Die schlimmere Globalisierung

US-Präsident Donald Trump unternimmt alles, um die weltweite wirtschaftliche Offenheit zu beschränken. Foto: Brendan Smialowski (AFP)

Eine zu weitgehende wirtschaftliche Öffnung wurde zu Recht als Risiko für den sozialen und politischen Zusammenhang gesehen: weil sie die Ungleichheit befördert, die politische Selbstbestimmung beschränkt und die kulturelle Diversität bedroht.

Seit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten müssten sich auf den ersten Blick die Kritiker und Warner freuen. Die Globalisierungskritik wird vom mächtigsten Mann der Welt nicht nur geteilt, er tut auch alles, um die weltweite wirtschaftliche Offenheit zu beschränken. Warum nur ist das für jene Kritiker kein Grund zum Jubeln?

Die Kritik von ökonomischer Seite an einer Hyperglobalisierung, wie das der Ökonom Daniel Rodrik nennt, hat nicht den Freihandel an sich im Fokus. Es ging und geht vielmehr darum, die Globalisierung auf den Austausch von Gütern und Diensten zu beschränken. In der Kritik stehen dagegen unter anderem die Offenheit der internationalen Kapitalströme mit ihren zuweilen verheerenden Folgen, oder dass die Handelsregeln Weltkonzernen besondere Rechte einräumen, oder dass zu wenig für die Verlierer des Freihandels getan wird, die es zwingend immer auch gibt.

Offene Volkswirtschaften haben das Nachsehen

Die Vorteile des Freihandels selbst bleiben unbestritten. Dank ihm können sich Länder erstens auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen in der Bereitstellung von Gütern und Diensten konzentrieren, zweitens lohnt es sich so, komplexe Produkte zu einem bezahlbaren Preis zu erstellen, weil der Absatzmarkt dadurch viel grösser wird – der Stückpreis zum Beispiel eines Smartphones wäre unendlich viel höher, wenn nur wenige es benutzen würden –, und drittens ermöglicht der Freihandel weltweite Wertschöpfungsketten, bei denen die Herstellung von Komponenten umfassender Endprodukte wie zum Beispiel Fahrzeugen entsprechend den Vorteilen verschiedener Standorte weltweit erfolgen kann.

Freihandel sorgt schliesslich auch dafür, dass Innovationen weltweite Verbreitung finden und Unternehmen überall gezwungen werden, sich zu verbessern. Ein Handelskrieg, wie ihn US-Präsident Trump nun anzettelt, hat in erster Linie zur Folge, dass die bestehenden Aussenhandelsbeziehungen und Wertschöpfungsketten stark gestört zu werden drohen. Das führt nicht zu einer besseren Globalisierung, sondern zu geringeren Investitionen und steigenden Kosten – beides droht weltweit den Wirtschaftsmotor abzubremsen –, das betrifft in erster Linie besonders offene Volkswirtschaften wie zum Beispiel jene der Schweiz.

75 Kommentare zu «Die schlimmere Globalisierung»

  • wolfgang fubel sagt:

    Diese Sogenannte „Globalisierung ist der Größte Raubzug in der Geschichte der Menschheit! Einige sehr Wenige haben fast Alles, während die Meisten fast
    nichts haben! Das Ganze wird dann auch noch der Masse Mensch als Alternativlos und Zeitgemäß verkauft!
    Und die Blöden sind sogar noch dafür und Beklatschen diesen Vorgang noch.

  • Rolf Zach sagt:

    Das gefährliche der jetzigen Auseinandersetzungen im Welthandel ist die US-Administration, die die korrupteste ist, die die USA jemals hatten und China, die Exporte anzettelt, nur damit ihre Elite Polster im Ausland ansammeln kann, um bei allfälligen Verlusten ihres Status komfortabel zu überleben. Gründe die eigentlich nichts mit der ökonomischen Vernunft ihres Außenhandels zu tun haben.
    Eine völlig ungerechtfertigte Polemik von Trump ist die gegen die NAFTA. Die NAFTA ist eine Erfolgsgeschichte für die USA. Da wird gegen Kanada geschossen wegen der Roh-Aluminiumproduktion, nur weil ein paar Trump Bestecher veraltete US-Hütten für ein Butterbrot gekauft haben und sich eine goldene Nase daran verdienen wollen. Die US-Handelspolitik wird vollständig von privaten Interessen dirigiert.

  • Rolf Zach sagt:

    Aluminium und Stahl sind Halbfabrikate und nach wie vor gilt hier das Gesetz der komparativen Kosten. Ein Beispiel dafür ist Japan vor 70 Jahren. Es baute seine eigene Roh-Aluminiumproduktion auf wegen Devisen-Mangel, aber gewinnträchtig war sie nie. Man musste alles dafür importieren. Kein Vergleich mit den von Natur aus begnadeten Produzenten wie Kanada, Island, Norwegen und Neuseeland.
    Was für Japan damals galt, gilt auch heute für China. Seine Roh-Aluminiumproduktion kann sich nur halten, wegen der Unterbewertung des Yuan, desgleichen für seine Stahlproduktion, die unter überbordenden Kapazitäten leidet und wenig Gewinn-Kraft hat. Gilt Übrigens auch für die US-Produktion von Roh-Aluminium.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Chinesen haben es auch bis jetzt nicht verstanden sich im internationalen Stahlhandel als diejenigen zu etablieren, die die besten Sorten herstellen wie Korea, Japan und in Europa Österreich. So konnten sich Südkorea und Japan trotz dem vollständigen Import von Kohle und Eisenerz mit Gewinn ihre Export beibehalten. China ist der Lieferant von billigem Stahl, herrührend aus seinen zu groß ausgebauten Kapazitäten und der Unterbewertung des Yuans zum Dollar.
      Beim ganzen Export-Volumen der Chinesen mit Ausnahme der elektronischen Artikel ist es eine Nation mit den geringsten Exportgewinnen.

