SNB: Kein Grund zur Panik

Bleibt der Euro schwach, winkt ein starkes Quartalsresultat: Nationalbank in Bern. (Bild: Keystone)

Bleibt der Euro schwach, winkt ein starkes Quartalsresultat: Nationalbank in Bern. (Bild: Keystone)

Die Devisenbestände der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben im Mai um 66,2 Milliarden auf 303,7 Milliarden Franken zugenommen. Der Grund für die Ausweitung der SNB-Bilanz ist die Verteidigung der Untergrenze von CHF 1.20 pro Euro. Offenbar haben viele Anleger Schweizer Franken gekauft.

Handelt es sich um eine Attacke auf den Schweizer Franken? Ist diese Entwicklung ein Beweis dafür, dass die Untergrenze an Glaubwürdigkeit verloren hat?

Ich sehe keine Anzeichen dafür. Die SNB hat in den letzten Monaten nicht ein einziges Mal mit der Wimper gezuckt, sondern konsequent immer dieselbe Botschaft verbreitet: Wir werden die Untergrenze bis zuletzt verteidigen. Auch die jüngste öffentliche Diskussion um einen frühzeitigen Exit hat erst im Juni eingesetzt und vermag deshalb die Devisenkäufe im Mai nicht zu erklären. (Ohnehin glaube ich, dass die negative Wirkung der öffentliche Kritik an der SNB überschätzt wird. Alle wissen, dass die Schweiz eine Demokratie ist und eine unabhängige Zentralbank hat.)

Es gibt auch keinerlei Gerüchte über geheime Treffen von New Yorker Hedgefonds, die sich zum grossen Angriff versammelt haben. Mir scheint vielmehr, dass die Franken-Käufe rein defensive Anlagen sind. Die Euro-Krise hat sich in den letzten Wochen verschärft, worauf viele Anleger in den Dollar geflüchtet sind. Um nicht alle Eier in denselben Korb legen zu müssen, haben einige Anleger auch in den Franken diversifiziert, obwohl sie mit dieser Anlage zur Zeit Geld verlieren.

Entsprechend ist zu erwarten, dass die Franken-Käufe wieder abnehmen werden, sobald sich die Euro-Krise etwas beruhigt hat. Wann dieser Zeitpunkt genau kommen wird, wissen wir natürlich nicht. Aber angesichts der jüngsten Eskalation in Griechenland und Spanien ist bald mit Beruhigungsmassnahmen zu rechnen – es sei denn, die Situation in Griechenland gerät nach den Parlamentswahlen vom 17. Juni ausser Kontrolle.

Vom September 2011 bis Februar 2012 konnte die SNB ihre Devisenanlagen sogar um 58 Milliarden Franken reduzieren und bis Ende April auf dem niedrigeren Niveau zu halten, wie die Grafik zeigt:

Es besteht also kein Grund zur Panik. Die SNB hat noch viel Spielraum und kann möglicherweise einen Teil der Devisenanlagen bis Ende Jahr wieder abbauen. Ausserdem hat sie in den letzten Wochen dank ihren umfangreichen Dollaranlagen beträchtliche Gewinne erzielt. Und wenn der Euro bis Ende Juni schwach bleibt, wird die SNB ein gutes Quartalsresultat ausweisen können. Das dürfte die Gemüter wieder etwas beruhigen.

111 Kommentare zu «SNB: Kein Grund zur Panik»

  • Linus Huber sagt:

    `MORAL HAZARD

    Immer wieder kommen Artikel an die Öffentlichkeit, welche die Wehr gegen Moral Hazard als unpraktisch und uncoool darstellen und somit implizieren, dass Personen, welche diesen Aspekt hervorheben, irgendwie nicht ganz zur jenen gehören, welche Ökonomie verstehen.

    Im Endeffekt ist Moral Hazard nichts anderes als legalisierter Diebstahl. Die Tatsache, dass etwelche Interessengruppen ihren Einfluss so stark ausbauen konnten, dass solch ein Diebstahl legal wurde, macht dies nicht minder verwerflich.

    Wir sollten uns daran orientieren, was genau der Gesellschaft dient und welche Aspekte negative Anreize produziert. Die Gesetzgebung wurde insoweit beeinflusst, dass etwelche für die Gesellschaft negative Verhaltensweisen nicht bestraft werden, sondern eher noch gefördert werden durch die Institutionen wie z.B. die Zentralbanken.

    Dieser Beitrag entstand im Einfluss einer Flasche Burgunder und ich gehe jetzt mein Nickerchen absolvieren.

    • Andres Müller sagt:

      Herr Huber, im Wein schwebt manchmal der Geist der Weisheit 😉

      Es ist schon so, die Welt steht unter dem Einfluss einer Wirtschaftsphilosophie die Sozialdarwinismus stark fördert. Geld wird dort am meisten generiert wo am wenigsten produziert aber viel geredet und lobbyiert wird.

      Im Dunstkreis der Milliardäre steckt kein humanistisches Ideal oder eine bestimmte Moral, sondern der geförderte Moral Hazard -und der geht wie man in GR, PT, IT und auch DE und CH sieht, über Leichen (working poors). Der kapitalistische Konkurenzkampf des Marktes unterliegt einige Jahre nach dem Lehman Kollaps noch immer den gleichen Regen die man im Umfeld der Bankenrettungspakete schuf. Der Unterschied zwischen der entstandenen Oligarchie und der klassischen Aristokratie ist -Aristokraten hatten wenigestens noch einen bestimmten Moral Kodex. Die Oligarchen aber (mit Ausnahme zb. der Rockefeller -Bande) kennen keine Moral. Im neusten Buch von Timo Sarazin ist schön nachzulesen welche Moral gelten soll -nämlich die des Marktes -sprich Sozaldarwinismus und „Rassismus“ gegen Niedriglohnempfänger, Behinderte und Arbeitslose.

  • Linus Huber sagt:

    Ein kleiner Betrag in Bezug auf die amerikanische Situation. Natürlich auch wieder von einem meinen zahlreichen Idole, dessen Namen ich hier verschweige. Hier kommt die Kritik am Fed noch besser zum Ausdruck.

    The ongoing debate about the economy continues along largely partisan lines, with conservatives arguing that taxes just aren’t low enough, and the economy should be freed of regulations, while liberals argue that the economy needs larger government programs and grand stimulus initiatives.

    Lost in this debate is any recognition of the problem that lies at the heart of the matter: a warped financial system, both in the U.S. and globally, that directs scarce capital to speculative and unproductive uses, and refuses to restructure debt once that debt has gone bad.

    Specifically, over the past 15 years, the global financial system – encouraged by misguided policy and short-sighted monetary interventions – has lost its function of directing scarce capital toward projects that enhance the world’s standard of living. Instead, the financial system has been transformed into a self-serving, grotesque casino that misallocates scarce savings, begs for and encourages speculative bubbles, refuses to restructure bad debt, and demands that the most reckless stewards of capital should be rewarded through bailouts that transfer bad debt from private balance sheets to the public balance sheet.

    What is central here is that the government policy environment has encouraged this result. This environment includes financial sector deregulation that was coupled with a government backstop, repeated monetary distortions, refusal to restructure bad debt, and a preference for policy cowardice that included bailouts and opaque accounting. Deregulation and lower taxes will not fix this problem, nor will larger „stimulus packages.“ The right solutions are to encourage debt restructuring (and to impose it when necessary), to strengthen capital requirements and regulation of risk taken by traditional lending institutions that benefit from fiscal and monetary backstops, to remove fiscal and monetary backstops and ensure resolution authority over institutions engaging in more speculative financial activities, and to discontinue reckless monetary interventions that encourage financial speculation and transitory „wealth“ effects without any meaningful link to lending or economic activity.

    • Linus Huber sagt:

      Die Frage, ob Entscheidungsträger die Situation nicht erkennen oder sie bewusst falsch darstellen, drängt sich immer stärker auf, wenn es mir als Mensch mit noch etwa 3 aktiven Hirnzellen (die andern sind im Bier ersoffen) seit Jahren offensichtlich ist.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Quelle der Inflation ist die commerical banks, weil sie sich bemühen, soviele Kredite zu vergeben wie es möglich ist. Da versagt der Zentralbank die Kontrolle der Kreditvergabe der Banken, das kann man beim FED klar sehen. Die Inflation wird als eine Art versteckter Steuerzahlung misbraucht, dieses Konzept betreibt der FED seit ihrer Gründung.

    Wenn Zentralbank und Commerical Bank sich nicht mehr unterscheidet und das Interesse gleicher Gruppe in der Gesellschaft vertreten, dann ist eine permanente Inflation, Entwertung, der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstandes nicht mehr weit. Dies führt zur Aufblähung der Asset-Preise, später führt zum Zunahme der Privatverschuldung, danach wird die Privatverschuldung verstaatlich, das Ergebnis ist steigende Staatsverschuldung und schlecht funktionierten und ineffizieten Kapitalmarkt. Die getrennte Betrachtung zwischen Privatverschuldung und Staatsverschuldung, die in ökonomischen Theorien pragagiert wird, funktioniert in der Praxis nicht, weil in der Praxis ein anderer Prozess abläuft als in der Theorie vorsah.

  • Andres Müller sagt:

    Apropo keine Panik und Abwarten bis „es sich beruhigt“ … die Zahlen beruhigen sich jedenfalls nicht.
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2012/06/1a82.jpg

    Die neusten Target-2 Zahlen der Deutschen Bundesbank springen auf nun 700 Milliarden, das heist im Augenblick kummulieren sich Monat für Monat 30 -50 Milliarden Balast aus den PIIGS -Staaten nur auch Deutschland. Die 100 Milliarden für Spanien werden Ende 2012 auch weder verbraucht sein. Man muss schon sehr blauägig sein um von einer Beruhigung der Lage zu spekulieren. Demnächst wird auch die soziale Lage in Griechenland zu reden geben, das Land steht kurz vor Unruhen. Die Anbindung des sFr. an den Euro wird bald aufgebrochen werden (müssen).

    • Anh Toan sagt:

      @Andres Müller: Gemäss Ihren Prophezeihungen, wäre alles schon zusammengebrochen. Leben Sie lange genug, werden Sie es erleben, zweifellos!

      • Andres Müller sagt:

        „Gemäss Ihren Prophezeihungen, wäre alles schon zusammengebrochen“.

