François Hollande und die Wachstumsdebatte

François Hollande spricht zu seinen Wählern, 6. Mai 2012. (Keystone)

François Hollande spricht zu seinen Wählern, 6. Mai 2012. (Keystone)

Mit der Wahl von François Hollande zum französischen Präsidenten wird sich die Politik in der Eurozone verändern. Schon im Wahlkampf hat der Sozialist Hollande mit seiner Opposition gegen den Fiskalpakt die Debatte geprägt. Seine Kritik am Pakt, der ausschliesslich auf eine schärfere Kontrolle der Staatsausgaben fokussiert, hat Hollande damit begründet, es müsse auch über Wachstumsinitiativen gesprochen werden. Seither ist «Wachstum» zum Lieblingsthema der Politiker in der Eurozone geworden – ebenso von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank. Mit der Wahl von Hollande wird das Thema die Politagenden wohl endgültig dominieren.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Diese «Wachstumsdebatte» – zumindest wie sie bisher geführt wird – scheint mir ziemlich schräg zu verlaufen. Warum? Zuerst einmal wird hier etwas als neue Einsicht verkauft, was es nicht ist. Es war noch nie umstritten, dass mehr Wachstum nötig ist, um die Arbeitslosigkeit zu senken und die Schuldenkrise zu bewältigen. Aber  wie kommen die gefährdeten Länder zu Wachstum? Das ist die entscheidende Frage. Unter anderem hier unterscheiden sich die verschiedenen Antworten der Politiker nicht im geringsten von denen, die sie schon immer gaben. Kommt dazu, dass nicht alle dasselbe meinen, wenn sie von Wachstum sprechen. Kurz: Die Wachstumsdebatte enthält nichts inhaltlich Neues. Aber sie sorgt für ein begriffliches Wirrwarr.

Wenn man von Wachstum spricht, sollte man zuerst einmal klären, woran man hier denkt. Die Ökonomen unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Wachstumsbetrachtungen:

  • Zum einen kann das Wachstum im Zuge einer Rezession einbrechen oder die Wirtschaft sogar schrumpfen, weil die Gesamtnachfrage zusammenbricht – etwa durch fehlenden Konsum, fehlende Investitionen, fehlende Exportchancen und einen Staat, der ebenfalls seine Ausgaben zurückfährt. Hier spricht man von einer konjunkturellen Wachstumsstörung. Sie zeichnet sich durch einen raschen Anstieg der Arbeitslosigkeit aus und meist auch durch eine sinkende Inflation. Die Lösung liegt hier darin, die so genannte Outputlücke – die fehlende Gesamtnachfrage – durch stimulierende Massnahmen zu schliessen. Am besten ist hier gewöhnlich die Geldpolitik geeignet. Über tiefe Leitzinsen stimuliert sie die Investitionen, den Konsum und – weil das die Währung schwächt – auch die Exporte. Doch wenn die Geldpolitik machtlos ist, bleibt bloss noch die Fiskalpolitik: Stimulierungsmassnahmen des Staates. Wann ist die Geldpolitik machtlos? Bei Verwerfungen im Finanzsystem (über das sie vermittelt wird), angesichts von Leitzinsen bei Null (wie in den USA) oder weil sie (wie in der Eurozone) bei einer stark unterschiedlichen Entwicklung der Mitgliedsländer gar nicht auf einzelne Länder eingehen kann.
  • Die zweite Wachstumsbetrachtung dreht sich um das so genannte Potenzialwachstum bzw. die Produktionsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft. Hier interessiert, welche Faktoren die Wirtschaft unabhängig von Nachfrageschwankungen in welchem Ausmass wachsen lassen, das heisst auch dann, wenn keine Output-Lücke existiert. Oft genannte Faktoren für das so betrachtete Wirtschaftswachstum sind hier das Wachstum der Bevölkerung (das allerdings für das relevantere Wachstum pro Kopf wieder bedeutungslos wird) und das Wachstum des Kapitalstocks. Langfristig hat aber der Faktor des Produktivitätszugewinns, bzw. des technologischen und organisationellen Wandels die grösste Bedeutung (pro Kopf zählt sogar nur dieser Faktor). Nach gängiger Lehre sind Marktstrukturen hierfür besonders förderlich. Entsprechend kann das Aufbrechen von Marktbehinderungen (wo Märkte grundsätzlich funktionieren) das langfristige Wachstum fördern. Funktionierende Marktstrukturen geben Anreize für Innovationen und beschleunigen den Strukturwandel, dank dem weniger produktive Bereiche einer Volkswirtschaft wegfallen und produktivere gedeihen. Kapital und Arbeit richtet sich dann ebenfalls den produktiveren Bereichen zu und wendet sich von den unproduktiven (bzw. unproduktiv gewordenen) ab.

Zurück zur Eurozone: Hier liegt das Problem gleich bei beiden Arten von Wachstum:

Die «Eurosklerose» mit all den dramatischen Strukturen insbesondere auf den Arbeitsmärkten ist ein Faktum. Für Unternehmen in Spanien oder Italien (und nicht nur dort) ist es kostspielig, Unternehmen zu begründen und im Falle des Scheiterns Leute zu entlassen. Das fördert eine Spaltung des Arbeitsmarkts. Wer einen festen Job hat, ist hier relativ gesehen sicherer positioniert. Wer neu einen Job sucht, hat es dagegen besonders schwer. Das trifft daher vor allem die Jugendlichen.Wenn die Arbeitslosigkeit generell zunimmt, trifft es sie am stärksten.

Doch die unflexiblen Marktstrukturen in der Eurozone sind kein neues Problem. Die dramatische Verschlechterung der Lage in den Krisenländern ist klar konjunkturell bedingt und die aktuellen Euroinstitutionen verhindern eine Linderung. Spanien war trotz seiner ebenfalls rigiden Arbeitsmärkte noch in den 2000er-Jahren konjunktureller Überflieger. Jetzt ist das Land tief in die Rezession abgestürzt. Was jetzt vor allem fehlt, ist die Gesamtnachfrage. Wie in diesem Blog schon so oft angeführt, fehlen gefährdeten Euroländern die üblichen Möglichkeiten, um einer Konjunkturkrise zu entkommen: eine unabhängige Geldpolitik, um die Zinsen und den Wert einer unabhängigen Währung zu senken, die so Investitionen und Exporten Schub verleihen könnte. Die Einheitswährung hat ausserdem zur Folge, dass Kapitalflucht aus dem Land sehr einfach möglich ist und die Lage weiter verschlimmert – weil die Währung dadurch nicht an Wert verliert (was wiederum die Exporte stützen würde) und weil keine Zentralbank als letzte Retterin bereitsteht. All diese Faktoren machen Staatsanleihen von Ländern wie Spanien zu einem viel höheren Risiko als etwa von Ländern wie Grossbritannien, dessen Verschuldung noch höher ist (mehr dazu hier).