  • Peter Mahler sagt:

    Der grösste Teil des Welthandels ist der industrielle Handel mit ähnlichen Gütern zwischen Industrienationen und nicht mit komplementären Gütern zwischen den Ländern. Das heisst die USA und Europa verkaufen sich gegenseitig Autos, Industrie und Agrarprodukte. Gerade bei Stahl und Aluminium ist das Bild der Globalisierung als unvermeidliche Entstehung eines einzigen globalen Marktes, in dem sich Länder per Spezialisierung eine Vorteil haben, dies widerspricht seit langem der Realität.
    Das Problem liegt mehr, dass zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Crash von 2008 die Globalisierung dazu führte, dass eine globale Industrie nach der anderen als Oligopol organisiert wurden. Ob es bei Oligopolen den Zwang gibt sich zu verbessern würde ich bezweifeln das sieht man bei der Migros/Coop.

  • Ben G. sagt:

    Sie gehen hier fälschlicherweise (absichtlich?) davon aus, der freie Welthandel vor Donald Trump sei grundsätzlich gut gewesen, da durch die unsichtbare Hand des Marktes entstanden.

    Dabei war und ist er stets das Ergebnis hochgradiger Manipulation durch Länder und Stakeholder (z.B. globale Megakonzerne), welche selbstverständlich Partikulärinteressen vertreten.

    China hat nicht mit Innovationskraft fast die gesamte Low- und Hightech-Produktion nach China geholt (und somit aus anderen Ländern abgezügelt), sondern durch seine unfaire Währungspolitik und rigiden Staatsinterventionismus (der Staat verfolgt seine geostrategischen Interessen sehr konsequent, z.B. bei der Ressourcensicherung in Afrika und Südamerika). Die Innovation ist erst seit ein paar Jahren am Entstehen dort.

    • Maiko Laugun sagt:

      Absolut richtig. Und was soll die Antwort darauf sein? Nationalismus oder vielleicht doch besser eine übergeordnete und deshalb einflussreichere Union, z.B. eine EU?
      Gruss aus China.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Sie sagen es, Ben, bei der Bezeichnung „Freihandel“ oder „freier Welthandel“ handelt es sich um einen Etikettenschwindel, denn wirklicher Freihandel herrscht nicht vor, sondern zum Wohle von Partikularinteressen (z.B. Grosskonzerne) stark regulierter Handel. Ebenfalls werden die hohen Ungleichgewichte, welche sich als Resultat der weltweit vorangetriebenen Globalisierung realisierten, geflissentlich ignoriert. Dass diese Ungleichgewichte gelegentlich zu bereinigen sind, oder deren unentwegter Ausbau irgendwann die nationale Sicherheit Handlungsfähigkeit eines demokratischen Staates beeinträchtigen mag, wird ebenfalls ausgeblendet.

    • Marcel Senn sagt:

      „Die Innovation ist erst seit ein paar Jahren am Entstehen dort.“
      .
      Für das haben die Chinesen gemäss Forbes mit 7 Unternehmen unter den innovativsten Unternehmen der Welt zusammen mit Japan und vor Südkorea mit 4 schon viel erreicht und das Tempo, welches sie auch in der vielen staatlich geförderten Innovationslabor mit den vielen neugierigen Talenten entwickeln, wird uns wohl bald noch mehr erschrecken.
      .
      Der Westen kann dann ja mal beginnen geistiges Eigentum von den Chinesen zurückzuklauen… wie du mir, so ich dir…

      • Maiko Laugun sagt:

        Genau dies erkennt der Kleingeist Linus Huber nicht.

        Er ist und bleibt eben – ich meine dies nicht abschätzig/despektierlich gegenüber seinem Vater, als ehemaligen Schweinehändler und für damalige Verhältnisse auch verständlichen Gedankengutes – nichts anderes als ein kleiner Bauernsohn. Er (Linus) ist in jeder Hinsicht stehen geblieben.

      • Maiko Laugun sagt:

        Er schwafelt von Goldstandard, Obrigkeitsgläubigkeit, Weltregierungsfanatiker etc. etc..

        Zudem hat er auch schon von Sozial-Hygiene geschrieben. Was man von solch einem Begriff halten soll, sei den Lesern überlassen. Vielleicht empfiehlt es sich den letzten NMTM-Beitrag zu lesen, denn dort schreibt der Linus:
        Zitat:

        „Oder wollen Sie uns hier klar machen, dass Burkas, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und unsere sozialen Systeme sichern werden?“

      • Maiko Laugun sagt:

        Nazi Sau.

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Lieber Maiko, es ist bedauerlich, aber Sie scheinen aufgrund der vulgären Ausdrucksweise über Ihre interessanten Beobachtungen meiner Person wirklich an einem Mangel an sozialer Hygiene zu leiden. Viel interessanter sind für mich allerdings wirkliche Argumente.

