Lehren aus dem Kollaps der Rubelzone

Der damalige russische Präsident Boris Jelzin konnte den Zusammenbruch der Rubelzone nicht verhindern: Jelzin auf dem Roten Platz, März 1993.

Der damalige russische Präsident Boris Jelzin konnte den Zusammenbruch der Rubelzone nicht verhindern: Jelzin auf dem Roten Platz, März 1993.

Was würde passieren, wenn die Eurozone auseinanderbrechen würde? Diese Frage ist bisher stets mit dem Verweis auf einen Aufsatz des amerikanischen Wirtschaftshistorikers Barry Eichengreen beantwortet worden. Darin kam Eichengreen zum Schluss, dass der Kollaps des Euro katastrophale Folgen haben würde.

Jetzt, wo das Auseinanderbrechen der Eurozone eine gewisse Wahrscheinlichkeit erreicht hat – Nouriel Roubini gibt dem Euro noch fünf Jahre -, haben die Ökonomen Beispiele für auseinanderbrechende Währungsunionen gesucht und gefunden. Vier Fälle sind interessant: Österreich-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg sowie Jugoslawien, die Sowjetunion und die Tschechoslowakei in den 1990er Jahren.

Das interessanteste Beispiel ist das Auseinanderbrechen der Rubelzone 1992-93 (siehe auch hier). Ursprünglich wollten die Staaten, die sich von der Sowjetunion losgelöst hatten, den Rubel beibehalten. Divergenzen bei der Finanzpolitik führten allerdings bald zu Spannungen. Während die baltischen Staaten den Staatshaushalt im Griff hatten, verzeichneten Georgien und die Ukraine bald enorme Budgetdefiizite. Weil sie zu dieser Zeit noch keinen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten hatten, begannen sie bald mit dem Drucken von eigenen Banknoten, was bald zu hoher Inflation führte. Daraufhin begannen auch andere Länder, eine neue Währung einzuführen. Die Rubelzone fiel auseinander.

Die Rubelzone lässt sich natürlich nicht direkt mit der Eurozone vergleichen. Letztere ist viel stärker durch grenzüberschreitende Kapitalströme verflochten. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone würde deshalb eine katastrophale Bankenkrise auslösen, während der Kollaps der Rubelzone keine Finanzkrise auslöste. Interessant ist der Rückblick auf die historische Episode dennoch. Sie zeigt, dass einzelne Länder durchaus im Stande sind, eines Tages mit dem Drucken von Noten zu beginnen, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Bisher hiess es immer, Griechenland könne die Drachme schon rein aus technischen Gründen nie mehr einführen. Das Auseinanderbrechen des Rubels 1992-93 zeigt, dass dies nicht stimmt. In Athen ist alles möglich.

Keine Kommentare zu «Lehren aus dem Kollaps der Rubelzone»

  • Michael Schwarz sagt:

    Ich glaube in der Schweizer Politik hat niemand bis heute die Gefahr und die Ernst der Lage beim Zusammenbruch des EUR und der EU für die Schweiz bedeutet, registriert. Man hat nur die Gefahr des starken Franken wahrgenommen, aber gefragt hat man nicht, warum der Franken, wenn Zins bereits negativ ist, immer noch massiv überbewertet ist. Die Frankenkäufer haben in dem Punkt genau so wenig verstanden, wie die Schweizer Politik, nämlich wenn der EUR zusammenbreche, wird mit Sicherheit der Franken nachhaltig seine Kaufkraft schwächen, bzw. die Verschuldung in der Schweiz wird in kurzer Zeit massiv ansteigen. Der Franken ist kein Save Haven, wie bis heute viele Hedge Manager, Devisenspekulanten behauptet haben, so sicher ist der Franken gar nicht. Die Leute, die Franken als Save Haven ansehen, sind mit Schweizer Wirtschaft, bzw. der Wirtschaftsstruktur nicht vertraut. Sie kaufen Franken aus Marken und Image Gründe, nicht aus makroökonomische Analyse.

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    übrigens, was ich noch fragen wollte: warum muss die wirtschaft wachsen? ist es nicht möglich einfach immer auf dem selben level zu wirtschaften? d.h. immer gleich viel herstellen, gleich viel konsumieren. natürlich mit schwankungen usw. aber so insgesamt – warum brauchen wir stetiges wachstum? kann mir das einer der herren wirtschaftsverständigen erklären? dankeschön!

    • Hampi sagt:

      Zwar finde ich es etwas flegelhaft von ihnen, dass sie einfach mal so pauschal voraussetzen, dass alle Kommentarschreiber (nur sie anscheinend nicht) sich als wirtschaftsverständige Herren verstehen. Aus meiner Sicht gesehen, haben sie es da mit einem Hirngespinst zu tun. Die Schwere dieses Hirngespinsts kann man in etwa vergleichen mit jener des Kommentarschreibers, der sich als wirtschaftsverständiger Herr versteht.

      Zu ihrer Frage: die ist gut. Leider kann ich sie nicht besser beantworten, als darauf hinzuweisen, dass es sich faktisch so verhält: Kein Wachstum = keine Stimmung! Empirisch einwandfrei nachweisbar. Die Frage nach dem „Warum“ ist nicht so einfach erklärbar.

      Und die alleinige Schuld daran dem Kapitalismus zu geben, ist etwa gleich naiv, wie zu glauben, dass einem mit der Beichte jegliche Schuld genommen wird.

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        @ hampi

        also man kann ja auch unbedingt böswillig etwas hineininterpretieren wollen – jetzt sind sie aber der mit dem rundumschlag. vernehmen sie allgemeine tendenzen? 😉

        nein, ich meinte nicht, dass alle hier wirtschaftsverständig sind, sondern ich sprach mit dem wort die möglichen, hier anwesenden, wirtschaftsverständigen an. wer keiner ist, soll sich nicht genötigt fühlen, zu glauben, von mir angesprochen zu sein. ganz ohne hintergedanken, ganz ohne miese stimmung machen zu wollen. die frage die ich stellte ist in der tat gut 😉 danke darum für ihre antwort mit der ich leider nichts anfangen kann. oder: SO einfach kanns ja wohl nicht sein. dem kapitalismus gebe ich hier die schuld für einmal nicht. also schon. aber nicht dem global entfesselten raubtierkapitalismus.

        • Hampi sagt:

          @vb

          Schon per Definition schliesse ich mich sebstverständlich ein, wenn ich „allgemein“ schreibe. Habe es vorher leider versäumt, wollte eigentlich schreiben „(allge)meine Tendenzen“. 🙂

          Sie haben übrigens auch recht, wenn sie schreiben, dass es SO einfach nicht sein kann. Darum habe ich ja geschrieben, dass ich keine bessere Antwort geben kann.

          Aus ihrem (etwas unklaren) Text schliesse ich, dass sie die Schuld dem „global entfesselten Raubtierkapitalismus“ geben und frage mich dabei, wie schön es wohl davor gewesen sein muss (mindestens für ein paar Wenige im Westen). Oder könnte es nicht auch sein, dass die breit ausgeprägte menschliche Eigenschaft, nie genug zu haben, sozusagen die Vorbedingung für das Entstehen des Raubtierkapitalismus ist ?

          Auffällig ist, dass wir erst so richtig vom „globalen Raubtierkapitalismus“ sprechen, seit wir von globaler Seite unter „Leistungsdruck“ geraten sind. Das deutet stark darauf hin, dass eben alle Menschen den universellen Wunsch verspüren, ihren „Platz an der Sonne“ zu finden.

          • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

            @ hampi

            nun, schuldige gibt es wohl in etwa soviel wie es menschen auf dem planeten gibt. ich behaupte auch nicht, dass früher alles besser war. letztlich ist natürlich immer der mensch schuld. aber wie ich schon einige male erwähnt habe, ist der kapitalismus ein besonders leichtes pflaster für neid und gier. wenn man also das pflaster etwas ändert, wird sich der mensch zwar nicht grundsätzlich ändern, aber er kann dann vielleicht nicht mehr gar so neidisch und gierig sein. ist in etwa dasselbe wie beim hass und der religion. dieser breitet sich auf dem pflaster der religion auch besonders leicht aus.

            der leistungsdruck sehe ich jedoch nicht nur vom kapitalismus herkommen. der kommt auch in besonderem masse von der informatisierung und der geschwindigkeitserhöhung aller prozesse die diese mit sich brachte.

            also zusammengefasst: das böse ist im menschen. der ungebremste kapitalismus, wie er heute, vor allem global, herrscht, ist ein leichtes ventil für dieses böse. darum gilt es, globale kontrollen einzurichten. die ‚unsichtbare hand des marktes‘ ist durch eine sichtbare hand abzulösen. dazu müssen die demokratischen und rechtstaatlichen kräfte um jeden preis gegstützt werden. und die kräfte die dagegen ankämpfen, müssen geschwächt werden. der kapitalist muss wieder erinnert werden, dass er nur im verbund mit dem arbeiter langfristig überlebt.

    • Thomas Ernst sagt:

      @vb:
      In der Ökonomie gibt es m.W. nur psychologische Begründungen für den Wachstumszwang: Solange die Bevölkerung wächst, und jeder einzelne jedes Jahr ein bisschen mehr haben will, muss das ganze zwangsläufig wachsen. Ferner: Wenn eine Firma trotz steigender Produktivität Jahr für Jahr denselben Output produziert, muss die Belegschaft laufend abgebaut werden. Das widerspricht (schonwieder psychologisch) der Natur der landesüblichen Manager.
      Einen volkswirtschaftlich-mathematischen Grund für diese Wachstumsneurose habe ich bisher in meinen gut 30 Jahren im Business nicht angetroffen.
      Aber: Auch in der Politik (zumindest der CH) ist „Besitzstandswahrung“ eine heilige Kuh. Wenn man also niemandem (nominal) was wegnehmen darf, aber trotzdem zu einer neuen Gewichtsverteilung kommen will, muss das Ganze wachsen, dann verteilt man halt den Zuwachs auf die „Neuen“, die „Alten“ behalten ihren Anteil und die Kühe bleiben im heiligen Dorfe.

      Können Sie damit was anfangen?

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        @ thomas ernst

        ok, solange die bevölkerung wächst, muss die wirtschaft mindestens im gleichen masse wachsen, soweit kann ich folgen. hypotetisch: wenn wir nur noch soviele neue leute ins land lassen würden um die fehlenden inländischen kinder auszugleichen, dann würde die bevölkerungsdichte stagnieren. wenn dann immer gleich viel produziert wird, dann wäre das einzige problem noch die resourcen, welche abnehmen.

        das man immer etwas mehr haben will, ist für mich dahingehend kein argument für wachstum, solange man von einer angenommenen grundmenge ausgeht, die dieses lebenslange mehr und mehr mit einschliesst. diese grundmenge kann doch aber immer gleich bleiben.

        das beispiel mit der firma ist, glaub ich, nicht das was ich meinte, da sie von steigender produktivität ausgehen. ich aber sage: die firma soll immer genau gleich viel, mit der gleichen anzahl arbeiter, produzieren. nämlich soviel wie der mensch im leben benötigt inkl. luxus.

        das problem der umverteilung sollte eben durch umverteilung und nicht durch neuen zuwachs (der notabene auch zum grössten teil wieder denen zukommt die schon zu viel haben) erreicht werden.

        danke, damit habe ich schon was anfangen können. jedoch bleibt meine frage noch offen. die frage nach dem grundsätzlichen prinzip des wachstums und warum er scheinbar so wichtig und unverzichtbar ist. eigentlich seltsam dass die antworten so spärlich kommen. eigentlich müsste das doch jedes kind, inkl. mir, wissen. immerhin ist das wohl etwas vom grundlegensten unseres wirtschaftssystems. ob einem das wohl zu denken geben sollte? 😉

      • Thomas Ernst sagt:

        @vb:
        ad Produktivität: Es ist eine unveränderliche Begleiterscheinung menschlicher Intelligenz, dass sie immer bemüht ist, die Dinge produktiver zu machen, also entweder gleichviel Output mit weniger Aufwand, oder mehr Output mit gleichviel Aufwand. Das ist insofern „natürlich“, als alle Lebewesen diesen Drang nach maximaler Energieeffizienz haben. Das ist ein zentraler Motor der Evolution. Ich glaube nicht, dass wir den loswerden können.

        Heute wird ein guter Teil der inzwischen erreichten Produktivität durch Bürokratie, Kriege (bzw. militärische Auf- und Abrüstung) und unproduktive Dienstleistungen (wie z.B. weite Teile des Gesundheitswesens, die Künste und alles, was „nur“ mit Schönheit zu tun hat) wieder kompensiert. Aber wenn Sie sich anschauen, zu welch lächerlichen Preisen Sie heute die raffiniertesten Elektronischen Geräte (Handy, PCs, Autos etc.) kaufen können, sehen Sie die Entwicklung. Ich plädiere dafür, auf Bürokratie und Militär zu verzichten, und viel mehr Energie in Schönheit und Wohlbefinden zu investieren, um die gestiegene Produktivität zu kompensieren, aber das ist natürlich eine andere Geschichte.

        Es bleibt aber der Umstand, dass die Produktivität ein wichtiger Motor für den „Wachstumszwang“ darstellt.

        Der andere Umstand ist, dass die Natur dafür sorgt, dass wir uns anstrengen – nicht, dass wir zufrieden sind. Ganz banal: Ein Grundbestreben jeden Männchens ist es, ein Weibchen zu begatten und seine Gene weiterzugeben. Ist dieses Ziel erreicht ist Mann aber nicht einfach glücklich und zufrieden, sondern das Bestreben beginnt wieder von Neuem. Auch dieses Verhaltensmuster ist evolutionär einprogrammiert und auch wenn wir heutigen Menschen solche Mechanismen vielfach sublimiert und kulturell kanalisiert haben, das Grundmuster des ewigen Bemühens um mehr, besser, weiter etc. ist drin.

        Der statische Zustand, der Ihnen vorschwebt, kommt in der Natur NICHT vor. Selbst wenn es mal eine Zeitlang so aussieht, stellt man plötzlich fest, dass auch so was Stabiles wie das Klima, die Flora/Fauna, selbst die Erdteile höchst dynamische Geschehen sind – je nach Zeitmasstab. Wenn man Stabilität will, muss man die Dynamik sorgfältig beeinflussen. Frei nach Brecht: „Wir wollen, dass alles beim alten bleibt, also müssen wir schnellstens etwas verändern.“

        Ad Umverteilung: Sobald Umverteilung auch ein „Wegnehmen“ bedeutet, gibt es Widerstände. Da die Politik nicht mit dem Kampf gegen Widerstände, sondern mit dem Sammeln von Mehrheiten arbeitet, versucht man solche Widerstände zu vermeiden. Dort wo man das Wegnehmen trotzdem macht (z.B. Steuern) suchen und finden die Leute immer Wege, dem aus dem Weg zu gehen. Untersuchungen zeigen, dass ein „Nicht-bekommen“ weniger schlimm ist, als ein „Weggenommen-werden“.

