Wer ist die Älteste im ganzen Land?

Sign above a counter at the private bank Wegelin & Co. in St. Gallen, Switzerland, pictured on April 16, 2010. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Schild über einem Schalter der Privatbank Wegelin & Co. in St. Gallen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die älteste Bank der Schweiz, die Wegelin, ist nicht mehr. Als offizielles Geburtsdatum gilt das Jahr 1741, als der Kaufmann Caspar Zyli in St. Gallen eine Einzelunternehmung gründete, die nicht nur im Handel, sondern auch im Bankgeschäft tätig war.

Wer tritt nun altermässig an die Stelle der Bank Wegelin? Dazu ein kleiner Rückblick auf die Schweizer Bankengeschichte.

Mit Sicherheit ist es keine Grossbank, denn im Unterschied zu den grossen Finanzplätzen Amsterdam oder London dauerte es in der Schweiz relativ lange, bis sich Geschäftsbanken etablierten. Noch 1850 gab es in der Schweiz keine einzige Grossbank (siehe Tabelle unten). Erst mit dem Eisenbahnbau begann der grosse Aufschwung des Firmenkreditgeschäfts, des Aktienhandels, der Emissionen etc. Die erste Geschäftsbank war die Schweizerische Kreditanstalt in Zürich (heute Credit Suisse), die 1856 gegründet wurde – also rund hundert Jahre nach der Wegelin.

Auch die übrigen Banktypen, die in der Tabelle aufgeführt sind, wurden erst im 19. Jahrhundert gegründet. Der sogenannte Sparkassenfrühling begann nicht vor dem Ende der napoleonischen Kriege (1815), die ersten Kantonalbanken entstanden im Nachzug der liberalen Revolutionen in einzelnen Kantonen in den 1830er-Jahren und im Jahrzehnt der Demokratischen Bewegung in den 1860er-Jahren. Die Zürcher Kantonalbank zum Beispiel öffnete ihre Schalter erst 1870, gleichzeitig mit der Umsetzung der neuen Kantonsverfassung. Auch die Bodenkreditbanken und Lokalbanken entstanden nicht vor 1815.

Es muss also wieder eine Privatbank sein, die sich als älteste Bank der Schweiz bezeichnen darf. Mit der Datierung des Gründungsdatums gibt es jedoch Schwierigkeiten, denn wie schon bei der Wegelin war es im 18. Jahrhundert ganz normal, dass Handels- und Bankgeschäfte vermischt waren. Rahn & Bodmer schreiben zum Beispiel auf ihrer Homepage, das Gründungsdatum ihrer Bank sei 1750:

Im Jahr 1750 gründeten die Zürcher Kaufleute Caspar und Hans Conrad Schulthess ein Seidenhandelshaus. Noch zu ihren Lebzeiten gewann der Handel mit Effekten und Wechseln an Wichtigkeit für das Geschäft.

Als Rahn & Bodmer firmiert die Bank allerdings erst seit knapp hundert Jahren. Dennoch kann man sie durchaus als älteste Zürcher Privatbank bezeichnen. Dasselbe gilt für La Roche & Co Banquiers, 1787 von Benedikt La Roche gegründet, und die Landolt & Cie., die seit 1780 existiert. Beide bezeichnen sich als älteste Privatbank Basels bzw. der Westschweiz.

Nimmt man die offizielle Gründung eines Bankhauses zum Massstab, dann gewinnt das Genfer Institut Lombard Odier Darier Hentsch & Cie., denn seine Vorgängerbanken sind alle über 200 Jahre alt: 1795 Ferrier, Darier & Cie., 1796 Hentsch & Cie., 1798 Henri Hentsch & Jean Gédéon Lombard.

Interessant und verblüffend ist die Häufung der Gründungsdaten. Waren die 1790er Jahren nicht die schlechteste Zeit, um eine Bank in Genf zu gründen? Denn 1789 brach die Französische Revolution aus, 1792 kam es zu einem Umsturz in Genf selber, der einen Massenkonkurs unter den Genfer Banken auslöste, und 1798 annektierte Frankreich die Genfer Republik, was die Handlungsfreiheit der Bankiers stark einschränkte. Dennoch waren die Bankgründungen erfolgreich – eine verblüffende und bis heute kaum erforschte Geschichte.

