Der SNB sind die Hände gebunden

Das latente Aufwertungsrisiko des Frankens beschränkt ihren Handlungsspielraum: SNB in Bern. (Foto: Keystone/Gaetan Bally)

EZB-Präsident Mario Draghi konstatierte letzte Woche zufrieden, dass die aktuellen Turbulenzen in einzelnen Staaten auch dort bleiben und nicht andere Länder anstecken. Seine Kollegen in der Nationalbank, die diese Woche ihren geldpolitischen Entscheid fällen, dürften das etwas anders sehen. Der Franken bekommt jedes noch so kleine Beben in Euroland oder dessen Nachbarländern zu spüren. Auch zehn Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise respektive acht Jahre nachdem in Griechenland die Euro-Staatsschuldenkrise begann, hat sich daran nichts geändert. Der Franken-Euro-Kurs schlägt so sensibel aus wie die Nadel eines Seismografen.

So genügten die Währungsturbulenzen in der Türkei und der Regierungsantritt der Populisten in Italien, um den Traum von einer Franken-Normalisierung zu zerstören. Der Wechselkurs hatte sich im April endlich wieder auf 1.20 Franken pro 1 Euro eingependelt; jener Untergrenze, die die SNB von September 2011 bis Januar 2015 verteidigt hatte. Inzwischen kostet 1 Euro nur 1.12 Franken. Im Falle der Türkei wird befürchtet, dass europäische Grossbanken im Kreditgeschäft herbe Verluste einfahren könnten. In Italien droht ein Streit mit der EU über die Höhe der Staatsdefizite von Eurolands grösstem Schuldnerstaat.

Aufwertungen sind die Regel

Dabei ist der Franken keine Fluchtwährung im klassischen Sinne mehr, bei der Ausländer bündelweise Bargeld auf Schweizer Bankdepots verfrachten, um es am heimischen Fiskus vorbeizuschleusen. Seit dem AIA ist es damit weitgehend vorbei. Viel wichtiger ist seine Funktion als Euro-Alternative für Anleger weltweit. Der Franken ist die liquideste und sicherste Variante für all jene, die in Kontinentaleuropa investiert sind, aber eine Alternative zum Euro suchen. Kein strategisches Verstecken, sondern ein taktisches Ausweichen – um die Asset Allocation zu optimieren.

Situationen, in denen sich ein solcher Switch in die Schweiz lohnt, gibt es genug. 2016 war es das Brexit-Referendum, 2017 die französische Präsidentschaftswahl, dieses Jahr Italien. 2019 drohen neue Aufwertungsschübe für den Franken, wenn Ende März der Brexit besiegelt und Ende Mai ein neues EU-Parlament gewählt werden.

Das latente Aufwertungsrisiko des Frankens wird nicht dauerhaft abnehmen. Es sei denn, sämtliche Bonitätsrisiken in der Eurozone verschwinden und die politische Integration der Eurozone und der EU (ohne Grossbritannien) geht plötzlich einmütig voran. Aufwertungsschübe sind eher die Regel als die Ausnahme. Die wenigen Male, als sich in den vergangenen Jahren der Franken zum Euro abschwächte, war in der Öffentlichkeit sofort von einer Normalisierung die Rede. Doch es verhält sich umgekehrt: Solche Frankenabschwächungen sind vorübergehende Korrekturen. Phasen, in denen der Franken zum Euro an Wert gewinnt und der Euro-Wechselkurs deutlich unter 1.20 Fr. notiert, entsprechen hingegen dem Normalzustand.

Kein Spielraum für die Nationalbank

Für die Nationalbank hat das Konsequenzen. Sie kommt nicht umhin, ihre gesamte Politik von der Frankenstärke abzuleiten. Das wird sich in den kommenden sechs bis zwölf Monaten besonders deutlich zeigen. Die Schweiz befindet sich in einem Boom. Die Wirtschaft wächst rund 3%, der Arbeitsmarkt trocknet aus und die Kapazitäten sind überdurchschnittlich ausgelastet. Über kurz oder lang sollten die Preise und Löhne anziehen. Die Nationalbank müsste die Zinsen erhöhen, um ihr Mandat zu erfüllen und die Inflation mittelfristig unter 2% zu halten.

Aber kann sie das, ohne dass der bereits feste Franken noch viel fester wird? Sie müsste die Zinsen dramatisch erhöhen, um die Konjunktur tatsächlich abzubremsen. Gegenwärtig hält sie den Libor auf –0,8%! Die US-Notenbank hält in einer vergleichbaren konjunkturellen Situation den Leitzins auf +2% und wird ihn weiter heraufsetzen.

Diese Option hat die Nationalbank nicht. Die Märkte erwarten, dass sie überhaupt nicht an der Zinsschraube dreht, bevor auch die EZB beginnt, den Leitzins für den Euroraum leicht anzuheben. Das wird kaum vor Herbst 2019 geschehen. 

Und allfällige Inflationsgefahren? Auch hier dreht sich alles um die Landeswährung. Wobei eine starke Währung der Nationalbank für einmal sogar entgegenkommt. Denn solange der Franken sich nicht abschwächt, bleibt die Teuerung unter Kontrolle.

64 Kommentare zu «Der SNB sind die Hände gebunden»

  • Marcel Senn sagt:

    Hier noch eine interessante Perspektive.
    Die Weltreservewährungsbestände machen aktuell 11.6 Bio $ aus, davon sind 62.5% Claims in US$ (=6.5 Bio $, wovon die 6.2 Bio $ Treasuries im ausländischen Händen der Grossteil ausmacht), aber nur gerade mal lächerliche 18 Mrd oder 0.17% der Weltwährungsreserven sind in CHF

    http://data.imf.org/regular.aspx?key=41175

    Das heisst im Ausland hält fast niemand unsere Franken als Reservewährung, die kommen mit ihren USD, € etc alle in die Schweiz, tauschen die via Geschäftsbanken/SNB in CHF Guthaben um und lassen die Franken in der Schweiz zu einem wesentlichen Teil auf dem Konto und lassen es dort mit den Negativzinsen wegschmelzen oder kaufen sich allenfalls noch eine nette Oligarchenvilla mit Seeblick.

