Ein Lob für Deutschland

Zusammenbruch oder Fiskalunion, für die Euro-Länder gibt es nur diese zwei Wege, und beide sind vor allem für deutsche Steuerzahler sehr teuer: Punk-Ökonom David McWilliams fasst den Zustand Europas in seinem neusten Film grafisch zusammen.

Die Politiker und Ökonomen unseres nördlichen Nachbars hatten auf Never Mind the Markets in den vergangenen Monaten bisweilen einen schweren Stand.

Hier beispielsweise warnten wir davor, dass auch der deutsche Immobilienmarkt eines (noch fernen) Tages überhitzen und ausser Kontrolle geraten könnte, wenn die Zinsen im Land zu lange zu niedrig bleiben. Hier verglichen wir Bundeskanzlerin Merkel mit einem Huhn, und Deutschland wurde hier als das «Dirty Little Secret» der Eurozone dargestellt.

Den Protestaufruf von rund 200 deutschsprachigen Ökonomen, die sich gegen eine Bankenunion aussprechen, haben wir in der «Finanz und Wirtschaft» mit deutlichen Worten kritisiert (hier übrigens noch ein spannendes Interview mit Mathias Hoffmann, Wirtschaftsprofessor an der Universität Zürich und einer der Initianten dieses Gegenaufrufs, der für eine europäische Bankenunion argumentiert).

Das brachte uns in den Kommentaren manchmal den Vorwurf ein, wir seien chronisch Deutschland-kritisch, als Schweizer generell europhob, oder ganz einfach neidisch.

Nichts liegt weiter von der Wahrheit als das. Darum gibt es jetzt mal ein Lob.

Deutschland hat in den vergangenen zwanzig Jahren in der Tat Grosses vollbracht. Die neuen Bundesländer wurden integriert und aufgebaut, wichtige Arbeitsmarktreformen wurden zwischen 2003 und 2005 umgesetzt. Deutschland hat sich seine industrielle Basis bewahrt und kann jetzt auf eine erstklassige (ausserhalb des Finanzsektors) Unternehmensstruktur blicken: Die Firmen, vom kleinen Nischenplayer bis zu den grossen Autokonzernen, sind innovativ, ihre Arbeiter enorm produktiv und auf dem Weltmarkt wahrlich wettbewerbsfähig.

Respekt dafür. Für Deutschlands Arbeiter waren die vergangenen zwei Jahrzehnte keine leichte Zeit. Ihr Verzicht auf stetige Gehaltserhöhungen hat einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf die Beine kam. Entsprechend haben auch die deutschen Steuerzahler unsere Sympathie, wenn sie sich in der laufenden Eurokrise mit immer höheren Rechnungen konfrontiert sehen und sich dagegen auflehnen.

Soviel zum Lob.

Jetzt sind wir am Punkt, an dem das Aber kommen muss.

Die Realität in der Eurozone ist harsch. Die Währungsunion wird zwischen zwei Kräften hin- und hergerissen. Die ökonomischen Kräfte wirken eindeutig zentrifugal: Sie reissen die Länder der Union auseinander. Die sich dagegen stemmende, zentripetale Kraft ist der politische Wille, das Projekt Euro nicht scheitern zu lassen. An Deutschlands Regierung – und letztlich im übertragenen Sinn am Volk – hängt der Entscheid, welche dieser beiden Kräfte gewinnen soll.

Wir haben die ökonomischen Zentrifugalkräfte schon oft beschrieben, daher hier nur ganz kurz und unvollständig zusammengefasst: Die südlichen Peripherieländer – dazu zählt zunehmend auch Frankreich – haben in den Jahren seit der Einführung der Gemeinschaftswährung ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit mehr und mehr verloren. Heute stecken sie in einer hartnäckigen Rezession respektive Depression (Griechenland) und sind zu einem internen Deflationsprozess gezwungen, weil sie ihre Währung nicht mehr abwerten können. Sie leiden unter Kapitalflucht, einem Bank Run im Zeitlupentempo, ihr Bankensystem wankt bedrohlich.

Selbstverständlich müssen diese Länder harte Reformen – etwa am Arbeitsmarkt – umsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen. Aber es werden fünf bis zehn Jahre vergehen, bis sich das in ihren Wachstumsraten zeigen wird. Diese Zeit haben sie nicht: Weder die Finanzmärkte noch die deutsche Regierung scheinen gewillt zu sein, ihnen diese einzuräumen.

Vor uns – respektive vor den Steuerzahlern der Euro-Länder – liegen daher nun zwei Pfade. Gewinnen die ökonomischen Kräfte, wird die Währungsunion in ihrer heutigen Form nicht überleben und in einem mehr oder weniger chaotischen Prozess zerfallen. Gewinnen die politischen Kräfte, wird die Währungsunion mit einer Bankenunion und einer Art Fiskal- und Transferunion zementiert werden.

Das sind die beiden Pfade. Beide werden – ganz besonders für die deutschen Steuerzahler – teuer sein. Das aber ist die Realität, auf die die Eurokrise seit nunmehr zweieinhalb Jahren hinsteuert. Denn eines ist so gut wie sicher: Es ist eine Illusion, an einen dritten Pfad zu glauben, nämlich dass sich die Krise plötzlich von selbst lösen und alle Euro-Länder auf wundersame Weise von selbst zum hohen Niveau Deutschlands konvergieren würden.

Also: Zusammenbruch oder Fiskalunion. Pick your poison.

Der irische Punk-Ökonom David McWilliams hat Europas Dilemma (und den Zustand der Weltwirtschaft gleich noch dazu) in seinem neusten Film schön grafisch zusammengefasst. Das Video dauert acht Minuten. Es lohnt sich:

Keine Kommentare zu «Ein Lob für Deutschland»

  • Schneeberger sagt:

    An Thomas ernst 15. Juli 2012 um 10:06:
    Logisch, darauf wollte ich nicht hinaus.
    Sondern ich bemängle, dass sich die Suche nach „Lösungen“ in ignorantester Weise lediglich auf die Mechanismen dieser Tauschverhältnisse beschränkt. Und vor allem in der weiteren Ausdehnung des zu tauschenden Materials (sprich Wachstum Wachsdum Wachsdumm). Das ist Leerlauf. Experten und Regierungen von links bis rechts belügen uns vorsätzlich und systematisch, um die grosse Revolution möglichst nach ihrer Amtszeit stattfinden zu lassen.

    • Thomas ernst sagt:

      …völlig einverstanden mit der Schlussfolgerung. Vielleicht wäre die Menschheit besser dran, wenn alle Länder ihre Spitzenpolitiker einfach mal prophylaktisch in den nächsten Fluss werfen würden…

      • Linus Huber sagt:

        Hey, vergiss nicht Ospel und Co., die sich ohne diese Politiker eh ein wenig einsam fühlen würden.

  • Marcel Senn sagt:

    Was habe ich gerade gelesen im Spiegel online: Der deutsche Wirtschaftsweise Bofinger sieht für Italien bei diesem Zinskosten und dem Downgrade kurz vor Ramsch rechnerisch keine Chance mehr – da können sie noch so sparen, die Zinskosten werden alle Einsparungen zunichte machen.
    Spanien sucht auch noch 9Mrd Einsparungen für das 65Mrd Einsparungspaket
    Und die Welt zittert um den Entscheid der roten Roben in Karlsruhe.

    Hallo Jungs von NMTM: Wann macht ihr endlich wieder einen Krisenticker wie es ihn 2009 in verschiedenen Online-Medien schon gab – wäre glaub langsam an der Zeit, da sich die Ereignisse zu überschlagen beginnen

  • Lilly sagt:

    Ich las den Artikel mit großem Interesse. Vor allem, was die Konsequenzen betrifft.
    Allerdings haben unsere €-Kraten womöglich die Rechnungen ohne den Wirt gemacht,
    in diesem Fall, den Spaniern.

    Was werden die politischen Konsequenzen sein? Die Widerstände der Menschen auf
    den Straßen werden auf Dauer nicht zu ignorieren sein.

    Hierzu, aus Madrid während der letzten Tage.

    http://www.youtube.com/watch?v=mJ6jLGl5hbs&feature=player_embedde

    Gruß aus Berlin

    • Linus Huber sagt:

      Gut beobachtet.

      Ob Spanier, Italiener oder Griechen ist grundsätzlich unwichtig. Solange die Demokratie funktioniert, kann man keine Völker auf Jahrzehnte hinaus „Schuldenversklaven“, da Politiker gewählt werden dürften, welche die vergangenen Verpflichtungen als ungültig erklären werden, wenn der Leidensdruck gross genug ist. Wir befinden uns erst am Anfang dieser Entwicklung.

  • Fred Ruegg sagt:

    @Anh Toan 13.7. 09:33
    @Alois Krieger 09:57

    EU nationale parallel Währungen zulasssen,für inner-nationale Wirtschaftsleistungen mit eigenen NB’s. Euro nur als Inter-Nationale Gemeinsamswährung unter unabhängiger EZB und dazugehörigem Bankensystem.Wie China mit mehreren internen Währungen,bekannteste Renminbi der in Yuan gewechselt werden kann nach Anordnung der CZB re Wechselkurs,Volumen&Zeit.So könnten EU NB’s mit Euro funktionieren. Warum nicht?

    • Anh Toan sagt:

      @Fred Ruegg:

      Im Ergebnis würde dies erlauben, die griechische Parallel-Währung im Verhältnis zur deutschen abzuwerten. Es erscheint mir jedoch fraglich, ob Anleger bereit wären, Griechenland Kredit in seiner Parallel-Währung zu gewähren. Wenn dem so ist, sehe ich keinen wirklichen Nutzen mehr, da bei Schulden in Fremdwährungen zu denen auch die Zentralwährung zu zählen ist, eine Abwertung der eigenen Parallel-Währung ruinös wäre.

