Der Dollar regiert die Welt

Trotz aller Abgesänge: Die US-Währung hat die Weltwirtschaft weiterhin fest im Griff. (Foto: iStock)

Ab dem nächsten Quartal will die Schweizer Grossbank UBS ihre Unternehmenszahlen nicht mehr in Franken, sondern in Dollar ausweisen. Der Grund: Das Geschäft der Bank ist stark auf die US-Währung ausgerichtet, 60 Prozent davon wird darin generiert. Auch andere Schweizer Konzerne wie Novartis, ABB oder der Versicherer Zürich weisen ihre Zahlen bereits in Dollar aus.

Trotz den immer wieder erfolgenden Abgesängen auf die US-Währung hat diese die Weltwirtschaft weiterhin fest im Griff. So ist sie zum Beispiel nach wie vor die unangefochten dominierende Reservewährung der Welt.

Die Welt handelt in Dollars

Wie die Forschung der frisch erkorenen Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gita Gopinath, zeigt, ist der Einfluss des Dollars noch weit grösser – beispielsweise bei den internationalen Handelsströmen. Ein Grossteil der grenzüberschreitenden Leistungen und Güterströme wird nicht über die Währungen der beteiligten Länder abgehandelt, sondern in US-Dollar.

Der Anteil der USA Währung bei der Rechnungsstellung im internationalen Handel ist 4,7-mal so gross wie der Anteil der Importe in die USA und er entspricht dem 3,1-fachen des Welthandelsanteils der USA. Der Anteil des Euro entspricht gerade etwa jenem des Euroraums am Welthandel. Der Anteil der meisten anderen Währungen an der Fakturierung gegenüber ihren Handelspartnern ist nahezu null. Auf den Schweizer Franken ist Gopinath in ihrer Forschung nicht eingegangen.

Die Folgen der Dollar-Übermacht

Gemäss gängiger Theorie kann ein Land seinen Wirtschaftsausstoss ausweiten, wenn es ihm gelingt, die eigene Währung gegenüber anderen abzuwerten. Denn dann werden die eigenen Produkte für andere günstiger und die ausländischen relativ teurer. Die Exporte nehmen zu und die Importe nehmen ab.

Diese so eingängige, wie einleuchtende Theorie hat laut Gita Gopinath wegen der Bedeutung des Dollars nur beschränkte Gültigkeit. Anhand umfangreicher Daten zeigt sie: Eine Abwertung des Wechselkurses eines Landes um 1 Prozent gegenüber der Währung eines anderen Landes reduziert den Preis der Exportgüter im gleichen Jahr nur gerade um 0,1 Prozent. Die Exporte nehmen deshalb kaum zu.

Das ist kaum verwunderlich. Denn wenn beide Länder ihren Warenaustausch in Dollar abrechnen, ändert sich am Preis der Exportgüter nichts, auch wenn die Währung des Exportlandes im Vergleich zu jener des Importlandes günstiger wird. Und wenn die Preise in Dollar unverändert bleiben, gibt es auch keinen Grund für eine vermehrte Nachfrage nach den Produkten des Exportlandes.

Die Wirkung aber ist, dass die Margen der exportierenden Unternehmen steigen. Denn für die Dollareinnahmen aus den Exporten erhalten die Firmen mehr Geld gemessen in der abgewerteten inländischen Währung. Ausserdem gehen die Importe zurück, weil sich die Bevölkerung angesichts ihrer schwächeren Währung weniger leisten kann.

Ganz anders sieht das Bild natürlich aus Sicht der USA aus. Allein dank der Bedeutung des Dollars im Welthandel hat die Supermacht einen Einfluss auf den Welthandel, wie kein anderer Staat der Welt. Auch deshalb spricht man in diesem Zusammenhang von einem exorbitanten Privileg.

