Das Einmaleins des neuen Leitzinses

Wie schon beim Libor teilt die Nationalbank mit dem Leitzins mit, wo sie die Kurzfristzinssätze haben will: SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt neu einen Leitzins ein. Hatte sie denn bis jetzt gar keinen? Doch, hatte sie, aber der hiess anders. Nutzen wir doch die Gelegenheit, um zu klären, was eigentlich ein Leitzins ist. Und was sich nun geändert hat.

Eine Notenbank benutzt einen Leitzins, um das gesamte Zinsniveau in einem Land zu beeinflussen – und damit indirekt den Gang der Wirtschaft. Droht zum Beispiel eine Rezession, senkt sie den Leitzins. Das darauf generell tiefere Zinsniveau verbilligt Kredite und damit Investitionen sowie die Währung. Das alles erhöht die Gesamtnachfrage und gibt so der gesamten Wirtschaft Schub.

Der Leitzins der Notenbank wird über das Bankensystem auf das generelle Zinsniveau übertragen – unmittelbar auf das kurzfristige Zinsniveau. Denn die Banken sind immer auch auf Geld der Notenbank angewiesen. Wenn eine Notenbank Geld für die Banken verteuert, erhöhen auch sie die Zinsen für ihre Ausleihungen.

Der Libor ist bald Vergangenheit

Jetzt zur Neuerung: Was bisher als Leitzins der SNB bezeichnet wurde, war der sogenannte 3-Monats-Libor. Das ist aber kein Zinssatz, den die Nationalbank direkt festlegen kann, sondern ein Massstab für den Marktzins von dreimonatigen Ausleihungen zwischen den Banken. Obwohl die SNB diesen Zinssatz nur indirekt steuern kann, lag er fast immer genau bei den Werten, die die SNB als Ziel verkündet hat.

Doch der Libor ist bald Vergangenheit, deshalb hat die Nationalbank einen neuen Leitzins benötigt, der nun auch so heisst. Wie schon beim Libor teilt die SNB mit dem Leitzins mit, wo sie das Zinsniveau haben will. Dabei hat sie den grössten Einfluss auf die kurzfristigen Zinsen (wie eben den Dreimonats-Libor). Bei Zinssätzen von mehreren Jahren ist ihr Einfluss geringer, da hier viele Erwartungen zur weiteren Wirtschaftsentwicklung mit hineinspielen.

Konkret beeinflusst sie die Kurzfristzinsen durch Konditionen für ihre Darlehen an die Banken. In gewöhnlichen Zeiten vergibt sie diese über sehr kurzfristige, so genannte Repo-Geschäfte, in der Regel für die Frist von nur einem Tag. Abgesichert werden diese Kredite durch Wertschriften.

Der Saron kommt ohne Zielband

Im Zusammenhang mit den Repo-Geschäften lässt sich gleich ein weiterer Begriff im Zusammenhang mit dem neuen Leitzins klären: Saron (Swiss Average Rate Overnight). Diesen will die SNB ab jetzt statt den Dreimonats-Libor mit ihrem Leitzins indirekt steuern. Der Saron ist ein Durchschnittswert der Repo-Sätze. Repo-Geschäfte finden nicht nur mit der Nationalbank, sondern auch zwischen den Banken statt. Damit ist der Saron wie schon der Dreimonats-Libor ein Marktzinssatz.

Im Unterschied zum Libor ist die Ausleihfrist aber viel kürzer – nämlich ein Tag (Overnight) – und die darüber vergebenen Darlehen sind gesichert durch die Hinterlegung von Wertschriften. Die kurze Frist hat nun zur Folge, dass die SNB kein Zielband für den Leitzins mehr angibt, wie das beim Libor noch der Fall war. Mit ihm hat sie immer einen Mittelwert eines Zielbands von 1 Prozent angestrebt. Bis letzte Woche lag daher das Zielband zwischen -0,25 und -1,25 und der Mittelwert bei -0,75. Jetzt gilt als Leitzins nur noch -0,75.

