-Aktion im Dezember 2011 zweifellos getan hat – und etwas Zeit schinden.

Es ist jedoch äusserst fraglich, ob die Regierungen der Euroländer diese Zeit auch wirklich nutzen, um die richtigen Weichen zu stellen. Die Erfahrung der vergangenen drei Jahre spricht dagegen.

Ein Grunddilemma liegt in der Tatsache, dass die nördlichen und die südlichen Euroländer gegenwärtig in zwei komplett verschiedenen Welten leben. Nichts veranschaulicht das besser als der Vergleich zwischen Deutschland (offizielle Arbeitslosenquote: 5,5 Prozent, Jugendarbeitslosenrate: 8 Prozent) und Spanien.

(An dieser Stelle eine Bitte, nein, ein Aufruf an die nördlichen Nachbarn: Liebe Deutsche, vergesst Griechenland. Ja, die Regierung in Athen spielt nicht richtig mit; ja, das Land ist komplett wettbewerbsunfähig; und ja, die Griechen entsprechen fast jedem Klischee des Südeuropäers, was die «Bild»-Zeitung genüsslich ausschlachten kann. Aber Griechenland ist in der Frage der Eurokrise weitgehend irrelevant. Ökonomisch betrachtet hat das Land in der Währungsunion nichts zu suchen und wird über Jahrzehnte ein Hilfe-Empfänger bleiben. Falls Griechenland in der Währungsunion bleiben soll, ist das ein rein politischer Entscheid, den Regierungen der anderen Euro-Länder fällen und ihrem Volk erklären müssen.)

Spanien ist der viel wichtigere, relevantere Fall. Die weit verbreitete Meinung in Deutschland lässt sich ungefähr so zusammenfassen: «Wenn die EZB spanische Staatsanleihen kauft und deren Zinsen sinken, verliert die Regierung in Madrid jeden Ansporn, den Austeritätskurs zu halten und Reformen voranzutreiben.» Klingt durchaus nachvollziehbar. Wo also liegt das Problem?

So sieht in deutschen Augen der Pfad aus, den Spanien (und Italien, und Portugal…) folgen muss (im Uhrzeigersinn zu betrachten; Quelle: Société Générale):

Austerität (will heissen: der Staat kappt seine Ausgaben, konsolidiert das Budget und treibt Strukturreformen in der Wirtschaft voran) führt zu gestärktem Vertrauen an den Finanzmärkten («Confidence»), was wiederum zu sinkenden Zinsen führt («Lower Risk Premia»), was neue private Investitionen in der Wirtschaft anregt («Crowding In»), die Bilanzen der Banken werden solider, die Arbeitslosenrate sinkt («Employment Growth»), die Staatsfinanzen werden gesünder.

Schön wär’s.

In der Praxis wird aus diesem Austeritätspfad am aktuellen Beispiel eine Falle, wie diese Grafik, ebenfalls erstellt von den Ökonomen von Société Générale, darstellt:

Austerität führt in erster Linie – und ganz besonders in einem Land wie Spanien, das in einem zähen privaten Schuldenabbau gefangen ist (hier mehr dazu) und seine Währung nicht abwerten kann – zu einer Verschärfung der Rezession. Das hat zur Folge, dass die Regierung die gesteckten Defizitziele wiederholt verfehlt («Missed Targets»), weil die Steuereinnahmen einbrechen und die Kosten für automatische Stabilisatoren wie die Arbeitslosenuntersützung massiv steigen. Irgendwann kippt das Land dann in einen Teufelskreis, wenn die Bondholder des Staates einen Schuldenschnitt befürchten («Private Sector Involvement Fears»), worauf die Zinsen weiter steigen («Higher Risk Premia»), was die Bankbilanzen weiter schwächt, die Rezession weiter verschärft und die amtierende Regierung immer weiter in Bedrängnis bringt.

Der Verlauf der Eurokrise in den vergangenen drei Jahren zeigt eindeutig, dass Länder wie Spanien in der Austeritätsfalle gefangen sind.

Selbstverständlich müssen sie ihre verkrusteten Wirtschaftsstrukturen aufbrechen und den Staatsapparat effizienter organisieren, aber zu viel Austerität in zu kurzer Zeit in einer zu schwachen Volkswirtschaft, die in ein starres Währungsgefüge eingebunden ist, ist das Rezept für ein Desaster.

Trotzdem ist die vorherrschende Meinung in Deutschland, dass sich die Eurokrise von selbst lösen würde, wenn die Südländer endlich mal ihre Faulheit ablegen und die Staaten ernsthaft sparen würden.

Solange sich das nicht ändert, wird die Eurokrise nicht enden. Mario Draghi hat nicht mehr getan als etwas Zeit gekauft.

Nachtrag: Am Donnerstag hat die US-Notenbank ein weiteres unkonventionelles Lockerungsprogramm beschlossen. Das pawlowsche Spiel an den Börsen (mehr dazu in diesem Blogbeitrag) kann weitergehen.

149 Kommentare zu «In Deutschland wird das Wesen der Eurokrise nicht verstanden»

  • hilmar sagt:

    europa ist ein phantom alles was versucht wird ist zum scheitern verurteilt.man kann nicht europäische staaten wirtschaftlich und monetär einigen,sondern zuerst politisch.daher wird die eu zugrunde gehen monetär und politisch als diletantissmus von mitterand und helmut kohl

  • Ridi Kuel sagt:

    Den Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, treiben Sorgen um: „Ich zweifle an den Grundlagen meiner Disziplin, unserer Wissenschaft ist tatsächlich Quatsch“!

    … und die kleinkarierten, halbgebildeten Schreiberlinge hier haben die Weisheit mit dem Löffel gefressen…

  • Eckehard Kraska sagt:

    Demokratie erfordert, durch Wahl andere Vorstellungen unblutig an die Macht gelangen zu lassen. Sind die Eliten sich jedoch einig, ist Demokratie ausgehebelt.
    Wenn ein Konsens der politischen Eliten sich bildet (siehe dazu Jean Monnet) der an den Bürgern, also an der Demokratie vorbei seine eigenen Ziele umsetzt: Europa. Gemeinsamer Währungsraum. dann ist das Spiel vorbei. Nie wurde dergleichen irgendwo zur Wahl gestellt. Nun sollen diese Eliten zusehen, wie ihre Spinnereien zerbröseln und Demokratie, Rechtsstaat, Parlamentarismus, und am Ende auch den vorhandenen Wohlstand zumindest der bisherigen Zahlernationen alternativlos unter sich begraben wird. Es ist eine Krise, verursacht durch die Überheblichkeit der sich vom Wähler emanzipierten politischen Klasse.

  • will williamson sagt:

    „Frankfurt/Main (dpa) – Nach Ansicht von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor sind die niedrigen Löhne in Deutschland ein Grund für die anhaltende Wirtschaftskrise in Europa. Deutschland habe durch die jahrelange Lohnzurückhaltung dazu beigetragen, dass wirtschaftliche Ungleichgewichte in der EU entstanden seien, …“
    Das behaupte ich ja auch schon ziemlich lange. Exportweltmeister dank Dumpinglöhnen.

    • Linus Huber sagt:

      Eine andere und in meinen Augen bessere Lösung wäre gewesen, dass die Geldpolitik einen stabilen EURO vertreten hätte und dementsprechend ihre Geldpolitik darauf ausgerichtet hätte, dass das Kreditvolumenwachstum im Rahmen des Wirtschaftswachstums erfolgt wäre. Aufgrund dessen wäre das Zinsniveau höher gewesen und die Konsumentenpreise wären gesunken, womit viele der heutigen Probleme gar nicht entstanden wären. Tiefere Preise produzieren ebenfalls höheren Wohlstand für die Gesellschaft (jedoch nicht für die Banken) und höhere Zinsen hätten der unvernünftigen Haushaltspolitik (sowie z.B. der Immo-Blase in Spanien) einen Riegel vorgeschoben.

  • Achim H. Pollert sagt:

    Hoch problematisch, diese Einordnung von den faulen Südländern… ich habe dazu im Lauf der Zeit auch immer wieder mal einen Text publiziert… hier mal eine kleine Auswahl:

    http://textepollert.wordpress.com/2011/09/05/achim-h-pollert-der-staat-hat-immer-durst/

    http://textepollert.wordpress.com/2010/10/29/achim-h-pollert-das-geschaft-mit-dem-vertrauen/

  • Michael Paul sagt:

    Um dass Wesen der Eurokrise wirklich zu deuten sollte man zuerst Kultur, Geschichte und Mentalität eines jeden „Europäers“ berücksichtigen. Es genügt nicht seitens der Politik/Wirtschaft in küzester Zeit aus einer Montanunion ein gemeinsames Europa auszurufen, ohne die Menschen in Europa mitzunehmen. Um eine gemeinsames Europa zu schaffen, genügt es einfach nicht Schlagbäume an den Grenzen zu entfernen und eine gemeinsame Währung einzuführen.

    Wie sieht er denn überhaupt aus oder wie denkt – der Europäer ? Ist der Deutsche mit seinen angeblichen Tugenden das bessere Vorbild zu einem Europäer oder ist es evtl. doch der Spanier ? Ganz sich ist aber der Franzose das geeignte Vorbild eines Europäers, wobei aber auch Italiener, Holländer, Griechen, Österreicher, Pole, Norweger usw. mit ihren Tugenden bestens geeignet wären.

    Erst wenn es uns gegenseitig gelingt die Gedanken und Handlungen des „anderen“ Europäers besser oder gar richtig zu verstehen, weden wir auch die Krise gemeinsam verstehen.

  • Bert Hermann sagt:

    Herr Dittli schielt nach Rettung der spanischen Banken. In Spanien gibt es zwei Krisen. Die Euro.Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und das eigentliche Problem, die Immobilienblase. Hausgemacht durch spanische Banken und die
    Immoindustrie. Ca. 2 Mio. (Millionen) leerstehende und unverkäufliche Immoobjekte wurden von diesen geschaffen und drücken
    nun die Banken und Investoren. Hier gilt es nicht wie in Griechenland, die wirtschaft zu retten, sondern in erster Linie die
    Banken. Warum sollten das anständige deutsche Steuerzahler tun? Die Unanständigen verschieben ihr Vermögen steuerfrei
    in die Schweiz u.a. Steueroasen.

  • Stephan Huebner sagt:

    Bei aller Kritik „Deutschland würde das Wesen der Eurokrise nicht verstehen“, möchte ich darauf hinweisen, dass es nicht nur in Spanien Unternehmenspleiten gibt. Alleine iIn Bayern sind im ersten Halbjahr 2012 mehr Firmen als vor einem Jahr pleitegegangen. Demnach stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2011 um 4,4 Prozent auf 1768. Jeder siebte Deutsche ist von Armut bedroht. Den Fachkräftemangel gibt es häufig nur „auf dem Papier“: Im Schnitt kommen in Deutschland auf eine Stelle 3,2 Jobsuchende. Bei der Diskussion um den Fachkräftemangel geht es vor allem um den Blick in die Zukunft – um die Angst, dass künftig aufgrund der demografischen Entwicklung Personal fehlen könnte. 850 Euro brutto für einen promovierten Geisteswissenschaftler ist ja nicht gerade sehr viel. Es wird schon seinen triftigen Grund haben, warum Deutschland in EU/EWR/EFTA die niedrigste Geburtenrate hat. Jedes Baby kommt mit 61.000 Euro Schulden auf die Welt. (Ein Vergleich: Im April 2012 lasteten auf jedem Deutschen, ob Säugling oder Greis, 61.000 Euro Schulden. Auf jeden Griechen entfallen lediglich 29.000 Euro.

    • will williamson sagt:

      Die Verarmung verdankt die deutsche Bevölkerung der viel gelobten Agenda 2010 von Schröder. Dass diese Entwicklung ausgerechnet von einem Sozialdemokraten ermöglicht wurde, entbehrt nicht einer gewissen Tragik!

      • hilmar sagt:

        richtig! dieser unselige sozialdemokrat und gewerkschafter schröder weiland putin freund hat deutschland auf die bahre geschoben.beerdigen werden es seine jetzigen parteigenossen mit merkel.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die kurzfristige Beruhung des EUR ist zwar wünschswert, löst aber das grundlegende Problem nicht, weil wir hier mit struktuellen Problemen zu bekämpfen haben. Die Inflation wird nicht so zulegen, wie Ben Bernanke es vorstellt, es war in der Vergangenheit so, wird auch mit weiterem Liquiditätszufuhr nichts ändern, weil das Probelm liegt wo anderes.

    Die Zentralbank muss sich längste realisiert haben, dass Ihre geldpolitische Massnahme nicht wirken, weil der Geldumlauf mit zunehmender Geldmenge zurück geht. Die Umlaufgeschwindigkeit liegt heute bereits nahe bei Parität, die wird in laufenden Monaten sich weiter zurückbilden, somit verpufft die Massnahme der Fed wieder. Ben Bernanke will einfach nicht zugeben, dass wir ein struktuelles Problem haben. Wenn er dies täte, müsste er seinen eignen Versagen zu geben.

    • Thomas sagt:

      @ Michael

      Harry S. Dent jr. hat eine klare und einflache Bezeichnung für das von Ihnen angesprochene strukturelle Problem: Die Demographie. Gemäss seinen Untersuchungen haben die Privaten Haushalte mit 75% des Gesamtkonsums den weitaus grösseren Einfluss auf die Volkswirtschaft, als der Staat mit nur 25%.

      Bei den Privaten Haushalten steigt der Konsum im Laufe des Lebens bis zum magischen Alter von 46 ständig an (Berufseinstieg – Junge Verheiratete – Junge Familie – Familie mit Teenagern). Nach diesem Alter geht der Konsum bald rapide zurück (zuerst ziehen die Kinder aus, dann kommt die Pensionierung).