Als Pictet 2005 das zweihundertjährige Jubiläum feierte, publizierte die Bank ein tolles Buch zur Geschichte der internationalen Finanzplätze (Capitals of Capital, geschrieben vom Genfer Professor Youssef Cassis). Was die eigene Geschichte anbelangte, so erfuhr die Öffentlichkeit leider wenig Neues. 1805 war die Bank De Candolle, Mallet & Cie., aus der später die Pictet & Cie. hervorging, gegründet worden. 1805 war auch das Jahr, in dem Napoleon Österreich und Russland in Austerlitz besiegte. Wie war es möglich, während des europäischen Krieges eine Bank zum Florieren zu bringen? Man wüsste gerne mehr über die Geschichte der schweizerischen Privatbanken.

27 Kommentare zu «Wer ist die Älteste im ganzen Land?»

  • Michael Schwarz sagt:

    Wer an der Geschichte der Banken interessiert ist, kann er sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bank informieren.

  • Die USA sind für die eigenen Schuldenprobleme selbst verantwortlich und dies nach dem Verursacherprinzip. Nun will die USA von der Täter in die Opferrolle schlüpfen und plündert mit fadenscheiniger Begründung die Schweizer Banken. Jedes Mittel wird dazu angewendet egal ob Erpressung, Drohung oder Nötigung. Der bisherige Weltpolizist USA hat dringend eine Korrektur notwendig, wenn die Glaubwürdigkeit und die Korrektheit der USA erhalten bleiben soll.

    • Thomas ernst sagt:

      @Froehlich

      Welche Korrektheit, welche Glaubwuerdigkeit?? Mit dem Ermaechtigungsgesetz von Obama hat das US-Verbrecherregime definitiv das Niveau der Nazis von 1939 erreicht. Ob medizinische Versuche an Gefangenen, extralegale Morde durch die SSIA, Folterungen, Geheimgefaengnisse,… Es gibt kein Nazi-Verbrechen, das die US-Regierung nicht auch schon begangen hat.

      Faktisch ist die USA heute eine Militaerdiktatur in Pseudodemokratischer Verpackung.

      Und unser Bundesstilzchen im EFD spielt das trojanische Pferd. Sie will sich wohl fuer spätere internationale Posten beliebt machen, so wie uns Deiss aus Postengeilheit an die UNO verraten hat.

      Politiker halt. Die haben so ein dickes Fell, dass sie auch ohne Rueckgrat stehen können.

      • Hampi sagt:

        Thomas ernst sagt:
        1. Februar 2012 um 00:51

        Ihre Moral ist wohl, dass der Bundesrat nach moralischen Kriterien handeln muss. Also entsprechend ihrem gutgemeinten Idealvorstellungswahn. Hier gehts nicht um gut oder böse. Das Feindbild sind nicht die Nazis, sondern die Gierigen. Die sind momentan in Ungnade gefallen. Weltweit.

        Hier geht´s um Macht. Und Macht, das werden auch sie nicht bestreiten, hat die USA genug, vor allem im Vergleich zur Schweiz. Seien sie doch nicht so naiv: Gut und böse spielt auf weltpolitischem Niveau nie eine wichtige Rolle. Das ist nicht US-spezifisch. Der Bundesrat hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder Schadensbegrenzung oder Eskalation. Nur ein Typ wie Don Quijote (und ein Rückgratsfanatiker) würde Eskalation wählen.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Banken wie Wegelin haben in moderner Finanzwelt keinen Platz. Das Risiko und Komplexität im Bankgeschäft nehmen permanent zu, das überfordert die Führung der Bank. In Zukunft können die Banken nur in Form GmbH oder AG existieren, die Zeit für traditionellen Privatbanken ist bereits abgelaufen. D.h. wir werden in nächsten zehn Jahren die Ausmusterung der traditionellen Privatbanken erleben, bis sie vom Markt getilgt sind.

    Hochleben die Tradition der Privatbankier.

    • Michael Schwarz sagt:

      Die ältere Bank befindet sich in Italien, gegründert ca. 1290 um, bis heute ist sie immer noch im Geschäft, denken Sie an Medici. Die Schweizer im Bankgeschäft sind eher Nachläufer.

      • Bruno Bernasconi sagt:

        Nicht ganz, Herr Schwarz, als älteste noch existierende Bank der Welt gilt die Banca Monte dei Paschi di Siena (gegründet 1472, da bereiteten sich die „Schweizer“ auf die später siegreichen Burgunderkriege vor).

