Indien überholt Nigeria

In Nigeria ist fast jeder zweite Haushalt extrem arm: Alltag in der nigerianischen Megastadt Lagos. Foto: Reuters

 

Kaum eine Zeitung hat darüber berichtet, aber die Meldung hat es in sich: Seit kurzem gibt es in Indien weniger Einwohner, die in extremer Armut leben, als in Nigeria. Gemäss dem amerikanischen Thinktank Brookings Institution sind es etwa 73 Millionen in Indien und 87 Millionen in Nigeria (Quelle).

Die Brisanz dieser Meldung wird deutlich, sobald man die Bevölkerungszahlen berücksichtigt: Indien hat rund 1300 Millionen Einwohner, Nigeria 186 Millionen. Das heisst, in Nigeria ist fast jeder zweite Einwohner extrem arm. Seit 2015 spricht die Weltbank von extremer Armut, wenn pro Tag weniger als 1,9 US-Dollar zur Verfügung stehen (basierend auf dem Wert des US-Dollars von 2011).

Hier ist die Grafik, welche die Berechnungen der Brookings Institution dokumentiert. Die prognostizierten Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen, aber die Dynamik seit 2016 spricht eine deutliche Sprache: In Indien sank die Armut in den letzten beiden Jahren in schnellem Tempo, in Nigeria stieg sie in kontinuierlichem Mass. Dasselbe gilt für die Demokratische Republik Kongo.

Global poverty predictions

Zum Teil lässt sich die Misere in Nigeria und der DRK damit erklären, dass grosse Länder mit bedeutenden Rohstoffvorkommen oft ein hohes Mass an Ungleichheit aufweisen, nicht nur in Afrika, sondern fast überall auf der Welt. Rohstoffeinkommen lassen sich leicht über eine autoritäre Politik monopolisieren. In Russland und Saudiarabien lässt sich der gleiche Mechanismus beobachten. Zu Recht wird von einem «Rohstoff-Fluch» gesprochen.

Länder mit grossen Rohstoffeinkommen sind zudem immer starken Einflüssen der Grossmächte unterworfen. Der Irak wäre 2003 kaum angegriffen worden, wenn das Land nicht grosse Ölvorkommen hätte. Politische Stabilität ist entscheidend für Wohlstandsvermehrung. In Rohstoffländern ist dies phasenweise kaum zu erreichen.

Aber vollständig lässt sich die Misere damit nicht erklären. Die Probleme sind viel tiefgreifender. Nigeria fällt ja nicht nur gegenüber Indien zurück, sondern wird bald auch von einem Land wie Bangladesh eingeholt, das lange Zeit zu den ärmsten der armen Länder zählte.

Botswana ist ein anderes Kontrastbeispiel. 1950 war das kleine Land mit den grossen Diamantenvorkommen deutlich ärmer als Nigeria. Seit den 1980er-Jahren geht es aber deutlich aufwärts. Die Grafik zeigt die Veränderung der Wachstumsraten in ausgewählten Ländern, darunter Botswana und Nigeria.

Die Grafik stammt aus dem neuen Lehrbuch «CORE Econ», das im Anschluss an die Finanzkrise von einer Gruppe von kritischen Ökonominnen und Ökonomen entwickelt wurde. Diese Gruppe ist davon überzeugt, dass der entscheidende Unterschied zwischen Botswana und Nigeria die Rolle des Staates ist. In Botswana verwandelte sich die Verwaltung in eine Entwicklungsagentur, die es der Elite verunmöglichte, die Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft an sich zu reissen, und das Kapital gezielt in produktive Sektoren lenkte.

Das Vorbild ist ein Land wie Südkorea, wo der «Developmental State» besonders erfolgreich operierte. Die Grafik zeigt, wie spektakulär der Erfolg Südkoreas seit 1950 ist. Damals war der Lebensstandard im vom Krieg versehrten Land auf demselben Niveau wie in Nigeria.