        Wer Augen hat zu sehen, der weiss das auch tatsächlich bereits vieles zusammengebrochen ist (zugunsten der Banken). Die Griechen haben eine Entlöhungseinbusse von 15% gegenüber dem letzten Jahr, in Spanien sind mehr als die Hälfte aller jungen Menschen ohne Arbeit. Sicher weiss auch Anh Toan dass die gefühlte Bilanz aus der Schweizer Goldküste(noch) keine Referenzwerte abbilden für das was derzeit in der Welt geschieht. Vor kurzem habe ich mit jemandem gesprochen der aus Indien zurückgekehrt ist, da wird dereit sogar am traditionellen Goldschmuck für die Hochzeit gespart. Das Land mit 1 vielen hundert Millionen Menschen stehe am Rand einer Katastrophe -hört man hier in der Schweiz kaum. Und was den Euro anbetrifft, da habe ich noch nie ein Datum genannt wann der endgültig zusammenbricht. Das läst sich nur theoretisch ausdrücken, denn solange die Politik ihr Versagen in das Target-2 System umlagert sammelt sich der Müll zwar vor der Haustüre an, aber eine absolute Schuldengrenze gibt es bei Fiat Money nicht. Der Kollaps müsste rein rechnerisch diesen Monat über den Euro hereinbrechen, aber Europa hat sich in einen Politbüro -Kapitalismus geflüchtet und es kann noch Monate bis Jahre dauern bis Glasnost und Perestroika erzwungen wird und dem Zitronen -Bankensozialismus ein Ende bereitet wird.

  • Andres Müller sagt:

    Nehmen wir mal an Herr Straumann, Sie hätten ein Vermögen von 2 Millionen sFr.-

    Nun Hand auf’s Herz, würden sie das Geld derzeit in Euro umtauschen, weil die SNB den Kurs zum Euro bei 1.20 hält?
    PS: In Euro gibt es höhere Zinsen.

    apropos ….“sobald sich die Euro-Krise etwas beruhigt hat.“ Wer das glaubt kann nicht rechnen. Da beruhigt sich gar nichts (im Gegenteil), weil die Schulden sich im Zins kummulieren. Das würden sie nur nicht tun wenn man marode Banken in die Insolvenz entlässt. Solange das nicht geschieht bleibt PIIGS ein Fass ohne Boden und der Euro in Gefahr.

    • Thomas ernst sagt:

      Ja!

      Irgendwie scheint der grössere Teil der Leute das vor-sich-hin-wurschteln der EUR-Gewaltigen ala Mutti Merkel mit hart-an-einer-Lösung-arbeiten zu verwechseln, und nehmen nun stillschweigend an, es müsste sich demnächst eine Lösung oder wenigstens eine Entspannung abzeichnen.

      Tatsächlich aber hat der Patient Fieberschübe, die immer bedrohlicher werden, bis ihm irgendwann einer (Spanien? Italien?) den Rest gibt. Auch tonnenweise Aspirin und Schwarztee heilt keine Malaria!

  • Linus Huber sagt:

    Hier die wichtigsten Aussagen im Interview (um die Informationen besser studieren zu können).

    The reason that we have this trauma for the asset markets is because of this whole relationship that rising debt has to the level of asset market. If you think about the best example is the demand for housing, where does it come from? It comes from new mortgages. Therefore, if you want to sustain he current price level of houses, you have to have a constant flow of new mortgages. If you want the prices to rise, you need the flow of mortgages to also be rising.

    Therefore, there is a correlation between accelerating and rising asset markets. That correlation applies very directly to housing. You look at the 20-year period of the market relationship from 1990 to now; the correlation of accelerating mortgage debt with changing house prices is 0.8. It is a very high correlation.

    Now, that means that when there is a period where private debt is accelerating you are generally going to see rising asset markets, which of course is what we had up to 2000 for the stock market and of course 2006 for the housing market. Now that we have decelerating debt — so debt is slowing down more rapidly at this time rather than accelerating — that is going to mean falling asset markets.

    Because we have such a huge overhang of debt, that process of debt decelerating downwards is more likely to rule most of the time. We will therefore find the asset markets traumatizing on the way down — which of course encourages people to get out of debt. Therefore, it is a positive feedback process on the way up and it is a positive feedback process on the way down.

    Europe is imploding under its own volition and I think the Euro is probably going to collapse at some stage or contract to being a Northern Euro rather than the whole of Euro. We will probably see every government of Europe be overthrown and quite possibly have a return to fascist governments. It came very close to that in Greece with fascists getting five percent of the vote up from zero. So political turmoil in Europe and that seems to be Europe’s fate.

    I can see England going into a credit crunch year, because if you think America’s debt is scary, you have not seen England’s level of debt. America has a maximum ratio of private debt to GDP adjusted over 300%; England’s is 450%. America’s financial sector debt was 120% of GDP, England’s is 250%. It is the hot money capital of the western world.

    And now that we are finally seeing decelerating debt over there plus the government running on an austerity program at the same time, which means there are two factors pulling on demand out of that economy at once. I think there will be a credit crunch in England, so that is going to take place as well.

    America is still caught in the deleveraging process. It tried to get out, it seemed to be working for a short while, and the government stimulus seemed to certainly help. Now, that they are going back to reducing that stimulus, they are pulling up the one thing that was keeping the demand up in the American economy and it is heading back down again. We are now seeing the assets market crashing once more. That should cause a return to decelerating debt — for a while you were accelerating very rapidly and that’s what gave you a boost in employment — so you are falling back down again.

    Australia is running out of steam because it got through the financial crisis by literally kicking the can down the road by restarting the housing bubble with a policy I call the first-time vendors boost. Where they gave first time buyers a larger amount of money from the government and they handed over times five or ten to the people they bought the house off from the leverage they got from the banking sector. Therefore, that finally ran out for them.

    China got through the crisis with an enormous stimulus package. I think in that case it is increasing the money supply by 28% in one year. That is setting off a huge property bubble, which from what I have heard from colleagues of mine is also ending.

    Therefore, it is a particularly ugly year for the global economy and as you say, we are still trying to get business back to usual. We are trying to rescue the creditors and restart the world that is dominated by the creditors. We have to rescue the debtors instead before we are going to see the end of this process.

    [The banks] have to suffer and suffer badly. They will have to suffer in such a way that in a decade they will be scared in order to never behave in this way again. You have to reduce the financial sector to about one third of its current size and we have to also ultimately set up financial institutions and financial instruments in such a way that it is no longer desirable from a public point of view to borrow and gamble in rising assets processes.

    The real mistake we made was to let this gambling happen as it has so many times in the past, however, we let it go on for far longer than we have ever let it go on for before. Therefore, we have a far greater financial parasite and a far greater crisis.

    —–

    I think the mistake [central banks] are going to make is to continue honoring debts that should never have been created in the first place. We really know that that the subprime lending was totally irresponsible lending. When it comes to saying „who is responsible for bad debt?“ you have to really blame the lender rather than the borrower, because lenders have far greater resources to work out whether or not the borrower can actually afford the debt they are putting out there.

    They were creating debt just because it was a way of getting fees, short-term profit, and they then sold the debt onto unsuspecting members of the public as well and securitized their way out of trouble. They ended up giving the hot potato to the public. So, you should not be honoring that debt, you should be abolishing it. But of course they have actually packaged a lot of that debt and sold it to the public as well, you cannot just abolish it, because you then would penalize people who actually thought they were being responsible in saving and buying assets.

    Therefore, I am talking in favor of what I call a modern debt jubilee or quantitative easing for the public, where the central banks would create ‚central bank money‘ (we cannot destroy or abolish the debt, which would also destroy the incomes of the people who own the bonds the banks have sold). We have to create the state money and give it to the public, but on condition that if you have any debt you have to pay your debt down — no choice. Therefore, if you have debt, you can reduce the debt level, but if you do not have debt, you get a cash injection.

    Of course, this would then feed into the financial sector would have to reduce the value of the debts that it currently owns, which means income from debt instruments would also fall. So, people who had bought bonds for their retirement and so on would find that their income would go down, but on the other hand, they would be compensated by a cash injection.

    The one part of the system that would be reduced in size is the financial sector itself. That is the part we have to reduce and we have to make smaller. That is the one that I am putting forward and I think there is a very little chance of implementing it in America for the next few years not all my home country [Australia] because we still think we are doing brilliantly and all that. But, I think at some stage in Europe, and possibly in a very short time frame, that idea might be considered.

    • Anh Toan sagt:

      „you have to really blame the lender rather than the borrower, because lenders have far greater resources to work out whether or not the borrower can actually afford the debt they are putting out there“:

      Kompletter Schwachsinn, am besten weiss der Schuldner ob er den Kredit zurück zahlen kann und WILL, mit allen Summen kann der Gläubiger als Aussenstehender die Vermögenssituation / Absichten / Pläne / zukünftige Tätigkeit / physische und psychische Gesundheit doch nicht besser beurteilen, als der Schuldner selbst. Nach Kreditunterzeichnung schafft der Schuldner Fakten (googlen Sie nach den „responsible homeowners“ Kellers) indem er weitere Schulden macht, seinen Job kündigt oder einfach nicht mehr hingeht, oder in Rente geht: Es ist hahnebüchener Mumpitz zu behaupten, der Gläubiger könne dies besser vorhersehen als der Schuldner, der Gläubiger „steckt nicht drin“, der Schuldner ist der „Insider“ im Kreditgeschäft. Es wird suggeriert, mit viel Geld könne nicht nur die allgemeine (Wirtschaftsentwicklung), sondern sogar die individuelle Zukunft (Krankheit, Arbeitslosigkeit) eines Schuldners vorher gesagt werden. Also nicht bloss die Arbeitslosigkeit wird zunehmen, sondern der Schuldner John Doe wird seinen Job verlieren: Ich bin übrzeugt, meine individuelle zukünftige Zahlungsfähigkeit besser vorhersagen zu können, als Goldmann Sachs.

      „They were creating debt just because it was a way of getting fees, short-term profit, and they then sold the debt onto unsuspecting members of the public as well and securitized their way out of trouble. They ended up giving the hot potato to the public. So, you should not be honoring that debt, you should be abolishing it. But of course they have actually packaged a lot of that debt and sold it to the public as well, you cannot just abolish it, because you then would penalize people who actually thought they were being responsible in saving and buying assets.“

      Kurz: Kredite sollen nur zurückbezahlt werden, wenn der Gläubiger ein anständiger Mensch/Organisation ist? Ist der Gläubiger aber ein böser, soll man Kredite nicht bedienen, um ihn zu bestrafen?

      „a modern debt jubilee or quantitative easing for the public“:

      Also, ich erhalte Geld vom Staat um Schulden zurück zu bezahlen. Was ist, wenn der Gläubiger keine vorzeitige Rückzahlung will (Festhypoptheken)? Wie lange darf ich keine neue Schulden machen und unter welchen Voraussetzungen (Ich verliere meinen Job, einen grossen Kunden, hab eine Ausbauidee für mein Geschäft) kann ich dann dennoch neue Schulden machen?