          • Anh Toàn sagt:

            Saudi und Putin-Stricher

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Interessant, was Sie an mir alles beobachten: Stricher – „Als männliche Prostitution bezeichnet man die Ausübung sexueller Handlungen durch einen Mann gegen Entgelt.“

            Bedeutend interessanter sind für mich hingegen Argumente.

          • Anh Toàn sagt:

            Auf Argumente gibt’s keine Reaktion von Dir Du Stricher. Scheint Dich nicht zu interessieren.

            Vor Argumenten steckst Du Deinen Kopf in den Sand, die scheinen Dich nicht zu interessieren:

            Du glaubst die gingen weg, von alleine, wie die die Nichtsnutzigen Muslime, wenn wir nur eine Mauer bauen, die Grenzen schützen, dann sehen wir nicht mehr, wie es immer mehr von denen werden:

            Wir bauen eine Mauer, dann sehen wir diese Nichtsnutze nicht mehr, dann sind sie nicht mehr.

            Was machen wir, wenn es immer mehr werden, von diesen wie Sie bezeichnen, (abgeschrieben aber so oft, dass Sie es sich zu eigen machen) Mädchen, Messerstechern und sonstigen Taugenichtsen, die muss man doch abschreiben.

          • Anh Toàn sagt:

            Wer Sex verkauft, prostituiert sich, Stricher verkaufen sich mit Haut und Haar, vertreten die Meinung ihres Freiers, arbeiten für Saudis obwohl sie in Muslimen im besten Fall Nichtsnutze, Wertlosigkeit erkennen. Denen sagen die das nicht, sonst würden die ja nicht einem die Rente alimentieren, damit man die auf den Philippinen geniessen kann, die sagen erst Muslime sind bestenfalls Nichtsnutze, wenn sie für Putin Instabilität in den westlichen Demokratien, in unserer meiner Schweizer Demokratie schüren wollen.

            So ist ein Stricher!

          • Anh Toàn sagt:

            Du Stricher hast Dein Leben lang für das gearbeitet, was du verteteufelst:

            Haqst als Banker von dem Lobbying der Banken prtofitiert, den unverantwortlichen Zentralbanken.

            Dann hast Du dich von den Saudis alimentieren lassen.

            Und jetzt vom Putin, der gemäss Dir nicht als letzter dafür verantwortlich ist, dass Russland eher weniger demokratisch ist.

            Mann, Du kotzt mich an, Du widerlicher Stricher.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Tief durchatmen, wir wollen nicht, dass Sie noch einen Herzinfarkt erleiden.

          • Anh Toàn sagt:

            Wer ist das „wir“ für das Sie sich anmassen zu sprechen? Putin und Sie? Oder ist es ein Pluralis Majestatis?

          • Jan Svoboda sagt:

            haben Sie Verständnis Linus, diese Schwätzer Anh Toàn und Laugun müssen doch die Defizite ihrer Hirne in der Grösse eines Erbsenkorns irgendwie kompensieren, ihr Unvermögen etwas vom Thema zu verstehen bringt sie zur Verzweifelung und deshalb kotzen sie sich hier aus.

          • Maiko Laugun sagt:

            Ja, Svoboda, Ja, selbstverständlich haben Sie recht.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Sie bestätigen Sie damit ebenfalls Bens Aussage. Vielleicht sind die folgenden Zahlen der vollständigkeitshalber interessant, Marcel.

        1. Handelt es sich gemäss Forbes um die 100 innovativsten Firmen.
        2. Sind darin rund die Hälfte amerikanische Firmen und 20 europäische Firmen.
        3. Keine Firma aus den deutschsprachigen Staaten scheint den Ansprüchen zu genügen.

        Dies dient nicht als Widerspruch zu Ihrer Grundaussage, sondern einzig zur Erläuterung und zugleich dem Hinweis einer wahrscheinlichen pro-amerikanischen Voreingenommenheit von Forbes.

  • Bernhard Piller sagt:

    Die Schweiz hat in vielen Bereichen überhaupt keinen Freihandel. Ein halbes Kilo Fleisch + Wurst + etc an der Grenze darf man einführen! Die Agrarwirtschaft ist extrem protegiert. Kein Erdbeerenimport zu gewissen Jahreszeiten. Ganz wie Trump.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Richtig Bernhard, siehe meinen obigen Beitrag.

    • Maiko Laugun sagt:

      Swiss First!

      Das glauben die indoktrinierten Eidgenossen im halb-direkt-demokratischen Heidiland. Die merken nicht, dass Parallel-Importe nur den Abzockern der angeblichen Patrioten dienen, z.B. den Vordenkern der SVP.

      Schon vor 40 Jahren war die Preisdifferenz der Fleischprodukte im Nachbarland Oesterreich gleich hoch wie heute. Kann mich persönlich erinnern.

  • Hans Minder sagt:

    Ich bitte um Klärung folgenden Sachverhalts: Während es mir einleuchtet, dass die Industrieländer mit ihrem ausgereiften Know-How von einer Globalen Wirtschaft profitieren, da sie hochveredelte Produkte zu teuren Preisen in Herkunftsländer der „schmutzigen“ Gewinnung von Rohstoffe und Halbzeuge zurückexportieren, entgeht mir der Gewinn unserer Umwelt an diesem Zyklus. Sollten die gesamte Herstellung nicht so nahe wie möglich beim Konsumenten geschehen, damit Produzent + Konsument den „Cradle-to-Grave“ Zyklus am eigenen Leib erleben? Beispiel: Als US Resident kann ich ab dieser Woche kaum mehr etwas Recyclen. Da ich die Ausgaben für Müllabtransport nicht erhöhen will, kaufe ich nun weniger Verpackungen ein. Dies erscheint doch vernünftig, oder nicht?

