Deutschland und Spanien: Näher, als man denkt

Ein unvollendetes Gebäude in Madrid. (Keystone/Arturo Rodriguez)

Eine Immobilienblase ist in Deutschland auch möglich: Ein unvollendetes Gebäude in Madrid. (Keystone/Arturo Rodriguez)

Spanien ist kein notorischer Defizitsünder.

Genauso wenig wie Irland.

Das kann nicht oft genug wiederholt und betont werden. Es ist schlichtweg falsch, wenn diese beiden Länder heute in der Diskussion rund um die Eurokrise den gleichen Stempel erhalten wie Griechenland, Italien und Portugal.

Nein, die Geschichte dieser beider Länder ist differenzierter, und sie birgt einige Lehren, die sich gerade der heutige Musterknabe in Europa, Deutschland, zu Herzen nehmen sollte.

Der Reihe nach. Hier eine schöne Zusammenstellung – aufbereitet vom australischen Blog Macrobusiness – basierend auf Eurostat-Daten des Haushaltsdefizits und der Staatsverschuldung der 17 Länder der Europäischen Währungsunion für den Zeitraum von 2000 bis 2010. Zunächst die Übersicht zum Defizit (in Prozent des BIP):

Und hier die Staatsschulden, ebenfalls in Prozent des BIP:

Graue Felder in der Grafik bedeuten, das betreffende Land hat die Maastricht-Kriterien einer Staatsverschuldung von maximal 60 Prozent des BIP beziehungsweise eines Budgetdefizits von maximal 3 Prozent des BIP erfüllt. (Das sind auch die Kriterien für den neuen Fiskalpakt, der künftig mit der Androhung von Bussen durchgesetzt werden soll.)

Sehr schön zu sehen: Griechenland hat die Kriterien nie erfüllt, Italien nahezu nie. Deutschland und Frankreich zählten in den frühen Jahren der Währungsunion fast permanent zu den Sündern. Blütenreine Westen haben nur Finnland, Estland und Luxemburg.

Nun aber konkret zu Spanien und Irland: Bis und mit 2007 zählten beide zu den Musterschülern Europas. Sowohl punkto Staatsverschuldung wie auch punkto Haushaltsbudget haben sie die Maastricht-Kriterien stets erfüllt. Und das sogar deutlich: Die Staatsschulden Irlands und Spaniens erreichten 2006/07 ein Tief von 24,7 respektive 36,2 Prozent des BIP.

Was ist geschehen, dass Irland und Spanien mittlerweile zu den PIIGS, den krisengeplagten Peripherieländern der Eurozone, zählen? Ganz einfach: Für beide war die Geldpolitik der EZB in den frühen Jahren der Währungsunion viel zu expansiv, das Zinsniveau war für ihre Wirtschaftsdynamik zu niedrig. In beiden Ländern lösten die tiefen Zinsen einen kolossalen Immobilienboom aus, der sich, angetrieben von einem wildgewordenen Bankensystem, zu einer kreditgetriebenen Spekulationsblase ausweitete.

Dieser Bauboom feuerte in den Jahren bis und mit 2007 das Wirtschaftswachstum zusätzlich an, was die Einkommen der Bevölkerung steigen liess, was die Banken in ihrer Kreditvergabe noch freimütiger werden liess, was wiederum die Immobilienblase noch mehr aufblähte. Ein perfekter positiver Feedback-Mechanismus.

Dann, 2008, platzte die Blase. Der Rest ist Geschichte.

Die Wucht des Kollapses sandte beide Länder in eine Depression, und seither wandert der private Schuldenberg, der sich in den Boomjahren in Spanien und Irland angehäuft hatte, nach und nach auf die öffentliche Bilanz des Staates. Sehr schön ist in obenstehender Grafik zu sehen, wie die Kosten der seriellen Bankenrettung in Irland die Staatsschulden von 24,8 Prozent des BIP im Jahr 2007 auf 92,5 Prozent im Jahr 2010 hochschnellen liessen.

Das hatte überhaupt nichts mit chronischer Defizitpolitik oder öffentlichem Schlendrian zu tun. Der keltische Tiger war mit 200 km/h gegen eine Betonwand geprallt. Etwas verlangsamt, aber im Grundsatz nach dem gleichen Muster, spielte sich die Katastrophe in Spanien ab.

Sowohl Irland wie auch Spanien werden noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, an den Folgen ihrer Immobilienblase zu leiden haben.

Was aber soll das Deutschland angehen? Nun, Deutschland ist heute dort, wo Spanien vor zehn Jahren stand: Die Geldpolitik der EZB ist heute zu expansiv für die deutsche Wirtschaft.

Machen wir also ein kleines Gedankenspiel und gehen dabei von der Annahme aus, dass a) die EZB ihre Niedrigzinspolitik zum Wohle Italiens, Spaniens, Frankreichs und diverser anderer Euro-Länder noch mehrere Jahre fortsetzen wird, und dass b) die Europäische Währungsunion in ihrer heutigen Form bestehen bleibt:

Diese lange Phase niedriger Zinsen könnte in Deutschland einen Immobilienboom auslösen. Nach zwei Jahrzehnten stagnierender Preise ist der Markt reif dafür. In der Tat sind erste Anzeichen dafür bereits zu sehen: Gemäss Daten der Bundesbank sind die Häuserpreise in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt um 5,5 Prozent gestiegen, was der höchsten Zuwachsrate seit fast zwanzig Jahren entspricht.

Nehmen wir also an, aus dem moderaten Preisanstieg wird im Verlauf der kommenden Jahre ein Boom. Kapital strömt ins Land, die Deutschen nehmen mehr Schulden zu günstigen Zinskonditionen auf, um den Zug nicht zu verpassen und sich ebenfalls eine schicke Wohnung in Berlin oder ein Haus auf dem Land kaufen zu können.

Irgendwann wird aus dem Boom dann eine Manie, eine Spekulationsblase – und weil die Immobilienpreise immer weiter steigen, gewähren die Banken noch freimütiger Kredit. Jeder will dabei sein.

Und die Blase pumpt sich weiter auf, immer weiter.

Die Binnenkonjunktur Deutschlands wird brummen, der Bauboom wird Hunderttausende neue Stellen schaffen, das Land wird sich selbst als Wirtschaftswunder feiern und vor Selbstbewusstsein strotzen. Der deutsche Finanzminister wird davon sprechen, dass die steigenden Immobilienpreise lediglich Ausdruck der Vitalität und Dynamik der deutschen Wirtschaft seien.

Dann, irgendwann, sagen wir im Jahr 2020, wird die deutsche Immobilienblase platzen. Die Banken des Landes – sie haben sich im internationalen Vergleich noch nie mit umsichtiger Geschäftsführung hervorgetan, daher werden sie es auch dieses Mal nicht tun – werden ihre Version des Aufpralls mit hoher Geschwindigkeit erleben. Sie werden mit Staatsgeldern gerettet werden müssen, faul gewordene private Schulden in Höhe von Hunderten Milliarden Euro werden das deutsche Finanzsystem erdrücken.

Und dann wird Deutschland plötzlich dort stehen, wo sich Spanien und Irland heute befinden. Ohne den Hauch einer Chance, die Vorgaben des Fiskalpaktes erfüllen zu können.

Wer, ja wer, wird dann wohl in Europa auf harte Budgetdisziplin pochen und die Fiskalsünder kasteien?

Keine Kommentare zu «Deutschland und Spanien: Näher, als man denkt»

  • Ich habe eine geniale Idee, wie man den Mittelstand wie eine Schlachtsau ausnehmen könnte! Hier die einzelnen Schritte:

    1. Die Banken finanzieren den Wohlstand der Reichen (den Heidenspass, KMUs um Kredite betteln zu lassen, die man danach trotzdem verweigert, gibt’s als kostenlose Zugabe)
    2. Die Reichen stürzen sich in Privatschulden (u.a. durch Immobilienkauf und -spekulation)
    3. Immobilienblase bildet sich
    4. Banken heizen die Blase weiter auf und kassieren dabei gigantisch ab
    5. Blase wächst und platzt schliesslich
    6. Staat übernimmt die Schulden der Reichen (indem sie die Banken rettet, die deren Schulden hält)
    7. Man kopfschüttelt über den verantwortungslosen Schulden- und Lotterstaat, und lässt ihn dafür bluten, indem Staatsbetriebe privatisiert (d.h. an Reiche verschenkt), Staatspersonal entlassen und überhaupt Sparmassnahmen beschlossen werden, die den Mittelstand besonders hart treffen
    8. Kredite für den Staat durch die von ihm geretteten Banken gibt’s nur noch zu hohen Zinsen
    9. Der Steuerzahler (d.h. der MIttelstand, denn Reiche zahlen ja keine Steuern) zahlt die hohen Zinsen
    10. Den Reichen gehören nun all die lukrativen ehemaligen Staatsbetriebe, und sie verdienen auch noch an den hohen Zinseinnahmen für ihre Kredite an den Staat — alles bezahlt vom Mittelstand!

    Natürlich würde so etwas in der Realität niemals funktionieren, aber eine geniale Idee ist es trotzdem!

  • Rudi Fuller sagt:

    Ich habe selten einen so unseriösen Artikel gelesen wie diesen. Der Verfasser vergleicht erst das Staatsdefizit verschiedener Staaten. Dann kommt das Argument der niedrigen Zinsen der EZB. Und daraus folgt der Schluss, dass es in D zu einer Immobilienblase kommt. Wie er dazu kommt, dass D heute dort ist, wo E vor 10 Jahren war, müsste er mal erklären. Er übersieht komplett, dass es zu niedrigen Zinsen noch eine Kreditnachfrage braucht, und daran mangelt es in D. Offenbar kennt er den Unterschied zwischen Staats und Privatschulden nicht. Außerdem sind die Häuser in D zum großen Teil bezahlt. Komplett übersieht er, wie es um die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Volkswirtschaften bestellt ist.
    Der nächste Kandidat für einen Knall ist wohl eher die Schweiz:
    Weltmeister in der Privatverschuldung (130 % des BIP !) , Weltmeister in Aufblasen der Geldmenge (ca. + 400 % letztes Jahr) und die ImmoBlase ist schon da. Sobald die Wirtschaft etwas einknickt, oder die Zinsen steigen, geht das Ding hoch. Die Schweiz wird über kurz oder lang ihre Wirtschaft konkurrenzfähiger gestalten müssen, mit purem Gelddrucken wird es nicht mehr lange funktionieren.

  • Linus Huber sagt:

    @ Markus Diem Meier
    @ Tobias Straumann
    @ Mark Dittli

    Ich denke, dass es an der Zeit wäre, eine Diskussion zu führen, wie man sich persönlich gegen die zur Zeit immer stärker werdende finanzielle Repression wehren könnte/sollte (Wohin mit dem eigenen Vermögen?).

    • Anh Toan sagt:

      @Linus Huber: Hätten Sie nicht gespart, sondern konsumiert und Schulden gemacht, hätten Sie ein Problem weniger: Sie könnten nachts beruhigt schlafen, in der Gewissheit, dass die Schulden am morgen noch da sind, so müssen Sie um Ihr Vermögen zittern. Selber schuld!