      Mit einer Auszahlung an Bürger mit Verpflichtung zur Schuldenreduktion werden gerade diejenigen Kredite bedient, die nie mehr bedient werden würden, bei welchen der Schuldner nie mehr in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen: Die Gläubiger (Banken) erhalten Rückzahlung uneinbringlicher Kredite, während sie beim aktuellen Vorgehen nur neue Kredite erhalten (LTRO) damit sie ausreichend Liquidität haben, um ihre eigenen Verpflichtungen zu erfüllen, damit nicht auf Grund einer Kettenraktion das ganze System zusammenbricht.

      Mit LTRO erhalten die Banken Kredite, die sie zurückbezahlen müssen, während bei Ihrem Vorschlag die Bürger das staatliche Geld, dass sie über den Umweg über die Schuldner aus der Notenpresse erhalten, geschenkt erhalten, also nie zurückzahlen müssen. Daran erkennt man auch die Unmöglichkeit für die Notenbank, dieses „gedruckte“ Geld wieder zurück zu nehmen, die Geldmenge zu reduzieren. „QE for the public“ wäre, wenn die Bürger einen, in der Zukunft zurückzuzahlenden, Kredit von der Notenbank erhielten.

      Anscheinend scheinen einfachere Gemüter den Unterschied zwischen einer Kreditgewährung und einer Schenkung nicht zu verstehen.

      • Linus Huber sagt:

        @ Anh Toan

        Die Sorgfalt bei der Kreditvergabe muss Pflicht des Kreditgebers sein. Dies ist die grundsätzlichste Aufgabe der Banken. Natürlich will jeder Junkie Kredit, und kriegt ihn nicht, aus genau diesem Grunde.

        Ihre Einwände sind nicht sonderlich schwierig einer Lösung zuzuführen, wenn man die Idee als gut erkennen würde. Es erweckt in mir den Eindruck, dass Sie die Gesamtheit des Problems nicht richtig erkennen. Natürlich wird dadurch die Geldmenge definitiv und bleibend erhöht. Entweder dies oder wir schreiben unrueckzahlbare Schulden ab.

        Nebenbei ist zu bemerken, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass diese Idee von Steve Keen in der nächsten Zeit umgesetzt wird. Dies nicht aufgrund der Tatsache, dass die Idee nicht Hand und Fuss hat, sondern weil zu viele einflussreiche Interessengruppen (z.B. Banken) sich dagegen stemmen dürften. Immerhin hat Steve Keen neue Aspekte im Bereiche der Wirtschaftswissenschaften eröffnet und gehoert zu den wenigen Ökonomen, welche die Krise von 2008 voraussahen.

        LTRO laesst unsolvente Banken weiter funktionieren und mit dem Kauf der Staatsanleihen des eigenen Staates, vergroessern diese ihr Problem nur noch zusätzlich. Wir muessen nicht Banken retten, sondern Menschen.

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber: Ja was wollen Sie nun denn? Die „heilende Wirkung von Deflation“, das „Abschreiben der Fehinvestitionen“ , oder Inflation, die „Enteignung der Sparer“ der „Diebstahl“ der „Betrug“ an den Verantwortungsbewussten?

          (mit „…“ zitiere ich Sie aus dem Kopf, falls falsch berichtigen Sie, ich habe keinen Bock die Quellen in der Menge Ihrer Absonderungen zu suchen)

          • Linus Huber sagt:

            Inflation muss bei obiger Idee nicht entstehen, wenn wir gleichzeitig das Kreditvolumen im System entsprechend reduzieren und die Eigenkapitalvorschriften fur die Banken entsprechend anpassen. Es entsteht sozusagen eine Buchung bei welcher Kredit durch Basis Geld ersetzt wird.

            Ich denke, dass im Endeffekt das Problem eine Mischung beider Massnahmen erfordert. Auf der einen Seite, die Abschreibung von nichtrueckzahlbaren Krediten (Abschreibung von Fehlinvestitionen) und auf der anderen Seite wird man die Basis Geldmenge ein Stück weit erhöhen muessen, um nicht in eine totale Deflationsspirale zu fallen. Auf keinen Fall sollten Strategien verfolgt werden, welche das Kreditvolumen weiter aufbläht.

            Ja, Sparer würden wenigstens in obigem Modell auch in den Genuss einer Gutschrift gelangen, womit sie wenigstens nicht die gesamte Last zu tragen hätten.

          • Linus Huber sagt:

            @Anh Toan

            Um noch kurz auf Ihre Frage zurück zu kommen.

            Die ankerlose Geldpolitik hat das Problem kreiert und die Kritik daran wird von mir dadurch nicht in Frage gestellt.

            Allerdings geht es jetzt um mögliche Ansätze, welche das entstandene Problem gesellschaftspolitisch akzeptabel zu lösen im Lage sein mögen. Natürlich ist es bedenklich, dass wir so weit gekommen sind, dass die Ausweitung der Basis Geldmenge mit zum Lösungsansatz einbezogen muss.

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber: Zur Sorgfalt bei der Kreditvergabe ist sogar weitgehend richtig, wenn auch nicht ganz vollständig, was Ihr Idol schreibt:

          “They were creating debt just because it was a way of getting fees, short-term profit, and they then sold the debt onto unsuspecting members of the public as well and securitized their way out of trouble. They ended up giving the hot potato to the public.“

          Die Sorfalt bei der Kreditvergabe ist nicht Pflicht der Banken, sondern Eigeninteresse, es sei denn, sie verkaufen die faulen Kredite an einen Dritten, oder lassen sich die Kredite von einem Dritten garantieren. Wäre es dann nicht wiederum im Eigeninteresse dieses Dritten, zu prüfen was er kauft oder garantiert? Die Banken verkaufen das Zeugs ja nur Ausnahmsweise an unbedarfte Grossmütter (was durchaus anfechtbar wäre), sondern vor allem an erfahrene „Banker“ die Pensionskassen- oder andere Versicherungs- und Sparvermögen in Anlagefonds verwalten. Es ist dann nicht im Eigeninteresse dieser Dritten, wenn sie zum Beispiel gesetzlich verpflichtet sind, so und soviele Hypotheken an Personen, die eigentlich nicht kreditwürdig sind, zu vergeben (Fannie Mae und Freddie Mac). Auch das Businessmodel des Subprime lending (wo liegt eigentlich der Unterschied zu den Microkrediten?) funktioniert natürlich hervorragend, wenn es billiges Geld von der Notenbank gibt. Denn damit wird eine verzweifelte Suche der Anleger nach Rendite (im Sinne regelmässiger Znszahlungen nicht langfristiger Gewinne) generiert, zum Beispiel der schweizerischen Pensionskassen denen gesetzlich eine Mindestverzinsung vorgeschrieben wird, der Lebensversicherungen, die eine solche vertraglich versprochen haben, und damit die Nachfrage für Subprimeanlagen, die eine bessere Rendite abgeben. (falls sie nicht platzen). Was hilft da eine „Pflicht“ der Banken zur Prüfung, wenn die Kombination der verschiedenen Incentives zwingend zu diesem Ergebnis führt?

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Oh, schon wieder solch eine unsinnige Unterstellung. Steve Keen ist in keiner Weise mein Idol, sondern einfach ein Professor, welcher die Lage anscheinend ebenfalls erkannt hat und nach Lösungsansätzen sucht. Wohl habe ich einige seiner Präsentationen gesehen, sowie auch seine Kritik an der herkömmlichen Lehre, aber so habe ich ebenfalls die Arbeit anderen Ökonomen gelesen.

            Wie Sie richtig erkennen, waren verschiedene Aspekte welche zum bestehenden Problem führten. Zentralbanken hätten jedoch erkennen muessen, dass das Kreditvolumen bedeutend schneller wuchs als die Wirtschaft und hätten nach meiner Überzeugung entsprechend reagieren können BEVOR das Problem dieses Ausmass annahm. Aber sie taten genau das Gegenteil, indem sie die Banken dauernd unterstützten. Ich kritisiere die Zentralbanken erstrangig, da diese das entsprechende Wissen haben sollten. Aber genau dort sassen und sitzen die Leute, welche fast religiös an ihre Modelle glauben, wie mir hier auch schon unterstellt wurde.

    • Oliver sagt:

      Linus der Keynesianer :-).

  • Linus Huber sagt:

    Ein interessanter Aspekt in Steve Keens vorgeschlagenen Lösung entspricht meiner Vorstellung, wie wir den Fankenkurs ebenfalls schwächen könnten (Gutschrift von x chf fur jeden Bürger mit der Verpflichtung vorrangig Schulden abzubauen).

  • Linus Huber sagt:

    Um die Relation zwischen Asset-Preisen und Kreditvolumen besser zu verstehen, empfehle ich folgendes Interview mit Steve Keen.

    http://www.youtube.com/watch?v=sxebomn2p58&feature=player_embedded

  • Baer sagt:

    @ Alle, die sich für Geld interessieren: das Buch „Schulden“ des brillanten amerikanischen Anthropologen David Graeber ist fantastisch.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Verzinsung der langfristigen Bonds in der Schweiz ist immer noch zu hoch. Es ist der gute Zeitpunkt für den Staat vermehrt Kredit mit Negativzins aufzunehmen. Der Schuldbremse ist zur Zeit ein Hindnis, das ist auch der Grund, warum der Franken so stark überbewertet wird.

    Der Bund und SNB müssen sich bemühen die fundamentale Daten zu verändern, somit die Überwertung des Frankens eine Ende findet. Bis jetzt haben weder der Bund noch SNB seit Sep.2011 konkrete Massnahme unternommen. Der Frankenstark wird zum politischen Instrument, um die Politiker in den Medien besser darzustellen. Sie sind nicht an der Veränderung der Situation interessiert, solange eigne Firmen gut gehen.

    • Alois Krieger sagt:

      Was soll der Staat mit dem Kredit machen? Mehr Leute anstellen wie in Griechenland? Bauen ist momentan nicht günstig, weil dies schon all die Leute tun, die ihr Geld noch vor Inflation retten wollen.

      Wir könnten griechische Firmen anstellen, um uns ein paar Tunnels zu bauen. Leider gibt es auch Griechenland nicht viel ausser Feta-Käse und Olivenöl, dass sich zu importieren lohnt. (Ein paar Inseln kaufen wäre allerding keine schlecht Idee)

  • Marcel Senn sagt:

    @Gut; die Katastrophen schon kommen vorher…so ab 2080 haben wir dann mit viel Glück die Menschheit 2.0Beitragen a la Frau Binsberger oder z.B. das Venusproject (im Google)…

    Es ist mir schon klar, dass die Berechnungung fürs Oel beim heutigen Verbrauch theoretisch 46 Jahre der Eskommtnixmehrausdembodenpeak ist und noch etwas länger andauern wird, aber wahrscheinlich auch bei Preisen von 2000USD pro Fass höchstens bis etwa 2080, Gas ist ähnlich. Venezuela hat ja in den letzten Jahren eine fast schon wundersame Vermehrung auf 297 Mrd Brl Oel erfahren (Saudiarbien hat wundersame 260- 264 Mrd Brl und dies seit 1988 – ob das auch stimmt???) – nur hat Venezuela gar nicht die Mittel dieses Oel zu fördern – wahrscheinlich weil Chavez über die PDVSA schon über 27 Mrd $ in Sozialprogramme gesteckt hat.