      Dent zeigt nun, dass in der ersten Phase des steigenden Konsums Inflation produziert wird, und in der zweiten Phase Deflation. Mann kann also – so seine Darlegungen – die Phasen von Inflation und Deflation an der Geburtenrate +46 Jahre vorhersagen. Da der Baby Boom mit den starken Jahrgängen nun mehr als 46 Jahre zurück liegt, und der sog. „Mirror Boom“ weitaus schwächer ausfiel, ist Amerika unweigerlich zur Deflation verdammt.

      Für die Schweiz sieht die Situation etwas anders aus, da wir eine prozentual viel grössere Zuwanderung haben. Die Zuwanderer kommen allerdings erst mit ca. 25, so dass die Verzögerung nicht +46 sondern nur etwa +20 betragen dürfte.

      Die rein auf die USA bezogenen Aussagen lassen sich auf die einzelnen Länder Europas übertragen, aber auch auf Länder wie Indien und China (starkes Bevölkerungswachstum, starke Inflation) und andere Entwicklungsländer, aber auch auf Japan (Bevölkerungsrückgang – Deflation, seit ca. 20 Jahren).

      Die Demographie ist also die echte Grundwelle, alles übrige, inkl. die hektischen Bemühungen der Notenbanken sind nur oberflächliches Gerippel ohne grundlegende Wirkung.

      • Linus Huber sagt:

        Ja, stimme Ihnen zu, Thomas.

        Die Demographie spielt eine massgebende Rolle und die Manipulationen der Entscheidungsträger sind unnötiger Aktivismus um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass sie Einfluss besitzen und zum Wohle des Volkes handeln.

      • will williamson sagt:

        Nach meinen Beobachtungen hängt die Inflation primär mit der Auslastung der Industrien und der Wirtschaft allgemein zusammen, wobei diese ihrerseits sicher auch von der Demographie beeinflusst wird. Die Formel scheint mir aber zu einfach, weil die je nach Land unterschiedlichen Exportanteile und die davon ausgelösten Investitionen nicht berücksichtigt werden. Wenn sich die Wirtschaft an der Kapazitätsgrenze bewegt, können die Firmen höhere Preise durchsetzen, wenn sie schlecht ausgelastet ist, müssen preisliche Konzessionen gemacht werden. Wenn das so einfach wäre, hätte vermutlich schon lange jemand darauf kommen müssen und bei einer Vorlaufzeit von 20 bis 46 Jahren müsste jede Krise im vornherein durch entsprechende Massnahmen vermieden werden können.

        • Michael Schwarz sagt:

          Die monderne Ökonomen haben nicht mal annähend verstanden, wie die Inflation entsteht. Dies zeigt die Kommtare von Nobelpreisträgern. Man geht davon aus, wenn die Inflationserwartung durch der expansiven Geldpolitik anheizt, würde die reale Inflation auch zulegen. Das sagte die Theorie voraus, aber die Wirklichkeit zeigt ein anderes Bild. Die Entwicklung der Inflation 1:4 stellt, kann man nur annehmen. In den USA hat das Problem, dass in der Vergangenheit der Fed die Geldpolitik überrmässig expansiv war, deshalb fehlt heute die Wachstumsmöglichkeit. Kurzgesagt, die Geldpolitik ist am Ende, Was jetzt geschieht, ist eine Zwangwirtschaft, die ist vergleichbar mit Sozialismus. Es ist Ineffektiv und verschwenderisch. Die klasissche ökonomsiche Theorie kann die Situation nur noch verschlimmer. Die Zeit an dem Wunderheiler und Mythen findet ein Ende. Wir brauchen Menschen, die Mut haben, neues zu versuchen und die Geduld aufzubringen, vor allem die von Politikern unabhängig sind.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Alle reden von Spanien – kann ich verstehen bei diesem Desaster. Aber Italien ist noch viel brutaler verschuldet. Ist dieses Italien-Tabu vielleicht das „Verdienst“ von Mario Draghi? Ich wage mal die Behauptung: Italien wird die EU endgültig zum explodieren bringen !

    • will williamson sagt:

      Italien hat eine wesentlich kleinere Auslandsverschuldung als Spanien. Das dürfte den Unterschied ausmachen.

      • Karin Gut sagt:

        @Williamson: Gemessen am BIP hat Spanien deutlich weniger Staatsschulden als Italien (Spanien hat sogar weniger Staatsschulden als Deutschland). Hanspeter Niederer hat also Recht mit der viel höheren Verschuldung Italiens.

        @Niederer: In Italien schwankte die Staatschuld jedoch in den letzten 20 Jahren nur seht wenig und lag immer bei 100 bis 120% des BIP. Dank der starken norditalienischen Industrie kann sich Italien trotz der hohen Staatsverschuldung und dem maroden Süditalien scheinbar langfristig relativ gut durch wursteln. Italien ist gewissermassen wie ein schlafender Vulkan, während Spanien als rumpelnder Vulkan und Griechenland als ausgebrochener Vulkan viel mehr Aufmerksamkeit haben.

        • will williamson sagt:

          Mein Statement betrifft die Auslandverschuldung. Italien 169% des BIP, Spanien 241% (Quelle: US Debt Clock).

          • Rudi Fuller sagt:

            Die beiden Länder lassen sich nicht vergleichen. In Spanien sind es vorwiegend Privatschulden, in Italien Staatsschulden. Die Italiener sind privat kaum verschuldet, bei denen hat der Staat über seine Verhältnisse gelebt. In Spanien ist genau anders rum: Der private Konsum hat das Land ins Verderben getrieben, eben weil der über Schulden finanziert war. Dazu kam dann noch die durch niedrige Zinsen befeuerte Immobiliennachfrage.
            Als die Blase platze fielen die Immopreise, die Banken kamen ins Straucheln und mussten mit Milliarden gestützt werden, dadurch stiegen die Staatsschulden. Ich glaube, daß das nicht passiert wäre, wenn die Zinsen nicht auf ein solch niedriges Niveau gesenkt worden wären. Niedrige Zinsen haben bislang noch jede Volkswirtschaft ruiniert.

          • Karin Gut sagt:

            Ja, inklusive die privaten Schulden sieht es für Spanien schlechter aus (wobei es nicht ganz einfach ist die privaten Schulden im Ausland zu ermitteln). Für Spanien liegt der grösste Teil der Ausland-Schulden (etwa 70 bis 75%) tatsächlich im privaten Sektor. Für Italien weiss ich es nicht so genau, aber Spanien schwingt wohl mit etwa 240% unrühmlich oben aus.

            Man kann auch noch die implizite Staatsschuld (die impliziten Schulden ergeben sich vor allem aus ungedeckten Versprechungen, die der Staat mit den Sozialsystemen eingegangen ist) hinzurechnen. Für Italien kommen lediglich etwa 20% hinzu, für Spanien hingegen die gigantische Summe von etwa 480% des BIP. Siehe hier:
            http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/die-wahren-suender-in-der-euro-zone-1.13557328

            Noch dramatischer sieht die implizite Staatsschuld für Griechenland (870% BIP), Luxemburg (1100% BIP) und Irland (1400% BIP) aus. Für diese Länder müsste 8 bis 14x das BIP bereit stehen, damit der Staat die versprochenen Leistungen erbringen könnte. Das ist komplett illusorisch, da liegt noch viel Sprengkraft vergraben.

          • Linus Huber sagt:

            Ich gratuliere Ihnen, Rudi Fuller. Sie erkennen das Übel der Zinsmanipulationen. Schoen dass ich nicht alleine bin.

          • will williamson sagt:

            @Fuller, Huber:
            Mit der Aussage, niedrige Zinsen hätten noch jede Volkswirtschaft ruiniert, steht ihr voll im Kontrast zu denen, die die Beseitigung des Zinses und speziell des Zinseszinses verlangen. Logisch ist ja eher, dass zu hohe Zinsen eine Volkswirtschaft ruinieren. Durch Abschaffung der Zinsen kann es aber auch passieren. Wer will schon ohne Zinsen Kredit geben und dabei noch das Ausfallrisiko in Kauf nehmen. Ohne Kredit gibt es aber kein Wachstum mehr. Das bedeutet bei wachsender Bevölkerungszahl kleinere Kuchenschnitze – von den 1% mal abgesehen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Will

            Ich verstehe Ihre Perplexitaet in diesem Zusammenhang. Zu niedrige Zinsen haben zum heutigen Dilemma geführt, indem dadurch eine fehlende Reinigung des System immer weiter verzögert wurde. Ich rede hier den Zeitrahmen der letzten vielleicht 30 Jahre an. Die natürlichen und reinigenden Kräfte wurden ausser Kraft gesetzt, indem bei jeder unbeliebten wirtschaftlichen Schwäche die Zentralbanken intervenierten und die Zinsen senkten. Dadurch bildete sich ein immer groesseres Kreditvolumen auf (weit über dem Wachstums der Wirtschaft), welches die problematischen Blasen oder Fehlinvestitionen produzierten.

            Das heutige Problem basiert nicht aufgrund des heutigen Zinsniveaus, sondern aufgrund vergangener ankerloser Geldpolitik, welche glaubte, dass mit ankerloser Geldpolitik Rezession der Vergangenheit angehören, nicht erkennend, dass dadurch ein neues und schwerwiegenderes Problem geschaffen wurde.

            Die Entscheidungsträger verweigern ihre Fehler einzugestehen und versuchen mit noch dramatischer Geldpolitik hohe negative Zinsen zu produzieren (Inflation höher als Zinsen). Ich kann Ihnen versichern, dass diese Leute ebenfalls nicht erkennen, welchen langfristigen Schaden sie damit produzieren werden.

            Die US Geldpolitik will bewusst den Eindruck erwecken, dass sie verantwortungslos und mit zunehmender Gewalt die Inflation anfeuern werden und sollten sie wirklich erfolgreich darin sein, würde dies an irgend einem Zeitpunkt und innerhalb weniger Wochen die Währung zerstören, wie im heute viel zitierten Zimbabwe.

            Das Problem laesst sich nicht einzig auf die Hohe der Zinsen reduzieren, sondern andere Faktoren spielen selbstverständlich mit, wie z.B. das Vertrauen in die Währung.

    • rudi Fuller sagt:

      Herr Williamson, Spanien zahlt heute noch für Anleihen aus den 90 er Jahren Zinssätze bis 14 %. Die haben dem Land aber offensichtlich nicht allzu sehr geschadet. Erst als das Geld billiger wurde sind die Schulden explodiert. Aber ich will hier nicht Staatsschulden und Privatschulden vermischen. Ein Staat kann nicht nach Belieben seine Ausgaben senken – Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit etc. fallen nun mal an. Neuerdings fallen dann noch so sinnvolle Aufgaben wie Bankenrettung an. Was ich bedenklich finde ist die Privatverschuldung. Bei mir klingen die Alarmglocken, wenn ich höre, dass zwecks „Geldanlage“ z.B. Wohnungen auf Pump gekauft werden. Durch die niedrigen Zinsen wird eben ein solcher Unfug erst ermöglicht.

      • will williamson sagt:

        Irgendwie komme ich da mit der Logik nicht zurecht. Wenn ich einen Kredit für 14% aufnehmen kann, der mich nicht umbringt, kann ich einen 14 mal höheren Kredit zu 1% aufnehmen ohne dass er mich umbringt. Problematisch wird es dann, wenn bei Fälligkeit des letzteren einen neuen Kredit benötige und für diesen erheblich höhere Zinsen bezahlen muss. Hier besteht die Gefahr, dass Kreditgeber die Schuldner „heranfüttern“, d.h. diese zur fortlaufenden Kreditaufnahme animieren, bis die Rückzahlungsunfähigkeit eintritt. Dann ist der Schuldner gezwungen, neuerlich einen Kredit aufzunehmen und die vom Kreditgeber diktierten schlechteren Konditionen zu akzeptieren. Als Beispiel: Ein bekannter Grossunternehmer hat in einem Interview gesagt, die Banken hätten von ihm die Rückzahlung von 1,2 Milliarden Dollar innert Jahresfrist verlangt. Mit erheblichen Anstrengungen habe er das geschafft, aber seither wisse er, dass man sich nicht von den Banken abhängig machen dürfe. Was die Staaten anbelangt, hat jemand erklärt, es sei immer gut, mit Politikern Finanzgeschäfte zu tätigen. Die brauchten immer Geld und hätten keine Ahnung vom Finanzwesen. Die gegenwärtige Verfassung der bekannten Problemstaaten bestätigen das in eklatanter Weise.

        • Linus Huber sagt:

          Irgendwie komme ich da mit der Logik nicht zurecht. Wenn ich einen Kredit für 14% aufnehmen kann, der mich nicht umbringt, kann ich einen 14 mal höheren Kredit zu 1% aufnehmen ohne dass er mich umbringt.

          Die Frage liegt eher darin, was ich mit dem aufgenommenen Kredit finanziere, nämlich Konsum (inkl. Immobilien) oder gewinnbringende Produktionskapazität.

          Durch die hohen Zinsen vor dem EURO wurden diese Fehlinvestitionen verhindert. Mit der Einführung des EUROs glaubten die Banken/Investoren, dass sich das Kreditrisiko dieser Staaten reduzierte, ergo die Risikopraemie sank. Damit veränderte sich jedoch noch lange nicht die südländische Mentalität, welche sich nicht gerne mit nachhaltigem Wirtschaften herumschlug, sondern dies zuvor über Waehrungsabwertungen ausglich, was eben Ausdruck fand in der erhöhten Risikopraemie.

          Die dadurch entstandenen Fehlinvestitionen untergraben heute die Kreditwürdigkeit der Schuldner in diesen Ländern und da man heute ja alles rettet, schlägt es auf die Kreditwürdigkeit der Staaten über.