      Vor allem jedoch bin ich der Meinung, dass nicht nur die Währungsunion, sondern der Binnenmarkt an sich, insbesondere die Personenfreizügigkeit und der freie Kapitalverkehr, eine Finanzunion (Finanztransfers, europäische Rente usw.) verlangen: Auch wenn Griechenland seine Währung laufend abwerten könnte, würden die gut gebildeten, intelligenten und arbeitswilligen Griechen wegziehen, die möchten mit ihrem Gehalt nicht nur günstige lokale (griechische) Produkte kaufen, die wollen Mercedes, I-Phone, Skifahren in der Schweiz und Tauchen auf den Malediven, das kann man sich mit einem Gehalt in griechischen Drachmen auch als Arzt nicht leisten. Die Chinesen können nicht nach Deutschland, um besser zu verdienen, die Griechen schon. Ähnliches gilt für das Kapital: Solange nicht an den erfolgreichen Aufbau einer weltmarktfähigen Wirtschaft geglaubt wird, wird das griechische und globale Kapital nicht in Griechenland investiert, allenfalls mit sehr hohen Renditeerwartungen:
      Abwertende Währungen bedeuten ein erhöhtes Risiko. Kapital verlangt bei erhöhtem Risiko eine erhöhte Rendite, und zwar eine um mehr als das Risiko erhöhte Rendite. Kapital geht nur dann Risiken ein, wenn grosse Chancen bestehen. (Bei 100% Risiko will das Kapital nicht 100% Gewinnaussicht, sondern 200%.) Der volkswirtschaftliche Vorteil der schwachen Währung wird durch die höheren Zinsen überkompensiert, dem man nur durch noch schnellere Abwertung begegnen kann, was aber zu noch höhere Zinsen führt. Darum kommt keine Volkswirtschaft, die den Weg der Abwertung wählt, je wieder aus diesem Teufelskreis.

      • Fred Ruegg sagt:

        @Ahn Toan 15.7. 09:06
        Narürlich kann eine solch drastische Umstellung nicht geschehen ohne sehr harte Massnahmen bis ans Brechen heran und auch Suspendieren meherer bestehender Regeln und Dogmas. Aber dabei müssen mehr die Unredlichen und zT. sehr dummen Investoren herhalten(selbst Pensionskassen!), die in einem gewinnsüchtigen Rausch angefangen mit Reagen und dann den Bush’s und besonders Clinton und Greenspahn, bei ihren Handlungen Risiken vergassen, aber mit dubiosen Finanzmätzchen die die Banker selbst nicht verstanden, abzusischern versuchten. Diese müssen herhalten und hoffentlich noch eingesperrt werden und weniger das massloss irregeführte Volk und ihre nächsten Generationen.
        Einige Träume der EU und der Weltgrossen müssen schnell und harsch enden weil sie nicht Wirklichkeit werden können. Nicht bevor ein neues Fundament für Politik und Wirtschaft das alte ersetzt, das welches von den Neo-Liberalen, besonders USA mit UK nach dem 2.Weltkrieg der zerstörten und darniederliegenden Welt als ihr notwendiges Ideal aufzwangen unter dem Mantel von Globalisierung mit UDS als frei druckbare Reservewährung nach Nixon, und mit freier Handels und Finanztätigkeiten und so ungenannt – Dominationswunsch. Es braucht praktisch fast einen Neuanfang, denn der Kapitalismus wurde leider von den Erzkapitalisten kaput genmacht. Dieser Anfang schliesst besonders auch bessere Demokratiesysteme mit mehr Volkbeteiligung mit ein(weitgehend neue Verfassungen). Der Traum von der glücklichen freien Welt braucht wohl noch einige Jahrzente Arbeit in Unsicherheit.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Fred Ruegg

      Meines Wissens sind Yuan und Renminbi nur unterschiedliche Bezeichnungen (Yuan ist die Währung, Renminbi das Geld), nicht zwei verschiedene Währungen mit einem Kurs dazwischen.

      • Fred Ruegg sagt:

        @Thomas Ernst 15.7. 10:00
        Sie haben ihre Information wohl aus Wiki und die ist irreführend. Re ABC Fernsehinterview mit Cao Yuanzheng Chief Economist Bank of China (grösste Chin Privatbank), der bestätigt, dass eben dank ihrer internen Währungen grosse Flexibilität haben zum Vorteil. Wir aber sind die dummen Bescshissenen!

      • Thomas ernst sagt:

        @ Fred

        Sie irren sich. So wie in England früher Sterling Silber die Währung, Pfund dann die Denomination war, ist es auch in China. Wiki hin oder her. Jedenfalls sieht das die Bank, für die ich arbeite genauso.

        Ihre Phantasie von den zwei verschiedenen Waehrungen ist irreführend.

        Dank der sehr strengen Kapitalverkehrskontrollen kann die kommunistische Partei aber der Aussenwert der Währung praktisch beliebig manipulieren. Das ist die angesprochene „Flexibilität“.

        • Fred Ruegg sagt:

          @Thomas ernst
          Danke für ihren Belehrungsversuch. Soweit hat er fehlgeschlagen aber eher ihr oberflächliches Wissen oder Hersagen anderer nicht ganz Informierter, blossgestellt. Zugegeben der Renminbi hat seit noch nicht so lange einen Wechselkurs zum Yuan der total von der Regierung kontrolliert wird. Dies geschieht aus Druck von den Amerikanern. Gegenwärtig ist dieser Kurs ziemlich stabil. Kauft ihre Bank Renminbi Papiere? und was steht da drauf?
          Ich habe mich schon seit der Asienkriese gewundert warum nicht mehr Krach aus diesen Inlandwährungen gemacht wird. Es wird so wie geheim gehalten. Nur der Renminbi als Ausnahme ist im Rennen und es freute mich sehr dass Cao Yuanzheng von der Bank of China den Mut hatte am Fernsehen dazu zu stehen. Vielleicht verschwindet er, wei l eben die Kapitalverkehrskontrolle so streng ist könnte es ja sein, dass wie in vielen Bezügen in China geschwiegen werden muss. A propos strenge Kontrolle, solche braucht es gar nicht, aber Transparenz und wenn einer bescheisst muss er eingesperrt werden.
          Übrigens verweise ich sie auch auf meine Antwort an Ahn Toan 15.7. 17:22. Es braucht etwas Neues, nicht an alten Knochen weiterherum nagen. Ja es wird noch viel brauchen und bis dahin werden noch viele mit Steinen oder mehr herumschlagen und der Polizei und vielleicht den Armeen noch viel zu schaffen geben bis die Macht der Weltfinanzoligarchy wegenommenund den Bürgern übertragen werden kann.Die Beseitugung des Kommunismus so weit wenigstens, war ein Kinderspiel.

  • Schneeberger sagt:

    Die einen reden von Geld, die andern von Werten. Das ist bekanntlich nicht das Gleiche.
    Geld wird beliebig aus dem Nichts „erfunden“ und kann 1000-, 1’000’000- oder trilliardenfach mehr vorhanden sein als Werte.
    Mich schockiert, dass sich die verschiedenen Ökonomenkasten bekriegen und sich nicht auf eine freiwillige Neuausrichtung der globalen Ökonomie konzentrieren, die sich an tatsächlichen Werten wie den Rossourcen orientiert, wahre Preise hervorbringt und sich vom irrwitzigen exponentiellen Wachstumsstreben lossagen kann.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Schneeberger

      Es gibt keine „wahren“ Preise, sowenig wie „den wahren Wert“. Werte und Preise drücken lediglich momentane lokale Tauschverhältnisse zwischen Objekten aus. Sind also nur einzelne Punkte in einem Raum.

      Das Weggli, das Ihnen in der Bäckerei gestern 2.20 CHF wert war, ist NICHT generell und immer 2.20 CHF wert. Wenn Sie dasselbe Weggli heute selber zu verkaufen versuche, bekommen Sie wahrscheinlich nichts mehr dafür.

  • Linus Huber sagt:

    Dieser Artikel beschreibt eine von vielen Symptomen, welche durch die ankerlose Geldpolitik der Zentralbanken, ihren Ausdruck finden.

    Es ist eigentlich unwichtig, wie sich das Problem zwischen den Staaten weiterentwickelt, da im Endeffekt die Gläubiger in den sauren Apfel beissen und ihre Fehlinvestitionen abschreiben muessen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass sich ganze Völker auf Jahrzehnte hinaus Schuldenversklaven lassen. Einzig die Aufhebung demokratischer Rechte und massive Aufrüstung innenpolitischer Sicherheitsmassnahmen in den leidenden Staaten liessen dies durchsetzen.

    Der gegenwaertige politische Zirkus dreht sich eigentlich nur um die Frage, wer die bereits entstandenen Kosten von Fehlinvestitionen wirklich zu tragen hat und inwieweit die gegenwärtige Elite sich an der Macht halten kann und ihr korruptes Verhalten nicht wirklich adressiert wird.

    • Alois Krieger sagt:

      Das Problem ist eben, dass die einflussreichen Gläubiger erst noch ihre Forderungen an den Staat abtreten, dann sieht man – oh Schreck – es hat nichts gebracht. Der Rest kann dann die Schulden, sprich Sparguthaben abschreiben.

      • Linus Huber sagt:

        Sie meinen wohl mit einflussreichen Gläubigern hauptsächlich die Banken und ich stimme Ihnen natürlich zu. Es wird langsam an der Zeit, dass man diese Institute den normal marktwirtschaftlichen Regeln unterwirft. Unwahrscheinlich, wie schwer sich die Politik damit tut.

