Warum ist die SNB so still?

Was heckt Hildebrand aus?

Plant er einen Überraschungscoup? - SNB-Präsident Philipp Hildebrand.

Seit der Einführung einer Wechselkursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte ich dreimal Gelegenheit, in einer grösseren Runde über die Chancen und Risiken dieser Massnahme zu diskutieren. Obwohl sich das Publikum stark unterschied, herrschte grosse Übereinstimmung.

1. Die Unterstützung für die Intervention der SNB ist sehr gross. Vor allem die Unternehmer sind froh, dass sie endlich Planungssicherheit haben.

2. Der Kurs von CHF 1.20 pro Euro ist noch nicht ausreichend. Die meisten Exporteure sagen, dass ein Kurs deutlich über CHF 1.30 nötig wäre, um kostenmässig wieder einigermassen wettbewerbsfähig zu sein.

3. Bei aller Unterstützung für die SNB bleibt die Stimmung angespannt, weil man das Schlimmste befürchtet. Vor allem die Möglichkeit, dass die Verteidigung der Untergrenze Inflation erzeugen könnte, ist für viele beunruhigend.

4. Immer wieder taucht die Frage auf, was die SNB in der näheren Zukunft zu tun gedenkt. Ist sie mit der Untergrenze von CHF 1.20 pro Euro zufrieden? Wird Sie die Grenze erhöhen?

Der letzte Punkt ist auch unter den Devisenstrategen ein grosses Thema. Seit dem 6. September, als die SNB die Untergrenze bekannt gab, hat sie sich nicht mehr zum Thema Wechselkurs geäussert. Vizepräsident Thomas Jordan bemühte sich zwar die Ängste rund um das schrumpfende Eigenkapital zu zerstreuen, und Präsident Philipp Hildebrand signalisierte Unterstützung für die IWF-Vorschläge bezüglich Eigenkapital der Banken. Aber die SNB hat bisher keine kommunikative Kurspflege betrieben. Warum sie zurückhaltend bleibt, ist nicht klar.

Nur einmal sorgte ein Gerücht für eine vorübergehende Abwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem Dollar. Wer auch immer das Gerücht gestreut hat: Seine Wirkung zeigt, dass durchaus Raum für eine weitere Abschwächung besteht. Aber die SNB müsste viel offensiver kommunizieren. Auch der Berner Professor Ernst Baltensperger, der eine schrittweise Anhebung der Untergrenze angeregt hat, wies in seinem «NZZ»-Beitrag vom 10. August 2011 auf die Bedeutung der aktiven Kommunikation hin:

Man müsste einen Zielpfad für die Interventionsgrenze ankündigen und sagen, wo der Prozess hinführen soll, also ein mittelfristiges Endziel für diese Kursuntergrenze festlegen. Diese müsste so bestimmt sein, dass man es mittelfristig wirklich verteidigen kann und verteidigen will – also nicht zu hoch, sondern an der unteren Grenze jenes Bereichs, den man heute als «fundamental korrekt» einschätzt (beispielsweise Fr. 1.30, wenn dieser Bereich zwischen Fr. 1.30 und Fr. 1.40 liegt). Den Endwert müsste man natürlich zum gegebenen Zeitpunkt eisern verteidigen.

Warum ist die SNB so still? Will sie wieder einen Überraschungseffekt erzielen, wie es ihr am 6. September gelungen ist? Oder ist sie zum Schluss gekommen, dass eine Anhebung der Untergrenze unter den heutigen Umständen unmöglich ist?

Keine Kommentare zu «Warum ist die SNB so still?»

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Überraschungstrategie der SNB kann zwar die Spekulanten kurzfristig verhindern, gegen den Franken zu spekulieren, aber die Zahlen der Fremdenwährungsreserve der SNB zeigt es, dass die Spekulationen gegen der SNB bereits angefangen hat. Die Spekulationswelle gegen der SNB wird in Zukunft zunehmend verstärkt, was nur eine Frage der Zeit ist. Am Ende wird das Unvermeidlich geschehen, nämlich wird die SNB unter der Last der EUR-Reserve zusammenbrechen.

    Die Kollaps der SNB ist zwar nicht möglich, aber eine mehrfache Reserve des CH-BIP an EUR wird die SNB die Entscheidungsfreiheit der Schweizer Geldpolitik aus die Hand geben. D.h. die Geldpolitik der Schweiz wird von EZB in Zukunft diktiert, obwohl man dies vermeiden wollte, die Einführung des EUR in der Schweiz wäre die Folge , was ich als Sinnvoll erachten. Die Schweizer leidet an der Krankheit der Isolation, Blindheit und Selbstzufriedenheit, was wiederum in der isolierten Betrachtungsweise der Geldpolitik widerspiegelt. In diesem Punkt unterscheiden wir nicht von den Amis.

  • Hampi sagt:

    Um mich im Dialekt der urprimitiven „Schwarz-Weiss-Malerei“ auszudrücken, macht es zurzeit den Eindruck, als würde der Markt von einem „Weissen Ritter“ geritten.

    Damit das „Gute“ schliesslich gegen das „Böse“ obsiegt, benötigen wir zuerst aber unbedingt einen psychologischen „Kollektiv-Knicks“ , der uns (mindestens teilweise) von den bisher aufgelaufenen Dogmen (z.B. No-Bail-Out-Fanatismus) befreit.
    In der aktuellen Zeit, wo wir nur noch auf Schmerzen zu reagieren scheinen, wirken solch schmerzlindernde Tage (1,2270) wie heute eher kontraproduktiv. Hoffentlich läutert uns allmählich das Wissen, dass uns gleich um die Ecke weitere und immer grösser werdende Schmerzen erwarten.

    Und inzwischen können wir nur auf die Gutmütigkeit von „Chronos“ hoffen!

  • Andres Müller sagt:

    Zurück zum Artikel, warum ist die SNB derzeit so ruhig?
    Aus meiner Sicht weil sie Angst hat. Diese ist auch begründet. Jede Aussage (gleich welcher Art) erweckt wieder das Interesse der Spekulanten auf den Kurs des Schweizer Franken zu wetten. Das ist selbst dann gefährlich wenn eine Aussage den Kurs vorerst belasten würde, denn Volatilität kosten um den aktuellen Wert des Frankens sofort viel Geld. Eine stärkere Entwertung des Schweizer Frankens würde die drohende Immobilienblase in der Schweiz befeuern, weil Anleger im Euroraum auf der Suche nach sicheren Anlagen anstatt in Franken in Schweizer Immobilien flüchten würden.