    • Anh Toan sagt:

      @Linus Huber: So wie Sie hier Ihre Meinung darlegen (Vermeidung von Abschreibungen auf Fehlinvestitionen etc.) müssten Sie konsequenterweise mit möglichst grossem Hebel Wohneigentum in der Schweiz kaufen. Mit Hebel ist die Hypothek gemeint, die Sie idealerweise in EUR aufnehmen: Wertet der Euro ab, wird die Differenz zu Ihre kapitalisierten Zinserträgen in CHF gigantisch, die etwas höheren Eurozinsen können Sie immerhin von der Steuer absetzen. Sie werden noch viel reicher, was jedoch den Nachteil hat, dass Sie sich um mehr Vermögen sorgen müssen.

      Sollte überraschenderweise geschehen, was Sie fordern, die Abschreibung der Fehlinvestitionen, sind Sie natürlich pleite, aber das wären wir wohl doch fast alle, ausser diejenigen die so investieren, dass es Ihnen mit höchster Wahrscheinlichkeit gelingt, 40-90% der Kaufkraft Ihres Vermögens über die nächsten Jahrzehnte zu retten: Wer so investiert, muss eine negative und drei positive Regeln befolgen: Kein Fremdkapital und Diversifikation und Diversifikation und Diversifikation.

      • Linus Huber sagt:

        Sie äußern gute Ansätze, Was Sie mit Diversifikation jedoch genau meinen, ist Interpretationssache.

        • Anh Toan sagt:

          Diversifikation in Finanzinstitute die verwalten, in Währungen, Assetklassen (Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Alternativ) und innerhalb der Assetklassen. Grenzen setzen die Spesen.

          • Anh Toan sagt:

            Diversifikation nach Wirtschaftsregion ist wohl in Währungen enthalten, oft vergessen geht die zeitliche Diversifikation (bei einem Lottogewinn sich sagen, in drei Jahren will ich alles investiert haben, wieviel investiere ich jeden Monat, wo baue ich Positionen auf, genauso wie beim aussteigen, schrittweise frühzeitig Liquidität schaffen). Noch häufiger vergessen geht die qualitative Diversifikation: Warum nicht ein paar Nokia kaufen, mittlerweile weiss jeder, die haben Probleme, müsste doch langsam alles im Preis enthalten sein, ist eine nicht weniger erfolgversprechende Taktik, wie Apple kaufen, die alle als „awesome“ bestaunen (Ich sage Diversifikation, rate nicht zu einem Schwergewicht in „billigen“ Aktien, habe weder Apple noch Nokia, fühl mich wohl mit Samsung zur Zeit). Ähnliches gilt für Banken, oder den EUR. Wer ausreichend diversifiziert, und die einzelnen Anlagen schlicht auswürfelt, wird kaum sein ganzes Vermögen verlieren. Wer alles auf eine Karte setzt, kann reich werden, jedoch auch leicht alles verlieren.

          • Anh Toan sagt:

            Man kann auch mit jeder „sicheren“ Anlage alles verlieren, als Zyniker sage ich, jede „sichere“ Anlage wird mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit zu einem Totalverlust im Laufe eines Lebens. In der Geschichte war es wohl ziemlich üblich, dass man mindestens einmal im Leben den gesamten materiellen Besitz verloren hat, völlig unabhängig von eigenen Entscheidunmgen, wegen Kriegen, Missernten, Krankheiten, Enteignung usw. Nur weil es in ein paar Ecken der Welt für höchstens zwei Generationen nicht mehr so war, nehme ich nicht an, dies geschehe mir nicht. Es wird mir auch nicht geschehen, auf Grund der Probleme die wir hier dikutieren, weil diese Probleme sind ja bekannt und werden darum, wie auch immer, gelöst. Die wirklich schlimmen Probleme sind die, die keiner sieht, von denen keiner redet, die nirgendwo diskutiert werden, jedoch gewaltige Veränderungen und Verteilungskämpfe bringen werden: Bis in 2-4 Generation können wir wohl gegen 200 Jahre alt werden (Mediziner die hier lest, protestiert wenn ich Humbug labere), wir könnten dies allenfalls staatlich verbieten, dann gäbe es nicht Steueroasen, sondern Oasen, wo die entsprechende medizinische Behandlung gekauft werden darf. Wie funtioniren unsere Gesellschaftsstrukturen dann? Da erscheinen mir die Probleme, die wir hier diskutieren, ziemlich nebensächlich.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Das heutige Problem liegt darin, dass sich fast alle Investitionen einheitlich bewegen, was die Wahl massiv reduziert. Die Aktionen der Zentralbanken haben dazu geführt, dass es grundsätzlich nur noch 2 Varianten gibt (wie z.B. rot oder schwarz beim Roulett): Risk on oder Risk off (RoRo).

            Geographische Diversifikation (andere Wirtschaftsraeume und Jurisdiktionen) sind sicherlich ein Weg, der finanziellen Repression ein wenig ausweichen zu können, wobei dies heute nicht mehr einfach ist ausser für die Superreichen.

        • Anh Toan sagt:

          „Futurum incertus est“ wussten schon die Römer, es gibt nur eine gesicherte Erkenntnis zur Zukunft: Sie ist ungewiss!

      • Linus Huber sagt:

        Ich gehe einen Schritt weiter und würde hier einfach einmal behaupten, dass jegliches erkennbare und registrierte Vermögen in Gefahr steht, unter die Räder des bankrotten Staates zu kommen, indem es zunehmend höher besteuert werden dürfte. Die Tendenz dreht langsam in die Richtung, vermögende Mitglieder der Gesellschaft stärker zu besteuern um der durch die Zentralbanken geförderten Einkommens- und Vermoegensschere ein wenig abzuschwächen und weil es bei den Wählern gut ankommt.

        Ich rede von internationalen Trends, denen die Schweiz eh hinterher hinkt.

        • Thomas ernst sagt:

          Nein, besteuert wird nur der Mittelstand. Die Millionäre bekommen vom Staat noch Herausgeld. Siehe USA: Warren Buffet bezahlt weniger Steuern als seine eigene Sekretärin.

          Und wieviel zahlt Mutti Merkel. Die sollte man nach Aufwand besteuern: Von all dem Geld das sie ausgibt nochmals 25% als Steuern… an den Staat.

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber: Sind Sie reich genug, nicht mehr arbeiten zu müssen, melden Sie sich ab. Ich glaube, Sie dürfen sich knapp das halbe Jahr in der Schweiz aufhalten. Dann zahlen Sie Quellensteuern auf Dividenden und Zinserträge und Ihre allfälligen Renten. Denjenigen, die noch weniger zahlen wollten, habe ich als Steuerberater empfohlen, sich zu erschiessen, selbstverständlich an einem Wohnsitz ohne Erbschaftssteuer.

          Wenn Sie viel mehr haben wollen als ihre Nachbarn, müssen Sie Mauern und Stacheldraht um Ihr Haus bauen, Kameras installieren und Security beschäftigen. Sehen Sie aus Ihrem Fenster, sehen Sie Stacheldraht, Mauern und Wachen, Sie leben im Gefängnis. „Freedom’s just another word, for nothing left to lose“

          Und noch etwas zu Diversifikation: Wer verheiratet ist, und nicht einen Teil seiner Ersparnisse vor seinem Ehegatten verheimlicht, ist dumm. Nicht nur emotional, auch finanziell können uns die, die uns Nahe stehen, am meisten schädigen, es kommt auch häufig vor, dennoch sind viele überzeugt, bei Ihnen nicht. Ein eigenverantwortlich handelnder Erwachsener legt irgendwo was zur Seite, soviel, dass es ihm im Notfall einen neuen Anfang erleichtert, sowenig, dass die Bildung dieses Notgroschens den Lebensstandard nicht wesentlich beeinflusst. Und darüber kann man auch dem Staat nicht berichten. Denn vieles kann geschehen, bei dem Zugang zu ein wenig Liquidität einiges erleichtern kann.

  • Knöpfel sagt:

    Mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung lässt sich die Situation in Deutschland nicht darstellen. Ganz abgesehen vom viel zu kurzen Zeitkorizont, der bereits erwähnt wurde.

    Deutschland ist vor allem konfrontiert mit einer stark wachsenden Auffächerung der Wertentwicklung im Immobiliensektor.

    In gewissen innerstädtischen Trendvierteln mancher Grossstädte gibt es exorbitante Wertsteigerungen, nach Jahren relativer Ruhe.

    Am anderen Ende der Skala, in strukturschwachen, oft ländlichen Gebieten fallen die Preise heftig. Zu einem guten Teil ist dieser Werteverfall noch gar nicht am Markt sichtbar. Viele Liegenschaften sind an sich abbezahlt, man schiebt aber einen energetischen Sanierungsstau vor sich her, zudem werden steigende Heiz- und Benzinkosten die Lebenshaltung weiter verteuern. Kommt noch dazu, dass in vielen Fällen praktisch jedes erwachsene Familienmitglied ein Auto braucht. Bei einer Veräusserung wird sich das negativ auf den Hauspreis auswirken.

    Diese wachsende Marktpreisdifferenzierung zeigt auch das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Hier residieren im Innenstadt-Penthouse, dort hausen in vielleicht bald verödeten Landstrichen ohne nennenswerte Infrastruktur, sozial abgehängt. Und dieses Ende der Skala birgt möglicherweise mehr Sprengstoff in Deutschland.

    Vor einem solchen Hintergrund ist der gut ausgebaute Service Public der Schweiz doch ein ganz ordentlicher Trumpf.

    Fragen zu einer noch besseren finanziellen Stabilität für den Schweizer Immobilienmarkt bleiben dennoch: Wie sinnvoll ist es eigentlich, das Hypothekarzinsen von selbstgenutzten Immobilien von der Steuer abgesetzt werden dürfen?

    Und dann noch was: Was wäre so schlecht an etwas mehr Mieterschutz? Klar, der Mietvertrag wird mit der Zeit zu einem kleinen Wertpapier. Je nun, es müssen ja nicht gleich portugiesische Verhältnisse herrschen… Ein kleiner Dämpfer in manchen Boomregionen könnte nicht schaden. Und ein Mieter mit einer gewissen Zukunftssicherheit engagiert sich auch stärker beim Unterhalt der Immobilie.

  • Rene Wetter sagt:

    Es gäbe eine relativ einfache Massnahme gegen Immobilienblasen, doch dagegen werden sich die Banken mit Zähnen und Klauen wehren.
    Man muss nur festlegen, dass Hypotheken innert 25 Jahren zurückbezahlt werden müssen. Dann kann sich niemand mehr bis unter die Decke verschulden, weil er die Rückzahlungen nicht bedienen könnte und das ganz unabhängig von den Zinsen.
    Das Dämpfen eines Immo Booms mit höheren Zinsen funktioniert wegen der vielen neuen Finanzprodukten seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr. Schon im 94 kam es zu einer Beinahekatastrophe als das FED 2 mal die Zinsen um 0.25% erhöhte. Man kann einen Rennwagen nicht wie ein 2CV fahren! Wenn wir nicht endlich umdenken wird ein Crash dem anderen folgen

    • Linus Huber sagt:

      Sie erwähnen einen guten Ansatz Rene.