    • Taric Trent sagt:

      Vernünftig ist das um-die-Welt-schippern sowieso nur weil Arbeitszeit in Lohnkosten „umgerechnet“ wird, also vernünftig innerhalb einer unvernünftigen Wirtschaftsweise. Es ist ja nicht so, dass nur Erdbeeren im Winter herumgeflogen werden, da könnte man das ja (vielleicht) noch vernünftig begründen mit Treibhaus gegen Flugbenzin.

  • Marazzi Marco sagt:

    Der Investor ist kein Nationalist, der für ’seine‘ Heimat investiert. Er sucht sich Gewinnmöglichkeiten aus. In einer globalisierter Welt tut er das weltweit. Das bedeutet die Investitionen in der einheimischen Industrie müssen so profitabel sein wie Investitionen in den übrigen Ländern. Das gibt den Regierungen Möglichkeiten (Zölle, Steuer, Bürokratie) diesen Wettbewerb zu beeinflussen. Anders gehen zB. Migros und Coop konkret vor, Waren aus der Region zu offerieren, welche erstens den umweltschädlichen Weg um die Welt herum nicht benötigen und zweitens die einheimische Produktion stärken. Weiter gibt es diese Fairtrade-Produkte, die eine vernünftige Produktion unterstützen sollten. Beide, sind Teile einer besseren Globalisierung. Hingegen, ob Zölle was bringen, wage ich zu bezweifeln.

  • Stefan W. sagt:

    Handels“krieg“ ist ein zu polemischer Ausdruck. Es geht ganz einfach um Zölle. Oder, weniger historisch belastet ausgedrückt, um Lenkungsabgaben: Der Kauf einheimischer Produkte soll attraktiver, der Kauf ausländischer Produkte unattraktiver gemacht werden. Verboten wird nichts.
    Solche Lenkungsabgaben sind eine alte Forderung (nicht nur in den USA), um die Nachteile der Globalisierung zu verringern. Unregulierter Freihandel nützt nur den Megakonzernen, die Kostendruck auf die Produzenten und Preisoptimierung bei den Konsumenten durchziehen können, und die Marktwirtschaft letztlich zerstören: Der Konsument hat gar keine freie Wahl mehr, wenn die Ware nur noch dort produziert wird, wo er selbst idR. nicht hinkommt.

    • Anh Toàn sagt:

      Vielleicht kommt die Ware zum Konsumenten, wenn der Konsument nicht zur Ware kommt.

    • Thomas H. sagt:

      @ Stefan W. : Danke für diesen guten Kommentar. Die Globalisierung hat viele negative Folgen, die in den Wirtschaftswissenschaften zu wenig Berücksichtigung findet. Es wird Zeit dies zu umzukehren.

    • Michael Berger sagt:

      Wenn alle Länder den Kauf inländischer Produkte attraktiver und den Kauf ausländischer Produkte machen, können Produzenten zwar im eigenen Land mehr, im Ausland aber weniger verkaufen. Es wäre insgesamt also ein Nullsummenspiel, wenn durch den Protektionismus die Produktivität nicht sinken würde. Genau das geschieht aber durch die national aufgesplitterte Produktion und den nationalen Konkurrenzschutz und daher ist der Protektionismus insgesamt ein Minusgeschäft.

    • Christoph Bögli sagt:

      Zölle nutzen erst recht den Megakonzernen, weil diese die Möglichkeiten haben, ihre Strukturen und Produktionsstandorte anzupassen und sämtliche Schlupflöcher zu nutzen. Angeschmiert sind wie immer die kleinen und mittleren Betriebe. Ebenso sind Zölle halt ein sehr stumpfes Instrument, das viel zu undifferenziert agiert und in den komplexen Produktionsketten schnell ungewollte Effekte erzeugt. Ebenso verringert sich dadurch der Gesamtwohlstand, weshalb die Mehrheit deshalb keineswegs profitiert, höchstens spezifische Profiteure in manchen Branchen.

      Unterm Strich heisst das, dass Zölle ihr Ziel kaum erreichen, erst recht wenn diese nicht gezielt und koordiniert ausgehandelt werden, wie dies im Rahmen der WTO der Fall war.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Aus Trumps Sicht hat die USA den „Handelskrieg“ schon lange verloren und er glaubt, dass aufgrund der bestehenden Unterschiede der Handelsbilanzdifferenzen zulasten der USA, er aus rein mathematischen Ueberlegungen als Sieger hervorgehen wird, respektive die Handelspartner nachgeben werden. Wir leben wahrlich in interessanten Zeiten.

  • Jan Svoboda sagt:

    An und für sich wären die Ziele Trumps Ok, nämlich die Auslagerung der Industrie rückgängig zu machen.Wenn er aber die Handelsbilanzdefizite motzt,soll er sich zuerst oekonomisch bilden.Die Ursache der notorischen Defizite haben die USA durch Nixons Ausstieg aus dem Bretton-Woodsabkommen 1971 selber verschuldet,bis 1971 haben die Länder ihre Defizite mit Gold begleichen müssen und somit hat Niemand solche riesigen Defizite bilden können.Damit hat man einen funktionierenden Clearingsystem abgeschaft.Bis 1971 haben die USA auch Überschüsse gehabt.Ab 1971 haben die Amis dann laufend „Geld“ aus der warmen Luft geschöpft und damit echte Ware im Ausland gekauft, also auf Kosten der Anderen,nicht umgekehrt.