  • Schlauri sagt:

    Herr Dittli kritisiert am Beispiel Deutschland das Grundsatzproblem, dass als Folge der tiefen Zinsen der EZB eine Immobilienblase droht. Viel akuter ist diese Gefahr in der Schweiz. Die Nationalbank (SNB) ist der billige Jakob unter den Zentralbanken. Sie wirft den Banken das Geld viel billiger nach als die EZB. Mit den 7 Rappen Zins, den eine Bank der SNB für die Herausgabe einer neuen Hunderternote bezahlt, deckt sie nicht einmal die 30 Rappen Herstellkosten. Warum macht sie das? Sie stützt mit billigem Geld unser Schuldenbabylon, schon viele Jahre vor dem Problem Eurokurs. Die im weltweiten Vergleich exzessive, von den Banken gewollte, Hypothekarverschuldung führt dazu, dass wir schon 2008 insgesamt (Summe aus staatlicher und privater Verschuldung) höher verschuldet waren als Deutschland, Italien oder die USA. Die Privathaus-halte in Nordamerika sind mit 95% des jährlich verfügbaren Einkommens verschuldet, Westeuropa durchschnittlich mit 82%, die Schweiz aber mit 125%. Das Geldschwemme der SNB führt zwar, u.a. wegen Billigprodukten aus Fernost, nicht zu einer Inflation der Konsumgüterpreise, aber umso mehr zu einer Inflation der Vermögensgüter, wie z. B. Immobilien. Die tatsächliche Gesamtinflation ist viel höher als die offiziell ausgewiesene. Böse Fernwirkungen werden folgen, z. B. reale Verluste auf Löhnen, Renten und Ersparnissen. Walter Kielholz (SwissRe und CS) sagt:“ Bereits heute zahlen die Sparer die Zeche für die politisch gewollte Ueberfltutung der Märkte mit Liquidität.“

    • Linus Huber sagt:

      Sie erkennen das grundsätzliche Problem gut.

      Weltweit wuchs das Kreditvolumen massiv schneller als die Wirtschaft während vielleicht den letzten 20 Jahren. Schrittweise gelangen wir an den Zeitpunkt an welchem die Wirtschaftskraft nicht mehr in der Lage ist, die angehäuften Kredite zu bedienen (Zinsen und Amortisation), sodass wir heute am Verlust des Vertrauens in immer mehr Kredite leiden. Man nennt diese exzessiven und nicht mehr zurueckzahlbaren Kredite auch Fehlinvestitionen.

      Die heutigen Massnahmen verpfänden quasi immer mehr zukünftige Wirtschaftsleistung, worauf noch mehr Kredite gesprochen werden. Das eigentliche Problem der im Verhältnis zur Wirtschaftskraft überhöhten Kreditvolumen wird dabei nicht einmal im Ansatz angegangen, sondern noch verschärft.

      Wie Sie gut erkennen, hat die ankerlose Geldpolitik der Zentralbanken zu dieser Situation geführt. Die Ausrichtung der Zinspolitik einzig auf die Inflation des Konsumerpreisindexes (und Arbeitslosenrate in den USA) vernachlässigte die Bedeutung der sich ausweitenden Kreditvolumina. Aufgrund der massiven Produktivitätssteigerungen wäre eine leichte Deflation der Konsumerpreise angesagt gewesen, damit das Kreditvolumen im Gleichschritt mit der Wirtschaft gewachsen wäre.

      Es ist bedauerlich, dass die meisten Ökonomen diesen Aspekt in ihren Theorien nicht einmal in der Lage sind zu erkennen, da für sie das Kreditvolumen (oder dadurch auch die Geldmenge) unwichtig zu sein scheint, mit der Erklärung, dass alle Schulden auch Guthaben sind und damit sich dies eben schoen aufhebt. Diese einfache und buchhalterische Erklärung stimmt jedoch nur solange, bis ein Verlust an Vertrauen in die gewährten Kredite eintritt.

  • Sacha Meier sagt:

    Neben dem wahrschinlich alles andere als geräuschlosen Zusammenbruch der Eurozone und der (finanziell unrealistischen) nachträglichen Fiskal-, Transfer- und Banken-Union gibt es noch einen weiteren, viel wahrscheinlicheren Weg – der historisch mehrfach belegt ist: Man versucht mittels einer reaktiven Wirtschaftpolitik, sich irgendwie durchzuwursteln und den eigenen Untergang hinauszuschieben. Auch die Probleme im niedergehenden Römischen Reich waren mit den Heutigen zum Verwechseln ähnlich. Die gute Nachricht ist, der definitive Zusammenbruch des römischen Imperiums konnte mit dieser Strategie fast 250 Jahre hinausgeschoben werden. Der Mensch kann sich mit einer schleichenden Verschlechterung seiner Sitaution besser arangieren, als mit einem schnellen Zusammenbruch. Die schlechte Nachricht ist, wir werden wohl im Westen keine 250 Jahre mehr haben, weil wir fast vollständig deindustrialisiert sind und deshalb fast keine Wertschöpfung mehr betreiben – wobei selbst Deutschland mit seiner Veredelungs- und Endmontage-Export-Strategie von zugekauften chinesischen Komponenten vor dem finanziellen Aus steht (Stichworte: Überschuldete Kommunen, subentionierte Löhne, Steuersätze zum Heulen). Dazu kommt noch die finanzielle Deprivation durch die stetig umverteilende Finanzindustrie und der damit einhergehenden Plutokratie, die jeden halbwegs sinnvollen Versuch, Zeit zu gewinnen, vereitelt. Meiner bescheidenen Meinung nach können wir die jetztige Dauerkrise höchstens während zwei oder drei Jahrzehnten aufrechterhalten. Vorausgesetzt, dass die Politiker das Volk mit einer finannzierbaren panem et circenses Politik (Sozialsysteme und Fussballspiele) bei Laune halten können. Dann kommt entweder der Zusammenbruch – oder die Karten werden in einem pan-westlichen Bürgerkrieg wieder neu verteilt. Schliesslich hat ja nicht nur Europa seine finanziellen Probleme. Amerika ist mit seiner Lebensmittelmarken-Wirtschaft sogar schon etwas weiter.

    • Marcel Senn sagt:

      Meier: „Noch zwei bis drei Jahrzehnte aufrecht erhalten“ – einen so optimistischen Kommentar habe ich von Ihnen noch nie gelesen. Meine bescheidene Meinung ist maximal ein Jahrzehnt…

      • Linus Huber sagt:

        Gehe mit Ihnen einig, Marcel.

        Da die Kaufkraft unabhängig von Manipulationen der Elite schrittweise schrinken dürfte, denke ich, dass ueber die nächsten Jahre der Konsum einbrechen wird. Finanzielle Repression funktioniert nur bis zu einem gewissen Grade, wonach die Verunsicherung massiv ansteigen dürfte. Verunsicherung produziert vorsichtiges Konsumverhalten.

  • Martin Holzherr sagt:

    Wettbewersfähigkeit: Das ist der Dreh-und Angelpunkt für die Zukunft der EU – und dessen war sich die EU schon früh bewusst.
    Die Lissabon-Strategie, ein im März 2000 (in Worten im Jahr Zweitausend) verabschiedetes EU-Programm hatte als Ziel , die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union zu erhöhen.

    In Deutschland war die Lissabon-Strategie ein voller Erfolg: „Für Deutschlands Arbeiter waren die vergangenen zwei Jahrzehnte keine leichte Zeit. Ihr Verzicht auf stetige Gehaltserhöhungen hat einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf die Beine kam.“

    Und jetzt ab dem Jahre 2012 sollen auch die anderen Länder folgen:
    „Selbstverständlich müssen diese Länder harte Reformen – etwa am Arbeitsmarkt – umsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen. Aber es werden fünf bis zehn Jahre vergehen, bis sich das in ihren Wachstumsraten zeigen wird.“

    Nur mit dem Unterschied, das für diese Länder der Verzicht auf stetige Gehaltserhöungen wahrscheinlich nicht genügt – sie müssen die Gehälter sogar senken.
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass die PIGS-Länder in ihrer heutigen Situation 10 Jahre verharren wollen. Also unmöglich. Wenn man die Euro-Zone trotzdem rettten will, dann müsste man die Länder während 10 Jahren durchfüttern. Aber auch das geht nicht, denn dafür gibt es einfach zuwenig wirtschaftlich starke Länder in der EU-Zone.
    Kürzlich hat Mario Monti sogar angetönt, er könne nicht ausschliessen, dass auch Italien unter den Rettungsschirm muss.
    Zudem droht nächste Jahr eine Rezession, die dann auch Deutschland betrifft, womit für Hilfen kaum noch Geld bleibt.
    Eigentlich kann sowieso nicht viel reales Geld fliessen. Somit muss man auf die EZB hoffen. Diese muss (fast) allein die Überbrückungsphase von mehreren Jahren orchestrieren.

    • ast sagt:

      Wettbewerbsfähigkeit ist im Rückblick DAS Unwort der letzten Jahrzehnte. Wenn man hoch komplexe entwickelte Nationen zu Vietnam, China oder Indien und Indonesien Wettbewerbsfähig machen will, dann wohl nur über sehr viele Wirtschafts- Leichen und eine abgefakelte Gesellschaft, nebenbei reisst man dann auch noch diese aufstrebenden Nationen mit in den Abgrund weil sie nicht mehr exportieren können. Freihandelszonen ohne sozialen Ausgleich/Globalisierung (so wie das derzeit in Serie umgesetzt wird) stürzt den Westen in einen deindustrialisierenden Abgrund und zerstört letzlich alle demokratisch aufgebaute Strukturen, die Sozialwerke.