        • Rudi Fuller sagt:

          Herr Williamson, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt: Die 14 % Zinsen, die Spanien aus den alten Anleihen zahlt, waren bis zum Crash des Immo Marktes unkritisch. Die späteren, niedrigen Zinsen haben aber dann bei Privaten und Bauträgern eine rege Nachfrage nach Immobilien befeuert. Bis 2008 hatte Spanien eine Staatsverschuldung, die im Bereich der Schweiz lag. So weit so gut. Aber was ist dann passiert? Private (im Falle von Spanien nicht der Staat !) haben auf Teufel komm raus Schulden angehäuft um ihre Immobilien zu finanzieren. Irgendwann geht aber jeder Aufschwung zu Ende, und das war im Jahre 2008 so weit. Mit dem Kippen des Immomarktes kamen die Banken ins Wanken, und der spanische Staat musste Milliarden in die Hand nehmen, diese zu stützen. Damit war es vorbei mit einer Staatsverschuldung von 40 %. Den Rest kennen wir.
          Ich bin fest davon überzeugt, dass diese künstlich nach unten korrigierten Zinssätze dafür verantwortlich sind. Mit angemessenen Zinsen hätten die Leute niemals eine solche ImmoNachfrage entwickelt, die Preise wären nicht ins unermessliche gestiegen. Mit dem Steigen der Preise steigen im Normalfall nämlich auch die Darlehensvolumen. Ich kenne den spanischen Markt recht gut, da ich einige vermietete Ferienimmobilien in Spanien besitze. Für mich war spätestens im Jahre 2006 klar, dass es knallen wird. Preissteigerungen von 5 und mehr % pro Jahr gehen nun mal nicht auf Dauer gut.
          Verstehen Sie mich nicht falsch, mir geht es nicht darum, den spanischen Staat zu verteidigen, der hat gravierende Fehler gemacht, da er diese Nachfrage nicht rechtzeitig gebremst hat. Mir ging es darum zu zeigen, wie künstlich niedrig gehaltene Zinsen eine Fehlentwicklung auslösen, und was die Folgen sind.

    • hilmar sagt:

      ne ne nicht italien sondern frankreich!!

  • will williamson sagt:

    „weil die Menschen noch der Illusion unterliegen das der Zusammenbruch des Schldners keine Auswikungen auf den Geber hat -der sich massiv verzockt hat auf Kosten des kleinen Mannes und noch mehr der “kleinen Frau”.
    Davor hat der Schweizer Schriftsteller gewarnt lange bevor von einer Eurokrise die Rede war, ja sogar lange, bevor es die EU gibt:
    kleiner mann hab acht
    was man mit dir macht

    lass dein hirn nicht rosten
    denn du kennst den schlich
    geht es um die kosten
    braucht man sicher dich

    darum sei nicht dümmer
    als man grad noch muss
    zahlen muss man immer
    meist zahlst du zum schluss

    sei es mit dem leben
    sei es nur mit geld
    zahlen muss man eben
    denn so ist die welt

    kleiner mann hab acht
    was man mit dir macht

    Kurt Marti (geb. 1921)

    kurt-marti.jpg

  • ast sagt:

    Es ist die Rede vom „starken Deutschland“. Sorry das ich hier dazwischen fahren muss -aber diese Stärke ist eine reine Illusion die sich nur noch aus dem Faktum nährt dass die EZB den Zusammenbruch Europas bisher verhindert -mit billigem Geld an die Banken. Ja -es ist noch so- solange noch daran geglaubt wird dass die Schuldner ihre Schulden irgendwann abarbeiten können -so lange sehen die Deutschen noch relativ Gesund aus -aus dem Weltraum- wo das Alles nur noch virtuell wahrgenommen wird. Sofern man aber annimmt dass sich Ungleichgewichte im Target-2 System irgendwann in die Realität entladen müssen, so lange ist Schuldner und Gläubiger gemeinsam erkrankt -und beide liegen infolge gegenseitiger Abhängigkeit im sterben.
    Nur ist es noch so dass Geld nach Deutschland wandert aber nicht mehr nach Spanien, das ist aber nur deshalb der Fall weil die Menschen noch der Illusion unterliegen das der Zusammenbruch des Schldners keine Auswikungen auf den Geber hat -der sich massiv verzockt hat auf Kosten des kleinen Mannes und noch mehr der „kleinen Frau“.

  • Alex Renge sagt:

    Die Austerität hat im Fall von Irland geholfen, in Portugal geholfen und hilft sogar ansatzweise in Griechenland. Und davor haben sie in Neuseeland geholfen, in Schweden geholfen (dort gab es auch eine Bankenkrise) und dazu in einigen anderen Ländern. Konjunkturprogramme und offene Geldschleusen haben dagegen in Japan NICHT geholfen, in den USA NICHT geholfen usw. Wahrscheinlich verstehen die Deutschen also die Eurokrise besser als so mancher, der es nur von sich glaubt.

    • charon sagt:

      Ich denke Sie lassen sich hier bei ihrer Bewertung zu sehr von ihren persönlichen Präferenzen leiten. d.h. Sie hätten gerne das „sparen“ hilft und die „Schuldner“ bestraft werden, mM übersehen sie dabei Grundsätzlich das (globale) Volkswirtschaft eben nicht wie die Buchhaltung eines Unternehmens oder einer Privat Person funktionieren kann. (–>Milchbüchlein vs. doppelte Buchhaltung)

      Gerade Portugal (im Umsetzen der Massnahmen sehr fleissig) zeigt das (logische) Scheitern der Spar-massnhamen. Die Schrumpfung der Wirtschaft beschleunigt sich, dies nach den offiziellen Daten die sie ja kaum verdächtigen zu schwarz zu malen, das Gegenteil wäre eher zu vermuten.
      http://www.querschuesse.de/portugal-musterschuler-im-griechenland-style/ …da gibts ein Haufen Daten mit Quell-Angabe.

      Die weitere Behauptung das gegenteilige Massnahmen (wobei noch umstritten ist ob man QE und ähnliches als reines „deficit spennding“ bezeichen kann) zu nichts führen, kann so auch nicht gesagt werden…was wäre wenn die Finanz-Politik der USA oder Japans nahezu ein optimales Resultat gebracht hat und es einfach nicht „besser“ geht? mM gibt es einfach Probleme ohne langfristige (sinnvolle) Lösungen, aber auf jeden Fall solche mit mehr oder weniger unnötigem Leid.

      Zum Beispiel war der Tropfen der das Staats-Schuldenfass nun zum überlaufen gebracht hat 2007-08 fast unbestritten, obwohl vielen klar war das damit die nächste Krise vorprogramiert ist. Selbst die Ober-Sparer aus D-Land haben mit der grossen Kelle angerührt, ja geradezu absurd, mit „Abwrackprämie“, wurde Konjunkturpolitik betrieben, anti-zyklisch gehandelt, jetzt aber verlangt man von anderen Ländern das genaue Gegenteil davon zu machen…pro-zyklisch den Abwertstrend noch verstärken mit der (reinen) Hoffnung das es irgendwo unten wieder standfesten Boden gibt. Selbst wen dem so ist, ich denke nicht das die Bevölkerung den Kurs durchstehen wird. Ich würde Extrem-Parteien wählen, so wie viele Junge.

  • greg sagt:

    Fiskalunion = Wunsch der Banken….

    Es geht auch anders, 1. Banken verstaatlichen, 2. eine Monetative!

  • Philipp Rittermann sagt:

    guter beitrag. es ist mir, (gut, als laie), eigentlich ein rätsel weshalb so stur am gebilde in der jetzigen form festgehalten wird. ich glaube, es geht nur noch um rein ideologische rettungsversuche; welche horrende kosten verursachen. und hier sind wir auch bei der einzigen massnahme, die bisher getätigt wurde -> rettungsschirme in 3-stelliger miliardenhöhe. das eu-gebilde ist derart labil, dass wenn „nur noch eine tragende säule einstürzt“, der ganze bau in sich zusammenfällt. die wirtschaftlichen-, und auch die mentalitäts-unterschiede innerhalb der mitgliedsländer ist viel zu gross; das KANN nicht funktionieren. entweder man verkleinert den verein zu einer organisation „ebenbürtiger“ staaten, oder man geht „back to the roots“. alles andere ist ein sack-teurer tod auf raten, und dazu führen, dass die „geber“-länder wirtschaftlich auch leiden werden. ich denke der gesichtsverlust u.a. von frau merkel, wird dagegen ein nicht allzu grosses problem darstellen.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Zuviele Staaten stecken in der weilweiten Schuldenkrise, nicht nur im EU-Raum. Die Politiker haben die Neigung die Krise immer noch kleinzureden oder gar zu leugen und ihrer prinzipiellen Ratlosigkeit wurde und wird mit Scheinlösungen immer nur mehr oder weniger Zeit gekauft. Mit den Milliarden Rettungsschirmen und den rudimentären Sparübungen wird kein einziger Arbeitsplatz erhalten oder gar Neue geschaffen. Im Gegenteil, die Schulden wachsen und mit ihr die Arbeitslosigkeit, besonders dramatisch bei den Jungen. Die wichtigste und vornehmste Aufgabe aller Regierenden ist, dafür zu sorgen, dass die Leute Arbeit haben. Wer Arbeit hat kann Leben, seine Familie erhalten, Konsumieren und Steuern zahlen.
    Wird der Kurs nicht geändert und fliessen die Rettungsmilliarden weiterhin in die Märkte, zu Spekulanten und Banken, so steht schneller als wir denken der Austand der Massen bevor.

    • will williamson sagt:

      Zutreffende Analyse! Aber was meinen Sie, warum die Politiker Zeit gewinnen wollen? Die Antwort dazu finden Sie in Ihrem Schlusssatz, nach dem Komma.

    • Linus Huber sagt:

      Ich stimme Ihnen zu. Sie erkennen einen wichtigen Aspekt der gegenwärtigen Situation.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die europäische Schuldkirse ist längste nicht vorüber. Die Länder, die zur Zeit noch gesund sind, werden nach Unten gezogen. Die Verschuldung in solchen Ländern steigt genauso wie die Länder, die bereit Probleme haben. Es könnte bald zum Austritt der Länder kommen, die das Finanzausgleich zwischen den Gesunden und Kranken nicht leiten wollen. Die Niederländer liegt uns den kleinen Vorschmack, andere Industrieländer werden das Beispiel der Niederländer folgen, bzw. den Austritt aus der EU zum Thema machen, dann kann man wieder von Null anfangen. Die expansive Geldpolitik der EZB oder Fed wird die Schuldkrise nicht beseitigen, im Gegenteil, deren Geldpolitik verschärft das Ungleichgewicht in Finanzmärkten. Eine Geldpolitik, die ohne Rücksicht auf Preis- und Systemstabilität, ist keine Geldpolitik, sie ist eine Verzichtungswaffe des Finanzsystems.

    Die kurzfristige Reduktion der Arbeitslosigkeit auf Kosten der Zunahmen der Verschuldung bei Privathaushalt und Staaten, ist kein Ausweg aus der Krise. Sie provoziert die nächste Krise, die noch heftiger werden kann. Die einzige Möglichkeit aus diesem Spiral auszukommen, ist der vernünftige Umgang mit Resourcen. Die expanisve Geldpolitik ist das Konzept der Verschwendung, die förder ineffiziente Investition. Die Kurzsichtigkeit der Notenbanker führt zum Untergang der Währungsstabilität und Kraufkraftverlust. Die extreme expansive oder extreme restrive Geldpolitik wird nicht zum Ergebnis, welches im 70er und 80er gut funktionierten. Die Dynamik und Struktur der modernen Wirtschaft haben sich grundlegend verändert. Aber die ökonomischen Theorien haben sich auf neuen Situationen nicht angepasst; man hält etwas fest, obwohl es nicht funktionieren kann, weil man nichts anderes hat. Die Krise aus Sicht der Monetaristen ist immer eine Krise der Liquidität, es spielt keine Roll welche Ursache es gehabt hat. Diese Vorstellung ist einseitig, und primitiv, weil man bebequem ist um Fragen zu stellen.

    • Michael Schwarz sagt:

      Eine Krise kann aus dem Liquiditätsmangeln entstehen, muss aber nicht, deshalb stellt die allgemeine Überzeugung der Monetaristen keinen Lösungsansatz dar, weil sie die wichtigste Fragen nicht stellen, bzw. die Ursache der Krise nicht erkennen wollen. Die Schuldkrise ist nur ein Ausdrucksform des erkrankten Wirtschaftssystems, nichts weiteres. Die Zentralbanker geben ihr den letzten Anschub um die Heilung noch zu verhindern. Ben Bernanke und Draghi sollen die Religionwissenschaft studieren und dozieren, sie sind im falschen Job.

      • B. Moser sagt:

        Die USA und Europa dürfen nicht in den gleichen Topf geworfen werden. Die USA sind homogener und die Leute dort flexibler. In Europa werden die Schulden per Inflation verschwinden, und der Staat wird die Rentner mit Zuschüssen über Wasser halten. Man wird auch in Europa lernen, dass es ohne Geld-Transfers nicht geht. Die Alternative wären wirtschaftliche Stagnation und daraus folgend Kriege. Deshalb werden auch nördliche Länder den Euro nicht verlassen, schon gar nicht das Händlervolk Holland. Draghi hat im Rahmen seiner Möglichkeiten gut gehandelt; er hat ja ausdrücklich die Priorität der Politik verlangt.

        • Hermann sagt:

          @Schwarz: Aber die Niederländer haben doch gerade erst pro Europa gestimmt. Und das sehr deutlich!

          • Michael Schwarz sagt:

            @Hermann:

            Das ist richtig, dass die Niederländer für pro Europa gestimmt, aber das Thema des Austritts wird jetzt richtig im Fahrt. Was das Volk will, ist nicht entscheidet, was die Politiker wollen, ist entscheidet. Das Volk will aus der EU, deshalb wird in Zukunft weitere Konflikte zu diesem Thema geben. Das Volk fängt erst an über dieses Thema nachzudenken.

