Die nachwirkenden Geburtsgebrechen des IWF

Harry Dexter White (links) und John Maynard Keynes (rechts) bei der Gründung des IWF. Durchgesetzt hat sich der Amerikaner White.

Der Internationale Währungsfonds IWF warnt vor einem Währungskrieg. Doch an seiner Tagung vom vergangenen Wochenende ist es ihm nicht gelungen, weitere Währungsturbulenzen zu verhindern.

Genau betrachtet, ist er nicht erst jetzt gescheitert. Er leidet gewissermassen an einem schweren Geburtsgebrechen, das ihn für seine Hauptaufgabe impotent macht.

Für welche Hauptaufgabe wurde er denn im Juli vor 66 Jahren in den USA im Badeort Bretton Woods, New Hampshire, gegründet?

Für eine Situation, wie sie die Welt momentan vorfindet:

Zur Verhinderung von gefährlichen politischen Spannungen, zu denen anhaltende Ungleichgewichte im Aussenhandel zwischen Ländern führen können. Und damit auch, um das Währungsgefüge der Welt stabil zu halten. Viele waren damals überzeugt davon, dass wirtschaftliche internationale Spannungen in der Folge der grossen Depression zur Katastrophe des Zweiten Weltkriegs beigetragen haben.

Wo aber liegt denn der Geburtsfehler des IWF? Darin, dass der falsche Vorschlag sich durchgesetzt hat: Jener der Amerikaner – vertreten durch Harry Dexter White. Kurz gesagt: Der Dollar wurde offiziell in den Status der führenden Weltwährung erhoben, alle anderen Währungen wurden mehr oder weniger fest an ihn gebunden. Der IWF war dazu gedacht, Ländern mit Aussenhandelsdefiziten Kredite zur Verfügung zu stellen.

Die Amerikaner haben versprochen, den Dollar ihrerseits fix ans Gold zu binden – versprochen aber nicht gehalten. Zu schön wars, Geld auf Kosten der ganzen Welt zu drucken. Das System von Bretton Woods ist deshalb 1971 zusammengebrochen. Der IWF blieb dennoch bestehen, wie ein Zombie wandelt er seit seinem funktionalen Tod weiter unter den Lebenden, stets auf der Such nach einem neuen Sinn.

Wieso das harte Urteil? Weil es am Anfang eine Alternative gab – eine bessere und eine, die vermutlich mit den aktuellen Problemen weit besser fertiggeworden wäre.

Ihr Urheber: John Maynard Keynes. Jener grosse britische Ökonom, dessen Ideen selbst bis in Lehrbücher hinein auf dümmliche Phrasen reduziert wurden. Nein, Keynes hat nicht gesagt, höhere Staatsausgaben seien immer und jederzeit das beste Wirtschaftsrezept (hier ein  ausgezeichnetes Buch über ihn).

Zurück zu seinem Bretton-Woods-Vorschlag: Keynes wollte statt dem Dollar eine neue Reservewährung schaffen, den sogenannten Bancor. Dieser sollte auf dem Wert von insgesamt 30 Rohstoffen und nicht mehr allein auf Gold beruhen. Das knallharte Festhalten der Notenbanken am Goldstandard – und damit ihre Unfähigkeit, auf die Krise mit angemessenen Liquiditätsspritzen zu reagieren – gilt als wichtige Ursache für die Härte und Dauer der grossen Depression. Nein, das hat nicht nur Keynes so gesehen, sondern auch  Milton Friedman, wie der grosse Herausforderer von Keynes Grundthesen in diesem Video selbst erklärt.

Nationale Währungen hätte es in Keynes Vorschlag weiterhin gegeben, sie wären in ein festes Verhältnis an den Bancor gebunden worden.

Ungleichgewichte im Aussenhandel sollten über eine internationale Clearingbank (ICB) abgewickelt werden: Länder mit Leistungsbilanzdefiziten hätten jene mit Überschüssen im Bancor ausgeglichen. Der Knüller dabei: Keynes wollte in dieses Clearing Mechanismen einbauen, die sowohl Länder mit hohen Defiziten wie jene mit hohen Überschüssen bestraft oder eine Anpassung im Währungsverhältnis erzwungen hätten.

