«Karl Marx hatte Recht»

Nouriel Roubini ist nicht zum ersten Mal Gast bei NMTM, am 12. Juli war er’s schon einmal. Ok, genau genommen bei CNBC. Das kurze Interview ist damals auf grosses Interesse gestossen. Das alleine wäre schon Grund genug, diesem deutlich längeren Interview des «Wall Street Journals» hier Gastrecht zu gewähren. Ein aktueller Anlass sind Roubinis Erwartungen für das Notenbankertreffen in Jackson Hole, das am Freitag stattfindet und zu dem momentan die ganze Finanzgemeinde rätselt, ob dort Fed-Chef Ben Bernanke wie letztes Jahr neue Stützungsmassnahmen der Notenbank bekannt gibt, die erneut die Aktienkurse beflügeln könnten.

Darüber hinaus ist das Gespräch des «Journal» mit dem berühmten Ökonomen nicht nur spannend und auch erschreckend, was seine Erwartungen für die Zukunft betrifft, sondern es wirft auch einen Blick in die Geschichte zurück, auf die tiefer liegenden Entwicklungen in der aktuellen Weltwirtschaft und sogar auf die Frage, was man denn jetzt am besten mit dem Geld tut.

Aber aufgepasst, das Interview dauert 22 Minuten, die sich in der ganzen Länge lohnen und Debattenstoff hergeben. Damit ist es es weniger was für schnell zwischendurch und empfiehlt sich eher zu einem Glas Wein oder Bier abends.

Keine Kommentare zu ««Karl Marx hatte Recht»»

  • Andreas Dombek sagt:

    Zu der Aussage, der Markt ist die größte Verschwendung von Produktivkräften möchte man folgendes anmerken. Die versch. Aussagen können m. E. so nicht stehen bleiben.

    Der Markt als solcher ist neutral. Ob sich altgermanische Waldbauern mit Bauleuten dort gefunden haben um einen gerechten Preis fürs Holz auszuhandeln oder Kleinbauern in den mittelalterlichen Städten mit den Stadtbewohnern über Gemüse, Werkzeug und Stoffe gehandelt haben sowie Buchdrucker ihre Bücher an lesewillige Bürger verkauften, überall ist der Markt der notwendige Ort und damit auch die entscheidende reale Basis zum marktgerechten Handeln!
    Inzwischen leider jetzt auch für finanzorientierte „Spekulanten, Geldschieber und Zocker“, die kaufwillige und zahlungskräftige Käufer für seltsam-obskure „Produkte“ suchen . Fast ein Jahrmarkt der finanztechnischen Eitelkeiten: Da stolzieren Goldfasane mit großem Federkranz und etlich Volk von Hofhühnern will es diesen Zauberern des schönen Finanzscheins nachmachen.
    Der Markt ist tatsächlich als Treffpunkt von Anbietern, Suchern, Gebern und Kaufenden sowie der Fragenden und Antwortenden wie bei diesem Blog anzusehen.

    Dass sich inzwischen aus der unbeachteten schmuddligen Markt-Ecke der Gaukler, Fahrensleuten und Bankern, die zugleich Casino-Spieler sind, sich eine vielbeachtete „marktbeherrschende“ Gruppierung entwickelt hat, kann und darf nicht „dem Markt“ angekreidet werden. Der Begriff „Markt“ ist grundsätzlich von solchen von Subjekten mit ihren irrealen Produkten und Dienstleistungen freizuhalten. Wir Bürger müssen diesen Fehler wieder korrigieren.

    Denn es gibt nicht die „Produktionsform des Kapitalismus“ als solches, sondern Auswüchse des Handelns und Handhabens des hier gemeinten Kapitalismus. Die tatsächlichen Produktionsformen in kapitalistischen oder staatsozialistischen Unternehmungen sind gleich. Das Schmieden, das Gießen, das Schweißen und Bohren, Fräsen sowie Montieren folgen Funktionen der Technik, Wissenschaft, Chemie usw. und Verwendung der weiteren Produktionsmittel.

    Die vergangenen und heutigen Probleme sind diese: Braucht man wirklich das ganze auf den Markt geworfene Zeugs? Würde tatsächlich nur den „notwendigen“ Bedürfnissen gefolgt, würde man absolut weniger Materialien und Leistungen benötigen. Da augenscheinlich dieser Maxime nicht gefolgt wird, beginnt ab diesem Moment der unheimlich-effektive Geist des zügellosen Kapitalismus zu wirken. Kommen dazu noch weitere verschlimmernde Faktoren wie der Neoliberalismus, enthemmter Wirtschafts-Calvinismus, grenzen- und gesetzesfreie Finanzregulierungen, komplett deregulierte Wirtschafts- und Handelstätigkeit, tja, dann muss man sicherlich vom hier gemeinten „üblen“ Kapitalismus sprechen und als überlebenswichtige Konsequenz diesen in geeignete Schranken bannen.
    Der Kapitalismus kann wunderbar die menschlichen Bedürfnisse erwecken, schmackhaft machen, deren Befriedigungen auch noch schön darstellen und wunderbar verkaufen. Inzwischen auch noch kostenpflichtig den verbrauchten Plunder entsorgen. Das ist DIE große Errungenschaft des hier gemeinten Kapitalismus.

    Fazit: Der Markt ist im Grundsatz ein Neutrum, aber was aus ihm von den markthandelnden Personen gemacht wird, dass ist das Problem. Wenn ein Typ einem Opfer die Kehle durchschneidet, wird doch der Täter bestraft und nicht das hierzu verwendete Messer!

  • Martin Holzherr sagt:

    Die Kapitalismusdiskussion ist doch fruchtlos, wenn nicht gesagt wird, was damit gemeint ist und was die Alternative wäre. Hier die Definition aus der Wikipedia:

    Allgemein begreift man Kapitalismus als eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.

    Falls die Abschaffung des Privateigentums und die zentrale Steuerung der Wirtschaft die Alternative zum oben defnierten Kapitalismus ist, so ist diese Alternative mit Sicherheit eine ungeheuere Verschwendung von Produktivkräften. Denn mit dem Wegfall von Privateigentum und Privatinitiative fällt auch ein grosser Teil der Motiviation weg, sich in den Produktionsprozess einzubringen.

    Wenn man schon eine Alternative zum herrschenden Wirtschaftssystem sucht, so muss es eine sein, die sowohl dem Einzelnen als auch der Gesellschaft etwas bringt. Denkbar wären auch Mischformen von freiem Markt und einer Art Grundversorgung die jedem zusteht. Eigentlich sind wir mit all den soziialen Einrichtungen schon sehr weit in diese Richtung gegangen.

    • Urs sagt:

      Mir ist schon heute die Motivation abhanden gekommen. Flache Lohnkurven, Nicht nachvollziebare und unverbindliche Bonisysteme. als Ersatz für verbindlichen Lohnerhöhungen… Teuerungsausgleich ab und zu… dazu massive Kosten und Preissteigerungen bei Mieten, Krankenkassen, Arbeitsweg-Transport, teure Lebensmittel in schlechter Qualität… Dauersteuervergünstigungen für Reiche… eine braune Partei die alle Alternativen im Land niederwalzt…

      Oder wie wird den die Bevölkerung, die Arbeitnehmer an den enorme Produktivitätsfortschritten der vergangenen 20-30 Jahre daran beteiligt? Gar nicht. Das geht alles ausnahmslos an die Aktionäre und Investoren… oft noch Steueroptimiert bzw. Befreit…

      Was haben die meisten Bürger davon? So wie es aussieht, schaut man sich die Bankrotten Ländern an, wird im Gegenteil noch gespart auf dem Buckel derer die eh schon nicht’s davon hatten…

      Mindestens ein bischen unausgegoren das ganze um es künftig kritiklos weiter zu bejubeln… Nicht?

    • Taric Trent sagt:

      Der Markt ist die grösste Verschwendung von Produktivkräften in der Geschichte der Menschheit. Nicht nur gibt es Arbeitslose (ein absolutes Novum), sondern auch Banken, Versicherungen, Werbung, Polizei, Hersteller von Luxusprodukten, die Reihe ist endlos… zu behaupten der Kapitalismus sei produktiv ist etwa so daneben wie zu behaupten die Gladiatorenkämpfe im alten Rom seien produktiv für die Gesellschaft gewesen. Die Verschwendung von Ressourcen und Arbeitskräften zur Durchführung der Privateigentumswirtschaft ist der absolut unerreichte Höhepunkt punkto Verschwendung, und es wird täglich schlimmer, auch wenn die Parteien nun grün sind. Es gibt Leute, die haben ausgerechnet, dass man 4 von 5 Arbeitstagen sparen kann wenn man die Produktionsform Kapitalismus in vernünftige Produktion umwidmen würde bei gleichbleibendem Output. Es ist auch schon absolut absurd zu meinen der Kapitalimus sei „erfunden“ worden um besonders produktiv für die Gesellschaft zu sein. Da bleibt an Argumenten auch absolut nichts übrig ausser dem ewig gleichen, jeder vernünftigen Basis oder Rechtfertigung enthobenen Geschimpfs gegen die allgemeine Faulheit, die sich im von Ihnen imaginierten System ihre Bahn brechen würde.

      • Tststs sagt:

        Noch nie von dieser Seite betrachtet…
        Zwei Daumen hoch!

      • Urs sagt:

        Naja, die Verluste die sich aus unzähligen Fehlentscheiden oder schlichtweg Ignoranz, Gier und Arroganz ergeben werden gerne Sozialisiert in dem die nicht in Unternehmen benötigten Menschen der Allgemeinheit zur Versorgung aufgelastet werden…

        Kommen noch unzählige Konkurse und andere eher versteckte Fehler dazu… dank dem Aktienrecht haben die Zivilgesellschaften auch keinerlei Auskunftsrechte… egal aus was für Gründen.

        Die Umwelt bzw. deren Zerstörung ist nach wie vor Gratis, ist so windelweich geregelt das die Renditenmaximierung immer gewährleistet ist… Selbst die einst hochgejubelten Luftverpestungszertifikate werden wie alles andere gehandelt… Transport ist viel zu billig weil auch hier die Kosten externalisiert werden… auf den Meeren dieser Welt lässt sich Gratis entsorgen was an Land nur kosten würde…

        Krank und Ungesund aufwachsende die durch maximal ungesunde Lebensmittel (30% Zucker, 30% Fett, 20% Fühlmaterial, 10% Aromen, Farbstoffe etc.) auf Abgrundtiefe Verfettungswege gebracht worden sind…

        Ultimative Erfolgsfaktoren die zur Zeit zugelassen werden lassen sich auf Renditen, Profite, Marktdurchdringung, Makrtkapitalisierung, Umsatz und dessen Steigerung und ein paar andere reduzieren wärend alle anderen Faktoren, die aber elementar für die Menschen und dessen Lebensumfeld sind, in der Regel schon gar nicht gemessen werden…

  • Thomas Hanhart sagt:

    Also ich habe mir den Marx noch nicht angetan, einfach weil ich von den Details der Vwl zu wenig verstehe. Basierend auf der Kernfrage nach individueller oder kollektiv geregelter Wirtschaft interessieren mich hingegen die politischen und gesellschaftlichen Effekte der daraus folgenden Auseinandersetzung. Habe mir jetzt gerade in den Ferien die 800 Seiten von Aust’s „Baader-Meinhof Komplex“ angetan, primär um mal noch die nebulös vorhandene 70’er TV-Realität der Kindheit abschliessend zu verarbeiten. Und da mutet es einen schon seltsam an, wenn man dann die Diskussion hier verfolgt. 40 Jahre danach (und 20 Jahre nach dem Mauerfall) steht der Kapitalismus intern ernsthaft zur Debatte. Als einem, der diese Wirtschaftsform (in einigermassen sozialer Ausgestaltung) bevorzugt, hoffe ich nur noch auf möglichst viele vernünftige und besonnene Key-Player in diesem System, die auch den Mut haben, diesem und sich selbst aus rein vernunftsorientiertem Selbsterhaltungstrieb Beschränkungen aufzuerlegen. Sonst ist es dann kollektiv die Monopoly-Karte „gehen Sie zurück auf Badstrasse“ und die Ähnlichkeit zu einem anderen Namen ist jetzt wirklich Zufall.