      • ast sagt:

        „Die Schuldkrise ist nur ein Ausdrucksform des erkrankten Wirtschaftssystems, nichts weiteres.“

        Oder anders herum ausgedrückt, das Wirtschaftssystem führt zur Schuldenproblematik -unweigerlich- und das übrigens seit Jahrhunderten -Karl Marx lässt grüssen. Ein System das nicht unweigerlich in eine Umverteilungskrise führt ist mit Fiat Money ebensowenig möglich wie mit einem auf Gold oder Silber basierendem System. Der einzige Unterschied ist -mit dem Fiat Money System sind weit grössere Schuldenausweitungen möglich, bis der Kollaps unvermeidlich wird. Der Fehler der Ökonomen -auch hier im Forum- besteht darin nach keinem anderen System zu suchen -einem System das nicht auf der Basis sozialdarwinistischem Kapitals beruht. Solange die Haftung von der Menge des angesammelten Kapitals abhängig ist (Grossbanken sind ja to bog to fail) und Milliardäre wenig haften müssen -ein kleiner Angestellter aber praktisch mit seiner Existenz -können die Ökonomen rechnen wie sie wollen -es führt jeder Weg auf dieser Basis in die Umverteilungskrise.

        Leider beschäftigen sich die Ökonomen immer weniger mit der Geldtheorie -alle scheinen zu glauben das wir in der Moderne keine Anstrengungen mehr machen müssen um eine gesundere Grundlage an der Basis zu schaffen. Aus meiner Sicht waren die Religionsethiker die sich mit Geldtheorie beschäftigt hatten zum Teil näher am Draht -was notwendig wäre -wie wir Geld behandeln und damit arbeiten. Einem solchen Theoretiker hätte niemand kommen müssen das Geld arbeitet -er hätte gesagt -und jetzt?- denken Sie Gott würde für Sie arbeiten, oder doch eher ein armer Bauer in den Bergen?

        • Linus Huber sagt:

          das Wirtschaftssystem führt zur Schuldenproblematik -unweigerlich-

          Natürlich, darum gibt es Insolvenz-Verfahren, womit das System regelmäßig gereinigt wird. Leider wurde dieses Prinzip unterlaufen, womit wir uns die heutige weltweite Kreditblase mit seinen unzähligen Boom-Bust Sektoren einspielten. Es liegt nicht am System, sondern im Vermeiden von unangenehmen Aspekten des Systems.

          • ast sagt:

            Nun ja Herr Huber, ich rechne auch die Politik der Eliten zu diesem System -und deren Interesse liegt nun darin den Zitronensozialismus welcher die Notenbanker mit ihrer Geldflut an die Banken geschaffen haben in einen Status Quo zu verwandeln. Ein System in welchem Staat und Wirtschaft in Machtbalance stehen, das wäre im Prinzip die Grundlage für funktionsfähige Demokratie -der einzig schwergewichtige Gegenpart zur sozialdarwnistisch organisierten Privatwirtschaft.
            Wie die Vorgänge der letzten Jahre zeigen, wird die Demokratie zunehmend durch Lobbyismus der Wirtschaft unterwandert, so etwa ist in den USA inzwischen Politik und Geld im Prinzip fusioniert. Infolge des Zweiparteiensystem in den USA -nur entweder Rep oder Demokraten haben eine Chance, so ist dem Bürger auf Staatsebene kaum mehr relevanter Einfluss zum Wandel möglich. In Eurpa bahnt sich ein ähnlicher Zustand an, da arbeitet man an einer ESM -„Bankenunion“, was nichts anderes ist als eine Zentralregierung welche die Interessen der Banken vertritt -nationale Demokratie wird dabei entmachtet. In Kombination mit der Tatsache das es dem real existierenden Wirtschaftssystem egal ist ob ein Staat totalitär regiert wird oder unter Demokratie -ist ein unredlicher Wettbewerb zwischen dem chinesisch totalitären Kommunistenregime entstanden. Der Fehler an diesem Wirtschaftssystem ist eben dessen Entkoppelung von Demokratie -was wir während dem kalten Krieg vermehrt zugelassen hatten -um die UDSSR zu bodigen. Nun haben wir den Schlamassel. dieses System wendet sich nun gegen uns selbst.

          • Linus Huber sagt:

            Back in 1790, there wasn’t even an economics course available at a university yet! Clearly, these semi-savages could not have known what they were doing. However, let us consider some of the arguments these gentlemen of yore wielded at the time:

            Mr. Matrineau, a supporter of the issuance of paper money contended:

            „Paper money under a despotism is dangerous; it favors corruption; but in a nation constitutionally governed, which itself takes care in the emission of its notes, which determines their number and use, that danger no longer exists.”

            Well said, Mr. Matrineau! We merely have to be ‚careful‘ not to issue to many of these notes. Mr. de la Rochefoucauld, another supporter of the issuance of assignats remarked that

            “The assignats will draw specie out of the coffers where it is now hoarded.”

            What could be better than to entice misers to give up their hoards! Didn’t industry urgently require ‚lubrication‘? To be sure, the constitutional assembly had its share of ‚hawks‘, people like Cazales, Maury, Necker and Bergasse, who sternly warned against the introduction of the new currency, reminding everyone of the terrifying outcome of a previous paper money experiment under John Law during the regency of the Duc d’Orleans. In fact, it’s a good bet that the French assembly at the time had quite a few more and far more vocal hawks in its ranks than the FOMC can boast of today. There was quite a lively debate, but in the end the supporters of the issuance won out.

            At first, events seemed to prove them correct: industry was revived, and credit began flowing again. As Andrew Dickson White wrote in his monograph on the period:

          • Linus Huber sagt:

            “The first result of this issue was apparently all that the most sanguine could desire: the treasury was at once greatly relieved; a portion of the public debt was paid; creditors were encouraged; credit revived; ordinary expenses were met, and, a considerable part of this paper money having thus been passed from the government into the hands of the people, trade increased and all difficulties seemed to vanish.
            The anxieties of Necker, the prophecies of Maury and Cazalès seemed proven utterly futile.”

            However, just as those worthy gentlemen had predicted, the sugar high wore off fairly soon – after a mere five months, the government was once again in financial distress and the revival of trade was flagging. The naysayers had also predicted that when this day came, the assembly would not find the willpower to refrain from yet another issue of assignats. That was what actually worried them far more than the first issue (large as it was at 400 million livres – at the time a huge amount) – namely that the government would be unable to stop.

            Mirabeau, who in January of 1789 had still called paper money “A nursery of tyranny, corruption and delusion; a veritable debauch of authority in delirium” changed his mind when the second issue was up for discussion. Interestingly, a report on the need to issue more assignats written by Montesquieu, while in favor of the idea, expressed great reluctance. It noted the possible dangers, and ended with a “we’ll do it just this one more time” type of recommendation, including a number of ’safeguards‘.

            One of the arguments that was forwarded by those in support was of course that all the evils predicted by the detractors had not become manifest after the first issue (although the assignats issued in the first round had depreciated somewhat).

          • Linus Huber sagt:

            Brillat-Savarin insisted that the ’natural laws‘ could not be magically repealed in France and predicted a massive devaluation on the heels of a second issue. Once again an intense debate between supporters and detractors followed and was continued in pamphlets. One such pamphlet inter alia suggested that “the only persons to be helped by it are the rich who have large debts to pay” (plus ca change….).

            Anyway, the supporters of further issuance won the day in the end in a vote 508 for and 423 against, and the rest is history. In the early stages, every new issue of assignats seemed to revive economic activity, but the effect wore off ever faster. And yet, in the beginning every new issue was cheered on. Specie and coins disappeared (in accordance with Gresham’s law), which allegedly made even more issuance of paper money ’necessary‘ to relieve a shortage of small denomination money. The already circulating assignats kept losing their value, and ever faster, and soon the government resorted to enacting repressive laws designed to force people to accept the depreciating money. The end result was the second huge financial and economic catastrophe in France since John Law’s earlier ill-fated experiment went awry.

            What makes all of this so interesting and still relevant today is that these were not just a bunch of fools rushing into an ill-conceived experiment unthinkingly. There were very well considered and intense debates by evidently knowledgeable men. What characterized the supporters of the paper money issuance was their hubris: they thought they would always have things under control.

  • Urs Holzapfel sagt:

    Bin nach längerer Zeit wieder auf die TA-Seite gestossen.Rien a changé,wenn es um Deutschland geht.Schweizer Journalisten sehen den nördlichen Nachbarn,wie meistens,durch die angelsächsische Brille.Man merkt halt,welche Zeitungen sie lesen und durch welche Blätter sie geprägt werden.Vergeudete Zeit,leider!

  • Kofinas sagt:

    Es werden immer nur die Ausgaben verkleinert; niemand vergrössert die Einnahmen……Verkleinerte Renten für Arme und Rentner sind keine Einnahmen !!!

    • Linus Huber sagt:

      Ja, der Wohlfahrtsstaat, in welchem Alle zulasten aller Andern leben können, dürfte sich als phantastische Ponzi Scheme entpuppen.

  • Thomas M. sagt:

    Es ist wie nach einer Jugendparty. Wer hat wieviel gefeiert und wer muss jetzt wieviel aufräumen? Das ist sicher eine nicht ganz einfache Aufgabe, das fair zu verteilen. Meine Befürchtung ist einfach, dass die Banken wieder einmal vor allem feiern und wenig aufräumen.

    • Linus Huber sagt:

      Ihre Befürchtung ist leider sehr berechtigt.

    • ast sagt:

      Wenn man bei Bernanke genau hinhört, so will er nun die Liquiditätsflut direkt in die Realwirtschaft einfliessen lassen, so etwa will er Hypotheken stützen. Aus diesem Grund rechne ich damit das erstmals seit QE1 tatsächlich Geld in den Kreislauf der Realwirtschaft kommt. Das klingt gut, ergibt jedoch mit der nach Anlage suchenden bereits vorhandenen Liquiditätsschwemme eine hohe Wahrscheinlichkeit das sich die Deflation bei Immobilien (und auch anderswo) in Inflation umwandelt. Ob die Banken dabei lachen werden weiss ich nicht, der tiefe Zinssatz spricht in diesem Fall eher dagegen -zusammen mit einer Inflation von ca. 5% die ich für die nächsten 6 Monate als Wahrscheinlich ansehe.

  • Bin mit dem Autor einverstanden, dass die nördlichen und die südlichen Euroländer in verschiedenen Welten leben. Klassischer Beispiel ist „Siesta“. Ganzes Land geht zu Mittag ein Nickerchen machen. Stellt bloß vor, wenn alle Betriebe in Deutschland für 3 Stunden den Betrieb einstellen, weil es „Siesta“ Zeit ist. Bedeutet doch dasselbe, wenn der Nationalprodukt um ein Drittel schrumpft.

    • will williamson sagt:

      Wenn die drei Stunden nach der Siesta aufgeholt werden, schrumpft das Nationalprodukt nicht. Es könnte sogar noch etwas grösser sein, weil die Temperaturen dann etwas niedriger sind. Sie könnten das testen, indem Sie einmal bei 40 Grad am Schatten und einmal ab dem späteren Nachmittag mit Schaufel und Pickel einen Graben ausheben.

  • Markus Reichmuth sagt:

    Die Daten,die hier zitiert werden, mögen ja stimmen. Schade nur, dass so salopp betitelt und formuliert wird. Anstatt den Köder plakativer Titel und Folgerungen wünschte ich mir eine umfassendere Interpretation (ohne welche die Pauschalurteile sowieso nicht zu verstehen sind). „Die“ Deutschen als begriffsstutzige Dummköpfe darzustellen qualifiziert den Schreiber, nicht die deutsche Regierung.

  • Fritz Miehl sagt:

    Sehr überzeugend erklärt. nur- wirklich stimmig würde es sein, wenn auch der Hintergrund, die geplante Ursache und zeitliche Ausdehnung der Krise aufgezeigt würde. M.E. liegt die Ursache in der politischen Durchsetzung, bei öffentlicher Bekanntheit, nicht durchsetzbarer Veränderung hin zur faschistischen Totalisierung der EU Herrschaft! Eigentlich ein Putsch der Kapitalherrschaft von Goldman Sachs (Draghi) u. CO.! Mehr nicht.

    • Thomas ernst sagt:

      Ja.
      Nun wird man Ihnen Verschwoerungstheorien vorwerfen, damit man das nicht zur Kenntnis nehmen muss.

      Die New World Order ist öffentlich bekannt, wird aber genaues wenig ernst genommen wie Hitler’s Mein Kampf.

      Das Erwachen in der NWO wird genauso grausam sein, wie in Ausschwitz…

      • Stadelman Reto sagt:

        Die New World Order wird von mir nicht bestritten weil ich nicht glaube das die Reichen ihre Macht ausdehnen wollen, sondern weil ich überzeugt davon bin, dass die nicht koordiniert geschieht. Soll heissen: Ja, das Kapital übernimmt immer mehr die Kontrolle. Nein, dies tut es nicht wegen einem perfiden seit Jahren gehegten Plan, (NWO) sondern weil sich die Menschen ganz automatisch dem Kapital und der Macht zuwenden wenn sich die Demokratie ihnen nicht in den Weg stellt. Oder stark vereinfacht: Es braucht keine NWO, das Kapital übernimmt auch so die Kontrolle wenn wir nicht aufpassen…

        • Thomas sagt:

          @Reto

          NWO ist aus meiner Sicht keine zentral orchestrierte klandestine Verschwörung – sonst hätten die Apolegeten der NWO wie Henry Kissinger und andere nicht darüber gesprochen.

          NWO ist die Überzeugung, dass die Nationalstaaten in einer globalisierten Welt nur Hindernisse sind, und dass Demokratie für die Führung der globalisierten Welt nicht taugt. Daher müssen die demokratischen Nationalstaaten zwingend durch supranationale Organisationen (wie das IPCC, EU, Nato etc.) – alle selbstverständlich unter Führung der USA – überlagert werden. Die nationale Politik bleibt bestehen, ihr Einfluss schwindet aber zur Bedeutungslosigkeit.