      Es gibt andere Vorschläge, welche eine Beschränkung in der Hoehe von Hypotheken anpeilen, wie z.B. dass eine Hypothek nie höher als 10x den Jahresertrag (ob echt oder hypothetisch) einer Liegenschaft übersteigen darf. Um dies zu demonstrieren, hier ein Beispiel: Eine Wohnung mit einem monatlichen Mietzins von chf2000 erzielt einen Jahresertrag von chf24,000. Dieser Betrag multipliziert mit 10 ergäbe in diesem Fall chf240,000 als maximal ausstellbare Hypothek.

      Grundsätzlich wäre dies einfach zu regeln, und ich gebe Ihnen recht, Rene, die Banken wehren sich gegen jede Regelung in diese Richtung.

  • Andres Müller sagt:

    Etwas offtopic, aber im Zusammenhang mit einer drohenden Immobilienblase sicher interessant.
    Den besten Inflationsschutz bietet ein Immobilienbesitz mit einem möglichst grossen Landanteil, da unbebautes Bauland keine Entwertung durch Alterung erfährt. Grossinvestoren wissen auch: Ackerland ist profitabler als Gold, ich sehe Land-Grabbing inzwischen als grosse Gefahr in West-Europa am Horizont aufkommen, nachdem das Problem bereits Entwicklungsländer und danach Osteuropa erfasst hat. Staaten wie Portugal, Griechenland und Spanien bieten sich als ideales Opfer in Westeuropa zum Landgrabbing an.Mit zunehmender Verarmung der süd-westeuropäischen Mittelschicht könnten alsbald grosse Ländereien in die Hände ausländischer Investoren fallen, während etwa in Deutschland Bauland in und um den Städten gekauft wird, dass dann über Jahre brach liegen gelassen wird. Besonders gefährlich wird es für den Norden wenn der Euro aufgegeben werden müsste, denn dann wäre in Deutschland ein Währungsanstieg zu erwarten, was ausländische Investoren anlocken würde.

    • Linus Huber sagt:

      Ich kann ihre Ansicht sehr gut verstehen, Andres.

      Einen Aspekt will ich hingegen hier noch anfügen. Wohl bietet Land einen Schutz gegen Inflation, jedoch muss man sich auch bewusst sein, dass der Staat, wenn er im Würgegriff der Überschuldung Geldquellen aufspürt, sicherlich Grosslandbesitzer nicht in Ruhe lassen dürfte. Jedes offensichtliche und nachweisbare Vermögen kann zwecks Erhöhung von Steuereinnahmen unter Beschuss geraten.

      • Andres Müller sagt:

        Herr Huber, ihre Ergänzung ist durchaus angebracht, Landenteignungen können in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung auch in Europa vorkommen. Ich bin mir nur nicht sicher ob Investoren bereits jetzt solche Risiken einkalkulieren. Immerhin würden zum Beispiel die Griechen viele potentielle Investoren abschrecken, wenn zu dieser Keule gegriffen würde. Wenn dann aber ein Staat etwa wie Simbabwe vor die Hunde geht, dann ist tatschlich nichts mehr sicher.Vermutlich gibt es auch hier eine Hirarchie für mögliche Enteignungen, je nach Herkunft der Investoren. Sollte jemand auf den Gedanken kommen US-Amerikaner zu enteignen, dann wären die Flugzeugträger sehr schnell vor Ort. Zuerst werden wohl die Schwächsten enteignet, so wie das üblich geworden ist in den letzten Jahren im Sozialbereich.

        Übrigens, vielleicht interessiert Sie der Bericht über „Shadowstats“, falls es stimmt was John Williams analysiert hat, dann geht es möglicherweise nur noch Monate bis zum Blackout. Dann könnte es durchaus schon bald losgehen mit der Suche nach unkonventionellen Steuereinnahmen.
        http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/4/27_John_Williams_-_The_Recovery_Faked_By_Phony_Gov._Numbers.html

        Hier im Bericht wird über gefaktes BIP gesprochen, doch ich denke de Realität ist noch schlimmer, denn immer weniger Bevölkerungsteile partizipieren an dem Volumen. Dies geschieht auch in Europa, eben hörte ich sogar schon aus Österreich, dass bereits 40% der Arbeitnehmer trotz Vollbeschäftigung über Finanzprobleme klagen. Viele Europäer treten offenbar immer schneller in den finanziellen Ground Zero ein.

        • Linus Huber sagt:

          HI Andres

          Ich dachte weniger an direkte Enteignung als an Besteuerung, was im Endeffekt fast gleich wirkt, da der Besitzer langfristig ausgeblutet wird.

  • Beat Zugger sagt:

    In Deutschland ist niemals solch eine Immobilienblase wie in Spanien oder Irland möglich. Das liegt an zwei Gründen:
    In weiten Teilen von Deutschland sinken die Immobilienpreise enorm. Davon betroffen ist der gesamte Südschwarzwald, große Teile des Ruhrgebiets und der gesamte Osten von Deutschland. Im Ruhrgebiet überlegen die Stadte sorgar, ob manche Stadtteile geschliffen werden (Ausdruck aus dem Mittelalter, als man nach der Entvölkerung aufgrund der Pest ganze Dörfer abgerissen hat und den Boden anschließden mit quer liegenden Baumstämmen begradrigt, also geschliffen hat.)
    Darüber hinaus ist die Altersstruktur von Deutschland ehr alt. Aufgrund dessen, daß mehr alte Leute sterben, als daß neue nachgebohren werden wird Druck vom Wohnungsmarkt genommen. Allerdings stimmt diese Argumentation nur zum Teil, denn die heutigen Jungen leben häufiger wie früher alleine, was die Nachfrage nach Wohnraum wieder anheizt.
    Allerdings ist es in Deutschland üblich, daß für die Finanzierung einer Immobilie mindestens 30% Eigenkapital erforderlich ist. Dies ist schon eine hohe Hürde, welche in der Vergangenheit in Spanien und Irland nicht zum Tragen kam. In Zeiten des spanischen und irischen Booms sind die Löhne enorm gestiegen. Aus diesem Grund waren auch 100% Finanzierungen für Immobilien üblich, da die finanzielle Belastung für die Raten bei steigenden Löhne prozentual gesehen auf das Lohnniveau geringer ausfällt. Dies ist in Deutschland nicht der Fall. In Deutschland ist der Reallohn und damit die Kaufkraft seit Anfang der 90-ziger Jahre gesunken. Trotz niedriger Zinsen ist somit nur eine Immobilienfinanzierung von eh schon solventen Bürgern möglich. Allerdings sorgt dieser Umstand für ein weiteres Auseinandertriften der sozialen Schichten. Deutschland ist heute, gemessen an seiner Produktivität auf dem Niveau eines Billiglohnlandes. Aufgrund der gemeinsamen Währung setzt dies alle anderen Währungsmitglieder enorm unter Druck! Darüber hinaus ist Deutschland ausschließlich Exportorientiert.

    • Tobias Loys sagt:

      Gruezzi Beat!

      Viele gute Argumente … und:

      >>Deutschland ist heute, gemessen an seiner Produktivität auf dem Niveau eines Billiglohnlandes.

      Deutschland braucht einen Mindestlohn, meiner Meinung nach, zumindest wie in Frankreich (um die 9 Euro). Ich kenne Leute in Berlin, die ganztags arbeiten und am Ende doch nicht viel mehr mehr als HARZ IV haben, vielleicht 100 Euro mehr.

      Das ist doch das Problem, und ist man ehrlich — warum sollte man für 100 Euro mehr den Monat über arbeiten? – das erfischt man doch einfacher im Trüben … um das Wort „schwarz“ zu vermeiden.

      Und am Ende ihres Berufslebens haben sie dann auch nicht mehr Rente, als jeder Harz IV-Empfänger mit dem Altersruhegeld. Das ist wahre Ausbeutung.

      Aber die Lösung kann nicht sein, die Sozialhilfe zu reduzieren – da sind ja 374 Euro im Monat für Alleinstehende und 250 Euro für die Wohnung, maximal, kalt.

      Der Mindestlohn sollte also netto schon eine spürbare Differenz darstellen, denn Arbeitszeit ist auch Lebenszeit – die Substanz, die unwiederbringlich aufgebraucht wird.

      Und wer sich verarscht fühlt, der spielt auch nicht mehr mit. 🙂

  • Oliver sagt:

    Sünder? Blütenreine Westen? Ich würde mir wünschen, dass Sie solche moralischen Kategorien bei der Bewertung von Staatsschulden auslassen. Aus den obigen Tabellen kann man genauso gut herauslesen, dass diejenigen Länder, die über Jahre die höchste Staatsverschuldung hatten, allesamt keine Immobilienblase erlitten haben. Das Verhältnis ist sogar ziemlich invers, würde ich sagen. Man kann sicher noch 1’000 andere Sachen hinein interpretieren.

    Ausserdem ist das Phänomen der Blasenbildung nicht auf die Immobilienbranche beschränkt, sondern hat schon eine lange Vorgeschichte, die, wie Sie in Ihrem Blogbeitrag über Minsky angetönt haben, mindestnes bis auf die späten 70er Jahre zurück geht. Die Immobilienblasen sind nur das letzte und traurigste Kapitel in dieser Phase, die anfangs zumindest durch, im Vergleich zur Nachkriegszeit, HOHE Zinsen geprägt war. Ihre Analyse, dass niedrige Zinsen zur Blase geführt haben, hält einer übergreifenderen Anschauung also nicht stand. Und selbst wenn wir den Fokus nur auf den Euro Raum in der Phase nach 2000 Richten, könnte man genauso gut sagen, dass die der Euro während dieser Zeit zu wenig Inflation aufwies, oder dass höhere Zinsen im gesamten Euro Raum das schwache Wachstum in den Kernländern in eine Schrumpfung verwandelt hätte.

    Was mir fehlt, ist die übergreifende Analyse, z.B. à la Steve Keen, in der der Einfluss der verschiedenen Art von Schulden (z.B. staatlich, an Unternehmen oder im Hypthekenmarkt) auf so grössen wie: Wachstum, Löhne, Ungleichheit, Investitionen, Instabilität, Zinsen usw. haben bzw. nicht haben. Die Akteure einer Marktwirtschaft sind nämlich, auch je nach gesetzlichem Reglement, keineswegs gleich gestell in Ihrem Vermögen Sschwankungen in Vermögenswerten aufzufangen, bzw. Schulden zu bedienen. Mit der Rede von Zinsen (welche Zinsen eigentlich genau?), werden all diese separaten Probleme über den gleichen Kamm geschoren, ohne zu klären, ob es nicht noch andere Instrumente gäbe, noch sich damit auseineanderzusetzten, was denn die gesellschaftliche Bedeutung und die Nachteile dieses Instrument sind. Man kann z.B. ganz lapidar festhalten, dass bei tiefen Zinsen Schulden generell weniger Probleme darstellen als bei höheren Zinsen. Man könnte verfolgen, wohin Zinszahlungen gelangen > wer profitiert? Man könnte sich fragen, in welchem Zusammenhang Lohnentwicklungen, Wachstum und private Schulden stehen, oder z.B. die Nachhaltigkeit von Wachtum durch private oder öffentliche Schulden vergleichen. Man könnte sich fragen, per welchem Mechanismus höhere Zinsen Wachstum bremsen, bzw. Blasen zum ‚platzen‘ bringen (die Antwort ist in der Frage versteckt). Usw…

    Dies bleibt alles im Dunkeln, wenn sich die neoliberalte Makroökonomie selber auferlegt, dass Zinsänderungen das einzige Instrument in ihrer Werkzeugkiste zu sein haben. If your only tool is a hammer, every problem looks like a nail. Wenn man aber nachforscht, findet man mit Sicherheit mindestens genauso viele Gründe für permanent tiefe Zinsen, wie für irgend einen anderen ‚Policy stance‘. Islamische Recht z.B. verbietet (offiziell zumindest) Zinsen komplett. Keynes hat auch für permanent tiefe Zinsen plädiert und dies in England während der Nachkriegszeit auch erfolgreich durchgesetzt. Auch bei uns gibt es Gesetzte gegen Wucher.