        Sorry, das Modell Homo Sapiens, das aktuell den Erdball übervölkert ist nicht speziell umwelttauglich programmiert. Wenn wir Glück haben, stehen wir grad an der Schwelle zum nächsten (kulturellen) Evolutionsschritt, und das aktuelle Chaos ist nur der Übergang. Wenn nicht, haben wir uns in eine Sackgasse manövriert und die Evolution wird sich was besseres ausdenken müssen… Neugier ist auch ein Vergnügen – lets see….

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          @ Thomas Ernst

          sie sprechen produktivität auf der evolutionären ebene an. genau da sehe ich eben einen unterschied. der mensch vervielfältigt sich selbst und seine erzeugnisse in solchem masse, wie es, vom überleben her gesehen, völlig unnötig, ja sogar schädlich ist. dieses prinzip finde ich in der tierwelt nirgens. falls es vorkommt, wird das betreffende lebewesen über kurz oder lang zwangsläufig aussterben. uns wird es wohl nicht anders gehen. und das obschon wir es eigentlich kommen sehen. das ist das zweite paradox an der geschichte. es erinnert mich schon fast an ein virus, das sich ausbreitet bis der wirt abgestorben ist. wenn das die erklärung für wachstum ist, dann gute nacht.

          hinzu kommt, dass der mensch nicht gewillt ist, seine art, also die gesamte menschheit, im gleichen masse an seiner produktion teilhaben zu lassen. nicht mal gewillt, die grössten auswüchse zu bekämpfen – also grösster reichtum und grösste armut sich gegenseitig aufheben zu lassen. was ja durchaus kein problem wäre, wenn nicht die gier und die angst sich dazwischen stellen würden.

          ich gebe ihnen recht: wenn wir schon so viel produzieren, dann sollte es der erbauung dienen. leider – und das erinnert dann eher an einen heroinabhängigen, denn an einen künstler (obwohl lustigerweise die zwei manchmal in ein und derselben person zu finden sind) – ist der mensch eher süchtig nach neuen produkten, als dass sie ihn erbauen würden. auch wieder ein paradox: etwas das gut sein soll, schadet uns.

          „Der statische Zustand, der Ihnen vorschwebt, kommt in der Natur NICHT vor.“
          ich meinte eher kreislauf, denn stagnation – sorry dafür. also: warum muss ein kreislauf wachsen?

          „Sobald Umverteilung auch ein “Wegnehmen” bedeutet, gibt es Widerstände.“
          ja, nur dummerweise ist der reichtum der reichen eben schon einmal gestohlen worden. es wäre also mehr ein ‚wieder wegnehmen‘ denn ein wegnehmen allein.

          „Untersuchungen zeigen, dass ein “Nicht-bekommen” weniger schlimm ist, als ein “Weggenommen-werden”.“
          sag das dem kind in äthiopien das aus mangelernährung heraus gerade erblindet.

          „Sorry, das Modell Homo Sapiens, das aktuell den Erdball übervölkert ist nicht speziell umwelttauglich programmiert.“
          immerhin kommen wir genau diesem umstand langsam auf die spur. evtl. sind wir ja doch dazu fähig uns anzupassen. die frage ist nur: sind wir so blöd und warten so lange, bis wir einfach müssen, weil wir sonst untergehen, oder clever genug vorher die weichen zu stellen? ich denke eher ersteres, da haben sie recht.

      • Anh Toan sagt:

        @vietnamesische begleiterscheinung: Warum muessen/wollen Menschen 100 Meter immer schneller laufen? Warum wollen Autokauefer im neuen Auto mehr PS und mehr Komfort? Warum lecken Hunde ihre Eier? Immer die gleiche Antwort: Weil Sie es koennen!

        Bereits 1972 haben intelligente Leute (Club of Rome) ueber die Grenzen des Wachstums nachgedacht: Damals hat der Wohnraum pro Kopf etwa 30m2 betragen, heute sind es rund 60m2 (Angaben fuer Deutschland gemaess: http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/bild-des-monats_05-06.pdf). Der Fleischkonsum stieg von 1975-2007 in Deutschland um ueber 10%, soviel koennen die paar Milliardaere nicht mehr fressen, das muss der Mittelstand sein. 1975 hatte ein Fahrrad 5 Gaenge, heute 21 oder mehr. Es gab 1975 keine Mobiltelefone (die Superreichen hatten eins im Auto, so gross wie heute ein Smart Motor.), keine PCs, kein Internet, fliegen konnten sich nur die Reichen leisten (mit Jet-set waren damals nicht Privatflieger gemeint). Die durchschnittliche Lebenserwartung in (West-) Deutschalnd lag 1972 bei 68 (Maenner) bzw 74 (Frauen) Jahren, 2009 bei 77 bzw 84 Jahren. Haetten wir berets 1972 mit Wachstum aufhoeren sollen? Falls Ihre Antwort auf diese Frage nein ist, warum sollten wir dies heute tun?

        Auch die Planwirtschaften plan(t)en Wachstum. Wachstum hat mit der menschlichen Natur zu tun und nichts mit Wirtschaftssystemen

        Heute jammern die Menschen, nicht wegen der aktuellen Lage, die ist nur fuer wenige schlecht, sondern darueber, dass sie wenig Chancen sehen, in Zukunft mehr zu haben. Menschen sind froh, wenn sie glauben, morgen ist es besser, unzufrieden und frustiert, wenn sie keine Aussicht auf Besserung haben, der aktuelle Lebensstandard ist dabei weitgehend irrelevant. Entscheidend sind die Erwartungen.

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          @ Anh Toan sagt

          „Warum muessen/wollen Menschen 100 Meter immer schneller laufen? Warum wollen Autokauefer im neuen Auto mehr PS und mehr Komfort? Warum lecken Hunde ihre Eier? Immer die gleiche Antwort: Weil Sie es koennen!“

          ein 100meterläufer verbraucht jedoch nicht mehrere tausend liter wasser und kiloweise stahl und gummi wie wenn einer mehr ps will. natürlich können sie. und darum machen sie es ja. darum muss man dem einen riegel schieben. damit man es eben nicht mehr kann. also laufen schon, aber mehr ps nicht.

          club of rome ist mir ein begriff. ich verweise da auf ‚das dritte jahrtausend‘ von ervin laszlo

          „Haetten wir berets 1972 mit Wachstum aufhoeren sollen? Falls Ihre Antwort auf diese Frage nein ist, warum sollten wir dies heute tun?“ weil wir erst heute merken, dass es absolut tödlich ist und wir im begriff sind uns selbst zu zerstören. nur, ob lauter fressen, hören wir die stimmen im hintergrund nicht, die sagen, dass bald nichts mehr da ist zum fressen.

          „Wachstum hat mit der menschlichen Natur zu tun und nichts mit Wirtschaftssystemen“
          man kann auch bestrebt sein, geistig zu wachsen und dies in einem stabilen kreislauf der wirtschaft zu tun, welcher ohne wachstum auskommt.