    Leider bildet derzeit die auch die Entwicklung der Anleihezinsen Anlass zu äusserster Besorgnis, ein noch tiefer gedrückter Franken könnte demnächst wieder massenweise Investoren anlocken. Warum? Weil diese Anleihezinsen einige Euro-Staaten bald überfordern werden, es droht Schuldencutting. Auch der US$ verspricht nicht genügend Sicherheit, denn falls dieser infolge Euro -Kollaps im Wert stark anziehen würde, dann würde die USA gemäss Geithner regelrecht gelyncht.

    Deshalb: Für einen Anleger der LANGFRISTIG Rendite und Sicherheit wünscht, würde bei einem weiter künstlich sinkenden Franken angelockt, da die SNB diese Taktik wohl nur begrenzte Zeit durchhalten dürfte bei EU-Kollaps.

    Die hohene Zinsen bei den Anleihen und steigende Handelsgebühren bei Rohstoffen haben in den USA kurzfristig denkende Spekulanten genutzt um vorderhand eben in die gefährlichen Anleihepapiere zu investieren. Dies erzeugt nun eine Deflationslage gegenüber Rohstoffen. Dies wiederum verringert den Wert der Goldreserven der SNB und verringert die Kosten für Rohstoffe der Industrie. Verringerte Rohstoffkosten können aber nicht zu höherem Gewinn der Exportindustrie führen, denn infolge der Konkurrenz müssen sie die Produkte sogar verbilligen. Dadurch wiederum erhält der Wert Lohnkosten und Lohnnebenkosten eine höhre Bedeutung, für die Schweiz nicht so gut derzeit. Die SNB dürfte deshalb hin und her gerissen sein zwischen weiterer Intervention und Kursstabilisierung zum Euro plus einer Kompensation relativ zu den Rohstoffpreisen, derzeit müsste sie deshalb als Ziel einen Kurs von 1.24 Euro anstreben.

    • Hampi sagt:

      Andres Müller sagt:
      5. Oktober 2011 um 10:11
      „…weil Anleger im Euroraum auf der Suche nach sicheren Anlagen anstatt in Franken in Schweizer Immobilien flüchten würden.“

      Im Normalfall begehen sie die Flucht aus dem Euro (& Co.), indem sie Schweizer Franken kaufen (gegen Euro & Co.). Danach können sie sich Gedanken machen, wo sie sich am besten verstecken (Schweizer Immobilien, Schweizer Aktien, CHF-Konto, etc. ).

      Es macht keinen Sinn, sich zu verstecken, wenn man noch gar nicht geflüchtet ist!

  • Landolt sagt:

    Bezahlen tun wir ja jetzt schon alle: Höhere Energiepreise, Keine Preisreduktionen mehr für Importe, Mehr angedrohte Steuern der Kantone wegen mangelnder SNB-Gewinne, Heimatschutz der Unternehmen, Verzögerung von Reformen (MWST, Gebühren in der Schweiz, Immer noch Tourismus-Steuer etc.etc.) – Beamtenregelungen und fixe Regeln in einer flexiblen Welt bringen und lösen nichts, sie kosten nur: immer mehr und mehr!

  • Larissa sagt:

    Warum keifen die Schweizer eigentlich dauernd gegen die EU, €, etc. wo sie doch gar nicht dabei sind ? Wäre es nicht besser sich um die eigenen Probleme zu kümmern statt immer unqualifiziert und einfältig über die Nachbarn zu polemisieren? Komisch auch, dass die selbstverliebten Schweizer sich immer über den Klee loben und bebauchpinseln aber im eigenen Land jammern und über die eigene Regierung fluchen, bzw. höchst unzufrieden sind. Ein Schelm wer böses dabei denkt, oder ist die Scheindemokratie Schweiz, wo das Volk und Stimmvieh nur über marginale Dinge mitreden darf, etwa doch nicht die ach sooo selige Insel der Glückseligkeit? Langsam kommt wohl das Erwachen aus den Träumereien 😉

  • Larissa sagt:

    Warum keifen die Schweizerveigentlich eigentlich dauernd gegen die EU, €, etc. wo sie doch gar nicht dabei sind ? Wäre es nicht besser sich um die eigenen Probleme zu kümmern statt immer unqualifiziert und einfältig über die Nachbarn zu polemisieren? Komisch auch, dass die selbstverliebten Schweizer sich immer über den Klee loben und bebauchpinseln aber im eigenen Land jammern und über die eigene Regierung fluchen, bzw. höchst unzufrieden sind. Ein Schelm wer böses dabei denkt, oder ist die Scheindemokratie Schweiz, wo das Volk und Stimmvieh nur über marginale Dinge mitreden darf, etwa doch nicht die ach sooo selige Insel der Glückseligkeit? Langsam kommt wohl das Erwachen aus den Träumereien 😉

  • Michael Schwarz sagt:

    Jetzige Krise ist eine Krise der inkompetenten Politiker. Dies zeigt wie schlecht die heutige Politiker ausgebildet sind, dass sie die Konsequenz deren Taten meisten unbewusst sind. Durch die Verzögerung der Auszahlung der Rettungspakete verursacht eine Kettenreaktion in Finanzmärkten weltweit, obwohl die Märkte sind bereits zuvor geschwächt, schwächt dies noch zusätzlich. Am Ende bricht das Finanzsystem wieder zusammen, der Staat muss die Banken wieder retten.

    Fazit: Der Versagen der Politiker kennt keine Grenzen, in der Privatwirtschaft hätten sie längsten entlassen.