    • Josef Marti sagt:

      Negativzinsen auf ausländischen Bankguthaben bei CH Banken gab es letztmals 1978 inter Leutwiler, heute würde das die impotente SNB niemals wagen.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Gretchenfrage: Was machen denn die EZB und die SNB, wenn sich das konjunkturelle Klima innerhalb der nächsten 2, 3 Jahre eintrübt und rezessive Tendenzen zeigt? Meiner Ansicht nach hat die EZB zu lange auf Zinserhöhungen verzichtet. Betrachtet man die entsprechenden Futures und Indikatoren, dann geht niemand mehr von starken Zinserhöhungen in Europa aus, sondern höchstens von ein, zwei Schrittchen zu je 25 Prozentpunkten innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate.

    • Josef Marti sagt:

      Deshalb sitzt D so tierisch in der Zwickmühle mit seinen Überschüssen, es kann von dieser Schiene nicht wegkommen, ein Rückgang der Überschüsse führt zum Abschwung, aber wegen der Schuldenbremse kann es keine fiskalischen Hilfen geben und das Pulver der EZB ist verschossen. In der Not würde man weitere Steuersenkungen bei gleichzeitigen Ausgabenkürzungen beschliessen, also viel Vergnügen. In der CH wird mantrahaft schon lange ins selbe Horn geblasen, die Sparquote wächst schneller als die Inlandinvestitionen und damit resultieren steigende LB Überschüssse, folglich Ärger mit Trump.

      • Zufferey Marcel sagt:

        …oder man senkt die Leitzinsen noch tiefer. Theoretisch gibt es keine Grenze nach unten. Aber dann wird es so richtig schmerzhaft!

        • Anh Toàn sagt:

          Es gibt eine Grenze für Negativzinsen:

          Bargeld aufbewahren zu Hause, im Banksafe verursacht auch Kosten, sobald diese jedoch tiefer sind, als die Negativzinsen legen die Leute / Unternehmen, Banken Bargeld in die Tresore statt auf Sichtkonti bei Banken (der SNB für die Banken).

  • Lorena sagt:

    Der Author widerspricht sich ja selbst. Zu hohe Inflation aber zu starker Franken. Ja was jetzt nun? Wenn sich der Franken aufwertet, sinkt ja bekanntlich die Inflation automatisch. Gleichzeitig stärkt es die Kaufkraft wieder, da diese durch das konstante Gelddrucken vernichtet wird. Die SNB ist der Exportwirtschaft hörig. Die Konsumenten interessiert sie nicht. Die Lobbyisten scheinen gute Arbeit zu leisten. Die Presse hilft ihr dabei ohne Ausnahme, Kritik Fehlanzeige.

    • Marcel Senn sagt:

      Loreana: Sie können die aktuelle Position der SNB nicht mit ihrem angelesenen Schulbuchwissen beurteilen, denn die Mittel für die SNB FX Käufe fliessen kaum in den CH Wirtschaftskreislauf ein sondern verharren auf den Konten oder werden allenfalls noch für Real Estate in der CH ausgegeben.
      Wenn Sie ihre Schulbücher nochmals konsultieren wollen, es kommt nicht alleine auf die Geldmenge an, sondern die muss multipliziert werden mit der Geldumlaufgeschwindigkeit und die ist aktuell sehr tief, darum haben wir auch kaum Inflation.
      .
      Die Aktionen der SNB sind wirtschaftshistorisch einmalig, darum finden Sie auch keine Modelle dazu in 0815 VWL Lehrbüchern und darum kann man auch keine 0815 Schlüsse draus ziehen.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Richtig: Der Schlüsselbegriff im Zusammenhang mit der Inflation ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, Herr Senn. Solange die auf den derzeitigen Tiefständen verharrt, wird es auch keine richtige Inflation (über 2,5 – 3,5 Prozent) und damit entsprechend hohe Zinsen aller Arten geben. Dieser Umstand dürfte vor allem der fortschreitenden Globalisierung seit den 1990er-Jahren geschuldet sein: „(…) Der weltweite Grad der Globalisierung hat zwischen den Jahren 1990 und 2007 rasant zugenommen und sich seit der Grossen Rezession noch leicht erhöht.“, wie die ETH (KOF Globalisierungsindex) schreibt.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Seit 2015 ist der Globalisierungsgrad der Weltwirtschaft aber wieder rückläufig. Und nun zu meiner Annahme: D. Trump versucht mit allen Mitteln, die Globalisierung wieder auf den Stand der 1990er-Jahre zurück zu schrumpfen. Das würde also bedeuten, dass die Unternehmen in den USA (und bald auch in Europa) wieder mehr Geld in die Hand nehmen müssen, weil die Produktion aus dem Ausland zurück verlagert werden muss. Ergo steigt auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder an.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Trumps eigentliches Ziel, schätze ich, sind wieder anständige Inflationsraten, mit denen die Schulden weg gebrannt werden können. Auf einem anderen Weg ist die weltweite- und ganz speziell die US-Rekordverschuldung- ja nicht mehr zu bewältigen. Und dank der (partiellen) Renationalisierung der Weltwirtschaft werden wir in absehbarer Zeit auch wieder ähnliche, volkswirtschaftliche Kennziffern (BIP, Inflation, Beschäftigung, Zinsen, Löhne) sehen, wie vor 25, 30 Jahren.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Das alles klingt zugegebenermassen etwas abenteuerlich- aber irgendwie muss man diesem Präsidenten ja auch ein Mindestmass an (ökonomischer) Rationalität zubilligen, sonst wär‘s langsam wirklich nicht mehr lustig 😉

        • Marcel Senn sagt:

          Zufferey: Wenn Trump wirklich Inflation will, dann aber ohne Zinserhöhungen, wie er ja auch schon der FED reinzutwittern versuchte, denn die würden sich auf Börse, immomarkt, Staatsdefizit und die verschuldeten Corps schlecht auswirken und denn Dollar noch zusätzlich stärken.
          .
          Ob eine Reallokation von Produktionsstätten zu einer solche hohen Teuerung führen würde ist doch eher eine spekulative Betrachtung.
          Und im Falle der SNB ist es nochmals eine andere Geschichte. All die Fluchtgeldrussen, -deutschen etc parkieren ihr Geld ja nur hier in CHF, ein paar wohnen auch hier, aber der Grossteil konsumiert nicht viel in der Schweiz, darum sind diese Gelder auch nicht inflationsfördernd sondern sowas wie „sterilisiert“.