    Der Preis Peak kommt vorher – aber was wollen Sie, die Produktion mit genmanipulierten Monsanto Samen erhöhen – dann sterben die Leute auch früh – ist gerade ein Prozess in Cordoba / Argentinien wo viele Kinder Missbildungen, Krebs und Todesfälle hatten, dank Herbiziden.

    Aber die SNB und die Schweiz werdens überleben :-)))

  • Christian Duerig sagt:

    SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK
    Sie ist weder unabhängig noch ein Trost. Hinter den Worten „offenbar“, „Panik“, „Gerüchten“, „glauben“ versteckt sich Ignoranz.
    Mit „Wenn….dann-Formulierungen“ versucht Herr Tobias Straumann, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
    Ich als Strohmann schreibe keinen solchen Unsinn, sondern sage schlicht: Niemand weiss was kommen wird. Wer zufälligerweise richtig tippen kann, hat noch lange keine Intelligenz. Er ist schlicht ein Gambler.

  • Andreas Hobi sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle Herrn Tobias Straumann für seine mediale Teilnahme herzlich danken. Leider gehört er einer aussterbenden Spezies an (Wirtschaftshistoriker), die wie keine andere am ehesten dazu befähigt ist, die komplexe wirtschaftliche Situation in ihrer Gesamtheit zu analysieren. Im Gegensatz zu den volksiwirtschaftlichen Kollegen, die sich aus Eitelkeit zerfleischen, statt ihr Augenmerk wieder vermehrt auf das Wesentliche zu richten. Herzlichen Dank Tobias!

    • Alois Krieger sagt:

      Dann sollte er mal ein paar historische Beispiele bringen, wo in dem Masse Geld gedruckt und Staatsschulden gemacht wurden ohne dass nach der Krise hohe Inflation entstand.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Alois

        Die Schlüsselbegriffe sind „nach der Krise“.

        Was kümmert uns die Zeit nach der Krise, wenn wir mittendrin stecken?

        Für einen Politiker und einen Hedge-Fonds-Manager bedeutet doch strategische Planung, über morgen nachzudenken!

        • Alois Krieger sagt:

          Ja, aber die Rechnung wird auch für die Unternehmer langfristig nicht aufgehen. Sie werden zwar erst vom starken Franken profitieren, langfristig aber höhere Kosten für das Kapital haben. Aber eben, die Chefs der Firmen interessieren sich heute auch nur noch für den nächsten Quartalsabschluss.

  • Das Geldsystem – und mit ihm das Tauschsystem (Geld = fortgeschrittener Tausch) – ist am Ende. Die Zukunft heisst: „Beitragen statt Tauschen“.

    • Marcel Senn sagt:

      Sie sind Ihrer Zeit voraus Frau Binsberger….das werden wir nicht mehr erleben

      • Peter Gut sagt:

        Irgendwann 2020-2030. Sollte noch in der (Er-)lebensspanne sein.

        • Marcel Senn sagt:

          @Gut: Ich meine eher so 2080, wenn es kein Erdöl und Erdgas mehr gibt, klimatische Katastrophen, Viren, Kriege die Menschheit etwas um 80% auf rund 1.5 Mrd reduziert hat, dann kommt vielleicht mal die Einsicht „MITENAND GOHTS BESSER“ – so in etwa wie Frau Binsberger meint….aber das ist noch ein steiniger langer Weg…

          • Peter Gut sagt:

            Ja klar, die Katastrophe ist immer später, in der übernachsten Generation oder überübernächsten, weil wir alles noch im Griff haben und unseren Kindern soll es ja auch noch gut, wenn nicht besser gehen…

            Das Problem beim Öl ist der Angebot/Nachfrage Peak, nicht der Förderpeak und schon gar nicht der Eskommtnichtsmehrausdembodenpeak. Der kleinere Teil geht in den Export, der grössere wird von den Exportländern selber konsumiert. Die Schweiz importiert 100%.
            Nahrungspreise weltweilt sind abhängig vom Ölpreis. Steigt der Ölpreis, steigt der Nahrungspreis. Macht in der Schweiz nicht viel aus, wenn man aber 5$ am Tag verdient, wie die meisten Ägypter und der importierte Weizen doppelt, dreifach teuerer wird, Nahrung also plötzlich 1$ mehr kostet, dann gibt es halt Revolution, oder glauben Sie, das Facebook der Auslöser war?

    • Thomas ernst sagt:

      @ Nadine

      Ja, das gegenwärtige Geldsystem (nebst anderem) ist am Ende. Die Frage ist aus meiner Sicht primär: wie kommen wir von da nach dort.

      Wenn man in einem Land auf den Strassen von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umstellen will, und einige Pioniere schon mal damit anfangen, auf der andern Strassenseite zu fahren, um ein Vorbild zu geben, ist das Ergebnis keine allmähliche Umstellung, sondern Wracks und tote Automobilisten…

    • Alois Krieger sagt:

      Frau Binsberger: solche Systeme gibt es. Es gibt immer noch ein paar Hippie-Kommunen. Leider ist die Realität dort auch nicht so rosig. Lesen Sie mal Drop City von T.C. Boyle, ist zwar ein Roman aber es trifft die Realität wohl gut.

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Alois Krieger
        Der herrschenden Praxis und ihren unentrinnbaren Alternativen ist nicht die Natur gefährlich, mit der sie vielmehr zusammenfällt, sondern dass Natur erinnert wird.

  • 66 Mrd. CHF sind zwar sehr viel, aber in der Tat zu wenig für einen konzertierter Angirff von Hedgefonds. Da könnte man mit dem gesamten zu erwartenden Lawineneffekt gerne mit einer vielfachen Summe rechnen. Insofern haben Sie, Herr Straumann, recht, wenn Sie diese 66 Mrd. weder als bewussten Angriff noch als Folge der Angstmache sehen, die es, wie Sie es ebenfalls richtig erkannt haben, im Mai ja noch gar nicht gab. Doch nun ist sie da, diese Angstmache. Und der Angriff wird dadurch bestimmt nicht unwahrscheinlicher. Ob die SNB dann bereit ist auch mehrere 100 Mrd. CHF auszugeben und ob dies wirklich auch sinnvoll ist, steht auf einem andern Blatt.

  • Marcel Senn sagt:

    Selbst wenn die SNB ihre Devisenreserven bis auf eine Billion Fr oder mehr ausbauen müsste, um die Untergrenze zu stützen, wäre das bei einem Währungsmix von ca 50% € und 50% USD,£,Yen, can. $, Won, ua. eigentlich gar nicht so schlimm, da sich bei Euroabwertungen sich die anderen Währungen aufwerten und Kursgewinne ergeben.
    Eine Abwertung des Euro gegenüber den asiatischen Währungen, USD u.a würde Europas Wirtschaft wieder wettbewerbsfähiger machen und so die Wirtschaft wieder ankurbeln. Selbst der Ausstieg einzelner Nationen würde ja nicht zu einem totalen Wertverlust führen, sofern es nicht zu einem grösseren Kapitalschnitt kommt. Die SNB hätte dann halt ein paar Euro weniger und ein paar Drachmen (oder Peseten, Escudos usw) – dafür würde der Resteuro wieder stärker…hebt sich auch wieder auf.
    Sollte es in Europa zu erhöhter Inflation kommen, müsste die EZB die Zinsen anheben und dann hätte die SNB auf den Euro-Beständen höhere Erträge.
    Und nicht zu vergessen, wir sind sind lächerliche 8 Mio Menschen die MITTEN IN EUROPA wohnen und es gibt rund 327 Mio Menschen um uns die € haben…die werden auch nicht einfach so sang und klanglos mit einem angeblich „wertlosen“ € untergehen – manchmal habe ich das Gefühl, dass es gibt Schweizer, die meinen wir können uns einfach so aus Europa wegbeamen und diese etwas „lästige“ Krise unbeschadet überstehen.
    Der 1.20 Kurs ist auch eine exzellente Uebung für Export und Turismus ans Effizienzmaximum heranzugehen, wir werden in einigen Jahren gestärkt aus dieser Paneuorpäischen Krise herauskommen – wie schon aus Weltkrieg I und II. Wir werden uns halt noch mehr auf Spitzentechnologie fokussieren müssen, da spielt es eine untergeordnete Rolle ob der € 1.2 oder 1.4 ist.

    Wenn die SNB ihre Marktpower clever ausspielt, den Währungsmix clever hält und auch immer wieder Gewinne realisieren kann, resp kein negatives EK erwirtschaftet, dann wird die Schweiz die ganze Euro Krise relativ unbeschadet bestehen.

    Von dem her stimmt der Blogtitel – Nur keine Panik

  • Alois Krieger sagt:

    Herr Straumann, ich war bei Ihnen in der Vorlesung an der Uni. Irgendwie nehme ich Ihnen das nicht ab, dass sie das selbst glauben. Sie haben anhand von etlichen Beispielen aufgezeigt, was passiert, wenn Staaten ihre Schulden durch Gelddrucken bezahlen.

    Es wäre mal interessant zu hören, unter welchen Voraussetzungen ihrer Meinung nach für die Schweiz kein Problem entsteht. Was muss alles problemlos verlaufen? Was passiert, wenn Deutschland Eurobonds zustimmt und für die Südstaaten haftet? Geht der Eurokurs dann nicht definitiv in den Keller? (Mindestens zu den anderen Währungen)

  • Marcel Senn sagt:

    Ich freue mich schon auf die Kommentare, wenn wir so bei 600 Mrd und mehr Fremdwährungsbeständen angelangt sind – da wird das Wort Landesverrat wahrscheinlich die unbestrittene Nr. Eins sein – die SVP kann ja schon bald mal die Plakate bei ihrer Werbeagentur in Auftrag geben…
    Hildebrand hätte für uns mit einen paar vom Markt unerwarteten Hot-Zocks die Kohlen aus dem Feuer geholt…aber der wurde ja leider von den SVP-eigenen Landesverrätern abgesägt….jetzt macht die SNB halt diese ängstliche Untergrenzenpolitik bis das Land mit Euros geflutet ist, respektive die Welt mit Schweizer Franken…Ihr erwarte von der SNB ein bisschen mehr Kreativität, vor allem mit dem Marktpower den sie haben

    • Alois Krieger sagt:

      Hildebrand hat diese Strategie aufgegleist. Wenn er nicht kalte Füsse bekommen hätte, dann hätten wir noch höhere Verluste. Erst als die Politik ihr Einverständis gegeben hat, hat er wieder interveniert.