35 Kommentare zu «Indien überholt Nigeria»

  • Rolf Zach sagt:

    Es ist absolut notwendig, wenn man ein Land analysiert, zuerst die Machtelite anzuschauen und wie sie sich mit ihrer Funktions-Elite abstimmt, denn die sind die wahren Leistungsträger einer Gesellschaft. Daraus ergibt sich das System der Gesellschaft. Ein Volk kann ihre Regierung sehr hassen, aber dass heißt noch lange nicht, dass es mit der Grundüberzeugung ihrer Mächtigen im Konflikt ist.
    Alle Revolutionen kommen niemals von den gewöhnlichen Leuten, sondern immer von Menschen, die nicht nur Funktions-Elite sein wollen und der Macht dienen, sie wollen selber Macht haben.
    Studiert man den Aufstand und die kommunistische Revolution in Vietnam, waren die Protagonisten Lehrer, Beamte und Akademiker, die für die Franzosen und die chinesischen Geschäftsleute Katze buckeln mussten.

  • Anh Toàn sagt:

    Wer regiert Afrika? Korrupte Banden
    Wer zahlt die korrupten Banden? Der Westen, „wir“, das Kapital, die Reichen.

    Wer zahlt, regiert.

    • Rolf Zach sagt:

      So ein Blödsinn, es stimmt einfach nicht, es ist die Elite dieser Länder, die dafür sorgt, ob es einem Volk gut geht oder nicht. Sie bestimmen, wie viel Einfluss sie den ausländischen Mächten zubilligen oder nicht.
      Natürlich gibt es ausländische Mächte in Afrika, die nicht zum guten dieser Länder handeln. Aber gerade die Chinesen sind äußerst beliebt, weil sie bei ihrem handeln, die Moral vollständig beiseite lassen. Aber es kann auch durchaus sein, dass geschenkte Gelder bei diesen Ländern mehr zerstören als fördern, auch wenn beste Absichten, aber völlig falsche Konzepte, dahinter stehen.
      Die Afrikaner selbst haben mehr Verständnis für ihre Regierungen, weil sie finden, wenn man Macht hat, ist es die individuelle Pflicht, soviel wie möglich für den Clan beiseite zu raffen.

      • Anh Toàn sagt:

        Was ist Blödsinn? Was stimmt nicht?

        Dass „wir“ die Bestechungsgelder zahlen an die korrupten Eliten in Afrika?

        Dass „wir“ das Geld der korrupten Eliten auf unseren Banken verwalten?

        Dass „wir“ den korrupten Eliten Waffen verkaufen um die Bevölkerung zu knechten?

        Und alles, um an die Rohstoffe der lokalen Bevölkerung zu kommen, ohne Umweltschutzvorschriften einzuhalten, etc. etc.

        Aber die korrupten Eliten bestimmen das dort in Afrika, Wir sind klein und schwach, wir können nciht ändern, wie die sind.

        • Rolf Zach sagt:

          Ich habe nie gesagt, wir sind klein und schwach,
          aber die eigenen Eliten bestimmen die Politik eines Landes mehrheitlich. Warum kann ein Land wie Sambia keine strengen Umweltvorschriften für die Kupferhütten der Glencore gesetzlich einführen? Wer hindert sie daran? Es sind nur die Leute von Glencore, die mit Schmiergelder an die Regierenden dies verhindern. Es ist nicht die EU, die Schweiz oder die USA, die wegen solcher Vorschriften Sambia boykottieren würden.
          Wie gesagt, die Chinesen sind beliebt, weil sie daheim keine moralischen Instanzen haben, die die chinesischen Geschäftspraktiken hinterfragen.
          Wer hat nun mehr Schuld an diesem Zustand, die Chinesen oder die Afrikaner?
          Diese Länder sagen sie seien souverän, kaufen aber einen Ferrari für den Sohn des Staatschefs.

          • Anh Toàn sagt:

            „Es sind nur die Leute von Glencore, die mit Schmiergelder an die Regierenden dies verhindern. “

            Aber Glencore sind doch „wir“. Die Dividenden von Glencore fliessen in unsere PK’s?

            Warum können die Leute vion Glencore das dort machen? Weil wir sie lassen: Wir könnten dies abstellen, die dort können es nicht, Glencore hat das Geld und damit die Macht.