Warum kam der Vorschlag nicht durch? Wer hatte denn damals das Sagen?

Ja, die Amerikaner. Sie festigten ihre Weltmacht auch noch über ihre Währung. Ihre Aussenhandelsüberschüsse sahen sie zudem als Ausdruck von überragender Stärke und nicht als Ursache einer Instabilität.

Nun, das alles ist lange her. Die Bedeutung des Dollars ist seither am schwinden – wie auch dessen Wert zeigt. Die USA ist nicht mehr weltweiter Gläubiger, sondern Schuldner und die neue aufstrebende Macht heisst China. Heute würden die Amerikaner die Idee von Keynes vielleicht gar nicht mehr so schlecht finden…

Was lehren wir aus dieser Geschichte?

Welche Chancen hat eine internationale Finanzarchitektur, die allen nützt und nicht bloss die Mächtigsten bevorteilt?

Funktioniert so was überhaupt?

Brauchen wir so was überhaupt?

Keine Kommentare zu «Die nachwirkenden Geburtsgebrechen des IWF»

  • ex nihilo sagt:

    Danke für diesen guten Artikel. Während heute nationale Transaktionen mit nationalen Währungen getätigt werden, werden internationale Transaktionen irrtümlicherweise ebenfalls mit nationalen Währungen getätigt. Das führt zu pathologischen Prozessen, die mit einer supranationalen Währung behoben werden könnten, jedoch nicht durch eine Korbwährung wie mit den bereits existierenden SDR des IWF. In diesem Paper steht, wie es funktionieren würde: http://www.boeckler.de/pdf/v_2009_10_30_rossi.pdf

  • Hampi sagt:

    Es ist faszinierend, wie man anhand der aktuellen Krise feststellen kann, dass die Wirtschaft Triebfehder für soziale Veränderungen sein kann. Vor zwei Jahren wäre es noch unvorstellbar gewesen, dass Frankreich gezielt Zigeuner (Roma) ausweist (in ein anderes EU-Land!), aber die Wirtschaftskrise hat es möglich gemacht. Die Aussagen von Sarrazin hätten vor ein paar Jahren nie diesen Nährboden in der Bevölkerung gefunden wie jetzt.
    Diese sozialen „Phänomene“ der Gegenwart veranschaulichen sehr gut, wie es nach der „Grossen Depression“ zunehmend düsterer werden konnte, bis alles in einem Weltkrieg endete.
    Aber ich glaube, dass es dieses Mal nicht so schlimm kommen wird. Bei der jetzigen Krise (Grosse Rezession) haben wir, ganz im Sinne von Keynes, Gegensteuer gegeben. So wurde ein völliger Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert.
    Deshalb glaube ich, vorausgestzt, dass wir nicht die Nerven wegen der hohen Verschuldung verlieren, dass wir kein neues Abkommen im Sinne von Bretton Woods benötigen. Das momentane Hauptproblem betrifft nicht die frei gehandelten Währungen. Am Pranger steht vor allem der staatlich festgelegte Kurs des chinesischen Yuans im Verhältnis zum Dollar und Euro. Und hier würde ein flexibleres System bestimmt mehr Realität bedeuten.
    In jedem Fall kann man den USA nicht vorwerfen, dass sie diesen (übertrieben gesagt) Währungskrieg begonnen haben. War es nicht die Schweiz, die zuerst mit staatlichen Interventionen eingriff? Aber eben: von Krieg zu sprechen wäre zurzeit noch viel zu verfrüht.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Wer legt denn den Kurs des Dollar fest? Kann man Oel für sfr kaufen? Wieso traben alle Börsen der Welt nach dem Wallstreettakt? Sorry, aber der Nabel der aller Währungen läuft ganz offensichtlich in New York zusammen und wenn sich einer dagegen wehrt (die Chinesen haben einfach die Nase voll sich ihre Wirtschaftspolitik von den USA diktieren zu lassen) dann wird er zu einem UNFAIRSPIELER und irgendwann einmal zu einem Geächteten und später zu einer Bedrohung gegen die BEFREIER NATION (zb GBR oder USA, oder im 2 WK das deutsche Reich) losziehen muss. Ob KUBA, UdSSR, Iran oder aber China, das Muster ist immer dasselbe. Für mich trivail offensichtlich, da kann man noch soviel new english Oeconomenpflaster drüber kleben.