      • Lorena sagt:

        Herr Senn, mich als Idioten zu titulieren, führt leider zu keiner konstruktiven Diskussion. Hochachtungsvoll
        Lorena

  • Peter Kuenz sagt:

    Der Schaden ist von der SNB angerichtet: Die SNB führt seit zehn Jahren (eigentlich seit 1999, als die Golddeckung des CHF dejure beendet wurde)Taschenspielertricks vor (Gelddrucken aus dem Nichts, UBS-Bilanz frisieren, Hildebrand), sie lügt wenn es ihr passt (siehe Aussagen Jordan’s vor dem Fallenlassen des Mindestkurses). Sie produziert nichts, ihre „Gewinne“ sind Luftnummer, dass ist der Grund, dass sie lediglich zwei Milliarden von über 50 Millarden „Gewinn“ ausschütet. Sie tut nur eines; sie subventioniert die Exportindustrie durch die Konsumenten, Sparer und Sozialwerke, im besten Fall ein Nullsummenspiel. Das Modell Nationalbank ist fertig, sowohl in der Schweiz als auch weltweit, die SNB haben wir nie gebraucht und brauchen sie in der Zukunft noch weniger.

    • Marcel Senn sagt:

      Was soll Ihr gutschweizerisches Gejammere?
      Ist doch irgendwie ganz cool den grösste FX-Full-Hedge-Fund der Welt auf die eigene Währung mit 125% des BIP’s zu haben. Und als Additional haben wir praktisch noch eine Gratisvollkaskoversicherung gegen Inflation.
      Und sollte der Franken trotz allem je mal schwächeln, dann kann die SNB realisieren und einen Teil der Gewinne im Umfang von einigen hundert Mrd einem Staatsfonds zuführen z.B. pro AHV.
      Während die halbe Welt an den A…. ging, sich immer mehr verschulden musste, konnte die Schweiz dank der einem der weltgrössten Leistungsbilanzüberschussstakkato pro Kopf noch fleissig Schulden abbauen.
      .
      No Risk, no Fun Herr Kuenz!
      In Argentinien würde man sich auf jeden Fall die Finger schlecken, wenn die dort unsere „Probleme“ hätten!

      • Peter Kuenz sagt:

        Ich hoffe sehr, dass Sie es ironisch meinen. Der „grösste FX-Full-Hedge-Fund“ ist leider nicht cool, aus vielen Gründen, der wichtigste aber; weil er in keiner Art und Weise kontrollierbar ist, hedgen kann man das Ding sowieso nicht da es in diesem Ausmas keine Gegenpartei gibt.
        Das ist auch der Grund, warum man in den 70’er Jahren, als der Aufwertungsdruck ähnlich hoch war, nie zu solchen Massnahmen gegriffen hat. Argentinien hat vieles falsch gemacht u. a. hemmungloses Gelddrucken (=SNB) die Anbindung des Pesos an den US Dollar (=SNB), anschliessend die radikale Abwertung des Peso (=SNB?).

        • Marcel Senn sagt:

          Kuenz: Nein das meine ich eigentlich ernst. Gut allenfalls die ersten 135 Mrd CHF im April/Mai 2010 noch zu 1.40 zum € die waren etwas verfrüht verpülverlet.
          Ohne FX Eingriffe hätten wir vermutlich einige zehntausend oder gar mehr Arbeitslose mehr gehabt (im Export, Turismus, aber auch im Detailhandel, denn kaum einer hätte noch in der CH eingekauft) (gut andererseits etwas weniger Masseneinwanderung hätte es dafür gegeben).
          Der Bund hätte vermutlich einige Jahre mehr mit roten Zahlen gehabt.
          .
          Ihr Vergleich mit Argentinien ist sowas von falsch! Dort hat die BCRA einheimische Staatsanleihen aufgekauft und Geld in Umlauf gebracht, das hat die Inflation beflügelt.
          All die Fluchtgelder in die CH sind aber höchstens sehr marginal in den Geldkreisumlauf gekommen z.B. durch Villenkäufe

        • Marcel Senn sagt:

          Die Argentinier haben 1990 den Peso an eine stärkere effizientere Währung angebunden und konnten mit der Produktivität dann nicht mithalten, die SNB aber an eine 2011 tendenziell schwächere und kriselnde Währung mit dem €.
          Das ist doch so ein fundamentaler Unterschied wie Tag und Nacht!!!
          .
          Nur die monetäre Basis M0 ist in der CH von 2007 von 40 Mrd auf aktuell 552 Mrd gestiegen (infolge der FX Käufe und Verdoppelung Notengeld von 40 auf 80 Mrd), die Geldmenge M3 hat nur um rund 60% zugenommen seit 2007 und die Privatnettovermögen (inkl. Immobilien) der privaten Haushalte sind von 2007 von 2.6 Bio auf 3.5 Bio (2016) gestiegen. Das rechtfertigt auch die Ausweitung der Geldmenge ohne dass es zu Inflation kommt.
          Im übrigen ist auch die Geldumlaufgeschwindigkeit massiv gesunken.