    • Jan Svoboda sagt:

      als Folge hat dann eine beispiellose Auslagerung der Industriekapazitäten nach Asien gestartet, die Elite wollte ja nicht die hohen Amilöhne zahlen,den Profit haben aber schon. Damit besteht die US Wirtschaft heute zu 70% aus Konsum, besser gesagt aus Herumschieben von Schuldverschreibungen hin und her und jetzt sollen die anderen Länder an Defiziten schuld sein.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Das sehe ich ähnlich, Jan. In der Folge waren die Zentralbanken frei sich vollumfänglich dem Wohle der Finanzwirtschaft zu widmen, welches mitunter eben genau auf dem Aufbau von hohen Ungleichgewichten (Krediten) beruhte und durch eine entsprechende Geldpolitik befeuert wurde.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Jan Svoboda: Cowboy-Ronnie (USA) und Maggie (UK) sind verantwortlich für den Untergang der westlichen Industrie und der Eröffnung des Spiel-Casinos. Und jetzt verhöhnt ausgerecht ein Parteigenosse namens Trumpolini deren gescheiterte Politik?

        Da ist mir selbst die kommunistische Partei in meinem Gastland China noch lieber. Die würden nie im Leben Ihre Vordenker brüskieren, egal was die alles für einen Mist angestellt haben. Selbstverständlich ist auch dies nichts anderes als eine Lüge.

        Vielleicht sind vorgegaukelte Lügen ehrlicher als eine vorgegaukelte Wahrheit?

        Es geht nicht um Ökonomie – es geht immer und in jedem Falle um Macht und Einfluss – natürlich auch um persönliche Bereicherung.

      • Maiko Laugun sagt:

        Selbst Analphabeten in China (gibt es noch immer / ältere Generationen) wüssten, wie man mit einem *America First* umzugehen hat. Die Cowboys in den USA und SVP-Wähler im Heidiland wissen das trotz Schulbildung noch immer nicht.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das Problem ist, dass man eine Deindustralisierung nicht dadurch rückgängig macht, in dem man durch Protektionismus und Subventionen verzweifelt versucht, vorgestrige Industrien wiederzubeleben, die aus gutem Grund untergegangen sind. Aber genau das scheint Trump ja anzustreben indem er krampfhaft daran glaubt, dass man mit einer Zombie-Kohleindustrie und veralteten, ineffizienten Stahlwerken irgendeinen Fortschritt erzielt.

      Sinnvoller wäre darum gerade das Gegenteil: massiv innovative, profitable Produktionszweige zu fördern. Dass es in der Schweiz oder Deutschland eine überaus erfolgreiche Industrie gibt, zeigt ja, dass die Probleme in den USA nicht einfach an zu hohen Lohnkosten liegen, sondern primär an fehlenden Investitionen in Infrastruktur und Know-how.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Man müsste die Globalisierung, die es ja schon seit hunderten von Jahren gibt (und nicht erst seit dem 20. Jhrd.), einfach sozial verträglicher und ökologischer gestalten. Hätte man die fundierte Kritik an der Globalisierung, wie sie in den Neunzigerjahren aufkam, wirklich ernst genommen- und entsprechende Schritte auf politischer Ebene eingeleitet, müssten wir heute nicht mit einem Donald Trump leben. Beinahe alles, was damals von Naomi Klein, Joseph Stieglitz, Noam Chomsky u.v.a.m. prognostiziert worden ist, ist eingetreten. Nun müssen wir- oder vielmehr die Entscheidungsträger dieser Welt- halt lernen, mit den Folgen ihrer Globalisierung umzugehen, worunter leider auch der Rechtsrutsch im Westen fällt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Genau das. Das Problem der heutigen Globalisierung war schon immer nicht zu viel Globalisierung, sondern zu wenig, sprich der Handel wurde zwar möglichst entfesselt, staatliche und juristische Kompetenzen blieben aber auf den Nationalstaat beschränkt. Aus dem Missverhältnis ergeben sich letztlich genau die Probleme, denn es fehlt ein gobales Regulativ, da auf globaler Ebene nicht mal so etwas wie ein Nachtwächterstaat existiert, sondern eigentlich gar nichts. Womit die Konzerne freie Hand haben. Das Ziel müsste darum zwingend sein, global verbindliche Spielregeln durchzusetzen, gerade punkto Standards im Umwelt- und Arbeitsrecht.

      • Taric Trent sagt:

        Die Konzerne haben nicht freie Hand, sondern derer Freiheiten, die die Staaten ihnen anbieten. Diese Staaten konkurrenzieren sich lieber um Geld als gemeinsame Regeln zu erlassen, die die Freiheit des Kapitals beschneiden. Darum, und nur darum „müsste“, „Problem“ und so weiter.. man soll das Jammern der Staaten (oder ihrer Intellektuellen) nicht ernst nehmen, sie bejammern ihre eigenen Taten und lassen nicht ab.