    Hier ist ein sehr gutes Video von Ann Pettifor (gefolgt übrigens von Steve Keen), von einer Konferenz, die kürzlich in Schottland abgehalten wurde, u.a. zum Thema Zinsen und ihrer Bedeutung für die momentane Krise:

    http://www.justbanking.org.uk/video/

    • Oliver sagt:

      Hier noch ein gutes Interview mit Thom Palley, der in seinem neuen Buch die globalen Zusammenhänge unter die Lupe nimmt:

      http://www.nakedcapitalism.com/2012/04/from-financial-crisis-to-stagnation-an-interview-with-thomas-palley.html

      Ausschnitt:

      My argument is that around 1980 the U.S. adopted a fundamentally flawed economic paradigm. From 1945 through to the mid-1970s the U.S. economy was characterized by a “virtuous circle” Keynesian growth model built on full employment and wage growth tied to productivity growth. The political triumph of Ronald Reagan enshrined a new economic paradigm that abandoned full employment and severed the link between wages and productivity growth.

      The new paradigm was fundamentally flawed. One flaw was that it relied on debt and asset price inflation to fuel growth instead of wages. A second flaw was the model of globalization which created an economic gash in the form of leakage of spending on imports (the trade deficit), leakage of investment spending offshore, and leakage of manufacturing jobs offshore. These twin flaws created a growing demand gap.

      That is where finance enters the picture as its role was to fill the demand gap. Financial deregulation, regulatory forbearance, financial innovation, financial mania, and plain vanilla financial fraud kept the economy going by making ever more credit available, However, as the economy cannibalized itself by undercutting income distribution and accumulating debt, it needed ever larger speculative bubbles to grow. The house price bubble was simply the last and biggest bubble and was effectively the only way around the stagnation that would otherwise have developed in 2001.

      The house price bubble delayed the onset of stagnation but at a cost. When it burst it created a financial crisis because of the scale of financial excess. Moreover, it also makes it harder to escape stagnation now because of the scale of debt burdens and the extent of destruction of credit-worthiness.

    • Oliver sagt:

      Was auch gerne vergessen geht und im zitierten Interview oben angetönt wird, ist die Roll von Betrug bei der Anfachung von Kreditblasen. Je nach Definition, geht man In den USA davon aus, dass zuletzt ca. 40% der getätigten Hypotheken nicht Regelkonform waren. Banken gingen ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach, in dem sie systematisch und absichtlich die Kreditwürdigkeit potentieller Kunden nicht überprüft haben. Dies wurde durch ‚finanzielle Innovationen‘, mit denen die faulen Kredite danach tranchiert an z.B. Pensionskassen oder Europäische Banken weiterverkauft werden konnten, massiv gefördert. Makler wurden systematisch unter Druck gesetzt, Immobilien überzubewerten. Und nicht zuletzt wurde die Mär der ewig steigenden Aktien, bzw. Immobilienpreise seitens der Ökonomen noch offiziell gutgeheissen. All dies passierte unabhängig von irgend einem Zinsniveau.

    • Anh Toan sagt:

      @Oliver: Viele Volkswirte, insbesondere bei Publikationen in Massenmedien, erwecken bei mir den Eindruck, das mit den Kausalitäten nicht so richtig verstanden zu haben: Die Modelle sagen ihnen, diese Ursache hätte dieses Ergebnis, dabei sind alle Tatsachen Ergebnis von unendlich vielen Ursachen (Gorbatschow ist „schuld“ an der EUR Krise, denn ohne Kollaps der UDSSR hättes es keine Wiedervereinigung gegeben, ohne Wiedervereinigung kein EUR, also ist Marx schuld, denn nur wegen Marx ist die UDSSR entstanden, bis man irdendwann bei Noah, Abraham und Adam und Eva landet). Volkswirte haben die Tendenz, eine Tatsache auf eine einzige Ursache zurückzuführen (z.B die Probleme in GR und I einzig auf den EUR der zu stark für sie sei, der volkswirtschaftliche Schaden zum Beispiel, der durch Korruption entsteht, wird vernachlässigt.) In Massanmedien nehme ich Volkswirte häufig war wie Physiker, die feststellen, dass eine Feder im Vakuum gleich schnell fällt wie eine Stahlkugel, und dann laufend Stahlkugeln und Federn von Dächern werfen, und nicht erkennen, dass es in der Realität kein Vakuum gibt.

      @Oliver: Ich denke auch dass sinnvolle Investitionen auch bei relativ hohen Zinssätzen getätigt werden, zu tiefe Zinsen fördern schlicht nicht rentable Investitionen, bei negativen Realzinsen werden auch verlustbringende Investitionen rentabel, solange diese mit Fremdkapital finanziert werden. Sollten sich die Zinsen in der Schweiz verdoppeln oder gar verdreifachen, was noch immer nicht eine historisch ausserordentlich hohe Prozentzahl ergibt, könnten die Mieterträge unmöglich ausreichend wachsen, um eine Rendite aufs Eigenkapital zu erzielen: Das Argument, dass auf Grund der Staatsverschuldung in den USA und in Europa, auch in Asien (ich behaupte mal die chinesischen Banken sind massivst überschuldet), über die nächsten Jahrzehnte negative Realzinsen die Normalität sein werden, spricht für eine Investition in Immobilien zu jedem Preis bei 100% Fremdkapital. Es geht im Kern nicht darum, in Immobilien zu investieren, die sind zu teuer, sondern die Verschuldungswährung zu verkaufen/shorten, weil diese zu teuer ist. Der Kauf der Immobilie ist die Voraussetzung, zu günstigen Konditionen die Währung shorten zu können. Und Währungen zu shorten ist der Trend, der ist dein „friend“, persönlich halte ich diesen Trade jedoch für „to crowded“: Wenn sich Taxifahrer mit 80% Fremdkapital (für die Bank die 20% sind Fremdkapital von Kollegen, Kreditkarten-, Telefon- und Steuerschulden), ein Studio kaufen um es zu verrmieten, frage ich mich, wem sie das Studio in fünf Jahren denn verkaufen wollen. Alle die irgendwie kaufen können, haben schon gekauft.

      • Thomas ernst sagt:

        @Anh Toan

        …Ergebnis von unendlich vielen Ursachen… Richtig.

        Diese Problematik ist allerdings längst erkannt. Bei den Juristen spricht man deshalb auch immer vom „adäquaten Kausalzusammenhang“‚ der für eine Verantwortlichkeit gegeben sein muss.

        Blöd für die Juristen ist nur, dass in „Chaotischen Systemen“, d.h. Solchen, die stark rückgekoppelt sind, wie z.B. Das Wetter, auch „Schmetterlingseffekte“ auftreten, d.h. Der Fluegelschlag eines Schmetterlings in den Anden ist ursächlich für einen Tornado in New Orleans.

        So oder so lässt sich die Kausalkette aber nicht beliebig manipulieren.

        • Anh Toan sagt:

          @Thomas Ernst: Der Beitrag Herrn Diitlis sagt im Kern, die Zinsen waren zu tief für Spanien und Irland, daraus entstand eine Immobilienblase, und dies könnte Deutschland auch geschehen. Dies ist eigentlich ziemlich offensichtlich, selbstverständlich helfen zu tiefe Zinsen beim Aufbau von Blasen, aber z.B. Finland hatte auch einen gesunden Staatshaushalt, und BIP Wachstumsraten, die ähnlich derjenigen Spaniens lagen (irland ist deutlich schneller gewachsen). Luxemburg und Griechenland sind schneller gewachsen als Spanien. Warum gab es in Finland und Luxemburg keine Immobilienblase? Gab es eine und sie ist noch nicht geplaztz? Gab es in Griechenland keine Immobilienblase wegen der hohen Staatsverschuldung oder Defizite?

          „Ganz einfach: Für beide war die Geldpolitik der EZB in den frühen Jahren der Währungsunion viel zu expansiv, das Zinsniveau war für ihre Wirtschaftsdynamik zu niedrig.“

          Oliver und ich glauben nicht, dass es so einfach ist. Ob man tiefer gehendes in einem Massenmedium erwarten kann, ist eine andere Frage.

          • Thomas ernst sagt:

            @Anh Toan

            Dann sind wir uns hier ja im Prinzip einig. In einfachen Systemen (ein Auto, eine schneebedeckte Strasse, ein Fussgänger ) ist der adaequate Kausalzusammenhang (zwischen Fahrzeuggeschwindigkeit alias Kinetischer Energie, Bremsweg und Verletzungen des Fussgängers) relativ einfach zu ermitteln.

            In komplexen, v.a. In chaotischen Systemen (zB offene Volkswirtschaften) ist der scheinbare, offensichtliche Zusammenhang kaum je die wahre (vollständige) Geschichte.

          • Oliver sagt:

            einverstanden!

      • Oliver sagt:

        @ Ahn

        zu Punkt 1: völlig einverstanden, bzw. es kommt zumindest oft so daher.

        zu Punkt 2: das mit dem Währung shorten, bin ich mir nicht so sicher. In Brasilien anno 1885 sicher, aber jetzt hier, na ja. Dem einzelnen Taxifahrer oder Oliver liegt nicht viel daran, aus einer Währung wie dem Franken zu fliehen. Und bei hohem Fremdkapitalanteil zieht das Argument nicht, da es gar nichts zum shorten gibt… Das ist was für Börsenfritzen und vielleicht noch institutionelle Anleger, die ihr Geld irgendwo anlegen müssen. Aber die tiefen Zinssätze zeigen auch, dass Staatsanleihen an Beliebtheit nicht eingebusst haben.

        • Anh Toan sagt:

          @Oliver: Nehme ich Kredit auf, shorte ich die entsprechende Währung. Kaufe ich ein Grundstück mit einer Hypothek, gehe ich long Immobilien, short in der Währung der Hypothek. Es ist gar ein „naked short“, ich habe keine entsprechende Longposition:

          Börsianer verstehen was sie machen, der durchschnittliche EFH-Käufer nicht!

          • Oliver sagt:

            Verstehe, ich kann mir aber kein Haus ausleihen, um damit Geld zu kaufen. Die Frage ist Haus oder kein Haus bzw. kaufen oder mieten. Und private Käufer haben grundsätzlich einen langen Horizont und nur sehr sekundär das Interesse an einer Immobilie Geld zu verdienen. Sie vergleichen also richtigerweise eher Wohnwert und nicht Verkaufswert. Und probier mal in der Stadt Zürich eine schöne Mietwohnung zu finden :-). Aber ja, historisch gesehen sind Immobilien sicher vergleichsweise teuer zur Zeit.