61 Kommentare zu «Der Dollar regiert die Welt»

  • Maiko Laugun sagt:

    „Eine Abwertung des Wechselkurses eines Landes um 1 Prozent gegenüber der Währung eines anderen Landes reduziert den Preis der Exportgüter im gleichen Jahr nur gerade um 0,1 Prozent.“

    Nebst weiteren Faktoren erklärt dies die aufgeblähte SNB-Bilanz, mit den Stützungskäufen des EURO, zwecks Unterstützung der CH-Exportindustrie. Im konkreten Falle geht/ging es sogar nur zur Erhaltung des Status Quo, also keine Exportsteigerung. Mit dem zitierten Rechenbeispiel (1% versus 0,1%) entspricht dies einem Hebel von 1 zu 10 = Unsummen für Gleichstand. Ich halte die SNB für verrückt.

    • Anh Toàn sagt:

      Der Euroraum ist der wichtigste Exportmarkt der Schweiz und da wird in Euro und nicht in USD fakturiert: Eine Abwertung des Wechselkurses um 1% reduziert den Preis der Exportgüter aus der Schweiz in den Euroraum um 1%.

      • Anh Toàn sagt:

        Da war ich etwas schludrig: Eine Abwertung des Wechselkurses zum EUR reduziert den Anteil der in der Schweiz erwirtschafteten Wertschöpfung (also insbesondere die Arbeit der Schweizer verglichen mit der Arbeit der Europäer) um 1%.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Anh Toàn: Danke für den Hinweis.

      • Anh Toàn sagt:

        „Exportindustrie“

        Ganz wichtig ist dabei zu verstehen, dass sehr viele KMU der Schweiz mit dem Export (vor allem in den EUR Raum) wesentliche Umsatzanteile erzielen. Ohne diesen Exportumsatz wäre auch das Inlandgeschäft nicht mehr rentabel zu betreiben (Skaleneffekte), der Umsatz würde nicht um den Exportumsatz sinken, sondern das Unternehmen würde schliessen und dessen Umsatz in der Schweiz würde dann oft nicht durch andere inländische Unternehmen, sondern durch Importe ersetzt.

        • Maiko Laugun sagt:

          Ich sehe es eben trotzdem als eine Art Subvention.

          Der Staat subventioniert die Bauern und rettet Geschäftsbanken – und die Nati subventioniert die Export-/Tourismus-Industrie.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Nati „subventioniert“ die Industrie in der Schweiz zu Lasten derjenigen, welche ihre CHF teilweise (als (Einkaufs-)Touristen) oder vollständig (Im Ausland vom ersparten Vermögen lebend) ausgeben wollen.

            Ist das falsch?

          • Anh Toàn sagt:

            Wie lange glauben Sie, kann eine Geldpolitik im umgekehrten Sinn (Subventionierung derjenigen, die ihr Geld im Ausland ausgeben zu wollen zu Lasten der CH Industrie) funktionieren?

          • Anh Toàn sagt:

            Oder sollte die Nati gar keine Geldpolitik machen? Was sollen die dann tun, den ganzen Tag?

          • Anh Toàn sagt:

            Dokumentarfilme über Zinsen und Wechselkurse in freier Wildbahn machen?

          • Maiko Laugun sagt:

            @Anh Toàn: „Die Nati „subventioniert“ die Industrie in der Schweiz zu Lasten derjenigen, welche ihre CHF teilweise (als (Einkaufs-)Touristen) oder vollständig (Im Ausland vom ersparten Vermögen lebend) ausgeben wollen.
            Ist das falsch?

            Nach meinem Verständnis ist es so:

            OHNE Stützungskäufe subventioniert die Nati die genannten Zielgruppen. MIT Interventionen ist genau das Gegenteil der Fall.

            MIT – werden Bürger gezwungen, die überteuerten Produkte in der CH zu kaufen.

            Zudem: „..ausgeben wollen.“

            Viele müssen, nicht wollen.

            Viele verliessen das Land, weil sie keine Arbeit mehr fanden.

            Bei NMTM wurden schon frühere, andere Massnahmen wie z.B. Minuszinsen auf ausländisches Vermögen und Kapital-Verkehrskontrollen kommentiert. Gibt es keine anderen Lösungen?

          • Maiko Laugun sagt:

            Eine Nati kann es nicht allen recht machen. Das ist selbst mir klar.