  • Ueli sagt:

    @Rudolf Mühlemann

    Vielleicht haben sich Marx und Engels im zeitlichen Ablauf ja nur um ein, zwei Jahrhunderte verschätzt. Niemand kann beweisen, dass M. und E. sich irrten, als sie erklärten: „…die Bourgeoisie hat…die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen.“ Möglich, dass die fortschreitende Verbürgerlichung des europäischen und des nordamerikanischen Proletariats in diesem Jahrhundert durch die Globalisierung des Arbeitsmarktes rückgängig gemacht werden wird. Auch könnte es sich noch als wahr erweisen, dass „die Bourgeoisie unfähig ist, noch länger zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb der Sklaverei zu sichern“, und vielleicht kommt es dann noch zum Zusammenbruch des Kapitalismus und zur Übernahme der Macht durch ein tugendhaftes, aufgeklärtes Proletariat. Andererseits hat der Kapitalismus in der Vergangenheit so manche Krise überstanden, und auch auf das Erscheinen dieses Proletariats warten wir nun schon geraume Zeit.
    Ich gebe Ihnen Recht, dass die Geschichte des „realexistierenden Sozialismus“, nicht dem Paradies – sondern eher der Hölle gleicht. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass auch die Geschichte des Kapitalismus eine gewaltige Katastrophe für die meisten Menschen darstellte, welche in den letzten zwei Jahrhunderten das Licht der Welt erblickten.

  • Rudolf Mühlemann sagt:

    Ich gestehe, das „Kapital“ von Marx bis heute nicht gelesen zu haben. Ich kann deshalb auch nicht verstehen, was genau er gemeint hat. Das „Kommunistische Manifest“ lernte ich nicht gerade auswendig, las es aber durch. Es ist nicht auszuschliessen, dass man aus dessen Inhalt auf denjenigen des „Kapital“ schliessen kann. Was ich aus der gelebten Praxis gelernt habe: Der Kapitalismus ist das kleinste aller bekannten Übel. Sofern ich mich richtig erinnere, handelt es sich hier um ein Bonmot von Winston S. Chruchill. Ich selbst glaube das auch. Die Historie lehrt uns, dass die hochfliegendsten Theorien, die im Kern auf der Philosophie von Karl Marx basieren, im Totalitarismus geendet haben und auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sind. Man darf den Kapitalismus nicht schlecht machen. Er ist mit dem Finanzkasino nicht identisch.

    • Andreas Dombek sagt:

      @Rudolf Mühlemann

      Ob alle vergangenen und gegenwärtigen Super-Kommunisten dieses Werk vom Karl Marx auch wirklich gelesen haben kann man bezweifeln.

      Aufgrund von guten Erfahrungen aus der Küchen-Philosophie kann man getrost den folgenden Rat geben: Lesen Sie mindestens die Werke, die einen Titel von maximal zwei Wörtern haben. Durch diese verengende Konzentration erhält man eine wie im Brennglas gebündelte Grundlage, gewisse Entwicklungen wenigstens ansatzweise erahnen zu können.

      Also z. B. „Die Bibel“, „Der Talmud“, „Der Koran“, „Der Fürst“ (vom Machiavelli), „Vom Kriege“ (vom Clausewitz, „Das Kapital“ (vom Karl Marx, dem Ökonomie-Philosophen), „Mein Kampf“ (vom Führer) und nochmals „Das Kapital“ (diesmal vom Reinhard Marx, dem Kardinal).

      Erbauliche und ersprießliche Leseabenteuer!

  • Martin Holzherr sagt:

    Nouriel Roubini’s Hauptaussage ist doch, dass das kapitalistische System instabil ist und die Gefahr der Selbstdestruktivität besteht. Historisch gesehen ist das nichts neues, man denke nur an die grosse Depression oder die Hyperinflation in Deutschland.. Diese Aussage eröffnet zuerst einmal auch keinerlei Alternativen. Das „System“ kann nun einmal in eine Situation geraten, wo man nur noch zwischen verschiedenen, aber gegenüber den Wunschvorstellungen, fast gleichermassen schlechten Alternativen auswählen kann.

    Und wie kann man solchen Abwärtssprialen vorbeugen? Meiner Ansicht nach indem man noch während den guten geordneten Phasen Bremsen und Stabilistatoren einbaut. Jede Blase ist im Grunde genommen brandgefährlich. Was bedeutet denn das Platzen einer Blase, beispielsweise der Immobilienblase in den USA: Es bedeutet, dass Millionen von Menschen ihr Geld falsch investiert haben und dass sie einen Grossteil davon verlieren. Letztlich ist es in diesem Moment schon zu spät. Das Platzen einer Blase öffnet die Möglichkeit einer Abwärtsspirale. Deswegen dürfen keine grossen Blasen entsthen.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Martin Holzherr:
      Frage: Und wie sollen diese verhindert werden, OHNE das System in völlige Stasis ohne jede weitere Entwicklung zu versetzen? Von der holländischen Tulpenzwiebelblase im 17. Jahrhundert angefangen sind Menschen immer wieder in Gier und Herdentrieb irgendeinem Trend nachgerannt.

      Man beachte, dass es Algen gibt, die einen Teich innert 4 Monaten so weit überwuchern, dass aller Sauerstoff aufgebraucht ist und jedes Leben – auch die Algen selber – stirbt. Der Teich ist tot. Innert 2 Jahren wandern wieder alle Lebewesen ein und der Teich lebt wieder.

      Das Problem ist vielleicht weniger die Blase, als der verzweifelte Versuch (Griechenland lässt grüssen), das Platzen zu vermeiden, hinauszuzögern, abzuschwächen. Da dabei wie immer die einen viel mehr profitieren als die meisten, führt der Vermeidungsversuch zu Folgeschäden (der EUR-Zerfall lässt grüssen).

      Der Knall verhindert die Spirale und dreht die Blickrichtung vom Abgrund in den Aufschwung. Solange alle damit beschäftigt sind, zu hoffen, dass das Desaster nicht, nicht so schlimm, nicht jetzt oder nicht bei mir zuschlägt, ist der Fokus auf dem Absturz. Wenn man unten ist, gibts nur noch den Blick nach vorne. Daher wäre es viel besser, endlich die Griechen aus dem EUR zu kippen, bankrott gehen zu lassen, und sie mit einer neuen Währung neu anfangen zu lassen. Das mobilisiert Selbstheilungskräfte, Hoffnung und Energie. Siehe BRD nach dem 2.Weltkrieg – Erst nach der Währungsreform (jeder bekommt 30 DM!) gings aufwärts.

      Blasen sind unvermeidlich. Man sollte sie rechtzeitig ANSTECHEN!

      • Andres Müller sagt:

        Herr Ernst, Blasen werden von Reichen gebildet die nirgends mehr reinvestieren, zum Teil dann auch gar nicht mehr können. Man sticht diese Blase an mit einer Reichtumssteuer, so ab 2 Millionen aufwärts. Wenn das alle Reichen betrifft, so nehmen sie dabei nur temporären Schaden, denn sobald das Geld wieder unten angekommen ist steigt der Konsum der Kleinverdiener an und sie können wieder in die Realwirtschaft investieren anstelle ihr Restleben mit Rohstoffspekulation und Besuchen bei Sotheby zu verdingen.

        • Thomas Ernst sagt:

          @Andres Müller:
          Würde die von Ihnen erwünschte Reichtumssteuer tatsächlich zu einer homogeneren Vermögensverteilung führen, würde ich Sie ja gerne dabei unterstützen. Wir wissen inzwischen, dass eine flache Vermögenskurve mit einem starken Mittelstand Stabilität im Land garantiert und es der Unterschicht in solchen Ländern am besten geht.

          NUR – leider werden Steuern egal von wo und wem von den Politdieben und Zockern in den Parteien eben gerade nicht wirklich umgeleitet, sondern a) zum kaum kaschierten Stimmenkauf und b) zur Finanzierung von Prestigeprojekten (wie z.B. dem unseligen Euro) missbraucht. Davon hat dann eben niemand etwas.

          • Urs sagt:

            Auf der anderen Seite, wenn durch Progressive Steuer- und Abgabensysteme das ganze ausgebaut wird, dann hat es auch mehr zum verteilen. Da unten immer nur die Brösmeli ankommen werden diese dadurch vermehrt und eventuell sogar grösser…

            🙂

            Progressive Steuer- und Abgabensysteme sind die effizienteste und einfachste Methode die Saugkraft des Kaptial- und Investitionssystems zu unterbechen. Parall dazu gehört natürlich auch das wieder einführen und abschöpfen von diversen Kapitaltransaktionsabgaben, gerne auch Progressiv. Allerdings, auch die Steueroptimierungsmöglichkeiten und Steuerhinterziehungsmöglichkeiten müssen eliminiert werden… Vor allem die International benutzbaren Steueroasen sowie National durch den systematischen Aufbau von Steuerspezialisten die nachgewiesen ein mehrfaches ihrer Anstellungskosten wieder reinholen…

            Mit ein Grund das absichtlich nicht genügend Budget für die Lohnsumme der Steuerämter zur Verfügung gestellt wird… hier wie anderswo.

            Kommt noch dazu das hier in der Schweiz die Definition von Familien und Verheiratet und Mittelstand völlig schief in der Landschaft steht und meiner Meinung nach nicht mehr der Einkommens- und Vermögensentwicklung gerecht wird. Für die Steuersystematik und die Progressionsberechnung sind Familien einfach verheiratete Paare egal ob mit oder ohne Kinder und der Mittelstand bzw. dessen Einkommen ist viel zu tief angesetzt… dadurch werden tiefe Einkommen überproportional belastet und hohe Einkommen entlastet…

            Des weitern sind viele Abgaben plafoniert bzw. gleich ganz eliminiert worden so das hohe Einkommen keine oder zu kleine Beiträge abliefern. Das gleiche gilt natürlich auch für alle möglichen Kopfsteuersysteme die überhaupt keine Rücksicht auf die Einkommenssituation nehmen… hier speziell die Krankenkassenprämien… würde hier endlich mal eine Einkommens und Vermögensabhängige Prämienstruktur eingeführt, die gesamte Debatte über die finanzielle Situation des Gesundheitswesens wäre nicht mehr nötig… Da nun aber die hohen Einkomen und Vermögen proportional zu ihrer finanziellen Möglichkeiten belastet werden, hätten diese endlich auch mal ein Interesse das wirklich gespart wird… aber so wie das heute mit den Kopfsteuern abläuft kann sich so mancher einfach untätig zurücklehnen…

            Es gibt unzählige Möglichkeiten eine Ausgleichende Einkommens und Vermögenssituation in einem Land herzustellen ohne das die Faulen übermässig belohnt und die Reichen übermässig bestraft werden. Das einzige was sich ändern müsste wäre die Neoliberal angehauchte Propaganda die uns die vergangenen 20-30 Jahre mit fantasievollen Begriffsverwirrungen verwirrt hat…

            Lösungen sind mit diesen Ansätzen also nicht mehr möglich… das Neoliberale System ist ausgelutscht… ausser man treibt noch mehr Menschen in die Armut… wenn man das will, kann man einfach so weiter machen wie bisher…

            Will das jemand?

      • Andreas Dombek sagt:

        @Thomas Ernst

        Folgend zwei klitzekleine Hinweise.

        1.) Das Pr-Kopf-Handgeld betrug damals 40 DM.

        2.) Von einer unterstellten damaligen deutschen Selbsthilfekraft kann man so pauschal nicht sprechen. Man kann, eigentlich muss man sogar, davon ausgehen, dass diese richtige Entscheidung des finanziellen und wirtschaftlichen Neubeginns Deutschland zwar ein deutsches Kind war, aber jedoch ein Ziehkind mit amerikanischen Eltern. Auch wenn man heutig sicherlich einige amerikanische Beweggründe neu ordnen muss, währe diese Sache ohne die amerikanische Hilfe nie, oder wenigstens nicht so erfolgreich, gestartet und dann vorangekommen.

        Eine Tatsache, die man nie vergessen sollte und dies bei der dt.-europ. Hilfe für Griechenland auch nicht unterschlagen sollte. Solidarität ist nicht nur ein Wort.

        • Thomas Ernst sagt:

          @Andreas Dombek
          1.) Danke für die Präzisierung
          2.) Aus meiner Sicht wäre ein Marshall-Plan, durchaus finanziert von den Deutschen, NACH einem Neuwährungs-Neubeginn in Griechenland wohl nötig, sicher angemessen und problemlos finanzierbar. Das Geld kommt ja wieder zurück.

          Ich investiere bescheidene Beträge in Mikrokredite in Entwicklungsländern – zinslos und ohne Risikoabsicherung. Im Gegensatz zu blossen Almosen wirken Mikrokredite (wie Marshall-Plan-Kredite) eben nicht lähmend, sondern motivierend und sind enorm wirksam. Das alles wird den Griechen heute vorenthalten, indem man sie in dem unsäglichen Euro-Projekt gefangen hält, zum blossen Nutzen einiger Grossbanker und Investoren in DE, US und CH.