          • Anh Toan sagt:

            Der langfristige Horizont, hilft dem Hyposchuldner nicht, dessen Trade kurzfristig sauer wird, weil er z.B. seinen Job verliert.

            Werden für Ausländer Strafzinsen eingeführt, kann ich mir als Privater von Ausländer Geld ohne Zinsen leihen, ich werde kaum Strafzinsen abführen müssen. Dann ist 1 Zillion für 1 Zimmer immer noch billig, es ist nämlich gratis.

            Ich denke, gegen einen Inhaberschuldbrief und einer Beleihung nur bis etwa 60%, kann z.B. von einem deutschen Steuerhinterzieher, bereits heute Geld zu 0.00% in CHF geliehen werden. So betrachtet sind Grundstücke in der Schweiz spottbillig.

            Ich will lediglich auf die Risiken dieses Trades hinweisen, der im Kern hochspekulativ ist, dies aber die meisten nicht verstehen: Sie denken Wohneigentum ist Sicherheit, dabei ist Wohneigentum mit Fremdkapital gefährliche Spekulation.

          • Anh Toan sagt:

            @Oliver: Haben Sie Vermögen, aber eine Mietwohnung, „leihen“ Sie sich ein Grundstück und kaufen andere Assets.

            Offensichtlich wird dies, wenn Sie Grundeigentum ohne Hypo besitzen, dieses verkaufen und zurückmieten und die frei werdenden Mittel in anderen Märkten investieren.

            Defensiv ist nur Wohneigentum ohne Hypo, um dahin zu kommen, muss man spekulieren (Kauf mit Fremdkapital). Grundsätzlich falsch ist nur, sich nicht bewusst zu sein, dass der Kauf von Grundeigentum mit Fremdkapital eine (eigentlich zwei) hochspekulative Transaktion(en) ist (sind).

          • Anh Toan sagt:

            Konsequenz: Wer nicht genug Vermögen hat, um Wohneigentum ohne Hypo zu erwerben ist arm und muss spekulieren. Er hat die Wahl:

            a) short Immobilien: Es wird gemietet (geliehen), was eigentlich zum Leben benötigt wird
            b) short Liquidität: Man leiht Geld um zu kaufen, was man eigentlich benötigt.

            Auf die lange Frist war short Liquidität immer die erfolgreichere Strategie, die Verschuldungssituation lässt erwarten, dass dies auch in der näheren bis mittleren Zukunft so sein wird. Da alles für Immobilien kaufen spricht, positionieren sich die meisten entsprechend. Kommt es anders als gedacht (tiefe Zinsen, schwache Währungen, Inflation), warum auch immer, gibt es Deflation, also starke Währung, sinkende Löhne und Renten, wird das Blutbad entsprechend hässlich: Der Contrarian freut sich über die Tränen der Massen, er ist einsam.

          • Anh Toan sagt:

            Und abschliessend: Die Banken halten Liquidität bei den Zentralbanken. Sie kaufen keine Immobilien. Wollten Sie Immobilien halten, würden sie bestimmt eine Erklärung finden, warum es richtig sei, das Bankgeschäft mit dem Immobiliengeschäft zu verbinden. Meistens haben die Banken eine gute Nase darin, lukrative Investitionen zu finden. Die Banken, auch viele Immobiliengesellschaften wie Warteck Invest, kaufen keine Immobilien (mehr). Das gibt mir zu denken.

          • Oliver sagt:

            Ich verstehe was du meinst und stimme dir zu.

            Haben Sie Vermögen, aber eine Mietwohnung, “leihen” Sie sich ein Grundstück und kaufen andere Assets.

            Was ich sagen wollte: das ‚Vermögen haben‘ läuft als Lohnempfänger immer erst über Geld, das man dann anders anlegen kann. Als Erbe ist das natürlich anders. Und ein Arbeitsloser hat auch Probleme mit der Miete einer teuren Wohnung. Alle müssen wohnen und eine fremdfinanzierte Wohnung kann man notfalls kostendeckend vermieten und eine billigere mieten, auch wenn das komplizierter ist.

            Die Banken, auch viele Immobiliengesellschaften wie Warteck Invest, kaufen keine Immobilien (mehr). Das gibt mir zu denken.

            Ja, der Markt scheint tatsächlich gesättigt. Wir können nur hoffen, dass die Zurückhaltung nicht in einem Kollaps mündet, sondern nur eine Nivellierung der Preise mit sich bringt. Das fände ich gesund. Ein Kollaps wäre die (vermeidbare) Konsequenz von erhöhter Arbeitslosigkeit, bzw. sinkenden Nominallöhnen. Mal schauen, was in Europa demnächst alles passiert. An hohe Zinsen glaube ich jedenfalls nicht. Das wäre komplett absurd angesichts der Wachstumsschwäche.

            Der Kampf von Steve Keen und anderen aus dem Post Keynesianischen Milieu oder den Circuit Theoristen à la Baer, gilt übrigens dem falschen Verständnis von Kredit / Schulden. Besonders erstere argumentieren, dass ein Rückgang von Nominaleinkommen komplett vermeidbar ist, bzw. aktiv verhindert werden sollte. Nur wollen viele in Krisensituationen genau das, Löhne senken – mit den bekannten Folgen….

  • Andres Müller sagt:

    Herr Dittli, ich denke den Deutschen Schulden stehen sehr hohe Guthaben im Ausland gegenüber. Aber eine Immobilienblase wird sich kaum langfristig entwickeln, denn aus meiner Sicht bricht das Konstrukt Euro in diesem oder im nächsten Jahr höchst wahrscheinlich zusammen. Auch die Schweiz wird dadurch zu Schaden kommen, da sich viele Investitionen im Euro finden, der Franken aber kaum noch sehr lange auf 1.20 gehalten werden kann. Dagegen spricht die nicht genügend antizyklische Politik des Bundesrates, dieser hat den hohen Kurs des Frankens auf seine Kappe zu nehmen, insbesonders der für seinen Sparkurs hochgelobte Ex Bundesrat Merz. Nun haben wir ein Problem in Europa, das Ansehen der Schweiz sinkt praktisch mit jedem Tag, infolge der noch immer nicht reformierten Steuergesetzen die Hinterziehung als Kavaliersdelikt erscheinen lässt.

    Deutschland und Spanien sind in dem Sinne gegenseitig abhängig, weil der Euro deren gemeinsame Währung ist. Aus diesem Grund kann man durchaus Vergleiche zulassen. In Euro aktive Investoren waren vor einigen Jahren auf der Suche nach mehr Profit, was zum Boom in Spanien führte, heute sind sie auf der Suche nach Sicherheit, was sie nach Deutschland bringt. Allerdings ist anzumerken dass wenn nun Sicherheit im Zentrum des Anlegers steht, die Gefahr einer Überhitzung im Immobilienmarkt nicht so hoch ist wie in Phasen der ungehemmten Gier nach noch mehr Gewinnen.

    Die Frage die ich mir stelle ist, was geschieht mit dem Schweizer Immobilienmarkt, sollte die EZB tatsächlich demnächst ihre Leitzinsen nochmals senken. Ich denke die Schweiz müsste endlich aufwachen und sich auf den möglichen Zusammenbruch des Euro vorbereiten. Das sollte sie nicht mit Sparübunge tun, sondern aus meiner Sicht wäre nun eine Politik notwendig die einerseits das Ansehen der Schweiz wieder erhöht und andererseits einen Beitrag zur Rettung unseres wichtigsten Absatzmarktes einleitet.

    Mein konkreter Vorschlag ist: Die Schweiz soll ein umfangreiches Rettungspaket für Giechenland bereit stellen, ich schlage ein Programm vor um die staatlichen Infrastrukturen sicher zu stellen. Ich würde mir einen Betrag von 40 Milliarden Euro vorstellen, der dem gegenwärtigen Überschuss der SNB in dieser Devise entnommen werden könnte. Sinn und Zweck der Übung wäre die Rettung des schwaächsten Gliedes der Euro Zone, und diese Investition könnte sich für die Schweiz langfristig durchaus bezahlt machen, denn wir benötigen unbedingt ein neues Betätigungsfeld, nachdem sichtbat wird dass die Zeit für hohe Profite im Finanzsektor vorüber gehen. Die Schweizer sollten endlich wieder zu ihrem Markenzeichen Visionen zurückkehren. Ich bin sicher dass Investitionen in Griechenland nicht nur dieses Land retten könnten, sondern auch uns selbst.

    • Res Gossen sagt:

      @Andres Müller: Vermischen Sie nicht staatliche und private Vermögens- und Schuldenpositionen. Der deutsche Staat ist stark verschuldet, Tendenz zunehmend trotz Wirtschaftswachstum und Exportboom.

      Zu Ihrem Vorschlag, öffentliches Geld der Schweiz im griechischen Sumpf zu versenken, 3 Gedanken:

      1. Investitionen werden sich von selber immer dort einstellen, wo Investoren die Rahmenbedingungen als vernünftig beurteilen. Da braucht es keinen staatlichen Aktivismus. Oder meinen Sie nicht Investitionen, sondern Entwicklungshilfe à fonds perdu?

      2. Die Verfügungs- und Eigentümerrechte des Investors müssen garantiert bleiben. Trauen Sie dem griechischen Staat diesbezüglich?

      3. Eine Investition muss eine Rendite ausweisen. Bitte nachvollziehbar und plausibel quantifizieren.

      • Andres Müller sagt:

        „Eine Investition muss eine Rendite ausweisen. Bitte nachvollziehbar und plausibel quantifizieren.“

        Nicht zu kurz denken Herr Gossen, die Rendite ergibt sich aus der Stabilisierung des Absatzmarktes Euroraum, damit würde man nichts anderes tun als den noch einigermassen solventen Staaten wie Deutschland mithelfen die Situation zu stabilisieren. Falls der Euro -Raum zusammenbricht, woher nehmen sie dann überhaupt noch Rendite 😉 ?

        • Linus Huber sagt:

          Hi Andres

          Dies ist der Grund, dass die Banken ihr Geld lieber bei der EZB hinterlegen als zu investieren. Es bestehen einfach keine rentablen Investitionsmöglichkeiten mit angemessenem Risiko, solange die vergangenen Fehlinvestitionen nicht auf welche Art auch immer liquidiert worden sind.

          • Andres Müller sagt:

            Das grosse Problem der aktuellen Ökonomie ist, wir sind auf das Terrain der Überproduktion gelangt, was wiederum vom Export der Arbeitsplätze nach Asien erklärbar ist. Aus diesem Grund funktioniert die maktwirtschafltiche Steuerung nicht mehr, es gibt keine Renditen mehr zu holen in Europa, denn woanders wird günstiger produziert.

            Das wird in Zukunft keinesfalls besser, nein, es wird noch viel dramatischer!
            Eine der eindrücklichsten Diskussionen die ich in letzter Zeit gehört habe lief zwischen den USA und der taiwanesischen Firma Foxcon ab. Die Fabrik ist im Westen als „Selbstmordfabrik“ bekannt und erstellte Teile für Apple, Dell usw.