          • Anh Toàn sagt:

            Meines Erachtens ist die Strategie der Nati subotimal, und zwar sowohl unter Hildebrand als unter Jordan: Man sollte einen Mindestkurs festlegen und diesen mit Negativzinsen unterstützen: Dabei wäre es nicht mal so wichtig, wo man den Mindestkurs festlegt, ob bei 1.10 oder 1.15 oder 1.20 zum EUR, die Wirtschaft kann mit vielem leben, wenn es kalkulierbar ist. Unkalkulierbarkeit ist teuer. Die Negativzinsen würden dazu beitragen, dass die Nati weniger CHF verkaufen müsste, um den Mindestkurs durchzusetzen.

            Ich sage dem Kombitherapie.

            Manche sagen, man sollte die PK’s vom Mindestkurs ausnehmen: Aber wie kann man die PK’s dann daran hindern, den CHF Hortern anzubieten, das Geld bei Ihnen zu einem tieferen Mindestkurs als den der Banken bei Ihnen zu platzieren?

          • Maiko Laugun sagt:

            @Anh Toàn: „Ist das falsch?“

            Nein, inhaltlich ist das richtig. Durch Stützungskäufe wird die Export-/Tourismus-Industrie gestützt.

            Aus Sicht anderer Interessenvertreter – z.B. eben Auslandschweizer – kann der Entscheid als ganzes trotzdem falsch sein.

            Für die Diaspora bedeuten Stützungskäufe = Geldentwertung.

            Für die Nati bedeutet Stützungskäufe = potentielle Gefahr der Rückkehr von mehreren 100K Ausland-Schweizern direkt in die Sozialhilfe, weil die sich durch die Geldentwertung das Leben im Ausland nicht mehr leisten können.

            Es geht nicht nur um die Arbeitsplätze. Es sind auch die Bürger betroffen. Und immerhin ca. 10% von denen leben nun mal im Ausland – und sind betroffen von den Entscheidungen.

          • Maiko Laugun sagt:

            „Ganz wichtig ist dabei zu verstehen, dass sehr viele KMU der Schweiz mit dem Export (vor allem in den EUR Raum) wesentliche Umsatzanteile erzielen.“

            Ja, da stimme ich sicher zu. Trotzdem: Vieles, was in der CH produziert wird, bedingt aber zuerst einen Import, z.B. von Rohstoffen. Ohne Stützungskäufe können diese billiger eingekauft werden, umgekehrt aber nicht mehr so teuer verkauft werden.

            Ich glaube gelesen zu haben, dass die Exportindustrie nun genügend Zeit hatte, sich auf die Bedingungen einzustellen.

            Nebenbei tun auch politische Entscheidungen wie z.B. Parallel-Import-Verbote ihr übriges.

    • Josef Marti sagt:

      Nimmt mich schon wunder was Sie im fernen China für Sorgen mit dem Heidiland und der SNB haben. Mehr als verarmen und alle zugewanderten PFZler verlieren kann die CH nicht, und dann kann sie zusammen mit Bosnien und Serbien immer noch ein EU Beitrittsgesuch einreichen.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Josef Marti:

        „Nimmt mich schon wunder“ …

        und

        „Mehr als verarmen“ …

        tun dann eben auch sehr viele der Ausland-Heidiländer (gesamte Diaspora ca. 750 Tausend).

        Wr sind von den Währungsmanipulationen der Nati mehr betroffen als die Inland-Heidiländer.

        Ich habe nicht das Recht, im Namen aller zu sprechen. Trotzdem ein paar Stichworte in Kurzform:

        Kapital-Verkehrskontrolle, Notwendigkeit einer Bankbeziehung wegen der AHV, PK, Freizügigkeitskonti, etc. etc.

        Deshalb.

        P.S. Hatte schon vor einiger Zeit geschrieben, dass ich Ihre Kommentare sehr gerne lese. Ich glaube auch einen trockenen Humor in diesen zu erkennen. Gruss an Sie.

      • Maiko Laugun sagt:

        Nachtrag:

        Als die Verteidigung des Mindestkurses begann, da wurde nicht nur mir – bei dieser Nacht- u. Nebelaktion – 15% des hart erarbeitenden Geldes (befristet) geklaut. So erging es noch vielen von uns Ausland-Heidiländern. Wäre Ihnen persönlich dies egal?