      • Hampi sagt:

        Der Wert des Dollars wird durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage festgelegt. Zu sagen, dass es der „freie Markt“ ist, ist vielleicht etwas übertrieben, denn die Staaten haben verschiedene Möglichkeiten, den Wert zu beeinflussen (zurzeit gerade aktuell: Quantitatives Easing, Devisenintervention von Japan). Wenigstens bis vor ein paar Jahren wurden am meisten Dollar in London und nicht in New York gehandelt.
        Und Oel können sie genauso wenig in sfr kaufen, wie sie auch keine Novartis-Aktie in Brasilianischen Real kaufen können. Aber verboten hat es niemand!
        Ob sich die Chinesen gegen die USA wehren oder umgekehrt hängt von der Perspektive ab. Die USA bezeichnen China als Unfairplayer, weil dies dort der Bünzli auf der Strasse, der biedere Durchschnittsbürger, glaubt. Genauso sieht es der Europäische „Mainstream“. China sieht es umgekehrt, wie sie.
        Und vielleicht ist das Muster von KUBA, UdSSR, Iran oder China ähnlich. Aber während KUBA, die UdSSR und Iran allesamt ökonomische Trauerbeispiele sind, ist China bisher vor allem aufgefallen, indem es in wenigen Jahren zur fast dominierenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen ist. Dies hat zur Folge, dass es den Chinesen, im Vergleich zu früher besser geht. Aber es hat auch zur Folge, dass sich die Machtverhältnisse zugunsten von China geändert haben und sich weiter ändern werden.
        Deshalb ist China ein „Game-changer“, um beim new english zu bleiben 🙂

        • Rolf Schumacher sagt:

          Sehr gut geantwortet merci. Weshalb kann ich Oel nicht mit sfr bezahlen. Oel kommt doch nicht bloss in den USA vor? Wer erklärte den Dollar zur Weltwährung? Weshalb ist man von der Goldkoppelung des Dollars abgekommen. Und hat so Tür und Tor zum Casinokapitalismus aufgestossen?
          In China ist der Aufschwung sehr schnell von statten gegangen. Und das politische System ist sehr rigide (alles andere als liberal-demokratisch). Ich glaube, dass China in einem grossen Aufstand der massenhaft Ausgebeuteten untergehen wird. China kann nicht so weitermachen wie bis anhin.
          Ich glaube die Wirtschaft in Deutschland und der Schweiz entwickeln sich viel gesünder und die USA werden sich auch wandeln und China erneut überflügeln.Bevor der US-EU Aufschwung kommt, muss aber etwas einschneidendes geschehen. (Krieg).
          China produziert Massenwahre und die Forschung/Ausbildung haben nicht denselben Qualitätsstandart wie die US/Westeuropäsiche. Zudem liegt China strategisch ungünstig und die Sprache ist ein massiver Hinkelstein.
          China wird in den nächsten Jahren unter der eigenen Ueberhitzung (Grössenwahn) einschmelzen, meine ich. Eine Art chinesische Supernova, oder so. ;-))

  • Andy Grueter sagt:

    Mich fasziniert am Wort des Barzahlungsmittels GeldSchein die Doppeldeutigkeit, würde es ScheinGeld heissen, wäre vermutlich das Streben danach anders 🙂

  • Rolf Schumacher sagt:

    Wirtschaft ist die Wissenschaft die bewusst Verwirrung schafft!! Währungen kommen und gehen. Wenn einer Freude an der Wirtschaft hat, dann soll er Buchhalter werden, alles andere ist fauler Zauber. Währungen kommen und gehen, sowie Supermächte kommen und vergehen. Krisen entstehen, damit es Raum für den Wiederaufbau gibt. Komisch ist aber, dass die Einflussreichen jede Krise (unversehrt) überstehen. Im Hintergrund agieren immer die selben Köpfe. Mein bild ist folgendes, schlage der Hydra einen Kopfa ab mittels Revolution und es wachsen ihr sechs grausamere nach. Im Hintergrund agieren immer dieselben menschlichen Urtriebe (Macht, Gier, Sex). Im Vordergrund werden Köpfe, Währungen, Konstrukte und Systeme ausgewechselt. Wir (die Allgemeinheit) wissen nie genau was kommt. Einige wenige im Hintergrund aber schon. Ich glaube nicht, dass Europa-USA China, Indien und Brasilien losmarschieren lassen werden. Die Wirtschaft wird erst dann wieder stabiler, wenn die (Elite) die Masse zum Wiederaufbau braucht. Zunächst heisst es sicher einmal GELDWERTVERNICHTUNG und zwar weltweit. Dann kommt die totale Verunsicherung und dann sind die Massen wieder für irrsinnige Spielchen frei zu haben. Und dann nach blindem Massenterror, kommt das allgemeine Bekenntnis : Nie wieder Krieg (gell Ueli Maurer) um gleich wieder von vorne anzufangen mit hysterischem Aufbau. Wachstumsraten von 15% sind in einem Land das in Trümmern liegt realistich, in einem bereits ausgebauten Staat, gibt es aber keine Möglichkeiten mehr des Wachstums. Und genau das ist das grosse Uebel. 2-3% Wirtschaftswachstum reichen der Elite im Hintergrund nicht. Es brauch grosse Länder die man Aufbauen kann, wo Wachstumsraten und Wirtschaftswachstumsraten von 10% Das ist völlig selbstzerstörerisch aber dem Homo oeconomicus total Wurscht. Oft lügt der Wirtschaftswissenschaftler nicht nur die andern an, sondenr auch sich selber. Er ist derart im System verheddert, dass er die Wahrheit selektiv ausschaltet. Prof. Jäger hat das über Jahre sehr überzeugend vorgelebt.

    • Leider haben die Machthaber immer genügend Menschen (Mittelstand) die diesem Wertesystem huldigen in der Hoffnung darin emporzu steigen (sog. Karriere). Gewalt braucht es daher nur da wo der Mensch denken kann, das ist aber bei uns unter Mithilfe der kath Kirche schon lange ausgetrieben worden. Andere wurden einfach abgeschlachtet ( Indianer) und werden es immer noch. damit wir unsere faulen Knochen im Eigenheim umgeben von Wegwerfprodukten bequem hochlagern können um den Feierabend zu geniessen. Dieser krankhafte Zwang nach immer mehr und immer grösser ist wohl zu stark in unserem Wirtschaftssystem eingebrannt, Alternativen gäbe es genug. Aber das würde ein schmerzhaftes Hinterfragen des gewohnten bedingen und auch auch eine abkehr von dem dekadenten Mterialismus. mehr Musse und Farbe wäre schön. Die Hoffnung stirbt zuletzt

      • Rolf Schumacher sagt:

        Es ist falsch konsterniert zu sein. Es ist in meinen Augen auch verfehlt zu Hoffen, dass sich irgendwann etwas ändert. Wir sind auf eine Welt geworfen worden (oder auch freiwillig hingekommen, wer weiss das schon genau), in der nun mal das Gesetz des Stärkeren gilt. In der Ethik und Moral (auch einem Sozialstaat) oft völlig missverstanden werden. Wenn ein Sozailhilfeempfänger fast bequemer leben kann, als eine Familienvater, der eine Frau und zwei Kinder ernähren sollte, dann ist auch der Sozialismus absurd. Man kann es drehen und wenden wie man will. Der Triebe und die Gier des Menschen (es reicht eine gut organisierte Minderheit) machen alles zu nichte. Je gebildeter die Menschen sind, umso perfider sind sie im Anlügen, Betrügen und Machtausüben. Mir ist ein ungebildeter Grobian lieber als ein hinterhältiger Jurist. Denn den Grobian durchschaut jeder, dem Juristen vertrauen möglicherweise viele blind. Bildung und Führungspositionen sollten eigendlich mit Verantwortungsgefühl für die Allgemeinheit eingergehen, aber allzuoft werden sie missbraucht um Macht, Status und persönlichen Reichtum auszuleben und das auf der ganzen Breite. Ich habe gesehen, wie Menschen „geforscht????“ haben, um der Karriere willen. Ich habe gesehen wie gebildete Menschen über ihre Klienten, Mandanten, Patienten hinter verschlossenen Türen sprechen.
        Irgendwie hocken wir alle im selben Boot. Keiner ist perfekt und das ist die Eintrittspforte für Krieg, Hass und Destruktion. Es gibt immer Schönredner und Blender und das sind oft jene, die das grösste Vermögen und die grösste Machkonzentration angehäuft haben.
        Was geschieht in der Schweiz, wenn das Novartis (Mehrheitsaktionär Vasella) -Roche (33% Aktien gehören D. Vasella) Imperium zusammenfälllt? Was geschieht wenn die UBS es trotzdem nicht schafft? Es würde den Mittelstand abermals hart treffen und auch den Sozialstaat aushungern. Aber wie wir dem Tagi entnehmen mussten, werden Klagen gegen die Verantwortlichen notorisch abgelehnt. Weder kommen Ospel, Spuhler, Kurer je vor Gericht, noch wird Merz für das Brechen des Bankgeheimnisses zur Verantwortung gezogen. Ich bin nicht unbedingt Freund vom Bankgehimnis, aber Merz hat mit der Herausgabe von Bankkundendaten schweizer Gesetz und auch persönlichen Datenschutz vieler Kunden ganz krass verletzt. Wir bezahlen diesen Herren, auf ihre absurden Saläre noch Renten etc. Auch wenn Vasella also dereinst grofahrlässiges Handeln nachgewiesen werden könnte, wird niemand das Risiko auf sich nehmen können (nicht einmal der Staat, wie Leuthard gestern sagte) gegen die WIrtschaftsmagnaten zu prozessieren. Darin hockt der Teufel. Eine ganz schmale Elite hat die Gewaltentrennung systematisch ausgehebelt. Die Politik ist eine gekaufte Hure der Wirtschaft und vor den Richter getraut man sich nicht mit einem Milliardär, weil man bei Prozessverlust sein Leben ruiniert weiss.