  • Hans Hödli sagt:

    Die USA kann es sich nicht leisten den Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen und militärischen Weltmacht Nr. 1 zuzulassen. Das gilt für den Nachfolger von DT genau gleich. DT könnte als Schuldiger für das Platzen der chinesischen Schuldenblase und der dadurch eingeleiteten weltweiten Rezession in die Geschichte eingehen.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Das British Empire hat auch nicht ewig existiert. Sein Niedergang gewann erst durch die Grosse Depression an Fahrt. Ich denke, Ähnliches wird auch mit dem American Empire- oder dem Westen insgesamt- geschehen…

    • Anh Toàn sagt:

      Und um den Aufstieg Chinas zu vermeiden, ist die ideale Strategie, die USA und die EU („den Westen“) zu spalten?

    • Anh Toàn sagt:

      Bevor die chinesische Schuldenblase platzt, platzt die US Schuldenblase. Und Trump arbeitet daran, wer wäre besser geeignet, die USA als Präsident in eine Pleite zu führen als Trump? Sein Geschäftmodell beruht auf Pleiten: „Viermal Pleite und noch immer nicht reich?“

      • Hans Hödli sagt:

        Da ist eigentlich simpel. Derjenige mit der deutlich höheren positiven Nettoauslandsposition hat beim Platzen der Blasen definitiv das Nachsehen.

        • Marcel Senn sagt:

          Hödli: Nein so simpel ist das überhaupt nicht!
          Die USA hat zwar aktuell eine negative Net International Investment Position (NIIP) von 7.9 Bio, aber es kommt denk auf die Komposition der Bruttoinvestements und Liaabilities drauf an, da haben die USA 27.8 Bio Assets und 35.5 Bio Liabilities und dann kommts drauf an was für eine Art Investitionen es sind: Direct Invest, Portfolioinvest, Derivate usw.
          Von den US netto -7.9 Bio sind sind übrigens -6.2 Bio Treasury und Notesholder in aller Welt (China und Japan mit je rund 1.1 Bio)
          .
          Sorry Herr Hödli, aber was Sie hier betreiben ist doch etwas etwas simplifizierende Milchbüchliökonomie, um ein klares Bild zu bekommen wie geplatzte Blasen sich auswirken können, muss man schon die Bruttoassets/Liabilities aufdröseln.

          • Marcel Senn sagt:

            In der unteren Tabelle finden Sie übrigens die weltweiten NIIP in US$ von 2016
            Japan mit über 3 Bio einsam an der Spitze vor Deutschland und China mit 1.7 Bio und die USA am Ende mit damals noch -8.1 Bio
            .
            Aber eben die sind alle Netto – interessanter und aussagekräftiger auf Krisenanfälligkeit sind die Bruttoassets und Liab aufgedröselt nach Kategorien und Countercountries

            https://en.wikipedia.org/wiki/Net_international_investment_position

      • Marcel Senn sagt:

        Anh: Die chinesische Schuldenblase (ohne Fin Corp Sector) wächst aktuell im Ratio von über 5:1 (über 5 Bio $ neue Schulden pro Jahr bei 1 Bio nominalem Wirtschaftswachstum), während die US Schulden mit einem Ratio von ungefähr 2:1 am wachsen sind.
        Und da die Amis mit dem $ noch einen Joker haben und zudem bei den fossilen Energieträgern Oel, Gas und Kohle überall an der Weltspitze in Sachen Vorräten sind, würde ich eher drauf wetten, dass die China-Bubble zuerst platzen wird, wenn sich dort das Wachstum mal merklich abkühlen sollte und die Immopreissteigerungen selbst für Geistersiedlungen mal beginnen zu stagnieren und rückläufig werden, dann werden grosse Liquidtätsprobleme auftauchen und es könnte schnell gehen, ausser die KP & PBOC trickst dann irgendwas

        • Anh Toàn sagt:

          Die US Schuldenblase wird nicht wörtlich platzen: Der USD wird abgewertet, aber so schnell und so viel, dass seine Stellung als Weltreservewährung gefährdet ist: Zur Zeit ist der USD noch „stark“, wegen der Zinsdifferenz zum EUR.

          Zu China sagen Sie das Entscheidende ganz am Schluss: „ausser die KP & PBOC trickst dann irgendwas“

          Wenn KP=PBOC=Geschäftsbanken=Grossunternehmen=veröffentlichte Meinung, kann man eine Menge tricksen, das ist wie Gott sein. Also warum sollte Xi, der neue Kaiser von China nichts tricksen?

          De EUR hätte auch platzen müssen, es war hier bei NMTM zu lesen, aber Draghi hat gesagt, „whatever it takes“ und dann ist er nicht geplatzt. Xi’s Wort ist Gottes Wort in China, und die chinesischen Schulden sind inländische Schulden.

          • Marcel Senn sagt:

            Anh: Nur das Schuldenaufnahmetempo in China ist rasant.
            5.2 Bio auf ein GDP von 12.2 Bio sind fette 43% des GDP, die dann das GDP selber natürlich auch wieder erhöhen durch v.a. Bautätigkeit.
            In Amiland haben die Schulden um rund 10% vom GDP zugenommen.
            .
            Und ja, da die meisten Schulden in Yuan sind, hat die PBOC eine nette Palette für Tricksereien aller Art bis hin zu einer PBOC- China Bad Bank.
            .
            Solange die Ghost Cities mit der Zeit doch noch gefüllt werden können und es Cash Flow generiert, kann das Märchen noch etwas weiter gehen, allerdings 43% GDP Neuverschuldung pro Jahr, das hält auch China nicht langfristig aus.
            z.B. 25 Mio Wohneinheiten kosten auch „nur“ rund 2 Bio $ und endlos kann man auch nicht bauen.
            Vermutlich wird in Stufe 2 dann auf Papierli gewettet
            .