        Mir nicht, habe hart gearbeitet dafür. Als die Nati aufgab, habe ich sofort – soweit die Kapital-Verkehrskontrolle in China es zuliess – CHF in RMB gewechselt, bevor diese Nati-Clowns die nächsten Furzideen entwickeln.

  • Edouard Cardinaux sagt:

    Wen das wirklich so ist wieso führen wir den Dollar nicht als einzige Währung auf dieser Welt ein, wenn schon alle Ihre Kennzahlen in welchen Land auch immer in Dollar ausweisen?

    • Marcel Senn sagt:

      Den Amis noch mehr Macht und Möglichkeiten zur Verschwendungssucht einräumen? Das wäre dann wirklich das dümmste was man auf diesem Planeten machen kann.
      Die Kennzahlen in $ auszuweisen hilft einfach der Vergleichbarkeit. Oder wollen Sie Statistiken in €, indischen Rupien, arg. Pesos, US$ etc. 1:1 etwa vergleichen?
      Gut die US$ Vergleiche sind auch etwas verzerrt, da sie meist die Veränderungen der FX-Kurse nicht berücksichtigen und es so zu (leichten) Verzerrungen kommt, was viele auch nicht berücksichtigen z.B. bei Zeitreihen über die Verschuldung verschiedener Länder in US$ ausgedrückt.

  • will williamson sagt:

    Die USA produzieren die Dollars und die übrige Welt produziert die Waren, die man mit diesen Dollars kaufen kann (Henry C.K.Liu).
    „Es ist wichtig, zu verstehen, dass dieses Handelsbilanzdefizit nichts Anderes darstellt als eine Steuer, welche die USA auf der ganzen Welt erhebt. Da die USA niemals daran denken, diese Dollars, die sie aus dem Nichts kreieren, jemals wieder konvertierbar zu machen, ist dieses Dollar-Reservensystem nichts Anderes als ein weltweiter Tribut, den die USA von der Welt absaugen.“ (Ferdinand Lips, in „Die Goldverschwörung“, 2003).
    Mit konvertierbar machen ist gemeint „konvertierbar in Gold.“

    • Marcel Senn sagt:

      Williamson: Die Mär von der Gold-Konvertierbarkeit.
      Die weltweiten Zentralbankgold-Reserven betragen gerade mal 1.5 – 1.6 Bio $, alleine die weltweiten Geldscheine machen rund 6 Bio $, aus, Narrow Money Ende 2017 34.4 Bio $ und Broad Money um die 87 Bio $.

  • Josef Marti sagt:

    Das Problem ist dass die USA der grösste und wichtigste Absatzmarkt sind. Irgendwelche unbedarften Versuche den Dollar zu meiden gehen vollkommen ins Leere solange alle diese Überschussökonomien sich keine neuen gleichwertigen Absatzmärkte erschliessen können. Kein Wunder versucht China ganz Afrika zusammenzukaufen.
    Solange aber darauf beharrt wird weiterhin die Amis zu beliefern ändert sich nicht viel, schliesslich will kein Exportland gegen den Dollar deutlich aufwerten.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Wieso „Problem“? Wäre Ihnen die Währung einer Diktatur wie China etwa als Welthandelswährung lieber? Oder ein rein politisches Konstrukt wie der Euro, der von Anfang an falsch konzipiert und eingeführt wurde?
      Ich sehe kein Problem im USD, sondern nur sehr viele Vorteile.

      • Alexander Meier sagt:

        Dem ist nichts beizufügen. In meinen Augen absolut richtig und auch gut so.

      • J. Kuehni sagt:

        Es gibt keine Währung die KEIN politisches Konstrukt ist.

        • J. Kuehni sagt:

          Das füg‘ ich an, trotz den Herrn Meiers.

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          „Es gibt keine Währung die KEIN politisches Konstrukt ist.“

          Jein, zur Zeit dürften Sie richtig liegen; es handelt sich allerdings nicht um ein Naturgesetz und Währungen bilden sich auch ohne den Staat.