          „Heute jammern die Menschen, nicht wegen der aktuellen Lage, die ist nur fuer wenige schlecht…“
          oh doch mein lieber, für die meisten menschen dieses planeten ist die lage alles andere als rosig. öffenen sie mal ihren blick über die grenze hinaus mann! natürlich ist es wohlstandsgejammere, was ich hier mache, das ist mir schon klar.

          „…sondern darueber, dass sie wenig Chancen sehen, in Zukunft mehr zu haben.“
          das wiederum trifft voll und ganz auf uns in der schweiz zu.

          „Menschen sind froh, wenn sie glauben, morgen ist es besser, unzufrieden und frustiert, wenn sie keine Aussicht auf Besserung haben, der aktuelle Lebensstandard ist dabei weitgehend irrelevant. Entscheidend sind die Erwartungen.“

          genau! und wir müssen uns einfach klar werden, dass lebensstandart und erwartungen und ein mehr und ein besser überhaupt nicht vom einkommen abhängen, solange die grundbedürfnisse gedeckt sind! wir haben vielleicht die taschen voll reichtum, aber im kopf und im herzen sind wir arme bettler! warum ist dort bei so vielen menschen nicht das bedürfnis nach mehr? nach demselben mehr, mit dem ihr hier das wirtschaftswachstum zu erklären versucht?

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    ach ihr immer mit euren katastrophalen weltuntergangs-vorhersagen. schon die letzte finanzkrise ist ungesehen an mir vorbeigegangen. und auch da habt ihr zeter und mordio geschrien. ist das bei euch finänzlern so üblich, dass man immer gleich von allerschlimmsten fall ausgeht? ihr müsst ein schreckliches leben haben ihr armen kerle! und wichtig nehmt ihr euch, es ist nicht zum aushalten. glaubt mir freunde, auch wenn die ganze finanzwelt übers wochenende per emp-schlag ausgelöscht würde, würden wir nicht aufhören zu existieren. im gegenteil hätten wir dann wieder mal etwas zeit für wichtige dinge. oder wollt ihr im sterbebett tatsächlich auf ein leben zurückblicken, in dem ihr nur geld verdient habt? ihr seid schon armselige kreaturen…

    • Hampi sagt:

      @ „Ich-gegen-den-Rest“-Begleiterscheinung

      Sie haben recht! Dieser ganze rationale Mist taugt nicht viel, um ein zufriedenes Leben zu führen. Etwa ebenso wenig, wie ihr wichtigtuerischer „Ach ihr“-Pauschalfrustbefreiungsschlag!

      • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

        haha, das war jetzt sehr intellektuell von ihnen 😛
        jedoch, wie sie schon selber sagen, handelt es sich hierbei um einen frustbefreiungsschlag und somit ist er dem glück, meinem glück, dienlich.

        • Hampi sagt:

          Wenn ich in “Ach ihr”-Stimmung bin, dann wettere ich gerne über die allgemeine Tendenz, immer mehr nach kurzfristigem “Instant-Satisfaction”-Glück zu streben und dabei unbewusst einen langfristigen „Karma“-Schaden zu nehmen 🙂

          • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

            auch nicht schlecht. besonders die ‚allgemeine tendenz‘ finde ich ein sehr befriedigender ausdruck. der gehört eigentlich in jedes frustbefreiungsrundumschlags-portfolio 🙂

  • Mephistopheles sagt:

    Nichts, GAR NICHTS würde passieren, wenn die EU-Staaten wieder nationale Währungen einführen würden. Jahrzehntelang hat die EU damit problemlos funktioniert.

    Würde man dies jetzt durchziehen, und dazu konsequenterweise gleich das Trennbankensystem einführten und die Geldschöpfung wieder auf den Staat übertragen (schließlich haben die Privatbanken dieses Monopol schändlich mißbraucht), dann wäre das Problem gelöst. Während so der Kapitalfluß für die Realwirtschaft gesichert wäre, könnte man die abgetrennten Investmenbanken mitsamt ihren virtuellen Spielschulden, die ohnehin nie in der Realwirtschaft ankamen, getrost in die wohlverdiente Pleite schicken.

    • Hampi sagt:

      @Mephistopheles

      „Während so der Kapitalfluß für die Realwirtschaft gesichert wäre, ….. “

      Sie unterschlagen bei dieser Aussage die Tatsache, dass bei der Wiedereinführung der nationalen Währungen bei den Banken (vor allem Deutsche und Französische) „Haircuts“ in astronomischen Höhen anstehen würden. Wie sie in einem solchen Umfeld behaupten können, dass der „Kapitalfluss für die Realwirtschaft gesichert wäre“, ist mir ein Rätsel. Von woher soll denn dieser Kapitalfluss kommen?

    • Thomas Ernst sagt:

      @Mephisto:
      Also grad „gar nichts“ scheint mir ein bisschen wenig. Wie nach jedem grossen Besäufnis haben auch hier die Beteiligten einen erheblichen Kater und tierisches Kopfweh. Aber die Welt geht deswegen sicher nicht unter.

  • Saito sagt:

    Die europäische Wirtschaft hatte vor dem €uro funktioniert und wird es auch nach dem Ausscheiden einiger Länder oder dem Ende des €uro weiter tun.
    Es gäbe eine Bankenkrise, wegen fauler Kredite (an die ausscheidenden Pigs) und das würde erneut „Bankenrettungen“ bedingen,
    aber Geld wird so oder so rausgeworfen werden für die Banken, ob über Umwege an die Pigs oder ohne.Natürlich wäre den Banken die grenzenlose Zahlungsbereitschaft Deutschlands für fremde Schulden das Liebste.
    Nach einem Ausscheiden der Pigs wäre der €uro jedenfalls stabiler und die €uro-Zone fester.
    Notfalls sollte Deutschland aus der €urozone austreten, denn wir können nicht für die Schulden anderer Länder haften ohne darüber selbst in Konkurs zu gehen.

    mit freundlichen Grüßen

    • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

      also die banken sind pigs? oder wie muss ich das jetzt verstehen? pearls for the pigs werfen?
      im ernst: was man bei der ganzen aufregung auch noch vergisst, und das ist wohl das wichtigste: sämtliche tastaturen würden wieder neu gekauft werden, wenn das € flöten geht. ein unglaublicher, geradezu katastrophaler vorgang!!

      • Thomas Ernst sagt:

        @vb: Im Gegenteil: Das wäre ja die Wirtschafsankurbelungsmassnahme par excellence, wenn alle ca. 200 Mio Computerbenutzer in Europa eine neue Tastatur kaufen müssten. Logitech würde Überstunden schieben (lassen, in China), die Händler würden sich krumm verdienen, alle würden wieder Arbeit haben und die Wirtschaft, so wie wir sie kennen, wäre gerettet!

        Jubel! 🙂

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          da kommen mir gleich tastaturherstellerverschwörungstheorien in den sinn. womöglich gibt es da ein europäisches kartell, dass den euro absichtlich schwächt um ihn zu vernichten um tastaturen herstellen zu können. wir werden es wissen wenn nach dem euro wieder eine neue einheitswährung kommt – mit neuem tastaturzeichen.