          Was DE bzw. die EZB und andere Aktreure heute machen, ist keine Hilfe für Griechenland, sondern Versklavung einer ganzen Nation. Schweinerei! (Mit oder ohne Marx)

  • Matthias sagt:

    Der Kapitalismus ist ein System, in welchem die negativen Triebe der Menschen (Gier, Prestige, Macht, Unersättlichkeit, …) in gesellschaftlich sinnvolle Kanäle gelenkt werden. Anstatt uns zu berauben und gegenseitig zu plündern, treiben wir Handel und der Kapitalismus führt zu einem System, welches unglaublich viel Positives erzeugt. Dennoch, er funktioniert nur, wenn er kanalisiert wird, über Gesetze, Wohlfahrtssysteme, … Es ist eine Illusion zu glauben, dass der Kapitalismus in sich stabil ist. Er führt in reiner Form immer zu einer Ausbeutung der Schwachen bis zur totalen Verarmung. Ohne Gesetze, Regeln, Menschenrechte usw. wären wir heute in einer sehr düsteren Welt, in welcher viele in erbärmlichsten Verhältnissen leben würden. Der eigentliche Durchbruch hat der Kaptialismus ja auch erst geschafft, als er sozial wurde (Soziale Marktwirtschaft). Erst dann wurde er von einer politisch breiten Masse getragen. Zudem stieg der Konsum, weil das Einkommen auf die gesamte Bevölkerung verteilt wurde.

    Heute ist das umgekehrt worden. Habgier gilt als das Ideal. Man will nur die „Top-Leute“ belohnen, obwohl diese meist einen sehr schlechten Job machen. Die Mitarbeiter werden gedrückt und können das Schlamassel ausbaden, jedoch nicht am Bonustopf profitieren. Dieses System macht die Leute unzufrieden und zerstört langfristig die gesellschaftliche Stabilität. Auch ist es von hohen Risiken geprägt. Die Lösung dessen ist jedoch nicht trivial.

    Wir haben in der Welt ein strukturelles Problem. Die Wirtschaft ist heute sehr schnell, weitgehend ortsunabhängig, die Profite sind enorm, sehr kurzlebig. Manager können sofort handeln, während Aktionäre, die GV, der Gesetzgeber und letztlich das Volk mindestens ein Jahr brauchen, um reagieren zu könnnen. diese Zeitspanne genügt heute nicht mehr. Wir müssen uns wirklich grundlegend überlegen, wie wir heute Aufsichts- und Kontrollorgane einbauen können, welche viel schneller (Monatsbasis) einschreiten können, z.B. Aktionärsvertreter, Stärkung von Branchenaufsichten, sozialen Vorschriften, Bonusüberwachung, …, ). Der Gesetzgeber, die GV und das Volk können meist erst reagieren, wenn es bereits zu spät ist und die Blase schon platzt. Erst wenn es uns gelingt, wirklich ganzheitliche Aufsichtsorgane mit etwas langfristiger und sozialerer Ausrichtung zu bilden, welche schnell reagieren können, erst dann werden die Märkte wieder zu mehr Stabilität finden, die Wirtschaft wird wieder ruhiger laufen können und Gewinnexzesse oder Blasen können abgeschwächt oder gar vermieden werden. So wie es heute läuft, werden Blasen jedoch immer wieder auftreten. Auch muss man nicht vergessen, dass diese Blasen den Gewinn der Händler enorm steigern, jedoch die Anleger in den Ruin treiben. In diesem Sinne hatte Marx Recht, die reine Marktwirtschaft zerstört sich selbst, doch wir haben eben gar keine reine Marktwirtschaft und reinen Kapitalismus. Wir haben uns in den letzten Jahren mehr dahin bewegt, weg von der sozialen Marktwirtschaft. Schon dieser kleine Weg zu mehr freien Märkten hat uns ja nun von einer Katastrophe in die andere gebracht.

    • Urs sagt:

      Matthias, es leben viele in erbärmlichen Verhältnissen und so manches Europäische Land und dessen Einwohner wurde bereits in Grund und Boden gestampft was nicht’s mehr bedeutet das die Menschen zum Schuldendienst verurteilt werden, wobei die Finanzräuber und die Unternehmen die sich an tiefst Steuern laben dank Jahre andauerender Neoliberaler Reformen ihren grossartigen Beitrag dazu geleistethaben, haben leisten können…. bei gleichzeitigem Zwangssparen und Elimination aller möglichen gemeinschaftlichen Systeme…

      Nicht gut…

  • Hampi sagt:

    Nouriel Roubini´s Analyse ist ohne Zweifel stichhaltig und richtig!

    Die Überschuldung des Konsumenten (USA, einige EU-Länder) und der Staaten (praktisch alle) sind real. Es ist deshalb logisch, dass eine Sanierung dieser Schuldenlage (Deleveraging) zu einer schwächeren Gesamtnachfrage führen muss. Und falls das Vertrauen, das zurzeit auf einem „Allzeit-Tiefpunkt“ liegt, nicht in absehbarer Zeit wieder zurückkehrt, dann wird wohl auch mit dem Wachstum nix. Und schon haben wir uns in eine Rezession gegraben, was seinerseits wieder die Sanierung der Schuldenlage schwieriger macht, und so weiter und so fort………

    Der einzige, aber nicht unwichtige Einwand, den ich zu Roubini´s negativer Prognose habe, ist seine automatische Annahme, dass das Vertrauen, wegen all der negativen und realen Probleme, für die nächsten Jahre tot ist.

    Das stimmt, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ein rationales Wesen ist. Vertrauen (oder Stimmung allgemein) kann man nicht genau messen und ich habe den unbestätigten Eindruck, dass die Ökonomie die Untersuchung von „Vertrauen“ (oder allgemein menschliche Motivation) bisher etwa so stark vernachlässigt hat, wie die Medizin das Gehirn. Dabei ist das Gehirn für den Körper in etwa so wichtig, wie das „Vertrauen“ für die Wirtschaft.

    Also, zugegeben, das Vertrauen ist mies aus rationalen und beängstigenden Gründen. Aber wer sagt denn, dass es nicht eine Stimmungsänderung aus irrationalen Gründen geben kann? Einfach so, weil man die Untergangsstimmung satt hat und weil der Markt sowieso nie dorthin geht, wo man es eigentlich allgemein erwarten würde?

    • Ueli sagt:

      @Hampi

      Da müssten wir aber schon ein gewaltiges irrationales „positive-thinking“-Potential aufbauen, um den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen! Aber Spass beiseite…der arme Kapitalismus lebt ja bekanntlich von Krisen und er selber ist die grösste Krise…also alles wie gehabt.

  • Andreas Dombek sagt:

    @Urs

    Da haben Sie des Puddels Kern getroffen. Was hat ein Derivat in unserer Wirtschaft zu suchen.
    Um eine Antwort zu erarbeiten sollte man über den Begriff Hedgefond nachdenken, woher er kommt und was er ursprünglich bedeutete. Hedge meint ursprünglich sinninhaltlich einen Zaun aus Hecken, Büschen, Ästen uäm. Es meint damit die Situation, dass die nicht im Allende beteiligten Menschen sich Untergestrüpp, Buschwerk und / oder Äste der geernteten Bäume für sich nutzen durften, vergleichbar der Kleinholzsammlung in den heutigen Wäldern. Durch Hecken (= engl. hedge) konnten zusätzlich auch gewisse Areale für Viehnutzung im Wald abgegrenzt werden. Und so einen Hedge-Manager könnte man nach sprachlichen und faktischen Sinninhalt bedingt durch Änderungen der Qualitäten und der unkooperativen Verhaltens auch einen „Strauchdieb“ nennen. Wie sich die Wahrheit so schön outen kann.
    In diesen Abgrenzungen konnten zur schnellen Nutzung schnellwachsende Bäume, überwiegend Nadelbäume, besonders Fichten und Kiefern, angepflanzt werden. Diese Bäume konnten dann als Knüppelholz verkauft werden. Man bewegt sich hier in einem Zeitbereich bis max. 10 Jahren. Und das ist eine typische Erscheinung: Alles auf Kurzzeitigkeit, alles muss schnell und einfach gehen. Denn diese Menschen waren nicht im System des langwirkenden Allmendes eingebunden, wie natürlicherweise eine „Nachhaltigkeit“ pflichtig war und deshalb vorhanden war.

    Nachhaltigkeit, ein scheinbar modernistischer Begriff, jedoch eine Bezeichnung aus der Forstwirtschaft des 19. Jahrhunderts. Von den Hedge-Managern, den besagten Strauch-Dieben, nicht beachtet, denn sie haben inzwischen große Teile der anderen, nachhaltig orientierten Wirtschaft überwuchert. Aus dieser historischen Betrachtung kann geschlossen werden, dass diese Hedge-Manager niemals sich dem System der nachhaltigen Wirtschaft beugen werden. Die bleiben der Kurzfristigkeit aufs Engste verbunden und sind schon fast wie die Konsumenten von Rauschmitteln auf den täglichen Finanz-Schuss abhängig. Da bleibt, auch wenn es brutal tönt / klingt, einen notwendigen Fachbegriff aus der Land- und Forst-Wirtschaft zur Anwendung kommen zu lassen: Ausmerzen! Natürlich human und der Situation vorsichtig angepasst, aber unerbittlich!!! Die Frage, ob die anderen Wirtschaftspartner bei so einem güldenen Schuss auch verrecken sollten, muss man mit NEIN beantworten.

    Zum Abschluss ein wahres Märchen: Wenn man Legenden, Märchen und sinninhaltliche Hinterfragungen ernst nimmt, kann man solche Erlebnisse haben, wie folgt dargestellt.
    Vor ein paar Jahren ergab sich die Mär, dass gar viel Volk etlichen wandernden Scharlatanen jedes Kapital-Märchen für bare Münze nahm. Die traten bei Jahrmärkten, jeder Hundsverlochete und in jedem Casino auf. Zur Überwindung der finanziellen Schwindsucht verkauften diese Gaukler ein gar liebliches Derivat, ein zuckersüßes kapitalistisches Elixier, für und gegen jede Art von Zipperlein: Geldvermehrung, Arbeits- und Leistungsreduktion, Verantwortungsabwehr, Angst- und Bedenkenüberwindung, Erzeugung vom rosa Blick und des himmlischen Delirium sowie der monetären Blindheit, Großkotzigkeit und Aufgeblasenheit sowie auch gigantischen Wachstum.
    Nachdem das dümmlich-willige Volk vom Wundertrank getrunken hat, musste es sich sehr erbrechen. Hat gar schlimm Durchfall mit Verlust der Gesamtkontrolle sowie eine schreckliche Entdeckung: Das Derivat, ein Nichts, ein übler Trunk von Essigsäure mit Honig versüßt.

    In dieser Zeit habe ich mit zwei Genussscheinen (je 50 Euro) mir bei einem Ökonomen der Pomologie zwei Flaschen mit hervorragenden Derivaten (Obstler aus Äpfeln) erworben und unter langsamen, aber allerhöchsten Entzücken diese realen und werthaltigen Anlagen genossen. So kann man das Jammern der anderen Schlauberger mit ihren verfaulten Derivaten besser ertragen.
    Da bleibt doch die alte Weisheit weiterhin erhalten: Sag mir wie du heißt und ich weis wer du bist.

    Hier noch die Antwort zur Ihrer Frage, ob man alle Derivat eliminieren soll? Natürlich eliminieren, außer die der pomologischen Ökonomen, denn deren Genuss ist köstlich. Und auch noch nachhaltig!

    • Thomas Ernst sagt:

      @Andreas Dombek:
      Ihre höchst eigenwillige Etymologie der Bezeichnung „Hedgeing“ bzw. „Hedgefonds“ finde ich ja köstlich. Da braucht sie nicht auch noch zuzutreffen.

      • Andreas Dombek sagt:

        @Thomas Ernst

        Höchst eigenwillig? Aber, aber, es ist doch alles akribisch erarbeitet, höchst seriös und sowieso wissenschaftlich ermittelt. Da ist nur wahre Wahrheit drin. Ein wahres Wahrheitselixier.
        Das erscheint nur im ersten Augenblick immer abstrus, nicht wegen der scheinbaren Unrealität, nein, wegen der unscheinbaren Realität. Denn das wirkliche Leben schreibt doch die besten Witze. Und im Tagesanzeiger zur Zeit besonders gute. Siehe die Reaktionen auf BR Doris, mit ihrem indianischen Namen auch Gespaltene Zunge gerufen, bezüglich der Problematik mit den Großen Donnervögeln über dem südlichen Kavallerieland.

        Wenn man gewisse Wahrheiten in intimer Runde bei den entsprechend betroffenen Gruppierungen, wie z. B. den superseriösen Bankern, Finanzberatern und Versicherungsagenten rausläst, löst dies eine köstliche Schockstarre aus. Die altvorderen Banker, vor etwa 400, 500 Jahre auf dem Jahrmarkt tätig, und das noch im Quartierbereich bei den Gauklern, Wunderheilern, Badern und Knochenbrechern sowie dem übrigen fahrend Volk untergebracht. Auf die Frage warum dies so gewesen sei, kommt die Antwort: Weil am anderen Bank-Ende auch Casino im Kessel gespielt wurde! Resultat: Explosion, Wut und Beleidigtsein. Das Wort Casino muss irgend einen sehr konativ unanständigen und verwerflichen Sinninhalt haben.