          Selbstverständlich muss nach Ansicht der NWO-Anhänger (wie z.B. auch Mutti Merkel) die neue Führungselite aus ihren Kreisen rekrutiert werden, da normale Leute dazu einfach nicht fähig sind. Daher benötigt man auch keine demokratischen Wahlen, da die „Profis“ selber am besten wissen, wer taugt, und wer nicht.

          Fazit: Es IST NWO, wenn das Kapital (militärisch/industrieller Komplex + Banken mit ein paar Politikern und Mainstream-Medien als Handlanger) die Kontrolle übernehmen. Und da sind sie bereits dran.

          • Stadelman Reto sagt:

            Tja, wie Sie es richtig geschrieben haben: „NWO ist die Überzeugung.“ Dagegen kann man nichts machen. Überzeugungen gibt es viele. Und die NWO ist wahrscheinlich noch eine der angenehmeren… (was nicht heisst das sie gut ist)

            Und um ehrlich zu sein, ich finde zwar das die Demokratie extrem wichtig ist, wie sie sich aber organisiert (also in Nationalstaaten oder in internationalen Gebilden wie der EU) finde ich nicht so wichtig. Solange die Demokratie an der Macht ist und funktioniert (also theoretisch auch jeder Präsident etc. werden kann) sehe ich da kein Problem.

            Das Problem das ich sehe ist eher dass die Übergrossen Gebilde (EU, China, USA) tendenziell alle undemokratisch sind. In einem kleinen Land wie der Schweiz ist die Opposition im schlechtesten Fall nur etwa 3Mio. gross. Das sind eine Menge Menschen, aber nicht so schlimm wie z.B. in Deutschland wo die Opposition an die 40Mio. stark ist. Von den USA oder Indien wollen wir lieber gar nicht erst sprechen… Die Begrenzung der Macht ist also nicht mehr gewährleistet oder zu schwach. Einzelne haben zu viel Einfluss. Zudem braucht es enorme Mengen Kapital in so grossen Ländern um an die Macht zu kommen und zu bleiben was das Grosskapital noch mehr bevorteilt. Aber ob dies Absicht ist um die NWO durchzusetzen kann ich mir schwerlich vorstellen.

            Wie auch immer, gegen die Überzeugung der NWO können wir vor allem eines tun, unsere Demokratie stärken. Solange wir uns dieses Mittel nicht aus der Hand nehmen lassen, wird die NWO auch nicht Tatsache. Im übrigen bin ich überrascht, das eine Person wie Merkel der Überzeugung ist, das die Demokratie das falsche Werkzeug ist um eine globalisierte Welt zu lenken. Das ist ja eigentlich ein Abschwören auf die Demokratie, so etwas kann sich doch keine Spitzenpolitikerin leisten! Das wäre ihr Karriereende. Denken Sie nicht das sie bei der NWO etwas falsch verstanden haben? (Ernsthafte Frage)

  • Tino sagt:

    Es sollte mittlerweile allen bekannt sein dass wir ein diktatorisches Schuldgeldsystem haben. Wir sind verpflichtet dieses zu nutzen, es ist per Gesetz. Giralgeld ist KEIN gesetzliches Zahlungsmittel! Wir überlassen die Geldschöpfung aber privaten Institutionen! Wieso? Das Finanzsystem wird nicht in der Schule gelehrt? Warum nicht? Das muss man nicht lange überlegen…
    Der Zins muss weg und das Geld welches die Banken aus dem Nichts erzeugen sollte nicht an die Bank zurück. Die Bilanzverlängerung ist schlicht pervers! Nicht die Kreditnehmer sollten den Banken Garantien bringen, sondern umgekehrt! Welche Garantien geben die Banken uns für unser Geld?? Es gibt keine! Es wird nur auf unser Vertrauen appelliert! Denn wenn nur 10% der Menschen ihr Geld abheben sind alle Banken am Ende!! Wir müssen endlich Alle aufwachen!

    • B. Moser sagt:

      Ja, aber dieses System (von Ihnen nicht ganz richtig beschrieben) ist eben ein Abbild der Gesellschaft mit dem Maximen: Wer hat, dem wird gegeben. Es garantiert den wirtschaftenden Individuen auch, ihren Reichtum und damit ihr Ansehen relativ einfach zu messen und zu präsentieren. Es ist doch auch ein Vorteil, dass dafür keine Kriege mehr nötig sind! (Sie finden jetzt an den Rändern des Systems statt.) Das System wird erst nach einem vollständigen Wechsel aller Wertvorstellungen verschwinden. Es ist übrigens auch niemand gezwungen, sich masslos zu bereichern.

    • Tom Baer sagt:

      @Tino, ja sehe ich auch so, der Zins muss weg. Spielen Sie auch mit bei diesem Monopoly? Haben Sie einen 100% Job, dann sind Sie sehr aktiv dabei und untersützen das Schuldgeldsystem mit all Ihren Kräften.

      • will williamson sagt:

        Ohne Zins hat niemand mehr einen Anreiz, Kredit zu geben und ohne Kredit stagniert die Wirtschaft. Was erreicht werden sollte ist, dass die Zinssätze in einem erträglichen Rahmen bleiben. Wobei das natürlich wieder vom Risiko abhängt.

        • Tom Baer sagt:

          Zinsen ja, aber nur Minus-Zinsen (Schwundgeld). Wenn das Geld weniger Wert hat, wird Geld ausgegeben und die Wirtschaft brummt.
          Leistung sollte belohnt werden. Die mit Abstand grösste Belohnung erhalten Erben. Man würdigt den Umstand als Kind reicher Eltern geboren zu werden als besondere Lebensleistung, was in einer Leistungsgesellschaft problematisch ist.
          „In einer echten Leistungsgesellschaft sind die Einkommens- und Vermögensunterschiede zwangsläufig kleiner als heute. Einfach, weil die Leistungsunterschiede der Menschen bei weitem nicht so groß sind wie die heutigen Verteilungskontraste.“ steht im Buch von Sahra Wagenknecht.

          • Linus Huber sagt:

            Die weitaus groessten Profiteure der ankerlosen Tiefzinspolitik sind die Eliten. Ebenfalls erhöht diese Art von Zinspolitik die Kluft zwischen arm und reich.

            Schwundgeld ist ein sich langsam entwickelnder Ablauf, eine Währung zu zerstören.

          • Tom Baer sagt:

            @Linus Huber: Mit Schwundgeld meine ich das umlaufgesicherte Wörgl-Schwundgeld. Währungen wurden schon viele zerstört. Mir ist kein Fall bekannt in dem Schwungeld bei der Zerstörung im Spiel war.

    • Linus Huber sagt:

      Dies ist ein total falscher Ansatz. Im übrigen ist ja der Zins schon mehr oder weniger weg aufgrund der ankerlosen Geldpolitik der Zentralbanken.

      Das Grundproblem liegt darin, dass Zentralbanken ihre Geldpolitik nicht auf der Ausweitung des Kreditvolumens im System ausrichteten, sondern sich hauptsächlich auf die Inflationsrate des Konsumentenpreisindexes fokussierten. Die dadurch zu tiefen Zinsen führten zu einem Wachstum des Kreditvolumens, welches deutlich über dem Wachstum der Wirtschaft lag. Heute sind wir dort angekommen, wo sich trotz Verpfändung zukünftiger Leistung, die Bewirtschaftung der Kredite (Zinsen und Glaubwürdigkeit impliziert erwarteter Amortisation) die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft langsam und immer deutlicher überfordert.

      Leider erkennen viel zu wenige Menschen das wirkliche Problem und es finden einzig Scheingefechte statt.

      • Tom Baer sagt:

        Ein anderes Grundproblem sehe ich in der Erziehung zum Leistungsdenken Einzelner: Eine Personen wird für schlechte Leistung bestraft, indem eine Andere für gute Leistung belohnt wird. Aus meiner Sicht sollten nur Gruppen von Personen belohnt werden.

      • charon sagt:

        @ Linus Huber
        Herr Huber, ich bewundere ihren Einsatz hier im Blog. Ich denke aber nun nach Monaten der immer gleichen Aussagen sollten sie sich besser mal mit einigen Grundlagen auseinandersetzen als das sie immer wieder den von Ihnen gewünschten Lösungsansatz predigen. Ich denke hier ist wie so oft der Wunsch Vater des Gedankens. Die Materie ist komplex, nur schon auf Grund der vielen Richtungen und Ansätze die es gibt.
        z.B. bin ich mit Ihnen durchaus einer Meinung wenn es um das Problem nicht eintreibbarer Forderungen geht. Wir werden um grosse Abschreibungen nicht herum kommen. Aber bei ihrer Analyse des Grundproblems stellen sich mir doch ein paar Fragen. z.b. haben Sie in den letzten Tagen eine Deflation propagiert, sorry, aber keine Richtung der Volkswirtschaft die ich kenne unterstützt so eine Haltung auch nur annähernd.
        Oder auch hier die Diskusion um den Zins. Was wären wenn der Marktzins (der von Ihnen propagierte „natürliche Zins“) kleiner als 0 wäre, so wie dies im Moment der Fall ist wenn kein (besonderes) Risiko vorliegt? Dazu Christian-von-Weizsaecker in der FAZ, (eindeutig kein linker)
        http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/07/24/oekonomen-im-gespraech-3-carl-christian-von-weizsaecker-ueber-den-nutzen-der-staatsverschuldung-fuer-die-schwaebische-haushfrau-und-die-logik-niedriger-anleiherenditen.aspx
        btw. Dies ist nicht die von mir bevorzugte Denk-Schule, aber es zeigt, das es durchaus möglich ist das eine negativ Verzinsung eine natürliche Ursache hat und nicht von irgendwelchen Illuminati gewollt ist. Und negativ Zinsen werden nun mal über Inflation errreicht.
        Sie halten Geld für ein Gut wie jedes andere, mit Preis inkl. , daher sollte das Verderben von überflüssiger Ware auch sofort einleuchten.
        (Ich glaube das nicht, Geld ist kein Gut und Gold kein Geld)
        Dieser Text soll kein persönlicher Angriff sein, mehr ein Denkanstoss sich nicht vor den unbequemen Fragen zu drücken, ich muss mich auch immer wieder zwingen..

        Gruss

        • Linus Huber sagt:

          @ charon

          Besten Dank fuer die konstruktive Kritik. Ich habe Ihren Link natürlich gelesen und kenne diese dargestellte Theorie ein wenig. Eine aehnliche Ansichtsweise wird z.B. von der Schule der MMT (modern monetary theorie) vertreten und wenn Sie daran interessiert sind, empfehle ich Ihnen diesen Link:

          http://bilbo.economicoutlook.net/blog/

          Die Idee, dass negative Verzinsung eine natürliche Ursache hat, hat nur Bestand, wenn man die Ausweitung des systemweiten Kreditvolumens als eine natürliche Angelegenheit betrachtet. Da dies jedoch durch die Manipulation der Zentralbanken kreiert wurde, handelt es sich keinesfalls um eine natürliche Ursache, sondern das Resultat der ankerlosen Geldpolitik.

          Ich habe über Deflation und Inflation verschiedene Aussagen gemacht, jedoch meistens auf die Zusammenhänge hingewiesen. Es ist richtig, dass ich annahm, dass Deflation wohl eher zuerst kommt, bevor wir eine Hyperinflation (Verlust des Vertrauens in eine Währung). Wir bewegen uns auf einem immer engeren Pfad zwischen Deflation und Hyperinflation und wenn wir auf eine Seite abstürzen, es vielleicht unmöglich wird uns wieder hochzukrempeln. Solche Entwicklungen sind sehr langsam im Entstehen, wobei sich plötzlich eine Art Eruption ergibt. Natürlich können wir den Wert von Währungen immer stärker reduzieren (wie dies nun Bernanke wieder beweist), die Frage besteht jedoch darin, ob dies wirklich langfristig positiv sein wird für die wirtschaftliche Entwicklung. Unten im Blog habe ich dies bezüglich ein Beispiel (in English) aus der Geschichte Frankreichs über genau diese Marschrichtung reinkopiert, welche im Kollaps endete.

          Die Frage der Bedeutung von Geld ist nicht einfach, da dies eine gesellschaftliche Frage darstellen sollte und nicht durch ein Gremium bestimmt sein sollte, welche sich wie Diktatoren immer groessere Kompetenzen anmassen. Die meisten heutigen Entscheidungsträgern sind der Auffassung, dass sie in der Lage sind, alle möglichen Aspekte zu manipulieren.

        • Linus Huber sagt:

          @ charon

          Noch eine kleine Bemerkung in Bezug auf Inflation und Deflation. Es liegen extrem hohe nicht notwendigen Reserven der Banken bei den Zentralbanken, und sollte dieses Geld wirklich auf einen Schlag eingesetzt werden, würden wir einen massiven Inflationsdruck erfahren, was unsere Kaufkraft massiv reduzieren würde. Dies kann ebenfalls in einem sehr kurzen Zeitraum ablaufen, womit die Stabilität des Geldsystems weiter untergraben würde. Ob dadurch, ausser vielleicht einem kurzfristig Strohfeuer an Wirtschaftswachstum, längerfristigen und nachhaltigen Wachstum kreiert werden kann, ist in meinen Augen eine abstruse Idee.

          Zurück zur Bedeutung des Geldes, welche besser aufgrund der Funktion des Geldes erklärt wird. Die Frage lautet in diesem Zusammenhang, soll eine Währung einzig als Manipulationsinstrument fur die Entscheidungsträger dienen oder soll Geld noch andere Funktionen ausweisen? Überlegen Sie diesen Aspekt ein wenig und Sie werden vielleicht zur gleichen Überzeugung gelangen, wie ich, nämlich, dass es wohl langsam an der Zeit ist, die Geldpolitik zu demokratisieren, da die Kosten, welche diese in Manipulation geschulten Leute verursachen, schlussendlich auf uns allen landen. Ebenfalls habe ich zu genüge die negativen Aspekte dieser manipulativen Geldpolitik aufgefuehrt, welche die Prinzipien der Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und zunehmend demokratischer Rechte schrittweise untergräbt.