Aktuell hat das Repo-Geschäft zumindest für die Geldversorgung der Banken durch die SNB allerdings wenig Bedeutung, da die Banken ohnehin in Notenbankgeld schwimmen, nachdem ihnen die SNB für gigantische Summen Devisen abgekauft hat, um den Franken zu schwächen. Aktuell liegen auf den Girokonten der inländischen Banken bei der SNB 477 Milliarden Franken. Jetzt steuert die SNB die Kurzfristzinsen durch Gebühren auf den Einlagen auf diesen Girokonten – bekannt sind diese Gebühren als Negativzinsen.

Weil deshalb Banken Bargeld ebenfalls meiden, nehmen auch sie nur Geld von anderen Banken an, wenn diese eine Gebühr dafür bezahlen. Das führt dazu, dass sich auch die Negativzinsen wie von der SNB gewollt in Marktzinsen wie aktuell dem Dreimonats-Libor niederschlagen.

33 Kommentare zu «Das Einmaleins des neuen Leitzinses»

  • Alex sagt:

    Ein Zitat von einem Kommentar aus der FT den ich teilweise dazu passend finde:

    The structuralists (the BIS and others of the Austrian ilk), I’m sorry to say, sound like a broken record. Monetary policy has always been too easy in their opinion, „malinvestment“ is the original sin and the debt overhang has become so large and so crushing that nothing short of a debt restructuring on a global scale would satisfy them. But but no one listens to them because their bloodletting would be too painful for the financial markets–that temperamental deity–to countenance.

    Der seltsame Glaube es muss nur ordentlich den Bach runtergehen dann wird alles gut. Menschen brauchen etwas Druck dann sind die effizient und effektiv. Natürlich sind die aber zeitgleich sehr faul, immobil etc..

  • Hansueli Wermelinger sagt:

    Senn: Sie fühlen sich also wissend, weil Sie Statistiken lesen können? Und kontern mit irgendwelchen, aus der Luft gegriffen Arbeitslosenzahlen? Wie arrogant und naiv ist das denn? Und dass das Erhalten schwacher Marktteilnehmer das Ganze schwächt – dafür braucht es keine Masterarbeit, das ist Fakt. Wer sagt Ihnen, dass durch die verfehlte Notenbank-Politik nicht als Konsequenz zu einem späteren Zeitpunkt Arbeitslose mit Faktor 3 oder 4 zu Ihren haltlosen Annahmen resultieren? Glauben Sie ernsthaft, dass die Notenbank mit Ihren Handlungen Arbeitslose verhindern will? Es geht doch nur um die Erhaltung der Wohlhabenden, sogar die Umverteilung zu Gunsten der Reichen. Wie lange glauben Sie wird es dauern, bis auch bei uns die Leute unzufrieden sind, nichts mehr zu verlieren haben und auf die S

    • Anh Toàn sagt:

      @Wermelinger: „Wer sagt Ihnen, dass durch die verfehlte Notenbank-Politik nicht als Konsequenz zu einem späteren Zeitpunkt Arbeitslose mit Faktor 3 oder 4 zu Ihren haltlosen Annahmen resultieren?“

      Wer sagt Ihnen, Herr Wermelinger, dass die US Notenbank verfehlt ist und zu einem späteren Zeitpunkt (wann denn?) Arbeitslose mit Faktor 3 oder 4 resultieren?

      “ Glauben Sie ernsthaft, dass die Notenbank mit Ihren Handlungen Arbeitslose verhindern will? “

      Nun, das ist der gesetzliche Auftrag der Notenbank: „to promote effectively the goals of maximum employment, stable prices, and moderate long-term interest rates“

      Ich glaube die FED hat nach der Finanzkrise Arbeitslosigkeit verhindert, das sagen die Statistiken.