          • J. Kuehni sagt:

            Stellen Sie sich vor, Herr Huber, politische Konstrukte gibt es auch dies- und jenseits von Nationalstaaten nach heutigem Verständnis.

            Wenn Perlen eine Währung sind, dann weil der Stammesrat das so gesagt hat. Alles andere ist bloss individueller Tauschhandel.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Ja, und selbst wenn der Stammesrat aufgrund einer sich durchgesetzten Verhaltensweise dies beschliesst, war trotzdem die politikfreie Verhaltensweise bereits bestehend. Individueller Tauschhandel kann seine eigenen Regeln inkl. einer allgemein anerkannten „Währung“ erzeugen, ganz ohne eine politische Entscheidung. Es ist eh so, dass historisch betrachte der Staat eine sich natürlich entwickelte Gegebenheit oft einzig formalisierte und nicht schuf.

      • J. Kuehni sagt:

        „Ich sehe kein Problem im USD, sondern nur sehr viele Vorteile“.

        Verständlich, falls sie ein Ami sind, Herr Rothacher. Der Dollar ist deren (ihre?) Währung und den anderen ihr Problem, gell…

        Andernfalls dürfen Sie uns hier gerne erklären, wieso sich die Europäer durch Rückkehr zu ihren angeblich nicht-politischen Landeswährungen erneut ungefiltert wie der Rest der Welt dem ungebremsten Hin- und Herschwappen des USD (je nach Zinshöhe) ausliefern sollten. Vielleicht weil es so schön für Währungsspekulanten und Shortseller ist?

        Give me the € every day and twice on sundays… 😉

      • J. Kuehni sagt:

        Apropos: China ist keine Alternative. Dazu müssten die zuerst eine frei handelbare Währung zur Verfügung stellen und das politische Vertrauen des ROTW als Stakeholder gewinnen. Mit dem gegenwärtigen Kurs der KP und der chinesischen Nationalmythologie eher unwahrscheinlich.

        Das Problem ist, dass der ROTW auch das Vertrauen in die USA verliert; Berechenbarkeit wäre ja die Grundlage von Vertrauen. Cue Trumpolini…

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Sie scheinen Berechenbarkeit mit einer Ihnen genehmen Politik zu verwechseln. Trump macht inhaltlich genau das, was er vor der Wahl ankündete. Sie müssen einfach neu rechnen.

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          A „beauty“ speziell für Sie, Herr Kuehni:

          https://twitter.com/Fuctupmind/status/1056971162566250496

          • J. Kuehni sagt:

            Haha, danke, Herr Huber.

            Easily matched by this:
            https://www.youtube.com/results?search_query=the+euro+is+doomed

            Mal schauen, wer sich länger gedulden muss.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Na ja, Sie sind immer gut im Finden eines nicht passenden Vergleichs, in diesem Fall eine Präsidentenschaft gegen eine Währung. Dass hierbei die Währung im Zeitvergleich gewinnt, dürfte offensichtlich sein, denn welche Währung geniesst einzig 8 Jahre seine Gültigkeit.

          • J. Kuehni sagt:

            Nicht so kleinmütig, Herr Huber, manchmal geht plötzlich alles ganz schnell. Und nachher wills wieder keiner gewesen sein…

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Ich bezweifle, dass der EURO abgeschafft wird. Es liegt nicht daran, dass man die vielen Probleme, welche er schuf, nicht erkennen kann, sondern daran, dass eine Rückabwicklung sehr schwierig ist und erst in Betracht gezogen werden dürfte, wenn die daraus entstandenen politische Dissonanzen derart hoch sind, dass das friedliche Miteinander in Europa grundlegend gefährdet ist.

            Ich weiss schon, wen Sie mit „plötzlich schnell“ im Auge hatten, haha.

          • J. Kuehni sagt:

            „Ich weiss schon, wen Sie mit „plötzlich schnell“ im Auge hatten, haha.“

            So?

            Ich gehe davon aus, dass Trumpolini in den Midterms nicht wirklich verliert und evtl. sogar gewinnt, derweil es sehr wohl möglich bleibt, dass eine Kaskade von Ereignissen dem komplizierten und fragilen politischen Kompromiss, den die EU mitsamt dem Euro darstellt, ganz plötzlich den Boden entzieht. Nur Dummköpfe würden solche „Lemmingsmärsche in den Abgrund“ angesichts der Geschichte der Menschheit ausschliessen.