    • Andres Müller sagt:

      @Schwarz, ich glaube nicht dass unsere Politiker versagen, sie arbeiteten bis vor Kurzem sogar sehr gut wenn man mit Erfolgreich Geld verwalten meint:

      Schweiz wieder auf Platz 1 der Steueroasen
      http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Neue-Liste-der-Steueroasen-Schweiz-auf-Platz-1/story/19389245

      Das Weltfinanzssystem so wie es sich entwickelt hatte führte zur „kriminellen Energie der Eliten“, gerade dann wenn sie nicht versagen wollen. Der im unregulierten Kapitalismus, so wie er von den USA weltweit durchgesetzt wurde, arbeitet mit dem Mittel des Sozialdarwinismus. Sehr schön nachzulesen im Buch des Herrn Timo Sarrazin.
      Das Probleme dieser Politiker hier in der Schweiz ist nun, sie haben weiterhin in kriminelle Energie investiert als schon sichtbar war dass der Schweizer Franken dadurch ansteigt und sich gegen die Schweiz eine Abwehrfront eröffnete.

      Grund für die Frankenstärke ist nämlich gemäss Deutschem Vermögensverwalter:
      – Erstarkter Lobbyismus der Finanzlobby im Bundshaus
      – Verteidigung des Bankgeheimnis durch Zusammenarbeit etwa mit Singapur
      – Abbau des Sozialsystems wie IV,ALV und Sozialamt

      Wenn der Kapitalismus in seine Krisenphase eintritt, dann werden kriminelle Eliten entlarvt, weil ihr gegenseitiger Pakt über die Grenzen zu erodieren beginnt. Plötzlich stellen sich Briten massiver gegen die EU, plötzlich reitet eine Kavallerie gegen die Schweiz, obwohl Diktatoren auch gerne in Deutschland anlegen, plötzlich ist Obama unzufrieden mit Europa und plötzlich beginnen auch die Menschen auf der Strasse zu spüren dass nicht das regiert was sie gewählt haben.

      • Michael Schwarz sagt:

        @Andres Müller:

        Die selbstgenannte Führungselite ist entweder Korrupt, käuflich, Dummköpfe oder beides. Der Staat hat die Kontrolle für die Finanzinstitutionen längste verloren. Die Aufgaben des Staates bzw. nur der Staat übernehmen kann, werden privatisiert und dereguliert. Diese Führungslücke haben die Konzerne übernommen, was die Privatisierung des Staates zur Folge hat. Wir haben unsere Freiheit und die Demokratie für ein paar Dollar mehr verkauft, ohne uns dies klar waren. Wir sind alle der Täter und Opfer zu gleich, deshalb haben wir nichts anderes verdient, unterzugehen, weil wir unsere Verantwortlich nicht wahrnahm.

  • Peter Meier sagt:

    Herr Hildebrand weiss ganz genau, war er tut. Als Bilderberger ist er nicht der Schweiz verpflichtet, sondern im Gegenteil: einer golbalen Elite. Es geht nun darum, die widerspenstige Schweiz zu knacken und auf Kurs zu bringen. Ja, ich weiss, für diese Aussage werde ich heute Verschwörungstheoretiker genannt. Die Zeit wird zeigen, dass die Schweiz momentan gezielt demontiert wird – und alle schauen zu.

  • Michael sagt:

    Das ganze ist ein Schachspiel auf grosser Bühne. Seinem Gegner zu sagen was man denkt wäre
    ziemlich dumm.

  • thomas forster sagt:

    Ich rechne damit, dass es der Euro nicht schaffen wird. – Ich wuerde gern mal lesen von M. D. Meier oder T. Straumann was moeglicherweise passieren wuerde mit dem Schweizerfranken, wenn sich der Euro zerfaellt. Was sind die Szenarien? Womit muessen Anleger in Schweizerfranken rechnen?

    • Andres Müller sagt:

      Herr Forster, ich glaube nicht dass ihnen ein Ökonom (vielleicht mit Ausnahme solcher Leute wie Herr Stieglitz) ihren Wissensdurst stillen kann. Dazu braucht es mindestens ein Doppelstudium in Ökonomie und umfassende Kenntnis bei Sozialwissenschaften.

      Viele Menschen, zu denen leider auch Ökonomen gehören, vergessen immer wieder dass bei schweren globalen Krisenzeiten letztlich nicht das Finanzsystem und auch nicht „der Markt“ das letzte Wort hat, sondern die Politik der Grossmächte. Rational aus ökonomischer Sicht gibt eskeinen Grund warum nicht der Euro, sondern der US$ zuerst zerfällt. Aus der Perspektive der Sozialwissenschaften sieht das etwas anders aus, die USA ist nach wie vor in der Lage ihre Interessen letzlich mit dem Flugzeugträger Geltung zu verschaffen. Man muss im Markt somit damit rechnen, dass die USA fähig wäre der Welt von Heute auf Morgen neue Bedingungen für das Finanzsystem zu eröffnen, und dies hat die Grossmacht bereits unter Nixon anlässich der Unkosten des Vietnam-Krieges getan.

      Die Europäer sind dazu nicht in der Lage, deshalb werden sie aus Sicht der Verhaltensforschung die Märkte nicht von der Sicherheit des Euro überzeugen können, und das je tiefer die Welt in deflationäre Depression abgleitet.

      Und nun meine Antwort für die Schweiz in diesem Fall. Im letzten Jahrhundert gelang es der Schweiz durch eine unabhängige Notenbankpolitik mit Anbindung an den Goldstandard UND durch neutralen diplomatischen Kontakt zu allen Grossmächten, das Vertrauen der Märkte zu sichern. Die SNB hat die Stärke des Frankens in den 30ern nicht durch Anbindung an eine Europäische Währung gelöst, sondern indem sie den Franken um 30% gegenüber Gold abgewertet hat.
      In der gegenwärtigen Lage ist es der SNB nicht möglich in einen Goldstandard einzutreten, weil dies die Mitgliedstaaten des IWF (noch) nicht dürfen. Grund dafür ist die Finanzlobby der USA die durchgesetzt hatte, dass Fiat Money von Gold abgekoppelt bleiben muss, damit es unbegrenzt wachsen kann, das heisst man hat sich für die Möglichkeit zu unbegrenztem Wachstum entschieden um Kriege finanzieren zu können und den kalten Krieg zu gewinnen.