  • Michael Schwarz sagt:

    @Tobias Traumann: Der EURO bzw. EU Zone können nicht mit Rubel verglichen werden. Das zum Tot gesagt, kann länger leben, als man glaubt. Die heutige Konstellation und der Umfeld sind eine andere als den Zusammenbruch des Rubels. Der EURO muss überleben, die Alternative ist der Zusammenbruch der EU und des gesamt europäischen Wirtschafts- und Bankensystems. Der Ausmass der Elend und Leiden wären nicht zu beschreiben, deshalb wird die EU-Mitgliedstaaten alles daran setzen, so was zu verhindern, kostet auch was wolle und zu jedem Preis.

    Der Zusammenbruch des Rubels hat auch einen ernsthaften politischen Hintergrund, nach der Beendung des Kaltenkrieges, war die UdSSR finanziell ruiniert, deshalb war es nicht möglich für die Russen, den Zusammenbruch des Rubel zu verhindern. Es besteht grundlegenden Unterschied zwischen dem Zusammenbruch des Rubels und dem EURO.

    Das Fazit: die Aussage der Roubini ist reine Spekulation. Seine Schlussfolgerung wurde nicht alle entscheidende Variable berücksichtigt, vor allem der Faktor Menschen.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Michael Schwarz:
      Wie kommen Sie denn zu dieser apokalyptisch-apodiktischen Behauptung, dass die europäische Wirtschaft ohne den EUR (so wie er heute ist?) zusammenbrechen täte?? Das klingt mal wieder ganz nach TINA (there is no alternative). Fakt ist doch, dass z.B. GR MIT dem EUR nicht überleben kann – es sei denn als europäischer Sozialhilfeempfänger auf Kosten der Deutschen.

      Wie kommen Sie auf die Idee, dass ein Aussteigen von GR aus dem EUR-Desaster nicht möglich sein sollte? Die Kredite sind ohnehin futsch und eine wirtschaftliche Erholung für GR unter dem Joch des Euro weder sachlich noch politisch möglich.

      • Hampi sagt:

        @Thomas Ernst

        Die Behauptung von Michael Schwarz wird von der Mehrheit der Marktteilnehmer geteilt: Wenn der Euro auseinanderbricht, wird die europäische Wirtschaft zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Ausserdem würde diese Entwicklung auch die Weltwirtschaft in arge Bedrängnis bringen. Für die Schweiz würde das (im Minimum) bedeuten, dass der EUR/CHF deutlich unter die Parität fallen würde. Also Horrorszenarien, wohin sie auch schauen!

        Wenn Deutschland die Einführung von Euro-Bonds (Transferunion) ablehnt, würde das Austreten/Zahlungsunfähigkeit von Griechenland ziemlich sicher bedeuten, dass (im Minimum) Spanien und Italien für ihre Schulden soviel Zinsen bezahlen müssten, dass sie die Euro-Zone oder die Ex-Euro-Zone zur „atomaren Sperrzone“ erklären können (ausser sie befürworten, dass die EZB den Grossteil aller Schulden dieser beiden Länder aufkauft).

        Die viel interessantere Frage wäre, wie sie auf die Idee kommen, dass die Wirtshaft bei einem Auseinanderfallen des Euros nicht zusammenbrechen sollte!

        • Thomas Ernst sagt:

          @Hampi:
          ..weil sich alle Wirtschaftsakteure eine heiden Mühe geben werden, dass zumindest sie subjektiv nicht völlig im Sumpf landen. Damit wird alles nicht ganz so katastrophal werden. Natürlich gibt es Turbulenzen. Das hat der 1.Weltkrieg, der 2.Weltkrieg, der Koreakrieg (in Korea) etc. auch bewirkt, und trotzdem ist die Weltwirtschaft NICHT völlig zusammengebrochen. Im Gegenteil, sie hat sich nach jeder „Katastrophe“ besser wieder entwickelt…

          Ich würde niemals behaupten, dass irgendwer garantiert ohne jede Blessur aus so einer Umwälzung herauskommt. Aber glauben Sie denn wirklich, die Griechen, Italiener, Spanier etc. wären besser dran, wenn man das Lügengebilde EUR mit immer weiteren Deutschen Krediten und immer verreckteren Sparmassnahmen in den Schwachländern noch länger als Schuldenlawine vor sich herschiebt? Was jetzt grad abläuft, ist ein gigantisches Schneeball-System (Ponzi-Schema). Den letzten beissen bei sowas wie immer die Hunde und der letzte (der, der nie ausweichen kann) ist der Steuerzahler, also der Mittelstand. Wenn der ruiniert ist, haben wir klassischen Feudalismus: Einige reiche/wichtige/mächtige Familien und der Rest sind Proleten. Panem et Circenses. Schöne neue Weltordnung. Da ist mir ein bisschen Wirtschaftsturbulenz aber 10x lieber.

          Profitieren Sie eigentlich von den hier an die Wand gemalten Untergangsszenarien, oder ist das wirklich Ihre professionelle Meinung?

          • Hampi sagt:

            @Thomas Ernst

            Wenn sie meinen Kommentar lesen, werden sie sofort bemerken, dass ich nicht die Ansicht vertrete, dass die Weltwirtschaft völlig zusammenbrechen würde. Aber sie wird ohne Zweifel, wie wörtlich gesagt, in Bedrängnis kommen.

            Die europäische Wirtschaft hingegen würde sehr wohl zusammenbrechen, etwa vergleichbar mit einem „Grounding“, einem hässlichen „Double Dip“ oder einer Grossen Depression Version 2.0.

            Wenn sie mir aber aus diesen Gründen unterstellen, dass ich Untergangsszenarien male, dann ist das eine völlige Übertreibung. Ausser sie meinen mit Untergangsszenario den Untergang des Euros, in der Form, wie er heute existiert. Aber das ist eigentlich zurzeit die „Main-Stream“-Meinung gemeinhin.

            Das einzige was ich konkret sage, und dazu stehe ich auch weiterhin: gibt es keine Euro-Bonds (Transferunion), werden wir ein Euro-Disaster haben. Und dieses Disaster ist für alle Beteiligten (und ganz besonders für Deutschland) der „worst-case“, und zwar mit Abstand. Und nebenbei gesagt, sozusagen als Begleiterscheinung, gilt das auch für die Schweiz.

            Jeder, der Angst hat vor „Euro-Bonds“, ist im Prinzip ein „Markt-Fanatiker“: es ist nämlich die Überzeugung/Eingeständnis, dass die Schuldensucht nur durch den Markt, keinenfalls aber durch politische Union, unter Kontrolle gebracht werden kann.

            Und schön wär´s, wenn ich per se durch meine gemalten Szenarien profitieren könnte!

      • Michael Schwarz sagt:

        @Thomas Ernst:

        Wenn eine Einheitswährung zusammenbricht, bricht die Stütze des europäischen Wirtschaftsraums zusammen. D.h. es ist vielfach schlimmer als wenn die EU-Mitgliedstaaten eigne Währung hätte. Der Zusammenbruch einziger Währung kann man verkraften, aber wenn EURO zusammenbrecht, das bedeutet das Ende Europas. Es wird zur einen Revolution und Anarchie kommen, auf der Strasse in England zeigt nur einen Vorgeschmack, was passieren würde, wenn EURO zusammenbricht. Weitere können Sie selbst ausmalen, was für die Schweiz bedeutet, wenn die EU am Ende ist.