          Ich bin kein Goldbug, aber wenn man sich die heutige Manipulationen der Währungen betrachtet, liegt es nahe, dass sich wohl eine immer groessere Anzahl an Buergern nach einer wertstabilen und nicht manipulierbaren Währung sehnen um ihre gehortete Arbeitsleistung nicht aufgrund dieser Manipulationen teilweise oder ganz zu verlieren. Eine nicht manipulierbare Parallelwährung ist in meinen Augen und diesen Zeiten ein erstrebenswertes Ziel, welches die Entscheidungsträger jedoch nie zulassen werden.

  • Claudio M sagt:

    Die Wahrheit liegt meist in der Mitte. Auf der einen Seite werden die Länder und Mentalitäten mit den gleichen Ellen gemessen, was allenfalls in einem Staatenbund wie die USA möglich ist, allerdings in Europa nicht, andererseits sollte angeblich via Makro Daten auf den einzelnen Bürger geschlossen werden. Als Beispiel sei gesagt, dass ein Spanier oder Grieche, der in der Schweiz oder Deutschland aufwächst, weder faul noch dumm ist, weil die Gesellschaft ihn zum Arbeiten bringt. Was auch nicht geht, ist dass die spanischen Medien (13.9.2012) der Öffentlichkeit (in Spanien) erzählen, dass in Spanien europaweit am meisten gearbeitet wird. Die Realität sieht jedoch so aus, dass bis 10h morgens keine Apotheke offen ist. Und dass die Kinder nach dreimonatigen Urlaub, am Donnerstag vor einer Woche zwar die Schule wieder besuchten, aber ab Freitag vor einer Woche wegen „neuerfundener Fiesta“ wieder für eine Woche in Urlaub durften und erst gestern die Schule anfingen. Dass jedoch in Spanien gemeint wird, dass man in Allem, das Mass aller Dinge sei, könnte von den Medien etwas relativiert werden. Was unsere nördlichen Länder betrifft ist es so, dass alle das Gefühl haben, dass man tüchtiger und schlauer ist, und im Glauben gebracht wird, dass von Norden aus alles finanziert wird. Das alles kann recherchiert werden und festgestellt werden, dass es nicht so ist. Die Makroökonomischen Zahlen haben m.E. nur einen theoretischen Wert bringen jedoch dem einzelnen Bürger nichts. Die Kulturen in Europa sind zu verschieden, um eine wirtschaftliche und politische Einheit daraus machen zu wollen. Immerhin sprechen wir da von Kulturen, die knapp 2000 Jahre alt sind und nicht wie in den USA, welches im Vergleich gestern gegründet wurde.

    • Linus Huber sagt:

      Sich auf einzelne Länder zu fokussieren ist reine Ablenkung von der eigentlichen Problematik.

      Ist es so schwierig zu erkennen, wie getrieben durch die ankerlose Geldpolitik seit mindestens 15 Jahren immer wieder neue Blasen produziert werden, welche beim Platzen enormen Schaden anrichten? „Nasdaq/Neuer Markt“ Boom-Bust. Immobiliensektor in den meisten Staaten Boom-Bust. Heute Staatsschulden Boom-Bust.

      Dieses Spiel muss gebrochen werden!

  • AJ sagt:

    EIN AUSGEZEICHNETER KOMMENTAR !

  • Maximilian_Nimbus sagt:

    Bei den beschriebenen Problem in Spanien handelt es sich nicht primär um eine Eurokkrise sondern um eine Banken/Immobilienkrise unter tätiger Mithilfe von Politik und Administration. Zusätzlich muss man den niedrigen öffentliche Schuldenstand Spaniens beachten. Ich frage mich immer warum man die nicht systemrelevanten Banken nicht einfach abwickelt und lediglich die Guthaben der kleinen Anleger solidarisch sichert. Das wäre sicher billiger als den Banken die gefallenen Spekulationsrisiken abzukaufen. Griechenland mit seiner Staatskrise seit 1820 ist sicher ein Sonderfall. Hier wird eine Erneuerung der gesamten staatlichen Strukturen nicht durch diejenigen Politiker gelingen, die das Desaster mit verantwortet haben. Besserung ist nur durch Druck von Außen und gegen den Widerstand der politischen Eliten Griechenlands möglich. Angesichts der Reaktionen muß man den Protagonisten schon zugestehen zu hinterfragen ob man sich das wirklich antun soll.

  • Imeichen sagt:

    Es ist eine Tatsache, dass Strukturbereinigungen in Ländern eine Sache von 1 – 2 Generationen sind. Das hört sich politisch eben nicht gut an. Man muss also bereit sein, diese Länder für viele, viele Jahre am Tropf zu halten. Das ist die einzige Wahrheit. Dass dies Druck auf die Geberländer ausübt bezügl. verlorener Kaufkraft und Unwillen in der Bevölkerung dürfte klar sein. Um das Schlimmste zu verhindern pumpen nun die Notenbanken rein. Auch hier scheint jedes Augenmass verloren. Man hat aus einem guten, dezentralisierten System ein falsches, zentralistisches EU-Gebilde geschmiedet. Die einzelnen Organismen können praktisch nicht mehr absterben ohne den Gesamtwirt runterzureissen. Das ist eine ganz schlimme und dumme Konstruktion und entspricht niemals dem wie komplexe Software-Systeme engineered werden (wie mehrheitlich auch die Natur engineered). Meine Prognose für die EU ist leider ganz schlecht: Das Gebilde wird sich zersetzen mit allen Konsequenzen. Da Politiker eben Politiker sind, lügen sie weiter. Sie selber profitieren von diesem Gebilde. Die einzig ehrliche Aussage eines Politkiers wäre die: „Die EU ist gescheitert. Es werden nun Wege geprüft, wie wir dieses unglückliche Gebildet zurückbauen können – ohne dass wir dabei in einen Europa-Krieg laufen“.

  • stefan dambach sagt:

    „Trotzdem ist die vorherrschende Meinung in Deutschland, dass sich die Eurokrise von selbst lösen würde, wenn die Südländer endlich mal ihre Faulheit ablegen und die Staaten ernsthaft sparen würden.“ Wissen Sie, was mich an CH Medien zunehmend nervt? Die apodiktische Unbedingtheit, mit der man sich zu den Zustände in D äußert. Woher nehmen Sie nur diese Expertise? Leben Sie in D, sprechen Sie mit den Leuten, lesen Sie täglich alle Medien? Und welche Meinung ist denn vorherrschend – die demoskopische, die veröffentlichte (hier: Bildzeitung), die parteipolitische? Wäre Ihre Expertise echt (und nicht nur angemaßt), dann sollten Sie mitbekommen haben, dass die Stimmung derzeit am drehen ist – und zwar in Richtung Transferunion.

    • Hans-Günter Titze sagt:

      Ich kann Ihnen nur Recht geben. So manch einer der Schweizer Journalisten und Kommentatoren meint in letzter Zeit wirklich, die Weisheit mit Löffeln geschöpft zu haben. Nervend ist vorallem die Tatsache, dass genau, wie aus der angelsächsichen Brille, immer nur das zitiert wird, was zur Wahung der negativen Meinung benötigt wird.

      • ast sagt:

        Ach wass Herr Titze, wenn ich in Deutschland rumhöre so nimmt man dort eher weniger ein Blatt vor den Mund als hier in der Schweiz. Ich kann mich nicht daran erinnern dass Herr Dittli kundgetan hätte der Weisheit letzten Schluss zu kennen.
        Das aber aus dem Austerizitätspfad eine Falle wird (was er via eine Referenz erklärt) -das weiss man schon seit Jahrhunderten -das weiss man auch im Kanzleramt in Deutschland. Ein Staat ist kein Privathaushalt, Schulden müssen im Gegensatz zu den Privaten über Generationen hinweg verwaltet werden. Auch hat Geld auf Staatesebene eine andere Bedeutung als etwa bei Banken -der Staat ist in der Lage arbeiten anzuordnen und zu bezahlen die im üblichen Sinne erst über Generation hinweg Früchte tragen -und die nicht kostendeckend sein müssen in der Gegenwart. Insofern der Staat eine verantwortungsbewusste Wirtschaftspolitik fährt, so muss er antizyklisch investieren -was mit Austerizitätsprogrammen während einer Rezession unvereinbar ist.

    • @Herr Dambach: Disclaimer: Bin Schweizer, lebe in NRW,D. Wissen Sie was mich zunehmend nervt: Die Paranoia der Deutschen. Nur weil ein nicht-EU-Länder wie Herr Dittli seine – vielleicht falsche – Perzeption kund tut, muss man nicht gleich die geistigen Scheuklappen anlegen. Herr Dittli hat einen Vorteil: Er sitzt in einem warmen Büro in einem nicht-EU-Land der ökonomischen Glückseligkeit. Er ist also von der ganzen Euro-Krise nicht direkt betroffen, kann also den Ueberblick bewahren. Das ist erfrischend.

    • will williamson sagt:

      Da tun sich dann die Südländer aber freuen, wenn bei euch in D die Stimmung in Richtung Transferunion dreht. Aber vermutlich ist es eben „alternativlos“, wenn man den Euro nicht sausen lassen kann oder will.

    • Helga Hanson sagt:

      Herr Dambach, Sie haben genau das geschrieben, was ich auch gerne gesagt hätte, nur besser. Dazufügen möchte ich noch, dass es gut gewesen wäre, wenn der Autor auch noch etwas über die Ursprünge der heutigen Krise geschrieben hätte. Sie begann in den USA und GB, als Präsident Reagan und PM Thatcher die Finanzmärkte in den 80gern dereguliert haben. Erst haben sich die anderen europäischen Staaten geziert, aber dann doch mitgemacht. In den darauf folgenden Jahren kam dann das billige Geld, das in großen Mengen von Banken zur Verfügung gestellt wurde. Sehen Sie sich mal die interaktive BBC-Webseite http://www.bbc.co.uk/news/business-15748696 an. Dort können Sie sehen, wer was von wem geliehen hat. Erschreckend! Und jetzt haben alle einen „Kater“ und wissen nicht, wie sie die Schulden und die Zinsen (zurück)zahlen sollen. Daran ist Deutschland nicht schuld. Trotzdem wird es (und andere nordeuropäische Staaten) immer nur gedrängt, oft mit ganz unverschämten Methoden, mehr und mehr Geld auf Kosten der dt. Steuerzahler hervorzuzaubern, so dass alles so weiter geht wie früher.Die Einführung des Euros war nicht die Stunde Null, die Wurzeln reichen viel tiefer.

      • Linus Huber sagt:

        @ Helga

        Sie sprechen den wirklichen Ursprung der Krise an. Gratulation!

        Wenn man jedoch die gegenwärtige Gangart der Politik betrachtet, wird nicht das Problem bekämpft, sondern man verabreicht dem Patienten als Medizin, das Mittel, welches ihn krank machte.

        Das Kreditvolumen noch stärker auszuweiten ist der genau falsche Weg, sondern es muessen Wege ausgeortet werden, wie das Kreditvolumen gesellschaftsvertraeglich abgebaut werden kann.

        • will williamson sagt:

          Die klassischen Wege, um das Kreditvolumen „gesellschaftsverträglich abzubauen“ sind bekannt. Entweder Haarschnitt oder Sanierung, wobei diese je nach Land zwischen 10 und 30 – 40 Jahre beanspruchen wird, wenn sie gesellschaftsverträglich erfolgen soll. Ob eine „Bad Bank“ (Unwort des Jahres?) als neue Variante angesehen werden kann, die einen Teil der Schulden übernimmt und diese langfristig evtl. gar mit Gewinn wieder loswerden kann, muss sich wohl noch heraus stellen.

          • will williamson sagt:

            Nachtrag: der Haarschnitt ist je nach Dimension natürlich nicht „gesellschaftsverträglich“, weil voraussichtlich auch Sparer ihre Gelder verlieren, wenn Banken in die Luft gehen.

          • Helga Hanson sagt:

            @will williamson – Inflation ist eine andere und sehr beliebte Variante, Schulden verschwinden zu lassen, und das erreicht man mit der Gelddruckerei, wie es Herr Draghi von der EZB jetzt vorhat.

        • Helga Hanson sagt:

          @ Linus – Danke für die Ergänzung. Und noch etwas: Irland zeigt, wie man sich aus dem Sumpf zieht – nicht mit immer mehr Schulden, sondern den Gürtel enger schnallen. Sie sind auf dem besten Weg, die Schuldenkrise hinter sich zu lassen. Und haben Sie bemerkt? Die Medien berichten kaum darüber.

          • Linus Huber sagt:

            Ja Helga, Irland ist ein Volk von enormer Leistungsfähigkeit. Vergessen wir nicht, dass die EU ein Auge auf ihre Steuerpolitik fuer Unternehmen hat, welche in Brüssels nicht besonders gut ankommt. Ebenfalls denke ich, dass Irland eher in einer Warteposition ist und wartet, bis ein anderer Staat seine Schulden abschüttelt um danach quasi nachzuziehen. Ein bedeutend besseres Beispiel wäre Island, welche den Banken den Mittelfinger zeigte.

          • will williamson sagt:

            Man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist ja noch nicht allzu lange her, dass Irland schon einmal als „Tiger“ gelobt wurde. Zwischendurch ist daraus ein Bettvorleger geworden. Ich wünsch den Iren aber, dass sie sich aufrappeln und wenigstens wieder zum „Tigerli“ werden.