      • Hansueli Wermelinger sagt:

        Ahn: Sie sagen es richtig: „ich glaube, die FED…“. Glauben heisst nun mal – nicht wissen. Ich weiss es auch nicht, ob die potenziert höhere Arbeitslosigkeit durch das Aufschieben von Problem resultiert oder nicht. Ist ja nicht so abwegig, dass wenn man Zeit kauft, jemand den Preis dafür bezahlt. Aber was ist wenn es doch stimmt? Sollte man blind glauben und nichts hinterfragen, schon gar nicht eine Gegenstrategie fahren? Nimmt dann jemand die Verantwortung dafür? Sagt Jordan dann nicht einfach: „oh sorry, unser Modell hat nicht funktioniert, wir haben aber ein anderes, besseres“. Die Statistiken sagen lediglich, dass man Schlimmeres verhindert konnte; ich würde sagen aufschieben konnte. Es gibt ein einfaches Gesetz des Ausgleichs, das gilt auch für die FED.

        • Anh Toàn sagt:

          „Glauben heisst nun mal – nicht wissen.“

          Man kann aber nicht wissen, wie es gekommen wäre, wenn die FED anders gehandelt hätte, genauso wenig wie Sie wissen können, ob in Zukunft die Arbeitslosenrate steigen wird und falls sie es tut, dass daran die FED Politik von vor 10 Jahren kausal verantwortlich ist.

          Man weiss, wie die FED gehandelt hat, man weiss, dass die Arbeitslosigkeit erstens nur gestiegen und nicht explodiert ist und dann auch wieder gesunken. Aber vielleicht ist da gar kein Zusammenhang, die FED hat falsch gehandelt und die Arbeitslosigkeit ist aus anderen Gründen gesunken.

          Grundsätzlich weiss ich gar nichts, selbst was ich mit eigenen Augen sehe, kann eine Täuschung sein.

          • Hansueli Wermelinger sagt:

            Anh: Ihr sarkastische Zynismus in Ehren, aber offensichtlich wissen wir beide nichts und ich nehme an, dass dies Jordan & Co. genauso geht. Es ist wie an der Börse: niemand kann sagen, wenn es kracht, aber man kann im Vorfeld fragile Situationen lokalisieren und sich entsprechend ausrichten. Was nützt es, Vogel-Strauss-Taktik anzuwenden und mit Vollgas gegen die Wand zu donnern? Mit anderen Worten: vertrauen Sie weiterhin darauf, dass die Notenbanken richtig pokern und setzen auch noch persönlich alles auf eine Karte? Hinterfragen Sie nichts und hoffen, dass Sie zu den Gewinnern gehören? Sie hatten wohl noch nie mit hohen Regierungsvertretern oder Wirtschaftskapitänen zu tun, sonst wüssten sie, dass diese in den seltensten Fällen zum Wohle aller agieren, wohl eher zum eigenen Wohle.

          • Anh Toàn sagt:

            @Hansueli Wermelinger

            „vertrauen Sie weiterhin darauf, dass die Notenbanken richtig pokern und setzen auch noch persönlich alles auf eine Karte?“

            Das würde ich nur, wenn ich der Meinung wäre, die Notenbanken seien Gott und können alles. Die können vieles, Draghi hat den EUR gerettet mit einem einzigen Satz: Viele sagen, er hätte die Regeln verletzt damit, welche die Haftung eines EUR-Staates für die Schulden eines anderen verbieten. Deutlich vorher habe ich hier bei NMTM geschrieben, wenn der EUR nach den Regeln untergehen müsste, wie mir hier die Volkswirtschaftler in unzähligen volkswirtschaftlich klugen Beiträgen erklärten, ändert man halt die Regeln, solange die Beteiligten den Nutzen insgesamt sehen wird man einen Weg dazu finden.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie haben mir oben erklärt, Glauben sei Nicht Wissen. Ich vertraue viel, habe damals einem Mädel in Vietnam Geld gegeben, damit sie ein Haus auf Ihren Namen kaufen kann. Man hat mir gesagt, ich sei dumm, habe geantwortet: Nein, ich weiss genau, dass Vertrauen auch Nicht-Wissen bedeutet, wenn ich weiss, muss ich nicht vertrauen, ich weiss ganz genau, dass ich hoch spiele, aber wenn ich verliere, kann ich dennoch in einen Spiegel sehen und über meine Verrücktheiten lachen, ich kann es mir leisten, aber wenn ich gewinne, gewinne ich richtig viel: Heute ist das Mädel meine Frau und erwartet unser zweites Kind. Ach ja, das Haus in Vietnam ist auch noch da.