  • Andres Müller sagt:

    „Interessant und verblüffend ist die Häufung der Gründungsdaten. Waren die 1790er Jahren nicht die schlechteste Zeit, um eine Bank in Genf zu gründen? Denn 1789 brach die Französische Revolution aus, 1792 kam es zu einem Umsturz in Genf selber, der einen Massenkonkurs unter den Genfer Banken auslöste, und 1798 annektierte Frankreich die Genfer Republik, was die Handlungsfreiheit der Bankiers stark einschränkte. Dennoch waren die Bankgründungen erfolgreich – eine verblüffende und bis heute kaum erforschte Geschichte.“

    Das verblüfft mich nicht, die französische Revolution führte zum aufgeklärten Bürgertum, der Adel (der sich hoch verschudet hatte) und die Geistlichen verloren Marktanteile. Dann blättern sie bitte in der Entwicklung der Geldtheorien nach, welche den jeweils vorherrschenden Ideologien der Zeit entsprechen. Die vormoderne Geldtheorie gingdamals in die klassische Geldtheorie über.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geldtheorie

    Mich verblüfft viel mehr wie wenig „moderne Ökonomen“ über die Wirkungen Bescheid wissen welche die Aufklärung auslöste. Wie wichtig gerade heute wäre es darauf hinzuweisen dass der Aufstieg des Westens zur geopolitischen Supermacht ein Erfolg war der von der breiteren Streuung des Vermögens hinein in das neue Bürgertum basiert. Viele sogenannt Liberale haben die Herkunft ihrer politischen Ideologie vergessen -leider.

    Wenn heute Mächte wie Deutschland und die USA den Zustand zunehmender Vermögensungleichgewichte hinnehmen und unter Hinweis auf die Wettbewerbsfähigkeit den Abbau des Sozialstaates anheizen, dann haben sie vergessen woher die Stärke des Westens gekommen ist -nämlich aus den bürgerlichen Kräften die seit der französischen Revolution für eine breite Vermögensverteilung und Einkommensverteilung gekämpft hatten, weg vom Adel und Kirche. Der Staat erhielt zudem eine wichtige Funktion bei der Regulierung, es wurden erstmals Beschäftigungsprogramme für Arbeitslose geschaffen und Regeln für KMU eingeführt die deren Unabhängigkeit vom Zugriff des Adels erlaubten. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts fand eine eigenartige Rekonstitution des Adels statt, der Aufbau einer globalen Oligarchie. Die Aufklärung wurde ausgebremst, was man am Wiedererstarken von religiösen Denkfabriken im Westen und der rückwärts gerichteten Islamisierung im Orient erkennt. Der postkolloniale Krieg um die Rohstoffvorräte unterbrach die Aufklärung die sich auch im osmanischen Reich durchzusetzen begann. Was Ökonomen wissen sollten ist, die Durchsetzung der Aufklärung in Nordafrika hätte Basis geboten zur Festigung der westlichen Demokratie. Doch bei den diversen Kriegen im Orient wurden die Kräfte der Aufklärung ermordet womit das Vakuum das dabei entstanden war durch die übrig bleibende ländliche Umma und die wahhabitischen Könige und Diktatoren ersetzt , im Iran wurde 1956 die Demokratie durch einen US-Putsch gestürzt. Eine ähnliche Entwicklung, mit etwas anderen Folgen geschah in Südamerika, dort wurde die Aufklärung durch die Unterstützung von Diktatoren wie Pinochet aufgehalten. Neoliberale Politiker wie Margaret Thatcher setzen eine Politik in Gang die noch immer anhält, die Unterhöhlung des Staates dessen Funktion in der Aufklärung eine wichtige Rolle durch Regulierung des Marktes übernehmen sollte. Der Staat sollte die Aufgabe haben die Demokratie zu schützen, wozu eine gerechte Vermögensverteilung zum wichtigsten Prinzip gehört. Materielle Gerechtigkeit ist des Basis welche die Rückkehr des Adels und der Kirchen an die Macht verhindert und die Wissenschaft absichert sowie Demokratie tragfähig macht. Eine breite Vermögensverteilung erlaubt eine grosse Vielfalt von Entwicklung, und genau dies ist heute in Gefahr geraten wie noch niemals zuvor seit dem Sturm auf die Adelsbastionen.