          • Helga Hanson sagt:

            @Will Williamson – Es war nicht der Irische Staat, der die Verschuldung auf dem Gewissen hat, sondern die Irischen (und auch GB kontrollierten) Banken, die sich mit dem Bau von Immobilien verzockt hatten. Wenn ich mich richtig erinnere, betrug die Staatsverschuldung nur 25% des BIP. Erst als die Banken gerettet werden mussten, hat sich diese Verschuldung alarmierend erhöht und die Irische Regierung musste um Hilfe bitten. Auch Großbritannien hat sich mit vielen Milliarden an der Rettungsaktion beteiligt, weil Britische Banken sonst sehr viel Geld verloren hätten

  • Opa sagt:

    Sie vergessen die endlose Zahl der von der EU und EZB gebrochenen Verträge.
    Die Deutschen verstehen die „Eurokrise“ nämlich nur zu gut!
    Was daraus in der BRD entstehen wird, wünschen sich die windigen Hütchenspieler bestimmt nicht.

    Die Deutschen lehnen immer mehr EU und Euro ab.
    Und kommt die richtige Partei………

    • will williamson sagt:

      D und F sollten sich daran erinnern, dass sie die Ersten waren, die die Grenzen beim Budgetdefizit überschritten haben. Da muss man sich auch nicht wundern, dass weitere Länder das als Beispiel genommen haben. Auch bei der Verschuldung liegt ja D immer noch weit über den zulässigen 60%. Manche Angaben lauten auf 80% des BIP, gemäss internationaler Schuldenuhr sind es rund 97% des BIP. Also mit Bezug auf die EU-Verträge absolut kein Musterschüler. Wenn D trotzdem zinslose Anleihen platzieren kann, zeigt das nur, dass die Anleger Deutschland mehr Vertrauen entgegen bringen als andern EU-Ländern. Ob das dann mit dem ESM so bleibt, ist die entscheidende Frage. Dass die Steuerzahler von der Entwicklung nicht begeistert sind, ist verständlcih.

      • S.Beimer sagt:

        Falsch.
        DE hat die Marke (zuerst) gerissen und hat, wie es der Stabiltätspakt verlangte, entsprechende Reformen umgesetzt um das erlaubte Defizit wieder zu erreichen. Der Stabilitätspakt sah immer vor, dass es Ueberschreitungen geben kann, er verlangte aber dann entsprechende Reaktion.
        Das ist der grosse Unterschied: DE hat nicht in den Zahlen betrogen und DE hat sich notwendigen Reformen nicht verweigert, hat nicht einfach Geld von den anderen gefordert …

        • will williamson sagt:

          Und was ist mit der Verschuldung?

          • ast sagt:

            Ich denke der ehemalige deutsche Finanzminister Steinbrück hat die Art der „Reform“ klar definiert: „Deutschland muss wieder in der fordersten Liga mitspielen“. Im gegenwärtig stark sozialdarwinistisch geprägtem globalisierten Wirtschaftssysstem heisst dies -man muss mit Diktaturen wie China konkurrieren deren Experimente mit Kapitalismus rechts überholen -und man muss die Lohnkosten drücken, die Bevölkerung für den Export arbeiten lassen ohne etwas dafür zu erhalten. Der Grund warum ein Sozialdarwnisti wie Timo Sarrazin intern in der SPD aufsteigen konnte ist diese Art von „Sportsgeist“ welcher doch entfernt an Hitlers Arbeitsporgramme erinnert.

  • B. Moser sagt:

    Auch wenn ich grosser Griechenland-Fan bin, teile ich die Meinung des Autors zu diesem Land. Aus den verschiedensten Gründen muss Griechenland aber in der EU bleiben und in seiner ganzen Vielgestaltigkeit geistig und wirtschaftlich an das moderne Europa herangeführt werden. Westeuropa hat dieses Gebiet im 19. Jahrhundert an sich gerissen und seither immer wieder mit Kriegen überzogen. Es wäre strategisch höchst unklug und moralisch eine Schande, die Griechen jetzt dem nahöstlichen Sumpf zu überlassen. Also: Komplette Entschuldung und einen Entwicklungsplan, dem nicht nur die Banken, sondern alle demokratischen Kräfte in Griechenland zugestimmt haben.

    • Thomas ernst sagt:

      Moral ist keine realpolitische Messgrösse. Wer auch immer mit Moral, historischen Verpflichtungen, alternativlosen Wegen etc argumentiert, will etwas verheimlichen.

      Was verheimlichen Sie, B.Moser? Was ist Ihre wahre Agenda?

      • B. Moser sagt:

        Na ja, Thomas Ernst, Sie leiden wohl unter einer neuen Art Verfolgungswahn. Moral mag zwar unbequem sein, aber was soll sie verheimlichen? Nur weil einer damit nichts anfangen kann, macht Moral doch nicht geheim! Im Falle von Griechenland geht es vor allem um die Glaubwürdigkeit bürgerlich-westlicher Werte, wie sie seit der Aufklärung in Europa gelten. Das ‚die Märkte‘ diese kulturellen Werte zu unterlaufen suchen, ist nicht weiter verwunderlich – es gab zu allen Zeiten windige Geschäftemacher. Auch ‚die Märkte‘ werden in die Schranken gewiesen werden, wenn nicht vom Gesetzgeber, dann von sozialen Revolutionen und Kriegen. Und das ist wirklich nichts Geheimes.

        • Linus Huber sagt:

          Sorry, ihre Idee, dass der Gesetzgeber Märkte in die Schranken weisen kann, ist eine lächerliche Aussage. Der Markt ist einzig das Resultat der unzähligen Entscheidungen, welche täglich von uns getroffen werden und spiegelt einfach unsere Beurteilung in der Form von Preisen wider.

          Natürlich kann der Staat Preiskontrollen einführen und durchsetzen, aber wir dürften die entsprechenden Konsequenzen solcher Massnahmen wohl genug wissen, um dies als negative einzustufen.

          Das Grund der heutigen Problematik liegt übrigens in der Tatsache, dass der wichtigste Preis in der Volkswirtschaft von staatsnahen Institutionen festgelegt wird.

  • Oliver Burkardsmaier sagt:

    Meines Erachtens fehlt in dieser Betrachtung ein wichtiger Faktor (auch wenn ich in Teilen durchaus zustimme:)
    Die Kosten der Staatsanleihen für Spanien, aber auch für Deutschland, sind in keiner Weise rational.
    Sie waren es auch vor der Eurokrise nicht.
    Diese Preise werden von Käufern und Verkäufern festgelegt, welche grösstenteils gemerkt haben, dass ihre schönen Rechenmodelle auch ncihts anderes sind, als Kaffeesatzlesen auf hohem Niveau.
    Daher denke ich, dass die Ansätze der EZB, den Kaffeesatzlesern die Margen zu kappen, ein wichtiger Schritt auf dem richtigen Weg ist.
    Was Herr Dittli darüher hinaus übersieht:
    Deutschland (zumindest die deutsche Regierung) ist mtnichten per se gegen Konstrukte wie Eurobonds, sondern nur dagegen, die Schulden der Südländer bedingungslos zu tragen.
    Deutschland erwartet von den Ländern, die Geld von anderen wollen, dass sie sich in ihre Politik reinreden lassen.
    Auch in Deutschland gibt es einen Länderfinanzausgleich. Die Deutsche Regierung kennt sich also sehr gut aus damit, dass es Nettozahler und Nettoempfänger gibt, und kann damit sicher auch gut leben, aber damit das Konstrukt von breiten Teilen derer getragen wird, mit deren Arbeit und Geld es bezahlt wird, muss es Mittel und Wege geben, diese Zahlungen unter Kontrolle zu halten.Dann wird auch die Bundesregierung letztendlich zustimmen, und natürlich wird sie (das ist der Auftrag ihrer Wähler) versuchen, die Bedingungen für die eigenen (zahlenden) Bürger möglichst günstig zu erreichen.
    Hier zu unterstellen, Deutschland verstünde das Prinzip nicht, finde ich doch etwas gar polemisch.

  • A. Bühler sagt:

    Bezüglich den erneuerbaren Energien hat Spanien im Gegensatz zu Deutschland den entscheidenden Fehler gemacht, dass sie die Einspeisevergütungen über Steuern finanziert haben, anstatt wie Deutschland über den Strompreis.
    Weil Spanien nach der Finanzkrise weniger Steuern eingenommen hat bzw. damit die Banken retten musste, hatte Spanien die Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien abgeklemmt, wodurch wiederum Arbeitslose im erneuerbaren Energiesektor generiert wurden (= noch weniger Steuereinnahmen und höhere Steuerbelastung durch Arbeitslose).

    In Deutschland werden die grossen Stromkonsumenten (Industrie) ausserdem von den Einspeisevergütungen entlastet (die wird mehrheitlich von den kleinen Stromkonsumenten finanziert, wo die Stromkosten wenig Relevanz haben). Die Industrie profitiert allerdings und zudem von den Grosshandelsstrompreisdämpfenden Effekt der erneuerbaren Energien (Merit Order Effekt). Sie bezahlen deshalb dank den erneuerbaren Energien weniger für den Strom und haben so einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil.

  • Peter Koller sagt:

    Ich empfehle jedem das Buch von David Bosshart zu lesen „The Age of Less“, nur der Titel ist englisch, das Buch auf deutsch.
    – frei übersetzt „die nächste Generation von Weniger“. Es kann einfach nicht so weitergehen, wir alle haben in den letzten 20 Jahren über unsere Verhältnisse (=auf Pump“ gelebt.

    • will williamson sagt:

      Wir alle haben auf Pump gelebt? Man sollte erstens nie generalisieren und zweitens nie von sich selber auf andere schliessen!

      • Linus Huber sagt:

        @ Will

        Peter liegt richtig in seiner Feststellung. Wir liessen weltweit das Kreditvolumen massiv stärker als die Wirtschaft wachsen über die letzten 20 Jahre, wodurch wir sozusagen vor-konsumierten und jetzt noch die Arbeit zu leisten haben für diesen vergangenen Konsum.

        • will williamson sagt:

          Mein Statement richtet sich gegen das „wir alle“. Ich habe nie auf Pump gelebt. Mir hatte man noch beigebracht, dass man zuerst anspart und dann kauft. Dabei bin ich nicht schlecht gefahren. Dass das global anders aussieht, ist mir schon bekannt. Und wer hat das Problem geschaffen? Klar die Banken. Die haben sowohl die Staaten als auch die Privatleute zur Aufnahme von Krediten animiert, weil sie ja um so mehr verdienen, je mehr sie leihen. Ausser die Sache geht in die Hose, weil die Schuldner zahlungsunfähig werden, wie wir das jetzt beobachten. Viele Schuldner scheinen nicht realisiert zu haben, dass man langfristig das Einkommen nur einmal ausgeben kann. Die müssen dann eben – wie Sie richtig feststellen – noch nacharbeiten für den vorgezogenen Konsum.

          • Linus Huber sagt:

            Will, dann hast Du wohl eher Pech heute, weil Du derjenige bist, welcher für die verantwortungslosen Handlungen anderer blechen darfst. Ich bin mit Dir im gleichen Boot.

    • Steve Johnson sagt:

      Herr Koller, Sie sind der einzige hier, der verstanden hat was die Ursachen sind. Auf Pump gelebt! Richtig! Und der Auslöser dafür war und ist immer noch dieses zermürbende Zinssystem.

  • Ulrich sagt:

    Es geht doch um Geldgeschenke. Wenn wir Schweizer die machen wollen, können wir das ja tun. Aber es von anderen verlangen ist unredlich und steht uns nicht gut.

  • lucius mayer sagt:

    Zunehmen auf Kredit (eigentlich Zechprellerei) ist leichter und angenehmer als Abnehmen. Die meisten Völker Europas (auch die Eidgenossinnen und -genossen – siehe Verschuldung vieler Kantone und Gemeinden, Unterdeckungen der Pensionskassen usw.) haben – von PolitikerInnen, die sie gewählt haben, angefeuert ) sich in jeder Hinsicht (auch natürliche Lebensgrundlagen, Umwelt) auf Kosten der Zukunft eine angenehme Gegenwart geleistet. Es leuchtet den Meisten ein, dass das rauschende Fest nicht weiter gehen kann. Schrumpfen ist angesagt. Absolut unannehmbar ist jedoch, dass sich der Geldadel, die Bankster und die PolitikerInnen nur auf Kosten der Übrigen sparen wollen und sich als Ausnahmen benehmen. So nicht!

    • jan van hout sagt:

      Auf kosten der zukunft: Vergessen sie aber nicht dass geld und schulden nur etwas buchhalterisches sind und nicht sehr real sind.

      Was wir aber auf kosten der zukunft real machen ist da sehr rasch erschöpfen und verschwenden nicht erneuerbaren ressourcen (öl, metalle usw), klima erwärmung, umweltverschmutzung, verringerung bio diversität.

      Ich finde es pervers wie man sich sorgen macht um abstrakte sachen wie geld und sorgen (ich sage nicht dass das ganz unwichtig ist) aber dass wir der folgenden generation eine kaputte erde hinterlassen scheint nicht wichtig zu sein.

    • will williamson sagt:

      Beim Adel läuft das immer so. Schon in der Feudalzeit war das so und heute nicht anders. Eine Ausnahme war die französische Revolution, wo die Guillotine aus dem Adel innert kürzester Zeit eine kopflose Gesellschaft gemacht hat. Das hat sich die schweizerische Regierung gemerkt und mit dem Einbau der „Guillotineklausel“ in die bilateralen Verträge mit der EU sich um die Handlungsfreiheit gebracht, also gewissermassen sich selbst enthauptet.