      Leider überschneidet sich diese monetarische Ideologie nicht mit der Wirklichkeit, Fiat Money kann nicht unbegrenzt wachsen weil auf der anderen Seite auch die Schulden sich unbegrenzt auftürmen würden. Zudem gibt es dafür keine physikalische Grundlage, Wachstum ist abhängig von Rohstoffen Energie und sozialer Sicherheit der Arbeitskräfte und der Umwelt.

      Die Schweiz hat sich nun künstlich an den Euro gebunden, aber das ist nicht der Auftrag in der Bundesverfassung an die SNB. Zum gegebenen Zeitpunkt wird sich die SNB deshalb bei zusammenbrechendem Euro eine andere Strategie überlegen müssen. Mit anderen Worten, hier wurde nur Zeit gewonnen, aber nicht der Krieg. Wenn man die Lager der SNB so überschaut, so fällt auf das Gold als Instrument der Franken-Stabilität verwendet werden könnte.Wie ich bereits vorgeschlagen hatte, könnte der Zukauf von Silber nun weitere Sicherheit versprechen. Die eingekauften Euro liegen derzeit auf Eis, sie dürfen derzeit nicht mehr in den Markt gelangen, weil der Franken dann ansteigen würde. Wenn die SNB allerdings z.B. mit Polen einen Devisen-Silber -SWAP aushandelt, wo das Silber geliefert wird bevor mit Euro bezahlt werden muss, würde sich das Kapital zum Teil absichern lassen.

      Wie auch immer, die SNB muss sich an die Wirtschaftspolitik des letzten Jahrhunderts dringendst erinnern, bevor es zu spät dazu ist und dies müsste auch die Politik tun. Der Vertrauensverlust in die Banken ist nichts neues, und auch nicht neu ist dass nicht die Banken sondern die Politik über das Schicksal des Frankens entscheidet. Die Bundesverfassung ist kein Werk der Banken oder des Finanzsystems, sondern das einer trotz Weltkriegen funktionierenden Demokratie. Anleger in Schweizer Franken können deshalb erwarten, dass sie in dieser Währung eine Sicherheit erfahren wie kaum eine andere Währung derzeit anbieten kann, dass aber ein teilweiser Wertverlust gegen Gold ,US$ und andere Währungen letztendlich hingenommen und riskiert werden muss. Das ist aber allemahl besser als ein Totalverlust. Die SNB kämpft für eine funktionsfähige Schweizer Wirtschaft, das ist ihre Hauptaufgabe und die kann nich darin bestehen dem Euro wie ein Leming nach unten bis zu dessen letzten Zuckung nachzurasen.

    • Andres Müller sagt:

      Herr Arendt, das Interview mt Marc Meyer ist interessant. Leider wurde während der Diskussion die „Meinung der Strasse“ nicht nachgegangen, nämlich dass die SNB Geld aus dem Nichts schöpfen kann, genauso wie dies Mr. Helicopter-Bernanke in den USA tut. Sie benötigt die Geschäftsbanken nicht unbedingt um mit Kundenvermögen Spekulation gegen den Franken zu betreiben, sie kann ihre Bilanz aus dem Nichts aufblähen. Dies kann sie solange tun wie aus dem Ausland eine Nachfrage nach Franken besteht, sie schickt einfach ein Bündel frisch gedruckte Franken gegen Euro welche die EZB ihrer Wirtschaft im Euroraum druckt. Und auch noch etwas das unzureichend dargestellt wird, die SNB darf die Euros die sie erhält nicht irgendwo im Ausland kurzfristig investieren, weil das den Franken wieder stärken würde. Sie muss den Euro bunkern, solange bis der Kaufdruck nachlässt! Der Fehler von Fiat Money gilt nicht nur in der Schweiz, nämlich die Möglichkeit Bilanzen beliebig aufzublähen, die SNB kann sich davon nicht eigenmächtig abkoppeln. Dies benötigt eine Reform des internationalen Währungssystem. Solange die nicht kommt, kann die SNB die Schweizer Wirtschaft nur schützen indem die die aufgeblähten Bilanzen unserer wichtigsten Handlspartner NACHVOLLZIEHT!

      Das ist Unmoralisch, darauf muss hingewiesen werden, im Kern hat Marc Meyer schon recht, nur entscheidet wie dieser selbst sagt die politischen Eliten darüber wer den Schwarzen Peter spielen muss (so auch er). Die Schweiz spielte hier bis 2011 die Rolle des hübschen Spiel-Sklaven Antinoos des mächtigen Oligarchen USA. Die ideologisch über Wallstreet aufgespurte Finanzlobby in der Schweiz wird dafür hinarbeiten wollen dass sich die Schweiz nun eher im Euro-Nil für die mächtigen Eliten opfert als sich selbst rettet, auch wenn „der Kaiser Hadrian“ nach abermaliger Zerstörung des Tempels zu Jerusalem bei Krebs im sterben liegt. Wir haben allerdings eine Bundesverfassung, und die wird dafür sorgen dass es die Notenbanker nicht zu weit treiben können mit der schweizerischen Opfersklaven -Mentalität. Die Bürger sind sichtlich dabei sich in Wirtschaftsfragen zu bilden, dass bietet die Grundlage für innere Reformen.

      • Andres Müller sagt:

        Noch zu erwähnen ist der wichtige Hinweis des letzten Anrufers beim Interview mit Marc Meyer. Dieser weist auf einen Umstand hin den ich seit langem angeprangert hatte als wichtigster Grund für die zu hohe Frankenstärke. Das übertriebene politisch von der $VP vorangetrieben Sparprogramm im Sozialsystem ist der Hauptgrund warum der Franken so stark wurde. Die gesparten Milliarden bei IV, ALV , BVG und staatlicher Infrastrukturen haben Investoren in Massen angelockt. Marc Meyer muss dank seiner gut bezahlten Stelle als Lehrer nicht nachtragend sein. Da sind nun aber viele Bürger die es sich nicht leisten können nicht nachtragend zu sein, die Erosion der sozialen Sicherheit in der Schweiz wird beantwortet werden müssen, wenn die Schweizer nicht ihre eigene Sicherheit zu Gunsten des Bankers Nero und seiner Luxuspalast-Vision opfern will.