        Ich bin auch ganz dezidiert gegen den Volksaufstand. Weil er bloss Gesichter wegräumt, aber nicht die Gier und den Trieb im Menschen. Man hat gut gesehn, zu was der Spartakusaufstand in Berlin taugte. Rosa Luxemburg wurde erschossen (obwohl sie ein genialer Kopf war, hat in Zürich studiert, Zürich war damals in Europa eine der einzigen Unis, welche auch Frauen zugelassen haben). Und auch andere Spartakus-Rädelsführer wurden umgebracht, danach hatten wir das Naziregime. In Chile hatte man unter Allende grosse Hoffnung, er wurde von den Königen im Hintergrund gestürzt und ermordet und darauf folgte Pinochet (dem für seine Gräueltaten nie ein Prozess gemacht wurde). In Südafrika wurden viele erschossen, welche aus Ueberzeugung für einen besseren Staat kämpften (gegen das Apartheitsregime). Mandela wurde 27 Jahre ins Gefängnis gesteckt konnte seine Kinder nicht selber erziehen. Kam Raus und man sprach von einem neuen afrikanischen Selbstbewusstsein. Heute versinkt Südafrika in einem Sumpf aus Korruption, Hass, Vergewaltigungen. Namibia, der Kongo, Somalia, Erithrea, Mali,Togo, Algerien, Aegypten, Palästina, etc etc etc überall in Afrika werden die Menschen verarscht.
        Im Osten freute man sich, als der Securitateführer Chauchescu mit Frau erschossen wurde. Wo steht das Land heute? Jeder der ganz genau hinschaut, sieht dass Iescu unter Chauchescu gross geworden ist, d.h. es hat keinen wirklichen Wechsel gegeben. Korrpution, Verarmung der Landbevölkerung, Strassenkinder etc sind schlimmer als unter Chauchescu.
        Was kam nach der französichen Revolution? Der napoleonische Flächenbrand in Europa. Was nach dem Bolschewikenaufstand und Sturz des Zaren? Der Stalinterror. Was nach dem Aufstand in China? Die Kulturrevolution unter Mao.Was nachdem Mao gestürzt wurde, ein barbarischer Kapitalismus unter Führung der Kommunistischen Partei (es gibt kaum ein Land im dem ein Leben weniger Wert ist als in China). Aufstände und Umstürze bringen keine wirkliche Veränderung, bloss andere Menschen an die Macht.
        Man kann nur selber, als Individuum der bessere Mensch sein. Nie können es die andern für einen sein. Deshalb, mache ich keine Hehl daraus, dass ich das Vertrauen in jegliche Form von Staatsführung und insbesondere deren Schönschnorrer verloren habe. Mir ist der ehrliche Handwerker (den ich bis zu einem gewissen Teil auch selber kontrollieren kann) und der für sein Tun die volle Verantwortung übernehmen muss, viel lieber als ein Bundesrat, oder ein CEO der sich hinter einer Wand aus Beratern, Anwälten etc verstecken kann. ,
        Ueberlassen wir doch das Feld der Scheusslichkeiten den Herren Vekselberg, Bohrer, Ospel, Blocher, Vasella, Couchepin, Merz etc und konznentrieren uns auf unseren eigenen Alltag.
        Ich bin froh und stolz ein Pfeiler des Gesellschaft, ganz unten an der Basis zu sein. Es ist sowas von befreiend nach bestem Wissen und Gewissen den Menschen einen Dienst zu tun. Mein Geld nicht verdienen zu müssen, indem ich Menschen anschwindle, betrüge und ganz einfach massiv auf deren Kosten lebe. Ich bin stolz für mein Tun immer selber die Verantwortung zu übernehmen. Wenn man das so anschaut, kann sich jeder (der als Bünzli, oder biederer Durchschnitt bezeichnet wird) stolz auf die eigene Schultern klopfen. Wir brauchen keine blutigen unnützen Klassenkämpfe, sondern viele ehrliche, normale und bescheidene Bürger. Mütter, Chauffeure, Krankenschwestern, Piloten, Bauern, Handwerker, KMU-Inhaber, Lehrer etc. Sie sind der Sockel der Gesellschaft. Die selbstgefällige Elite bloss eine Art goldener Spucknapf.
        Soll die Elite sich doch den Wampen mit Kaviar und Cüpli füllen, ich kann in der Zeit mit gutem Gewissen ein interessantes Buch lesen, oder im Wald wandern etc. Immer frei und erhobenen Hauptes.