            Aktuell betreffend Geldanlage gilt meine Sorge zumindest nicht den Notenbanken, sondern Trump.

          • Anh Toàn sagt:

            Die „fake news Mainstream Medien“ sagen, seine Chancen auf Wiederwahl seien nicht gerade gut. Kein Wunder, der US Wirtschaft geht’s auch nicht mehr gut nach 2.5 Jahren Trump (Warum sollte sonst die FED überhaupt über Zinssenkungen nachdenken?). Die Steuersenkungen brachten keine private Investitionen, was doch die Idee ist dieser „suply-side-trickle- down“ Theorie. Nur ein Krieg kann seine Wiederwahl retten, und im Krieg kann er auch den Powell feuern.

          • Anh Toàn sagt:

            In der Schweiz „rettet“ die Nati, was die Politik verbockt. Die Sparpolitik, ich bestreite nicht deren demokratische Legitimation, ist katastrophal für die Schweizer Industrie. Weil sie den CHF attraktiv macht in der Welt statt in der Schweiz produzierte Waren und Dienstleistungen. Aber letztlich noch viel mehr schadet der Schweizer Industrie, – viele sagen ja gerne „Exportindustrie“, aber ein Industriebetrieb ist heute entweder weltmarkfähig oder er ist nicht , dass wir nicht in der EU sind. Das schadet auch den Konsumenten (Roaming als kleines Beispiel, oder die Entschädigungen bei Verspätungen etc. im Flugverkehr). Nutzen tut dies den Kartellrentnern in der Schweiz. Kartelle sind schweizerische Tradition und Kultur. Der Blick titelt: „Der café crème schlägt 20Rp auf.“

          • Jan Svoboda sagt:

            „Draghi hat den EUR gerettet“
            Ach ja? Und sonst sind Sie noch gesund? Ihre schwachsinnigen Gelaber würde man bestimmt beim Arosa Humorfestival würdigen. Es wundert mich dass Jemand auf diesen Stuss überhaupt reagiert.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hansueli

            Ich verstehe Ihre Sicht gut. Sie sind nicht überzeugt, dass man anhand der zentralplanerischen Geldpolitik heutige Probleme aus der Welt schafft, sondern sie einzig in die Zukunft verschiebt, im Sinne von „kick the can down the road“.

            Vielleicht melden sich die Konsequenzen dieser Geldpolitik auf gesellschaftlichen Ebenen, welche nicht direkt mit der Geldpolitik in Verbindung stehen.

            – Politische Reaktionen z.B. Brexit, Trump etc.
            – Zunehmende Spaltung der Gesellschaft mitunter aufgrund der weiteren Öffnung der Schere zwischen arm und reich
            – Zunehmende Spannungen aufgrund der gebildeten Ungleichgewichte z.B. Wirtschaftskriege
            – Graduell steigende Probleme in Altersvorsorge und Wohlfahrtsstaat
            – Zunehmende Notwendigkeit weiterer Zwangsmassnahmen
            etc. etc.

          • Anh Toàn sagt:

            https://www.blick.ch/news/schweiz/forscher-sind-beunruhigt-schweizer-maenner-haben-schlechte-spermien-id15334826.html

            Indirekt mag es durchaus sein, dass sich die Konsequenzen der zentralplanerischen Geldpolitik auch auf dieser Ebene melden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hansueli

            Die Konsequenzen eines Kreditbooms können nicht vermieden werden; die Frage lautet einzig, in welcher Form und wie friedlich sich die damit erzeugten Ungleichgewichte auflösen werden.