        • Michael Schwarz sagt:

          Die Einführung des Eurobonds wird der nächsten Schritt sein, dass die EU-Mitgliedstaaten noch mehr zusammen wachsen werden. Der Zusammenbruch des Griechenland, Irland usw. ist das Ergebnis der Unabhängigkeit der EU-Mitgliedstaaten, jede kann tun was will, auch wenn andere Mitgliedstaaten schadet. Ein Einführung des Euro Bonds macht die Unabhängigkeit der EU-Mitgliedstaaten einen Ende. D.h. die EU wächst zusammen, deshalb sehe ich die Einführung des Eurobonds nachhaltig positiv für die EU und Schweiz.

  • Andres Müller sagt:

    Eie provokative These zwar aber mit Begründung: Die Stärke des Schweizer Franken ist auch eine Folge der 5. IV-Revision und der Einsparungen bei den anderen Sozialeinrichtungen wie Sozialamt und Arbeitslosenkasse.

    Der Beleg dafür: Der Deutsche Vermögensprofi Michael Reuss liess seinen Anlegern noch im Oktober 2010 (BFS meldete für Beginn 2008 noch höhere Sozialkosten grösser EU 25) noch verlautbaren:
    „Der Schweizer Franken eignet sich nach unserem Dafürhalten nur bedingt. Zwar muss die Schweiz keine Hilfen für schwache EU-Länder zahlen, aber nirgendwo steigen die Sozialkosten prozentual so stark wie in der Schweiz.“

    Dann kam die neue Sozialstatistik im Januar 2011 >2008p, Rückgang der Sozialkosten relativ zum EU-25-Durchschnitt.
    http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/13/01/blank/key/sozialausgaben_im/2000.html

    Die Exportwirtschaft kann sich auch bei den Sozialabbauern für die Frankenstärke bedanken!

  • @ Andreas Müller sagt:

    Da stellt sich doch zwangsläufig die Frage, WER Schweden so unter Druck setzt (und WOMIT), daß sie es nicht wagen, die Wahrheit zu sagen und das zu tun, was sie SELBST richti finden!

  • Jörg Müller sagt:

    Wäre der Euro per Notstand schlagartig eingeführt worden, dann hätte auch das eine Katastrophe ausgelöst. Er wurde aber langsam und schrittweise eingeführt. Das ging relativ gut, unabhängig davon, ob man den Euro nun gut findet oder nicht.
    Vieleicht wäre jetzt die Zeit, einen schrittweisen Ausweg aus dem Euro einzuleiten. Die Geldströme könnten sich dann entsprechend anpassen. Aber wahrscheinlich wird bis zum Zerreissen am Euro festgehalten. Wenn dann aber eine hektische Reform mit Einführung neuer Währungen notwendig wird oder gar einige Länder vollkommen unabgesprochen Fakten schaffen, dann sollte ein grosser Knall unausweichlich sein. Aber wer will jetzt die notwendigen Schritte einleiten? Und ist der Euro wirklich verloren und macht diese Schritte notwendig?

    • Thomas Ernst sagt:

      @Jörg Müller
      Die schrittweise Einführung des EUR war nur deshalb möglich, weil alle glaubten, dass der Wechsel zu einem fairen, realen Kurs gemacht werden würde, also die DEM zu ca. 2 DEM = 1 EUR. Es war klar, wie der Kurs berechnet werden würde und alle glaubten, dass das ohne Zockerei und Betrug vor sich gehen würde.

      Wenn man heute z.B. GR aus dem EUR nimmt, erwarten alle, dass die Drachme am nächsten Tag sofort tief in den Boden versinkt. Also würden alle, die noch können, ihre EUR als BARGELD von der Bank abholen. Würden die Schulden zum offiziellen Kurs von EUR in Drachmen umgerechnet, und die Drachme dann zerfallen, könnte man die Schulden mit viel weniger EUR begleichen, als man ursprünglich Darlehen bezogen hatte. In so einem Szenario würden alle Banken pleite machen.

      Lässt man aber die Schulden in EUR (z.B. weil im Ausland aufgenommen) würden diese ebenso schnell ins Astronomische steigen, wenn die Drachme einbricht.

      Wie man es also macht: Man müsste so einen Schritt schon völlig überraschend machen. Da die Griechen nicht dumm sind, sehen wir seit Monaten einen konstanten Abfluss von Geldern aus den GR Banken, z.B. in die Schweiz…

      Der EUR ist nicht an sich verloren, aber die heutige EUR-Gemeinschaft ist viel zuwenig homogen, um mit einer einzigen Währung funktionieren zu können. Für DE ist der EUR zu billig, für GR viel zu teuer. Ein EUR für DK, DE, NL, LUX – wenig Probleme. Sobald Weichländer wie FR, IT, SP, GR auch dabei sind, zerreisst es entweder die Währung oder die Wirtschaft. Suchen Sie sich das Opfer aus.

  • King Balance sagt:

    Wer so zulangt, wie die Finanzwirtschaft beim Steuerzahler zugelangt hat, wer so viel zu verlieren hat wie die Superreichen, wird auch bei uns bereit sein, seine Pfründe mit allen Mitteln zu verteidigen. Wie das geht, konnten wir und können wir gerade in Großbritannien sehen. Man hat aber das Spiel zu weit getrieben, jetzt bekommen Herrschaften die Quittung.

    • Thomas Ernst sagt:

      @King Balance
      Leider bekommen nicht die Superreichen, Drahtzieher und Profiteure die Quittung, sondern der Mittelstand. Wenn aber der Mittelstand eliminiert ist, rutscht jedes Land in Diktatur und Feudalismus ab. Nein, GB ist weit davon weg, etwas gelernt zu haben.

  • Andres Müller sagt:

    Habe noch ein anderes Beispiel, die Schweden sind zwar in der EU, verhindern aber bewusst den Euro indem sie „absichtlich“ die Auflagen der EU nicht erfüllen. Offenbar sind die Auflagen der EU nicht derart konstruiert, dass ein Ausstand negative Folgen für eine Volkswirtschaft haben müsste. Schweden und seiner Krone gehts nicht mal so schlecht. Das Land ist in der Lage eine eigene Notenbankpolitik zu betreiben, was auch gewisse Vorteile haben kann. Allerdings, die Kernprobleme der Krise ist weder mit einem Euro-Austritt gelöst noch durch Sparübungen. Kern des Problems ist ein gesättigter Warenmarkt und Konsumenten ohne Kaufkraft. Die Finanzdienstleister haben einen viel zu hohen Wertschöpfungsgrad gegenüber der Realwirtschaft erreicht, ein Ergebnis der extremen Umverteilung nach Oben. Vom Tellerwäscher zum Millionär, das geht nur wenn die Wertschöpfung zwischen Realwirtschaft und Finanz sich wieder angleicht. Den Griechen ist es nicht gelungen von Tourismus und Landwirtschaft zu leben, ist dies das verschulden Griechenlands? Auch bei uns müssen diese Sektoren subventioniert werden, was aber wenn wir vor allem davon leben wollten oder müssten? Wir benötigen Lebensmittelprodukte, es bringt nichts wenn die Welt schliesslich nur noch aus Banken besteht.

    • Anh Toan sagt:

      Die Griechen haben wunderbar gelebt von Tourismus und (EU-suventionierter) Landwirtschaft und tiefen EU-Zinsen, es geht nur nicht, Staatsangestellte nach dreissig Dienstjahren in Pension zu entlassen, wenn niemand Steuern zahlt. Die Griechen voellig aus der Verantwortung zu nehmen, ist falsch.