        PS: Man sollte die Ermittlung und Ausdeutung von wichtigen Bezeichnungen und Benennungen nicht unterschätzen. Denn der Standpunkt in unserer Gesellschaft ist auf einer Linie zwischen dem gestrigen und morgigen Tag! Als ein zusätzlicher und hochinteressanter Effekt ergibt sich auch die Demaskierung vom Aufgeblasenen. Wie bei der zur Zeit hoch aufgestellten und mit geschwellter Brust dachertrabenden Hauptdarstellern in der Finanzoperette, na ja, richtigerweise wohl der Finanztragödie.

        • Thomas Ernst sagt:

          …aber ja doch, nomen est omen. Und ja doch, die alternativ-kreative Sichtweise amüsiert – als etwas von Wenigem, was in der aktuellen Tragödie (?) noch zu amüsieren vermag. Dafür meinen verbindlichsten und ehrlichen Dank. 🙂 et

          PS: Nach Ken Wilber – hier trifft er sich mit Marx – ist das vollständige Ausreizen und Auskosten wirklicher aller Konsequenzen eines Evolutionsschrittes (in casu: des Patriarchates mit seinen Insignien Geld, Krieg, Wissenschaft und Monumenten), und seien diese Konsequenzen noch so negativ, die Voraussetzung für die Überwindung (in casu: die Leugnung und Schein-Überwindung des Todes durch Unsterblichkeitsmonumente wie Pyramiden&Kathedralen, Wissensanhäufung, Ersatztod aka Kriege und Geld) und die Weiterentwicklung auf die nächst höhere Evolutionsebene. Vielleicht ist daher die aktuelle Tragödie in Wahrheit der notwendige letzte Schritt zur nächsten Entwicklungsstufe – wie sie uns Buddha, Jesus und andere Schamanen vor Jahrhunderten vorgezeichnet haben.

          Man möchte es gerne glauben!

          • Andreas Dombek sagt:

            @Thomas Ernst
            Sie haben mit der Überlegung wegen der (unterdrückten) Evolutionsproblematik sicher des Puddels Kern getroffen
            Würde man in aller Konsequenz das heurige finanztechnische Affentheater zu Ende denken, würde man Ihrer Grundidee bei Anwendung mit meiner Aufbereitungsweise zu einer Bestätigung Ihres zunächst sehr abwegig erscheinenden Gedanken wesentlich nahe kommen können.

            Der Patriarch ist nach seiner Vorstellung in einer sich immer stetig entwickelnden Genese weg vom Volk hinzu einem anderen Wesen hin voranschreitend. Angesichts der empirischen Erfahrung wird er sicher den schlimmen Verdacht und fürchterliche Angst hegen, in letzter Konsequenz von Gott oder des gemeinten Höheren Wesen doch nicht an deren Unsterblichkeit gelangen zu können. Und hier taucht wieder der alte und leider nicht immer ernstgenommene Konflikt mit der Belohnung, Bevorzugung und Auserwähltheit der Menschen mit materiellem Erfolg durch den Gott, die Götter und das Höhere Wesen auf. Diese verdammte und nicht ausrottbare, in viele Köpfe eingebrannte Meinung, Gott wurde das gottgefällige Verhalten bestimmter Menschen mit materiellen Erfolgen belohnen. Welche religiösen Strömungen gemeint sind sollte sich jeder Lesen selber erarbeiten.

            Und nun das Problem. Um in seiner elendmenschlichen Angst vor dem Nichts nach dem Ableben aus dem jetzigem Etwas werden diese gemeinten Menschen diesen von Ihnen richtig beschriebenen Vorgang starten: Leugnen und Schein-Überwindung des eigenen Todes, also das hinter sich lassen des eigenen unbedeutenden Seins. Wenn man den Begriff Schein untersucht ist u.a. festzuhalten: U.a. meint dieses ……“von dem Glanze glatter Flächen, die das Licht zurückwerfen, wie poliertes Metall (Gold, Silber, Marmor….), ……Spiegel u. ähnl..
            Als Ausdeutung wage ich eine Spiegelung dieser Menschen vom Ebenbild Gottes. Gold als edelstes Material, gehandelt nun die Versinnbildlichung des Höheren Wesens: Das Goldene Kalb, die Goldenen Tränen der Inka-Götter, die Goldenen Hoheitszeichen der Pharaonen undl der viele Goldene Tand religiöser und pseudoreligiösen Gruppierungen, usw., usw. Es wird heutzutage oft übersehen, dass nicht der reine Besitz von Gold (Geld) zum Kapitalerhalt das hintergründig Wichtigste ist, sondern m. E. der Besitz durch das Höhere Wesen zur Belohnung überlasse Geld als gerechte Entlohnung für richtiges Verhalten und die richtige Sache sowie damit die klare Legitimation der Anwendungsfähigkeit der Annäherung an das höhere Wesen empfunden wird. Wird man in geduldiger Arbeit diese Vorgänge untersuchen, kann man auf diese Zusammenhänge kommen. Ihr Hinweis auf das Unsterblichkeitsmoment ist ein weiterer wichtiger Schlüssel hierzu.

            Deshalb sei die Frage gestellt, wenn so ein Hedgefond-Manager ca. 780 Mio USD, CHR oder EUR / a bekommt, wo ist dann die wahre und gerechte Gegenleistung? Denn es sind sicherlich viele, sehr viele Menschen um ihr Geld gebracht worden. Eine kaufmännische Logik und reelles Verhalten kann man beim besten Willen hier sehr schwer erkennen. Ob Gott oder ein Höheres Wesen den besagten Geldempfänger belohnt, dass kann nur Gott oder der Manager uns sagen! Eines muss man jedoch den gemeinten „Strauchdieb“ sagen: Der ist für den Eintrag in die Ewigkeit nominiert.

            Zum Abschluss gibt’s aus der realen Ökonomie, hier der Landwirtschaft, einen schönen Trost, der zugleich auch das Motto für die sicherlich bald folgende Zeitenwende mit den vielen Paradigmenwechseln vorgibt: „Die heute Früchte tragende Pflanze wächst im Humus der gestrigen und sie selbst wird wiederum zum Humus der morgigen Pflanze.“ Ein beständiger Zyklus vom Werden und Sterben. Ob dieses die gemeinten Finanzakrobaten fürchten?

            Man darf es hoffen!

  • Anh Toan sagt:

    Richtig ist die 50 Prozent Wahrscheinlichkeit fuer eine Rezession, die Roubini nennt: Es gibt nur zwei Moeglichkeiten (Ja oder Nein) also 50%. Andere Angaben, wie er auf 50% kommt, fehlen komplett.

    Zumindest fuer die USA ist auch richtig, dass das Problem mit den ueberschuldeten Haushalten also uebermaessigem Konsum angefangen hat. Erst dies hat zu ueberschuldeten Banken gefuehrt. Dass dies zu den ueberschuldeten Staatshaushalten fuehrte, steht im Widerspruch dazu, dass der Bankenanteil von Tarp (genauso wie der UBS Fonds bei der Nationalbank) Gewinne fuer den Staat abgeworfen hat. Spaeter redet er dann auch ueber falsche Steuersenkungen (Himmel, waeren wir in Europa froh auch ueber knapp 20% Steuern) und den notwendigen Ausbau von Sozialleistungen (da sind die USA ein Schwellenland).

    Ueberrascht bin ich, dass Roubini keinerlei Zweifel daran hegt, dass
    a) Amerika noch immer das bei weitem reichste Land der Welt sei.
    b) USD die wenig schmutzigste (im Sinne von Risiko) Waehrung der Welt sei.

    Seine Empfehlung, Cash zu halten bis klar ist, in welche Richtung die Wirtschaft geht, vernachlaessigt den Vorlauf der Boerse. Von mir aus Cash bis klar ist, in welche Richtung die Boerse geht (Trend), wer auf Wirtschaftszahlen wartet, kommt zu spaet.

    Tja und nun soll ich noch glauben, was er zu Marx sagt? Da lese ich lieber die Posts von Taric Trent & Co in Ruhe und denk selber nach.

  • Andreas Dombek sagt:

    Wenn man das Werk „Das Kapital“ von Karl Marx aus einer vergleichbaren Warte wie das Werk „Der Fürst“ von Niccolo Machiavelli liest, wird man immer wieder erstaunlicherweise hochaktuelle Erkenntnisse ziehen können. Dabei sollte man das begleitende politische Gesülze seiner falschen Ausleger und Ausdeuter beiseite legen und sich auf die Erarbeitung, Bedeutungsermittlung und Erkenntnisgewinn konzentrieren. Dieser olle Schwerenöter Karl M. hat scheinbar Toppaktuelles von sich gegeben.

    Die immer wieder aufflackernde Frage was nun z. B. der natürliche wirtschaftliche Zuwachs sei, kann man stressfrei bei ihm erarbeiten. Da die heutige Wirtschaft auf der Struktur der historischen Land- und Forstwirtschaft im System und sogar auch Benennung aufbaut, sollte man deshalb auch die Etymologie und Hermeneutik dieses Hintergrundes heranziehen. Folgt man z. B. der Ausarbeitung von Marx, wird man sich bewusst, dass die Basis eines natürlichen und gesunden Wachstums immer die nachwachsende Ergänzung einer Entnahme zur wirtschaftlichen Nutzung ist. Da hierbei die notwendige Kapitalkraft das einzelnen Individuums meist zu gering ist, hat sich bei unseren germanischen Altvorderen das Allmende-System entwickelt und sehr, sehr lange gehalten. Dabei werden dem Wald nur die Bäume zur wirtschaftlichen Nutzung entnommen, die in einem bestimmten Verhältnis zum Gesamten stehen. Wenn eine Baumart 10 Jahre zum Auswachsen benötigt, kann also eine Nutzung von 10% erfolgen, denn um diesen Betrag erfolgt ein natürlicher Zuwachs (Nachwuchs der jungen Bäume) um den Wald nicht langfristig zu schädigen. Würde ein Baum dagegen 40 Jahre benötigen, würden deshalb eine natürliche Nutzung bei 2,5% liegen. Bei den besonders wertvollen Eichen von bis zu 250 Jahren Wachszeit kommt man somit auf eine geringere Ausbeute von mageren 0,4%.
    Und hier ist hoffentlich ein kleiner Schock für blinde Wachstums-Fetischisten. Der Begriff Wachstum meint die natürliche Ergänzung einer vom Menschen verbrauchten Ressource und nicht die missbräuchliche Ausbeute bis zur kompletten Vernichtung des Waldes. Also die Ergänzung bis zu den maxim. 100% und nicht über die unnatürlichen 100 hinaus, weil die durch die natürliche Natur natürlicherweise nicht natürlich möglich sind! Man sieht hier doch wunderbar, dass in der Benennung eine natürliche und zugleich richtige Lösung ist. Nach der durch Feudalherrn Enteignung des Allmende wurde lange Zeit diese wirtschaftliche Nutzung und die natürlich bedingte niederere Verzinsung des Kapitals Wald akzeptiert. Durch die aufkommende und oft hemmungslose Gier ab der Industialisierung wurde, ja musste, durch Investoren / Kapitalanleger beding,t die Verzinsung dramatisch gesteigert, damit sich diese Investitionen auch ja lohnen sollten!
    Und hier ein Gedanke vom Marx. Wenn der Ertrag (Zins) aus dem Wald (Kapital) das faktische Nachwachsen (durch reale Arbeit / Zuwachs) wesentlich übersteigt, sind alle Regeln dieses natürlichen Systems außer Kraft gesetzt.

    Fazit daraus: Schaut man auf den heutig entfesselten und unnatürlichen Kapital-Markt, wird man feststellen, dass auf diesem nicht eine reale Preisermittlung von Waren und Dienstleistungen angesagt ist, sondern fast Ausschließlich nur noch ein Maximieren aller Erträge aus jeder sich bietenden möglichen Gelegenheit und unmöglichen Möglichkeit, jedwelcher Art auch immer.
    Wenn z. B. das Hedgefonds-Unwesen nicht radikal gebremst und auf eine natürliche Beschränkung reduziert wird, werden Entwicklungen eintreten, die man als Analogie z. B. als solcherart von Resultaten auf der Iberischen Insel heutzutage wunderbar-schaurig sehen kann. Riesige unbewaldete Flächen, da durch die damaligen Investoren a la Hedgefond, damals auch conquistadores und bandidos genannt, wegen einer unnatürlichen Gier nach dem amerikanischen Gold alle natürlichen Basen und Grundlagen des heimischen natürlichen Kapitals vernichtet haben. Sie hatten dann das Gold mit nachfolgendem fikalischen Zusammenbruch, aber keinen Wald, verloren bedingt durch den Goldbestiz den Anreiz zur wirtschaftlichen Entwicklung und Portugal sowie Spanien hinkten deshalb schon damals praktisch in jeder Entwicklung dem übrigen Europa hinterher.