      • Urs sagt:

        In der BRD wird die Verfassung konstant von beliiebigen Interessenvertretern interpertiert. Das Verfassungsgericht ist im dauerlauf eingebunden Parlamentarische Abstimmungen zu revideren. Leider ist es unter gewissen Volksvertretern modern geworden die Verfassung dem aktuellen Zeitgeist entsprechend oder auch Marketingsprechtechnisch zu interpretieren bis das gewünschte Ergebnis raus kommt…

        Hier gibt es keine solche Kontrollinstanz… fehlt halt manchmal schon. Demokatiewächter sozusagen.

        Dann noch die spannende Frage was mit den Ersparnissen der Bürger und hier auch den PK Geldern passiert? Die gehen, schaut man sich aktuell angewendete Szenarios in anderen Ländern an, wohl auch den weg alles irdischen, sprich den Bach runter… könnte sein das eine Welle von Altersarmut, zusätzlich zur bereits existierenden hinzukommen könnte… Dies nebst ständig wachsenden Arbeitslosen.

        Soll man nun einfach weiter der etwas Sinnfrei daherkommenden Globaliserung folgen oder etwa doch Bollwerke aufbauen nur um es primär mal der heimischen Bevölkerung recht zu machen oder lässt man sich weiterhin von den einzigen wirklich Globaliserten an der Nase herumführen… den Investoren?

        Ist halt schon etwas kurzsichtig gewesen sich auf die Erfüllung des Traumes einer Welt von Shareholdern zu konzentrieren… anstatt sich eine mit Stakeholdern aufzubauen.

      • Marc Meyer sagt:

        Leider habe ich diesen Beitrag erst heute gesehen (2. November). Trotzdem möchte ich kurz Antwort geben: Glauben Sie tatsächlich, dass aus dem Ausland eine so starke Nachfrage nach Schweizer Banknoten kommt? Denken Sie, man wird demnächst in einem Café in New York oder in Frankfurt tatsächlich mit Schweizer Banknoten bezahlen können? Ich glaube das nicht. Auch werden die ausländischen Investoren kaum Schweizer Banknoten kaufen wollen, wo sie genau wissen, dass sie dann der SNB ausgeliefert sind, da hinter diesen Banknoten der SNB keine relaen Werte stehen. Nein, die ausländischen Investoren wollen ihre Investitionen beispielsweise bei der UBS anlegen. Die UBS legt dann diese Gelder in Girokonten der SNB an. Die SNB wiederum kauft Euros damit. Falls dann das Eigenkapital der SNB ins Minus geht, weil der Euro fällt, werden die Banken diese Millairden in ihren Büchern abschreiben müssen. Wir werden demzufolge in der Schweiz mit Bankkonkursen zu rechnen haben je nachdem wie viel das EK der SNB ins Minus fällt.

  • Andres Müller sagt:

    Fakt ist, einige Monate weiter so und die EU findet im Tresor der SNB genügend Euro um alle PIIGS zu retten, und Frankreich gleich mit. Bisher ist das ja alles gut gelaufen, alleine die Perspektive gibt Rätsel auf. Ich weiss nicht was geschieht wenn die SNB mehr Euro besitzt als Schweizer Franken 😕

  • Iten sagt:

    Wenn man die täglichen 10 Milliarden bis Ende Jahr hochrechnet und der Aufkauf von Euros und Dollars um den Kurs zu halten so weitergeht, dann wird die SNB eine Billion Franken aufwenden müssen, ja 1000 Milliarden. Ist der Chef der SNB Philip Hildebrannt noch zurechnungsfähig? Ist er wahnsinnig? Oder macht er das mit Absicht im Auftrag der Finanzverbrecher und Bilderberger die ihn steuern?

    • wyss hans sagt:

      sie haben den nagel auf den kopf getroffen. die japanische nationalbank, die US-Fed, die UK nationalbank, die eu zentralbank usw. sind schon lange auf dem pfad zur gewollten hyperinflation. alles gesteuert von den verbrecherischen dunklen mächten.
      da kann die schweiz nationalbank nichts anderes tun als klein beizugeben und mit dem zerstörerischen strom zu schwimmen. gold ist die einzige sicherheit um diesen finanz-holocaust zu überleben.

  • Kurt Aegeri sagt:

    Die jüngste Zeit hat klar gezeigt, dass es nötig ist, dass man sich in entsprechenden Gremien oder in diesem Fall eben in der SNB mit Informationen zurückhält. Es ist nicht nötig, dass auch die Presse noch die Börsenspekulationen anheizt mit nicht enden wollenden Spekulationen und Pro und Contras. In diesem Sinne: die SNB soll verhandeln und handeln, wenn nötig. Nicht alles zerreden. Geplaudert wird genug.

  • Herb Schweizer sagt:

    Sehen wir es positiv:

    1. Geholfen wurde mit der Anbindung sicher einmal allen Insidern, die rechtzeitig davon wussten – oder wer weiss mehr über die Unterstellung der Nationalbank unter das Bankgeheimnis ? Von Alt BR CB als Götti hört man auch nichts mehr. Jedenfalls lagen da einmal rund 10% Rabatt drin, wenn man vorgängig weiss.

    2. Geholfen hat es auch der Reputation der Harvard USA, wo sich dergeschäftsführende $ NB-Vize seinen Doktor holte; im eigenen Land war deren Absolventen ja nicht gerade erfolgreich: Siehe US-Finanzkrise 1, 2, usw.

    3. Geholfen hat es den „armen“ Chinesen: deren Fremdwährungsreserven im Verhältnis zum BSP derzeit bei etwa 17% liegt:
    Der kann sich ein Beispiel an uns nehmen mit seinem Yuan, wie man Nägel mit Köpfen macht. Milliardär Barret meinte auch schon immer, mit einer Million und dem nötigen Insiderwissen kann man schon in einem Jahr Bankrott gehen.

    Und bei den paar hundert Milliarden, die dann nach und nach in unseren Sozialwerken fehlen könnten, wer weiss das heute schon so genau und über Geld gedet man in der Schweiz „einewäg“ nicht gerne, das hat man einfach:)

    • Peter Don Kleti sagt:

      OK. Danke für die beruhigenden Worte. Ich geh dann gleich mal zu Fielmann und kauf mir auch so ne Positiv-Brille mit rosa Gestell. Soll „le dernier cri“ sein heutzutage – und hilft der Deutschen Wirtschaft, im erweiterten Sinne.