            Ihre feuchten Träume könnten komplett wahr werden, Herr Huber!

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Ok, my bad in Bezug auf die falsche Interpretation.

            „Nur Dummköpfe“ erinnert mich an folgende Zeilen:
            „The IYI pathologizes others for doing things he doesn’t understand without ever realizing it is his understanding that may be limited. He thinks people should act according to their best interests and he knows their interests, particularly if they are “red necks” or English non-crisp-vowel class who voted for Brexit.“ (oder Trump)

          • J. Kuehni sagt:

            Aha. Sie und Mr. Taleb finden also Leute, die „Lemmingsmärsche in den Abgrund (angesichts der Geschichte der Menschheit) kategorisch ausschliessen“ NICHT Dummköpfe.

            Da könnte man ja gespannt sein auf die Rationalisierung, bloss wird da keine kommen.

            March on…

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Es geht nicht darum, etwas auszuschliessen, sondern darum, dass Sie davon überzeugt sind, dass Sie mehr Wissen als das Kollektiv. Vielleicht weiss das Kollektiv etwas, dessen Sie sich nicht bewusst sind.

  • Ronnie König sagt:

    Nun, exportiere ich in Dollar und die Marge vergrössert sich, aber der Kunde den Dollar teurer kaufen muss, dann passiert was? Eben! Ich kann mit einer schwachen Währung weniger importieren, oder verschulde mich. Irgendwann wachsen mir die Schulden über den Kopf. Es ist also nicht immer unbedingt sinnvoll alles in Dollar zu geschäften. Und diese Erkenntnis ist auch nicht neu. Es bräuchte eigentlich das was mal der ECU war, aber global, dann würden wir die Weltwirtschaft anders sehen und begreifen, die USA einiges an Macht einbüssen. Also ist der Ersatz für den Dollar, so wirklich gewünscht, eben dann nicht Euro oder China-Geld, sondern etwas das möglichst neutral ist. Was würde dann mit dem gigantischen Schuldenberg der USA passieren? Und die Folgen für uns? Nicht umsonst bin ich Kritiker.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Und was passiert, wenn die USA an Macht einbüssen? Dann haben Unrechts-Diktaturen wie Russland oder China einfach noch mehr Gewicht in der Welt. Friedlicher wird sie dadurch genauso wenig, wie stabiler. Denn dass Moskau und Peking laufend direkt in ihre Wirtschaft eingreifen, wissen wir doch alle! Es gibt keine Alternative zum USD und das ist gut so. Denn der ECU ist auch bloss eine Kunstwährung (ein Devisen-Korb), die irgendwo im Raum hängt und durch die einzelnen Währungen (politische Entscheide) beeinflusst wird. An ihm kann man sich noch viel schlechter als am USD orientieren.

      • Rolf Zach sagt:

        Hinter einer Reservewährung steht immer eine Weltmacht mit einer umfassenden Wirtschaft und einer langjähriger politischer Stabilität. Es muss ein Rechtsstaat sein, sonst gibt es kein Vertrauen und all diese Faktoren sind ausschlaggebend.
        Als Byzanz politische Idiotien veranstaltete, die ihre Stellung als Großmacht deutlich verschlechterte, war es aus mit dem Vertrauen und dem Solidus als Weltwährung.
        Eine Reservewährung ist immer für die betreffende Macht praktisch ein zinsfreier Kredit.

  • Marco De Micheli sagt:

    Die unangefochten dominierende Währung der Welt? So ist es schon nicht ganz. Russland und China handeln nicht mehr mit dem US-Dollar, sondern rechnen mit Renminbi und Rubel ab. Auch die von den BRICS-Staaten neu gegründete Entwicklungsbank rechnet nicht mehr in US-Dollars ab. China der grösste Öl-Kunde Saudi-Arabiens und verlangt, in eigener Währung zu bezahlen. Vor 15 Jahren wurden noch 50% der weltweiten Währungsreserven in USD gehalten. Heute liegt dieser Anteil bei noch knapp einem Drittel und sinkt weiter ab. Immer mehr Länder merken, dass sich die Amerikaner mit dem Dollar als Leitwährung im Ausland viel zu billig verschulden können und ihr unvermindert anwachsender Monsterschuldenberg nur deshalb möglich ist. Das Ausland subventioniert letztlich di

    • Josef Marti sagt:

      Das nützt rein gar nichts solange fast alle Exportjunkies darauf beharren weiterhin in die USA zu liefern.