            Nun haben die Manager eingewilligt einen Teil der Produktion in die USA zu bringen, allerdings wird hervorgehoben dass die Verlagerung kaum neue Arbeitsplätze in den USA schaffen wird. Und der Grund?

            Fabtiken wie Foxcon sind dabei eine neue Automatitierungsstufe zu erreichen, womit Kleinteile nun weitgehend ohne menschliche Arbeitskräfte erzeugt und dann in die „Gadgets“ verbaut werden können.

            Aus diesem Grund müssen wir die Marktwirtschaft nun als Teilmarkt eines grösseren Marktes verstehen lernen. Wir müssen wegkommen von Renditezielen der Marktwirtschaft und im Grossen soziale Nutzzwecke verkaufen lernen.

            Wenn wir es nicht schaffen die Marktwirtschaft von der sozialen Volkswirtschaft zu trennen sehe ich schwarz. Und wer soll das bezahlen?

            Denken sie noch einmal über diese automatischen Fabriken nach, die wollen ja ihre Produkte verkaufen. Und das können die nur tun wenn die Käufer Geld haben. Also denke ich, müssen solche Fabriken Steuern bezahlen um an Märkten partizipieren zu dürfen, und diese Steuern müssen hoch genug gerechnet sein, so viel wie eine Fabrik eben durch Automatisation Arbeitsplätze ersetzt. Diese Rechnung wäre eine Aufabe für die moderne Ökonomie, aber stattdessen beschäftigen sie sich damit wie man inzwischen nicht mehr gedeckte Fiat Money Währung retten soll.

      • Erik Schellenberg sagt:

        Die SNB kann unmöglich in Unternehmen usw. investieren, das soll sie auch nicht!

        was muss sie?

        flexibel sein!

        Da muss das Geld auf einem Konto liegen und in sekundenschnelle verfügbar sein!

        Ob in EUR, USD, GBP, JPY, AUD, Gold oder was auch immer ist vollkommen egal!

        Das ist lediglich eine Frage des Trends – steigend oder fallend – und ändert sich jeden Monat, Tag, Stunde, Sekunde!

    • Linus Huber sagt:

      @ Andres

      Wir sollten nicht Strategien verfolgen, welche das Kreditvolumen weiter erhöht, sondern Wege, wie wir Fehlinvestitionen liquidieren können und das Kreditvolumen entsprechend reduzieren.

      Es bestehen massive Volumen an Krediten, welche nie und nimmer zurueckzahlbar sein werden; in anderen Worten sind dies Fehlinvestitionen, welche einer Wertberichtigung unterzogen werden sollten. Die Zentralbanken und Regierungen sträuben sich mit allen Mitteln dagegen und vernichten in diesem Prozess den Freien Markt. Heute werden Zentralbanken und Regierungen sozusagen unentwegt erpresst und wenn sie nicht nachgeben, reagiert der Markt negativ. Dies ist das Resultat der Verletzung von marktwirtschaftlichen Grundsätzen als die Banken 2008/09 gerettet wurden. Langsam wird die Erkenntnis offenbar, welch negative Nebenwirkungen damit produziert wurden.

      • Andres Müller sagt:

        „Fehlinvestitionen liquidieren“

        Fangen wir bei den Banker -Salären an und dem Aufgeben insolventer angeblicher „to big to fail* Bankkonzerne?

        • Linus Huber sagt:

          Regierungen haben ihre Chance verpasst 2008/09 diese Parasiten zu verstaatlichen, sodass sie heute die gesamte Volkswirtschaft bedrohen und erpressen. Sicherlich sollten erst einmal die falschen Anreize beseitigt werden und man sollte sie schrittweise mit entsprechenden Massnahmen ersticken um sie schlussendlich doch noch verstaatlichen zu können. Der grosse Einfluss des Finanzsektors auf die Politik verhindert dies zur Zeit noch.

  • Rainer sagt:

    Es gibt in Deutschland noch ein anderes Problem bei den Immobilien (das wohl 2020 auch langsam den südlichen Teil des Landes erreichen wird): die demographische Entwicklung.
    In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden Millionen von Häuschen und Wohnungen auf den Markt kommen, deren Bewohner (die Erben der Wirtschaftswunder-Generation) dann entweder tot oder im Altersheim sind.

    Im Osten ist die De-Industrialisierung und De-Population ja schon Fakt, im Westen (und speziell im Süden) steht sie noch bevor.

    Nach OECD-Schätzungen müsste Deutschland jedes Jahr mehr oder weniger eine siebenstellige Zahl Ausländer „importieren“, nur um die Bevölkerungszahl konstant zu halten.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,727197,00.html

    Das für meine Generation absolut keine nennenswerte Rente mehr rausspringt ist danach ebenso offensichtlich.

    • Tobias Loys sagt:

      Hi Reiner !

      Das stimmt, es gibt aber noch viele weitere Faktoren, die die Nachfrage nach Immobilien mitbestimmen. Zum Beispiel die Wohnfläche, die ein einzelner Bewohner belegt. Vor 100 Jahren lebten in meinem Haus noch 3 Familien auf ca. 60 m2.

      1945 lebte dann eine Familie im Haus. Heute lebe ich alleine in diesem Haus. Gekostet hatte es 10.000 Euro (Frankreich),
      als ich es 2002 kaufte. Das Haus ist ca. 190 km von der Schweizer Grenze entfernt, das ist global keine Entfernung, war aber trotzdem lange Jahre unverkäuflich, obwohl noch 1200 m2 Bauland dazugehören.

      Dann spielt die Mobilität eine Rolle – eine eingeschränkte soziale Mobilität beeinflusst den Wert von Immobilien ebenso.

      Es ist bei mehr Wohlstand und der Hälfte der Bevölkerung durchaus möglich, dass alle Immobilien belegt sind – da sich der Einzelne im Schnitt vielleicht doppelt so viel Wohnfläche leisten kann.

      Bei weniger Wohlstand und viel Zuzug können die Immobilienpreise trotzdem fallen, trotz der Mehrbevölkerung, da der Einzelne im Schnitt nicht mehr so viel Wohnfläche unterhalten kann.

  • Ernst Meier sagt:

    Es ist schon verblüffend, dass es der Autor schafft, über die Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland zu spekulieren, ohne einen fundierten Überblick über die Preisentwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland in den vergangenen Jahren zu bieten. Alles was man hierzu findet ist die Teuerung im vergangenen Jahr. Wie sich diese zu den davorliegenden Jahren verhält, worauf sie sich gründet, all das wird nicht thematisiert. Lediglich der Hinweis auf „zwei Jahrzehnte stagnierender Preise“ findet sich. Die interessante Frage wäre doch: Sind die Preise aufgrund von 2 Jahrzehnten Stagnation noch unterbewertet oder nicht? Wie kann man ernsthaft über eine Immobilienblase spekulieren, wenn diese Frage nicht beantwortet ist?

  • Linus Huber sagt:

    Grundsätzlich besteht eine grosse Gefahr, dass durch die ankerlose Geldpolitik der Zentralbanken sich weitere Blasen bilden, welche ein schlechtes Ende nehmen dürften. In dieser Analyse wird der demographische Aspekt nicht beachtet. Ich kenne die Zahlen nicht im Detail, aber kann mir gut vorstellen, dass der Baby-Boomer langsam in ein Alter kommt, in welchem er eher weniger Wohnraum bevorzugt. In dieser Beziehung spielt natürlich die Zuwanderung auch eine Rolle, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dies die Situation mittelfristig stark verändern dürfte. Die Idee, dass Wohneigentum ein gutes Investment ist, wird langsam immer stärker in Frage gestellt.

    Was der Bericht jedoch gut darstellt, ist die Tatsache, dass die Kosten von Fehlinvestitionen schrittweise auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Regierungen wie Zentralbanken haben die Chance, die Banken entsprechend zu disziplinieren, verpasst, sodass heute alles fast gleich läuft wie zuvor. Ein bedenklicher Vorgang, welcher definitiv in den Geschichtsbüchern der Zukunft nachzulesen sein wird.

    • Andres Müller sagt:

      „auf die Allgemeinheit abgewälzt wird“
      Das liegt ja nicht nur an der lokalen Politik, sondern auch in den Mechanismen der golbalisierten leider nicht im Sinne einer sozialen Globalisierung umgesetztem „Freihandelssystems“. Die lokale Politik kann dagegen nur wenig tun, z..B. auf der internationalen Bühne zu versuchen die soziale Globalisierung anzusprechen um entsprechende Richtlinien einzuführen, sowie eine nun stark antizyklische Ausgabenpolitik betreiben. Wenn die Märkte reformiert werden müssen, woran ich keinen Zweifel habe, dann kommt Rettung mit Sicherheit nur noch aus dem Bereich des sozialen Ausgleichs, was auch die globale Ressourcenverteilung anbetrifft.
      Die Rettung der Banken war leider eine diesem Ansinnen einer ausgewogenen Verteilung um eine 180 Grad verkehrte Politik. Sie führte zu einer Form des Zitronensozialismus und führt zu Wettbewerbsverzerrungen (ich hätte lieber den Ausdruck Sozialverzerrungen).

      • Linus Huber sagt:

        Regierungen können sehr wohl im Sinne ihrer Bevölkerung handeln. Ich gebe Ihnen recht, es ist nicht einfach und oft wirklich fast unmöglich, aber oft eben doch gut möglich.

        Als Beispiel möchte ich hier nur die folgenden 2 Länder aufführen, wovon in einem die Regierung in meinen Augen die Bevölkerung verraten hat indem sie die Fehler der Banken auf die Steuerzahler überwälzten (Irland) und im andern die Regierung den Mut zeigte, diese Schulden nicht zu akzeptieren (Iceland).

        Irgendwann wird Griechenland auch erkennen (ich nehme an, sobald die Bevölkerung sich klar wird, wie die beschlossenen Massnahmen sich wirklich auswirken), dass es keinen anderen Weg gibt, als sich ihrer Schulden zu entledigen, wobei sich die nicht-griechischen Banken meist schon aus Angst vor diesem Schritt in Sicherheit brachten.

        Wir muessen Wege finden Schulden zu liquidieren und nicht nur hin- und her zu schieben.

        • Andres Müller sagt:

          „Wir muessen Wege finden Schulden zu liquidieren und nicht nur hin- und her zu schieben“

          Ich befürchte die Realität wird der Politik durch den Finanzmarktkollaps zuvorkommen. Die Zahlen im Europäischen Target-2 Mechnaimus sprechen dafür dass bei gleichbeibender Geldflucht innerhalb eines Jahres der Süden Europas unvermeidbar in den Default eintreten muss. Soviel ich weiss haben die PIIGS bereits über 20% ihres totalen Vermögens ausser Landes geschafft, und der Exodus dreht immer schneller. Irgendwann werden die negativen Target-2 nicht mehr steigen, weil nichts mehr vorhanden ist mit dem man flüchten könnte. Die Politik wird dann aufathmen und in der Presse verkünden Target-2 ist stabilisiert, Europa ist gerettet -wenige Wochen später folgt dann was kommen muss…

          • Linus Huber sagt:

            Jeder Südländer (von Griechenland über Italien, Spanien bis Portugal), welcher sein Geld nicht von den lokalen Banken abzieht, spielt mit dem Feuer der unverblümten Enteignung.