      In der Schweiz hat AI gezeigt, wie aus einem Nettoempfaenger ein Nettozahler wird, mit guter Politik!

      • Andres Müller sagt:

        „Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gaben griechische Staatseinrichtungen bis zum Eintreffen der Finanzschockwellen 2007 weniger Geld aus als die deutschen.“
        http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=2276&blogId=10

        „Wenn die Griechen trotzdem ein Außenhandelsdefizit von mehr als zehn Prozent des BIPs erreichten, muss auch das noch andere Gründe haben. Mindestens ein Drittel des Verlusts an Wettbewerbsfähigkeit kommt daher, dass der Euro für griechische Exporteure seit 2000 um fast 15 Prozent teurer geworden ist. Das liegt wiederum eher am Scheitern der EZB, die Währung nach außen auf ökonomisch sinnvollem Niveau zu halten.“

        • Anh Toan sagt:

          @Andres Mueller: Ich zitiere, genau so selektiv wie Sie, aus dem von Ihnen zitierten Link.

          „All das enthebt griechische Politiker nicht der Verantwortung. Das ist aber nur ein Teil der Geschichte.“

          Und obwohl der Artikel meinen Kommentar bestaetigt (Die Griechen voellig aus der Verantwortung zu nehmen ist falsch), ist er als Kolumne betitelt, nicht geeignet, irgendetwas zu beweisen, Kolumne ist ein Meinungsbeitrag.

          Was Sie daraus zitieren, hat jedoch nur einen untergeordneten Zusammenhang mit der griechischen Problematik: Die Griechen brauchen entweder Ausgleichszahlungen oder eine schwaechere Waehrung gegenueber dem europaeischen Ausland, nicht gegenueber derm USD, da gehen grob 3/4 der griechischen Exporte hin.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Andres Müller
      Jeder Grieche wird Ihnen – privat – erklären, dass das griechische Problem der grassierende Nepotismus (nicht nur in der Verwaltung, auch in den übrigen Unternehmen) und die Korruption sind.

      Wenn Unternehmen ihre Steuern auf der Gemeindekasse in bar abliefern, dafür auch eine Quittung erhalten, auf der aber nur steht „Steuern für das Jahr xx bezahlt“, ohne einen Betrag, und der Firmenchef dann einen Zettel in seine Buchhaltung legt „EUR yyy als Steuern für Jahr xx bezahlt, dann kann man sich vorstellen, wieviele EUR „Transportkosten“ oder „Reibungsverluste“ oder „Rundungsfehler“ dabei herauskommen.

      Das ist nicht erfunden, so läuft das auch heute noch!

      • Andres Müller sagt:

        Was die Korruption in der Finanwelt anbetrifft, so sind die Griechen immerhin auf breiter Basis darüber zu sprechen, das kann man von uns Schweizern leider nicht sagen 😉

        http://www.nytimes.com/2011/08/17/opinion/swiss-banks-aiding-and-abetting.html?_r=1

        „Trotz all der IRS -Bemühungen, sind wohlhabende amerikanische Steuerbetrüger noch immer in der Lage, ihr Geld zu verstecken, weil die Schweizer Banken noch immer bestrebt sind ihnen zu helfen.“

        Demnächst werden sie auch auf dem Tagi wieder Schlagzeilen über die USA und UBS und Credit Suisse lesen.
        Was ist eigendlich Korruption? Ich denke die gesamte Finanzbranche und ihre Lobby in der Politik ist davon derart durchsetzt, dass für mich schwer zu erkennen ist ob die Korruption der Marktmächtigen oder der kleinen Griechen das grössere Übel sind. Was Korruption ist, da scheint es keinen Konsens zu geben. Das Geschäft der Geldvermehrung hat längst den Zenit des Zuträglichen verloren. Der Lärm aus der USA schwillt wieder an, denn nun gehts denen ums Eingemachte. Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass die USA bekanntlich eigenen Steuerparadiese haben, da ist niemand mit sauberer Weste, und schon gar nicht Goldman Sachs welche den Griechen geholfen hatte die Schieflage im Staatshaushalt zu verschleiern.

      • Thomas Ernst sagt:

        @Andres Müller:
        Die Amis benötigen die Schweiz gar nicht. Panama hat ein absolut wasserdichtes Bankgeheimnis, und gemäss der aktuellen Vorlage von Barak „Mogelpackung“ Obama soll es mit einem neuen Handelsvertrag dem IRS explizit verboten werden, Informationen aus Panama in einem Verfahren gegen US-Bürger zu verwenden…

        Ihre Wut auf die Finanzbranche macht Sie blind für die breite Korruption in allen Bereichen, in der Schweiz insbesondere in der Politik, in Ländern wie Griechenland in allen Bereichen. Da erhalten Sie noch nicht mal einen Fahrzeugausweis oder eine Meldebestätigung, ohne dass Sie noch etwas schmieren.

        • Andres Müller sagt:

          Herr Ernst, ich hatte oben bereits erwähnt dass die USA eigene Steueroasen besitzt. Warum aber um alles in der Welt kommen USA-Steuerhinterzieher trotzdem auf den Gedanken ihr Geld in die Schweiz zu verschaffen?

          Ganz einfach, weil der Franken nun eine hartere Währung als der US$ geworden ist und Schweizer Banken auch mit asiatischen Steueroasen zusammenarbeiten, und einigen Inseln die sich darauf spezialisiert haben Kontoguthaben von US-Bürger investierend anzlegen wo der US-Gesetzgeber dies bei den eigenen Steueroasen verweigert. Es gibt in den USA zudem viele Anleger, die nicht zum Zweck der Steuerhinterziehung Geld in das Ausland verschaffen, sondern um zu Krisenzeiten ihre Existenz sicher zu stellen, traurig aber wahr. Ich hebe zum Beispiel von einem jüdischen Anleger gehört, welcher aus der Erfahrung des WK II sein Vermögen zum Teil verbirgt, sozusagen als Notbazen für den Fall der Fälle …ja auch in den USA fühlen sich einige nicht sicher genug.

          • Thomas Ernst sagt:

            @Andres Müller:
            Das Anlegen von Notbatzen scheint mir auch ausgesprochen legitim, wenn sich die Politiker aller Länder immer und immer wieder als Gauner, Diebe und Räuber erwiesen haben….

  • willi aerne sagt:

    Als 1991 in der Sowjetunion die Lichter gelöscht wurden, habe ich zu meinen Söhnen gesagt, vielleicht habe es jetzt den „Kommunismus“ zehn Jahre vor dem Kapitalismus „verblasen“. Nun hat es eben 20 Jahre gedauert. Nachdem offenbar beide Systeme überholt sind, stellt sich die Frage nach einem dritten Weg. Dieser ist immer noch nicht in Sicht. Es bietet sich daher an, das kapitalistische Wirtschaftssystem so mit Leitplanken zu versehen, dass es wieder dem Menschen dient und nicht einseitig der Mensch dem Wirtschaftssystem und seinen relativ wenigen ausgesprochenen Profiteuren. Zur Zeit der Sowjetunion kursierte die Frage nach dem Unterschied zwischen dem „Kommunismus“ und dem Kapitalismus. Es gebe keinen. Der Kapitalismus sei die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der „Kommunismus“ das Umgekehrte.