      Wenn Bürger zu Sklaven geklopft werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, dann folgt das was wir in den letzten Jahren durchgemacht haben, eine Wirtschaftskrise folgt der anderen. Politiker und Ökonomen verdrängen gerne das Wort Subprime-Krise -es klingt wenig edel als Beschreibung der Krisenursache. Doch genau das ist es, der Versuch zu China Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen führte im Westen zu Millionen von Subprime-Bürgern -was die Immobilienkrise in den USA entstehen liess. Dies wiederum führte dazu dass die Investitionen der Banken im Sand einer zunehmend insolvent werdenden Mittelschicht versickerten. Die Mittelschicht begann immer mehr auf Kredit zu leben, mangels vernünftiger Löhne. Das ermöglichte zwar den Banken zu wachsen, aber mit dem Ende des Vertrauens in die Subprime Kredite verloren sie zunehmend die Sicherheiten. Dann kam dieses andere Unwort auf -mit dem Namen „Privatisierung“. Hier wurde erreicht das wir heute zwar eine sehr reiche Oberschicht haben, aber unten gibt es keine strukturelle Substanz mehr, keine Möglichkeit mehr für die Nationen in wirtschaftlich schlechten Zeiten Arbeit zu schaffen.

      • Sacha Meier sagt:

        @ast
        Eine sehr gute Analyse des Zustandes der westlichen Zivilisation, die man in einem einzigen Wort zusammenfassen kann: Der Neo-Feudalismus.

      • Martin Holzherr sagt:

        Wem das Wort Wettbewerbsfähigkeit nicht passt, kann statt dessen Nachfrageorientierte Produktion sagen. Darum kommt kein Produzent herum: Er muss die Waren produzieren, die auch nachgefragt werden – und das erst noch zu einem Preis/Leistungsverhältnis das stimmt. Mit Produkten meine ich hier auch Dienstleistungen. Und am allerwichtigsten: Heute ändert sich die Produktepalette schneller als früher, die Wirtschaft muss also flexibler reagieren. Diese Flexibilität fehlt aber sowohl in Spanien als auch in Italien. In Italien beispielsweise dominieren Familienbetriebe mit kleiner Angestelltenzahl und sie wachsen kaum über 10 Mitarbeiter hinaus, (Zitat: «Das hat auch damit zu tun, dass 83 Prozent der italienischen Firmen weniger als zehn Mitarbeiter haben»,), weil ab 15 Mitarbeitern rigide Kündigungsschutzregeln gelten.

        Was nun China betrifft, so exportiert China nicht nur, nein es importiert immer mehr höherwertige Güter, weil inzwischen ein gehobener Mittelstand herangewachsen ist, der gerne ausländische Markenprodukte ersteht. Das macht sich erst seit etwa 2007/2009 bemerkbar und zwar nicht nur in Deutschland, welches immer mehr Autos nach China exportiert, sondern sogar in den USA. China ist inzwischen der 3.grösste Absatzmarkt für US-Exporte, die sich seit 2007 um 53% erhöht haben. Und dieser Trend wird anhalten.

        Fazit:
        1) Produktzyklen verkürzen sich – nicht nur was Industrieprodukte angeht, sondern auch was Dienstelistungsprodukte angeht. Wer zu langsam ist den bestraft das Leben.
        2) Die alten Industrieländer müssen sich schneller anpassen
        3) DIe PIGS-Länder haben rigide Arbeitsmärkte, die Anpassungen erschweren. Beispiel: In Spanien gibt es jetzt 50% Jugendarbeitslosigkeit, auch darum, weil der Arbeitsmarkt nur für bereits Angestellte funktioniert. Diese haben einen relativen Schutz. Wer aber neu auf den gesättigten Arbeitsmarkt kommt hat wenig Chancen eingestellt zu werden, selbst wenn er gut qualifiziert ist.
        4) Ein Problem von rigiden Systemen ist, dass sie sich schlecht reformieren lassen, denn die Systembegünstigten wollen ihre Vorteile nicht aufgeben.

        Schlussbeispiel: Ein extremes Beispiel für die Beschleunigung in den Produktezyklen sind Smartphones und Tables (IPad&Co.), die es vor 5 Jahren noch gar nicht gegeben hat, die aber in wenigen Jahren Notebooks überholen werden. (jetzt schon besitzen 19% der US-Bürger ein Tablet, 2009 waren es 0%). Natürlich kann man die Situation nicht mit der bei Dienstleistungen vergleichen, aber auch dort gibt es eine Beschleunigung.

    • Linus Huber sagt:

      „Überbrückungsphase“????

      Sorry, es geht hier nicht mehr um eine Ueberbrueckungsphase. Etwas in diesem Stil waren die letzten 10 Jahre fur die suedlichen Länder und was das Resultat ist, können wir erkennen.

      Wir haben zu viele Kredite aufgehäuft, dessen Kollateral nicht mehr dem Wert des Kredites entspricht. In anderen Worten handelt es sich daher um Fehlinvestitionen. Diese kann man nicht mit etwelchen zusätzlichen Uebergangskrediten entfernen, sondern kreiert dadurch noch noch mehr Fehlinvestitionen. Es ist langsam an der Zeit, dass man an die Abschreibung von nicht rueckzahlbaren Krediten denkt.

      • Martin Holzherr sagt:

        Überbrückungsphase bis die PIGS-Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangt haben.

        Herr Huber, es gibt 3 Krisen in der EU-Zone:
        1) Staatschuldenkrise: Einige Länder können nicht mehr einmal ihre Schulden refinanzieren (oder schon bald nicht mehr)
        2) Bankschuldenkrise: Viele Banken haben praktisch kein Eigenkapital mehr oder sind schon mehr oder weniger pleite
        3) Fehlende Wettbewerbsfähigkeit in den PIGS-Ländern

        Selbst wenn die Schulden agegolten oder abgeschrieben sind bleibt die fehlende Wettbewerbsfähigkeit.
        Das ist ja das Schlimme: Selbst ohne Schulden wären die PIGS-Länder sclecht dran und ständen vor einer ungewissen Zukunft.

        Es steht viel schlimmer als sie gedacht haben Herr Huber.

        • Linus Huber sagt:

          Ich weiss schon, wie schlimm es ist.

          Leider erkennen die meisten Menschen nicht, wo das Grundübel liegt und wie wir tatsächlich in diese Lage kamen. Auf jeden Fall werden wir das Problem nicht mit weiterem Aufblähen des Kreditvolumens lösen.

        • Linus Huber sagt:

          Im Grundsatz handelt es sich um eine Krise. Was Sie beschreiben und was bekämpft wird, sind einzig die Symptome.

        • Linus Huber sagt:

          „Selbst ohne Schulden wären die PIGS-Länder sclecht dran und ständen vor einer ungewissen Zukunft.“

          Diese Aussage kann ich unterstützen. Welche Lösung auch immer angestrebt wird, es ist unumgänglich, dass Staaten zu haushalten lernen, d.h. nicht mehr ausgeben als einnehmen.

          „Überbrückungsphase bis die PIGS-Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangt haben.“

          In dieser Aussage wird ein Problem nicht erkannt. Wir leiden sozusagen weltweit an Überproduktion. Wenn ein Land eine positive Leistungsbilanz ausweisen will, muss ein anderes eine entsprechende negative Leistungsbilanz zulassen. Daher ist es sehr fragwürdig, dass sich diese Situation so einfach bewerkstelligen laesst. Sämtliche Staaten versuchen heute ihre finanziellen Probleme mit diesem Modell zu lösen, womit ein extrem zerstörerischer Wettbewerb im Gang ist. Ebenfalls ist es fraglich, dass wenn die Wirtschaft keine lohnenden Projekte in einem Land erkennen kann, dieser Umstand sich durch planwirtschaftlichen Aktivismus ändert; viel wahrscheinlicher dürften sich Investitionen in diesem Umfeld als Fehler herausstellen und später zu zusätzlichen Abschreibungen von Krediten führen.

  • ast sagt:

    „Respekt dafür. Für Deutschlands Arbeiter waren die vergangenen zwei Jahrzehnte keine leichte Zeit. Ihr Verzicht auf stetige Gehaltserhöhungen hat einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf die Beine kam. “

    …. hat einen nicht zu unterschätzenden negativen Einfluss auf die heutigen Aussenhandelsungleichgewichte innerhalb der EU-Zone ausgeübt. Das hat alleine Deutschlands obersten 1% der Bevölkerung Reichtum gebracht und den Arbeitern eine massive Mehrbelastung, sie müssen nun seit Jahren Überschüsse produzieren ohne entsprechende Entlöhnung, einige der Deutschen arbeiten heute für weniger als 700 Euro pro Monat. in Vollbeschäftigung. Die Multimillionärsdichte in Deutschland ist weltweit besonders hoch, aber viele qualifizierte Arbeitende wandern aus weil sie nur prekare Arbeitsstellen finden (zum Beispiel wandern sie in die Schweiz ab). So kommt es dass die Deutschen an der Uni Ärzte ausbilden, aber diese dann in anderen Ländern arbeiten. an den Unis in Deutschland gibt es Professoren die für ein Butterbrot arbeiten müssen, es gibt solche die erhalten für ihre Ausbildungsarbeit nicht mal 1000 Euro.

    Deutschland hat Europa in ein massives Ungleichgewicht gebracht, die Überschüsse welche die deutschen Arbeiter produzieren müssen hat tausende Arbeitsstellen anderswo in der EU vernichtet oder dort zu Lohndumping geführt.Das gilt zunehmend auch für die Schweiz, in den Einwanderungszonen ist die Stagnation oder Rückgang von Löhnen zu beobachten -auch bei den Ärzten mangehafte Ausbildung von Schweizern, während auch hier die obersten 10% profitieren.