    Und da sage ein Kritiker der Karl Marx sei nicht lesens- und überdenkenswert. Noch ne Bemerkung als Treppenwitz der Wirtschaftsgeschichte: Wenn man den sprachlichen Ursprung des Begriffes „Kapital“ untersucht, wird man den Gedanken nicht so ganz los, der Marx, der Karl, hätte sich eventuell als Äquivalent mit seinem Buchtitel „Das Kapital“ den blinden Kapital-Fetischisten gegenüber einen Witz geleistet, denn für einen Teil der kapitalisierten Schafsherde gilt sicherlich dieser sinninhaltlich gleiche Titel: „Die Schafsherde“!

    Man muss jetzt die guten Führer der Schafherde erkennen und den Mut haben, die üblichen verdächtigen Verführer in die ökonomische Wüste zu jagen. Für deren Darbnis, Mangel, Einsicht und Busse sowie mit sofortigem kappen aller elektronischen Verbindungen. Hier noch ne kleine Korrektur: Karl Marx hat Recht!

    • Urs sagt:

      Analog ihrer Argumente zur Waldnutzung frage ich mich doch, wie es denn mit Derivaten aussieht welche es ja erlauben diese „natürliche“ Nutzung mit List und Tücke zu umgehen…

      Müssten da nicht alle Derivate eliminiert werden? Immerhin nützt ein Derivat auf einen Baum recht wenig will man der Nachhaltigkeit des Waldes (nicht der Investoren) gerecht werden?

      Hedgefonds also gleich ganz eliminieren? Nachaltigkeit kann ich dort nicht wirklich erkennen, ausser man nimmt Renditen als primären Erfolgsfakotor als Mass aller Dinge….

      Aber dann, wir sind heute so konditioniert das wir auf Selbstbeschränkung nicht mehr rational reagieren können…

      • Thomas Ernst sagt:

        @Urs:
        An den Derivaten an sich ist nichts Schlechtes. Wenn ein Weizenfarmer seine Ernte heute zu einem sicheren Preis verkauft (dank Weizen-Futures), obwohl der Weizen noch nicht gewachsen ist, hilft ihm das, vernünftig zu kalkulieren und das Preisrisiko zu vermindern. Wer eine Autohaftpflichtversicherung (ein Derivat!) abschliesst, ist nicht unverantwortlich.

        Unverantwortlich ist, dass die Politiker mit dem Geld der Steuerzahler und der ungeborenen Kinder jene Firmen retten, welche eine Derivatblase ungeahnten Ausmasses generiert haben (Hedge Funds, Banken etc.), statt diese wie es sich gehört, in den Boden knallen zu lassen.

        Nicht die Wette ist das böse, sondern der Bail-Out, wenn jemand (der genug reich/einflussreich ist) die Folgen seiner Wette nicht selber tragen muss, sondern sie der Allgemeinheit überbürden kann. Die Tragik der Allmende…

        • Urs sagt:

          Hr. Ernst, soweit die Theorie, aber die Praxis… was soll man mit der machen? Als Beispiel etwa eine Schweizer Bank die vor dem Bankrott stand und mit Steuergeldern „gerettet“ werden wurde… die Theorie besagt das man diese einfach hätte liquideren müssen… dann hätte der Staat zwar keine Steuergelder oder was auch immer aufwenden müssen, aber belieibige Nebenkosten in Form von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern gehabt… usw.

          Was mache ich nun als winzig Sparer der seinen monatlichen Lohen wie üblich dort lagert? Sind die Banken nicht mehr sicher, werde ich das künftig wieder inden Sparstrumpf legen anstatt mich dem Risiko des verlustes auszusetzen. Die Banken haben Jahre dafür gebraucht sich eine gewisse Seriosität zu geben… Das gleiche bei Unternehmen die schlecht gewirtschaftet haben, bankrott gehen und Mitarbeiter entlassen müssen…

          Ich stimme allerdings schon zu das mir die verwendung von Steuergeldern für privatwirtschaftliche Unternehmen und Investoren ziemlich ich gegen den Strich geht… ganz anders hingegen die Verwendung von Steuergeldern für Menschen und deren Bedürfnisse… dafür bezahle ich Steuern und es ist mir sogar wurscht…

          Die Wette ist in der Tat das Böse sofern nicht alle Betroffenen ihre Mitspracherechte erhalten haben, was meistens nicht der Fall ist. Das gilt etwa für Zwangskredite für Staaten, Regionen, Städte und Gemeinden sowie Indivduen… nachdem man diese finanziell ausgetrocknet hat… wärend die ersten ihre Einnahmen mit Steuern regeln müssten, sollten die letzten einen überlebensfähigen Lohn erhalten anstatt sich zu verschulden oder Sozialhilfe zu beziehen…

          Irgendwo zwischen Bankrott und Staatshilfe sollten die Lösungen liegen… und endlich mal aufhöhren als primäre Paramter für alles andere die Renditen und Profite für die Investoren zu oberst aller Ansprüche anzusiedeln…

          Die Systemaitk der ex. GUS Bank wäre angesichts der Fehlentwicklungen mit den Bankrotten Staaten und strauchelnden Unternehmen eine Ueberlegung wert … Alternativ bring auch die MoMO Initiative eine beachtenswerte Idee was mit dem Geldkreislauf zu tun ist… die Demokratiserung des Geldkreislaufes…

          Hr. Ernst, Versicherungen sind stets ein Kapitalschutz. Schutz für das eigene Kapital, auch wenn viele glauben es werden Gegenstände versichert… Derivate sind das nicht.

          Was macht der Farmer wenn der Weizen nicht wächst mit seiner Option? Ich denke der beste Schutz gegen Hunger und Ruin sind Kornspeicher zu denen alle ihren Beitrag leisten dürfen oder von mir aus auch müssen. Etwa vergleichbar mit der zentralen Rolle heutiger Banken… nur Demokratischer Mitbestimmung sollte beides ausgesetzt sein sonst wird die Gier einzelnder Akteuere zu gross… Uebel allerdings, wenn nur eine kleine Gruppe der Chef dieser Kornspeicher sein möchte… die gilt es in jedem Fall zu eliminieren…

          Demokratisierung der Oekonomie zumindest in gewissen zentralen Bereichen… Demokratisierung bedeutet klar, das die Eigentümer wechseln müssen und die erwirtschafteten Renditen und Profite im System bleiben müssen. Entweder als Preissenkungen oder für Investitonen aber sich nicht zur Renditeerwirtschaftung von irgendwelchen Aktionären und Investoren. Das Geld kann man sich oft komplett sparen…

          Seltsam auch, das einigen sich die Zehennägel hochrollen sobald das Wort Sozial verwendet wird. Stets ist da von Raub, Ineffizenz, Verschwendung etc. die Rede, dabei geht es nur darum eine für alle bezahlbare Leistung zur Verfügung zustellen ohne das die Akteuere der Finanzmärkte, die Aktionäre und Investoren mit ihren Ansprüchen reinschwatzen… man kann sich auch mal beim Sozialismus mit möglichen varianten auseinandersetzen, die gibt es nämlich zu genüge…

        • Thomas Ernst sagt:

          @Urs:
          Leider sind Sie auch schon gehörig brainwashed: Es ist ein Märchen, dass der Zusammenbruch einer UBS eine Katastrophe für die Schweiz wäre. Es wäre eine Katastrophe für die Top-Manager der UBS. Die von einer Firma erbrachten echten Leistungen werden auch dann benötigt, wenn diese Firma zusammenkracht. Dafür gibt es die liebe Konkurrenz. Auch die Durchschnittsmitarbeiter sind weniger exponiert, da sie mit dem Geschäft zur Konkurrenz wechseln.

          JA – es hätte zweifellos Anpassungsprobleme und Schockwellen gegeben und wohl etwa 3 Jahre gedauert, bis alles verdaut gewesen wäre – der Zusammenbruch der Swissair hat da einiges Anschauungsmaterial geliefert. Und – JA – es hätte viele persönliche Härten gegeben, auch und gerade bei den „gewöhnlichen“ Mitarbeitern.

          Hätte man aber die Staatshilfen direkt diesen Betroffenen zukommen lassen, statt das Gebilde zum primären Nutzen der Top-Abzocker am Leben zu erhalten, hätte man SEHR positive Signale an alle übrigen Top-Manager gesandt. Nämlich, dass sie für ihre Überheblichkeit sehr wohl büssen müssen, und nicht einfach alles der Allgemeinheit aufbürden können. Das hätte eine SEHR nützliche Bereinigung des Top-Managements ALLER Finanzfirmen nach sich gezogen.

          Dasselbe gilt übrigens – mutatis mutandis – auch für den unseligen Verrat der Kundendaten an die US-Gangster. Hart bleiben, die Firma für ihre Fehler selber geradestehen lassen, statt das ganze Land in Geiselhaft nehmen. Wenn ein Banker in der USA inhaftiert wird – tant pis! Ist jeder selber schuld, der mit so einem kriminellen Land Geschäfte macht.

          Wahrscheinlich wären die CH-Banken heute amerikafrei und die CH viel weniger erpressbar.

          „Sozialismus“ ist ebenso häufig zum faustdicken Lügen verwendet worden wie „(Neo)Liberalismus“. Darum sind diese Begriffe beschmutzt, diskreditiert. Obwohl eigentlich die Idee, den einzelnen Menschen möglichst viel Freiheit zu lassen (Liberalismus), bei gleichzeitiger Solidarität zwischen Starken und Schwachen ja das einzig vernünftige wäre. Leider heisst Sozial-Liberal heute entweder Wischiwaschi wie in der Schweiz (selbst die notorisch charakterlose CVP sieht sich ja so) oder „Harz VI und Banker-Boni“ wie in Deutschland. Einfach pervers.

          • Urs sagt:

            Die Spareinlagen die sich aus den Löhnen ergeben? Ich fühle mich da echt nicht einer Hirnwäsche ausgesetzt sondern frage mich was bei einem zusammenbruch der Bank passiert wäre. Verm. das gleiche wie üblich wenn die Bank kein Geld hat und die Kontoinhaber an ihr gespartes möchten…

            Die stehen vor geschlossenen Türen… persänliche härten so zu sagen. Aber wurscht, die kann ja jeder einzelne locker auf sich nehmen… Abgesichert bis früher 30’000 heute 100’000 Sfr. und was ist mit dem Rest der Einlagen die im höheren 6 oder 7 Stelligen Bereich liegen?

            In Deutschland und auch bei der UBS ging es wohl primär darum die Aktionäre und Large Account Holder der Bank zu retten, die Einlagen der Kleinsparer hat man populistisch mitgerettet. Man hätte die aber auch genauso populistisch in den Abgrund treiben können. Alles eine Frage des Willens zur Aufklärung…

            Besser wohl man gestaltet das Geschäft der Banken so, das Verantwortliche nicht auf dumme Renditeoptimierungsschemas kommen…. Es sollen Diener an der Gesellschaft sein, nicht die Räuber die in früheren Jahrhunderten Banken gründeten um die Leute systematisch auszurauben. Behäbig und Langweilig soll das Bankengeschäft sein. Das ist einfacher und sicherer für alle anderen.

            Insofern… hat das nicht’s mit Hirnwäsche zu tun sondern mit realistischen Ueberlegungen versus dem Bankengeschäft ganz allgemein… Wie gesagt, frührer lag das Geld unter der Matratze was oft sicher nicht das dümmste war…

            Topmanager müssen mehr als oft nicht büssen für Ihre „Taten“ da das Attribut „Unternehmerische Freiheit“ der Handels- und anderer Gerichte zahllose Freiheiten bedient und höherwertig eingestuft wird als Abzockerei und Rücksichtslosigkeit und Betrug. In der Regel auf Kosten vom Rest der Gesellschaft… Die gesammte Swissair Geschichte wurde damit erledigt… alle Betroffenen laufen frei herum und sitzen bereits wieder in ihren geliebten VR Mandaten…

            Ja, leider trifft der letzte Paragraph auch meine Eindrücke von Sozial-Liberal… Leider… Leider…

          • Tom Baer sagt:

            @Urs: Danke für ihre Info. Zur Hirnwäsche eine kurze Bemerkung: In Anlehnung an Watzlawicks „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ – „Man kann nicht nicht konditionieren“.