    • Urs Dudli sagt:

      Sehr geehrter Herr Müller,
      Es ist schön zu lesen, dass es doch noch Leute gibt, die sich ernsthaft mit einer Thematik auseinander setzen und darum auch die Zusammenhänge verstehen. Ich habe selten einen so aufschlussreichen Kommentar gelesen, danke. Warum nur werden wir von Leuten regiert die nicht denselben klaren Blick zur Sache haben? Wieso werden trotz des sich immer wachsenden Wissens die ewiggleichen Fehler wiederholt? Wieso scheint man aus der Geschichte nichts, aber auch gar nichts zu lernen?
      Wieso findet der Fortschritt nur technologisch statt? Ich stelle immer wieder dieselben Fragen und ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass wir nur grosse Lemminge sind, die ihrem irregeleiteten Führer nachstreben, sogar wenn wir das eigentlich gar nicht wollen…

      Danke und Gruss. Urs Dudli

    • Rolf Raess sagt:

      Die Bürgerlichen (Freisinn z.B.) existieren heute nicht mehr. Sie tarnen sich und ihre kurzsichtigen, gierigen Geschäfte, nur noch mit den Lumpen vergangener Zeiten. Von der Bauern-Subventionspartei (SVP) war gar nie etwas anderes zu erwarten, als dass sie den Staat – eigentlich die Arbeiter und Angestellten, den kleinen Bürger eben – auslumpen. Spätestens seit der Reagan Aera hat auch die FDP (weniger Staat) die Demokratie über Bord geworfen (geheime Parteienfinanzierung – Lobbyismus = wer zahlt befiehlt). Von der ehemals katholischen CVP ist sowieso nur vatikanisches Denken zu erwarten und angepasst an heute, purer Opportunismus (gegen Parallelimporte (2009) Dank Geld aus Basel…). Occupy die Schweiz!
      Die Analyse von Andreas Müller stimmt, wird aber von 70% der Stimmbürger nicht verstanden – leider!

  • Walter Boshalter sagt:

    Wenn man spitzfindig ist dürfte der von der PKB anno 2004 übernommene schweizer Zweig der Monte dei Paschi die älteste Bank in der Schweiz gewesen sein…

  • Olaf Plex sagt:

    Die ältesten Banken der Welt lassen sich in Italien finden, da dort das moderen Finanzwesen ‚erfunden‘ wurde. Zurzeit gilt die Bank ‚Monte dei Paschi di Siena‘ als älteste noch existierend Bank der Welt (gegründet 1472).

  • Baer sagt:

    Ist es nicht die Aufgabe der Marketing-Abteilung eine Bank, die eigene Firmengeschichte zu recherchieren? Wieso soll das ein Universitätsprofessor für die Banken übernehmen? Ich sehe die Relevanz nicht.

  • Anh Toan sagt:

    Die Denkweise der USA in Sachen Bankgeheimnis geht so: Ausländische Staaten könnten verbrecherisch sein, daher mag es ein legitimes Interesse geben, sein Vermögen vor dem Zugriff dieser Staaten zu schützen, darum schützt das Bankgeheimnis die Ausländer in den USA vor jedem anderen Staat. Die USA sind aber gut, sie definieren schliesslich, was „Recht“ ist, und darum sind Bankgeheimnisse ausländischer Staaten Beihilfe zur Hinterziehung amerikanischer Steuern. („Die spinnen, die Amis“)

    In Sachen internationales Recht ist US Recht anwendbar und die US Justiz zuständig, sobald einer der Beteiligten US Bürger, definiert nach US Recht, ist. („Die spinnen, die Amis“)

    Gemäss US Gerichtspraxis ist man schuldig, sobald verdächtig, ausser man kann sich die besten Anwälte des Landes leisten, dann wird man, ob schuldig oder nicht, freigesprochen. Normalsterbliche landen im Knast, das Vermögen wird enteignet durch Anwalts- und Gerichtskosten, vielleicht wird gar der mit dem angeblich begangenen Verbrechen erzielte Gewinn besteuert. („Die spinnen, die Amis“)

    Die Amis drucken Geld wie blöd, flüchtet der Bürger in eine andere Währung, wird er mit einer Kapital“gewinn“steuer belastet, der „Gewinn“ ist Schadensreduzierung, nicht Gewinn. Leben Sie, werter Leser, als US Bürger in Europa, haben ein Haus und Vermögen, erzielen sie jedes Jahr Kapitalgewinne in USD und werden dafür in den USA steuerpflichtig. Falls Sie das Pech hatten, in den USA geboren worden zu sein, bleibt Ihnen nur, was die RHCP besingen „Slit’in my throat It’s all I ever…“ um dies zu ändern. („Die spinnen, die Amis“)

    Ich bin überzeugt, im US Geschäft mit Offshore Konten, waren europäische inkl. UK Banken ähnlich beteiligt. Dass sich der Angriff der USA auf die schweizer Banken richtet, ist kein Zufall, gerade Wegelin eher, wie alt etwas ist, hat die Amis noch nie interessiert, wieviel Ansehen etwas im Ausland geniesst, auch nicht.