            Sie kaufen Ferraris, ja warum verkaufen wir dem Sohn des bekanntlich korrupten Staatschefs eines armen Landes denn einen Ferrari? Das ist doch Geldwäscherei, wir nehmen sein gestohlenes Geld und wissen, es dient seiner persönlichen Bereicherung.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Schweizer Volk wird heute die Fair Food Initiative ablehnen:

            Uns interessieren weder Umweltschutz noch Arbeitnehmerschutz, da wo unsere Lebensmittel hergestellt werden. Wir wollen, dass es billig ist.

  • Arno Nym sagt:

    Ich bin etwas verwundert dass soviel geschrieben wurde ohne die grössten Probleme bzw. Hauptursachen zu nennen, nämlich die hohe Geburtenrate und die Korruption.

    Eine Übersicht der Geburtenraten für alle Länder spricht für sich:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Geburtenrate

    • Anh Toàn sagt:

      Sie könnten genauso gut auf eine Statistik zum Pro Kopf Einkommen verweisen:

      Das tiefe pro Kopf Einkommen ist Hauptursache der Armut.

    • Anh Toàn sagt:

      Auch „Korruption“ ist Folge von Armut:

      Jeder ist bestechlich, unterschiedlich ist nur, womit. Arme kann man bereits mit wenig Geld bestechen, Reiche nur mit viel Geld oder anderen Vorteilen.

      Korruption hat zwei Seiten. Wenn „wir“ über Afrika reden, wird immer darüber geredet, dass die Bestechungsgelder nehmen. Wir sollten darüber reden, wer die Bestechungsgelder zahlt. Nicht wegen Schuld, sondern wegen Lösungsorientierung:

      An unserem Anteil am Problem zu arbeiten ist effizienter, als denen ihren Anteil daran vorzuwerfen.

      • Rolf Zach sagt:

        Sie haben wahrscheinlich mit Ihrer Ansicht die Mehrheit unserer Entwicklungsexperten auf Ihrer Seite, geehrter Anh Toàn, aber die Realität ist nach meiner Ansicht anders. Gibt es einen moralischen oder unmoralischen Welthandel?
        Denken Sie einmal darüber nach, warum Südkorea so erfolgreich ist und Nordkorea überhaupt nicht. Haben die Menschen dieser beiden Staaten verschiedene Gene? Warum hat die Türkei so schlecht industrialisiert, obwohl alles 1945 vorhanden war. Nigeria war 1960 das Schmuckstück von Westafrika und hatte mit den Ibos die besten Kaufleute, die die Libanesen nie fürchten mussten.
        Die Elite richtet das System eines Landes ein, dass das Land tragen muss. Unser Fehler liegt darin, dass wir falsche Vorbilder abgeben, aber auch dies ist zweifelhaft.

  • Rolf Zach sagt:

    Habe gerade Scobel verfolgt über die richtige Politik für die Entwicklung in Afrika und Asien und zu was wir Europäer verpflichtet sind, damit es diesen Menschen besser geht. Der Tenor war eigentlich dieser, wir können als Teilnehmer der reichen Staaten entscheidend das Wohlergehen dieser benachteiligten Völker steuern. Es liegt in unser Hand, dass es ihnen besser geht, sagten die Experten bei Scobel. Ein Philosoph aus Südafrika sprach von Grenzen überwinden und alle waren sich einig, dass die Emigration dieser Menschen uns Reichtum bringt und den armen Länder schadet. Ein Widerspruch in der Logik der Diskussion, die großzügig übergangen wurde.

    • Rolf Zach sagt:

      Sind diese armen Länder unsere unmündigen Kinder, die nicht intelligent sind, was ihnen gut tut. Die Europäer beuten Afrika aus und Präsident von Nigeria beklagt sich über diesen Zustand, aber es waren die Chinesen, die die Textilindustrie in Nigeria kaputt machten. Aber wer wird am meisten hofiert von der Macht-Elite in Afrika, China. Die sind einfach angenehm, die haben keine Moral, dass wollen wir Afrikaner, aber die Grenzen nach Europa müssen offen sein, sonst könnten die Untertanen noch rebellieren.
      Kein Wort darüber, dass heute die Zivilisationen auseinander gehen. Die Elite in Afrika und Asien hasst die Menschenrechte der Aufklärung. Sie sind ein koloniales Übel und unterdrücken sie.