    Der ehemalige Finanzminister Steinbrück sagte einmal, Deutschland müsse wieder in der obersten Liga mitspielen, so als ob Ökonomie eine Art Fussballweltmeisterschaft wäre. -ein gefährlicher Irrtum.

    • Alois Krieger sagt:

      Wenn die Südstaaten auf Pump leben, dann muss ja jemand Überschüsse machen. Produziert haben sie ja ausser Häuser nicht mehr.

      Mit den deutschen Arbeitern ist das dasselbe wie es in der Schweiz mit der Personenfreizügikeit langsam kommt. Die Löhne sinken zwar nicht, weil das die Leute verärgert, aber es wird über Jahre oder Jahrzehnte keine Lohnsteigerungen mehr geben, bis das Lohnniveau zum Ausland sich angeglichen hat. Da braucht es gar keine Gansgter-Banker, die Wirkung ist klar, die Arbeitgeber gewinnen zweimal: mit dem Zugang zu neuen Märkten und mit billigen Löhnen.

      In der Schweiz können wir wenigstens noch abstimmen, in Deutschland wird direkte Demakratie den Bürgern nicht zugetraut. Dass die Politiker vernünftiger entscheiden als die Bürger haben sie aber z.B. beim Euro nicht bewiesen.

      • Gion Saram sagt:

        Wenn die Politiker vernünftigen entscheiden würden als die Bürger an der Urne, dann hätte es die letzten grossen Kriege inklusive der Weltkriege nicht gegeben, ich glaube kaum das Bürger Europas freiwillig an der Urne die Schlachten von Verdun und den Giftgaskrieg gutgeheissen hätten. Es waren immer die gewählten und auch ungewählten Politiker Europas die am das meiste Leiden über die Europäer gebracht haben. Die gemeinsame Währung Euro, die uns als Friedensprojekt verkauft wurde, wir immer mehr und mehr zum Streitobjekt an dem sich das den Kontinent entzweit und
        spaltet. Dafür tragen ganz konkret eine kleine Gruppe von Politikern die Verantwortung, die für diese Entscheidung und diese stümperhafte Umsetzung niemals ein demokratisches Mandat erhalten haben. Ich hoffe sehr das es irgendwann zu einer juristischen Aufarbeitung dieses Debakels kommt.

      • Thomas ernst sagt:

        Es werden auch indirekte Lohnsenkungen gemacht, z.B. Von Credit Suisse: Erfahrene mittlere Kader werden entlassen und neue, jüngere und deutlich billigere Ausländer, vor allem Deutsche und Engländer, auf deren Positionen eingestellt.

        So senkt man heimlich die Löhne, ohne dass es wirklich auffällt. Das Nachsehen haben die Schweizer, oft im Alter von 50+, die dann von keinem mehr eingestellt werden. Dank der ungehemmten PFZ.

        • Alois Krieger sagt:

          Keine Angst, ich würde jede Wette eingehen, dass die Abstimmung über die Einschränkung der Personenfreizügigkeit im nächsten Herbst angenommen wird, egal wieviel Geld die Economiesuisse einsetzt.

  • Marc Pfister sagt:

    Die Länder der Euro-Südschien tun zu wenig im selbst aus der Krise zu kommen. Den Länder wie Italien,Spanien und auch Frankreich kann man den Belgischen Weg empfehlen als das kleine Belgien sich in 2011 am Kapitalmarkt refinanzieren musst kam ein Aufruf der Regierung und die Belgier haben die eigenen Staatanleihen gezeichnet.
    Was fehlt ist das die Eliten in den Länder kein Vertrauen mehr in das eigene Land haben und deshalb auf das billige Geld des ESM schielen.

  • Gion Saram sagt:

    „Selbstverständlich müssen diese Länder harte Reformen – etwa am Arbeitsmarkt – umsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen. “ Die erste Massnahme von Präsident Hollande, nämlich die Wiederherabsetzung
    des von Sarkozy erhöhten Pensionsalters war ja nicht gerade sehr angetan,
    um den deutschen Steuerzahlern glaubhaft zu machen, das es die Franzosen
    ernst meinen mit angeblichen „harten Reformen“. Ich würde als Privatperson
    auch keine Bürgschaft für jemanden unterschreiben wollen, der es sich leisten
    kann weniger zu arbeiten und mehr Geld auszugeben als ich mir es leisten kann.

  • Karin Gut sagt:

    Ein einfaches Beispiel zeigt den Schwachsinn des heutigen Hochfrequenzhandels:

    Angenommen ich setze 10000 CHF Startkapital für Vermehrung via Wertpapierhandel ein. Bis zum Jahresende 2012 verkaufe ich durchschnittlich 1x pro Woche alle meine Wertpapiere wieder und investiere alles Geld wieder in neue Wertpapiere. So kann ich bei geschickter Wahl der Anlage von steigenden Kursen oder Ausschüttungen profitieren.

    Mit meinem „Hochfrequenzhandel“ im Wochentakt könnte ich Profit machen wie die Profis … theoretisch … denn ich habe dabei riesige Unkosten. Pro Transaktion gehen mir mindestens 1% an Gebühren etc. weg, etwa 5000 CHF verliere ich somit alleine durch die Unkosten.

    Höchtwahrscheinlich wird mein Kapital also schmelzen wie Schnee in der Sonne – derweil die Big-Player an den Finanzmärkten nicht im Wochen- oder Tages-Takt, sondern eher im Stunden-, Minuten-, oder gar Sekundentakt handeln – denn mit direktem Börsenzugang sind die Unkosten pro Transaktion praktisch Null. Für 1’000’000 CHF kaufen, 10 Sekunden später für 1’001’000 CHF wieder verkaufen ** – und schon wieder 1’000 CHF in der Tasche. So verlieren die Kleinanleger bis hin zu den Pensionskassen stetig Geld, während die grossen Finanzjongleure absahnen.

    ** eine Transaktion, welche Privat- oder Untermehmenskunden via UBS 4000 CHF kosten würde!

    • Karin Gut sagt:

      Ähm, sorry, der Bezug zum Artikel ist untergegangen: Oben beschriebenes System des Hochfrequenzhandels ist der grosse Blutsauger der Realwirtschaft. Quasi per Knopfdruck wird Vermögen ohne irgend eine realwirtschaftliche Gegenleistung von der Finanzindustrie abgesahnt und zu Reichen und Supereichen umverteilt. Selbst das real-wirtschaftlich starke Deutschland kommt kaum mehr nach seine Schuldenlöcher zu stopfen. Denn dem System fehlt schon längst eine Finanztransaktionssteuer.

      Wenn nur schon ein einziges Promille pro Transaktion an den Staat fallen würde, dann wäre erstens der Hochfrequenzhandel ausgebremst und zweitens deren Nachteile für die Gesellschaft nicht nur gemildert sondern sogar über die Finanztransaktionssteuer entschädigt.

      • will williamson sagt:

        Ein Baron Rothschild soll mal gefragt worden sein, wie man am besten ein kleines Vermögen mache. Darauf habe er geantwortet: „Fangen Sie an der Börse mit einem grossen Vermögen an. Das geht am schnellsten!“ Bei manchen läuft es aber tatsächlich auch umgekehrt. Man kann ja auch mal Glück haben.

  • Blanche Wu sagt:

    Es ist eine Schande sich als zivilisierte Gesellschaft zu sehen, die keine Kriege mehr führt und alle kuscheln fröhlich in einer Masse mit und zugleich wird der Steuerzahler, also der „gemeine Pöbel“ schlussendlich geschröpft was das Zeug hält. Und warum? Weil die in der Politik es verbockt haben oder was ich noch mehr denke, extra provoziert haben und nur auf sich schauen und auf das Volk …! Und weil die Wirtschaft machthungrige, geldgeile Akteure besitzt die wohl mit dem demokratischen Gedankengut gar nichts anfangen können! Wir haben eine Kapitaldiktatur und da muss niemand mit Demokratie kommen. Dafür ist sie zu schwach und zu langsam. Es ergeht und schlussendlich nicht besser als zu Königszeiten wo diese in Saus und Braus lebten, der Pöbel blechen musste und wenn er nicht zahlte erhebliche Probleme bekam. Aber es fliesst ja kein Blut mehr, wir sind ja jetzt friedlich. Aber sind wir wirklich freier als vor 500 Jahren? Ich bezweifle das! Machthungrige Menschen werden immer andere ausbeuten, egal welches Politsystem herrscht! Und auch wenn kein Blut fliesst. Wir machen uns selbst zu modernen Sklaven und das Schlimmste ist: Wir denken wirklich noch, wir seien freie, zivilisierte Bürger!

    • will williamson sagt:

      Vor ziemlich langer Zeit hat mal jemand – ich weiss im Moment nicht mehr wer – gesagt, wo es Untertanen gebe, gebe es auch Obertanen. Wie Sie richtig bemerken, war das schon so zur Zeit der Feudalherren. Diese haben schon immer auf Kosten des Volkes gelebt. Das wird sich auch kaum ändern lassen. Karl Marx und Charles Darwin lassen grüssen.

      • markus ginsig sagt:

        das „volk“ wird solange dieses spielchen mitmachen, solange das kapital im richtigen moment wieder und nochmals ein zückerchen gibt, um die menge still zu halten, fliessen keine süssigkeiten mehr, sprich die mobile freiheit für den grossteil des volkes nicht mehr gewährleistet wird,(einige haben sie heute schon nicht mehr,und in den USA jammern die leute über das viel zu teure benzin,das sie sich tatsächlich nicht mehr leisten können) oder noch gravierender, wenn, wie in drittwelt-ländern auch bei uns zu viele zu wenig zu essen haben, dann werden wieder die helebarden gezückt, und aus den pflugscharen werden wieder schwerter, um sie gegen die heutige bourgeoisie einzusetzen. und die unfähigkeit der politkaste hat in den letzten 3 jahren bewiesen, dass sie unfähigt ist, oer gar nicht gewillt ist, das richtige zu tun, um chaos und folgende kriege zu verhindern. wenn die probleme in EU aber auch weltweit nicht sichtbar und erträglich gelöst werden, werden wir in absehbarer zeit erleben, dass das „volk“ zurückschlägt. zu wünschen ist est nicht, jedoch aber kaum zu vermeiden.