            Ich denke, dass man nicht nicht einer Gehirnwäsche ausgesetzt werden kann oder schon?
            Hirnwäsche wird natürlich immer mit Negativem in Zusammenhang gebracht, damit der homo oeconomicus nicht auf die Idee kommt, dass er da selber etwas „herumschrauben“ kann und dadurch nicht mehr dem entspricht zu dem er konditioniert worden ist , nämlich zu einem Arbeitssklaven.

            Das psychologisch die Massen in Sekten (politisch, religiös), Kasten(militärisch,Arbeitskaste) und Klassen (Bürger, Bauern) eingeteilt werden, sollte den homo oeconomicus zum Nachdenken veranlassen. Man kann also auch nicht nicht einer Sekte angehören. Die meisten gehören nur noch der Staatsreligion an und glauben z.B. an das Geld, was natürlich sehr positiv ist, denn ohne diesen Glauben hätte der homo oeconomicus ein wirklich grosses Problem.

          • Thomas Ernst sagt:

            @Urs:
            Zunächst: Dass die Manager der Swissair nicht verhaftet wurden, ist in Ordnung. Sie haben Blödsinn gemacht und wurden arbeitslos. Dumm ist nicht dasselbe wie kriminell.

            Wer sein Vermögen in 6-7stelligen Beträgen bei EINER Bank lagert, ist aus Dummheit, Trägheit oder Absicht viel zu risikofreudig. Wenn’s ihn trifft, geschiehts ihm recht.

            Die zu Konsumenten mutierten Bürger (danke XY) erwarten, dass der Staat ihre selbstverschuldeten Fehler korrigiert und kompensiert, möchten aber die Entscheidungsfreiheit behalten. Das wird nicht klappen. Lassen Sie sich doch entmündigen, dann brauchen Sie sich um Ihr Geld nicht mehr selber zu kümmern.

            Ohne echtes Unternehmertum (der Unternehmer nimmt das Risiko und trägt Gewinn oder Verlust) stagniert und stirbt die Gesellschaft. Das Problem ist, dass die Manager der grossen Firmen den Gewinn behalten und die Risiken der Firma/der Öffentlichkeit überlassen. Das ist der Sündenfall. Alles andere sind hilflose und nutzlose Kompensationsmassnahmen. Der Staat ist nicht in der Lage, irgendeine Branche so zu regulieren, dass nur noch „anständige“ Leistungen, Gewinne und Risiken vorkommen. Je mehr man’s versucht, desto verreckter wird das Konstrukt und desto mehr Gewinn-Nischen für die Top-Abzocker werden geschaffen. Damit wird die Politik zum Ziel für Erpressungen durch die Top-Abzocker und die Komplizenschaft feiert Urständ. So wie heute in den USA, in DE/Resteuropa und AUCH in der Schweiz.

            Wenn die elementaren Spielregeln stimmen, kann man die Leute in Freiheit machen lassen und braucht lediglich ein soziales Auffangnetz für die Abgestürzten. Jeder wohlmeinende Schutz stiehlt ein Stück Freiheit, bis am Schluss nur noch Marionetten rumlaufen. Die Schweiz ist nicht weit davon entfernt.

  • Daniela sagt:

    Einige Schreibende haben Mühe Ihre Texte auf ein lesbares Mass zu reduzieren. An Stil und Inhalt wäre dann noch massiv zu arbeiten.

    • Taric Trent sagt:

      Besser als kein Inhalt, Frau Lehrerin.

    • Andreas Dombek sagt:

      @Daniell

      Frau Daniela, das ist ein Zeugs, welches man in der Kaffeepause zwischen Telefon und Tastatur in diese hineinhaut. Man hat keinen Lektor, Korrektor und Zensor oder Überlegungszeit zur richtigen Form. Man bleibt so frisch, knackig, spontan und lebendig. Skommt oft ungefiltert vom Hirn, über die Nerven in die krummen Fingerchen. Das sind nun mal keine Doktor-Arbeiten.
      Das ist wie beim Schmieden. Wenn Sie überlegen wo Sie den Hammer hinschlagen sollen, tja, dann haben Sie einen blutigen Daumen.
      PS: Sollte man in Ihrem Text „Ihre“ nicht mit nem kleinen „i“ schreiben?

  • Tststs sagt:

    „Die aus dem Untergange der feudalen Gesellschaft hervorgegangene moderne bürgerliche Gesellschaft hat die Klassengegensätze nicht aufgehoben. Sie hat nur neue Klassen, neue Bedingungen der Unterdrückung, neue Gestaltungen des Kampfes an die Stelle der alten gesetzt….
    Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große einander direkt gegenüberstehende Klassen – Bourgeoisie und Proletariat….
    Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen…
    Unter unsren Augen geht eine ähnliche Bewegung vor. Die bürgerlichen Produktions- und Verkehrs-Verhältnisse, die bürgerlichen Eigentums-Verhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er herauf beschwor…
    Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst…
    Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier…“
    http://de.wikisource.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei_(1848)
    Man ersetze die Begriffe Bourgeoisie und Proletariat … et voilà!
    Nur ein wirklich kurzsichtiger Mensch hält den reinen „Marktkapitalismus“ für die Endform der menschlichen Gesellschaft.
    Vielen Dank, dass Marx beim Tagi nicht totgeschwiegen wird. Bei vielen führt der rote Mann zu einem sofortigen Brett vor dem Kopf! Jedoch zeigt er, abgesehen von der (End)Lösung „Kommunismus“, mMn punktgenau den Aufstieg und Fall der herrschenden Klasse.

  • Andres Müller sagt:

    Roubini meint, Karl Marx, so scheint es, hatte teilweise recht mit dem Argument, dass die Globalisierung das Kredit-und Versicherungsgewerbe in einen Amok-Wettlauf zwinge, und durch Umverteilung von Einkommen und Vermögen vom Arbeiter zum Kapital werde der Kapitalismus sich selbst zerstören.

    Roubini meint aber auch das Marx falsch gelegen habe das der Sozialismus besser wäre. Roubini vergisst allerdings, dass es noch nie einen Sozialismus nach Marx gegeben hat. Die UDSSR war eine Diktatur, genau so wie alle anderen sozialistischen Staaten. Bei der Implementation von Sozialismus kommt es regelmässig zu einem streng hirarchischen Führungssystem, aber das hat nichts mit Sozialismus an sich zu tun. Marx selbst war überzeugt, dass Sozialismus eine bestimmte technologische Entwicklung der Menschheit benötigt und eine bestimmter Bildungszustand der Bevölkerung, und vermutlich hatte er auch damit recht.

    Es muss die Möglichkeit gegeben sein, dass eine gleichmässige materielle Verteilung nicht zu einer allgemeinen Verarmung führt, ansonsten entsteht ein Verteilungskampf der von ideologischen Flügelkämpfen begleitet, direkt in eine Parteidiktatur führt.

    Was wäre zu tun? Die gegenwärtige Situation mit dem blockierten Kapital könnte mit einem wieder nach unten verteilenden Steuersystem gelöst werden. Ein Sozialismus für Alle wäre das nicht, aber wir würden wenigstens den real existierenden Sozialismus für Reiche beenden. Leider würde das nur funktionieren, wenn die Steuersysteme mindestens im gesamten Westen derart angepasst würden -Gleichzeitig.

    • Taric Trent sagt:

      Ein wenig Marx im Original:

      Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um. In der Betrachtung solcher Umwälzungen muß man stets unterscheiden zwischen der materiellen, naturwissenschaftlich treu zu konstatierenden Umwälzung in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künstlerischen oder philosophischen, kurz, ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewußt werden und ihn ausfechten. Sowenig man das, was ein Individuum ist, nach dem beurteilt, was es sich selbst dünkt, ebensowenig kann man eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewußtsein beurteilen, sondern muß vielmehr dies Bewußtsein aus den Widersprüchen des materiellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen erklären. Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, daß die Aufgabe selbst nur entspringt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozeß ihres Werdens begriffen sind. In großen Umrissen können asiatische, antike, feudale und modern bürgerliche Produktionsweisen als progressive Epochen der ökonomischen Gesellschaftsformation bezeichnet werden. Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte antagonistische Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, antagonistisch nicht im Sinn von individuellem Antagonismus, sondern eines aus den gesellschaftlichen Lebensbedingungen der Individuen hervorwachsenden Antagonismus, aber die im Schoß der bürgerlichen Gesellschaft sich entwickelnden Produktivkräfte schaffen zugleich die materiellen Bedingungen zur Lösung dieses Antagonismus. Mit dieser Gesellschaftsformation schließt daher die Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft ab.

    • Andres Müller sagt:

      Will noch hinzufügen, unsere Demokratien sind zuwenig zu Ende gedacht, es gibt hier noch viel Potential. Es sollte nämlich begriffen werden, dem Wettbewerb des Marktes wurde zu wenig interner politischer Wettbewerb entgegengesetzt, wichtig für die Kontrollfunktion des Staates. Wir haben eine Staatsbürokratie die intern abläuft fast wie in einer kommunistischen Parteidiktatur. Staatsangestellte müssten ihre Chefs genauso wählen können wie die Bürger die Politiker an der Spitze des Staates.

      • Tom Baer sagt:

        @A. Müller: Schon Schüler sollten die Lehrer wählen können wie es in den Sudbury-Schule üblich ist.
        Und folgenden Grundsätze der Sudbury-Schulen müssen übernommen werden.

        – Die Kinder und Jugendlichen entscheiden selbst, wie sie ihre Zeit verbringen.
        – Niemand wird gezwungen oder gedrängt, bestimmte Dinge zu lernen oder an bestimmten Aktivitäten teilzunehmen. Es gibt keinen Lehrplan.
        – Unterricht kommt nur zustande, wenn Schüler dies ausdrücklich verlangen
        – Schüler und Mitarbeiter sind gleichberechtigt.

        Alles andere führt zu Arbeitssklaven schon bevor die Kinder aus der Schule kommen und die Freiheit wird durch die heutige Konditionierung extrem eingeschränkt. Unsere Kinder werden verdummt und nur für den Markt „optimiert“. Im Kommunismus ist das natürlich nicht besser. Buchtipp: „Verdummt noch mal ! – Dumbing Us Down: Der unsichtbare Lehrplan oder Was Kinder in der Schule wirklich lernen“

    • Calib Bebescu sagt:

      Marx‘ Wirtschaftsanalyse ist zu grossen Teilen noch immer zutreffend. Abzuwarten bleibt, ob die ausgebeuteten Arbeiter tatsächlich von sich aus aufbegehren. Man merke: Von sich aus! Nicht etwa – wie bisher ausnahmslos der Fall – angestachelt und instrumentalisiert durch eine Elite, die eine Umsturz der Machtverhältnisse zu ihren Gunsten anstrebt. Und hier liegt der Hund begraben: Vergessen Sie nicht, dass sich Marx‘ ideologische Erben mit ihrer Einführung des utilitaristischen Elements („man kann die Revolution der Arbeiter, die eh kommt, ja auch schon mal vorweg nehmen“) konsequent in Widerspruch zu ihrem Ziehvater begeben. Denn der war Zeit seines Lebens der materialistischen Philosophieschule verschrieben…

      Und darum: Es gibt keine Lösung „von oben“. Der Kapitalismus schafft sich entweder selber ab – oder eben nicht. Wir werden sehen.

      • Ueli sagt:

        @Calib Bebescu

        Sie schreiben: „Der Kapitalismus schafft sich entweder selber ab – oder eben nicht.“
        Da hätte der alte Marx ihnen aber nicht Recht gegeben, sondern sie darauf hingewiesen, dass das kapitalistische System nur durch vereinte Kräfte (in seinem Jahrhundert sprach er vom „Proletariat“, welches aber schon zu seiner Zeit nicht so homogen sich zusammensetzte) wissentlich und willentlich bekämpft werden muss und das „die Logik der Geschichte“ nicht die Arbeit für die Menschheit erledigt. Er schreibt dazu: „Die Geschichte tut gar nichts. Sie kämpft keine Schlachten und erringt keine Siege. Es ist der Mensch, welcher dies alles vollbringt.“
        Die Wirtschaftanalysen von Marx sind übrigens nicht nur zutreffend, sondern auf einem ganz anderen Level als die übliche VWL. In der bürgerlichen VWL wird von den fertigen Phänomenen ausgegangen: das Einzelkapital und der gesamtwirtschaftliche Zusammenhang werden so aufgefasst wie sie in der Empirie sichtbar sind. Im Unterschied dazu ist sich Marx im Klaren, dass weder das Einzelkapital noch dieser gesamtwirtschaftliche Zusammenhang einfach „gegeben“ ist, sondern erst kategorial entwickelt werden muss. Dabei bedeutet kategoriale „Entwicklung“ nicht einfach nur Beschreibung, sondern Auflösung eines realen, in der Empirie vorhandenen Zirkels. Der reale Zirkel besteht darin, dass sich das Gesamtkapital einerseits aus den Einzelkapitalien konstituiert, es den Einzelkapitalien andererseit aber den Rahmen ihrer Bewegung vorgibt: Voraussetzung und Resultat schlagen ineinander um. Marx löst diesen Zirkel auf, indem er das individuelle Kapital und die Konstitution des Gesamtkapitals auf der Darstellungsebene jedes Kapital-Bandes gesondert betrachtet (also gerade nicht in die Empirie springt) und damit eine ganze Stufenfolge von Vermittlungen erhält, anstatt nur abstrakt zwei Ebenen gegeneinander zu stellen.