Jetzt sollte klar sein, weshalb ich die Wachstumsdebatte für so schräg halte. Zwar stellen alle sich jetzt hinter die Forderung nach mehr Wachstum, aber jeder und jede meint damit das, was er oder sie schon immer gemeint hat. Vor allem die deutsche Regierung und die Europäische Zentralbank fordert Strukturreformen, während andere – darunter immer mehr Ökonomen und ja, auch Hollande – konjunkturelle Anschubmassnahmen fordern oder zumindest ein Ende der gegenwärtigen Austeritätspolitik, die von den Regierungen in den gefährdeten Staaten drastische Ausgabenschnitte verlangt, was die Gesamtnachfrage weiter einbrechen lässt und die Arbeitslosigkeit in der Eurozone insgesamt auf den Rekordwert von 10,9 Prozent (PDF) ansteigen liess. Die folgende Grafik ist von Eurostat:

Klar braucht es beide Arten von Wachstumspolitik, aber die Reihenfolge ist entscheidend. Bessere Marktstrukturen allein zeigen keine rasche Wirkung. Und selbst wenn sie es täten, würden sie nur das Potenzial der betroffenen Wirtschaft erhöhen, an der Nachfragelücke würden sie nichts verändern. Sie muss zuerst behoben werden. Kommt dazu, dass eine wirtschaftliche Depression wie in Spanien – mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 24 Prozent und einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 50 Prozent – auch das langfristige Wirtschaftspotenzial schwächt (mehr zu diesem so genannten Hysterese-Effekt hier und hier). Wie sehr die anhaltende Konjunkturkrise allein die politische Stabilität untergräbt, zeigt sich allein an den Wahlresultaten des gestrigen Sonntags in Griechenland und Frankreich. Und es sind nicht die ersten Regierungen, die über diese Krise gestolpert sind.

Wie soll aber weniger Austerität für ein Land wie Spanien funktionieren? Selbstverständlich kann dieses Land das nicht allein schultern. Das Geld dafür fehlt und die Zinsen auf den Kapitalmärkten machen eine zusätzliche Verschuldung unmöglich. Nötig ist ein gemeinsames Einstehen der gesamten Eurozone, wie das in jeder real existierenden Union mit Einheitswährung und wirtschaft unterschiedlich gedeihenden Regionen der Fall ist, etwa wie in der USA oder der Schweiz. Bei aller Einigkeit über die Notwendigkeit von mehr Wachstum fehlt aber ein Bekenntnis zu solchen gemeinsamen stützenden Institutionen. Ohne solche geht es nicht.

Was bewirkt nun die Wahl von François Hollande? Seine Forderung nach mehr konjunkturellem Wachstum und weniger Austerität stellt er zu Recht. Dennoch darf er es nicht dabei belassen. Warum?

Bei notwendigen Euro-Institutionen, die gefährdete Länder gemeinsam stützen, tragen jene Länder mit der grössten Finanzkraft das grösste finanzielle Risiko. Das ist aktuell vor allem Deutschland. Sie sind dazu eher bereit, wenn sie auf Seiten der aktuell unterstützten Länder auch die Bereitschaft erkennen, dort die eigenen wirtschaftlichen Strukturen anzupassen, wo das langfristig die eigene Wirtschaftskraft erhöht. Genau diesen Zusammenhang hat auch EZB-Präsident Mario Draghi an seiner Pressekonferenz vom vergangenen Donnerstag angesprochen, als er vom Fiskalpakt als dem Anfang eines Prozesses sprach, der in einer Transferunion enden könnte:

Collectively, we have to specify a path for the euro. How do we see ourselves ten years from now; what has to be in place in ten years’ time? If we want to have a fiscal union, we have to accept the delegation of fiscal sovereignty from the national governments to some form of central body, but how do we get there? Talking about a transfer union cannot be the starting point of this path. That is why the fiscal compact is so important, that is the starting point. But we also have to highlight what this path is and what conditions have to be in place in order to see what will happen to the euro in ten years’ time. In other words, clarity about our future, about our common European future, is one important ingredient of growth.

Wenn François Hollande seine Forderung nach mehr gemeinsamer konjunktureller Stützung mit innenpolitischen Massnahmen ergänzt, die dem langfristigen Wachstum zuwiederlaufen (wie einem sinkenden Rentenalter angesichts einer steigenden Lebenserwartung), dann wird es sehr schwer werden, die Institutionen in der Eurozone im notwendigen Sinn zu verändern – das heisst in dem Sinn, dass die aktuelle Krise überwunden werden kann.

Hinweis der Redaktion: Never Mind the Markets wurde ausgezeichnet. Wir gratulieren! Mehr dazu hier.

58 Kommentare zu «François Hollande und die Wachstumsdebatte»

  • Michael Schwarz sagt:

    Wachstüme, die auf Systemstabilität basieren, sind stabileres Wachstum. Wenn das Ziel der Geldpolitik und Wirtschaftspolitik nur auf das Wachstum fokussiert sind und zu jedem Preis, dann solche Geldpolitik das Währungs- und Finanzsystem destabilisieren. Bis heute sind weder die Geldpolitiker noch Wirtschaftspolitiker in der Lage das Balance zwischen Stabiltität und Wachstum zu finden. Die übertriebene Stimulus der Geldpolitik gefährtet die Stabilität des Währungssystems und Finanzsystems, was wieder zu steigenden Rohstoffpreisen führen wird. Die USA risikiert durch ihrer Geldpolitik den Zusammenbruch eigenes Währungssystems, gleichzeitig gefährdert sie auch das globale Stabilität.

    Die expansive Geldpolitik fördert das soziale Ungleichgewicht, sowie deren Ungleichverteilung des Vermögens. Sozialunruhe und Destabilisierung des Sozialsystems ist die Folge. Wenn die Zentralbank die Aufgabe der Wirtschaftpolitik übernimmt, wie Fed, muss sie auch die soziale Verantwortung gegenüber gesammte Gesellschaft übernehmen. Wenn sie das nicht kann, darf sie in der Wirtschaftspolitik nicht mehr einmischen.

  • Martin Holzherr sagt:

    Wachstum ist für Hollande doch nur eine Erlösungsformel. Und er meint damit ja nicht das Wachsum der französischen Wirtschaft aus eigener Kraft, sondern er hofft auf einen Schub, den EU- Infrastrukturkredite bringen sollen.
    Am überzeugendsten ist immer noch das Wachstum der deutschen Wirtschaft der letzten Jahre: Es gibt einige Produkte deutscher Ptovenienz, die die ganze Welt haben will. Sicher gibt es solche Produkte auch in Frankreich, z.B. Franz. Käse, doch insgesamt gibt es zuwenig überzeugende Franz. Produkte. Das kann die EU nicht ändern, das können nur die Franzosen ändern.

  • Hansli sagt:

    Selten einen solchen Quatsch gelesen. Solange die Strukturen die jegliche wirtschaftliche Aktivität verhindern, nützt keine Ankurbelunsgmassnahme. Das ist nur noch mehr Schulden für nichts.

    Und vor allem war der Autor vermutlich noch nie in F. Die eigentlich Frage ist: Warum gehen die KMU bei jeder Rezession pleite. Weil niemand entlassen werden kann!

    Das verhindert gleichzeitig die Neugründung von Unternehmen oder neuen Geschäftsfeldern: Unere Wirtschaft basiert auf Versuch und Irrtum! Wer nicht wagt der gewinnt auch nicht. Das bedingt jedoch Mitarbeiter entlassen zu können.

    Das F System behindert die Investitionen und killt die KMU in jeder Rezession.

    Daneben sind zu viele als Beamte angestellt.