          • Marcel Senn sagt:

            Das grösste Risiko für die SNB wäre vermutlich eine globale Finanzkrise mit einem Börsencrash von z.B. 50%, wenn sich das Aktienportefeuille von rund 165 Mrd der SNB halbieren würde.
            Aber bei aktuell 139 Mrd Eigenkapital, könnte die SNB auch diese 80-85 Mrd locker wegstecken und hätte dann wieder ein EK wie ungefähr anno 2007. Nach dem Motto zurück zum Start.
            Gut die rund 79% Bonds würden dann vermutlich noch etwas aufwerten und der potentielle Verlust sich verringern.
            .
            Ich sehe die Position der SNB also in keiner Weise so besorgniserregend und dramatisch wie Sie. Und sollte die nächste grosse Finanzkrise kommen, wird die CH wie schon 2009 mit hoher Wahrscheinlichkeit als einer der grossen Sieger da draus gehen u.a. eben auch dank der SNB!
            Spielen Sie die Szenarien doch mal durch!

          • Josef Marti sagt:

            Senn: Bei einer Halbierung per Börsencrash hat nicht die SNB ein Problem, sondern vielmehr die Renditesklaven die dann auf halbierten PK Altersguthaben hocken und erst noch mit immer tieferem Umwandlungssatz.

          • Marcel Senn sagt:

            Marti: Die SNB hätte nicht wirklich ein existenzgefährdendes Problem, das Eigenkapital würde dann von aktuell 139 Mrd einfach wieder auf rund 55-60 Mrd sinken, also dem Stand von 2007.
            Ja die Pensionskassen, die AHV und viele andere hätten dann wesentlich grössere Probleme, wenn sich die weltweiten Börsenwerte von aktuell rund 86 Bio $ halbieren würden.
            Gut halbieren würden sich die PK Guthaben nicht, da meist max. 40% in Aktien investiert sind, das wäre dann ein Verlust von 20%, aber würde auch schon genügen um die Altersarmut gehörig voranzutreiben.

      • Jan Svoboda sagt:

        „Und sollte der Franken trotz allem je mal schwächeln, dann kann die SNB realisieren und einen Teil der Gewinne im Umfang von einigen hundert Mrd einem Staatsfonds zuführen z.B. pro AHV.“
        Na klar, und die Erde ist flach und Wasser fliesst alleine bergauf. Das war der Lacher, welche Gewinne denn? Die SNB hat Devisen, vor allem Euro längst vor der Einführung des 1.2 Fr Mindestkurses in Sep 2011 begonnen, mindestens seit 2002, die meiste Zeit war der Eurokurs zwischen 1.65 und 1.3 Fr, wenn Ihre Hellseherkugel Kurse oberhalb von 1.3 sieht,haben Sie bestimmt geheime Infos direkt vom Genossen Juncker, hat er in der Nase gebohrt und auf Goldader gestossen?

        • Marcel Senn sagt:

          Svoboda: War ja echt klar, dass wieder mal einer Ihrer völlig unbedarften Bull-Sh.t-Kommentare kommen musste!
          .
          Bei 1.65 hat die SNB gerade mal Null gekauft, dafür aber nicht schlecht als der € bei 1.03 bis 1.08 kostete und das hat sich dementsprechend auch fett in der Bilanz niedergeschlagen.
          Im übrigen beträgt der € Anteil mit FX Derivaten gerade mal 38.1%!
          Haben Sie denn das Gefühl die akt 139 Mrd Eigenkapital der SNB seien einfach Manna vom Himmel oder was?
          Bevor Sie mir mit Ihrem dummdämlichen Halbwissen an den Karren fahren wollen, machen Sie sich doch mal schlau Sie Svoboda!

          https://data.snb.ch/de/topics/snb#!/cube/snbcurrc?fromDate=2007-Q2&toDate=2018-Q2&dimSel=D0(T0,ICHF0,T1,ICHF1,T2,ICHF2,T3,ICHF3,T4,ICHF4,ICHF5,ICHF6)

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            Sie sind für einen Lacher immer gut, die oben genannte Kurse gab es nur für ganz kurze Zeit in Aug 2011,da hat die SNB gesamthaft Devisen für mikrige 35 Mld. Fr gekauft und anschliessend wieder verkauft, und dann Anfangs 2015 bis 2 Q 2017 da hat sich der Devisenbestand von cca 530 Mld. auf etwa 725 Mld. erhöht, Summa summarum alles kaum ein Drittel des aktuellen Bestands., und davon sollen Milliardengewinne resultieren? Angesichts der Lage im Euroraum und am US Aktienmarkt sind Milliardenverluste so gut wie sicher.

          • Marcel Senn sagt:

            Svoboda: Da Sie ja scheinbar immer alles besser zu wissen meinen, können Sie mir sicher auch profunde erklären, wieso das Eigenkapital/ Rückstellungen der SNB von 2007 von 59 Mrd auf aktuell 139 Mrd gestiegen ist & dies obwohl seither noch um die 17Mrd Dividenden an die Kantone ausbezahlt wurden, ohne Dividendenauszahlungen wäre es sogar bei 156 Mrd, also plus 97Mrd s.2007

            https://data.snb.ch/de/topics/snb#!/cube/snbbipo?fromDate=2007-07&toDate=2018-07&dimSel=D0(GFG,D,RIWF,IZ,W,FRGSF,FRGUSD,GSGSF,IG,GD,FI,WSF,DS,UA,T0,N,GB,VB,GBI,US,VRGSF,ES,UT,VF,AIWFS,SP,RE,T1)
            .
            Im übrigen hat sich der Devisenbestand eben auch durch Aufwertung von FX-Notierungen (ausser dem Schwundpfund) aber auch Wertschriften & deren Erträge erhöht, die dann ins EK/Schwankungsreserven eingeflossen sind.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            na ja, Sie machen es einem nicht besonders schwer es besser zu wissen, Ihre naive Vorstellungen sind manchmal amüsant. In Zeiten der Bilanzakrobatik, die überall im Bankensystem herrscht ist es nicht einmal interessant zu wissen, was sich hinter der „Rückstellungen“ verbirgt.Es reicht eine mittlere Panik am Markt um die 139 Mrd. in 3 Tagen durch den Kamin zu schicken (Tagesumsätze am Forex um die 5 Bill.$) .Was Sie offensichtlich nicht verstehen,nämlich wie ein Domino funktioniert,eine globale Finanzkrise, die zweifellos kommt wird sich nicht auf die Aktienmärkte beschränken und eine Halbierung der Aktienkurse wird für die SNB nur eine kleine Kostprobe sein.