      • Herb Schweizer sagt:

        Gut gemacht, @Peter Don Kleti, damit haben Sie auch den – rosigen – Durchblick, dann nehmen Sie, was Sie bei dieser Investition gespart haben und sehen Sie sich den Kursverlauf an, kaufen für die DIfferenz die Aktie des Rosa-Brille-Wohltäters; dann hat der Blog für Sie sich schon mehr als gelohnt. Leider bin ich nicht von der Gesundheits-Sprechstunde des FS- DRS, rede Klartext oder was ich dafür halte und sehe den vielbeschäftigten Politikern beim Nachtrag der Bilateralen zu. Versuche zu vesrstehen, was sie damit – nach Anbindung an den Euro- noch vorhaben. Kann dabei nur hoffen, dass der neue deutsche CEO bei der UBS nach Abzug der Stumpen-Rauchschwaden für meine dahinsterbenden UBS-Aktien noch Positives zustande bringt. (Muss wohl ein Magier sein bei den vielen Bankstern, die erst Abfindung wollen und dann bei unseren Sozialwerken anklopfen werden). Also abwarten und Tee trinken.

        • Peter Don Kleti sagt:

          Habe ich nichts einzuwenden. Mit Ausnahme des Aktien-Tips, und des UBS-CEO’s, vielleicht.
          Die haben Magier – bei der UBS – ganz sicher!

  • Hampi sagt:

    Es gibt nur eine einzige Ursache der Frankenstärke: die Eurokrise.

    Das Gemüt der Investoren/Spekulanten/Wähler ist fortdauernd auf Sichtkontakt mit dem Abgrund. Die Euro-Krise ist und bleibt weiterhin ungelöst. Politiker wirken immer lächerlicher mit all ihren Bemühungen, die bösen Märkte zu bändigen. So beschliessen sie „Verbote von Short-Verkäufen“. Damit wollen sie ihrem Wahlkreis andeuten, dass „wir es diesen Spekulanten jetzt mal so richtig zeigen werden…am Schluss endlich doch noch Gerechtigkeit…“, gemeint ist natürlich der böse, böse Finanzmarkt. Es spielt dabei keine Rolle, ob jeder halbwegs an Ökonomie Interessierte genau weiss, dass diese Massnahme fast nichts bis nichts bringt. Egal, wichtig ist, seinen Wahlkreis richtig primitiv anzubiedern. Auch die Einführung der „Transaktionssteuer“ wurzelt auf demselben politisch-populistischen Misthaufen. Hier geht die Anbiederung so: Die bösen Banken, die an allem Leiden auf dieser Welt die alleinige Schuld tragen, sollen endlich für ihre Schandtaten etwas dem braven unschuldigen Bürger zurückzahlen. Logisch werden dann diese Idioten wütend, wenn zur gleichen Zeit Christine Lagarde die Öffentlichkeit mit konkreten Zahlen (200 Mia.) die Öffentlichkeit auf die nächste Runde der „Bankenrettung“ vorbereitet. Diese Politiker verkaufen uns für so dumm, als ob wir nicht merkten, dass eine neue Steuer für Banken und gleichzeitig ein Einschiessen von Steuergeldern in die Banken nicht viel mit Gerechtigkeit, sondern vielmehr mit „Schildbürgertum“ zu tun hat. Und das inmitten der grössten Finanzkrise ever.

    Aus diesen Gründen kann die SNB zurzeit nicht viel machen. Ein Anheben der Untergrenze auf 1,30 würde höchstwahrscheinlich die „bösen Geister“ der gesamten Finanzwelt hervorrufen. Die Nati muss, so lange der Sturm der Krise kein bisschen nachlässt, achtgeben, dass sie nicht in die Schusslinie gerät. Und deshalb macht sie im Moment genau das, was nach meiner Ansicht angebracht ist: Sie hat gesagt, dass bei 1,20 die Grenze ist. Und jeder weiss, dass es ihr todernst ist. Und darum soll sie jetzt auf keinen Fall diesen Respekt verlieren, indem sie versucht, einen unter Adrenalin stehenden Markt mit viel verbalem Zweckoptimismus einzulullen. Denn, wie wir gerade bei den Politikern in „Real-Time“ sehen, so funktioniert es nicht!

    • Hampi sagt:

      Das Faszinierende an der ganzen Angelegenheit ist die Figur von Philipp Hildebrand. Ich weiss nicht so recht, ob er mir leid tut oder ob ich ihn bewundern soll. Ziemlich sicher ist jedoch, dass die willkürlichen Geschicke der Schweizer Geschichte ihn als Schlüsselfigur ausgewählt haben. Entweder gelingt ihm sein Unterfangen, dann könnte er bis „Willhelm-Tell-Status“ erlangen, oder aber er muss ins „Exil“.

      Wer hätte sich das noch vor drei Jahren vom Leben eines Notenbankers vorstellen können?

    • Urs sagt:

      Hr. Hampi; böse Märkte, böse Spekulanten etc. ist vieleicht nicht ganz korrekt… Besser wäre sicher, das wir und damit meine ich die Gesellschaft als ganzes mit den negativen Aspekten liberaliserter Märkte nicht umgehen können… und ich für mich muss sagen, ich hab da auch keine Lust drauf.

      Warum soll man sich das antun?

      Die Gründe die da oft vorgschoben werden, wie etwa Bereiniung, Gleichgewicht, Ineffizenzen und der vielen mehr hat nun mal am Ende zur Folge das zahllose Indivduelle Schicksale unter die Räder kommen. Die Effekte dessen sind bekannt… Arbeitslosigkeit nur einer davon. Kommt noch dazu das die meisten Menschen von den positiven Effekten liberaliserter Märkte am Ende nicht viel mehr haben als vorher… Billigere Produkte für den Preis von flachen Lohnkurven fällt mir da grad ein…

      Warum soll man sich das antun?

      Wie ist es zu Bewerten wenn die Märkte bereinigen und Gleichgewichte herstellen wenn danach Mio. in der Armut landen? Schaue ich mir die vergangenen und aktuellen Befürworter an so sind die leider in ziemlich eng gefassten Ideologischen Strukturen gefangen und haben den Blick für das ganze schon länger verloren… Sei das nun aus Ignoranz, Arroganz oder schlicht und einfach wegen mangelnder Geistiger Kapazität verursacht durch mangelhafte Ausbildung…

      Warum soll man sich das antun?