  • Andres Müller sagt:

    Es gibt für mich keinen Zweifel mehr dass die westlichen Demokratien sich im Auflösen begriffen sind. Wenn Wachstum und Demokratie nicht mehr zusammen passen, dann kommt es zum Aufstieg polarisierender Parteien. Das war zur Zeit von Weimar der Fall und das wird sich offenbar wiederholen. Man kann Wachstum nicht mehr demokratisch vermitteln, weil der BIP nur noch 1% der Bevölkerung dient.

    • Thomas ernst sagt:

      Ja. Und was tun wir nun? Vorräte und Munition bunkern?

      • Andres Müller sagt:

        Herr Ernst,

        die Banken bunkern bei der EZB, fast 1 Billion Euro sind es jetzt, Tendenz ansteigend. Wenigstens der Euro/US$ currency Swap deutet derzeit darauf hin, dass der (transnationale) Kollaps (noch) nicht unmittelbar bevorsteht. Es sieht so aus dass die Banken wieder etwas besser an US$ gelangen. Etwas anders sieht es bei den Sovereign Credit-Default Swaps aus, das deutet darauf hin dass die Nationalstaaten es schwieriger haben werden sich über Anleihen zu refinanzieren. Besonders Portugal dürfte aus dieser Sicht bald von sich zu hören geben. Vermutlich hängt das damit zusammen dass die EZB derzeit fast nicht mehr am Sekundärmarkt Anleihen kauft. Vermutlich will Draghi damit Druck ausüben für die Schaffung von ESM und Eurobonds. Ich sehe vermehrt unterschiedliche Positionen in der EU aufkommen, ein Dominoeffekt der aus den Epizentren der PIIGS-Staaten kommt könnte wiederholt Druck auf den Euro bringen und damit auch unsere SNB in ihrer „Geschätstätigkeit“ beeinträchtigen (sprich den Kurs zum Euro weiter zu halten).

        Um nochmals auf das Thema Wachstum zu sprechen zu kommen, betrachten sie einmal die Wirtschaftsdaten der Automobilindustrie etwas genauer. Aus den Zahlen entnehme ich dass es Weltweit ein extremes Ungleichgewicht gibt wenn man das aus der Perspektive der „freien“ Mobilität betrachtet. Diese Unterschiede in der freien Mobilität sind durch nichts zu rechtfertigen. Tatsache aber ist, wenn alle soviel Autos haben wollten wie die Italiener, dann wäre der Peak Oil bereits vorgestern gewesen. Die Welt kommt insgesamt nicht um eine neue Verteilung von Rohstoffen und Gütern herum, anstatt über Wachstum sollte man lernen mehr über ökonomisches Gleichgewicht zu reden und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen.

        • Andres Müller sagt:

          sorry, noch den Links zu den Daten der Automobilwirtschaft. Besonders interessant ist die Dichte pro Einwohner nach Ländern sortiert, da ist Europa weit vorne. In Italien sind noch immer mehr PKW in Betrieb als im gesamten China!
          Wer also soll da wachsen und wer sollte endlich nachhaltig leben lernen? Italiens PKW-Dichte wird nur von einigen Kleinstaaten wie z.B. Liechtenstein und Monaco übertroffen. Die Italiener haben also sehr hohes Potential auf öffentliche Verkehrsmittel umzuschwenken, wenn das Wachstum an diesem Markt einbricht (was gerade geschieht) so tut mir das überhaupt nicht Leid.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftszahlen_zum_Automobil#PKW-Dichte_nach_L.C3.A4ndern

        • Albert Baer sagt:

          „Die Welt kommt insgesamt nicht um eine neue Verteilung von Rohstoffen und Gütern herum, anstatt über Wachstum sollte man lernen mehr über ökonomisches Gleichgewicht zu reden und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen.“

          Danke! Sehr schön gesagt.

          Die ganze Ökonomie ist so voll irrationaler Ideologie, dass man davon Kopfschmerzen bekommt. Geld, Märkte, Eigentum, Patente… sind alles menschliche Konzepte, die nichts mit der Natur, ihren Grundlagen und Gesetzen zu tun hat. Logisch, dass eine Ökonomie, die nicht auf den natürlichen Grundlagen und Naturgesetzen abstellt unser Überleben auf Dauer gefährdet, denn der Natur sind unsere Konzeptlis herzlich egal.

          • Anh Toan sagt:

            Das hatten wir doch schon einmal mit der Natur, Rousseau hiess der Kerl mit den guten Naturgesetzen glaub ich.

            Also ich denke, die natürlichen Grundlagen verhindern sowohl mein persönliches als auch das Überleben der Menschheit als Ganzes auf Dauer.

            Was ich auch nicht ganz verstehe, inwiefern die menschlichen Konzepte des Wirtschaften „unnatürlich“ sind, kommen doch zum Beispiel Arbeitsteilung und Vorratshaltung im Tierreich auch vor. (Es soll Ameisen, die sollen eine Art Milchwirtschaft mit irgendwelchen Läusen betreiben. Halten die am Leben und nuckeln immer wieder dran. Ist sowas noch natürlich?).

            Nehmen Sie eine Kopfschmerztablette und gehen Sie schlafen

          • Nadine Binsberger sagt:

            @Baer 22:27: Bravo, bin ganz Ihrer Meinung. Damit ist eigentlich alles wesentliche gesagt und wir könnten uns endlich daran machen, uns nach bestem Wissen und Gewissen mit denjenigen Gütern zu versorgen, die wir brauchen und wollen – auf anständige Art, ohne zukünftige Generationen zu berauben, ohne jemanden unter die Räder zu zwingen und so dass alle genügend davon abbekommen.

            Die Sonne scheint, der Wind weht, das Wasser fliesst, die Bäume wachsen, die Bienen summen etc. – alles ohne irgendwelche Banken, Kredite oder Goldreserven. Der Planet Erde schenkt uns alles was wir brauchen und wollen im denkbarsten Überfluss. Aber die Spezies Mensch scheint die Kunst zu beherrschen, selbst in dieser Fülle noch Mangel und Krisen zu produzieren. Warum sorglos leben, wenn man sich auch Probleme schaffen kann? Ist es uns einfach zu uncool ohne Stress?

            Von wegen „natürlich“:
            http://wfg.integralnetwork.org/peter-kropotkin

          • Albert Baer sagt:

            @Ahn Toan

            „Also ich denke, die natürlichen Grundlagen verhindern sowohl mein persönliches als auch das Überleben der Menschheit als Ganzes auf Dauer.“

            Na dann bin ich mal gespannt von welchen Grundlagen, wenn nicht den natürlichen, Sie denn leben wollen? Falls sie es noch nicht gemerkt haben: Die Welt und alles was darauf ist sind kein Konzepte, sondern sie sind real. Essen sie mal ein Konzept (z.B. eine 1000 Note) und dann zum Vergleich z.B. eine Pizza, vielleicht merken sie einen Unterschied.

            Keinem Ingenieur käme es in den Sinn, bei der Konstruktion eines Flugzeuges die Gesetze der Natur (Physik) nicht zu berücksichtigen. Ein Flugzeug fliegt nur mit der Physik, nicht mit irgendeiner Ideologie.

            Vergessen Sie darum Rousseau. Ich spreche von einer realen, naturwissenschaftlichen Ökonomie.