          • Josef Marti sagt:

            Svoboda: Bei Ihrem Szenario fallen auf der ganzen Welt die Vermögenswerte zusammen, damit allerdings auch die Schulden. Etwas besseres kann es gesamtwirtschaftlich gar nicht geben, das ergibt einen regelrechten Wachstumsschub.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Marti
            klar, gesamtwirtschaftlich kann es nichts Besseres geben, denn das gesamte korrupte Schneeballsystem samt Banken und an sie angehängten Politikern wird den Kanal heruntergespüllt werden, allerdings wird es den Wenigsten gefallen, denn die Meisten verstehen nicht, dass es keinen anderen Weg gibt, das Ganze ist nicht reformierbar, den Kollaps einer Kreditblase kann die Politik nicht verhindern.

          • Marcel Senn sagt:

            Svoboda: Unsäglich was Sie für einen Schrott zusammenschreiben. Die SNB Bilanz ist im Gegensatz zu vielen Geschäftsbankenbilanzen relativ transparent, da gibts auch keine grosse Finanzakrobatik.
            Vermute Sie eignen sich Ihr „Wissen“ in irgendwelchen dubiosen Verschwörungsblogs an, dort nimmt man es mit den Fakten meist nicht so genau.
            Was Dominoeffekt sind weiss ich schon, nur sind Zentralbanken dagegen doch noch einiges mehr gewappnet als 2008 das Bankensystem. Und wenns mal wirklich eng werden sollte, gibt die SNB der Orell Füessli den Auftrag für einige Mrd. physische Tausendernoten zu drucken, denn für die SNB sind die das einzige Gratisgeld und streichen sich die Seignorage ein.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            „Und wenns mal wirklich eng werden sollte, gibt die SNB der Orell Füessli den Auftrag für einige Mrd. physische Tausendernoten zu drucken“

            Sicher doch, die hyperinflationäre Variante steht jederzeit als Ausweg zur Verfügung. Das Drucken von Geldscheinen wurde nach 2008 schliesslich erst um den Faktor 3 erhöht; da liegt noch einiges drin (3 – 9 – 27 …).

      • Marcel Senn sagt:

        Kuenz: „hedgen kann man das Ding sowieso nicht da es in diesem Ausmass keine Gegenpartei gibt.“
        .
        Der FX Markt mit einem Tagestransaktionsvolumen von 6 Billionen $ pro Tag sollte doch eigentlich potentielle Gegenpartei genug sein.
        Es ist ja auch kein normaler Hedge mit einer spezifischen Gegenpartei, sondern unsere Landeswährung der CHF ist bei der SNB gegen eine Abwertung gehedged vs. den globalen Devisenmärkten.

    • Jan Svoboda sagt:

      @peter
      absolut richtig, die Zentralbanken gehören abgeschafft, ihre Manipulationen werden zum Kollaps führen.

      • Marcel Senn sagt:

        Svoboda: Und was bieten Sie für Alternativen an??
        Kryptoschrott oder am besten gleich wieder zu den Muscheln zurückkehren?
        .
        Wenn es Kollapse gibt, dann liegt das nicht primär an den Zentralbanken, sondern an einer manipulierten Kreditvergabe gepimpt mit Teaserzinsderivaten etc.,, Fake Ratings, die Gier nach leistungsfreiem Wohlstand einer grossen Masse, die zu einem grossen Teil zur Subprimebubble und dann der Finanzkrise führten.
        .
        In der CH haben wir ja zum Glück die 5% Hyporegel, die auch bei den Tiefstzinsen noch einen nötigen Puffer beinhaltet.
        .
        Zentralbanken mögen zwar ihre Mängel haben, sind aber immer noch die beste aller Optionen!

        • Jan Svoboda sagt:

          @Senn
          wieder einmal den Wagen vor den Gaul eingespannt. Selbstverständlich wären die Kreditblasen ohne direkte Duldung der Zentralbanken nicht möglich gewesen, anstatt die Pflichtreserven kräftig zu erhöhen zahlt die Fed den Kommerzbanken auf ihre „Reserven“ noch Zins. Und ohne die tiefen Zinsen würden die meisten Kredite nicht in den Konsum fliessen. Selbstverständlich gibt es Alternativen und die sollte der Markt selber auslotten, den legal tender abzuschaffen und die Menschen würden schon ihre richtige Währung selber finden. Tausende Jahre war es Gold und sogar Sir Printsalot Greenspan hat es schon zugegeben, dass die Rückkehr zum Goldstandard unumgänglich sein wird.

          • Marcel Senn sagt:

            Svoboda: Auf eine Wiedereinführung des Goldstandards können Sie aber noch lange warten, weil der schlichtweg Unsinn ist.
            Das wusste schon Winston Churchill 1925 als er den wieder eingeführt hat und dafür 2-3 Jahre später mit 800’000 Arbeitslosen beglückt wurde, weil das £ viel zu stark wurde.
            W.C. diese Aktion dann auch später als den grössten Fehler seines Lebens bezeichnet.
            Auch der Halbgoldstandard bei Bretton Woods hat nur ein Vierteljahrhundert funktioniert.
            Und solange der Goldpreis in US$ ausgedrückt ist, ist es sowieso ein Witz und für die aktuelle Geldmengen hat es zuwenig Gold und dieses ist auch noch ähnlich zufällig in den Minen verteilt wie z.b. Erdöl.
            Würde mich sehr wundern, wenn Sie nochmals einen Goldstandart erleben würden…
            Vertrauen ist wertvoller als Gold

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            das Problem ist, Sie haben keine Ahnung was ein echter Goldstandard ist, sonst würden Sie kaum solchen Unsinn schreiben, Gold hat es mehr als genug. Ich habe aber keine Lust hier Romane zu schreiben.

          • Maiko Laugun sagt:

            „..Gold hat es mehr als genug.“

            Ich schlage Luft und Liebe als „Standard“ vor. Man muss nur daran glauben.