    • Thomas Meier sagt:

      Machen wir es mal einfach: Wenn ich 50 Mal aus den Fenster springe, weil ich angeblich fliegen kann und jedes Mal im Spital lande, dann gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Die Umstände sind Schuld (Wind, zu wenig mit den Armen gerudert usw.) 2. Es funktioniert einfach nicht! Weil ich nicht nicht fliegen kann.
      Genau so ist es mit dem Sozialismus / Kommunismus. 50 Mal aus dem Fenster gesprungen, aber jedes Mal ist jemand anderes Schuld. Nicht Fliegen funktioniert nicht, sondern man macht es angeblich nur falsch…
      Mal ehrlich, Nationalsozialismus sieht auch nicht zwangsläufig das Umbringen von Million vor und soll schlussendlich auch zu einer perfekten Gesellschaft führen. Nur wurden im Sozialismus mit ähnlichen Versprechen noch weit mehr Menschen umgebracht. Meines Wissens wurden durch Sozialisten mehr Menschen umgebracht als durch jede andere Ideologie. Würde ich aber z.B. sagen, dass Nationalsozialismus eigentlich schon gut ist, aber es halt nur falsch umgesetzt wurde oder den Holocaust leugnen, würde das wohl kaum jemand bejahen. Da fragt man sich schon, ob es moralisch vertretbar ist, den Sozialismus als tolerierbare Meinung zu akzeptieren. Ich persönlich verachte Sozialisten genau so wie Nazis und bin der Meinung, dass diese Ideologie sehr viel Ähnlichkeit haben (demokratiefeindlich, freiheitseinschränkend usw.). Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Marx ein falsches Menschenbild hat. Der Mensch ist und bleibt in seinem inneren ein Tier. Mensch sind nicht „gut“ bzw. man kann sie nicht verlässlich dazu erziehen, das wiederstrebt unserer Natur als würde man einem Löwen zu Salatesser umerziehen wollen. Deshalb wird Kommunismus nie funktionieren, das hat nichts mit der Umsetzung zu tun. Die Ideologie geht einfach nur von falschen Annahmen aus. Das ist auch wissenschaftlich belegt.

      Ausserdem ist Roubini, im Widerspruch zum Schluss den man aus dem Titel des Artikels ziehen könnte, sich kein Kommunist. Planwirtschaft ist für Ökonomen wie Weihwasser für den Teufel

      • Tststs sagt:

        Ich gebe Ihnen recht, Hr. Meier, der Mensch ist nicht von Natur aus „gut“, und btw auch nicht per se schlecht; aber er etwas ist er ganz sicher: sozial! Der Mensch hat ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit (und zwar eine solche, die für alle gleich ist) und Gemeinschaft. Und er legt immer wieder eine bemerkenswerte Solidarität an den Tag, das alltägliche Zusammenspiel in sozialen Gruppen nicht zu vergessen…

        • Thomas Meier sagt:

          Ja, aber Gerechtigkeit kann man verschieden definieren. Sozialismus sagt einfach jeder kriegt das gleich grosse Stück vom Kuchen, egal ob man beim Backen geholfen hat. Ich bin eher für Chancengleichheit. Sprich jeder sollte die gleichen Möglichkeiten erhalten einen Kuchen zu backen. Ob und mit wieviel Fleiss man das schlussendlich macht, kann jeder selbst entscheiden und wird entsprechend belohnt. Daher bin ich z.B. für staatliche Förderung von Bildung damit auch Leute aus armen Schichten die Möglichkeit z.B. für ein Studium haben. Ich bin aber z.B. gegen ein Beschränkung oder staatliche Regelungen von Löhnen weil es für die produktivsten Leute unserer Gesellschaft negative Anreize und Ungerechtigkeit schafft.
          Wenn sich in CH z.B. eine alleinerziehende Mutterüber Ungerechtigkeit beklagt, habe ich Verständnis, weil sie vielleicht keine Möglichkeit auf eine Weiterbildung hat weil es zu wenig Betreuungsplätze gibt. Wenn sich aber irgendein Durchschnitts-CH-Bürger beschwert sicher nicht. z.B. beschweren sich alle über die bösen Banker mit den hohen Gehältern. Aber eine Bankfachausbildung kann jeder machen?! Nur weil man zu faul dazu ist, muss man sich nicht von Ungerechtigkeit sprechen…

          • Taric Trent sagt:

            Die produktivsten Leute, das sind die Investoren, die überhaupt nichts machen ausser ihre Geld für sich arbeiten zu lassen, richtig? So eine Ungerechtigkeit, dass die noch Lohnschranken beachten müssen. Auch die Arbeitszeitenregelungen sind eigentlich ein negativer Anreiz. Hartgesottener Parteigänger der besitzenden Klasse, das sind sie. Fragt sich nur ob sie auch ein Besitzer sind oder denen nur nach dem Mund reden.

          • tststs sagt:

            Sorry, aber Ihr Beispiel mit der staatlich Bildungsförderung widerspricht dem oben genannten Kuchenbeispiel: Wieso sollte jemand etwas vom Kuchen kriegen (Unterstützung), wenn er vorher nicht beim Backen (Steuern) geholfen hat?
            Vorallem machen Sie den kapitalistischen Grundfehler: Sie messen den Beitrag an eine Gesellschaft mit Geld (oder ich unterstelle es Ihnen hiermit).

      • Urs sagt:

        Was genau hat Kapitalismus mit Demokratie zu tun? Ist es nicht vielmehr so dass das uns bekannte gemeinsame Auftreten eher Zufall ist denn geplant und unabdingbar. Eher wohl, das der eine sehr gut ohne den anderen auskommt…. auf der anderen Seite, Demokratie benötigt wesentlich mehr Pflege, Verständis und Unterhalt sonst trocknet sie aus und kommt schliesslich um…

        Dann könnte man sich auch mal mit Themen wie „Interventionen der USA im Ausland“ seit ca. 1700 Jahrhundert auseinandersetzen und man wundert sich u.U. wieviele Menschen durch Kapitalfreundliche Ideologien umgekommen sind…

        Dann gibt es ja auch noch die Theorie das der Mensch zu einem brutalen Umgang mit seinen Mitmenschen erzogen werden kann, alle möglichen Sozialen Aspekte des Menschen ignorierend beharren einige dann stets darauf das der Mensch grundsätzlich aus niederen Instinkten besteht…

        Dabei reichen stets ein paar wenige aus um den ganzen Rest mit in den Abgrund zu reissen.

        Alle Kriegsführer zusammen haben wohl mehr Menschen in den Tod getrieben als alle Mörder und Terroristen dieser Welt zusammen. Alles auch eine Frage der Deklaration und Begriffsdeutung.

        Häufig waren da die beiden Protagonisten „Freiheit und Demokratie“ federführend im Argumentarium der Rechtfertigung und Richtigkeit des Mordens… die Menschen mussten stets von einem Sinn des Krieges überzeugt und/oder gezwungen werden gegen andere zu schiessen. Feinde werden aufgebaut und umgebracht… Selbst wir hier, nicken fröhlich zustimmend nachdem wir genügend Propaganda ausgesetzt waren… und lassen uns von der uns selber geschaffenen Gerechtigkeit in der Berichterstattung berieseln…

        • Tststs sagt:

          Ich glaube, der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Demokratie ist wie folgt:
          Demokratie ist nicht nur ein politisches Gebilde; auch die Gesellschaft, Kultur, ja sogar Religion kann demokratisch organisiert und geprägt sein. Es ist für viele die Wunschform unserer, sagen wir mal allgmein, Gesellschaft. Die Wirtschaft, als ein Teil unserer Gesellschaft, entzieht sich mehr und mehr diesem grundsätzlichen Gedanken (denn auch der Kapitalismus kann demokratisch sein). Ja, der Kapitalismus versucht sich sogar als Gesellschaftsform zu etablieren (resp. einige wenige Akteure versuchen ihn zu etablieren…)

          • Taric Trent sagt:

            Dazu hat der verschollene Bär das Nötige gesagt: Das Privateigentum an Produktionsmitteln (Kapitalismus) schliesst Demokratie in der Wirtschaft aus.

          • Anh Toan sagt:

            @Taric Trent

            Grundsaetzlich eignet sich jedes Gut als Produktionsmittel, also schliesst eine demokratische Wirtschform jedes Privateigentum aus.

          • Anh Toan sagt:

            @Taric Trent

            Eigentum bedeutet Verfuegungsgewalt. Liegt das Eigentum bei einem Kollektiv, haben faktisch die Exekutivorgane dieses Kollektivs die Verfuegungsgewalt. Dies gibt einer geringen Anzahl Personen (irgend ein Rat, bestehend aus einer tiefen zweistelligen Zahl von Personen, groessere Exekutivorgane funktionieren nicht) die Verfuegungsgewalt ueber jedes Gut und damit unzumutbar viel Macht nicht nur ueber die Produktionsmittel, sondern auch ueber die Arbeitnehmer und Rentner, was jeder ist, denn es gibt keine unabhaengigen Vermoegenden. Die unvollstaendige Kartellisierung der Produktionsmittel durch die Kapitalisten, wird durch die absolute Monopolisierung der Produktionsmittel durch eine viel kleinere Gruppe ersetzt. Die Mitglieder dieser Gruppe werden nie freiwillig aus dieser Gruppe ausscheiden, sie wuerden vom „Alleshaber“ zum „Nichtshaber“, und waeren ohne entsprechenden Antrieb nie „Alleshaber“ geworden.

            Was sagt Marx dazu?

      • Andres Müller sagt:

        Bis der Mensch fliegen konnte sprang er Jahrhunderte über Klippen, guter Mann. Von den ersten Ideen für Demokratie dauerte es gar über 3000 Jahre bis zum ersten funktionsfähigen Staat. Die Idee hinter dem Sozialismus ist eine gerechte Verteilung materieller und immaterieller Ressourcen. „Löwen zu Salatesser “ Über biologistische Politik äussere ich mich nicht, tatsächlich ist der Sozialdarwinismus und eugenistische Theorien auch für das Scheitern des Marktes mitverantwortlich. Wissenschaftlich es es nicht, wenn davon die Rede ist dass sich Menschen nicht ändern könnten und sie keine gerechteren Kulturen entwickeln könnten weil sie Haie wären.

      • Thomas Ernst sagt:

        @Thomas Meier:
        Wenn wir die tödlichsten Ideologien zusammentragen wollen, müssten wir auch den Katholizismus und die US-Amerikanische Medical Society auf die Liste setzten. Beide haben Millionen Tote auf dem Gewissen, weil sie unmenschliche Lehren verbreite(te)n.

  • Peter Mueller sagt:

    Die FAZ wirft heute einen wesentlichen kritischeren Blick auf den „berühmten Ökonomen“: http://www.faz.net/artikel/C32552/kapitalismus-am-ende-die-untergangspropheten-30489674.html

    Nourini stochert mit seinen ständigen Untergangsszenarien im Nebel und hat alle Schaltjahre einmal recht. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn!

    • Urs sagt:

      Am besten wohl man beschäftigt sich einfach unabhängig mit den Aussagen von Roubini und vielen anderen. Original Artikel findet man meistens in der Seite von Project Syndicate. Dort werden die zuerst publiziert… und auch noch in 6 Sprachen übersetzt…

      Da lässt sich dann beinahe völlig Kommentar- (FAZ) und auch Ideologiefrei (nur noch die eigene) lesen und nachdenken…

      • Thomas Ernst sagt:

        @Urs:
        „Am besten wohl man beschäftigt sich einfach unabhängig mit den Aussagen von Roubini und vielen anderen. Original Artikel findet man meistens in der Seite von Project Syndicate. Dort werden die zuerst publiziert… und auch noch in 6 Sprachen übersetzt… “

        Ja, herzlichen Dank für den Hinweis auf diese Quelle. Sehr hilfreich für die wirklich Interessierten. -et

    • Andres Müller sagt:

      Der Herr Patrick Welter von der FAZ sagt über Krugman ..“Der eine sieht in einem Krieg gegen Außerirdische die letzte Rettung“

      Das ist Unfug, Krugman erlaubte sich einen Spass mit der durchaus stichhaltigen Feststellung, dass den Menschen in den USA heute zunehmend Visionen fehlen und man nicht nur in Dinge investieren sollte die einem marktwirtschaftlichen Zweck zur Bereicherung Privater dienen. Tatsächlich verschafften zum Beispiel die Forschungsprogramme der NASA früher gleichzeitig Arbeit und Innovationskraft. Ebenfalls diente früher der Ausbau des Sozialstaates zur Abwehr gegen den Kommunismus, was gleichzeitig auch zu einem kaufkräftigen „kleinen Angestellten“ führte.