          • Albert Baer sagt:

            @Nadine Binsberger

            Wie immer haben Sie Recht!
            😉

          • Anh Toan sagt:

            @Albert Baer „Ein Flugzeug fliegt nur mit der Physik, nicht mit irgendeiner Ideologie.“

            Tja, setzen Sie sich in den Wald und bauen ein Flugzeug, Physik gibts ja genug im Wald.

            Eine Tausendernote ist nicht ein Konzept, sondern Papier, und schmeckt wohl kaum anders als eine Fertigpizza, ist aber (noch) teurer. Zur Not helfen Geschmacksverstärker.

          • Thomas ernst sagt:

            @Nadine

            Danke für den Link. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass sowohl in der Evolution als auch in der Marktwirtschaft die Kooperation viel wichtiger ist, als die Konkurrenz. Obwohl es nur eine Verschiebung des Blickwinkels erfordert, was jeder in nullkommanichts selber bewerkstelligen könnte.

          • Albert Baer sagt:

            @Anh Toan

            Ihr Brett vor dem Kopf ist leider kein Konzept, sondern Realität.

        • Thomas ernst sagt:

          @Andres

          Ich danke Ihnen für die ausführliche Antwort zu „Was nun?“. Wir brauchen also nichts weniger als einen gehörigen Kulturwandel. Nun, in der letzten Zeit treffe ich vermehrt Leute, die auch der Meinung sind, dass es so nicht weitergehen könne.

          Dummerweise haben wir an den Schalthebeln der Macht nur Leute, die vom System profitieren. Viele haben wir sogar selbst gewählt…

          • Andres Müller sagt:

            „Viele haben wir sogar selbst gewählt…“

            Herr Ernst, die meisten Menschen haben gespürt das es so nicht ewig weiter gehen kann, haben dann aber die falschen Wahlzettel gezogen. Protestwahlen haben meistens „kurze Beine“, manchmal sind sie so gefährlich wie im explosiven Weimar.

            Nachdem den Menschen jahrelang das neoliberale Pestglöcklein bei ihrer Suche nach Glück geschlagen wurde glaubte die Mehrheit im Futterreflex, die Banken seien der ewig junge machende Glücksbringer. Das passte gut in ein Weltbild das den „Schmutzli“ als „Wohltäter mit der Fitze“ kultivierte, sozusagen der sozialdarwinistische Part des Weihnachtsmanns. Blocher etwa passt gut in das Bild eines guten „bösen Buben“ der letzlich mit der Peitsche für Ordung sorgt -so der Volksglaube vieler Schweizer -daher der Ausdruck „Volkstribun“ für Christoph Blocher. Und wenn man dann doch einen SP-Politker zum Bundesrat zugelassen hat, so nur mit dem Gurtenmanifest als Bibel zur Hand. Praktisch in jeder grösseren Partei lief die neoliberale Gehirnwäsche durch, das Volk blieb davon nicht verschont.

          • Andres Müller sagt:

            …um noch etwa anzufügen, die letzten Schweizer Söldner des Königs in Frankreich waren gut bezahlt -letzlich mussten sie aber alle ins Gras beissen -was der „Löwenbrunnen“ in Luzern (in vielleicht früher Vorahnung zum späteren Aufstieg der Bankenkonzerne und des Neoliberalismus) heute manchen, da damals aus antiaufklärerischer Sicht am Löwendenkmal gemeisselt wurde, sehr kurios erscheinen lässt. Heute haben sich die Schweizer zum Söldner des neoliberalen transnationalen Oligarchentum gemacht, und wieder geht es den Gläubigen (noch) gut. Die finsteren Gewitterwolken des Volkszornes und der Aufklärung kommen näher, aber in der Schweiz ist „Occupy“ oder der Ökonom Stieglitz kaum eine Randbemerkung der Presse Wert, der Thieleman nach Brlin vertrieben und Blocher wurde fast „Chefökonom“ über St. Gallens Wirtschafts-Uni. In St. Gallen lobt man den Italiener Mario Monti in höchsten Tönen, so wie damals die Söldner in Frankreich Lobreden auf die Sonnenkönige schrieben. Napoleon war ein Intermezzo in der Schweiz, die Aufklärung wurde schnell vom Geschäftligeist vereinnahmt.

  • Martin Kreidel sagt:

    Der Tagesanzeiger ist von der Wahl Hollandes offenbar so begeistert, daß er – nicht nur im Wirtschaftsblog – glaubt, es drehe sich nun in Europa alles um ihn. Angefangen von Artikeln wie „Europa widersetzt sich Merkel´s Spardiktat“, obwohl es sich beim Fiskalpakt, zu dem eine EINIGUNG stattfand, weder um ein Diktat noch um eines von Merkel handelt, über „die fünf Baustellen von Hollande“, über die gerade die wie immer im europäischen Kontext belanglose Schweiz nicht zu befinden hat bis hin zu „Ein Freudentag für Europa“, obwohl die Wahl in Griechenland am gleichen Tag das Gegenteil bedeutet: Laßt Hollande erstmal ein halbes oder ganzes Jahr im Amt sein und zeigen, was er zu mehr Wachstum in Europa zu tun gedenkt. Ihm wie auch jeder anderen Regierung sind dermaßen die Hände gebunden, daß er – und das weiß Frau Merkel ganz genau – ganz bald auf dem Boden der Tatsachen ankommen wird. Alles, was er versprochen hat, hat nicht das Geringste mit Europa zu tun, sondern soll die Bürger der ehemaligen und heutigen Möchtegern-Grande Nation in Sicherheit wiegen. Bald wird sich herausstellen, daß es nicht irgendwelche Konzepte waren, die ihm zum Wahlsieg verhalfen, sondern der Wunsch nach Abwahl von Sarkozy. Nach der Einigung zum Fiskalpakt, im Wesentlichen also zur Schuldenbremse, muß man diesem Fiskalpakt halt auch mal Zeit geben, wirken zu können. Jahrzehntelang immer weiter und schneller angehäufte Schulden können nicht so schnell wieder egalisiert werden. Es sind harte Einschnitte zu erwarten, ja, aber lange genug hat man sich auch davor gedrückt wie z.B. in Griechenland. Mit noch mehr Schulden zur Finanzierung von Wachstum weiß man immer noch nicht, ob es dann auch Wachstum gibt – nachhaltiges Wachstum sowieso nicht. Auch hat Hollande scheinbar nicht realisiert, daß er im europäischen Kontext sich vor allem mit Deutschland einigen muß, wie das Vertrauen in den Euro wieder hergestellt werden kann, denn um dieses geht es in erster Linie, nicht um mehr Geld für diese und weniger Geld für jene Schichten der Bevölkerung. Ob er dabei irgendwelchen Sozis in seinem Heimatland verpflichtet ist, interessiert im Ausland niemanden, Merkel schon gar nicht. Bei erstgenannten kommt es natürlich gut, wenn er hinausposaunt „Deutschland kann nicht allein über Europa bestimmen“, auch wenn niemand das so gut weiß wie Deutschland. Damit hat er einen Teil seines wahren Kerns schon offenbart: Frankreich will auch mal wieder führen. Bitte sehr, aber doch nicht mit solch verstaubten Sozi-Rezepten, die selbst das gewünschte Wachstum im eigenen Land kaum generieren werden.

  • Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich in eine oekonomischen Artikel die Worte „Nach gängiger Lehre“ lese. Haben die Debatten um die Finanzkrise (und die Euro-Krise scheint mir im Kern doch wohl immer noch eine Finanzkrise zu sein) nicht gezeigt, dass die „gängige Lehre“ nichts taugt, besonders wenn das Konzept eines Finanzmarktes in dieser „gängigen Lehre“ nicht einmal vorkommt?

    Dass das angesprochene „Aufbrechen von Marktbehinderungen“ irgendwelche Wachstums-Wirkungen haben soll, scheint mir eher zweifelhaft, sogar dort, wo angeblich „Märkte grundsätzlich funktionieren“. Ob/wo/wie „Märkte grundsätzlich funktionieren“ ist eine rein ideologische Frage und keine der Oekonomie. Oder wie kann es sonst sein, dass Oekonomen etwa einen Strommarkt befürworten, obwohl doch ein solcher Markt gemäss ihrer eigenen Lehre (die aber zweckdienlich ignoriert wird) wegen des Konzepts des natürlichen Monopols gar nicht existieren kann. „Anreize für Innovationen“ und „Strukturwandel“ sind lediglich Code-Wörter für „neoliberalen Umbau“, denn eigentlich würden ja Unternehmenssteuer-Erhöhungen einen Anreiz zu Investitionen schaffen (und Oekonomen wissen das), aber jede Form der Steuererhöhung ist für einen in der Wolle gefärbten trickle-down Oekonomen natürlich undiskutabel.

    Am ehesten scheinen mir (disclaimer: ich bin Inschenör, kein Oekonom) Wachstums-Impulse der ersten Art (Nachfragelücke) etwas zu bringen, aber dass in der jetzigen Situation geldpolitische Massnahmen keine Wirkung haben, scheint mir evident: Man kann an einem Strick ziehen, aber nicht schieben (Zinserhöhungen können Investitionen hemmen, aber Zinssenkungen müssen Investitionen nicht fördern). Am wirkungsvollsten scheint mir beinahe, die Nachfrage zu fördern, indem man das Geld statt den Banken zu geben, direkt unter das Volk verteilt, in der Hoffnung es werde im Land ausgegeben. Hätte man in den USA statt die Banken herauszuhauen, ihnen die Hypotheken abgekauft (und ihnen damit Liquidität zugeführt), stünde das Land wohl nicht schlechter da, aber es gäbe bedeutend weniger Pfändungen von Liegenschaften.

    • Linus Huber sagt:

      Dass Sie keine Wirtschaftswissenschaft studierten ist eher ein Vor- als ein Nachteil, da dies Ihnen erlaubt logisch zu denken. Wie Sie erklären, ist der Markt für Kredite übersättigt (wenn ich schon 3 Ferraris in meinem Vorgarten parkiert habe, will ich keinen vierten, selbst wenn der Preis 0 ist). Das Kollateral, worauf sich viele Kredite stützen, lasst sich durch inflationäre Geldpolitik nicht einfach auf ein erneutes höheres Preisniveau heben, da Geld, welches freigesetzt wird, nicht mehr gesteuert werden kann, sondern dorthin fliesst, wo vermeintlich die höchste Rendite erzielbar scheint. Ebenfalls sickert es nicht wie Wasser nach „unten“ (trickle down) sondern eher wie Honig, und wenn es „unten“ ankommt, sind sämtliche dadurch beeinflussten Preise bereits massiv gestiegen. Dies produziert, unter anderen negativen Aspekten, die zunehmende Einkommens- und Vermoegensschere.

      Ich teile Ihre Ansicht, dass man besser das Individuum anstelle der Banken „retten“ würde, indem man z.B. jedem Bürger eine Gutschrift erteilt und er wenigstens einen momentanen Vorteil geniesst für die nachkommenden Preissteigerungen. Diese offensichtliche Ausweitung der Geldmenge wäre bedeutend ehrlicher und verbunden mit der Verpflichtung auf Rückzahlung von ausstehenden Krediten (Schulden), würde dies die zu hohe Kreditmenge im System reduzieren. Da jedoch auch der Schuldenfreie sich dieser Gutschrift erfreuen dürfte, würde wohl auch ein, wenn auch kurzfristiger stimulierender Aufschwung für die Wirtschaft erfolgen. Man sollte Abstand nehmen, nur eine Gruppe der Bevölkerung zu bevorzugen mit der Geldpolitik, sondern wenn man schon manipuliert, sollte die Geldmenge gleichmäßig und direkt an sämtliche Mitglieder der Bevölkerung verteilt werden.

      Wobei ich persönlich, jede geldpolitische Manipulation aufgrund der längerfristig anfallenden negativen Nebeneffekte ablehne.

  • alfred sagt:

    das schlimmste am wirtschaftlichen wachstum in den letzten jahren ist,
    >> die früchte wurden einseitig verteilt
    >> die reichen werden immer noch reicher
    >> der mittelstand verliert an boden
    >> die armut steigt und steigt
    >> das alles unter der herrschaft der rechts-bürgerlichen politiker
    > ich hoffe jetzt auf ein adeè merkel-regirung
    > ab herbst ein stabiles rot / ROT / grüne regim in deutschland
    > und auf eine 2. amtszeit für obama
    > wir brauchen keine kapitalistischen regierungen die nur dem feudalismus dienen
    > ich hoffe auf eine wiedergeburt der sozialen marktwirtschaft

    • hans nötig sagt:

      Wir müssen uns vor allem endlich mal von diesem Korsett lösen das es nur diese eine einzigartige und ewig weiterfunktionierende Wachstumswirtschaftsform gibt.

      Die SPD hat in Deutschland bereits genug angerichtet, ich glaube da können die meisten drauf verzichten (auch die Grünen). Und die soziale Marktwirschaft haben wir doch, Verluste werden fachgerecht sozialisiert 😉

    • Linus Huber sagt:

      @ Alfred

      Vergessen Sie besser, dass irgendeine Politik (ob links oder rechts, unten oder oben) erfolgreich sein wird, solange das eigentliche Problem nicht gelöst wurde (Die Abschreibung von Fehlinvestitionen).

      Die gegenwärtige Geldpolitik ist Grund fuer die ersten 4 Punkte. Allerdings wird zur Zeit die Last der Probleme nur auf dem Rücken der 99% abgeladen, wie Sie aufführen. Das Pendel wird sicherlich bald in die andere Richtung ausschlagen, womit die 1% mit leiden dürften. Alles dauert bis sich neue Erkenntnisse durchsetzten. Auch die Immobilienblase platzte 2 Jahre später als ich dachte.

  • H. Trickler sagt:

    Solange Frankreich und Deutschland gemeinsam eine Austeritätspolitik vertraten bestand eine gewisse Hoffnung, dass die Strukturreformen welche für ein wirtschaftliches Wachstum in den PIGS Voraussetzung sind, trotz aller Unbill für die betroffene Bevölkerung durchgeführt werden.

    Mit der neuen polititischen Ausgangslage (und der Patt-Situation in Griechenland) sehe ich schwarz. Mit der Reichensteuer wird Hollande niemals all das finanzieren können was er versprochen hat und es bleibt auch für ihn dann nur eine höhere Staatsverschuldung.