          • Marcel Senn sagt:

            Das mit den Kryptos hat sich auch entschleunigt, einzig die Zahl der toten Kryptowährungen – mittlerweile schon über 800 von knapp 2000 und die Anzahl nimmt noch fleissig zu. Am Ende höchstwahrscheinlich nur wieder eine Ponzischemeabwandlung im 21. Jahrhundert – man bringt noch eine Prise Markt rein.
            .
            Vermutlich schon bald mal wird China „ausgebaut“ sein und dann gehts vermutlich nicht mehr lange bis die Dominosteine zu fallen beginnen, dann wirds spannend, welche Mittel die Trickser einsetzen…

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel Senn: Als Laie ging ich davon aus, dass Kryptowährungen frei handel- und zumindest in der Theorie nicht oder nur sehr schwer manipulierbar sein sollen.

            Hier in China sind aber zumindest einige Kryptowährungen so aufgesetzt, dass man bei Kurssteigerungen nur einen beschränkten Teil auf den Markt werfen kann. Gehe davon aus, dass durch diese Manipulation eben Totalverluste/Abstürze vermieden werden sollen. Das widerspricht doch eigentlich dem Grundprinzip der Kryptowährungen; oder?

          • Maiko Laugun sagt:

            „Getrickst“ wird hier mit Sicherheit.

            Trotzdem haben die hier auch noch andere Ideen:

            Schon seit einiger Zeit werden unter dem Titel Development inländische Projekte inkl. Hilfsprojekte für Bedürftige, Kranke, Kinder-Heime, Krisen-Opfer etc. vorangetrieben. Man kann sich an diesen beteiligen. Das ist allerdings alles an Grosskonzerne gekoppelt.

            Am einfachsten lässt sich dies so erklären: Mittels einer Art Einkaufs-Karte (wie Kumulus oder Super Card im Heidiland) unterstützt man dies alles und bekommt zusätzlich noch Gutschriften, falls man neue Spender (sprich Kunden) anwirbt.

            Das ganze wird durch die Regierung zusätzlich unterstützt. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie gut das wirklich ist.

  • Alex Bloch sagt:

    Smartphones und Konsumgüter i.a. würden vielleicht (etwas) mehr kosten, aber sie wären dann auch vermutlich für einen längeren Gebrauch hin ausgelegt. Die jetzt gültigen Wirtschaftsdogmen sind zu einer Zeit formuliert worden, als die endlichen Ressourcen der Welt noch nicht berücksichtigt werden mussten. Und vielleicht ist Trump ja auch ein verkappter Grüner und er versucht den globalisierten Konsumwahnsinn zu bremsen (just joking) …

  • thomas sagt:

    @Ralf Schrader: genau, ich habe einen teil meines gehirns in den fingern. ich weiss nicht, was sie genau vergleichen möchten, aber der vergleich ist ziemlich beliebig.

  • Rachel Tanner sagt:

    Ihre Argumentation überzeugt nicht wirklich, Herr Meier. Zuviele der derzeitigen Probleme, die durch die Globalisierung des Handels verursacht werden, sprechen Sie gar nicht an: Z.B. dass billige EU-Produkte die lokalen Märkte in afrikanischen Ländern ruinieren, so dass dort Bauern nicht mehr von ihren Erträgen leben können. Und sich dann auf den Weg übers Mittelmeer machen. Oder die katastrophale Überproduktion mit ihren verheerenden Folgen für die Umwelt. Und in unseren Ländern werden Menschen zu human capital, die gefälligst funktionieren und konsumieren sollen. Warum schaffen es die Wirtschaftswissenschaftler nicht, mal neue Wege im Denken und schliesslich im Handeln zu gehen. Diese ewige Huldigung der Märkte, die alles richten, bringt uns nicht wirklich weiter.

    • Hans Hödli sagt:

      Das werden sie tunlichst unterlassen weil sie merken würden wie vollkommen überflüssig sie sind, weil sie keine Wissenschaft sind sondern eine Religion wo es ausschliesslich um Dogmen geht, die der Legitimation und Durchsetzung von Partikularinteressen dienen. Demgemäss wären sie wenn überhaupt besser in der theologischen Fakultät aufgehoben, und könnten dann endlich die bisher als Feigenblatt angelegten mathematischen Modelle ablegen.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Tanner: Wenn man sich wünscht, dass Lebensmittel und Technologie-Produkte teurer werden und dass die Leute sich weniger Dinge leisten können, dann kann man sich über Trump freuen. Allerdings könnten auch ungeahnte Nebeneffekte auftreten: Weil China weniger Stahl in die USA exportieren kann, wird dieser Stahl nun verbilligt in Europa angeboten, was wiederum für die CH-Stahlproduzenten ein Problem ist.

  • Hans Hödli sagt:

    Bei diesem Krieg geht es in erster Linie darum von der EU höhere Kostenbeiträge an die Nato zu erzwingen. Das wird die angeschlagenen und ausgelaugten europäischen Wohlfahrtssysteme und damit die Schuldenkrise noch mehr in Schieflage bringen. Das ist aber für die EU alternativlos, denn ihr System hängt auf Gedeih und Verderb wie bei einem Junkie vom aussenwirtschaftlichen Überschusskanal und vom weltweiten Dollarstandard ab.

    • Anh Toàn sagt:

      Die EU hat einen in etwas ausgeglichene Handelsbilanz mit dem Ausland.