    Kein Zufall, weil auf Konten europäischer Banken insgesamt viel mehr nach US Sichtweise zu Unrecht in den USA nicht deklariertes Vermögen liegt, z.B. von im Ausland lebenden US (Doppel)Bürger, aber auch „echtes“ unversteuertes Vermögen, als auf schweizer Banken. Die Schweiz ist zu klein um sich zu wehren, gerade hier hilft ihr die EU bestimmt nicht, diese hätte ein ganz anderes Gewicht und darum werden die europäischen Banken nicht attakiert. An der kleinen Schweiz lässt sich wunderbar ein Schauprozess inszenieren, zur Beruhigung der wegen der Steuerhinterziehung mancher Reichen empörten Massen.

    • A Krieger sagt:

      Der Bundesrat könnte sich mit einer Beschwerde bei der WTO wehren. Leider rächt sich hier unser System, wo Politiker die Regierung wählen. Die Bundesräte müssen allen passen, kein Wunder, wenn diese sich auch dem Ausland anpassen.

    • Thomas ernst sagt:

      Anh Toan at his best. Scharfsinnig beobachtet und griffig formuliert. Chapeau!

    • Anh Toan sagt:

      Zum „Foreign Account Tax Compliance Act (Fatca)“: Zitate aus dem Beitrag „Die neue Steuerwalze“ auf Newsnetz: Während die USA über zehn Jahre hinweg auf zusätzliche 8,7 Milliarden Dollar Steuern hoffen, müssen die Banken im Ausland ein Mehrfaches davon aufwenden, um diese Mittel beschaffen zu helfen. Die Schweizerisch-Amerikanische Handelskammer geht von Fatca-Kosten von 100 Milliarden Dollar aus. Das Institute of International Bankers in New York bezifferte den Aufwand für den Vollzug der neuen Vorschriften auf mindestens 250 Millionen Dollar, und zwar für jede Grossbank.

      Schon beim Erkennen der Tatsache, dass sich ein US Gesetz an Sachverhalte im Ausland richtet, die Adressaten mit den USA keine Beziehung haben ausser einem US-Bürger eine Dienstleistung zu verkaufen haben, sträuben sich mir die Nackenhaare. Hätte noch ein paar Vorschläge:

      „Foreign Hotelservices fire security Act“
      „Foreign Restaurant food security compliance Act“
      Idaho oder Georgia könnte den „foreign sodomy compliance act“ schreiben, der Hoteliers weltweit zu 24 stündiger Videoüberwachung ihrer Gäste verpflichtet. (Oral- und Analsex sind, auch unter Eheleuten, strafbar)

      Unter dem Vorwand des Kampfes gegen Steuerhinterziehung starten die USA einen Plünderungszug durch die Welt. Der US Staat ist der grösste Investor in der US Finanzindustrie (Formell bei BoA, City, AIG, bei anderen als Fremdkapitalinvestor durch TARP & Co.). Diese Investition soll vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden. Wer glaubt, es gehe gegen Steuerhinterziehung, ist doof, tut mir leid: Gegen Steuerhinterziehung erhöht man die Strafen und stellt mehr Kontrolleure an.

      Warum tun die das? Weil sie es können.

      Wer kann die USA, vielleicht eines Tages, bändigen? Ausser der europäischen Union bestenfalls China, aber dies wäre kaum besser. Darum braucht die Welt, Europa und die Schweiz ein starkes einiges Europa, nur so kann die seit dem Zusammenbruch der UDSSR existierende Hegemonie der USA überwunden, oder zumindest deren Macht begrenzt werden.

  • Alain Burky sagt:

    Ich habe in Paris in alten Schriften auch von sog. „Tellerwaescher-Karrieren“ von eh.
    Schweizer Soeldnern gelesen, die in Privatbanken zuerst als Boten, Auslaeufer gearbeitet haben.
    Was dann daraus geworden ist, weiss ich aber nicht …

  • Kurt Spitz sagt:

    Clariden Leu ist eine exklusive Schweizer Privatbank mit über 250 Jahren Erfahrung im Swiss Private Banking. 1755 in Zürich gegründet, verfügt Clariden Leu über Experten mit herausragendem Wissen und Können, welche vermögenden Privatkunden erstklassige Beratung und Betreuung bieten.