    Die BRD wird solche Risiken nicht eingehen wollen und damit dürfte das traurige Schicksal des Euro besiegelt sein. PIGS Länder inkl. Frankreich werden wieder nationale Währungen haben und wie gehabt grosse Teile des Staatsdefizits über hohe Inflation loswerden. Dies zu lasten derjenigen Bevölkerungsteile welche sich nicht dagegen wehren können. Irgend jemand zahlt die Rechnung immer, there is no free lunch!

    • Thomas ernst sagt:

      …das Problem mit allen Sozialisten ist, dass ihnen früher oder später das Geld der anderen Leute ausgeht…

  • Mike Keller sagt:

    Das ist ein toller Artikel! Letztlich werden die Deutschen Interessen im Euro widerspiegelt, da dieses Land schlichtwegs die Macht in Europa besitzt. Mit dem Einsitz von Hollande müssen nun die Deutschen ein paar Kompromisse eingehen. Wenn man dies so liest, glaube ich nicht, dass eine gemeinsame Währungspolitik in Europa möglich ist – somit ist der Euro wahrscheinlich in dieser Form erledigt.

    • Thomas ernst sagt:

      …ist er. Die Frage ist doch nur: Wann werden die Politicos das zugeben?

    • Linus Huber sagt:

      Das Problem ist grundsätzlich nicht der EURO selbst, sondern die Verweigerung der Entscheidungsträger, unrueckzahlbare Schulden abzuschreiben und diese lieber der Allgemeinheit unterzujubeln. Natürlich hat dies einen Effekt auf die Idee des Euros, ist jedoch nicht der wesentliche Punkt.

      Viele Leute haben wohl das Gefühl, dass aufgrund der verhaeltnismaessig gegenwärtigen in den USA, dass diese deswegen das Problem gelöst hätten, dabei ist es nur eine Frage der Zeit, dass die USA auch wieder zum Hauptthema werden dürfte. Die Politik der massiven geldpolitischen Eingriffe wird ebenfalls mittelfristig die Lage eher wieder verschärfen aufgrund der dadurch in Gang gesetzten negativen Nebenwirkungen, welche sich immer zeitlich verschoben einstellen.

  • Albert Baer sagt:

    Mehr Wachstum, mehr Wettbewerb, mehr/weniger Staat, mehr/weniger Verschuldung, mehr Globalisierung, mehr Nationalismus….

    Was für kreative/innovative Tiefflüge!

    Erinnert mich an Einsteins Aussage: „Wir nutzen nur 10% unseres Gehirns“.

    • Thomas ernst sagt:

      @Baer

      Das Zitat ist falsch. Materiell: Das Hirn arbeitet im Wachzustand immer zu 100%, die Frage ist nur, woran?

      Formal: Hat Einstein nie gesagt.

      Real: Wenn alle, vor allem die Politiker, ihr ohnehin arbeitendes Gehirn bloss zu 10% auf die relevanten Fragen fokussieren täten, wären die meisten lösbaren Probleme (z.B. EUR) längst (auf)gelöst. Das Problem ist, dass sich der Anteil der nützlichen Verwendung an den Hirnaktivitäten bei den meisten oeffentlichkeitswirksamen Figuren auf unter 1% beläuft.

      • Andres Müller sagt:

        Herr Ernst, die Gehirne der Politiker laufen mit dem Bestreben ihre Macht zu erhalten, da gibt es für „Volksökonomie“ eben keine Kapazitäten mehr, oder dann ist das Wohlergehen der Menschen im Wege. Der Drill um Politiker oder einflussreicher Ökonom zu werden ist sozialdarwinistischen pawlovschen Gesetzen ausgesetzt. Wenn der Hund bei Erwähung des Wortes „Sozial“ zuschnappt, dann wird er belohnt. Das Wort „Gutmenschentum“ ist nach einigen Jahren des Vergessens über die Ereignisse der Nazizeit wieder zum Spelunkenschimpfort in den Bundeshauskavernen geworden, um ethisch überlegtes Verhalten zu kritisieren.

        Nach eingehendem Studium des Europäischen sogenannten Target-2 supranationalen Zahlungsausgleichsystems müsste eigentlich jedem Idioten einleuchten das die Banken der Südperipehrie derart bankrott sind, dass alleine dieser Umstand infolge der Zinseszinsen laufender Schulden den Euro zunehmend in ein wertloses Giftpapier verwandelt.

        Die Einführung des Begriffes „to big to fail“ hat den Westen inzwischen nicht nur mehrere Billionen US$ gekostet, der Zitronensozialismus zerrt auch an den Strukturen unserer Demokratie und des (sozialen) Marktsystems. Ich bin inzwischen der Überzeugung dass die Verschonung der Banken der Grund ist dass sich in diesem Ausmass laufend weitere Schuldenberge anhäufen. Die Rettung der Banken war der grösste Fehler in der ‚modernen‘ Politik und Ökonomie. Es ging vergessen dass wenn man jemanden rettet, dass dann auch dessen Schulden weiterhin aktiv bleiben und ständig weitere Kosten verursachen, im Gegensatz zum Schnitt durch ein Insolvenzverfahren. Stellen sie sich vor man hätte damals die Swissair so wie sie gewesen ist gerettet -was denken sie wäre heute deren Schuldenstand? Es wäre die Swissair weiterhin verschuldet und die Steuerzahler müssten mitbluten.

        • Thomas ernst sagt:

          @Andres

          Ich fürchte, nicht nur die Oekonomen und Politiker sind dressiert wie Pawlowsche Hunde, wir alle sind kräftig gehirngewaschen und halten allerlei Unsinn für normal. Die Medien lenken die oeffentliche Meinung – und von den echten Fragen ab. Z.B. Warum die Banker, welche ihre Firmen an die Wand Gefahren haben, immer noch Lohn und Boni bekommen, oder warum man eigentlich die kriminellen Politiker nicht schon laengst eingesperrt hat. Oder weshalb wir immer noch Steuern an einen längst kriminell gewordenen Staat bezahlen…

          • Linus Huber sagt:

            Ich stimme Ihnen hier voll zu Thomas. Die Schweiz hat ein zusätzliches Problem, da wir als Staat zu den 1% gehören und wir es kunstvoll verstanden haben, den 1% zu dienen, womit wir grosse Vorteile für unsere Volkswirtschaft generieren konnten. Dies dürfte auch der Grund sein, dass in Anbetracht dieses Umstandes die Bevölkerung auch im demokratischen Prozess vorläufig immer zugunsten von Regeln zugunsten der 1% stimmt.

            Weltweit gesehen, glaube ich jedoch schon daran, dass die Demokratie (ausser sie würde durch diktatorische Tendenzen temporär als unpraktisch suspendiert, was keine geringe Gefahr darstellt) langsam einen Trendwechsel herbeiführt und diese Missstände berichtigen dürfte.

  • Heinz Binggeli sagt:

    Gute Nacht Frankreich!
    Ein Volk das nicht Arbeiten will wird nie auf einen Wachstumspfad kommen.

    • Thomas ernst sagt:

      Ja. Aber es scheint, dass die ArbeitsUNwilligen immer in den staatlich geschützten Pfründen landen, welche dann auf Kosten der Arbeitswilligen schmarotzen. Das macht diesen logischerweise auch keinen Spass, worauf sie sich ebenfalls zurücklehnen.