          • Marcel Senn sagt:

            Svoboda: Ich weiss wieviel Gold es hat auf dieser Welt mit rund 185’000 Tonnen rund 7.5 mal mehr als noch 1921 als man in jener kranken Golddenke Deutschland zur Ratenzahlung von 269Mrd Goldmark verpflichtete, was damals rund 95’000 t Gold entsprach und gleichzeitig das vierfache war, was bis dahin weltweit an Gold gefördert wurde.
            Alle grossen Transaktionen basieren auf Verträgen und nicht auf Gold.
            Gold ist nicht mal krisentauglich. Weder in der grossen Depression (Goldhalteverbot!!), noch Ende 2008 tauchte Gold mitten in der Krise ziemlich, weil alle Cash brauchten.
            Die ca 35’000 t aller Zentralbanken sind gerade mal 1.5 Bio$ wert, weniger als die FED an grünen Scheinen im Umlauf hat (1.67Bio$).
            .
            Maiko: Unsere Goldträumer wieder mal…viel Esoterik & wenig Realitätsbezug…

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            „Gold ist nicht mal krisentauglich“ Ihre Gelaber werden immer amüsanter, mal gesehen was der Goldkurs in der Weimarer Republik gemacht hat? Ihre Ausführungen zeigen, dass Sie Null Ahnung haben wie ein Goldstandard funktionieren soll, es ist überhaupt nicht relevant wie viel Gold die ZB haben denn die haben im echten Goldstandard keinen Platz, genuasowenig wie eine Fixirung an eine Schrottwährung wie Dollar.

          • Marcel Senn sagt:

            Svoboda: Wenn Sie so eine grosse „Ahnung“ haben, dann können Sie mir sicher auch sagen, wie denn Gold bewertet werden soll, wenn nicht mit der „Schrottwährung“ US$?
            Mit Muscheln, Tally-Sticks oder was?
            Klären Sie mich doch bitte mal mit realen Fakten auf + nicht nur mit billigen Beleidigungen + haltlosen Unterstellungen.
            Der Goldpreis während der Weimarer Republik war übrigens die ganze Zeit +/- 20 US$ mit kaum Schwankungen.
            Eine Goldmark entsprach 1920 0.3584 gramm Gold. Die Siegermächte wollten im ersten Versailler Vetrag noch 20 Mrd Goldmark (7’170 Tonnen) Kriegsentschädigung, als die Deutschen in Zahlungsverzug kamen, stiegen die Forderungen auf 269 Mrd Goldmark in 42 Raten = 96’415 t Gold, nur damals gabs weltweit nur rund 23’000t Gold!
            Fazit: Gold macht nur dumm!

          • Marcel Senn sagt:

            Und der Rest ist dann Geschichte. Logisch konnte und wollte die Weimarer Republik diese absurden Forderungen nicht bezahlen.
            Dazu kam noch die Ruhrbesetzung und die Reichsmark druckte Papiermark en Masse und es kam zur Hyperinflation bis Ende 1923, bis vorübergehend die Rentenmark die Papiermark ersetzte und im August 1924 kam dann die Reichsmark bis zur Währungsreform 1948.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Die Idee dass ein staatlich kontrollierter Standard respektive geldpolitische Zentralplanung alternativfrei zu bestehen hat, ist abgesehen vom Aspekt der Besteuerung kompletter Unsinn. Eine Währung, in welcher der Staat sich zwecks Steuererhebung einzig M0 im angemessenen und geregeltem Ausmass ausstellt (ob mit oder ohne Golddeckung sei dahingestellt) und sich ausser im Falle von Betrug nicht ins Kredit- und Geldgeschäft einmischt, reicht grundsätzlich aus. Allerdings würde solch eine Regelung die verdeckte Subventionierung der und Festlegung der Regeln zugunsten der Finanzindustrie weitgehend aufheben.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            M0 (Bargeld) wuchs von 1980 bis 2007 um etwa 50% an und von 2007 bis 2018 über 1000%; eine wahrhafte Glanzleistung im Bereich des tatsächlichen Geld Druckens. In der nächste Krise wird sicherlich eine noch bedeutend bessere Glanzleistung erreicht.

          • Anh Toàn sagt:

            M0 ist Bargeldumlauf + Zentralbankgeldbetsand der Kreditinstitute (also Sichteinlagen der Banken)

            M1 ist zuzüglich Sichteinlagen der Nichtbanken.

            Die Sichteinlagen der Banken bei den Zentralbanken sind stark gewachsen, nicht das Bargeld.

            Die Banken könnten für ihre Sichteinlagen Bargeld beziehen und es im Keller vergraben:

            Damit Sie Herr Huber schreiben können, das Bargeld wuchs um 1000%, aber halt das Bargeld in den Kellern der Banken, das ist nicht im Umlauf.

            Aber Ihre Appenzeller Kultur ist halt auc eine mit „schwach entwickelter Rationalität“: Darum macht das Schweizer Volk Appenzeller-Witze.

            Vollpfosten

          • Anh Toàn sagt:

            Die Appenzeller haben auf Grund ihrer „schwach entwickelten Rationalität“ auch ein schwach entwickeltes Demokratieverständnis (Frauenwahlrecht gab es eigentlich überall auf der Welt, wo es Wahlrecht gab, früher als im Appenzell.