      • Tststs sagt:

        Ein immer wieder interessantes Gedankenspiel: Wo stände die Welt heute, wenn die USA die Geldsummen, die sie seit 9/11 in Kriege investiert hat, der NASA hätte zu Gute kommen lassen (oder auch nur ein Bruchteil davon…)…

        • Urs sagt:

          Wir könnten die Welt sprengen und uns mit der NASA Technik auf einem alternativen Planeten niederlassen. Dort machen wir dann einfach weiter wie bisher….

        • Hanspeter Niederer sagt:

          Wo die Welt heute stände? Die USA hätte das Geld an einem andern Ort sinnlos verschwendet gehabt. Wir müssen uns um unseren Planeten kümmern, nicht um irgendwelche Planten im Universum. Eigentlich logisch, wenn der Mensch nur nicht die dumme Tendenz hätte wegzuschauen, wenneine Einsicht für ihn selbst unangenehme Konsequenzen haben könnte.

        • Thomas Ernst sagt:

          @Tststs:
          Es hätte nicht unbedingt NASA sein müssen; Infrastruktur, Energieforschung, Biologie, Renovation der Schulen (physisch und inhaltlich), oder, oder, oder… Man hätte das Geld jedenfalls sehr viel mehr so investieren können, dass Fortschritt, Freude und Ankurbelung von weiteren Investitionen stattfindet, als es im Irak oder sonstwo in die Luft zu sprengen.

    • Thomas Meier sagt:

      Die FAZ hat absolut Recht und ist auch genau meine Meinung. Wenn ich jeden Tag sage, dass es morgen regnen wird, habe ich auch manchmal recht. Es ist auch interessant, dass die Medienpräsenz von Roubini eine recht starke (negative) Korrelation zu Börsenkursen hat. Geht es rauf, will keine was von ihm hören und es zeigt sich, dass er falsch liegt. Fallen die Kurse rennen alle Journalisten wieder zurück zu ihm und er bringt seine „Ich habs euch doch gesagt und ausserdem wird alles noch schlimmer werden“-Standartsprüche.
      Das Interessante daran ist: Roubini ist nicht Multimilliardär wie einige Hedge Fund Manager, welche tatsächlich und auch mit ihrem eigenen Geld auf die Krise gewettet haben. Roubini erzählt einfach etwas, handelt aber anscheinend nicht so. Warum sollte seine Meinung also relevant sein?
      Ausserdem kann man sich ja auch mal fragen, was es überhaupt bringt. Letztendlich schaden Pessimisten nur. Jemand der einem immer erzählt, dass alles schlimmer wird, wenn die Kurse schon im Keller sind, erfüllt nicht gerade sonderlich viel volkswirtschaftlichen Nutzen….

      • Toby Zürcher sagt:

        @ Thomas Meier

        1.

        „Jemand der einem immer erzählt, dass alles schlimmer wird, wenn die Kurse schon im Keller sind, erfüllt nicht gerade sonderlich viel volkswirtschaftlichen Nutzen….“

        die von ihnen zitierten Spekulanten schaffen natürlich einen ungemein grösseren volkswirtschaftlichen Nutzen 😉

        2. wenn alle immer nur rosa sehen, sollte doch ein paar wenigen den Leuten mal einen Teil der Wahrheit erzählen

        3. besser alle Schaltjahre einmal beim Schwarzsehen ins Schwarze treffen, alls alle Jahre ins Messer laufen und alles V
        verlieren!

  • Ronnie König sagt:

    Klar hatte Marx recht! Was Lenin daraus machte war Murks. Und wollen wir kapitalistisch weiter machen, aber nicht wursteln, so braucht es noch viel Sozialismus und Soziologie als Würze.In diesem Jahtzehnt geht da nichts mehr. Im nächsten kommen Hunger Durst und Seuchen. Mitte Jahrhundert läuft fast nix mehr und ein Massensterben beschäftigt uns. Ab 2060 geht es wieder bergauf und Banken sowie Versicherungen sind Geschichte! Geld existiert immer noch, wird aber anders gehandhabt. Die Pension ist abgeschafft und das Militär wahrscheinlich auch. Mikroorganismen werden viel unserer heutigen Arbeit erledigen. Roboter ebenfalls. Der Mars wird nicht zur zweiten Welt. Es kommt quassi der Science Fiction Roman zum Alltag. Eine Weltregierung wie die UNO organisiert das meiste. Parteien braucht es nicht mehr, aber Bürgerkommites. Heute glaubts keiner, morgen ist es Alltag. Das Finanzdebakel war absehbar für jene die nicht nur Marx, sondern auch Ökonomie und Wissenschaft verstanden haben. Speziell die Biologie. Konservative werden sich um alte Volksbräuche kümmern.

    • Oliver Keller sagt:

      Vermutlich haben Sie recht. Kaum jemand hat das Kapital von Marks jemals gelesen und verstanden, das erste Buch, das Gott aussen vor liess und sich nur mit der Materie selbst auseinandersetzte. Ironischerweise war es nur dank Engels Kapital möglich, das Werk fertigzustellen, schon damals begann der Kapitalismus sich selber aufzufressen. Marx Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle Berufsschulen und Mittelschulen, aber da wird leider nur ein Teil der Wahrheit vermittelt, man will ja später schliesslich brave Arbeitspferde, keine denkenden Individuen.

    • Thomas Meier sagt:

      @Ronnie König: Völlig falsch, ab Mitte Jahrhundert werden die Reptilienmenschen die Kontrolle übernommen haben und uns alle dazu zwingen eine riesige Strahlenkanon zu bauen, damit wir die ausserirdische Bedrohung bekämpfen können. Ich weiss das, weil ich bereits heute die Zukunft in 50 Jahren vorhersagen kann. Das ist absehbar für jene die nicht nur Marx, sondern auch Ökonomie und Wissenschaft verstanden haben. Speziell die Biologie. Konservative werden sich um alte Volksbräuche kümmern.

      So viel zum Thema absurde Theorien….

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        völliger quatsch das mit den reptilienmenschen. der mensch wird sich – dank den computerspielen – zu einem immobilen proteinsack mit diversen wurmfortsätzen entwickeln der nur noch im virtuellen raum agieren kann. reptilienmenschen… tz tz tz… lächerlich…

    • Urs sagt:

      Ja jetzt aber, Einspruch !

      Was habe ich von der Zukunft die ich so knapp eben erleben könnte… unter Umständen…Was ist mit heute? Zählt das nicht’s mehr? Einfach weiter wurschteln lassen die Verantworltichen, die gierig unfähigen zur Masslosigkeit verdamten? Warum werden die Rebellen in Lybien so hochgejubelt wo doch Gadaffi einer der wenigen war der damals als die Appartheid noch aktiv war Kapitalkräftige Unterstützung an den ANC gegeben hat… damlas als Mandela noch als Geheimwaffe gehandelt wurde…

      Was mit den Demonstranten und Rebellen in Spanien, England, Ungarn Griechenland…

      Wo sind die heutigen Rebellen in Europa die sich nicht über zahllose Tische ziehen lassen wollen… ? Werden die auch so bejubelt werden… oder eher nicht? Wie unterhalte ich mich mit einem Microorganismus… wenn der plötzlich rebeliert…

      Marx war einer von denen die ziemlich aufwändig und systematisch… äh verkrampft zu Tode geschwiegen worden sind… da steht man nun und ist gezwungen sich mit einer anderen Wahrheit zu beschäftigen die man jahrelang verteufelt hat… Dramatisch, aber dann… die Russkys, die ehemaligen Sovjets und Einwohner de ex. GUS Länder wissen wie sich das anfühlt.

      Welche Berater wohl uns noch zur Verfügung stehen, nun nachdem man systematisch verkrampft jegliche Opposition aus dem Weg geräumt hat. Dumm wenn man plötzlich in der Ecke steht ja sich über die Jahre selber dorthinein argumentiert hat. Entsteht vieleicht ein neuer alternativer IMF… oder der bisherige reformiert sich selber… Oder?

      🙂

    • Anh Toan sagt:

      In fuenfzig Jahren schlagen wir uns alle die Koepfe ein, weil wir, z.B.mit einem hirntoten Klon als Ersatzteillager, 150 Jahre alt werden koennen.

    • Quassi-Modo sagt:

      Ich freue mich darauf, dass die mikroorganismen meine Wohnung aufräumen, die wäsche machen und meine rechnungen bezahlen und für mich am arbeitsplatz erscheinen. Alle macht den mikroorganismen! Wo sie wohnen, weiss ich allerdings nicht, die pension ist ja abgeschafft. Schöne neue welt. Es wird auch im Jahre 2060 eigeninitiative, kreativität, separatismus und anarachie geben. Sonst ist unsere gesellschaft wirklich im *****.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Ich denke, nachdem die Bombe eingeschlagen hat, wird sich der überlebende Teil der Menschheit in kleinen Gruppen durchwursteln. Dann werden langsam wieder einige Machtmenschen die verzweifelten Menschen mit Versprechen und Lügengeschichten zu grösseren Einheiten „zusammenfassen“ und langsam die Strukturen aufbauen, um sie wieder auszubeuten. Und der Kreislauf beginnt von neuem…..

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    nur mal so ne anregung: bitte macht doch mal schöne fotos von euch und stellt sie oben rein. das von herrn diem soll wohl sowas ähnliches wie kompetenz und biss ausdrücken – tut es nicht. zum bild von herrn straumann will ich gar nicht erst meine meinung kundtun. es gibt in der fotografie sowas wie licht und hintergrund. ebenso gibt es sowas wie eine korrekte auflösung. am besten wäre, wenn man etwas lächeln würde. ist gar nicht so schwer.

    zum artikel nur soviel: ich sehe mir das interview nicht an. der titel des blogs reicht völlig 😉

    • Taric Trent sagt:

      Wow, sonst noch was? Die Kleiderauswahl gefällt aber? Die armen Herren wurden sicher gezwungen ein Foto zu posten und machen das nicht freiwillig.

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        umso mehr sollten sie ein schönes nehmen. will man dem aus dem weg gehen, stellt man eine einfach handskizze von sich selbst hinein. nein, das wäre sonst alles. aber danke.

    • Urs sagt:

      Für was reicht der Titel?

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        @ urs: der titel reicht um zu wissen, dass karl marx recht hatte. mit was, das werden wir noch sehen 😉

    • Peter Hallwyl sagt:

      @vietnamesische…. Wenn Sie zu einem Thema schon nichts zu sagen haben, sollten Sie es ganz einfach bleiben lassen.

      • Hampi sagt:

        Einen kompulsiven Kritiker kann man eben nicht mit 22 Minuten Geduld zähmen 😉

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          @ hampi: warum soll ich mir kompulsiv 22 min lang eine weitere nichtige wirtschaftstheorie mit weltuntergangszenario antun? ich komme langsam dahinter: das grösste problem der wirtschaftskrise ist gar nicht die krise selbst, sondern die sich gegenseitig aufhebenden meinungen aller beteiligten ‚experten‘

          • Hampi sagt:

            @vb

            Und welchem Problem schreiben sie z. B. 50 % Jugendarbeitslosigkeit zu? Nur aus einem Elfenbeinturm heraus kann man den Eindruck bekommen, dass alles nur ein fiktives Problem ist.

            Wenn sie sich so vehement und wiederholt dagegen wehren, ein 22-minütiges-Video anzuschauen, bekomme ich den Eindruck, dass eine unsichtbare Hand (Abwehrreflex) sie deswegen gehörig unter Druck setzt!

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        @ peter hallwyl: na dann gehen sie mit gutem beispiel voran und posten auf ein solches nichts nicht eine ebensolche antwort. mann seid ihr heute empfindlich… habt wohl alle aktienkapital verloren? 😉

    • Tststs sagt:

      Ich weiss jetzt nicht, ob der Smily indizieren soll, dass Ihre letzte Bemerkung ein Witz sein sollte. Falls nicht, dann muss ich leider sagen, ist es genau diese arrogante Haltung, die den Karren im Moment (mMn endgültig) an die Wand fährt!

    • never mind the bollocks sagt:

      pfff. herr diem ist johnny rotten lyndon, herr straumann ist glen matlock, und gemeinsam sind sie die sex kanonen: http://www.youtube.com/watch?v=DZAMZs4jQtY
      punks machen keine schönen fotos.

    • Max Karl sagt:

      Endlich mal jemand, der Prioritäten zu setzen weiss.

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