    • Marcel Senn sagt:

      Micheli: „Vor 15 Jahren wurden noch 50% der weltweiten Währungsreserven in USD gehalten. Heute liegt dieser Anteil bei noch knapp einem Drittel und sinkt weiter ab.“
      .
      Sie schreiben aber auch einen schönen Schwachsinn zusammen Herr de Micheli!!
      Der USD Anteil an den FX Reserves waren im Q2 18 bei 62.25% oder 6.55 Bio $
      Wenn Sie es nicht glauben, verifizieren Sie es doch bitte selber
      http://data.imf.org/?sk=E6A5F467-C14B-4AA8-9F6D-5A09EC4E62A4

    • Rolf Rothacher sagt:

      @Herr Senn hat Sie bereits bezüglich 50% korrigiert. Und das Handelsvolumen Russland-China ist derart unbedeutend für die Welt, dass die verwendete Währung keine Rolle spielt (Italien hat ein um 15% höhere BIP wie Russland).
      Und das mit der BRICS-Entwicklungsbank werden wir erst einmal abwarten müssen. Wer weiss, ob es sie in wenigen Jahren noch gibt? Sie hat bislang noch keine Bewährungsprobe ablegen müssen.

      • Rolf Zach sagt:

        Interessant ist, dass der Renminbi als Reservewährung weit hinter dem Euro ist, und auch dem Yen, dem Pfund überhaupt nicht das Wasser reichen kann. Er ist so bedeutend wie der Can$, dabei ist Kanada wohl doch nicht ein entscheidender Bannerträger der Weltwirtschaft.
        Besten Dank, Herr Senn, wie üblich für die erhellenden statistischen Hinweise.

        • Marcel Senn sagt:

          Zach: Bitte gern geschehen – bei solche realitätsfremden Behauptung muss ich einfach reagieren.
          Gut der Renmimbi ist auch nur der absolute Frischling unter den Reservewährungen, ist ja erst seit kurzem auf dem Markt und da wird noch etwas abgewartet bevor man den dann aufstockt.
          Spannender finde ich dass von unseren Franken – quasi als DIE Fluchtwährung per se (neben dem US$) – nur gerade mit 16.9 Mrd im Ausland gehalten werden.
          Die „Frömden“ wollen den alle nur in der Alpenfestung selber halten, was man bekanntlich an den grossen FX Reserven der SNB sehen kann, resp den CHF Guthaben der Ausländer bei den Geschäftsbanken.
          Wenn ich das richtig interpretiere hält unsere SNB mit rund 800 Mrd demnach rund 7% aller weltweiten FX Währungsreserven.
          Nöd eifach nüt!

  • Rolf Zach sagt:

    Endlich ein hervorragender Artikel, der wirklich sagt, was in der Weltwirtschaft zählt und den Dollar-Standard dabei in seiner Ausschließlichkeit als internationaler Austausch-Mechanismus benennt. Dieses Gewäsch von Sinn mit seinem Patentrezept, dass da Abwertungen hilfreich seien für die Konkurrenzfähigkeit eines Landes ad absurdum geführt werden.
    Der Handel in Rohstoffen wird in US-Dollar abgerechnet. Was soll ein solches Land machen, wenn es abwertet und seine internen Kosten dadurch verringert.
    Es exportiert mehr von diesen Dingen und erzeugt ein Überangebot und hat nachher unter Umständen nur Schaden bei Preisen und Umwelt. Die importieren Fertigwaren werden nicht billiger. Wohl wird damit die Handelsbilanz entlastet, aber deshalb gibt es nicht mehr Arbeit und Wohlstand.