      • Rolf Zach sagt:

        Lieber bleiben wir als Regierende dieser Länder von Afrika und Asien in Armut, aber wir haben unsere Identität und sind befreit von diesem westlichem Blödsinn des Fortschritts.
        Wir definieren den Fortschritt und wir wissen wie wir unsere Untertanen ausbeuten. Dem müssen so Experten wie bei Scobel unbedingt zustimmen und für diese Experten sind wir Europäer eindeutig die Schuldigen.

      • Anh Toàn sagt:

        „Lieber bleiben wir als Regierende dieser Länder von Afrika und Asien in Armut…..“

        Wir, der „Westen“ mit Putin’s und Xi’s Oligarchen, oder „das Kapital“, regieren Afrika: Al Sisi ist unser Mann in Ägypten, Mursi, den die Ägypter wählten, wurde zum Tode verurteilt. Und die EU will jetzt mit Al Sisi ein Abkommen schliessen, dass die Verfolgten nicht mehr nach Europa können. Verfolgt, gefoltert, in Massenschauprozessen abgeurteilt werden die Muslim Brüder in Ägypten, Al Sisi uns hinter Mauern und Stacheldraht.

        Sie Herr Zach haben mal Royal Dutch erwähnt: Die Bande an der Macht in Nigeria bringt unseren PK’s die satten Dividenden von Royal Dutch.

        Die korrupten Regierungen (Gangsterbanden) werden mit unserem Geld bestochen.

        Geld regiert die Welt, und wir haben es.

        • Anh Toàn sagt:

          Soweit ich weiss war die Schweiz eines der letzten Länder dieser Welt, welches Bestechung ausländischer Beamter unter Strafe stellte. Bis vor vielleicht 15 Jahren, war Bestechung ausländischer Beamter sogar steuerlich absetzbar.

          Aber die sind nicht wegen unserem Geld korrupt, die sind korrupt, weil sie Afrikaner sind.

    • Anh Toàn sagt:

      „…. dass die Emigration dieser Menschen uns Reichtum bringt und den armen Länder schadet. Ein Widerspruch in der Logik der Diskussion,….“

      Nein, kein Widerspruch: Wirbt Juve Ronaldo von real ab, bringt dieser doch Nutzen Juve und sein Fehlen schadet Real.

      Wo ist der Widerspruch?

      • Anh Toàn sagt:

        Unlogisch ist die Argumentation der „Grenzmauerer“: Da kommen nutzlose Kopftuchmädchen und Messerstecher und indem die sich bei uns alimentieren lassen, und dann in deren Heimatland beim Aufbau fehlen:

        Da erkenne ich dir Unlogik in der Argumentation.

  • Rolf Zach sagt:

    In West- und Äquatorialafrika außer Ghana und Liberia sind all diese Staaten Mitglied der Islamischen Weltliga mit der islamischen Erklärung der Menschenrechte. Sogar Mosambik mit nur 20 % Moslems ist Mitglied dieser Liga.
    Die Mehrheit der tonangebenden Intellektuellen mit moslemischen Glauben sind überzeugt, mit einer besseren Befolgung islamischer Grundsätze sei die wirtschaftliche Rückständigkeit von Afrika mit Leichtigkeit aufzuholen. Diese Intellektuellen können gar nichts anfangen mit einem islamischen Reformer wie Bassam Tibi, der nur bei uns im Westen tätig sein kann. In den islamischen Ländern ist er auf dem Index. Diese Herren sind näher an der saudiarabischen Ausprägung des Islams, als man sich bei uns vorstellt.

    • Rolf Zach sagt:

      Sie sind überzeugt, dass der Eurozentrismus der Grund allen Übels in Afrika ist und nur Reformen nach ihren islamischen Vorstellungen bringen das Gute. Nur das Resultat ist folgendes: Millionen von Menschen, die nach Europa emigrieren möchten. Die Flüchtlingsströme haben nur deshalb abgenommen, weil die Wahrscheinlichkeit auf dem Weg nach Europa umzukommen heute mehr als 50 % ist. Diese Menschen sind wie wir (obwohl ihre Nützlichkeit für uns sehr beschränkt ist) und überlegen rational genau, ob dieses Risiko an sich noch wert ist.
      Keine Auswanderung nach Europa bedeutet aber auch für die dortigen Machthaber mehr Unruhen in ihren Völkern, deshalb werden sie nie etwas substanzielles gegen diese Auswanderung unternehmen. Alles andere ist Träumerei.