      Wie schon ein grosser Vordenker festgestellt hat: „Der moderne Sozialstaat ist der Versuch von jedermann, auf Kosten von allen andern zu Leben.“

      …und die einzigen, die sich NICHT gegen diese Ausbeutung wehren können, sind unsere Kinder…

      Proscht Holland!

      • Taric Trent sagt:

        Eine grossartige Bereicherung für den Ökonomieblog wenn die Herren Gutbürger hier ihre herrschaftliche Moral abbarbeiten indem sie gegen Schmarotzer hetzen. Es ist auch völlig klar, dass man, um so Beiträge wie Sie Zwei hier anbieten, nicht mal den Artikel lesen muss. Wie Pawlowsche Hunde sabbern (empören) Sie sobald die Glocke (linke Staatsbesetzung) erklingt, da kann man nur gratulieren zur Wohlgeformtheit ihrer Person, aber nicht Ihnen, sondern dem Staat, der sich so Musterbürger zu schaffen weiss.

      • Thomas ernst sagt:

        @Taric

        Ist ja schön, dass Sie sich als zertifizierter GutLinksMensch mal wieder über diejenigen Stimmen empören, welche es wagen, den Finger direkt in die Lücken des Linken Gedankengutes zu legen.

        Nur als Hinweis: In GR sind rund 52% der Lohnempfänger vom Staat oder staatsnahen Betrieben salariert. Da spielt Links (PASOK) oder Rechts (ND) keine Rolle und wurde auch von mir nicht angesprochen.

        Es ist aber erfreulich zu sehen, dass ein linker Staatsausnuetzer wie unser guter Taric in Pawlowschem Reflex losbellt und die Linke zu verteidigen sucht. Das zeigt immerhin, dass auch solche Staatsprofiteure ein schlechtes Gewissen haben. Da könnte ja noch ein Fortschritt in Richtung Eigenverantwortung möglich werden.

        • Taric Trent sagt:

          Sie haben leider vernachlässigt auf die Kritik zu antworten, dass ihre Einlassung weder etwas mit dem Thema noch mit Ökonomie überhaupt zu tun hat. Ihre Urteile über meine Person sind weder interessant noch zutreffend.

          • Heinz Binggeli sagt:

            @Taric
            Es hat sehr wohl mit Ökonomie zu tun wie ein System seine Bürger erzieht.
            Wenn ein Staat seine Bürger zum Steuern Fressen oder in der Privatindustrie mit Kündigungsschutz zur Faulheit erzieht.

          • Taric Trent sagt:

            Aha, die Herren wollen ihre Hetze gegen Arbeitslose als Beitrag zur Wachstumsdebatte verstanden wissen. Na wenn das so ist…

        • Thomas ernst sagt:

          …leider kann ich in ihrem sinnfreien Gelaber nichts identifizieren, was sich als replikwuerdige Kritik qualifizieren liesse….

        • hans nötig sagt:

          Gewisse Menschen reagieren einfach ein wenig allergisch auf zu simple und undifferenzierte Weltbilder.

          Und linke Wähler = faules Pack ist einfach so etwas. Geht mir genaus. Wenn es dann noch so daherkommt das man offensichtlich weder den Blog gelesen noch irgendein Interesse an einer Diskussion hat, sorry, dann muss man einfach damit rechnen das einem jemand im ähnlichen Stil an den Karren fährt.

          BTW, Nazis sind meist rechte Schmarotzer und es gibt viele Reiche die durchaus „llinks“ wählen. Malt euch die Welt mal an, ist nicht immer alles nur Schwarz/Weiss hier!

    • Andres Müller sagt:

      Thja herr Binggeli, als (arbeitender) Arbeiter und KMU der Mittelschicht wächst es sich in der EU derzeit am Besten in Frankreich (Trotz Sakozy und wohl dann auch mit Hollande).
      http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2012/05/1a26.jpg

      Die Deutschen die doch (angeblich) so viel und gerne Abeiten sind trotz Beschäftigung auf PIIGS -Niveau abgesackt..

      • Thomas ernst sagt:

        Danke für den Link. Ist ja erschreckend, dass DE so absackt, obwohl wir Schweizer bei denen einkaufen wie blöd.

  • hans nötig sagt:

    Vielleicht wachsen wir Menschen ja mal über uns hinaus und betrachten unsere Probleme ohne den gerade aktuellen ideologischen Überbau.

    Oder anders gesagt, es muss ja nicht sein dass unser System nicht funktioniert, nur, solange wir uns aufs Aufrechterhalten konzentrieren (über das totale Wachstum oder dem total Sparkurs ist ja eigentlich völlig egal) und Fragen wie „muss das denn so sein“ schlicht nicht verstehen geschweige denn uns damit beschäftigen, werden wir das niemals rausfinden.

  • Taric Trent sagt:

    Mit Wachstum ist natürlich immer und nur Kapitalwachstum gemeint. So gut versteht man sich dann doch.

    • Sacha Meier sagt:

      In der Schweiz wird unter Wachstum eher eine wahrscheinlich nicht ganz so gesunde wirtschaftliche Aufblähung verstanden, die auf qualifizierten, billigen PFZ-Einwanderern abgestützt ist. Weil diese Zuwanderer einheimische Werktätige systematisch verdrängen, belasten diese wiederum die Sozialsysteme (meine Wenigkeit gehört auch dazu). De facto ist das ganze Spiel ein Ponzi-Schema, bei dem grosse Versorgungsunternehmen, Banken, Baufirmen und Dienstleister jetzt zwar traumhafte Renditen erwirtschaften – nach dem Platzen der Blase wird jedoch ein riesiger sozialer Trümmerhaufen übrigbleiben. Wann das der Fall sein wird, weiss allerdings noch niemand.

      • Taric Trent sagt:

        Herr Meier, es sind doch nicht die Zuwanderer, die Ihnen kündigen und sie damit von ihrem Job verdrängen wenn sie billigeren Ersatz finden! Das sind die Arbeitgeber, die ihnen die Arbeit auch nehmen können, und das auch tun im Rahmen dessen, was für Wachstum nötig ist. Genauso sind es übrigens die Landesgenossen, die sich um ihren Job streiten. Das nenne ich schon einen sozialen Trümmerhaufen, wir reden von bis zur Hälfte der Jungmannschaft (z.B. in Spanien), die ohne Arbeit ist! Dieses Überangebot an Arbeitskräften, die in der Marktwirtschaft daraus resultierende Not und Migration, dieses ausgerechnet den Arbeitern anzulasten, die nicht gebraucht werden, ist doch eine Gemeinheit sondergleichen. Die Arbeitgeber tun doch alles dafür, Arbeit einzusparen (um konkurrenzfähig mit anderen Arbeitgebern zu sein), und wenn es dann wirklich wenig Arbeit zu erledigen gibt um das herzustellen was verkauft werden kann, sind die Arbeiter schuld, und besonders die, die ihre Staatsangehörigkeit wechseln? Ist das die Wahrheit?