    • Rolf Zach sagt:

      Nur Großraumwirtschaften, wie die EU und China, können ihren Außenhandel wohl in $ abwickeln, ohne dass ihre Steuerung der internen Konjunktur vom der Geldpolitik der FED abhängig ist.
      Die €-Block ist der einzige, wo sich ihre Exporteure erlauben können, ihre Rechnung weltweit in € auszustellen, dies gilt für den italienischen Spezialstahl-Hersteller, den spanischen Hotelier, die französische Parfüm-Marke und den Volvo aus Schweden trotz SEK, da diese Währung parallel zum € verläuft.
      Die €-Hasser sollen sich dies einmal überlegen, wie hätten wir die Krise von 2008 überstanden, ohne eine eigene Reservewährung.
      Ja, wie Russland mit seinem Rubel, dass trotz ständigem Überschuss in der Leistungsbilanz nur Inflation und unsicheres Wachstum kennt.

      • Rolf Zach sagt:

        Da konnten die €-Hasser noch vor 2 Jahren nicht genug die Türkei mit ihrer Wirtschaftspolitik der Lira loben und das sei die Zukunft im Gegensatz zur EZB mit seinen Zwängen.
        Die bedauerten Irland, Portugal, Italien und Griechenland. Die verkommen alle in ihrer Arbeitslosigkeit (Rezept Sinn, verlasst sofort den Euro!) Die Türkei ist ein Meister der Wirtschaft!
        Ich weiß, die Arbeitslosigkeit ist in Süditalien schlimm, ist sie so schlimmer als in der Türkei?
        Warum gehen dann die Schleuser mit ihren Kunden in ihren Todesbarken nicht in Richtung der Türkei, sondern der von Italien?

    • Josef Marti sagt:

      Sie widersprechen sich, was macht denn der Euroraum (nicht die EU) resp. Draghi anderes als abwerten um konkurrenzfähig zu bleiben?

      • Rolf Zach sagt:

        Da gebe ich Ihnen durchaus recht. Nur hat Euroland trotz Italien, welches ständig droht bei der Staatsverschuldung keine Rücksicht mehr auf die Stabilität des € zu nehmen, mit Euroland total erheblich weniger Defizit als die USA, gemessen am BSP. Die USA haben gegen 5 % Defizit zum GDP, Euroland hat unter 3 %. Ebenso hat Euroland als ganzes ein Leistungsbilanz-Überschuss im Gegensatz zu den USA mit ihren zuletzt 2,4 % zum GDP im Defizit.
        Die Währung ist in der Eurozone überall gleich und es hat eine Zentralbank, dass zählt mehr als die Leute sich vorstellen.

  • Josef Marti sagt:

    Zwar wertet der Dollar seit Ende Bretton Woods ab, dies aber schleichend über viele Jahrzehnte, dazwischen gibt es jedoch immer wieder kurzfristige starke Aufwertungsschübe. Alle anderen wichtigen Notenbanken könnten zwar problemlos den Dollar mit SZR (Sonderziehungsrechte des IWF) abtauschen. Dies würde jedoch mittel bis langfristig bedeuten, dass all diese Exportjunkies wie Japan, Korea, China, D etc. gegenüber dem Dollar aufwerten würden. Die meisten dieser Länder haben schon früher unmissverständlich klar gemacht dass sie sich das nicht gefallen lassen würden resp. sich ihre Überschüsse nicht ruinieren lassen; folglich wird’s nichts mit dem Zahlungsbilanzausgleich.

    • will williamson sagt:

      In der ersten Hälfte der 70er Jahre hat der USD aber schon nicht gerade schleichend abgewertet. Von CHF 4.30 auf unter 2.00, wenn ich mich nicht falsch erinnere. In den 80er und 90er Jahren ging es dann etwas auf- und abwärts und heute stehen wir bei 1:1.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Ja, Will, man muss schliesslich die „Blasen-Wirtschaft“ immer schön ankurbeln und alle trotteln mit ihrer eigenen Geldentwertung hinter den USA her. Und wenn jeweils eine Blase platzt, handelte es sich um ein unvorhersehbares Naturereignis.

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