            Der griechische Finanzminister Filippos Sachinidis erklärte kuerzlich, dass sein Ministerium damit begonnen hat, die errechneten Steuerschulden von unter Verdacht stehenden Steuerhinterziehern direkt von ihren Bankkonten abzubuchen. Wohlverstanden, es handelt sich nicht um bewiesene Steuerhinterzieher sondern um solche, welche unter Verdacht stehen.

        • Andres Müller sagt:

          In den PIIGS -Staaten sind die Menschen dabei sich auf weitere Default vorzubereiten, in Griechenland glaubt man inzwischen an einen zweiten Zahlungsausfall. Ich hörte von jemandem der mir vorrechnete dass unser Finanzsystem technisch bankrott sein müsse, weil es inzwischen unmöglich geworden sei auch nur zum Goldstandard zurückzukehren. Der Goldpreis würde dabei auf ca. 15000 US$ pro Unze ansteigen, weil es sonst gar nicht genügend von diesem Metall geben würde. Doch selbst wenn das gelingen würde, so würde dies sofort verhindern dass die Staaten weiterhin Schulden aublasen könnten, mit anderen Worten Helikopter Ben wäre Arbeitslos. das wiederum würde eine Hyperinflation einleiten, die nach kurzer Zeit einen Zusammenbruch des elektronischen Zahlungsverkehrs auslösen würde. Ohne die Hinwendung zu einem realen Wert kann aber eine Währungsreform nicht gelingen, es würde die Basis zu neuem Vertrauen fehlen. Wie es aussieht kommen wir in den nächsten Monaten bis Jahren irgendwann an den Punkt wo wir uns was völlig Neues ausdenken müssen -vielleicht ist das ganz gut so, ich hoffe nur das der Schaden dann nicht auch noch zu Krieg und extremer Versorgungsnot führen wird.

          „As such, in order for the new system to work, the government first would have to balance its GAAP-based spending—which I contend is not politically feasible at present. Unless fiscal circumstances are in balance, a new gold-based system would see continuous devaluations of the dollar against gold, as unsupportable money was created. On the other hand, if fiscal conditions were in balance, returning to a gold standard likely would not be under serious consideration at present.“ …aber vermutlich mit Notstandsgesetzen…
          http://www.shadowstats.com/article/no-414-hyperinflation-special-report-2012.pdf

  • Harold Shand sagt:

    Herr Loys hat vollkommen recht! Tatsächlich zahlt ein deutscher Häuslebauer seine Liegenschaft vollumfänglich ab, während das hier oftmals nicht der Fall ist und man „ewiger Schuldner“ bleibt. Hinzu kommt, dass die Deutschen sehr oft langfristige Hypotheken bevorzugen, während in der Schweiz schon 1/8 aller Hypotheken Libor -Hypotheken sind.Das fatale daran ist, steigt der Libor – Satz an, dann sind die langfristigen Zinsen auch schon bedeutend höher. Wer wird dann von 1 %Libor auf eine Fixhypothek von 4% umsteigen, wenn er schon bei der Wahl zwischen 0,7 und 2 Prozent die Libor-Hypothek gewählt hat? Viele werden wahrscheinlich an der Libor- Hypothek festhalten, bis es zu spät und die Hypothek nicht mehr tragbar ist. Den Rest kann man sich denken.

  • John Peer sagt:

    Das ist eine rein „österreichische“ oder „hayek’sche“ Analyse der Probleme Europas. In diesem Zusammenhang ist auch Philipp Bagus‘ Buch „Die Tragödie des Euros“ zu lesen. Super, vielen Dank!

  • Tobias Loys sagt:

    Ah, da gibt es aber noch einen viel größeren Kandidaten für eine Immobilienblase, nämlich die Schweiz. Die Deutschen zahlen ihre Häuser ab, viele Schweizer nicht (aus steuerlichen Gründen). Das passt schon eher zum spanischen Szenario, wo eben die Privatschulden der Auslöser für die Immobilienkrise waren. Man stelle sich vor, die Schweiz fällt in die Rezession, viel verlieren ihre Arbeit, können die Zinsen für die Immobilienkredite nicht mehr bedienen – dann hat man was? Spanien heute.

    In einem Land, in dem die meisten Immobilien bezahlt sind, ist eigentlich egal, was sie noch Wert sind. Man wohnt halt selbst drin – das ist ja der eigentliche Wert einer Wohnimmobilie: zu wohnen.

    Meiner Ansicht nach ist die Schweiz bei weitem mehr gefährdet, zumal sie sich auch nicht von der EU-Entwicklung wird abkoppeln können.

    • H&H sagt:

      Richtig erkannt @Tobias Loys, Kompliment ! Dazu passt ein anderer Beitrag im Blog: „Wenn ewig kläfft der kleine Pinscher ….Herrjeh, wenn diese einfältigen Schreiberlinge nur ewig was an DE auszusetzen haben. Der krankkahfte DE-Hass hat schon seit Jahrzehnten paranoide Züge angenommen. Jeder unqualifizierte sucht sich heute irgendwelche Statistiken (auch wenn sie aus noch so fernen gegenden kommen), welche auch niemals selbst geprüft werden können – höchstens verfälscht «-) – und will sich beim ewig manipulierten Leser einschleimen. Es st ja gerade wieder sehr aktuell, am deutschem Fell zu kratzen. Aber was kümmerts die deutsche Eiche, wenn der kleine Kläffer ihr ans Bein pinkelt. Und ausserdem platzt irgendwann man jede Blase – auch die CH-Luftblase, also liebi CH’s macht Euch nicht in die Hosen vor Neid und Angst dem grossen, mächtigen Nachbarn gegenüber ;-)“, Grüezi….

      • Tobias Loys sagt:

        Hoi H&H! 🙂

        Viele Deutsche haben sich wohl innerlich schon damit abgefunden, dass der Euro irgendwann in die Inflationsphase tritt, also am Ende „nichts“ bleibt (vom Ersparten und kapitalgedeckten Renten). Daher der Run auf Immobilien, Edelmetalle, Sachwerte … damit wenigstens „etwas“ bleibt, optimaler Weise vielleicht 40% des derzeitigen Wertes (Kaufkraft). Es geht also denen, die sich das überhaupt leisten können, weniger um eine Rendite, als vielmehr darum, *überhaupt etwas* über diese Krise retten zu können, und seien es nur 20% der mit heute vergleichbaren Kaufkraft.

        Was uns, aus meiner Sicht, bevorsteht, ist der totale Zusammenbruch des europäischen Finanzwesens.

        Also auch die „Deutsche Eiche“ ist eigentlich innen schon morsch, auch wenn sie derzeit noch Blätter treibt.

        Das kann heute alles sehr schnell gehen, und man steht mit abgesägten Hosen da, ohne dass man selbst genau weiß, wie es einem geschah (hier erschreck-smilie einfügen).

        Aber steht man dann mit einer Hütte da, die mit 600.000 SFr. beliehen ist, aber nur noch 200.000 SFr. Marktwert hat, dann hat man ein Problem … siehe USA.

      • adrian wehrli sagt:

        Deutsche Eiche? Wohl eher faule Pappel … aber wenns schiefgeht, dann wird halt wieder marschiert. Gruss aus der Schweiz.

    • Hansfranz Nägeli sagt:

      Ich denke zwar Ihen gehts nur darum ans eigene Nest zu brünzeln,der Vergleich ist absurd. Spanien jede Menge Imobilien auf Halde,20 -50% Arbeitslose, eine nicht konkurrenzfähige Industrie.Die Schweiz 3 -3.5% Arbeitslose, 1% jährl. Einwanderer die Arbeit finden,die konkurrenzfähigste Industrie,Wohnungsmangel.Selbst eine Immoblase hat noch kaum je wirklich Probleme ergeben,Ein Paar Immohändler pleite,Die eine od. andere Bank in Schieflage,aber wenig Familien,man verdient genug!

      • Linus Huber sagt:

        Lieber Hansfranz, Ihre lineare Denkweise ist sehr gefährlich. Nur weil es uns in der Vergangenheit gut ging, ist dies keine Garantie, dass dies in der Zukunft so weitergeht, speziell in Anbetracht auf die massiven Angriffe auf die schweizerische Souveränität und auf verschiedene Aspekte unserer hohen Wettbewerbsfähigkeit im Bereiche von Steuern und Finanzdienstleistungen.

        Die angesprochenen Aspekte sind sehr korrekt und sollten eher zu Vorsicht als Überheblichkeit Grund geben.

      • Anh Toan sagt:

        @Hansfranz Nägeli: D’Schwyz isch s’bescht wos je het’s gitts!

        Sind z.B. 150m2 bewohnt von einer alleinstehenden Rentnerin, bestenfalls einem Rentnerehepaar nicht irgendwie auch Wohnraum auf Halde?

        Erschiesst ihn (Tobias Loys), er ist ein Kritiker! (Kafka)

        • Tobias Loys sagt:

          >>Erschiesst ihn (Tobias Loys), er ist ein Kritiker! (Kafka)

          Eine Rente von 1000 SFr. im Monat würde mir reichen, und ich halte die Klappe. 🙂

          Das ist, rechnet man alle Kosten und alle Diskussionen mit ein, die die Leute dann von der Arbeit abhalten (Todesstrafe ja oder nein?) für alle Beteiligten die günstigere Lösung – und für mich eine erfreuliche 🙂

          Aber dem Immobilienmarkt wird es auch nicht retten …

      • Tobias Loys sagt:

        >> Ich denke zwar Ihen gehts nur darum ans eigene Nest zu brünzeln.

        Wohl nicht, denn ich bin kein Schweizer, wohne nicht einmal in der Schweiz. Ich arbeite derzeit ab und zu in der Schweiz, und beschwere mich auch nicht über die Schweiz, denn mit den meisten Kollegen komme ich hervorragend aus. Nur, dass es so weitergeht, wie bisher, das garantiert einem niemand, kann auch niemand.

        Stellen sie sich vor, die Wirtschaft kommt in die Rezession, die Ausländer ziehen weg, 20% der Wohnungen stehen leer, der Mietzins verfällt somit, die Finanzierungen beginnen zu wackeln und so weiter. Ja, ich bekenne mich dazu: ich bin Deutscher.

        Aber ich habe nicht einmal in Deutschland ein „Nest“.

      • Schnyder sagt:

        Denkste. Die Schweiz hatte in den 80er Jahren eine Immobilienboom und in den 90er Jahren „ein verlorenes Jahrzehnt“.

        Man rechne: Der Staat kassiert beim Boom munter mit über Grundstücksgewinnsteuern, Handänderungssteuern, steigendem Eigenmietwert und Steuerwerten.

        Ist dieser Boom wirklich fundamentaler als andere Booms. Kenne einige Beispiele wo Banken wie wild untragbare Immobiliengeschäfte finanzieren.

    • Nicolas sagt:

      Richtig Herr Loys. Nur vergessen Sie den kleinen aber wichtigen Unterschied zu Deutschland, Spanien oder ein anderes EU-Land.
      Wir haben den schweizer Franken, sprich wir können und werden in einem solchen Szenario viel schneller und effizienter wieder auferstehen.
      Das wirkliche Gift der EU ist die EU selber!