      Übrigens ist dies sowieso etwas fragwürdig, wenn die Notenbank die Politiker fragt, bevor sie eine solche Intervention macht. Das halbe Parlament wird wohl Insidergeschäfte gemacht haben, da hat sich Hildebrand wohl gedacht, da dürfen sie auch.

      In der Financial Times wurde die Untergrenze als „nukleare Option“ kommentiert. Wenn ihr auf unsere Währung spekuliert, dann zerstören wir sie. Nicht sehr vertrauenserweckend!

  • Josef sagt:

    Habe heute einen Schwarm schwarzer Schwäne gesehen. Komische Vögel. Tauchen immer auf, wenn man sie am Wenigsten erwartet. Oder am Wenigsten damit rechnet. Oder sie am Wenigsten brauchen kann.

    Was passiert, wenn Spanien, Portugal und Griechenland in kurzer Folge einen unkontrollierten Bankrott hinlegen? Was passiert, wenn sich der EUR-Kurs gegenüber allen Währungen halbiert? Was passiert, wenn Deutschland und/oder Frankreich aus dem Euro-Verbund aussteigen?

    Was nützt es, wenn sich die SNB so sehr auf die Verteidigung des EUR-Kurses konzentriert hat, dass sie die Relation zu anderen Währungen (USD, CHY, JPY, GBP) übersieht? Der Euro ist für uns wichtig, aber man muss den Kurs dann aufgeben, wenn sich der Euro gegenüber allen anderen Währungen verabschiedet hat.

    Ausserdem: Wenn im EUR-Raum eine jährliche Inflation von 3-5% einsetzen sollte (und bei uns wie durch ein Wunder keine), dann müsste der EUR-CHF-Kurs jährlich um 3-5% fallen, also 1.15 Ende Jahr, 1.10 Ende 2013 etc. Ausser man will eine Abwertung des CHF über einen fixen Währungskurs einer inflationären Währung…

    Mag sein, dass die Wahrscheinlichkeiten für diese Ereignisse klein sind. Das Ergebnis wäre jedoch für die Schweiz ein Desaster. Wenn Schweizer Geschäftsbanken und die SNB ein Mehrfaches des Schweizer BIP (2011: 565 Mia. CHF) als EUR in den Büchern hat, und sich der EUR gegenüber allen anderen Währungen im Wert halbiert und wir immer noch von 1.20 ausgehen…

    Das will ich mir gar nicht ausmalen. Island, wir kommen!

    Der Truthahn, den wir zu letztem Erntedankfest verspeist haben, dachte auch, dass er ewig leben und gefüttert würde. Bis er dann bei uns im Ofen landete. Bis Todestag-1 gab es keinen Grund zur Panik. Danach allerdings schon.

    Wenn man sich die Fremdwährungsreserven der SNB anschaut und dann noch die virtuellen Summen der Banken, die über SNB-Kredite finanziert sind dazurechnet, gleichzeitig dann noch einen Blick in die Zukunft wagt, dann muss man schon ein begnadeter Optimist sein um sich nicht gleich sofort in die Hosen zu machen.

    Schwarze Schwäne sind schöne Tiere. Man darf nicht mit ihnen rechnen. Man darf aber erst recht nicht davon ausgehen, dass sie nicht auftauchen. Letzteres beschreibt wohl grad das Verhalten der gesamten Notenbank-Elite der Welt, oder zumindest der SNB.

    • Thomas sagt:

      Nach dem Todestag war die Panik beim Turkey wahrscheinlich auch nicht mehr sooooo gross …..

      Ist aber schon so, dass schwarze Schwäne und „fat tails“ häufiger vor vorkommen als es uns die Lehre (Gauck) beibringt. Nichtsdestotrotz ist die aktuelle Quasi-Anbindung an den Euro nicht schlecht, wenn dadurch andere Währungen gegenüber dem Franken aufwerten – zumindest die Exporteure und Touristiker freut’s. zudem bleibt unsere Nationalbank nicht einfach auf ihren Euros sitzen, sondern konvertiert diese teilweise in andere Fremdwährungen. Wie Tobias Straumann bereits geschrieben hat, werden wir uns deshalb an einem einem schönen Quartalsgewinn der SNB erfreuen können.

      Ueberlegt lieber mal welche Kreise das sind, die die jetzige Diskussion über den Mindestkurs vom Zaun brechen. Genau diese Leute haben bewirkt, dass der ehemalige SNB-Präsident Hildebrand wegen einer Lapalie (ein Insiderwissen nützt man mit ganz anderen Beträgen aus) zurücktreten musste. Die gleichen Nasen haben vor Jahren bewirkt, dass die SNB zum mehr als zwei Drittel tieferen Kursen als heute ihre Goldbestände reduzieren musste. Nun würde es ihnen wahrscheinlich in die Hände spielen, stünde die SNB nach einer Aufhebung der Kursuntergrenze mit einem negativen Eigenkapital da. Von dieser Seite droht die wahre Gefahr.

    • Marcel Senn sagt:

      @ Josef: Und was soll denn daran so schlimm sein, wenn sich der Euro gegen USD, £, Yen etc. „halbieren“ sollte (ich gehe max von 25% aus, dann wäre Europa nämlich schon super wettbewerbsfähig) – Ihre Asien oder Amerikaferien würden halt ein bisschen teurer (sind ja z.Zt eher sehr günstig).
      Die Inflation würde sich ja durch höhere Zinserträge auf den € Beständen kompensieren, ausserdem hätten wir ja Kursgewinne auf den restlichen Devisenbeständen, sofern eine 50:50% Strategie gefahren wird.
      Dann schwimmen wir halt im gleichen Teich wie der Schwarze Schwan und gehen einfach mit den Wellen mit, denn einen anderen Teich können wir uns aus plattentektonischen Gründen nicht aussuchen.
      Ich habe mich mittlerweile mit steigenden Devisenreserven abgefunden und gut gemanagt sind die eigentlich gar nicht so gefährlich – selbst im Billionenbereich nicht. Mit den Euros die die SNB kauft, kann sie USD, Won, Yen, £, can. $ kaufen, das Risiko managen und wenn sie es clever macht auch noch Währungsgewinne einstreichen.
      Von dem her dünkt mich die ganze Hysterie in all den Foren doch ziemlich übertrieben, da werden Horrorszenarien von Verarmung und Preis den wir zu zahlen haben, „StopitSnB“, Landesverrat usw usw beschrieben,
      Wir werden 2020 gestärkt und fitter denn je aus dieser Krise kommen – ein clevers Management der SNB vorausgesetzt

      • Peter Gut sagt:

        Ben „Ctrl-P“ Bernanke at his best:
        http://www.youtube.com/watch?v=6UcMLDNuQS4
        Hysterie? Wie gross muss der Hammer sein, damit Sie aufwachen?

        • Marcel Senn sagt:

          Ich bin schon lange wach, und analysiere die SNB und ihre Währungspolitik seit geraumer Zeit. Ich hätte als SNB Chef zwar Ende April die Untergrenze mal für 6-8 Wochen aufgegeben und alle Devisenbestände verkauft (USD,£,can $, Won vorher mit Gewinn) und dann alle Euro -Bestände raus und günstiger z.B. 0.93 Rp/E wieder gekauft zusammen mit dem restlichen Währungsmix und dann wieder auf 1.20 hochgefahren, das bei gleichzeitigem Aufruf an die Bevölkerung und Wirtschaft, diese Phase auszunutzen für Investitionen und Anschaffungen mit Euro, was dem Euro auch zusätzlich Auftrieb gegeben hätte. Dann hätten wir etwas bessere Bedingungen für unseren Währungskrieg

          Jetzt fährt die SNB halt diesen Weg – 300 Mrd – 600 Mrd – 1 Billion so what…? – just do it in the mix!!!

          Dann kann eigentlich kein Hammer gross genug sein, um die Schweiz kaputtzumachen

          • Marcel Senn sagt:

            Ja und… wir sind ja in einer finanziell relativ gesunden Position, mit einer Verschuldung von rund 52% des BSP, Budgetüberschüssen….die SNB kann sich „a Trillion (dt. Billion) here and a Trillion there“ eher erlauben, als Helicopter- Ben. Für eine Billion Franken gibt es ja über 800 Milliarden Euro – dann können wir Europas Restbestände via Staatsfonds günstig kaufen…

        • Peter Gut sagt:

          Ach ja – Als Gegensbeispiel:

          Mir kommt die Diskussion in den Foren so vor:

          Jahr 2004, am Meer in Indonesien

          A: Hey, es wird eine grosse Welle kommen!

          B: Nein, nein, geniessen wir doch den Tag – ich habe eh noch ein anderes Problem, meine Sonnencreme ist leer!

          A: Doch! Zuerst das Beben, dann die Welle, es war schon immer so!

          B: Glaube ich nicht. Die Regierung hätte uns schon längst gewarnt. Schau dich doch um, alle haben Spass! Nichts wird passieren…

          • Marcel Senn sagt:

            Sehr schlechtes Gegenbeispiel – der Tsunami kam völlig unvorbereitet und die Warnzeit resp. die Erkennungszeit war viel zu kurz. – in der Wirtschaftswelt ist eigentlich schon seit August 2007, der erstmaligen Kreditvergabe der EZB an Geschäftsbanken Krise – wir haben uns ja fast schon dran gewöhnt – und selbst bei einem Scheitern des Euro würden halt mal ein paar aussteigen, es gäbe Neubewertungen der Landeswährungen und die Euro der SNB würden ja nicht einfach wertlos.
            Die Schweiz kann diese Krise sogar als grossartige Chance begreifen – Aufschwung beginnt im Kopf Herr Gut!

      • Alois Krieger sagt:

        Herr Senn, wenn der Euro sich so stark abwertet, dann werden die Zinsen in der Zukunft stark ansteigen. Das spüren alle, die Mieter, die Unternehmer, die Konsumenten. Sehen Sie sich die Länder an, die ihre Staatsschulden mit Inflation bezahlen, alles Drittweltländer oder schwache Industrienationen.

  • Linus Huber sagt:

    Ich stimme Ihnen zu Peter Odermatt. Bis es nicht mehr haltbar ist, werden diese Kreise immer mit beruhigenden Worten versuchen, die Lage zu stabilisieren oder zu verharmlosen. Danach ist es allerdings schon zu spät und der Schaden ist schon eingetreten.