  • manuel sagt:

    langsam sollte doch klar sein, dass der taum ausgeträumt ist. ja deutschland ist wettbewerbsfähig, hat dafür aber seinen binnenmarkt geopfert. kommt mir alles so bekannt vor, ist nur schon fast 100 jahre her.

    • ast sagt:

      manuel, ich stimme ihnen sehr zu, Deutschland steuert tatsächlich infolge seiner elitären Politiker und deren Wähler in die 100 jährige Wiederholung -treibt Europa in den Totalitarismus, nicht nur bei der Schaffung des undemokratischen ESM.

      Der deutsche Geist verwechselt Ökonomie mit Sport, auch dies besitzt seit 1932 mit der Austragung der olypischen Spiele in Berlin ein heute bitteres Symbol einer unseelig maskulinen Wettbewerbsökonomie. Der frühere Finanzminister Steinbrück wiederholte in regelmässigem Abstand den selben Willen den die deutschen Eliten auch im letzten Jahrhundert antrieb -auf dem internationalen Parkett „wieder“ in oberster Liga „mitzuspielen“. Bei all diesen Künsten geht es um Billionen von US$ und Euro, welche weltweit innerhalb des Schattenbankensystems herumgeschoben werden.

      Dabei spielte übrigens der Schweizer Banker Josef Ackermann bei der Deutschen Bank eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein hoher Anteil des gegenüber anderen EU Staaten merkwürdig prosperierenden BIP entstammt aus den Einnahmen aus dem sogenannten Schattenbanken -System -das läuft praktisch vollkommen ohne Aufsicht ab. wer sich informieren will wie das funktioniert, hier ein guter Artikel darüber:
      http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,g14yuwn57c79vi7q~cm.asp

      Das Geheimnis der deutschen „Wiedergeburt“ als eine der weltweit stärksten „Industrienationen“ kommt eben nicht aus der Industrie, vielmehr aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen, gleichwohl wie in der Schweiz, in Liechtenstein, Monaco und Luxemburg. Um zu oberst mitzuspielen benötigt es wie im Sport solche von der Aufsicht unerkannte oder zugelassene Dopingmethoden. Die in der Wirtschafts zugelassenen Doping Methoden sind von der Finanzlobby bei der Politik freigekauft worden, so wie in den USA die Sonderbestimmungen für den Distrikt Wilmington. An solche Orten werden ca. 1/3 der weltweit gehandelten Derivate gehandelt, in elitären Steuerparadiesen.

      Wer wissen will warum die Welt in einer schweren Krise feststeckt im Schattenbankensystem findet man eine der Antworten darauf. Nicht nur können die Banken über solche Töchter (die deutsche Bank verfügt über mehr als 400 solcher Töchter) Geld vor Steuern entfernen und ohne Aufsicht hoher Risiken eingehen. Hohe Risiken sind wichtg um in forderster Liga mitspielen zu können,so auch wie beim Sport. In Tat und Wahrheit kommt die Wirtschaftskrise aus diesen Doping Methoden hervor, dort arbeiten Banker die im Fall von Milliarden Verlusten unerkannt verbleiben können, die Geschichte um den Banker Adoboli wäre in Willmington begangen, nie an die Öffentlichkeit gekommen.

      Deutschland spielt heute 2wieder“ in der ersten Liga mit, dank Steinbrück – Josef Ackermann und solchen Mannen. Und dieses Spiel ist eines in der Schattenökonomie, eines welches die Board-Ökonomen nie besprechen können, ebensowenig wie sie wissen wie die Mafia im Detail operiert.

  • Christof Meyer sagt:

    Super, da steht „Deutschland hat in den vergangenen zwanzig Jahren in der Tat Grosses vollbracht“. Die Integration der neuen Bundesländer, super, wieso sollte das so schwierig sein? Nach der Wende waren sämtliche Ostblockstaaten ausser der DDR auf sich selbst angewiesen. Da es auch Polen, die CSSR (tsch.Rep./Slowakei), Ungarn irgendwie hinkriegten sich nach vorne zu bewegen, sollte das doch für die ehemalige DDR kein Problem sein. Da schrien ja seit Jahrzehnten die Westdeutschen nach Wiedervereinigung! Und dann stellen sie unter Kohl so ein Europaprojekt, jawohl Projekt auf die Beine, welches ganz Europa und Andere unzählige Milliarden kosten oder noch kosten wird. Deutschland hat auf dem Feld schon 2 grosse Kriege verloren, Deutschland wird auch diesen (Finanz)Krieg verlieren. Die Leute haben jetzt schon die Schnauze voll davon, irgendwann ist das Mass voll, aber das merken die Politker in Berlin wohl nicht! Man warte nur und habe etwas Geduld, aber der EU-Irrsinn wird eines Tages äusserst schmerzvoll zu Ende gehen. Man warte nur!

    • H&H sagt:

      @ Chr. Meyer, Neid und Schadenfreude sind armselige Geschwister !

    • markus ginsig sagt:

      nur werden diese schmerzen auch uns ganz hart treffen, ob wir nun eu-mitglied sind oder nicht.wieviele proente unseres exportes in die eu geht nach D? und was ist nach auslaufen der bilateralen verträge? unsere volksverkäufer glauben immer noch, sie könnte weiterhin rosienen picken, nur das werden die eu-staaten in zukunft zu verhindern wissen. (siehe abkommen mit D im flugstreit). das einzige,was wirklich helfen könnte, wäre ein schuldenschnitt und anschliessend mit rigorosen restriktionen und staatlichem sparen von vorne beginnen, mit einem jährlichen wachstum von max 1% und einer maximalen gewinnabschöpfung um staataufgaben finanzieren zu können.das heutige systen beweist sich ja selbst als grossen rohrkrepierer.

    • will williamson sagt:

      Kohl kannte Euro-Risiken | Drucken |
      06.05.2012

      Kohl-Regierung war sich der Euro-Risiken bewusst. Das überschuldete Italien hätte zum Euro-Start nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen. Das geht aus bislang unter Verschluss gehaltenen Akten hervor.
      http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9996-kohl-kannte-euro-risiken#.T6Y_EJLa55k.blogger

      Offenbar wurde bei der Aufnahme in die Union nicht nur bei Griechenland geschummelt. Aber ein paar Länder musste man natürlich aufnehmen, sonst wärs keine Union geworden.

    • Bena Habena sagt:

      Herr Meyer: Der Vergleich mit der DDR hinkt, weil die Ex-Ostblockstaaten (Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Tschechien, Polen, usw. ein ganz anderes wirtschaftliches Niveau haben als die sog. „Neuen Bundesländer“ der BRD. Und übrigens, die Wiedervereinigung war kein politisches Ereignis, sondern ein wirtschaftliches: Der kalte Krieg hat den Osten in die Pleite getrieben – und die einzige Rettung der Menschen dort war, die Mauer zu öffnen – damit sie sich im Westen einen Big Mac holen können (Bildlich gesprochen). Das erste was ich in Prag sah, damals nach der Öffnung, waren Studenten, die Mars-Icecream verkauften; diese gab es damals im Westen noch nach Jahren nicht! Die „Alten Bundesländer“ zahlen immer noch in den Innerdeutschen Finanzausgleich – und zugleich ist Deutschland, nach Luxemburg der grösste „Geber“ in der EU. Das bezahlen die Deutschen aber mit 1 Euro-Jobern; mit Hartz IV Empfängern, mit 400 Euro Jobern, usw. Normal bezahlte Arbeiter gibt es praktisch nicht mehr in der BRD. – Sie haben recht: Es wird äusserst schmerzvoll zu Ende gehen; leider auch für die Schweiz; denn niemand ist eine Insel! Das wusste schon Johannes Mario Simmel………………..

  • Oliver Paul sagt:

    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
    Jean-Claude Juncker, 1999

    • Gion Saram sagt:

      Genau darin liegt mein unterschwelliger Verdacht, das die ganze missratene Eurokonstruktion bewusst oder fahrlässig so schadhaft aufgegleist wurde um dann später wenn der EU die Bruchstücke um die Ohren fliegen, einen Grund zu haben die unwilligen demokratisch gewählten aber widerspenstigen nationalen Regierunen zu zwingen, ihre Macht und Kompetenzen an die ungewählten machtgierigen EU-Politiker abzugeben. Gemäss marxistischer Logik nennt sich das „eine revolutionäre Situation“ = sprich Krise erschaffen in der man sich selber und seine Doktrin dann als einzige unausweichliche Rettung anpreisen kann. Die Behauptung von Barroso und seinen Spiessgesellen, das es keine Alternative zu einer Fiskalunion und zu Eurobonds gäbe erinnert mich fatal an Bolschewiken, die ihre Enteignungen und Kollektivierungen auch als unausweichliche geschichtliche Entwicklung darstellten. Wenn man sich so die Biographien von Barroso und Van Rompuy und anderen EU Grössen ansieht, dann sieht man das diese Leute oftmals aus dieser politischen Ecke stammen.