      • Andres Müller sagt:

        Frau Meier, damit bin ich mit Ihnen Einig,

        Da wir immer wieder darauf hingewiesen in der Politik dass wir uns dem „Wettbewerb“ (mit China) stellen müssten, hervorgehoben wird oft der Aufstieg der Asiaten. Doch bei genauerem Betrachten mit wem wir da im Wettbewerb liegen…

        http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/suedkorea-faengt-menschenfleisch-ab-1.2822073

        Letztendlich, wenn die Politiker den Rest ihrer moralisch -ethischen Gesinnung zugusten des neoliberalen Sozialdarwinismus der Märkte über Bord geworfen haben um den Chinesen nachzustreben, dann werden solche Händel auch hier an der Tagesordnung sein, Menschenrchte, Arbeitsrechte und Sozialstaat haben dann keinen Platz mehr.

  • Linus Huber sagt:

    Keynesian Ideas sind wohl noch lange nicht erledigt. Wenn ich obigen Artikel lese, wird nicht ein einziges mal auf das Grundproblem der massiven Kreditausweitung der vergangenen Jahrzehnte hingewiesen als mögliches Problem. Diese Theorien sehen in einer Währung (im Kopf des Individuums geht es um sein Geld) einzig die Möglichkeit der Manipulation ohne die geringste Rücksicht auf das menschliche Bedürfnis von werterhaltendem Geld.

    Eigentlich sollten sich die Märkte ja freuen, da schrittweise die Idee der sogenannten Austerity damit einen schwereren Stand hat als zuvor, wobei Austerity wohl noch nicht einmal irgendwo eingeführt wurde, da die Staatsausgaben überall noch über den Einnahmen liegen.

    Die Geldpolitik der letzten 4 Jahre produzierte falsche Anreize und hat hauptsächlich der Spekulation gedient, aber in keiner Weise das Problem beseitigt, ich würde sogar sagen, dass das Problem dadurch massiv vergrößert wurde. Wir muessen endlich Wege suchen und finden, das massive weltweite Kreditvolumen bevoelkerungsvertraeglich zu reduzieren ansonsten wir längerfristig keinen realen Wachstum erwirtschaften können. Wachstum basierend auf noch mehr Schulden ist eine Verschleppung der Lösung und nicht eine Lösung.

    Meine sehr negative Ansicht in Bezug auf Manipulationen in der Geld- oder Finanzpolitik beruht darauf, dass die Akteure nicht die geringste Ahnung haben, welche langfristigen Nebenwirkungen sich durch eben solche Manipulationen einstellen. Ebenfalls wird der Aspekt der Demographie offensichtlich sehr nebensächlich behandelt, da dies ja nicht so schnell manipulierbar ist.

    • Andres Müller sagt:

      Wenn man von Wachstum spricht, dann stelle ich mir jedenfalls kein Geldvolumenwachstum in Schulden und Vermögen vor, sondern sichtbares realwirtschaftliches Wachstum das der breiten Bevölkerung erfahrbar wird. Ich habe aber keinen Zweifel dass die Politik und deren Ökonomen unter Wachstum etwas ganz anderes vorstellen. Man schaut auf den BIP, und der dient bei hohem Gini-Koeffizienten nur einer schmalen Basis der Bevölkerung. Man blickt etwa in Deutschland auf die Exportzahlen und vernachlässigt den Binnenmarkt. Eben hat ein deutsches Gericht geurteilt dass ein Arbeitsloser für 5 Euro pro Stunde Arbeit annehmen muss, das ist eine Leitentscheid der den Begriff Wachstum für Viele zum Spottwort werden lässt. Wer oder was soll da wachsen? Ich bin inzwischen überzeugt davon das die Politik und deren Ökonomen unter Wachstum NUR das Wachstum der Finanzbranche vorstellen und das der Exportindustrie. Damit können sie nämlich selber am meisten Lobby Unterstützung garnieren und sich selbst materiell bereichern.

      • Linus Huber sagt:

        Richtig Andres, wir haben sehr oft eine gleiche oder ähnliche Meinung.

        Der Fokus auf das BIP ist eh lächerlich. Wir sollten uns eher auf ein neues BIP einigen (heutiges BIP minus Defizit). Dies gäbe eine viel realistischere Situation wider. Oh, schade, dieses es leider seit Jahren negativ in den meisten Staaten.

        • Andres Müller sagt:

          Herr Huber, da gehe ich mit Ihnen einig. Was zählt für die Menschen ist -kann man mit dem was man jetzt hat und was einen in Zukunft erwartet noch (gut) leben? Das ist ja völlig anders als bei den Banken, dort wurden inzwischen selbst die Existenzgrundlagen virtualisiert, wenn man etwa nach Griechenland schaut. Die Banken dort haben praktisch kein Eigenkapital mehr und die gesamte Marktkapitalisierung aller griechischen Banken berägt seit Heute Morgen noch 3,5 Milliarden Euros -ein Witz, das ist von den Rgeln Basel I II und III völlig losgelöst, aber es läuft einfach weiter. Damit erhöhen sich die Schulden der Griechen ins Unermessliche, weil unter Schulden werden laufend neue Unkosten generiert. Alleine die Existenz der griechischen Banken bewirkt eine zunehmende Bedrohung der gesamten Privatwirtschaft. Um nur einen Ausschnitt aus der Misere zu dokumentieren, Hauseigentum in Giechenland wird die Grundlage mit rasender Geschwindigkeit entzogen, denn die kaputten Finanzstrukturen lassen z.B. die Wohneigentumspreise sehr rasch deflationieren, das zerrt an den Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Die Zahlen dazu:
          Die Apartmentpreise fielen 3.7% im Jahr 2009, 4.7% in 2010 und 5.1% im Jahr 2011, die Tendenz im Jahr 2012 ist weiter beschleunigt sinkend ich schätze um weitere 6%.
          http://www.bankofgreece.gr/BogDocumentEn/Monetary_policy_2011-%202012%20_March%202012_Chapter%20III_Section_1_2_.pdf

          Die Hypokrise in den USA erscheint dagegen fast wie ein Klacks, denn es ist kein Ende absehbar. So kommt es dass in Griechenland immer mehr Wohneigentum -Besitzer gebeten werden nachzuzahlen. Wer ein neues Haus kauft kann dies nur noch ohne Hypokredit tun, denn solche Kredite verwandeln sich sonst schnell in galoppierenden Schuldenbalast, weil der Wert der Häuser fast wie ein Automobil abwertet. Im Prinzip kommt das davon dass die Banken weiter mit aller Gewalt künstlich am Leben gehalten werden, was zur Schuldenumwälzung auf die Bevölkerung führt. Die Assets der griechischen Banken betragen 500 Milliarden Euro, und etwa die Hälfte davon sind nun Müll die nie mehr zurückbezahlt werden können.

          • Linus Huber sagt:

            Der Grund der Misere liegt wohl in der ankerlosen Geldpolitik der Zentralbanken während den letzten 30 Jahren. Niemand kann wirklich wissen, welches die ideale Hoehe von Zinsen und Geldmenge sind und während man in den meisten andern Bereichen auf den Markt setzt, glaubt man diesen Aspekt nicht dem Markt überlassen zu können. Das Resultat sehen wir heute und anstelle einer Anerkennung der Fehler wird noch stärker Manipuliert.

            Definition von Idiotie gemaess Einstein besteht darin, dass man immer wieder den gleichen Versuch durchführt und ein anderes Resultat erwartet.

  • Anh Toan sagt:

    Die Zinssätze französischer Staatsanleihen werden Hollande vom Wahlkampf in die Realität des Regierens zwingen.

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