    Trotzdem ist mir das Thema langsam leidig und es scheint sich dauernd zu wiederholen. Die meisten Blog-Teilnehmer haben ihre Meinung geäußert und werden wohl auch nicht diese ändern.

  • Peter P. Odermatt sagt:

    Was da die Nationalbank macht und behauptet ist mehr als fahrlässig. Würden die durch die SNB selbst künstlich bewerteten Eurobestände zu effektiven Marktwerten bewertet, so müssten Millarden an Verlusten ausgewiesen werden. Die Aussage „keine Panik“ ist wohl purer Eigenschutz und nichts als eine dumme Notlüge. Das Schweizer Volk ist intelligent und hat wohl das Spiel mit dem Feuer erkannt. Je länger dieses Spiel, angezettelt unter Hildebrand, von der Nationalbank betrieben wird, desto schlimmer wird das Erwachen sein.

    • Thomas M. sagt:

      Total inhaltsleere Panikmache ohne jegliche Argumentation. Selbstverständlich gibt es Risiken. Das Inflationsrisiko des Euros könnte durch geschickte Anlagen gemildert werden. Das Inflationsrisiko des Frankens ist vielleicht kritischer, aber die meisten Investoren haben wohl nicht vor, ihre Franken in der Schweiz in Umlauf zu bringen abgesehen vom Immobiliensektor.
      Wenn aber die SNB die Untergrenze aufgibt, dann wird es einen Anpassungsdruck nach unten geben, d.h. das Preis- und das Lohnniveau werden dann wohl langfristig an den Euro angeglichen. Viele Schweizer KMU sind nicht so einfach in der Lage, neue Ländermärkte zu erschliessen, und schon gar nicht ausserhalb Europas. Das wird generell unterschätzt. Ich konnte das schon bei zwei erfolgreichen Firmen beobachten.

      • Alois Krieger sagt:

        Thomas: Das Inflationsrisiko kann aber nur durch andere Anlagen gemindert werden, wenn wir wissen ob es zu Inflation kommt oder nicht. Das hängt davon ab, wie der Zerfall des Euros abläuft. Wenn die Deutschen und Franzosen (deren Obligaionen die SNB hält) den Euro behalten und nicht zuviel Geld für die Rettung der Südländer vergeben, dann wird der Euro steigen, wenn die anderen aus dem Euro aussteigen. Steigt der Euro, so werden die Aktien in den Ländern sinken, weil diese weniger konkurrenzfähig sind.

        Momentan sieht es aber eher danach aus, als ob sich diese Staaten vorher noch so verschulden, dass sie am Schluss auch Geld von der Notenbank brauchen, weil man ihnen auch nicht mehr vertraut. In diesem Fall wären Aktien die bessere Anlage.

        Der Punkt ist, dass wir jetzt völlig von der Eurozone abhängig sind. Hildebrands Poker hat uns in diese Situation gebracht, mit Hilfe all der Politiker, die entweder nur die Interessen der ihnen nahestehenden Firmen verteidigen (bürgerliche) oder einfach zu blöd sind, zu verstehen, was abläuft (Levrat und seine Genossen)

    • Mona Kosnac sagt:

      @Peter P. Odermatt

      Bleiben Sie einfach bei Ihrer konfusen Meinung. Das ist wirklich ok. Seien Sie aber nicht so vorlaut, wenn’s dann doch anders ist, als Sie bis gemeint haben. Gruss

    • Thomas ernst sagt:

      Verluste der SNB? So what? Die SNB ist KEINE Bank, sondern die CHF-Druckerei.

      Was die SNB macht, ist ja eine Obergrenze festzulegen. Wenn mehr Leute CHF haben wollen, können einfach weitere gedruckt werden, potentiell unbegrenzt.

      Das ist völlig anders als zB die Attacke von Soros gegen das GBP, weil die BoE damals eine Untergrenze fixiert hatte, welche sie mit ihrem begrenzten Vorrat an Devisen verteidigen müsste. Die SNB hat a priori kein Nachschubproblem an CHF. Spekulanten müssten also versuchen, den Zürichsee leerzusaufen. Soo blöd sind die nicht.

      (Alle Folgewirkungen wie Inflation und andere 2.Rundeneffekte mal ausgeblendet.)

      • Alois Krieger sagt:

        Ja, aber glauben Sie die SNB wird diese Folgewirkungen dann ausblenden? Sie wird nach neuem Geld vom Staat rufen, um die Inflation zu bekämpfen.

        • Thomas Ernst sagt:

          @ Alois

          Natürlich wird die SNB sich auch die langfristigen Effekte überlegen. Meine Argumentation lautet nur, dass die SNB kurzfristig jederzeit eine Kursobergrenze (= Wir behaupten, der CHF ist maximal 1.20 EUR wert) durchsetzen kann, weil die Marktpartner („Spekulanten“) ja sonst behaupten müssten, der CHF sei MEHR wert, wo es doch die SNB jederzeit in der Hand hat, durch blosse Verwässerung (= Gelddrucken) den Wert zu senken. Daher wird kein Spekulant in his right mind versuchen, gegen die SNB anzustinken.

          Das Problem der Inflation durch das viele gedruckte Geld wird die SNB aber keinesfalls durch Geld vom Staat bekämpfen – warum auch? Die SNB IST der CHF. Sie ist die Gelddruckerei für CHF. Nein – vernünftigerweise würde sie die CHF später im Tausch gegen die eingesammelten EUR wieder zurücknehmen und vernichten. Damit wird der CHF natürlich wieder mehr wert.

          Inflation wird niemals mit neuem Geld bekämpft, sondern z.B. mit höheren Zinsen u.ä.

          • Alois Krieger sagt:

            Wenn die SNB die Inflation durch Gelddrucken wirklich beeinflussen könnte, dann hätte es schon früher funktioniert. Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was aus dem Euro wird. Wird er wieder stärker (ohne die schlimmsten Defizitsünder und ohne dass Deutschland zuviel Schulden für die Rettung der Banken machen muss), dann kann die SNB die Devisenreserven wieder verkaufen und macht vielleicht sogar einen Gewinn (ein Staatsfonds, der Aktien kauft würde in diesem Szenario wohl Verluste machen).

            Ich denke war viel wahrscheinlicher ist, ist dass Deutschland mehr und mehr Gelder erst zur Rettung der Banken der Südstaaten ausgibt, dies weil es über das Euro-System bereits etwa 1000 Mrd. riskiert (Stichwort Target2). Dann reicht das Geld doch nicht aus, um die Probleme in Spanien zu lösen. Die eigenen Banken werden noch gerettet werden müssen und Deutschland wird auch höhere Zinsen bezahlen müssen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo das Kapital aus ganz Europa zu fliehen versucht. Dann ist alles möglich – von Inflationsraten von 5-10% jährlich bis zur Hyperinflation. In diesem Fall hätte die Schweiz zwei Möglichkeiten, bei der Nationalbank die Verluste realisieren und die Untergrenze aufheben oder die Untergrenze behalten und wir haben auch in der Schweiz dieselbe Inflation.

          • Alois Krieger sagt:

            Thomas Ernst: Wie stellen Sie sich das vor? Wie kauft die SNB die ausgegebenen Schweizer Franken zurück, wenn die Staatsobligationen, die sie hält, viel weniger Wert sind? Wenn sie die Zinsen erhöht, dann macht sie nur noch mehr Verlust. Bei einem fixen Eurokurs kann die SNB auch die Zinsen nicht mehr selbst festlegen. Solange die SNB diese Devisen hält, kann sie die Zinsen nicht erhöhen.

    • Marcel Senn sagt:

      @Hallo Herr Odermatt – Was bitte ist denn in diesen panischen Zeiten ein effektiver Marktwert?????? Ein von Angst und Spekulation von irgendwelchen vermögenden Ausländern in die Höhe getriebener Franken??? Dass Sie die Verlustängste irgendwelcher Ausländer höher einschätzen als die eh schon stark strapaziere einheimische Export und Turismuswirtschaft grenzt doch fast schon an Zynismus.

      Lesen Sie doch mal meine anderen Kommentare – durch eine kluge Bewirtschaftung der Devisenbestände (wie das auch eine der Kernaufgaben der SNB ist) ist das halb so gefährlich, wie Sie das darstellen, das Schweizer Volk ist nicht so dumm, wie Sie meinen, vor allem wenn es zum Verlust des Arbeitsplatzes geht.

      Ihre Gedankengänge sind weitaus gefährlicher, als die jetztige Strategie der SNB – überlegen Sie sich das einmal – die einzigen die von einer Frankenaufwertung profitieren würden wären wieder mal die Banker, dank Vermögenszuflüssen (und ein paar Grenzgängerschnäppchenjäger – die wirklich produziernde Bevölkerung (ohne Boni und so) wären die grossen Verlierer, dann die Arbeitslosenkasse und im Endeffekt wir alle…

  • Thomas sagt:

    Da die SNB die Ankäufe bis jetzt offensichtlich über „normale“ Banken getätigt hat, ist einfach wichtig, dass sie mit diesen genügend grosse Kreditlinien hat damit der Mindestkurs auch im Notfall verteidigt werden kann. Was ist ein Notfall? Ein Ereignis das die Finanzmärkte derzeit nicht auf dem Radar haben und welches deshlab Schockwellen auslösen würde – beispielsweise ein 9/11 oder auch eine plötzliche und dramatische Verschlechterung der Situation in der europäischen Schuldenkrise. Ein solcher Notfall könnte eine massive Flucht in den Franken auslösen und ist die Mindestkursgrenze erst einmal gebrochen, würden Automatismen eine rieisige Flutwelle in den Franken auslösen.

    Solange aber CHF 1.20 verteidigt werden kann entstehen auch keine Verluste. Im Gegenteil: Notiert der Euro gegenüber anderen Währungen schwächer, macht das auch der Franken. Ergo erzielt die SNB Buchgewinne auf ihren anderen Anlagen in anderen Fremdwährungen. Dabei sollte nicht vergessen gehen, dass die SNB ihre Allokation immer wieder austariert, also dem prozentualen Anteil ihrer Frmdwährungsanlagen einigermassen stabil hält. Das heisst, dass sie auch Euro verkauf, einfach nicht gegen Franken sondern gegen Dollar, Pfund, Yen und was auch immer.

    nd ganz ehrlich ich bin froh kümmert sich die SNB um die Geldpolitik und nicht die zahlreichen Besserwisser und Populisten, die sich in den letzten Tagen so lautstark zu Worte gemeldet haben.

    • Thomas ernst sagt:

      Es bleibt zu berücksichtigen, dass eine faktische Abwertung des CHF (im Szenario eines sich abschwächenden EUR, an den der CHF gebunden ist) gegenüber allen übrigen Währungen auch die entsprechenden Effekte (Exportförderung, Lohnstagnation im Inland, Inflationsimport etc) hat

      • Linus Huber sagt:

        Ich stimme Ihnen zu, dass grundsätzlich die Festlegung des EURO Kurses nicht zwingend zu Verlusten führen muss.