      Auf Gedeih und Verderb Überschüsse braucht, wer keine Reservewährung hat. Die EU braucht keine Überschüsse. (UK braucht(e) keine, solange die reichen Russen UK-Staatsbürgerschaften gegen Kauf von UK Staatsanaleihen erwerben:

      Aber wenn der UK Pass kein EU Pass mehr ist, kaufen die sich lieber einen Pass auf Malta, ist erst noch billiger.

    • Anh Toàn sagt:

      „Bei diesem Krieg geht es in erster Linie darum von der EU höhere Kostenbeiträge an die Nato…“

      Die Nato hat kein (wesentliches) Budget: Trump fordert die Erhöhung der nationalen europäischen Militärausgaben und meint damit, Kauf von US Waffen.

      Militärausgaben sind, ausser man führt tatsächlich einen Krieg und gewinnt diesen, aus Sicht des Käufers: „Money down the drain“. Die Waffen werden alt und wertlos, bevor sie je gebraucht wurden.

    • Anh Toàn sagt:

      Die EU hängt eben gerade nicht vom Dollar Standard ab: genau darum stört der EUR die Amis, der EUR gefährdet den Dollarstandard, hat ihn schon zurechtgestutzt, das Ende von „unsere Währung, Euer Problem“ ist absehbar.

      • Hans Hödli sagt:

        Wunschträume. Der Dollarstandard hängt nicht nur vom Petrodollar ab sondern eben auch von der US High Tech Rüstung. Die EU ist ohne uncle sam nicht im geringsten in der Lage ihre Aussengrenzen zu schützen. Was kann man auch anderes erwarten von ethisch überlegenen Kriegsverlierern, die von Russen und Amis vor den Nazis gerettet werden mussten.

        • Anh Toàn sagt:

          Vor wem muss die EU ihre Aussengrenzen schützen? Helfen US Waffensysteme gegen Migration? Kommt Putin doch ins Baltikum, nach Polen? Oder die Chinesen? Oder Trump?
          Oder sollen die Europäer die US High Tech Waffen gegeneinander einsetzen?

          Vor wem soll sich die EU mit US High Tech Waffen schützen? Tarnkappenbomber gegen Schlauchboote?

  • Ralf Schrader sagt:

    Es hat schon einen Grund, dass die Krone der Evolution, unser Körper samt Geist, die wichtigsten Funktionen dezentral hält. Hätte die biologische oder die soziale Evolution je auf Globalisierung gesetzt, wären die Einzeller unter sich geblieben.

    • Anh Toàn sagt:

      „Hätte die biologische oder die soziale Evolution je auf Globalisierung gesetzt, wären die Einzeller unter sich geblieben.“

      Verbietet Salz auf Tomaten: Hätte Gott (Bei Ihnen heisst ER Evolution) gewollt, dass Tomaten salzig sind, hätte er sie salzig gemacht.

      Hätte die Evolution gewollt, dass die Menschen da bleiben, wo sie geboren wurden, hätte sie Menschen mit Wurzeln statt mit Füssen gemacht.

  • Rolf Zach sagt:

    Was kann die Schweiz, diesen Gefahren der Behinderung des freien Welthandels entgegen setzen. Es gibt ja die Ewiggestrigen von der SVP, die reden davon wie unsere Vorväter heroisch gehandelt haben. Wer sich einigermaßen in der Schweizer Geschichte vor 1945 auskennt, erfährt da schönes wie, Clearing-Abkommen, kauft nur Schweizer Produkte in jeder Jugend-Periodika und ähnliches. Die Binnenwanderung von Land in die Stadt war gering und die Schweiz blieb auf 400’000 Bauernhöfe hocken, die nicht grösser waren als 4 Fußballfelder und nackte Armut bedeuteten.
    Aber haben wir in dem Machtspiel, dass sich ankündigt, die richtigen Waffen?
    Wir haben sie nicht! Wir meinen, die EU werde nächstens in der Hölle verschwinden. Wer hat bessere Karten in diesem Poker, die Schweiz oder die EU?

    • Maike sagt:

      Wann begreift man endlich in der Schweiz, das das hier nicht ein Insel der Glückseeligen ist, die sich vollkommen unabhängig von den anderen Ländern in Europa ihr eigenes Süppchen kochen kann. Das mag vielleicht vor 80 Jahren so gewesen sein, als man für die Bösen der Welt Banktresore zur Verfügung gestellt hat. Aber diese Zeiten sind – gottseidank – vorbei.
      Glaubt man den ernsthaft, DT sieht Europa so differenziert, das er die Schweiz von seinen europäischen Sanktionen ausnimmt ?
      Sicher ist es gut und richtig, sich auf seine eigenen Stärken und Schwächen zu konzentrieren. Aber weder die Schweiz noch Deutschland ist in der lage, vollkommen autark zu existieren. Man muss sich zusammenraufen,

      • Gerhard Engler sagt:

        @Maike: Sie irren sich. Die Trump-Zölle gelten nicht speziell für die EU, sondern für alle Ländern (mit wenigen Ausnahmen). Gegenüber der EU hat Trump die Zölle sogar noch um 3 Monate verschoben. Schweizer Stahl wurde schon ab März höher verzollt, EU-Stahl erst ab Juni.

        • Rolf Zach sagt:

          Was dieses kleine Beispiel zeigt, wir sind die Hintersassen und nicht die EU, aber die EU-Hasser verstehen von Wirtschaft gar nichts!

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