  • Rolf Zach sagt:

    Ohne Willen der Macht- wie auch der Funktionselite eines Staates sind Wirtschaftswachstum und Förderung der Wohlfahrt eines Landes unmöglich, da können westliche NGO’s noch so unsere vergangenen und heutigen Sünden anmahnen, es zählt nicht. Auch wenn wir auf unsere Sünden verzichten, wie dies Jean Ziegler in seinen Werken vehement fordert, so sind unsere Sünden (inkl. Waffen-Exporte, unser bösartigstes Verhalten) nur zu höchstens 10 % an der Miesere Schuld, 90 % sind die Fehler der einheimischen Eliten und nicht nur der obersten Regierungsbehörden, dass geht auch tiefer, afrikanische Akademiker sind nicht gewillt für irgendetwas billig im Sinne der Allgemeinheit zu erschaffen. Ziegler und seine Adelaten suchen immer die Schuld bei uns, aber nie bei diesen Ländern.

    • Rolf Zach sagt:

      Da wird bei Ziegler Fidel vergöttert und seine Leistung für die Allgemeinheit hervorgehoben. Ja, wo ist Kuba und Venezuela heute.? 1950 waren Venezuela und Kuba an erster und zweiter Stelle im Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika. Die waren gar nicht so weit hinter der Schweiz und wo stehen sie heute?
      Die Grafik im Artikel zeigt Südkorea, kein Wort darüber bei den Kuba-jubilierenden Linken. Wenn es schief läuft sind immer die Amerikaner schuld und gerade dahinter die Schweizer Banken. Natürlich sind diese sehr aggressiv bei der Entgegennahme dieser am Volk gestohlenen Gelder und es ist absolut zu verurteilen, aber wie gesagt, es ist nicht der Grund der Miesere. Übrigens, warum hat man das prosperierende Biafra in Nigeria niedergeknüppelt?
      Die Ibos waren so tüchtig wie die Libanesen.

  • Stephan Holderegger sagt:

    Ich kenne AFRICA seit 1968 und habe selbst ein Spital Projekt in Kenya, dass seit 18 Jahren von einer Schweizerin geführt wird. Wenn man die Länder anschaut in Africa geht es nur Abwärts.. Ich sehe in erster Linie in Afrika vor allem in NIGERIA der Bevölkerungs Zuwachs, da wird in den nächsten Jahren eine Hungersnot Ausbrechen, wo der Westen gar nicht im Stande ist zu Lösen.! Geschweige die Korruption in diesen Ländern. Gehen Sie mal nach Lagos und sehen Sie sich dieses Elend und die Kriminalität vor Ort an!
    Ich behaupte heute sogar Afrika ist ein verlorenen Kontinent und die Hilfe wie Sie der Westen betreibt ist Grundlegend Falsch und die seit 30 Jahren. Unser Spital Projekt wäre so ein Vorzeigen Projekt, wie es Funktionieren könnte.

    • Kaspar Tanner sagt:

      Können Sie in 800 Zeichen kurz umreissen, was Ihr Projekt erfolgreich macht?
      Soweit ich weiss, ist in Nigeria die Korruption allgegenwärtig und man kriegt als ehrliche Haut nichts hin.
      Was machen Sie richtig mit Ihrem Projekt?

  • Marcel Senn sagt:

    „In Botswana verwandelte sich die Verwaltung in eine Entwicklungsagentur, die es der Elite verunmöglichte, die Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft an sich zu reissen, und das Kapital gezielt in produktive Sektoren lenkte.“
    .
    Das wäre der einzig richtige Weg für Afrika! Sämtliche Rohstoffvorkommen müssten verstaatlicht werden und entweder selber gefördert werden oder zu marktgerechten Lizenzpreisen an Rohstoffgiganten für die Förderung temporär verpachtet werden.
    Und die Einnahmen gezielt in Infrastruktur und Entwicklung eingesetzt werden.
    Nur bei all den korrupten Regierungen und Clans in Afrika wird das vermutlich ein Traum bleiben.