        Mir machen die Zweit- oder Drittrunden Effekte mehr sorgen und die oft lineare Denkweise, welche angewendet wird, obwohl wir aus der Natur den Ablauf einer „Phasetransition“ kennen, in welcher scheinbar verhaeltnismaessig stabile und anscheinend kontrollierbare Zustaende mit einem Schlag sich massiv verändern.

      • Linus Huber sagt:

        Ebenfalls ist der Umstand zu berücksichtigen, dass man sich mit dieser Strategie seine Entscheidungsfreiheit einschränkt, welche evtl. zwingend weitere Schritte in die gleiche Richtung erfordern oder in Worten der Strassenverkehrsordnung, dass man sich auf eine Einbahnstrasse begibt, ohne zu wissen, ob es sich um eine Sackgasse handelt.

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber: Auch wenn man nicht handelt, wird man seiner Entscheidungsfreiheit beraubt. Irgendwann ist es zu spät, dann haben die Anderen, das Schicksal oder wer auch immer entschieden.

          Gibt es Sackgassen die Einbahnstrassen sind? Autoverwertungen?

      • Thomas ernst sagt:

        @ Linus

        Ja. Ich sehe die Sache so: Kurzfristig kann die SNB beliebig Geld drucken, das gibt ihr enorme Feuerkraft gegen Angriffe von Spekulanten, da diese alle kurzfristig orientiert sind.

        Langfristig gibt es Auswirkungen, von Inflation bis zu Anti-SNB-Gesetze im Ausland, falls die SNB zuviele Real Assets in einem Land aufkaufen würde. Genau wie von Ihnen angesprochen.

        In dieser Situation sind die Hedge Fonds und ähnlich tatsaechlich wenig bedrohlich und der Titel des Blogbeitrags hier stimmt.

  • Peter Berger sagt:

    Die SNB soll die EUR/CHF Parität ruhig bei min. 1.20 halten. NUR BITTE MUSS DIE SNB JETZT ENDLICH MIT DEN WERTLOSEN EUROS TOP-AKTIE KAUFEN. STICHWORT: REALWERTE! Ich freue mich schon wenn BMW, Siemens, Lufthansa oder SAP in Schweizer Hand sind!

    • Markus Sigrist sagt:

      Gute Idee. Hoffentlich wird sie bald vom Bundesrat aufgenommen. Ein Staatsfonds mit vielen guten Realwerten gibt der Schweiz auch das nötige Gewicht in intrernationalen Verhandlungen (Steuerstreit, Fluglärmstreit etc.).

    • Marcel Senn sagt:

      Hallo Herr Berger – Euros sind NICHT WERTLOS, sondern Fr. 1.20 wert, oder USD 1.25 usw. – und wenn die worst case Szenarien eintreten sollten, dass die Aktienmärkte bis zu 50% einbrechen sollten, dann haben wir dann halt doppelt verloren….

    • Daniel Wigger sagt:

      Herr Berger, mit Devisenreserven darf man keine realen Werte kaufen. Sie sind liquide Mittel die jederzeit liquidiert werden müssen können, wenn der Moment kommt. Selbstverständlich sind Investitionen (in Sachwerte, Aktien, Obligationen) weniger liquide, weshalb man dort nicht einfach so aussteigen kann. Solche Transaktionen gehen innert Sekundenbruchteilen über die Bühne und umfassen manchmal Milliardenbeträge.

      Es ist auch deshalb unmöglich, diese Devisenreserven anzulegen, weil sonst die SNB-Bilanz durcheinander gerät. Das Ziel ist nicht, Profite damit zu erarbeiten, sondern der Kurs einer Währung zu beeinflussen. Könnte man mit „gedrucktem Geld“ (was diese Aufblähung der Devisenreserven ja ist) in reale Werte investieren, würde man den Schweizer Franken schwächen und die Inflation schüren. Genau das ist ja das Problem bei ausser Kontrolle geratenen Nationalbankbilanzen. Diese Euros sind sozusagen nur „geliehen“, und werden nach Ende der fixen Wechselkurse wieder in Schweizer Franken umgewechselt, worauf diese Schweizer Franken „eingestampft“, also aus dem Verkehr gezogen werden.

      Soweit die Theorie.

      • Peter Gut sagt:

        The SNB also seems to have a large position in equities (green); in Q3, major stock market indices declined by 11% (SMI), 14% (S&P) and 25% (Dax). Assuming an average decline of 15%, the SNB must have had CHF 20bn invested in order to lose 3bn (as seen in Q3 2011).

        http://www.zerohedge.com/news/guest-post-david-versus-goliath-%E2%80%93-snb-against-everybody-else

        • Peter Gut sagt:

          Theorie:
          Es besteht also kein Grund zur Panik. Die SNB hat noch viel Spielraum und kann möglicherweise einen Teil der Devisenanlagen bis Ende Jahr wieder abbauen.

          Praxis:
          The most recent money supply data from the Swiss National Bank (SNB) has shown increases of huge amounts. As compared with its loss of 19 bln. francs in 2010 (3% percent of the Swiss GDP), the central bank printed tremendous 17.3 bln. in the week ending in June 1st and 13 bln. in the one ending in May 25th

          http://www.zerohedge.com/news/guest-post-central-bank-running-suicide-snb-prints-pace-not-seen-eurchf-parity-august-2011

        • Daniel Wigger sagt:

          Natürlich hat die SNB auch Wertpapiere (Equities). Genauso wie sie Gold und Immobilien besitzt. Damit wird aber nicht die Währung gestützt. Auch wurden diese nicht erhöht mit der Erhöhung der Geldmenge. Das wäre grundfalsch. Alle fürchten ja die Ausdehnung der Geldmenge („Geld drucken“). Die Erhöhung der Geldmenge ist aber nur gefährlich, wenn die Geldmenge „real“ wird, also in Sachwerte investiert wird oder unter das Volk gebracht wird. Dann verliert die Währung an Wert (=Inflation). Solange damit Euros gekauft werden oder Liquiditätsengpässe in ausgetrockneten Märkten behoben werden, hat dies vorerst keine negativen Auswirkungen, im Gegenteil. Erst wenn der Euro wieder erstarkt, kann man dieses Geld wieder aus dem Verkehr ziehen.

          • Josef sagt:

            Die SNB hat einen grossen Teil ihres Goldes „vermietet“: Hedge-Funds haben das Gold „abgeholt“, einschmelzen und verkaufen lassen. Sie zahlen minimalen Zins. Die SNB hat „das Versprechen“, das Gold wieder zurückzubekommen. Die Hedge-Fonds setzen natürlich auf sinkende Gold-Preise und haben den Erlös des Goldverkaufs investiert. Irgendwann werden sie – zu tieferen Kursen hoffentlich – das Gold zurückkaufen und der SNB zurückgeben.

            Dumm wird’s nur, wenn der Goldpreis weiter steigt und/oder die Hedge-Fonds sich verspekulieren und Pleite machen. Dann kann sich die SNB die Schuldscheine/Verträge ans Bein streichen. Aber die SNB kann ja wieder 20 Mia. Franken drucken und sich dann das Gold wieder kaufen…

            Schönes Perpetuum Mobile. Wann fällt’s jemandem auf?

            Grüsse, Josef.

          • Alois Krieger sagt:

            Josef: Ich hoffe für Sie, sie glauben nicht alles was in diesen Gold-Bug-Newsletter so geschrieben ist. Gold zu kaufen ist momentan äusserst riskiert.

    • Gladys Tavitian sagt:

      BRAVO ! Absolut richtig was Peter Berger schreibt, auch ich sage seit langem das Gleiche. 300 Miliarden in Fremdwährung?
      Wenn der Euro und/oder der Dollar um 50 Prozent abgewertet wird, verliert die Schweiz 150 Miliarden!
      Es wäre somit viel intelligenter dieses Geld im Ausland zu investieren, nicht nur in Form von Aktien sondern speziell in Realwerte wie Unternehmen, Autobahnen, Elektrizitätswerke, usw. Jetzt müsste die Schweiz billig dem Ausland ihren Reichtum abkaufen. Die Schweiz wäre nur Gewinner und könnte dem Ausland sogar das Bankgeheimnis „schenken“.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Gladys

        …was verliert die SNB denn, wenn der EUR um 50% abwertet? Sie hat diese EUR ja praktisch geschenkt bekommen, da sie im Gegenzug bloss CHF gegeben hat, von denen sie kostenfrei beliebig viele herstellen kann.

        Die Buchhaltungsoptik ist eine Illusion, nicht real. Die Illusion kann zwar Einfluss auf die Realität nehmen, wenn viele Menschen daran glauben. Letztlich sind aber die im Tausch gegen die EUR hergegebenen CHF ebenso bloss Illusion, wie die EUR, die die SNB auf ihren Computern verwaltet.

        • Alois Krieger sagt:

          Wenn der Euro 50% abwertet dann hat ganz Europa ein Problem. Nach einem solchen Vertrauensverlust würde man sehr hohe Zinsen für Kapital bezahlen, das würde zu viel mehr Arbeitslosigkeit führen als jetzt durch die „Austerität“ (was für Europa übrigens nur ausgeglichene Haushalte bedeutet, nicht etwa das Rückzahlen von Schulden).

          Die SNB würde in einem solchen Fall die Untergrenze aufheben. Nur im Fall, dass die Verluste für das Land untragbar würden, würde sie diese Art von Inflation auf den Schweizer Franken zulassen.

          • Peter Gut sagt:

            Was für eine Austerität? Hallo!? 100 Milliarden Spanien?

            Zerohedge zeigt seit Jahren auf was ist, was kommt. Lesen Sie Tagi und NZZ? Die sind ständig um Wochen, wenn nicht Monate hinterher.

            Alle Augen auf Italien, der Blog-Beitrag hier folgt wahrscheinlich in ein paar Wochen/Monaten.
            http://www.zerohedge.com/news/spain-greece-after-all-here-are-main-outstanding-items

            Glauben Sie wirklich die SNB hat noch irgendwas im Griff?

          • Alois Krieger sagt:

            Herr Gut: Ich bin mit Ihnen einig. Den Punkt, den ich machen wollte ist, dass die SNB nicht einfach die Untergrenze beibehalten kann, wenn das Vertrauen in den Euro ganz kollabiert. Sie muss dann die Verluste realisieren oder in Kauf nehmen, dass wir in Zukunft auch ein Währung auf Lire / Peseten / Drahme – Niveau haben. Wir werden dann Hypothekarzinsen von 8% oder so zahlen. Viel Spass mit dem Mietzins-zahlen!