            An den Appenzeller ging die moderne Welt vorbei, es ist wegen deren „schwach entwickelten Rationalität“:

            Appenzeller sind Vollpfosten.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            „„Gold ist nicht mal krisentauglich“, Sie brauchen es wohl lieber im Bild, der Text ist zu kompliziert.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Goldpreis_in_Papiermark.png
            übrigens,Gold war Tausende Jahre Geld und ist es immer noch, es muss bestimmt nicht an irgendetwas fixiert oder bewertet werden,1g Gold ist überall auf der Welt 1 g Gold und jegliche wilkürliche Fixierung durch irgendwelche Bürokraten ist nur eine Deformation des Marktes,will man goldgedeckte Noten einführen reicht es völlig wenn auf der Note das Gewicht des Goldes aufgedruckt wird,das man beim Umtausch erhalten kann,der Markt bestimmt dann die Kaufkraft der Note (ditto Silbermünzen) und irgendwelche schwachsinnige Umrechnungen der Goldmenge in heutige Geldmengen(sind eigentlich Schulden) werden obsolet sein.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Richtig, es handelte sich nicht einzig um die Bargeldmenge. Diese wuchs von 1980 bis 2007 also in etwa 27 Jahren um rund 80% und danach in etwa 10 Jahren um knapp 100%. Mein Fehler.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Jan, die Konditionierung der Gesellschaft Gold als Relikt aus alten Zeiten als irrelevant zu betrachten war sehr erfolgreich. Was mit Sicherheit festgestellt werden kann, dass ungedecktes Papiergeld langfristig betrachtet historisch belegt seinen inneren Wert annehmen wird, nämlich einzig den Papierwert.

          • Maiko Laugun sagt:

            „…dass ungedecktes Papiergeld langfristig betrachtet historisch belegt seinen inneren Wert annehmen wird, nämlich einzig den Papierwert.“

            Und beim Gold den Goldwert.

            Jöh, herzig Huberchen – und (Pseudo)Svoboda.

          • J. Kuehni sagt:

            „1g Gold ist überall auf der Welt 1 g Gold und jegliche wilkürliche Fixierung durch irgendwelche Bürokraten ist nur eine Deformation des Marktes“

            Der „Wert“ von 1 g Gold wird dadurch determiniert, was Sie dagegen eintauschen können (falls überhaupt möglich). Und dies wiederum ist davon abhängig, in welchem gesellschaftlichen Umfeld Sie ihr Gramm Gold eintauschen möchten: In der „zivilisierten“ Welt bekommen Sie gegenwärtig etwa den Gegenwert von 35 USD dafür, allerdings nur über Mittelsmänner (Banken, Goldhändler oder die Mafia) bei denen Sie ihr Gold zuerst gegen Kommission & Valuta eintauschen müssen.

          • J. Kuehni sagt:

            In einer afrikanischen Krisenregion oder einem autokratischen Regime kriegen Sie für 1 g Gold mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder rund 10 g Blei hinter die Birne oder Sie bekommen ein paar Jährchen Gratis-Logis in einer Regierungs-Anstalt, allerdings ohne Ausgeherlaubnis, je nach Vorhandensein und Funktionstüchtigkeit von staatlichen Organen und Institutionen.

            Fazit: Der Wert von 1 g Gold hängt von der Art und Stabilität des unmittelbaren, gesellschaftlichen Umfeldes ab, in dem Sie es eintauschen wollen/müssen. Genau wie beim Papiergeld.

            Und mitten in der Wüste erhalten Sie für 1 Gramm Gold nicht einmal einen Schluck Wasser. Aber ja: ist trotzdem noch 1 g Gold.

          • J. Kuehni sagt:

            P.S.: Die Ironie der Tatsache, dass ihre heutige Fähigkeit, in grossen Teilen der Welt 1 Gramm Gold unter „relativ“ sicheren Bedingungen gegen einen „ungefähr“ vergleichbaren Dollarwert eintauschen zu können, komplett von der Existenz einer normativen, politischen Hegemonialmacht abhängig ist, dürfte ihnen nicht entgehen, Herr Svoboda (und Herr Huber).

            Von der Fähigkeit, die unterschiedliche Kaufkraft dieser Währung in verschiedenen Regionen der Welt auszunutzen, ihren „Gewinn“ zu realisieren und erst noch relativ frei (über nationale Grenzen hinweg) mit nach Hause zu nehmen, wollen wir gar nicht erst anfangen, gell, und ebensowenig damit, dass diese Kapitalverkehrsfreiheit ursächlich mit dem Ende der Goldanbindung des Dollars zusammenhängt.

          • J. Kuehni sagt:

            P.P.S. Goldkäferei, libertärer Anti-Etatismus und Mondialisierungsphobie gehen irgendwie nicht unter einen Hut.

            Aber ja: vielleicht wird ja der grosse Trumpolini all dem ein (abruptes) Ende setzen, dann braucht man sich wegen solchen Zielkonflikten den Schädel nicht mehr zu zerbrechen (das besorgen dann andere…).

          • Jan Svoboda sagt:

            bravo Kuehni, die Amerika nochmals entdeckt, allerdings noch nicht begriffen, dass in den Chaosländern und Diktaturen unweigerlich Schwarzmärkte entstehen die die dann die echte Kaufkraft wiederspiegeln, egal was sich die Potentaten wünschen, und das gilt nicht nur fürs Gold. Und in der Weimarer Republik haben sie keine Mittelsmänner gebraucht um Gold zu verkaufen, man hat Ihnen gerade die Hände ausgerissen, denn am nächsten Tag war der Preis schon wieder höher.

          • J. Kuehni sagt:

            „allerdings nur über Mittelsmänner (Banken, Goldhändler oder die MAFIA) bei denen Sie ihr Gold zuerst gegen Kommission & Valuta eintauschen müssen“.

            Was genau habe ich bez. Schwarzmärkten nicht begriffen, Herr Svoboda? Brauche ich noch zu erwähnen, dass die Risikoprämien, die Sie auf denen für ihre „Goldtransaktionen“ blechen müssen, besonders hoch sind? Baci la mano, gell.

            Träumen Sie weiter von ihrem postapokalyptischen Madmax-Paradies, in der bitteren Realität wird ihr Goldschatz vom der nächstbesten Verbrecher-Junta „beschlagnahmt“ und Sie als „Volksparasit“ hingerichtet. So wie die Goldbesitzer der Ex-Weimarer-Republik, die nicht rechtzeitig abgehauen sind (und die, die abhauen konnten, mussten ihr Gold zuücklassen, oder in ihrem neuen „Gaststaat“ abliefern).