      • Oliver Paul sagt:

        Ich hoffe immer noch, dass es sich um Inkompetenz und nicht um Planung handelt! Wegen der Boleschewiken mach ich mir weniger Sorgen, aber dass die ganze Übung Richtung rigider Überwachung und Entmündigung der Bürger tendieren könnte, davor hab ich Respekt.

        • Gion Saram sagt:

          @O. Paul. Damit will ich nicht sagen das Barroso oder Van Rompuy versteckte Kommunisten sind, aber das sie sich vielleicht gewisse Techniken der Machtmanipulation abgeschaut haben. Dieses Schlammassel wird nicht ohne massive Eingreife in die Eigentumsrechte der EU Bürger über die Bühne gehen, und ich kann mir gut vorstellen das es Länder geben wird, die sich lieber vom ganzen Verein abkoppeln werden anstatt solidarisch für die Schulden der anderen zu haften. Finnnland hat diesbezüglich bereits Andeutungeen gemacht. Der einzige Weg um die Zentrifugalkräfte in den einzelnen noch nicht taumelnden Eurostaaten zu stoppen, wird sein die demokratische Mitsprache der Bevölkerung und der gewählten Parlamente einzuschränken. Genau dies ist ja das Kernthema des anstehenden Urteils des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe.

  • Marcel Senn sagt:

    Punk Economics ist der richtige Begriff für den aktuellen Zustand der Oekonomie – was tun – welche Giftpille verliert schneller ihre Giftigkeit? Irgendjemand wird doch sicher schon mal die Szenarien realitätsnah berechnet und mit best, middle und worst case aufs Papier gebracht haben, wobei die Projektion des Zusammenbruchs wesentlich mehr Fragezeichen aufwerfen dürfte als das Weiterwursteln
    Vielleicht sollte sich Deutschland auf das erfolgreiche Konzept seiner zwei ehemals (infolge Todesfall) reichsten Männer, den Gebrüder Albrecht, zurückbesinnen und eine Euro Nord und Euro Süd Lösung anstreben – aus einer Währung zwei zu machen dürfte praktikabler sein, als eine in 17 aufzuteilen. Der Norden neu mit dem NEURO und der Süden behält den EURO. Dann bleibt noch die Frage mit den Banken – weiterhin unterstützen oder kollabieren lassen. Die Banken mit den grössten Löchern müssten verschwinden, fragt sich nur inwiefern andere Schlüsselbanken dabei ins Elend gerissen werden. Gleichzeitig per Notbeschluss den Derivatehandel EU-weit als Glückspiel einstufen und verbieten, wie das in D bis 1989 der Fall war. Das wird alles ziemliche Verwerfungen mit sich führen, aber es besteht die Chance dass sich die Staubwolke nach einem Jahr verzieht und auf den Trümmern Europas die Chance für ein neues Wirtschaftswachstum eher gegeben sind.
    Weitermachen und versuchen zusammenbringen was nicht zusammenbringbar ist wird unter dem Strich wahrscheinlich wesentlich teurer – und dürften eigentlich nur gewagt werden, wenn das Licht am Ende des Tunnels schon klar ersichtlich ist – ansonsten wird das eine Reise in die Dunkelheit und irgendwann wird alles nur noch Punk sein.

    • Alois Krieger sagt:

      Für den Süden gibt es keine einfache Lösung, für den Norden bald nicht mehr. Dazu müssten die Deutschen den Kapitalfluss via TARGET2 stoppen, ansonsten wird das Volk dort bald vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie können dann wählen zwischen der Entwertung ihrer Ersparnisse oder 1 bis 2 Trilliarden an Staatsschulden, denen ein „Versprechen“ von Griechenlands, Spaniens, Italiens (und bald mal Frankreichs) Zentralbanken gegenübersteht, irgendwann mal diese Euros zurückzuzahlen. Selbstverständlich werden diese das nur mit schwachen Euros tun…

      • Marcel Senn sagt:

        @Krieger – mal ne kleine Zwischenfrage, wissen Sie eigentlich wieviel eine Trilliarde ist? Wir sind immer noch bei den Billionen – eine Trilliarde ist eine Milliarde mal eine Billion und die ganze Welt ist nur max 300 Billionen $ wert (alles inkl. Immobilien, Mobilien) –
        Die Reihenfolge ist Million, Milliarde, Billion, Billiarde, Trillion, Trilliarde, Quadrillion etc – einfach damit wir auf dem gleichen Level sind 🙂

        • Alois Krieger sagt:

          Ok, das kommt vom Englischen, ich meine 1000 Mrd. (a trillion). Die Buba hat jetzt schon ca 700-800 Mrd. an solchen EZB-Guthaben. Wenn die verloren sind, dann ist das rund ein Drittel des deutschen Bruttosozialproduktes…

  • Hans Imeichen sagt:

    „…Gewinnen die ökonomischen Kräfte…“ Die ökonoimischen Kräfte gewinnen IMMER, wenn man effizient, effektiv und konkurrenzfähig sein will. Insbesondere auf dem Weltmarkt. Wenn der Artikel also recht hat: Dann machen wir uns alle auf einen chaotischen Zefall der Euro-Zone gefasst.

    • Alois Krieger sagt:

      Es steht ja am Schluss des Artikels „Zusammenbruch oder Fiskalunion“. Als Zahler in der Fiskalunion würde ich lieber die Verluste realisieren und das Geld zum Auffangen der Wirtschaft im eigenen Land verwenden. Sonst ist das Geld dann für den Süden ausgegeben und in ein paar Jahren steht man wieder, wo man jetzt steht. Und eine Fiskalunion gibt es nicht, ohne grosse Souveränitätsverluste für die Südstaaten, das heisst im Klartext: sie werden von den Deutschen regiert. Und dann spricht man noch davon, dass die Aufgabe des Euros politisch gefährlich sei….

    • Alois Krieger sagt:

      Interessant aus was aus dem Wirtschaftsmagazin FuW unter TA Media geworden ist. Die ökonomischen Kräft sollen ignoriert werden? Ich habe die Handelszeitung abonniert, dort wird man heute wesentlich besser informiert.

    • Anh Toan sagt:

      Die Frage ist, welcher Weg oekonomisch sinnvoller ist. Der Zerfall oder die Union. Der unkontrollierte Zusammenbruch ist eindeutig der „worst case“, nichts kostet mehr, und zwar für die Deutschen vielleicht noch mehr als die Griechen, denn die Deutschen haben mehr zu verlieren. Und da dies alle verstehen, ausser in der Schweiz, wird es zur Union kommen, selbst wenn das Bundesverfassungsgericht die Fiskalunion (m.E. notwendigerweise) stopt, wird diese oder eine ähnliche auf dem Weg der Grundgesetzänderung auch Verfassungskonform. Deutschland kann in Europa nicht dauerhaft erfolgreich sein, ohne den Erfolg mit dem Rest Europas zu teilen. Man kann nicht viel mehr haben als die Nachbarn, und dauerhaft in Frieden leben, wobei Frieden wiederum die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ist.

      Ob eine Alternative besteht, nationale Währungen beizubehalten und dennoch die europäische Einigkeit weiterzuführen, weiss ich nicht. Ich habe erhebliche Zweifel daran, weil eine ganze Menge von Vereinbarungen, seien die unter Staaten oder unter Privaten, Regeln, Organisationsstrukturen usw. darauf basieren, dass Europa eine einheitliche Währung hat, ein ganz kleines Beispiel wären viele Geldautomaten (auch Tankstellen, Parkuhren, SBB) in der Schweiz, die Euro annehmen oder ausspucken können. Kann man die Geschichte 15 Jahre zurückdrehen? Können unter Zwang Verheiratete sich scheiden lassen, und wieder eine Liebesbeziehung anfangen? I

      • Alois Krieger sagt:

        Die Einführung nationaler Währungen ist nun wirklich kein Problem, das haben fast alle Nachfolgerstaaten der Sowjetunion gemacht.

        Ein politisch geeintes Europa ist meiner Ansicht nach nur erstrebenswert, wenn es demokratischer wird. So etwas wird aus dem bürokratischen Gebilde wie es jetzt besteht jedoch nicht hervorgehen, Bürokratien geben ihre Macht nie freiwillig auf, solche Gebilde müssen erst zusammenbrechen. Dazu ist die Eurokrise vielleicht gut. Dass es so zu Krieg kommt, ist wirklich Blödsinn. Die Europäer sind heute relativ gebildet und würden sich nie für Krieg entscheiden. Die Kriege in Europa hatten ihren Ursprung in den rivalisierenden Königshäusern, der zweite Weltkrieg war nur ein Nachspiel. Hitlers Kriegstreiben war auch erst möglich, als die Demokratie in Deutschland ausgeschaltet wurde.

        Was nützen Deutschland Abnehmer für ihre Produkte, die nur deshalb konsumieren, weil ihnen jemand Geld leiht und dann immer wieder auf Schuldenerlass oder dauernde Zahlungen angewiesen sind. Die VW, BMWs und Audis können noch vielerorts anders verkauft werden. Es gibt immer mehr aufstrebende Länder. Europa wird bedeutungslos, wenn es die verkrusteten Strukturen nicht aufgibt.

        • Anh Toan sagt:

          Hatten die Nachfolgestaaten der Sowjetunion einen Binnenmarkt? Hatten die nicht teilweise auch bewaffnete Konflikte miteinander?

          Muss tatsächlich, um eine demokratische Union zu erreichen, zuerst was bisher in diese Richtung erreicht werden, zerstört werden. Braucht es tatsächlich diese aus Sicht der Menschen doch recht zynische kreative Destruktion? Ich meine, die lässt sich vermeiden, und darauf sollte man hinarbeiten.