      • Rolf Meierhans sagt:

        Aja und was ist wenn in der CH die Inflation plötzlich ausbrechen sollte? Dann müssen diese Realwerte en bloc mit massivem Verlust auf den Markt geworfen werden damit die SNB die überschüssigen CHF mit ihren EUR zurückkaufen kann.
        Sollten die Euros tatsächlich massiv an Wert verlieren werden die deutschen wohl die ausländischen Aktionäre enteignen oder glauben Sie das deutsche Volk lässt sich durch EUR Abwertung enteignen und lässt ausländische Aktionäre davonkommen?

  • Michael Schwarz sagt:

    Wie ich zuvor geäussert habe, die SNB muss mit allen Mitteln der Frankenstarke bekämpfen, auch wenn die Geldmenge auf über 1 Billion CHF ansteigen sollte. Die SNB macht die Drohungen wahr, nämlich unbegrenzt Geld zu drucken – der Spielraum ist unendlich, Geld wird bei SNB nie ausgehen. Der Abbau der EURO-Position war die entscheidende Fehlerenscheidung, weil die SNB den Abwärtsdruck nachgelassen und den wertvollen Feuerpause nicht richtig genutzt hatte um die Überbewertung des Frankens zu korrigieren.

    • Josef sagt:

      Eine Billion CHF ist die doppelte Wirtschaftsleistung der Schweiz. Wie gross ist der Hebel, mit welchem wir erschlagen werden, wenn der Euro gegenüber allen anderen Währungen 50% des Werts verliert? Wie viel mal höher war die Verschuldung der Isländischen Nationalbank und des Isländischen Staates als die Wirtschaftsleistung Islands beim Bankrott?

      • Anh Toan sagt:

        @Josef: Hatten die Isländer nicht Schulden in Euro, vielleicht USD, statt in isländischen Kreuzern? Wie war das genau?

        • Oliver sagt:

          Ja, Icesave hatte vor allem Einlagen aus Grossbritannien und den Niederlanden, wenns mir recht ist. Also Schulden in GBP und EUR, die sie nicht mehr bedienen konnten als der Kreuzer sank.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Josef

        Die SNB ist in der exakt umgekehrten Situation als die Isländer: Die Isländer produzierten in Kreuzern, hatten aber Schulden in EUR. Als der Kreuzer sank, wurden die Schulden immer mehr, ohne dass die Wirtschaftsleistung in Kreuzern stieg. Folge- ein Desaster.

        Bei uns ist es umgekehrt: Die Ausländer haben Guthaben in CHF, wir produzieren in CHF. Wenn der CHF an Wert verliert, weil die SNB nochmals 1Billion davon druckt, produzieren wir immer noch in CHF und die Guthaben der Ausländer werden von selber weniger Wert.

        Ohne auf die Auswirkungen von Im-/Exporten, Rohstoffpreisen etc einzugehen: Die Schulden der CH sind in der Währung, die wir selber herstellen, die Schulden der Isländer in einer externen Währung.

    • Josef sagt:

      Mir geht es weniger um die Frage, in welchen Währungen man sich verschuldet, sondern wie gross die Bilanzsumme einer Nationalbank im Vergleich zur Wirtschaftsleistung sein darf. Zentral/Noten/Nationalbankschulden sind letzten Endes immer noch Schulden der Eigentümer. Sonst wäre es ja ein Perpetuum Mobile (SNB könnte mit geschaffenem Geld alle börsenkotierten Unternehmen der Welt aufkaufen). Ausserdem darf man nie vergessen, dass Geld nur Kredit ist. Wenn der Euro auf die Hälfte des aktuellen Werts in USD, GBP, JPY etc. fällt (egal ob realistisch oder nicht) hat unsere SNB zum grossen Teil nur heisse Luft in der Bilanz.

      Meine Angst ist einerseits diejenige, dass die SNB sich so sehr auf den EUR konzentriert, dass sie die andere Hälfte unseres Exports (diejenige, welche nicht mit der EU stattfindet) aus den Augen verliert und den Moment verpasst, die Untergrenze zum Euro aufzugeben. Andererseits befürchte ich, dass beim Verdampfen der EUR-Reserven in den Büchern der SNB der Eigentümer (Kantone, Bund) Kapital (Steuern) einschiessen müssen. Es ist nämlich überhaupt nicht klar, womit der EUR gedeckt sein soll, wenn die AAA-Staaten aus dem EUR aussteigen statt den D-Staaten…

      • Marcel Senn sagt:

        Herr Odermatt: Wenn der Euro zum USD runter geht dann steigt der Wert der USD Devisenreserven in der SNB und wenn der Mix Euro / Nicht Euro etwa 50 zu 50 ist (wie das die SNB in letzter Zeit gemacht hat), dann ist das mehr oder weniger ein Nullsummenspiel.
        Und wenn Deutschland zB wieder die DM einführen würde, dann gäbe es ein Umtauschperiode in einem noch festzulegenden Verhältnis und die SNB könnte dann einen Teil ihrer Euros in DM umtauschen….oder haben Sie das Gefühl, die deutsche Bevölkerung lasse sich von einem Tag auf den nächsten enteignen???? Und die SNB sicher auch nicht

        • Josef sagt:

          Wenn’s hart auf hart geht, ist sich jeder selbst der nächste. Das gilt auch bei Ländern. So wird im der aktuellen Situation kaum ein Land lange im Voraus ankündigen, dass es aus dem Euro aussteigt. Das wird eine Nacht- und Nebelaktion, z.B. übers Wochenende. Plötzlich funktionieren die Bancomaten nicht mehr, e-Banking ist, „wir bedauern“, offline, keine KK-Buchungen möglich („versuchen Sie es morgen nochmals“), Die Bevölkerung und „die Märkte“ werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.

          Nur beim Euro und der „Wiedervereinigung“ gab’s klare Regeln. Beim Ende gibt es keine.

        • Alois Krieger sagt:

          Marcel Senn: Die Deutschen haben sich bereits bei der Unterzeichnung des Währungsabkommen enteignen lassen, jetzt kommt einfach der Zahltag. Die Deutschen wären jetzt schon gegen weiteres Abwerten durch das Gelddrucken, um die Schulden der Südstaaten zu verhindern. Das Problem ist aber, das das System, welches mit dem Euro kam schon dazu führte, dass all die privaten Gelder aus den Südstaaten jetzt nach Deutschland geflossen sind. Die Griechen und Spanier usw. halten jetzt etwa 1 Trilliarde (1000 Mrd. Euro) bei deutschen Banken, die deutsche Bundesbank erhält dafür eine Gutschrift bei der EZB und die EZB bekommt als „Sicherheit“ Staatsanleihen von Griechenland, Spanien, Portugal. Wenn diese Staaten austreten, dann bezahlen sie dieses Geld nicht mehr. Deutschland muss jetzt darauf hoffen, dass diese Staaten sparen und ihre Schulden zurückzahlen oder diese Papiere abschreiben. Das gibt aber kaum ein Politiker zu, sonst wäre die Wahlschlappe im nächsten Jahr garantiert.

      • Karin Gut sagt:

        Zumindest die aktuelle Tendenz ist sehr besorgniserregend:
        40 Milliarden gesamte Wirtschaftsleistung der Schweiz im Mai 2012
        60 Milliarden Anstieg Devisenreserven bei der SNB im Mai 2012
        So kann das nicht dauerhaft weitergehen…

        • Leimgruber sagt:

          Frau Gut: Die Stützung der Euro-Untergrenze wird uns am Schluss teurer bekommen als die Wirtschaftsleistung des Exports !

        • Thomas Ernst sagt:

          @ Karin

          Wo ist das Problem?

          Solange die Ausländer uns für unser bedrucktes Papier echte Rohstoffe, Autos etc. liefern – what the hell?

          Im Gegensatz zu den meisten Ländern (FR, GR, UK etc. in der Vergangenheit) müssen wir uns nicht jener Hedgefonds erwehren, welche behaupten, der CHF sei nie und nimmer soviel Wert, wie die SNB behauptet. Im Gegenteil:

          Die SNB behauptet, der CHF sei höchstens 0.833 EUR wert, und der Markt behauptete – nein, nein, ein CHF ist mehr wert!!

          Darum ist es für die SNB verhältnismässig einfach, die Grenze von 1.20 zu halten. Nur das Umgekehrte, das wäre echt schwierig…….!

          • Alois Krieger sagt:

            Sie liefern dafür aber nur andere Papiere, darauf sind mehr oder weniger glaubwürdige Versprechen, in der Zukunft neue Papiere dafür zu liefern. Nur wissen wir nicht, wieviele dieser Papiere im Ausland gedruckt werden. Dank der Untergrenze zum Euro wissen wir jetzt auch nicht mehr, wieviel unser Geld in der Zukunft noch Wert hat.

          • Peter Gut sagt:

            @Ernst
            Sollte es trotz ihrer positiven Sicht nicht gut gehen, dann gibt es immer noch das Reduit, nicht wahr?

    • R. Hess sagt:

      Möchte auch so eine Notenpresse wie die SNB, und dann unendlich viel Geld drucken 🙂 🙂

  • H. Trickler sagt:

    Ja, kein Grund zur Panik und deshalb kann man diese Grenze weiterhin halten. Aber niemand weiss wie lange…

    • Hanueli Koch sagt:

      So lange, wie unsere zum Glück unabhängige Zentralbank dies für nötig und vertretbar hält, lieber H. Trickler, darum ist sie ja auch unabhängig. Wenn jetzt die Politiker versuchen dreinzufunken (Staatsfonds und derlei Modismen), ist das nur Ausdruck ihres Geltungs- und Herrschungswillens. Wenn sie aber zuerst Demokraten sind und erst dann Machtpolitiker, werden sie die Unabhängigkeit der SNB keinesfalls antasten. Dann wirds währungstechnisch und wirtschaftspolitisch auch am besten für die Schweizer Wirtschaft – und damit für den grössten Teil der hier wohnhaften Bevölkerung herauskommen. Selbst wenn Euro-Landia eine Weltwirtschaftskrise auslösen würde, hätte die SNB bis dahin das Bestmögliche für eine verhältnismässig stabile Schweiz herausgeholt. Und, ob links oder rechts, das ist ja doch das eheste, was wir von unserer näheren wirtschaftlichen Zukunft wollen, nicht wahr?

    • Alois Krieger sagt:

      Apropos kein Grund zur Panik. Die Grafik oben sieht nicht so schlimm aus. Im folgenden Artikel sind die Gewinne und Verlust der SNB als Grafik aufgestellt (und bis heute aktualisiert):

      http://www.zerohedge.com/news/guest-post-david-versus-goliath-%E2%80%93-snb-against-everybody-else

      Sieht nicht so gut aus…

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