        • Hampi sagt:

          @Rolf Schumacher
          Ihren Kommentar finde ich sehr interessant. Aber, dass D. Vasella 33 % der Aktien von Novartis (oder Roche) besitzt, ist falsch !! Richtig ist, dass NOVARTIS ca. 30 % der Aktien von Roche besitzt. Hätte Vasella tatsächlich 33 % von Novartis, wäre er, glaube ich, reicher als Warren Buffett. Dass würden die USA nie zulassen ;-).

  • Thomas Forster sagt:

    Frage an MDM: Gaebe es bei diesem System mit dem Bancor Maerkte? Gaebe es eine Zentralinstanz welches den Wert jeder einzelnen Waehrung gegenueber des Bancors festlegt oder wuerde das mit Marktmechanismen jeden Tag passieren (analog FOREX). Wie sieht es aus mit den Rohstoffen: Wuerde der Wert von einer Instanz festgelegt oder waren Maerkte dafuer geplant? Wie wuerde der Anteil der verschiedenen Rohstoffe am Bancor festgelegt und mit der Zeit veraendert?

    • Markus Diem Meier sagt:

      Nein es hätte keine Märkte für die Verhältnisse gegeben. Das Verhältnis jeder Währung gegenüber dem Bancor wäre festgelegt worden. So, dass es möglichst gut den ökonomischen Gegebenheiten entsprechen sollte. So wie es gegenüber dem Dollar dann auch versucht wurde. Die Idee war ja gerade, ein System zu schaffen, bei dem Währungsschwankungen möglichst ausgeschlossen werden, also ein Fixkurssystem. Bei auftretenden Leistungsbilanzungleichgewichten unter den Mitgliedsländer waren allerdings Anpassungen dieses Verhältnisses (also Auf- oder Abwertungen) vorgesehen. Der Anker des Bancor gegenüber den Rohstoffen hätte aus dem gleichen Grund ebenfalls fixiert werden müssen, wie dann tatsächlich der Dollar gegenüber dem Gold in ein fixes Verhältnis gesetzt wurde. Doch wie oben erwähnt, Keynes Pläne haben sich nicht durchgesetzt. Ob solche Fixierierungen auf die Dauer funktionieren, darf man natürlich in Frage stellen, die Geschichte der Währungssysteme gibt zumindest nicht allzuviel Grund zur Hoffnung.

  • John Maynard sagt:

    Der angebliche Badeort Bretton Woods liegt geschätzte 100km vom Meer entfernt in den Bergen. Hoffentlich sind Sie in Ihre Recherche ansonsten präziser.

    • Markus Diem Meier sagt:

      Baden Sie nur im Meer? Befinden sich nur da Badeorte? Wie stehts denn da zum Beispiel mit Baden oder Vals; Letzteres befindet sich ebenfalls in den Bergen und beide ziemlich weit weg vom Meer…

      • John Maynard sagt:

        Sie haben recht. Das Mount Washington Hotel hat einen Spa. Sie können dort z.B. für 105 $ Lavendel inhalieren und danach duschen. Also eine Badeort.

  • Paul Huber sagt:

    «Wie ein Zombie wandelt er seit seinem funktionalen Tod weiter unter den Lebenden, stets auf der Such nach einem neuen Sinn.» Sehr schön gesagt. Erinnert mich irgendwie an die Schweizer Armee.

  • Gion Saram sagt:

    Warum sollten auf der internationalen Bühne die Mechanismen anders ablaufen, als auf der nationalen Bühne? Auch im Parlament der Schweiz setzen sich nicht die Lösungsansätze durch, die den Interessen der meisten Bewohnern des Landes am meisten Nutzen bringen, sondern die Lösungen derjenigen Minderheit die über die meiste Macht verfügt. Solange das Finden von Lösungen für praktische Probleme unserer menschlichen Existenz mit der Frage verbunden ist, wer hat am meisten Macht, solange wird die Menschheit mit der eigenen Beschränktheit hadern.

    Die Evolution belohnt aber nur diejenigen Organismen mit dem Ueberleben, die sich erfolgreich an immer neue Umstände anpassen, und nicht diejenigen die zeitweise am Mächtigsten sind. Diese herbe Erfahrung die den Dinosauriern nicht erspart
    blieb, wird auch der US-Notenbank nicht erspart bleiben.

    Als Quintessenz dieser Erkenntnis bleibt uns: Wenn man schon die Macht hat, die Regeln zu definieren, sollte man besser die Regeln so definieren, das sie auch noch erträglich sind wenn man dann einmal keine Macht mehr hat.

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