      • Tobias Loys sagt:

        >> Wir haben den Schweizer Franken …

        das ist natürlich ein Vorteil, gebe ich unumwunden zu. Die Schweiz kann ja derzeit Papier verkaufen (SFr.), da die Nachfrage so hoch ist. Wenn man die eingetauschten Euros nun schnell in gute Unternehmen und Anlagen steckt, bevor
        die große Euro-Inflation kommt, kann man daraus einen netten Gewinn ziehen.

        Aber ich bin ja kein Wirtschaftsprofi – nur ein Laie 😉

        Wenn man die Euros allerdings nur stapelt, die man /(Schweiz) derzeit kauft, um den SFr.-Kurs stabil (unten) zu halten, hat man irgendwann ein Entsorgungsproblem. Aber man könnte ja die getauschten Euros auch zu Pellets verarbeiten und dann damit die Gebäude heizen. Das schont die heimischen Wälder und hält zumindest die Heizkosten niedrig.

      • Andres Müller sagt:

        „Das wirkliche Gift der EU ist die EU selber“ Die Europäische Union ist noch relativ jung Herr Loys, die USA konstituierten sich mit ihrem US$ als Gemeinschaftswährung über den Umweg eines sehr verlustreichen Sezessionkrieges. Aus makroökonomischer Sicht ist die Idee Europa aus meiner Sicht eine notwendige Basis in einer zunehmend globalisierten Welt. Die Königreiche der Vergangenheit, die Stadtsatten, sie hatten für sich alleine keine Einzige eine Zukunftschance gehabt. Die Frage um den Euro muss man unabhängig von der Entität Europa betrachten. Es sind die Papierwährungen per se die ein Problem darstellen, nicht nur der Euro, sondern auch alle anderen Währungen wie US$, Renminbi, Yen und auch der Schweizer Franken. Die Papierwährungen sind ein Problem, weil sich seit der Loslösung vom Goldstandard sich Schulden und Vermögen praktisch beliebig ausweiten lassen. Dies führt bei Handelsungleichgewichten innerhalb einer Währungszone zu ungünstigen Verteilungen von Kapital. Dies ist nich nur in Europa so, sondern auch in den USA und sogar in China. Nur haben die Chinesen den Vorteil ihre internen Ungleichgewichte über drakonische Massnahmen zu steuern, sie nennen das dort „Experimente“. Wir haben im Westen Demokratie, und ich hoffe dass diese in Zukunft wieder mehr berücksichtigt wird -auch im Zusammenhang mit Europa.

        Also zusammengefasst: Der Euro ist nur die Spitze des Eisberg für ein grosses Problem das im Zahlungsmittel Fiat Money besteht. Nicht nur Europa, velmehr global ist auch meiner Sicht Währungsreform nicht mehr zu verhindern.

        • Tobias Loys sagt:

          Hi Andreas.

          Sehe ich eigentlich aus so. Aber warum der Euro nicht funktionieren kann, liegt in meinen Augen daran, dass es in Europa keine einheitliche Fiskal- und Sozialpoltik gibt. Es gibt Europa als Staat nur als den Euro.

          Der Euro würde mit einem Länderfinanzausgleich funktionieren, aber dazu müssten für alle dieselben Regel gelten. In Frankreich soll ja wieder die Rente mit 60 Jahren kommen, in Deutschland und Schweden (nicht Euro) werden bereits 72 Jahre angedacht, und so weiter.

          Die die mit 72 Jahren in Rente gehen werden natürlich kotzen, sollen sie über einen Finanzausgleich irgendwo anders die Rente mit 60 Jahren finanzieren – abgesehen von den verschiedenen Steuersätzen und sonstigen sozialen Regelungen.

          Daran wird Europa und der Euro scheitern – jeder kocht sein eigenes Süppchen. Das geht mit nationalen Währungen, aber nicht mit einer gemeinsamen Währung. Dann spielen auch noch die verschiedenen „Korruptionsgrade“ eine Rolle.

          Ich kann auch einen Steuersatz für alle gemeinsam festlegen, aber in einem Land die Steuern vielleicht gar nicht konsequent einfordern, wie z.b. in Griechenland geschehen.

          Und je länger ich zuschaue, so sehe ich immer mehr, dass eben die kulturellen Unterschiede zu groß für eine gemeinsame Lösung – auf der Basis einer Währung – sind. Es gibt in der EU ja nicht einmal eine Amtssprache für alle.

          Die Schweiz ist eigentlich mehr EU als jedes EU-Land. In der Schweiz kann ich Bestätigungen auf Französisch einreichen, auch in der Deutsch-Schweiz. Das geht schon zwischen Deutschland und Frankreich nicht mehr.

          Wenn es in Europa überhaupt ein „EU-Land“ gibt, dann ist es paradoxerweise das Land, im Zentrum das nicht in der EU ist: die Schweiz. 🙂

          • Andres Müller sagt:

            Herr Loys, da gehe ich mit ihnen durchaus Einig. Ich vermute die kulturellen Unterschiede sprechen derzeit eher gegen den Euro als gemeinsame Währung. Umgekehrt ist er nun eben da, und da kann man nicht mehr so einfach aussteigen. Die unterschiedlichen Target-2 Saldo sind zu gross geworden für den Ausstieg, die Sache ist bereits an einem Punkt angelangt wo der Pleitegeier über allem kreist der den Euro aufgeben will.

  • Karin Gut sagt:

    Es ist gewiss richtig, dass der Deutsche Staat in den letzten 10 Jahren schlecht gewirtschaftet hat. Neben den Nachwehen der Wiedervereinigung geht diese Misswirtschaft vor allem auf die Politiker zurück, welche im Buhlen um Wahl und Wiederwahl kurzfristig grosszügig handeln statt langfristig nachhaltig. Die Deutschte Wirtschaft ist nach wie vor gut unterwegs und liefert ziemlich konstant Handelsbilanz-Überschüsse, was ein fundamentaler Unterschied zu Spanien ist.

  • Roger sagt:

    Man hat so vieles gehört die letzten Jahre. Dort knallts, da knallts, da sind Anzeichen für den Knall etc. etc. Tatsache ist und bleibt, bis zum heutigen Tage hat sich keiner der grossen „Knäller“ (der wirklich grossen) ereignet. Ich glaube schon lange nicht mehr an diese Pseudo-Korrelationen.

    • Andres Müller sagt:

      Noch kurz, der Ausdruck „unsupportable money“ gefällt mir gut zur Beschreibung des Zustandes unseres mit Fiat Money gestützten Finanzsystems. Das verweist auf die Tatsache hin dass die Summe aller Schulden/Vermögen um Faktoren durch nichts reales mehr gedeckt werden kann. Warum ist der Euro gegenüber dem US$ relativ stark derzeit 😉 ?

      Roger: Es ist die Eigenart von Fiat Money dass der „grosse Knall“ nur einmal kommt, aber dann überraschend und durch nichts mehr „reparierbar“. Einige Europäer würden sie allerdings nur müde angrinsen, ich meine die Zehntausenden von Arbeitslosen…

      • Tobias Lays sagt:

        Hoi Andres,

        hm, eigentlich ist es ja nur teilweise „unsupportable money“, denn es wird ja noch durch das Bruttosozialprodukt gestützt, aber die Menge der „Werte“ als Finanzprodukte ist derzeit, las ich irgendwo, beim 50 fachen des Bruttosozialproduktes der Erde angelangt.

        Sie sind so zwar „supported“ – derzeit noch – aber eigentlich „unsupportable“ (nicht mit Werten zu decken)

        Aber das müssen sie ja gar nicht sein. Der Trick ist ja, dass, je größer der „virtuelle Geldberg“ ist, desto mehr kann er am realen Bruttosozialprodukt partizipieren. Und das ist ja sein Zweck: Diebstahl am Bruttosozialprodukt.

        • Tobias Lays sagt:

          Im Moment findet in meinen Augen der größte Raubzug der Geschichte statt.

          Und zwar wird eine parallele Kunstwährung geschaffen, als Finanzprodukte, hinter denen eigentlich
          nur noch nominal etwas steht, aber real keine Deckung über Güter und Leistungen mehr vorhanden
          ist.

          Man könnte sich das am einfachsten als modernen Ablasshandel vorstellen. Beim Ablass der Kirche zahlte
          man auch für ein Produkt, das es eigentlich gar nicht gibt.

          Ein altes Geschäftsmodell, dem sich nun die Finanzindustrie bewusst oder unbewusst bedient.

          Je größer dieser virtuelle Geldberg wird, desto einfach und hemmungsloser kann er an den
          realen Werten (Dienstleistungen und Güter) teilhaben.

          Die spekulative Finanzindustrie ist eigentlich ein moderner Ablasshandel. Man kauft Produkte
          die real nichts wert sind, aber mit einem Versprechen – und hat man sie gekauft, ist eben
          realer Wert (Dienstleistungen und Güter) in sie geflossen, quasi „gestohlen worden“ – es ist
          Betrug über die Menge.

          Der realen Menge steht eine beliebig aufblähbare virtuelle Menge an Kaufkraft gegenüber.

          Aber es sind nicht nur die Banken, die sich dieses Tricks bedienen, es sind auch die
          Staaten selbst über Verschuldung. Verschuldung ist eigentlich eine Steuer, die nicht sofort
          von den Bürgern bezahlt wird, sondern „hinten herum“ – – – für den Bürger schwerer nachvollziehbar.

          Die Banken bieten nun den Staaten ihre Hilfe bei diesem Raubzug an, und die Staaten nehmen
          sich die Banken zuhilfe bei diesem Raubzug – aber letztlich gibt es nur einen, der alles
          bezahlen wird: der Bürger, der sich noch einbildet, sein Vermögen, sofern vorhanden, wäre noch
          das wert, was draufsteht.

          Es wäre ja noch gesamthaft das Wert, hätte er die realen Kosten, die das Staatswesen verursacht,
          bezahlt. Hat er aber nicht, da der Staat Schulden machte. So ist auch seine Gewinn fraglich, und
          das in allen Anlageformen: Renten und Rücklagen.

          Wie das alles im Detail funktioniert, weiß ich nicht, ist auch absichtlich so verwirrend dargestellt, damit
          möglichst niemand dahinter kommt, nur eines ist mir klarer: dass die Banken als Spekulanten eine neue Form des
          Ablasshandels erfunden haben.

          Erst hat man reale Produkte verkauft, also Versicherungen etc., dann mehr und mehr fragwürdige, bis man sah, dass die
          Bürger so doof sind, auch rein virtuelle Produkte zu kaufen: virtuelle Werte.

          Sie werden so geschickt auf reale Werte bezogen, dass kaum jemandem auffällt, dass dahinter nur noch
          Luft ist. Anders gesagt, sie verkaufen das Bruttosozialprodukt mehrfach weiter – und je öfter man es
          verkaufen kann, desto mehr partizipiert man real an ihm.

          Das ist eben der Aspekt, in dem die Banken zu Gangstern geworden sind: sie sind in Teilbereichen
          von den Unterstützern des Bruttosozialprodukts zu Räubern am Bruttosozialprodukt mutiert.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.