          • Alois Krieger sagt:

            So wie es momentan aussieht wird die Eurozone auseinanderfallen, der gemeinsame Markt wird wohl bleiben. Es fragt sich, ob die politisch Union überhaupt erstrebenswert ist. Sicher, für Dinge wie Umweltschut. Aber wieso sollen Leute im Norden Europas für Banken im Süden haften? Es ist ja schon in der Schweiz so, dass Geld das aus Bern stammt in den Kantonen verschwendet wird. Und die EU, so wie sie jetzt ist, ist überhaupt nicht föderalistisch organisiert. Deshalb funktioniert sie auch nicht. In den USA haften die Bundesstaaten auch nicht füreinander, auch wenn das immer wieder implizit so dargestellt wird in unseren Medien.

          • Anh Toan sagt:

            Die Eu, so wie sie jetzt ist, ist föderalistischer als Föderalistisch. Sozusagen 100% Föderalistisch. Die Probleme in der EU entstehen aus zuviel Föderalismus, und zuwenig zentralstaatlicher Souveränität.

          • Alois Krieger sagt:

            In den Bereichen, wo die Staaten ihre Souveränität abgegeben haben ist die EU zentralistisch. Davon zu reden, die EU sei föderalistisch, weil die Staaten in anderen Bereichen ihre Souveränität noch nicht an die (von Bürokraten mit mangelnder demokratischer Kontrolle regierte) EU abgegeben haben ist doch etwas seltsam!

          • Gion Saram sagt:

            @Ahn Toan, Auch in der Geschichte der helvetischen Konföderation gab es diverse Rückschläge, interne Konflikte, sie sogar teilweise mit Waffen ausgetragen wurden. Der lange Weg vom lockeren Kriegsbündis der 3 Urkantone bis zur konsolidierten direkten Demokratie von heute führte über Religionskriege, gescheitere Expansionen ins Ausland,
            Besatzungszeiten durch ausländische Mächte und Landesstreike mit Toten und Verletzten. Die Tagsatzungskonferenzen, das Regime der gnädigen Herren in Bern und Zürich, die Zunftwirtschaft, dies sind alles Dinge aus unserer Geschichte die wir Gottseidank überwunden haben. Vermutlich muss auch die EU gewisse Dinge die sie jetzt als absolut unabdingbar betrachtet zuerst selber überwinden und ablegen bevor sie das wird was sie eigentlich sein möchte. Anstatt die Fehler der Vergangenheit zu vertuschen und zu verstecken, täte die EU besser daran die Rückschläge zu akzeptieren, ein paar Felder zurück zu setzen und versuchen aufgrund der gemachten Fehler, dasselbe das nächste Mal besser zu machen. Aber um Himmels willen, nicht mehr mit denselben Leuten! Das
            Leute wie Junker als Chef der Eurogruppe wieder ins Amt gewählt wurden, ist wohl die beste Garantie für ein Scheitern des Euros.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Gion

            Danke! Finde ich sehr klug und sehr weitsichtig.

          • Alois Krieger sagt:

            Gion: Da haben Sie Recht, ich nehme an das wichtigste wäre, dass bei weiterer Integration die EU demokratischer wird. Das Europaparlament hat nicht viel zu sagen, das ist eine Farce. Die dürfen nicht mal eigene Anträge einbringen, nur das Abnicken, was die Europakommission-Bürokraten vorgeben…

          • Anh Toan sagt:

            @Gion Saram und Alois Krieger: Demokratie und Föderalismus setzen beide eine zentralstaatliche Souveränität voraus: Die EU Staaten haben keine Souveränität abgetreten, auch wenn sie vertragliche Verpflichtungen eingegangen sind, da die EU keine rechtliche Möglichkeit hat, diese Regeln in den Nationalstaaten durchzusetzen. (siehe z.B. Maastricht Budgetregeln). Jeder Staat verpflichtet sich mit Verträgen, dies ist aber keine Souveränitätsabtretung. Unterzeichne ich einen Mietvertrag, verpflichte ich mich, monatlich die Miete zu zahlen. Meine Souveränität würde ich abtreten, wenn ich dem Vermieter direkten unwiderrufbaren Zugriff auf mein Vermögen erhält.

            Wer eine demokratische und föderale EU will, muss sich für einen Bundesstaat Europa einsetzen, also echte demokratisch legitimierte Zentralgewalt.

          • Linus Huber sagt:

            Alle internationalen Vereinbarungen und Ideen von Zusammenarbeit werden in den kommenden Jahren eher eine rückläufige Tendenz ausweisen. In Jahren von Wirtschaftskrisen ist es eher naiv auf kooperatives Verhalten zu hoffen. Es tritt schrittweise das eminente Eigeninteresse in den Vordergrund und man besinnt sich zunehmend auf die nächste Umgebung.

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber: Wenn es aber im eigenen Interesse ist gemeinsam zu handeln? Die Europäer erkennen dies, von Norden bis Süden, von Osten bis Westen nur die Schweizer hinter den Bergen und die Engländer in ihrer „splendid isolation“ hoffen, das Problem EU erledigt sich von alleine. Aber wie schon Gorbatschew sagte….

          • Anh Toan sagt:

            Souveränitätsverlust – Bundesstaat – Staatenbund – Demokratie

            In der Schweiz kann mit Mehrheit der Bevölkerung aber gegen den Willen des „Etat et Canton Du Valais“ die Verfassung so geändert werden, dass seine Budgethoheit komplett abgeschafft wird. Der „Etat et Canton Du Valais“ kann sich dem nicht mal mittels Austritt aus der Schweiz entziehen, die Bundesverfassung garantiert, dass der Kanton Wallis zur Eidgenossenschaft gehört, einem einseitig erklärten Austritt könnte die Eidgenossenschaft mit der Armee verhindern. Das Wallis kann sich nicht unbegrenzt verschulden, auch wenn ihm kein Bundesgesetz Budgetrichtlinien vorschreibt.

            In der EU kann jedes Land jederzeit austreten, faktisch tun und lassen was es will, es wird vielleicht vertragsbrüchig, schadenersatzpflichtig, aber die EU Regeln können nur mit dem Einverständnis des Staates tatsächlich durchgesetzt werden. Trotz Budgetrichtlinien der EU kann sich Griechenland unbegrenzt verschulden, solange es Gläubiger findet. (,was der Fall ist, wenn Deutschland unbegrenzt haftet)

            Souveränität bedeutet nicht nur, das Recht zu setzen, sondern das Recht dieses durchzusetzen, als letztes Mittel auch mit dem Gewaltmonopol. Dieses Recht nennt man Souveränität und dieses Recht hat die EU nicht.

            Demokratie bestimmt wiederum, wer der Souverän ist. Solange die EU keine Souveränität hat, kann sie nicht demokratisch sein.

          • Anh Toan sagt:

            Bundesstaat – Staatenbund

            Bevor auf Grund des starken Franken das Wallis seine Bevölkerung nicht mehr ernähren kann, keinen Strom mehr liefern kann, keine Beamten mehr bezahlen kann um Steuern einzutreiben und Sicherheit zu gewährleisten, hat das Wallis und wohl jeder Walliser Bürger einen Rechtsanspruch auf Leistungen zu Lasten der Eidgenossenschaft. Dies ist juristisch wohl etwas kompliziert, ich meine dieser folgt aus der Existenzgarantie für den Kanton Wallis in der Bundesverfassung, aus Sicht des einzelnen Bürgers aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz der Bundesverfassung.

            In einem Staatenbund können die Griechen verhungern, das ist ihr Problem, nicht das der Holländer oder der EU. Die EMRK gilt zwar in ganz Europa, jedoch garantiert die keinem Spanier in Spanien ein menschenwürdiges Leben aus finnischen Kassen.

            Mit dem Souveränitätstransfer auf eine höhere staatliche Ebene wird nicht nur Souveränität abgetreten, es entstehen auch Ansprüche. Ein Bundesstaat Europa hätte einen Teil der Kosten der deutschen Wiedervereinigung tragen müssen. Ein Bundesstaat garantiert Solidarität. Von Solidarität wird profitiert, wenn sie gebraucht wird, dann ist sie wertvoll, und sie wird geleistet, wenn man kann, darum ist sie billig.

        • Bena Habena sagt:

          Wenn man genau hinschaut, dann sieht man schon seit Jahren, dass die Autos der Marken Audi, BMW, Mercedes und VW als sog. „Jahreswagen“ und als Lohnbestandteil der Mitarbeitenden 1 Jahr lang durch eben diese gefahren werden um an Wert zu verlieren….! Die Autos sind zu teuer, als dass man für alle einen Käufer finden könnte. Das ist der Grund, warum die Automobielproduzenten die Gehälter zum Teil in Natura (Jahreswagen) entrichtet! – Der Werksarzt fährt dann einen A8 und der dipl.Ing. dann halt nur einen A3, oder A4; usw. Im übrigen stimme ich Ihnen (A.Krieger) zu, Deutschland muss den Konsum seiner eigenen Produkte durch Darlehen an den Süden finanzieren (Krassestes Beispiel: U-Boote für GR). Der Euro ist eine Fehlgeburt: Weol er sich nicht an die Wirtschaftskraft der einzelnen Länder anpassen lässt. Darum ist er für die GIPS-Länder zu teuer – und für Deutschland zu billig!! Das ist der Grund, warum man immer sagt: Deutschland profitiert am meisten vom Euro. Das stimmt aber nur unter der Voraussetzung, dass Deutschland immer weiter den Konsum in den genannten Staaten des Südens durch Darlehen vorfinanziert. Dass dies auf Dauer scheitern muss, ist jedem Schulkind klar. – Nur Herr Schäuble glaubt immer noch an die Illusion, dass man an dieser Totgeburt noch etwas zum Leben erwecken kann! Das gibt leider ein böses Erwachen – daran lässt sich nichts mehr ändern…..

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