  • peter zuellig sagt:

    Teile die Ansicht, dass hier lediglich ein Kollaps verhindert und das Problem nicht gelöst wurde. Was mir nun nicht gefällt, ist die von Akademikern (Keynes) und gewissen Politikern (Hollande) verbreitete Behauptung, dass nur eine Wirtschaftsexpansion zur Normalität zurückführt. Und dies in Wirtschaften die schon überexpandiert hatten, mit geliehenem Geld. Das ist nichts anderes als Planwirtschaft durch Leute die noch nie in der praktischen Wirtschaft sich zu wehren hatten. Demgegenüber kenne ich zwei recht unterschiedliche Länder die sich in den 90er Jahren durch Austeritaet und hohe (bis zu 20%) Zinsen nachhaltig herholten: die Philippinen und Neuseeland. Die Philippinen haben heute doppelt so hohe Devisenreserven wir Spanien, und Neuseeland hat mit der Hälfte der Bevölkerung drei mal so hohe Reserven. Weil beides abgelegene Inselstaaten sind, mussten sie sich eben selber kurieren, so wie dies der damalige Neuseeländer Schweinehalter und Wirtschaftsminister brutal tat.

    • Martin Holzherr sagt:

      Die Frage ist was man gegen eine Abwärtsspirale unternimmt wie sie jetzt in Spanien wirksam ist.
      Im Unterschied zur Depression in den 1930er Jahren betrifft die Depression nun nicht die ganze Welt oder ganz Europa sondern lediglich die Euro-Krisenstaaten. Hilfe von aussen könnte vielleicht die sich verschärfende Immobilienkrise etwas abschwächen.

      • Manuel Wymann sagt:

        Es gibt mehrere Wege. Den Weg, den Japan beschritten hat, also die mangelnde private Nachfrage durch staatliche Ausgaben kompensieren und damit die Depression zu verhindern. Ist in Europa eher schwierig, weil die Staaten bereits alles Geld für die Bankenrettung verspielt haben. Oder den Weg der asiatischen Länder der 90er Jahren beschreiten, harte Rezession und danach wieder von vorne anfangen. Das ist wohl der Weg den Herr Züllig beschrieben hat.Es ist allerdings nicht klar, ob das in entwickelten Märkten noch funktionieren kann. In den USA versucht man sich mit einer expansiven Geldpolitik, die aber nur wirken kann, wenn der Staat mitzieht, sonst bleibt das Geld einfach liegen, wie man in Japan beobachten konnte. Europa hätte es sicher einfacher, wenn es sich nicht noch mit der Gemeinschaftswährung herumschlagen müsste. Bis jetzt hat allerdings noch niemand einen Weg aufzeigen können, der glaubwürdig aus der Rezession herausführt ohne das Problem zu verschieben oder zu einer Massenverarmung führt.

    • jan van hout sagt:

      Die frage ist ob eine rückkehr zu normalität überhaupt noch möglich ist, ohne systemwechsel.

      • Thomas ernst sagt:

        Genau!

        Alle hier (und anderswo) gehen stillschweigend und vertrauensselig davon aus, dass sich das gegenwärtige System schon irgendwann irgendwie wieder erholen würde.

        Das dachten die Dinos und Saebelzahntiger sicher auch.

    • Pascal Meister sagt:

      Letztlich können sich nur Länder bzw. Staatengebilde kurieren, welche über eine eigene Währung verfügen und sich mehrheitlich in dieser Währung verschulden können. In der aktuellen politischen Situation der EU müssen sich die 27 Länder in einer Fremdwährung verschulden, denn der Euro ist nichts anderes. Schliesslich haben die einzelnen Länder keinen massgebenden Einfluss auf die Währung mehr. Das Euro-System ist meines Erachtens zum Tode verurteilt – die Frage ist nur, wie und wie lange das noch hinausgeschoben werden kann…

      • Thomas sagt:

        @ Pascal
        Ihre Analyse ist korrekt, aber der Schluss stimmt nicht völlig: Der Euro ist nicht zwingend zum Tode verurteilt. Man kann auch die Nationalstaaten vergemeinschaften, dann haben die wieder ihre eigene Währung.

        Die Frage ist also: überlebt der Euro oder die Demokratie?

        Im Moment muss man wohl dem Euro die besseren Chancen zugestehen. In GR, IT, DE ist die Demokratie bereits demontiert.

  • Martin Holzherr sagt:

    Die Austerität ist lediglich ein die Rezession verstärkender Faktor. Der Privatsektor spart schon allein darum, um die Immobilienschulden abzutragen und natùrlich wegen der hohen Arbeitslosigkeit.
    Die Aufgabe der staatlichen Austeritätspolitik würde wenig ändern. Seien wir doch ehrlich: Es gibt keine Alternative zur Aufspaltung der Eurozpne. Jedes Zuwarten perpetuiert die Dression der Krisenländer.

    • Die Alternative ist einfach: Die starken Nationen wie D,NL etc müssen die Schulden der Südländer definitiv abschreiben und zusätzlich weitere Sanierungsbeiträge leisten. Der deutsche Kleinbürger bezahlt das mit Enteignung seiner Sparguthaben, Inflation, höherem Rentenalter, tieferen Renten etc etc.; das werden die Politiker durchdrücken müssen, alles andere wäre nämlich für die Politiker ein Gesichtsverlust den sie niemals überleben würden.

      • S.Beimer sagt:

        Wieso sollen D,NL und so weiter bezahlen? Abschreiben ist ja ok, wenn die Länder den Schuldendienst einstellen. Aber wieso zum Teufel verlangen alle, dass der Norden den Süden fimamzieren muss …. ist das gottgegeben?

        • Marc Müller sagt:

          Nein, gottgegeben ist es nicht. Aber als die Wahrungsunion geschaffen wurde, ging man ein gegenseitiges Bündnis ein. Ganz nach dem Motto: wie in guten als auch in schlechten Zeiten. Der Norden kann nicht nur von dem konsumierenden Süden profitieren. Europa – zumindest die Länder, welche den Euro haben – bilden ein eigenes Gebilde. Dazu gehört auch Solidarität.

          • Helga Hanson sagt:

            Herr Müller, das stimmt so nicht. Das Eurobündnis sah explicit vor, dass einzelne Länder der Eurozone NICHT für andere haften.

          • S.Beimer sagt:

            Stimmt überhaupt nicht. Vereinbart war ein Währungsraum, der aus Stabilität setzt und in dem die EZB allein der Währungsstabilität verpflichtet ist. Und es gab explizit die Klausel, eben nicht für andere Staaten zu haften. Die dt und anderen hätten ihre Banken retten sollen und GR bankrott gehen lassen. Denn für die Misere in GR ist GR verantwortlich, und nur GR, egal wie oft man de DE in die Schuhe schieben will.

          • Roberto Conte sagt:

            Kommt mir vor wie im Bankenbusiness. Geht mir die Kohle aus gehe ich zum Staat / Zentralbank und hole mir ein paar Nötchen. Oder Krankenkasse: Jeder für Alle, keiner für mich.

    • Martin Holzherr sagt:

      Eine mögliche Lösung wäre auch ein temporärer Austritt der Krisenländer aus der Eurozone.
      Die Frage ist allerdings wie das organisiert werden soll.
      Der Autor dieses Beitrags trifft es sehr gut, wenn er schreibt: „Es ist jedoch äusserst fraglich, ob die Regierungen der Euroländer diese Zeit auch wirklich nutzen, um die richtigen Weichen zu stellen. Die Erfahrung der vergangenen drei Jahre spricht dagegen.“
      Gehandelt wird immer erst, wenn es unvermeidbar ist. Die Politiker sind als die von der Krise Getriebenen.

      • ast sagt:

        So wie es aussieht ist van Rompuy eher auf dem Weg Europa eine Zentralregierung zu verpassen und die Nationalstaaten in Wirtschaftsfragen zu entmachten. Vielleicht haben Sie es noch nicht bemerkt -aber Technokraten wie Mario Monti und dergleichen wollen eine transnationale Machtkonzentration erreichen -die Einzelstatten sind dabei nicht mehr wichtig. Dort wird nicht über Eintritt -oder Austritt von Staaten nachgedacht -sondern alle treten aus dem Einzelstaat aus und in eine gemeinsame „Bankenunion“ ein. Die Eliten wollen sich vom Nationalstaat lösen weil ihnen die Demokratien im Wege sind. Das ist schon seit Jahren das Ziel diverser westlicher Denkfabriken, auch die von Europas Bruegel. Der Zentralstaat der EU wird die Demokratien massiv beschneiden -so können dann zum Beispiel die Griechen nicht mehr entscheiden ob sie die Ratschläge der Trojika umsetzen will oder nicht -es wird aus Brüssel befohlen. Um dies zu erreichen ist man bereits dabei die Grundlagen für eine Umsetzungsorganisation zu schaffen -sprich inklusive EU- Militär und Polizei.

  • Bruni sagt:

    Dies ist ein sehr interessanter Beitrag von Mark Dittli, dessen Beiträge ich immer wieder gerne lese.
    Themenbezogen muss ich feststellen, dass der Wille der schwachen EU-Länder da ist, die Vorgaben zu erfüllen. Hingegen werden leider vielfach die Grenzen des Möglichen überschritten. Man verlangt herkulische Taten, und vergisst dabei gerne, dass Länder, welche jahrelang mit schwachen Währungen, bzw. Abwertungen, operierten, nun Mühe habe, auf den straffen Kurs umzustellen.
    Es wäre eigentlich interessant, zu wissen, wie sich die Sache entwickeln würde, wenn einmal die starken Länder sich den schwachen „anpassen“ würden, indem z.Bsp. der Binnenkonsum stark erhöht würde, die Löhne überproportional stiegen, und
    vieles Andere mehr. Somit würden Import-/Export Bilanzen und die wirtschaftl. Leistungen ausgeglichener gestaltet.
    Eines sei deutlich gesagt: Die Amerikaner in der gleichen Situation wie viele schwache Länder, könnten notfalls auf die Idee kommen, einen Autarkiekurs einzuschlagen, mit Dominoeffekt. . Und dann sitzen die starken Länder auf einer produktiven Blase, haben abereine Unmenge Migranten im eigenen Land, welche nicht mehr wegwollen. Unerwarteterweise sind dann die Probleme plötzlich bei den Anderen, welche dann gezwungenermassen geschwächt würden.

    • Harald Völker sagt:

      Alles nicht ganz falsch, aber eben leider auch nicht die ganze Wahrheit. Es wird auch von den Tagi-Bloggern regelmässig vergessen, dass Europa eben nicht nur ein Binnenmarkt ist, sondern auch im Wettbewerb mit Dritten steht. Das engt den Spielraum des Nordens (bitte an die Blogger: es würde das Niveau der Debatte erhöhen, wenn nicht immer nur von den Deutschen die Rede wäre, das bedient zwar leicht abrufbare Ressentiments, aber entspricht nicht den Fakten und dient auch nicht der Formulierung eines Lösungsansatzes) und konsequent gesehen auch ganz Europas beim Öffnen der nachfrageorientierten Geldschleusen ein.

      • ast sagt:

        Zuerst einmal … es gibt ebensowenig nur „die Deutschen“ in Europa und auch keine eigene Spezies „die Tagi Blogger“.

        Was es aber als abstrakte Spezies gibt ist -Fiat Money. Eben wurde in Deutschland der Ex -Kanzler Gerard Schröder geehrt, für seine berühmte Agenda 2000. Dies habe aus einem kranken Land eine starke Nation gemacht -Angeblich. Betrachtet man dann aber die Entwicklung des Deutschen Binnenmarkt, so gibt es seit Schröder eine erbärmliche Flaute zu beobachten. Ebenso haben sich Billiglöhne explosiv verbreitet und es gibt Uni-Professoren die Ende Monat auf den Strassen betteln gehen.

        Worauf will ich hinaus -die deutsche Produktion ist in das benachbarte Europa geflossen, denn vor Ort herrscht seit den 70ern eine Stagnation bei den Nettolöhnen. Die Gewinner in Deutschland sind die obersten 5 % der Gesellschaft, sie sind es die jene Gewinne aus dem Export in die eigenen Taschen schaffen konnten.
        Umgekehrt war es der Süden, die PIGS -Staaten welche die deutschen Produkte konsumierten und das konnten sie weil die 5% reichen Eliten im Norden ihr Geld (das sie vom Kauf der Produkte verdienten) auf die Banken brachten das wiederum als Kredit in den Süden floss. Leider funktioniert das Perpetuum Mobile letzlich auch im Kapitalismus nicht. Nun ja -was ich glaube ist: Der Kurs von Gerhard Schröder hat eine Bruttosoziale Schweinwelt erschaffen, er hat einen Pseudowettbewerb in Europa angeheizt der durch Billigkredite aus dem Norden angeheizt worden ist. Das kommt davon wenn man die eigenen Arbeitskräfte nicht an den Konzerngewinnen partizipieren lässt -angebllich aus Gründen des Wettbewerbsvorteil.
        Doch den gab es nur auf Zeit denn der gesamte Aufschwung im Norden beruhte auf dem kreditbefeuerten Konsum des Südens und der neuen Mitgliedsstaaten der EU. Betrachtet man die Satisitk in Europa im Target-2 System -dann kann man tatsächlich davon sprechen das ohne die Bundesbank Europa nicht mehr funktioniert -deshalb sprechen alle von „den Deutschen“.

        • ast sagt:

          Daselbe Problem haben wir auch in der Schweiz -Der Schweizer Franken ist nämlich aus demselben Grund stark wie angeblich die Deutsche Mark (würde sie noch existieren) -die eigenen Arbeitskräfte werden nicht mehr genügend an den Gewinnen partizipiert und es herrscht sozialer Kahlschlag mit X Revisionen im Bereiche AHV/IV/BVG.
          Damit erhöhenen sich die Gewinne der Eliten (vor alem Export, Banken), die dann als Anlagen in den Immobilienmarkt, an die Börsen und (nun aber nicht mehr) als Kredit in den Süden und Osten flossen. Es war schon das Geheimnis des seltsamen Aufstiegs von Chile in Südamerika, man schafft eine Exportgesellschaft von der aber nur wenige profitieren -so kann man zum Kreditgeber aufsteigen und von den Zinsen profitieren -bis eben -eine globale Schuldenkrise dem Treiben ein Ende bereitet.

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