    • Rolf Zach sagt:

      Gut gemeint, wird aber nie funktionieren!
      Afrika ist ein Kontinent mit großem Reichtum gesegnet. China und große Teile von Europa und Nordamerika haben diese reichhaltige Natur nicht.
      Afrika war nie gezwungen (mit Ausnahme von Ägypten) Bürokratien zu entwickeln, um langfristig das Überleben zu sichern. Die Kolonialzeit mit seinen Einrichtungen war in vielem etwas total fremdes und unverständliches und nicht selten grausames. Eine dünne Lackschicht über die eigne Zivilisation, wo die dortigen Eliten nur die Äußerlichkeiten unserer Zivilisation akzeptieren, aber mehr auch nicht. Da die Bevölkerung nach wie vor zunimmt, trotzdem die Nettoreproduktionsrate mit kaum wahrnehmbarem Schritten zurückgeht, wir es deswegen in den nächsten 30 Jahren nicht besser.

  • Marcel Senn sagt:

    Den grössten Taucher dürfte wieder mal die Achterbahnnation Argentinien gemacht haben. Lag das BIP Ende 2017 noch bei 11.5 Billionen Peso zu 19 pro Dollar bei rund 44.7 Mio Argentiniern noch bei rund 13’500 US$ Capita, so dürfte es heute bei geschätzen 12.5 Bio Peso zu 40 pro $ und 44.9 Mio Argentinier auf knapp 7000 US$ Capita gefallen sein.
    Immerhin konnte die argentinische Oligarchie von 2016 und 2017 mit einem stark überbewerteten Peso sich mondäne Ferien in Miami, Paris und der WM in Russland leisten, während das Volk zuhause zunehmends verarmte.
    Unter den vielgeschmähten Kirchners ging es dem Grossteil der Bevölkerung definitiv besser. Sie gab das Land Ende 2015 mit einer Verschuldung von 55% des BIP’s, ab.
    Per Ende 2018 wird eine Verschuldung von 110% erwartet…

    • Rolf Zach sagt:

      Don’t Cry for Me Argentina, dieser Song aus dem Musical Evita spricht für die argentinische Misere.
      Ich habe einfach den Eindruck, dass dieses so vom Lieben Gott reichlich gesegnete Land es wie Eva im Paradies nicht lassen kann, vom verbotenen Apfel zu kosten. Menschliche Gemeinschaften müssen existenzielle Schwierigkeiten erfahren, sonst kommen sie nicht langfristig zu einem gesicherten Wohlstand.
      Dabei wäre nur nötig, ein wenig langfristig denkender Peronismus und weniger Dünkel der Großgrundbesitzer und die Sache würde bestens funktionieren. Aber eben, wie der argentinische Papst Franziskus, eine sympathische Person, man weiß nicht so recht, was nötig ist.

      • Marcel Senn sagt:

        Zach: Man merkt halt, dass viele Argentinier italienischer Abstammung sind. Etwa die gleich horrende Bürokratie mit einem mehrfachen an Gesetzen im Vergleich z.b. der Schweiz (wie Italien auch), in Sachen Anwaltsdichte pro Einwohner liegen Italien und Argentinien glaub auf Platz 4 & 5 pro Einwohner (hinter Israel, den Amis & glaub Griechenland).
        Das Land hätte eigentlich ein riesiges Potential, aber die schaffen es einfach nicht was da draus zu machen. Der aktuelle Präsident hat auch mehrere Panamakonten. Während man in Island den Ministerpräsidenten gleich zum Teufel gejagt hat mit seinen Panamakonten, passiert in Argentinien deswegen einfach
        N I C H T S…
        In Sachen Unfähigkeit kann Macri schon bald mal Maduro das Wasser reichen!