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Herr Kuehni, was Sie uns hier auftischen, hat eigentlich wenig mit Gold zu tun, sondern mit sämtlichen Wertsachen und Investitionen etc. wobei Gold aufgrund seiner Eigenschaften vorteilhaft gegenüber den meisten anderen Möglichkeiten der Vermögenssicherung abschneiden dürfte.

            In einer Welt des Chaos, welche Sie anhand einer Welt ohne Grenzen und demokratischer Selbstbestimmung, welche durch den Nationalstaat gesichert wird, anstreben, dürfte sich Gold aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften (mobil, unverderblich, Wert nicht manipulierbar etc.) geradezu als Variante der Vermögenssicherung aufdrängen. Auch im Falle Venezuela oder Simbabwe dürfte Gold bedeutend sicherer gewesen sein als z.B. die eigene frei manipulierbare Währung.

  • Josef Marti sagt:

    Dass ein winzig kleiner Währungsraum, der wirtschaftlich stark verflochten ist mit einem grossen Nachbar nicht unabhängig sein kann ist eigentlich banal. Es gibt nur zwei Optionen:
    Den Wechselkurs laufen lassen oder Kapitalverkehrskontrollen. Oder dann die Preisstabilität aufgeben resp. nur den realen Wechselkurs beachten, die Inflation mit höheren Löhnen laufen lassen sodass sich langfristig der CHF abschwächt. Dies würde auch die zu hohen Exportüberschüsse bremsen (langfristig, kurzfristig wäre gegenteilige Reaktion). Wenn man ständig der Klassenprimus sein will dann wird man auf dem Pausenplatz verdroschen.

    • Marcel Senn sagt:

      Marti: „die Inflation mit höheren Löhnen laufen lassen“
      Sie sind mir ja ein Luschtiger. Wollen Sie per zentralplanerisches Zwangsdekret den Unternehmen vorschreiben, dass sie den Büetzern gefälligst mehr Lohn zahlen müssen?
      .
      Nicht zu vergessen: Mindestlöhne fand das Volk wäääk, ebenso ein bedingungsloses Grundeinkommen und die SVP ist wieder mal ein populistisches Begehren am aushecken um den angeblich überbezahlten Staatsangestellten die Löhne zu kürzen.
      .
      Sowas kann man allenfalls in Deutschland machen mit deren tw. fast schon Hungerlöhnen, aber in der CH müssen Sie mir das doch erklären wie Sie die Inflation mit höheren Löhnen hinkriegen wollen.
      Vielleicht sollten Sie doch Gewerkschaftssekretär werden Herr Marti…

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Wie ich Marti verstehe, handelt es sich eben genau um das Gegenteil indem der Ausdruck „laufen lassen“ die Nichteinmischung in die Angelegenheit proklamiert.

  • Rolf Zach sagt:

    Mit der unten beschriebenen Realität konfrontiert, muss nun unsere SNB das Optimum für die Schweiz finden. Weder ein EU-Beitritt und erst recht nicht die Übernahme des Euro hat irgendwelche Chancen beim Schweizer Volk. Bei einem solchen Szenario würden sich keine Probleme der Optimierung für die SNB stellen, es wäre alles von Frankfurt aus vorgegeben.
    Gegenwärtig ist die Mehrheit der Wissenschaft und der diesbezüglichen Presse mit dem Vorgehen der Nationalbank einverstanden. Auch die leise Kritik des Bundesrates für die Finanzen hinsichtlich die Höhe des Devisenbestandes der SNB wird schroff zurückgewiesen.
    Trotzdem gibt es Kritikpunkte. Ist die Höhe des Negativzinses für die Abwehr von „Hot Money“ nicht zu gering und trifft es nicht die Falschen? Eine Verdoppelung wäre opportun.

  • Rolf Zach sagt:

    Wie der Artikel mit Recht erwähnt, ist unsere Währung auch trotz der Aufweichung des strikten Bankgeheimnisses durch den automatischen Informationsaustausches bei „Hot Money“ recht beliebt, ich habe dies immer als „Schatzkästchen“-Währung bezeichnet. Man kann auch ruhig erwähnen, unsere SFr. war immer die grössere Anziehungskraft mit der Rechtssicherheit als das Bankgeheimnis. Die Aufhebung des Mindestkurses 2015 durch die SNB betreffend Euro war keine glückliche Maßnahme. Wahrscheinlich glaubte die SNB damals, der Euro sei am Ende. Diesem Spuck hat Draghi mit einem Satz ein Ende bereitet.
    Seitdem ist uns bewusst, dass die ganze Kalkulation der Wirtschaftssubjekte in Europa in Euro läuft und Veränderungen zum SFr. Gewinn oder Verlust bedeuten kann. Die Sache ist unser täglich Brot.

    • Marcel Senn sagt:

      Zach: Den erwähnten Satz hat Draghi aber im Juli 2012 gesagt, also lange vor der Aufhebung des Mindestkurses.
      Zudem war es nicht primär der € der zur Aufgabe des MK geführt hat, sondern ein hauptsächlich geballtes russisches Fluchtgeldaufkommen Ende 2014, welche Jordan weiche Knie bekommen liess und am 15.1.2015 zur Aufgabe des MK bewegte.

  • Rolf Zach sagt:

    Wir sind nun einmal in der glücklichen Lage, einer der stärksten Wirtschaftsregionen der Welt anzugehören, nämlich derjenigen von London über das Tal des Rhein nach Mailand. Eine Region, die den Euro-Standard hat und nicht den weltweiten Dollar-Standard. Diese Region strahlt auch in ihrer Wirtschaftskraft auf das ganze übrige Europa aus inkl. ihrem Euro-Standard. Der Austausch mit dieser Region ist auch die Basis unseres Wohlstandes und unserer geschäftlichen Aktivitäten. Gleich wie diese Region, ist für uns der Dollar die Währung der Rohstoffe, die außerhalb von Europa hereinkommen und gleichfalls die Währung, die am meisten für unser Vermögen im Ausland, seien es nun Direktinvestitionen oder Portfolio-Anlagen verantwortlich ist. Mit dieser Realität müssen wir uns abfinden.

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