    • A Krieger sagt:

      Jetzt ist sie aber Teil der Credit Suisse, nichts mehr mit konservativer Privatbank. Die Konten können von den Informatikern der CS eingesehen werden.

  • Martin von Reding sagt:

    Was ist das Jahr 1741?
    Was heisst hier alt? und welches ist wohl die älteste Bank in der Schweiz oder weltweit?

    Im Vergleich zum Vatikan, der seit 30 oder 60 n.Christus besteht und -bis jetzt- alle Stürme (es waren deren nicht wenige) überlebt hat, ist doch das Jahr 1741 eigentlich nichts!

    übrigens hat sich Hummler mit seinen oft lauten und -auch-bösen Worte doch selbst abgeschossen.
    Abgesehen davon, dass der Bundesrat schlampte, aber das hört man nicht so gern!

    Nun strudelt auch die NZZ? Wer weiss droht ein ähnlicher Absturz wie bei der FDP? Der Katastrophen-Franz, der mit Villiger zusammen die FDP „runter“ gerissen hat, ist auch im VR der NZZ! Gutes Omen oder nicht?

    • Bruno Bernasconi sagt:

      Verzeihung, Herr von Reding, aber der Vatikan besteht „erst“ seit 754, der Vatikan-Staat sogar erst seit 1929, kann also nur den wenigsten Schweizer-Banken das Wasser reichen. Wichtiger aber wäre in diesem Zusammenhang die „Vatikanbank“ (Istituto per le Opere di Religione), deren Gründung auch erst auf 1887 gelegt werden kann. Und auch sie hatte schon einige Skandale zu verzeichnen (z.B. wird der Mord an Roberto Calvi – 1982 – dem Vatikan angelastet). Und die NZZ wurde 1780 gegründet (damals noch „Zürcher Zeitung“).

  • Arthur Ruckstuhl sagt:

    Die UBS kann (über einen Seitenast im Firmenstammbaum) ihre Geschichte bis 1747 auf die Gründung der Bank Pozzy zurückverfolgen. Dabei handelte es sich um eine Vorfahrin der UBS-Geschäftsstelle in Poschiavo.

  • Daniel Wigger sagt:

    Ohne genaue Geschichtskenntnisse aus dieser Zeit zu haben, glaube ich schon, dass Krisen- und Kriegsjahre sehr förderlich für Bankengründungen sein kann. Baron Rothschild wird das Sprichwort zugesagt, dass man „Häuser kaufen soll, wenn Blut in den Strassen liegt.“. Umgemünzt (wörtlich) auf das Bankenbusiness: Wenn rundum in Europa der Krieg tobt, gibt es starke Geldströme, weil Reiche wie weniger Reiche ihr Hab und Gut vor den anstürmenden Massen retten wollen, müssen oder können.

    Das gleiche erlebte man ja im 2. Weltkrieg, als die Schweizer Banken – teilweise wohl eher unrühmlich, massiv ihre Bilanz ausweiteten.

    Zum Fall Wegelin weiss ich auch nichts konkretes, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass die USA bewusst und gezielt die älteste Bank der Schweiz angegriffen haben, um die widerwillige Schweiz zu bedrohen. Eine Art „Schuss vor den Bug“, um zu sehen, dass sie noch viel mehr Unheil bringen könnten. Die US-Behörden wissen sehr wohl, dass sie die grossen Banken (noch) nicht angreifen sollten, weil dies auch Auswirkungen hätte auf ihre eigene Wirtschaft.

    • HansHuber sagt:

      Was Sie nicht erwähnen aber unbedingt gesagt werden muss, das praktisch alle Kriege, also „Blut in den Strassen“ begonnen werden um „Häuser zu kaufen“. Und zwar von den erwähnten Personen und Personenkreisen…

  • Peter Jeck sagt:

    Die Geschichte des Hauses Sarasin ist hier zu finden. http://www.tageswoche.ch/de/2012_04/

  • B. Manz sagt:

    Sehr geehrter Herr Straumann

    Vielen Dank für Ihren interessanten Artikel.

    Alle relevanten Schweizer Banken lassen sich nach offiziellem Gründungsjahr sortieren, auch nach verschiedenen Banktypen wie «Privatbankiers» oder«Regionalbanken und Sparkassen», und zwar auf http://www.assetinum.com/de/banken-vergleich.asset.html

    Freundliche Grüsse

    B. Manz

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