  • Michael Perini sagt:

    Nigeria fördert so viel Öl wie Indien und Südostasien zusammen. Interessant, nicht wahr? Wieso bleibt da nichts hängen? Wo geht dieses Öl hin?

    https://tradingeconomics.com/nigeria/exports-by-country

    https://commodity.com/country-profiles/nigeria/

    https://nairametrics.com/nigerias-top-trade-partners/

    Kein Wunder geht das Land kaputt wenn alle auf ein Auto und Kühlschränke bestehen, aber das einzige, was sie produzieren ist – Gott sei Dank für Asien – Öl und Gas, welches rapide zu Neige geht, weil in den Deposits Fracking nicht überall möglich ist. Und Kinder. Viele Kinder.

    Die latent linke Perspektive kann der Autor sich sparen, dieser „Rohstoff-Fluch“ heisst auf Englisch Dutch Disease, weil er die Holländer in diese Falle trieb. Schwerlich ein autoritärer Staat.

    • Rolf Zach sagt:

      Nicht die Natur ist das Problem von Afrika, es sind seine Eliten, im wahren Sinn ein schwarzes Loch mit wenig Sinn und Verstand. Wer anders denkt in dieser Elite, wird durch das allgemein anerkannte Prinzip des Clan-Denkens, welches meilenweit über allem steht, niedergeknüppelt. Diese Zivilisation der Clans zu kritisieren, ist einfach sittenwidrig. Korruption ist nicht eine materielle Notwendigkeit, wie in Asien und Lateinamerika, es ist das notwendige Sein eines Mitglieds der Elite. Man ist nicht ein Mensch, wenn man solches nicht befolgt. Was soll man da machen, dass durchaus gleiche Gehirn, wie wir es haben, heraus zu operieren? Der Mensch ist ein soziales Wesen, kein Einzel-Genie. Als Afrikaner wünsche ich nicht in meinem Gemeinwesen unsozial zu sein.

  • Ronnie König sagt:

    Das Geld der nigerianischen Elite lagert u.a. hier in der Schweiz! Und Nigerianer flüchten u.a. hierher. Ich schrieb mehrmals vor 10 Jahren schon, dass die Bürger nur ihrem Geld folgen.

  • Leo Klaus sagt:

    Es waere besser, die letzte Grafik wuerde den Medieneinkommen zeigen. Wie wir wissen ist der Durchschnittswert nicht immer aussagekraeftig, vor allem in Laendern mit grosser Ungleichheit, z.B. hier Russland und Brasilien welche man mit Suedkorea vergleicht.

  • Alex Beck sagt:

    Diesen Bericht sollte man noch um Länder wie z.B. China ergänzen, welches vor einigesn Jahrzenten ebenfalls noch ein hungernder Bauernstaat war, denn er zeigt eindeutig, wie wichtig die Rolle der eigenen Regierung bei der Entwicklung ist.

    Es demaskiert zudem auch die ganzen Vorwürfe derjenigen, Europa hätte eine Erbschuld namens Kolonialzeit und man müsse daher uneingeschränkt Leute von dort hier aufnehmen.

    Und zu guter letzt zeigt es, inwiefern Entwicklungshilfe nützlich ist: gar nicht, solange keine Regierung vor Ort für eine geeignete Verteilung sorgt. Ich wüsste z.B. nicht, dass jemals bei uns für Leute in Südkorea gesammelt wurde, während der Sack mit der „Hilfe für Afrika“ ständig herumgereicht wird. Man vergleiche aber die Lebensstandards von SK vs. Nigeria heute und 1950…

  • Kaspar Tanner sagt:

    Herzlichen Dank für die Infos.
    Ich lese pro Jahr ein oder zwei Bücher über Afrika in der Hoffnung, dass es von dort auch Erfreuliches zu lesen gibt (die kurzfristig operierenden Tageszeitungen sind eh‘ nur an Krieg, Krisen und Katastrophen interessiert und berichten kaum über unauffällige, aber wichtige Trends). Leider meistens ohne Erfolg.
    Von Botswana habe ich aber verschiedentlich Gutes gelesen. Wäre schön, mehr über diesen Staat zu erfahren. In einem zerfallenden, hoch korrupten Umfeld eine langfristige Politik betreiben ist weit schwieriger als in einer intakten Nachbarschaft. Von dem her: Alle Achtung!
    Erschwerend kommt hinzu, dass in Botswana HIV/AIDS weit verbreitet ist.
    Ich habe grossen Respekt vor der Führung dieses Landes.

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