      Liberaliserte Märkte findet jeder, egal ob eine Nation, eine Region, Unternehmen, Branchen, Menschen nur so lange gut und vorteilhaft wie sich die gewünschten Profite, Marktanteile und was weiss ich noch alles ergeben… den anderen Weg den will aber niemand gehen… eben weil am Ende irgendwelche menschlichen Schicksale dran glauben müssen..

      Ich finde wir bezahlen einen hohen Preis für all die angeblich positiven Effekte die uns Liberaliserung bringt, bringen sollte. Am Ende wird die Individuelle Freiheit vieler zu Gunsten einiger weniger aber wieder eingeschränkt oder sogar eliminiert…

      Warum soll man sich das antun?

  • Peter Don Kleti sagt:

    Ja, auch ich hätte es lieber gesehen, den Kurs im Free-Float zu belassen.
    Im vollen Bewusstsein, dass dies mittelfristig zur „Gesundschrumpfung“ unserer Exportindustrie und soziopolitischen Bereinigungen führen würde.
    M.M. nach sind wir ohnehin um über 2 Mio. Bewohner überbevölkert – was sich im täglichen Kampf im Strassenverkehr, ÖV, am verfügbaren Wohnraum, den Lebenshaltungskosten und der Natur zweifelsfrei manifestiert.

    Diese Aktionen seitens SNB (FDP und andere liberale und diesmal soziale Kräfte) suggerieren, dass ewiges Wachstum möglich ist und spielen dieses Spiel weiterhin. M.E. eine grosse Lüge, welche uns noch ins Verderben führen wird.
    Viel Spass dem arbeitenden Mittelstand mit den Mietzinsen in den nächsten 3-4 Jahren und der Sanierung der Sozialwerke!

    Die gedruckten CHF werden nicht ewig auf Bankkonten liegen bleiben, sondern attraktivere Renditemöglichkeiten suchen.

  • Wettstein Eduard sagt:

    1.20 ist gut und genug. Wer mehr will riskiert einen Gau für die ganze Schweiz. Unternehmen die damit nicht klar kommen soll man ruhig bachab gehen lassen.

  • Andy Meyer sagt:

    Je weniger Informationen es von der SNB gibt desto weniger Raum für Spekulanten ist vorhanden. Zurzeit scheint es zu funktionieren mit der 1.20 Grenze und die Märkte glauben der SNB das Kursziel, das ist die Hauptsache. Es wäre nicht förderlich wenn in der Schweiz wieder neue Debatten über die Kursgrenze geführt werden und da ganze Thema wieder angeheizt wird.

  • artie sagt:

    Natürlich freut die Intervention der SNB die Exporteure. Das ist offensichtlich.

    Was nicht offensichtlich ist: die Importeuer werden dadurch hart getroffen.

    Die Schweiz hat eine ziemlich ausgeglichene Handelsbilanz (es sind glaube ich 10% mehr Export als Import), deswegen den Kurs künstlich anzupassen, ist komplett verfehlt. Man hat der Exportindustrie kurzfristig geholfen, und der Importindustrie geschadet.

    Und nochmal: wenn der wirklich fundamental Kurs bei 1.30 oder 1.40 wäre, dann wäre auch der effektive Kurs dort. Niemand weiss, wo ein Kurz fundamental liegen soll, nicht die SNB, nicht die Industrie, niemand. Es ist ziemlich einfach: der Kurs ist fundamental dort, wo er am Markt gerade gehandelt wird. Idioten sind diejenigen, die glauben, schlauer zu sein als der Markt.

  • Iten sagt:

    Ich finde skandalös, dass niemand sonst in Europa uns auf den Kopf scheisst. Nur wegen der Steuerhinterziehung wird gejammert. Das hier ist Verprassung aller Vermögen gleichzeitig. Das ist doch wie die völlig überhöhten Hypotheken die letzten 50 Jahre “Beschiss an der Welt”. Sowas geht doch echt nicht. Die Übertriebene Volatilität durch das Wegfallen einer Reservewährung vernichtet Marktgewissheit und damit eine bestimmte Art von “Vermögen” ( die Zukunft einzuschätzen).

    Da stecken mehr dahinter als eine handvoll Geldsackbanker in Zürich, das riecht leider nach Plan.

    • Wenn man mit Wachstum keine Profite mehr machen kann, dann halt mit Volatilität. In dieser Variante gehen die Profite der einen aber 1:1 auf Kosten der Vermögen der anderen. Das erzeugt Spannungen und kann auch prinzipiell unmöglich lange gutgehen. Anstatt uns zu wundern oder zu ärgern oder zu resignieren, etc. sollten wir endlich dieses naive, utopische Wachstums-Zins-Rendite-etc.-System loslassen und realistische alternative Wirtschaftsformen entwickeln, evaluieren und umsetzen. Das sollten wir wirklich tun, solange wir noch genügend Zeit dazu haben.

  • Karl Buchegger sagt:

    Interessant, dass die meisten Kommentatoren negieren, dass der Aussenhandel
    der Schweiz nicht nur aus Exporten besteht. Genauso gut könnte argumentiert werden,
    dass bei einem Kurs EUR / CHF von 1.20 noch Raum nach unten vorhanden ist, um
    unsere Importe zu verbilligen.

  • hans nötig sagt:

    Vielleicht dämmert es Ihnen, dass es der Euro vermutlich nicht schaffen wird, oder aber der 1.20 Kurs eine Nummer zu gross für die SNB ist, und stehen nun ein wenig doof da, dem quengeln der Wirtschaft nachgegeben zu haben (obwohl das vermutlich richtig war, wer weiss das schon)?
    Immerhin sind die Devisenanlagen in der Bilanz innerhalb des Augusts um 50% auf ~280 Mia. CHF angewachsen, was zu einer gesamten Bilanzsumme von ~365Mia. CHF führt, 66% unseres nominalen BIPs, das ist imho internationaler Rekord (die FED kommt zb auf 19%). Eine Kopplung an den Euro schützt natürlich ein Stück weit vor Wertverlusten, aber irgendwie wärs mir lieber man würde mit all den Euros auf Einkaufstour gehen.
    Unsere Wirtschaft kann man notfalls immer noch subventionieren, ist mir tausendmal lieber als eine zur Bad Bank verkommende SNB.