    • Sacha Meier sagt:

      Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird es immer geben. Biologisch gesehen ist schliesslich der Homo Sapiens ein Raubtier – und zwar ein ziemlich gefrässiges. Wer das nicht glaubt, soll sich einmal seine eigenen Zähne ansehen. Pflanzenfresser haben keine Eckzähne. Dazu kommt das das soziale Verhalten, das der Mensch vom Affen geerbt hat. Genau so, wie ein Affen-Rudel von Alpha-Tieren geführt wird, gibt es in der menschlichen Gesellschaft die politischen, wirtschaftlichen und militärischen und religiösen Führer-Figuren – und das gemeine Volk. Die eigene Zuordnung geschieht nun einmal über Abgrenzung. Beim Menschen ist es sein materieller Wohlstand. Kapitalismus und Kommunismus haben – neben Monarchien und Diktaturen nicht funktioniert. Diese Gedanken hat sich 1989 auch 鄧小平 (Deng Xiaoping) nach dem Zusammenbruch des maoistischen Kommunismus in China gemacht und den chinesischen ‚Dritten Weg‘ eingeführt. Heute wissen wir, dass er – wirtschaftlich gesehen – ein Erfolgsmodell ist. Warum also nicht von China lernen? Mit einigen Anpassungen (mehr Demokratie, weniger Korruption, etc.) hat dieses Regierungsmodell durchaus das Potenzial, auch im Westen Fuss zu fassen: Das System ist hoch effizient, weil es Resourcen konstruktiv statt destruktiv alloziert, lässt aber gleichzeitig den Menschen ihre Gier ausleben und trennt klar die Elite vom Volk.

      • Hampi sagt:

        @Sacha Meyer

        Ich stimme Ihnen voll zu, dass wir von China lernen müssen. Doch ich denke auch, dass ihre gleichzeitige Forderung nach mehr Demokratie, sowie einer Gesellschaft, deren Elite vom Volk getrennt ist, ein unüberwindbarer Widerspruch per se ist.

        Vielmehr noch, glaube ich, dass langfristig gesehen die Trennung von Elite und Volk, der grosse schwache Punkt am chinesischen Modell darstellt. Zudem sollte man auch alles etwas relativieren (China gut, Westen schlecht), weil sich China in einem völlig anderen Zyklus befindet als wir. Deshalb kann man mit einer Momentaufnahme noch lange keine definitiven Rückschlüsse auf „welches System nun besser ist“ machen.

        Und übrigens kann auch Macht zur „Gier“ führen, und die lässt China nicht ausleben!

  • Hirt Carlo sagt:

    Zwar bin ich kein Freund der EU so wie sie heute ist aber nötig ist allemal. Aber se hat zu viel Verwaltung/Beamtentum ohne klare Zuständigkeit und Verantwortung. Eine Alterssiedlung für abgehalfterte Politiker die niemand gewählt hat. Das ist eher ein Staatenbund mit gewissen gemeinsamen Vorstellungen handelt aber wie ein zentral gesteuerter Bundesstaat und diktiert auch Aussenstehenden ungefragt ihren Willen auf. Aber diese Organisation braucht zum Überleben eine gemeinsame Währung. Nur reiche Staaten können sich (noch) erlauben diese Frage selbst zu lösen. Die oben genannten Vergleiche sind allesamt Nonsens. Klar sind die geimeinsamen Währungen auseinandergebrochen aber dazu mussten erst die Staaten auseinander-brechen. Ein Ehepaar dass sich scheidet hat auch keinen gemeinsamen Geldbeutel mehr. Klar hat der Euro eine Krise weil alle etwas anderes von ihm wollen. Wieso üeberlebte der Schweizerfranken Franken, wir sind ja auch ein Bundesstaat mit sehr unterschiedlichen Meinungen (Röstigraben) und vorallem mit sehr unterschiedlichen Staats- sprich Kantonsrechnungen. Und trotzdem funktioniert die gemeinsame Währung. Das Problem ist nicht der Euro ganz im Gegenteil. Die Devisenspekulation bzw. der Gewinn daraus muss sehr hoch besteuert werden und zwar überall, dann hört die Sache um die Währung(en) von selbst auf. Warum kommt denn kein Politiker auf die Idee einer Währungsgewinnsteuer? Freund Soros wurde wegen solchen spekula- tiven Gewinnen MiIliardär! Und er war und ist nicht der Einzige. Ruinierte damit (nicht als Einziger aber massgebend) seinerzeit das britische £. Verboten war es allerdings nicht, nur Steuern darauf hat er nicht bezahlt.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Carlo Hirt
      Sie übersehen in Ihrem Vergleich von EUROropa mit der Schweiz den wesentlichen Punkt: Die CH-Kantone haben nicht nur eine gemeinsame Währung, sondern ein einheitliches Sozialsystem (AHV,IV etc.), einheitliche Gesetze, eine einheitliche Wirtschaftspolitik, eine einheitliche Aussenhandelspolitik und insbesondere einen sehr weit ausgebauten Finanzausgleich. Zürich und Zug finanzierten rund 1/3 aller Kantone und den Bund mit.

      Das alles hat weder mit Spekulantentum noch sonst finsteren Mächten zu tun. WENN die EURO-Staaten eine so enge Gemeinschaft vereinbaren würden, wie die Schweizer Kantone sie heute faktisch haben, wäre das EURO-Problem gelöst.

      So, wie es jetzt ist, entspricht der gemeinsame Einheits-EURO dem Versuch, mit drei Geraden ein Dreieck mit einer Winkelsumme von 220 Grad zu konstruieren: Entweder muss man die Geraden verbiegen, die Winkel verkleinern, oder die Enden kommen nicht zusammen. Egal wie lange die Politiker brüllen „Wir wollen dieses Dreieck!!“ – es geht einfach nicht auf…

  • Eron Thiersen sagt:

    Man weiss heute, dass der Zerfall der UdSSR durch den Pakt USA / Saudi Arabien forciert wurde, durch eine kurzfristige Anhebung des Erdölpreises. Die damals angespannte Situation führte zum Zahlungsausfall, die Devisen reichten nicht aus, Schulden zu begleichen, die angespannte politische Situation führte dann zum Zerfall der UdSSR. Die heutige Situation der EU ist mit diesem Szenario nur zu vergleichen, weil es durchaus im Interesse der USA liegt, dass die Union zerfällt. Doch Europa kann auch ohne die jetzige Zusammensetzung der Währungsunion weiterleben. Was man nicht kann, ist in einer Währungsunion Handel zu treiben und so zu tun, als ob Griechenland die selben Voraussetzungen mitbringt wie Dänemark. So ein Benchmark ist absurd. Es erstaunt auch nicht, dass viele EU Länder an den Schulden ersticken, denn so wurden die Ungleichheiten der Länder finanziert, über Geld das man nicht hat. Die Investoren bzw. Gläubiger (wie z.Bsp. Soros) wussten, dass der Zeitpunkt kommt, wo die Politik sich vor den Privaten Investoren und Banken verneigen und die Sozialkassen ihrer Bürger plündern muss um an der Macht bleiben zu können, bzw. Macht an Industrie, Banken und Private abgeben muss. Dem Internet sei Dank, fällt das aber zunehmend auf. Nicht umsonst versucht man die Informationsflut und die Rechte von Journalisten, die Medienvielfalt zu beschneiden. Nichts anderes als die freie Demokratie ist in Gefahr!

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