            Die etwa 10% der Weltbevölkerung, welche wie die meisten von uns von dieser Geldpolitik profitieren, beinhalten diejenigen, welche die Meinungsbildung kontrollieren und in den politischen Entscheidungspositionen sitzen. Diese Menschen versuchen, ohne die damit verknüpften indirekten Konsequenzen zu erkennen, selbst nach dem Platzen von 2 Blasen die gleichartige Geldpolitik fortzusetzen. Man könnte diesen Anteil der Gesellschaft, welcher die gleichförmige Weiterentwicklung der vergangen Jahrzehnte propagiert und unverändert weiterzuführen gedenkt, als die wirklichen Ewig-Gestrigen bezeichnen.

    • Marcel Senn sagt:

      Wermelinger: Aber sicher schon wären x-exportorientierte Büdeli in der CH mit einem zu starken Franken eingegangen oder abgewandert, der Tourismus hätte ebenfalls gelitten.
      Ihre hirnrissige Annahme, dass durch die SNB Politik es nachher AL mit Faktor 3-4 gäbe, da ist wohl die Phantasie etwas mit Ihnen durchgegangen.
      Wenn ein Marktteilnehmer ganz schwach ist, dann geht er halt konkurs, aber viele schwächelnde Firmen können noch jahrelang weitermachen und es ist einfach ein Irrglaube, dass deren Arbeitsplätze dann subito von stärkeren Firmen absorbiert werden können. Ihre vulgärdarwinistische Betrachtungsweise ist auch nicht der Lösung letzter Schluss!

      • Alex sagt:

        Ein Zitat von einem Kommentar aus der FT den ich teilweise dazu passend finde:

        The structuralists (the BIS and others of the Austrian ilk), I’m sorry to say, sound like a broken record. Monetary policy has always been too easy in their opinion, „malinvestment“ is the original sin and the debt overhang has become so large and so crushing that nothing short of a debt restructuring on a global scale would satisfy them. But but no one listens to them because their bloodletting would be too painful for the financial markets–that temperamental deity–to countenance.

        Der seltsame Glaube es muss nur ordentlich den Bach runtergehen dann wird alles gut. Menschen brauchen etwas Druck dann sind die effizient und effektiv. Natürlich sind die aber zeitgleich sehr faul, immobil etc..

    • Alex sagt:

      https://www.snb.ch/de/iabout/snb/id/snb_tasks

      Sehr schön erklärt von der SNB was die Aufgaben sind. Ihre Anschuldigungen und Fragen sind seltsam. Ich möchte ein vernünftiges Argument für ihr Faktum (Erhaltung schwacher Markteilnehmer schwäche System). Und wer bestimmt die Punkte ab wann jemand schwach ist. Auch möchte ich wissen warum sie sich so sicher sind das es verfehlte Geldpolitik ist die einen ins Verderben stürzt und was wäre die Alternative (richtige Geldpolitik?).

  • Claire Deneuve sagt:

    Die SNB macht eigentlich nix viel anderes als Schrumpfgeld wie damals in einen kleinem Kaff in Oesterreich in den düsteren 30er Jahren.

    Das Wunder von Wörgl – Der Film (Wie man dem System die Macht entzieht)
    Spielfilm Oesterreich 2018!

    https://www.youtube.com/watch?v=6-3XmSPyYzw
    .
    Schrumpfen wir die Welt wieder gesund, denn unser Wachstumswahn gleicht längs wie mehr einem bösartigen Krebsgeschwür, welches schon beginnt in die Metastasenphase überzugehen

  • Peter Piana sagt:

    Das Aufwachen kommt noch, habe immer gemeint die Nationalbank gehört der
    Bevölkerung und nicht Hr. Jordan und die Direktoren der SNB der uns kleinen nur schädigt.
    Pensionskasse, Sparvermögen, Devisen.
    Solang der BR ihm Medialen für seine gegen kleine Leute Politik anhängt solang schröpfen Sie uns.