    Und falls man hier Kritik anbringen darf, in einem Wirtschaftsblog darf man ruhig mit Zahlen und Charts argumentieren, fantasiert wird über „die Märkte“ bereits mehr als genug.

    • netztreiber sagt:

      Wie recht Sie haben, sehe es genau so. Mit einem starken CHF wären strategische Einkäufe (Rohstoff-Reserven), Beteiligungen an gesunden Unternehmen ect. sicherlich die bessere Wahl. Und die Industrie zu subvenzionieren womöglich auch günstiger als die Todesrolle der Währungen mitzumachen. Am Ende werden wir alle, die Guthaben in CHF besitzen, sei es nur in Form von PK-Geldern oder 3.Säule ect. indirekt enteignet, mit einer Inflation welche sich auch mit noch so trickreichen Warenkorb-Vergleiche nicht wegwischen lassen werden. Zudem würde ich das schweizer Geschick auch nicht überbwerten. Man sollte mal in die Vergangenheit schauen und da sieht man doch sehr viel Unfähigkeiten der Kapitäne. (1999 Verkauf von 60% des SNB-Goldbestandes, Restbestand von 40% 1041Tonnen in der Welt verstreut und ein Grossteil in den USA gelagert). 2001 unkontrolliertes Grounding der Swissair mit Passagieren die nicht einmal mehr den gebuchten Flug gesichert hatten! PK-Gelder der S-Air weiss ich nicht ob diese gesichert waren, oder die Gläubiger in die Röhre schauten. 2008 in einer Nacht und Nebelaktion unter Notrecht die UBS mit 60Mia stützen. Bankgeheimnis unter Druck preisgeben müssen… nun Anbindung an Euro: 1.20. Was für Überaschungen können wir denn noch erwarten? Ich glaube die CH ist wenn sie unter Druck kommt sehr schwach. Diese Schwäche wird den Bürger am Ende teuer zu stehen kommen womöglich über eine verzögerte hohe Inflation. Mal schauen wie es weitergeht.

      • hans nötig sagt:

        Überraschungen kann man nicht erwarten 😉 Aber das einzige was mich noch überraschen würde, wäre die Rückkehr zur Räson.

  • Holger Ohnmacht sagt:

    Nicht erst seit dem 6. September 2011 frage ich mich, ob das Ende der freien (bzw. sozialen) Marktwirtschaft eingeläutet ist? Ausgerechnet die neutrale Schweiz beginnt einen Währungskrieg. Der Vergleich von David mit Goliath ist nicht gesucht, wenn man bedenkt, dass täglich 4 – 5 Billionen Dollar Devisen gehandelt werden. Wir alle könnten von einem starken Franken auch profitieren, wenn die Währungsvorteile nicht gehortet würden. Eine Anhebung auf z.B. 1.30 wäre eine Gratwanderung auf noch höherem Niveau. Aber spielt es eine Rolle wie hoch man ist, wenn man abstürzt? Die Politik (auch die Bünder Alt-Regierungsrätin) sollte sich nicht mit fremden Federn schmücken, denn die SNB handelt absolut autonom!

    • hans nötig sagt:

      Nicht persönlich gemeint, aber inwiefern kann man (spätestens nach 2008 und der Lehmann Krise) hier überhaupt noch von einer „freien“ oder „sozialen“ Marktwirtschaft sprechen?

    • Leo Stern sagt:

      Profitieren vom starken Franken? Wie? Das nimmt mich wirklich Wunder. Ein starker Franken bedeutet nur Verbilligung der Importe. Aber wie diese Importe bezahlen wenn wir wg. starkem Franken nichts exportieren? Wenn dank schwächerem Franken unsere Industrie besser exportieren kann und Arbeitsplätze erhalten zahle ich gerne ein paar Franken mehr für das japanische Auto oder den chinesischen Fernseher.

      • hans nötig sagt:

        @Leo Stern: Ja, wir könnten.

        Eine starke Währung senkt den Wert der in Fremdwährungen notierten Schulden (das können auch noch ausstehende Rechnungen sein) oder Leasingverträgen.
        Eine starke Währung hilft, die Inflation in Schach zu halten.
        Eine starke Währung erhöht zudem die Kaufkrauf von Firmen und Privatpersonen.
        Und wie Sie bereits festhielten, die Konsumenten profitieren mittelfristig von tieferen Importpreisen und die Firmen von günstigen Zulieferungen aus dem Ausland.

        Dies geht leider oft im allgemeinen Jammern der Exporteure unter (welches teilweise natürlich auch berechtigt ist).

        Denn, man sollte nicht vergessen, wir labern immer noch alle von „freier Marktwirschaft“. Aber dann auf die Idee kommen dass das ganze wirklich an einen unabhängigen Markt gekoppelt ist, in welchem der Wert einer Währung eben auch mal schwanken kann, tut niemand.

        Wenn man sich dem aber bewusst ist, kann man Vorsorge treffen (heutzutage ja fast schon ein Unwort, das ist schlecht für den Aktienkurs) und somit versuchen möglichst von den Vorteilen der Kursschwankungen zu profitieren. Ich bin nicht so alt, kann mir aber gut vorstellen dass man dies einmal als intelligentes Wirtschaften bezeichnet hat, und vor allem deswegen einen gewissen Respekt vor den Herren in der Chefetage hatte.

      • geba sagt:

        Es ist nicht der starke Franken. Es wird die Inflation sein,die Ihnen den Autokauf verleiden wird.Rechnen Sie mal schon mit 8 % Inflation nächstes Jahr.merken Sie es schon an der Tankstelle,an den Mieten,im Supermarkt ? Ja ? Es kommt noch schlimmer.Und die Exporteure unter den Firmen werden dann die Arbeitsplätze auslagern, nach Polen,nach Rumänien und in die Slowakei.

  • Meier sagt:

    Wären Sie nicht Still ? Wenn Sie Volksvermögen vernichten !!!!!

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