  • Josef Marti sagt:

    Man muss sich im Klaren sein, dass die 477 Mia Girokonten resp. die Geldbasis durch die Banken allein auf keine Art reduziert werden kann. Das geht nur wenn die SNB selbst ihre Bilanz reduziert. Die Zinskurve ist ohnehin praktisch flach, 10 jährige Bundesanleihen rentieren negativ praktisch gleich wie der Tagesgeldsatz.

  • Anh Toàn sagt:

    „Denn die Banken sind immer auch auf Geld der Notenbank angewiesen.“

    „Konkret beeinflusst sie die Kurzfristzinsen durch Konditionen für ihre Darlehen an die Banken. “

    Nein, nur in Ausnahmefällen erhalten Banken Kredite von Zentralbanken, wenn sie gerettet werden müssen. Im Normalfall leihen die Geschäftsbanken der Notenbank, etwas müssen die sogar zwingend an die Notenbank verleihen, das sind die Mindestreserven.

    • Anh Toàn sagt:

      „da die Banken ohnehin in Notenbankgeld schwimmen, nachdem ihnen die SNB für gigantische Summen Devisen abgekauft hat, “

      Die SNB hat bei den Geschäftsbanken Devisen bestellt und auf Kredit gekauft.

      • Anh Toàn sagt:

        „Wenn eine Notenbank Geld für die Banken verteuert, erhöhen auch sie die Zinsen für ihre Ausleihungen.“

        Richtig geht es so: Wenn die Notenbank für Ihre Schulden bei den Geschäftsbanken mehr Zins bezahlt, bzw, die Geschäftsbanken für ihre Guthaben bei der Notenbank mehr Zins bekommen, leihen die Geschäftsbankern weniger an andere Schuldner mit höherem Risiko oder verlangen mehr Zins.

        Ist langsam ein alter Hut, sehr geehrter Herr MDM, das haben Sie damals falsch gelernt bekommen an der Uni. Sollten mal ihr Wissen wieder ein wenig auffrischen. Hilfreich wäre ein Blick die SNB Bilanz, oder die einer anderen Notenbank, da können Sie sehen, dass die Notenbanken Schuldner sind bei den Geschäftsbanken und Gläubiger nur in Ausnahmefällen (LTRO der EZB und so).

        • Anh Toàn sagt:

          Ihre Argumentation, die wird gerne so verwendet: Die FED Politik nach der Finanzkrise war furchtbar falsch. Dass die Zahlen für die seither vergangen immerhin 10 Jahre das Gegenteil sagen, spielt keine Rolle, irgendwann in der Zukunft wird sich zeigen, dass es falsch war. 100 pro Sicher und wer es nicht glaubt ist ein Trottel, weil ja jedes Kind weiss, es offensichtlich ist, dass es sich zeigen wird.

          Wenn die Tatsachen meiner Theorie widersprechen, mss ich nur lange genug warten, dann kommen die Tatsachen ganz bestimmt, und wer dies nicht erkennt, ist ein zahlengläubiger Trottel.

  • Peter Meier sagt:

    Der Leitzins wird also von der SNB auf -0.75% festgelegt. So etwas hat es in der Geschichte des Geldes m.W. noch nie gegeben. Ich bin stets davon ausgegangen, dass ein „gesunder“ Zins – eben je nach den Marktverhältnissen – vom Markt festgelegt wird. Frage: leben wir nun in einer Marktwirtschaft oder in einer Planwirtschaft?

    • Josef Marti sagt:

      Solange es Zentralbanken gibt ist es immer eine Planwirtschaft.

      • Peter Meier sagt:

        Das freut mich, Herr Marti, dass Sie das auch so sehen: die so von der SNB betrieben Geldpolitik – ein äusserst wichtiger Teil der Wirtschaft – ist eine rein planwirtschaftliche Intervention. Die Zentralbanken werden unsere Gesellschaft mit der Überschwemmung mit billigem Geld zerstören. Das ist für mich nur eine Frage der Zeit.

        • Claire Deneuve sagt:

          Peter Meier: Bei der Panic of 1907 gabs noch keine Zentralbank in den USA.
          Da musste J.P. Morgan sen. das ganze Finanzsystem alleine retten indem er andere aufgeklärt hat und überzeugt hat mitzuziehen, weil der gute alte J.P. Morgan gecheckt hat, wenn er diese Herkulesaufgabe nicht macht, das ganze damalige Finanzsystem untergehen könnte!
          Und darum wurde 1913 die FED gegründet, damit man gegen solche Systemkrisen besser gewappnet ist. Was wäre wohl gewesen, wenn damals kein J.P. Morgan das System gerettet hätte???
          .
          Pikanterweise nahm die SNB am 20 Juni 1907 nur wenige Monate der Panic von 1907 ihren operativen Betrieb auf.
          Ihr Glaube an selbstreinigende Allmacht der (Finanz)-Märkte ist etwas blauäugig.
          PS M3 Geldmenge US$/€ ist seit 2007 gar nicht so exorbitant gestiegen.

          • Claire Deneuve sagt:

            Ergänzung „4 Monate VOR der Panic“ nahm die SNB in weiser „Voraussicht“ ihre operative Tätigkeit auf, auch wenn der Effekt damals auf die CH vermutlich eher bescheiden gewesen wäre.

  • Marcel Senn sagt:

    „Aktuell liegen auf den Girokonten der inländischen Banken bei der SNB 477 Milliarden Franken. Jetzt steuert die SNB die Kurzfristzinsen durch Gebühren auf den Einlagen auf diesen Girokonten – bekannt sind diese Gebühren als Negativzinsen.“
    .
    Das stimmt einfach so nicht. Die Geschäftsbanken sind gemäss SNB Memo von 2015 vom 20fachen der Durchschnitts-Mindestreserve vom Negativzinssatz befreit, das sind aktuell rund 334 Mrd Franken.
    Die SNB macht pa rund 1.5 Mrd (Negativ)-Zinseinnahmen, die sind auf den rund 143 verbleibenden Mrd der Geschäftsbanken, die ob der Freigrenze liegen plus noch auf rund 100 Mrd ausländischer Banken und anderer Positionen auf der Passivseite.

    • Hansueli Wermelinger sagt:

      Senn, was wollen Sie uns mit dem ewigen Statistik-Jonglieren und Zahlentürmen-Aufbauen sagen? Dass es förderlich ist, was die Notenbank macht? Dass Umverteilung von Arm und Mittelstand zu Reich und noch Reicher gut ist, weil sie zu den letzteren gehören? Oder haben Sie einfach Angst davor, was passieren würde, wenn die Notenbanken dieser Welt doch nur eine haltlose Theorie umsetzen ohne Wissen über deren Endkonsequenzen? Dass die wenigen Theoretiker unser aller Schicksal lenken (zumindest finanziell)? Dass schwache Marktteilnehmer so im Spiel gehalten werden, was per Saldo die gesamte Wirtschaftsleistung schwächt? Was wollen Sie uns sagen?

      • Marcel Senn sagt:

        Wermelinger: Was wollen Sie mir mit Ihrem Kommentar denn mitteilen? Dass Sie lieber unwissend und unbedarft bleiben?
        Sicher kann man über die SNB Politik diskutieren, hätte die SNB nichts gemacht, weder FX Käufe noch Negativzinsen, so hätten wir vermutlich 50’000-100’000 Arbeitslose mehr, also noch mehr Arme.
        PS: Da ich im Ausland lebe, hätte ich viel mehr davon profitiert von einem starken CHF als mit der jetzigen SNB Politik – soviel zu ihren arroganten Unterstellungen.
        Dass die „schwachen“ Marktteilnehmer angeblich so die ganze Wirtschaftsleistung schwächen würde ist auch nur eine unbewiesene Behauptung, die einfach davon ausgeht, dass es dann an deren Stelle „stärkere“ Marktteilnehmer gebe! Vielleicht gibt es dann auch einfach weniger Marktteilnehmer dafür mehr Arbeitslose..

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